Quelle: MEW 8 August 1851 - März 1853
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Vorwort
Der achte Band der Werke von Karl Marx und Friedrich Engels ent-
hält die von August 1851 bis März 1853 geschriebenen Arbeiten.
Unter den Bedingungen der über Europa hereinbrechenden Reaktion
sahen Marx und Engels ihre Hauptaufgabe darin, die Erfahrungen
der revolutionären Kämpfe von 1848/49 theoretisch zu verallgemei-
nern, die Kräfte des revolutionären Proletariats zu erhalten und
zu sammeln und Kader für eine proletarische Partei heranzubilden.
In dieser Zeit orientierten Marx und Engels ihre Kampfgefährten
darauf, sich in mühseliger und beharrlicher Arbeit Kenntnisse an-
zueignen, um bei Beginn eines neuen Aufschwungs der revolutionär-
demokratischen Und der proletarischen Bewegungen gut gewappnet zu
sein.
Große Bedeutung maßen Marx und Engels der Weiterentwicklung ihrer
revolutionären Theorie bei. Hauptgegenstand der wissenschaftli-
chen Forschungen von Marx wurde jetzt die Politische Ökonomie.
Während Marx bis 1848 sein Hauptaugenmerk auf die philosophische
Begründung des wissenschaftlichen Kommunismus gerichtet hatte und
sich in den Jahren 1848/49 auf die Entwicklung seiner politischen
Ideen konzentrierte, rückte in den fünfziger und sechziger Jahren
die ökonomische Lehre in den Vordergrund. Als Marx Ende 1850
seine bereits in den vierziger Jahren begonnenen kritischen Un-
tersuchungen der bürgerlichen politischen Ökonomie wieder auf-
nahm, hoffte er, diese Arbeit bald abzuschließen. Daß ihm das
nicht gelang, hatte seinen Grund nicht nur in den schweren Le-
bensbedingungen, denen Marx in der Emigration ausgesetzt war,
nicht nur in seiner erfolglosen Suche nach einem Verleger, son-
dern auch in der großen wissenschaftlichen Gründlichkeit, die
Marx veranlaßte, immer wieder neue Quellen und neue Literatur
kritisch zu untersuchen, immer wieder die neuen Tatsachen und Er-
eignisse, die das Leben lieferte, zu verarbeiten. Marx' Hefte mit
den Vorarbeiten zeugen davon, daß er neben den eigentlichen öko-
nomischen Wissenschaften
#VI# Vorwort
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eine umfangreiche Literatur über die Geschichte der Technik und
der Kultur, über Mathematik, Agrochemie und andere Wissenschaften
studierte, die für ihn im Zusammenhang mit seinen Studien der Po-
litischen Ökonomie von Interesse waren. Marx hat jeden Schritt
auf allen Gebieten der Wissenschaft verfolgt und sich kritisch
alle neuen Errungenschaften des menschlichen Denkens angeeignet.
Hauptgegenstand der Forschungen von Engels waren in dieser Zeit
die Militärwissenschaften und die Geschichte der Kriegskunst.
Schon die Erfordernisse des revolutionären Kampfes in den Jahren
1848/49 hatten Engels veranlaßt, sich mit militärischen Fragen zu
beschäftigen, in erster Linie mit den Fragen des bewaffneten Auf-
stands. Nachdem er im November 1850 nach Manchester übergesiedelt
war, begann er das Militärwesen systematisch und gründlich zu
studieren. Die ersten Ergebnisse dieses Studiums waren das Manu-
skript "Bedingungen und Aussichten eines Krieges der Heiligen Al-
lianz gegen ein revolutionäres Frankreich im Jahre 1852" (siehe
Band 7 unserer Ausgabe, S. 468-493) und der im vorliegenden Band
veröffentlichte Artikel "England". Danach wollte Engels eine Ar-
beit über die Kriege von 1848/49 schreiben, insbesondere über den
Revolutionskrieg in Ungarn. Der Hauptgrund, der ihn zum Studium
des Militärwesens veranlaßte, lag in der tiefen Erkenntnis der
gewaltigen Rolle, die die Fragen des bewaffneten Kampfes in den
zukünftigen revolutionären Ereignissen spielen mußten.
Neben seiner Arbeit auf dem Gebiete der Militärwissenschaften
studierte Engels Sprachen und befaßte sich mit Fragen der Sprach-
wissenschaft. Engels, der viele europäische Sprachen vollkommen
beherrschte, begann im Dezember 1850 mit dem Studium der russi-
schen Sprache und anderer slawischer Sprachen. Er lernte Sprachen
in Verbindung mit dem Studium der Geschichte, Kultur und Litera-
tur des betreffenden Volkes. Beim Sprachstudium ging Engels nicht
nur vom wissenschaftlichen Interesse aus, sondern auch von den
Erfordernissen der praktischen internationalen revolutionären Ar-
beit, die Marx und er leisteten und auch in Zukunft zu leisten
hatten.
Ihre theoretischen Studien verbanden Marx und Engels mit der
parteipolitischen Arbeit, die auf die Organisierung der proleta-
rischen Partei und auf die Erziehung der Parteikader im Geiste
des wissenschaftlichen Kommunismus gerichtet war. Zu jener Zeit
spitzte sich besonders der Kampf zu, den Marx, Engels und ihre
Anhänger gegen die sektiererische Fraktion Willich-Schapper führ-
ten, die im September 1850 die Spaltung des Bundes der Kommuni-
sten verursacht hatte. Indem Marx und Engels den sektiererischen
Elementen in der demokratischen und Arbeiterbewegung entschlossen
eine Abfuhr erteilten und die Intrigen der verschiedenen Emigran-
tengruppen
#VII# Vorwort
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sowie deren abenteuerliche Pläne zur Organisierung von Verschwö-
rungen und Aufständen entlarvten, verteidigten sie zugleich die
ideologischen Prinzipien der proletarischen Partei und begründe-
ten ihre Taktik unter den Bedingungen der wieder aufkommenden Re-
aktion.
Trotz der Schwierigkeiten, mit denen damals die Verteidigung ih-
rer Anschauungen in der Presse verbunden war, stellten Marx und
Engels ihre publizistische Tätigkeit nicht ein. Viele Jahre hin-
durch verfochten sie in den Spalten der Chartistenorgane "Notes
to the People" und "The People's Paper" den proletarischen Stand-
punkt in den wichtigsten politischen Fragen und nahmen Stellung
zu den Hauptereignissen der damaligen Zeit. Im Herbst 1851 begann
die regelmäßige, mehr als zehn Jahre währende Mitarbeit von Marx
an der damals fortschrittlichen amerikanischen Zeitung "New-York
Daily Tribune". Die Mitarbeit an dieser Zeitung gab Marx die Mög-
lichkeit, bei fast völligem Fehlen einer Arbeiterpresse sein
kämpferisches publizistisches Wirken fortzusetzen und, wenn auch
indirekt, auf die öffentliche Meinung im Sinne der proletarischen
Partei einzuwirken. Da die Arbeit für die "New-York Daily Tri-
bune" Marx' ganze Zeit zu verschlingen und ihn von den Untersu-
chungen auf dem Gebiete der Politischen Ökonomie, der Marx und
Engels erstrangige Bedeutung beimaßen, loszureißen drohte,
schrieb Engels auf Marx' Bitte eine große Anzahl der Artikel und
Korrespondenzen für die Zeitung, darunter die Artikelserie
"Revolution und Konterrevolution in Deutschland", mit der der
vorliegende Band beginnt.
In der heute unter dem Titel "Revolution und Konterrevolution in
Deutschland" bekannten Schrift legte Engels, ausgehend von den
Positionen des historischen Materialismus, die Voraussetzungen,
den Charakter und die Triebkräfte der deutschen Revolution von
1848/49 dar. Die Artikel ziehen die Bilanz aus der Tätigkeit, die
die Begründer des Marxismus während dieser Revolution von der
Tribüne der "Neuen Rheinischen Zeitung" aus entfaltet haben. Aus-
gehend von den Lehren der Revolution bewies Engels, wie richtig
die politische Plattform der proletarischen Partei war, die auf
die Vereinigung Deutschlands auf revolutionärem Wege und auf eine
konsequente demokratische Umgestaltung seiner gesellschaftlichen
und politischen Ordnung hinzielte. In seinen Artikeln entwarf En-
gels ein klares Bild der nationalen und internationalen Situa-
tion, in der sich die deutsche Revolution vollzog. Er untersuchte
die sozialökonomischen Bedingungen im Deutschland der damaligen
Zeit und zeigte ihren Einfluß auf den Verlauf der Bewegung; er
charakterisierte die wichtigsten Etappen der Revolution und die
Rolle, die die verschiedenen Klassen in ihr spielten, und deckte
schließlich die Ursachen ihrer Niederlage auf. Engels' Schrift
ist ein hervorragendes
#VIII# Vorwort
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Beispiel für die marxistische Untersuchung eines verwickelten
Komplexes historischer Ereignisse.
In dieser Arbeit fanden die wichtigsten Thesen des historischen
Materialismus ihre Weiterentwicklung und Konkretisierung. Am Bei-
spiel des Deutschlands der Jahre 1848/49 wies Engels auf die be-
stimmende Rolle der ökonomischen Basis der Gesellschaft in der
Geschichte hin, auf die Notwendigkeit, sie zu analysieren, um die
Geschichte der politischen Ereignisse und die Geschichte der ge-
sellschaftlichen Ideen zu verstehen; er zeigte die Rolle des
Klassenkampfes bei der Entwicklung der antagonistischen Gesell-
schaft sowie die Gesetzmäßigkeit der Revolution als Ausdruck der
dringendsten Bedürfnisse und Anliegen der Völker, deren Befriedi-
gung durch die überlebte gesellschaftliche und politische Ordnung
verhindert wird. Aufbauend auf dem tiefen Gedanken von Marx, daß
die Revolutionen die "Lokomotiven der Geschichte" sind, charakte-
risiert Engels die Revolution als "mächtige Triebkraft des sozia-
len und politischen Fortschritts", die "eine Nation ... in fünf
Jahren weiter vorankommen" läßt "als unter normalen Verhältnissen
in einem Jahrhundert". (Siehe vorl. Band, S. 36.)
Bei der Analyse der Triebkräfte der deutschen Revolution an Hand
eines reichen Tatsachenmaterials entwickelt Engels den Gedanken,
der sich wie ein roter Faden bereits durch seine und durch Marx'
Artikel in der "Neuen Rheinischen Zeitung" gezogen hatte - den
Gedanken von der Unfähigkeit der deutschen liberalen Bourgeoisie,
die Führung in der bürgerlichen Revolution zu übernehmen, von ih-
rem Abgleiten auf konterrevolutionäre Positionen, von ihrem Ver-
rat an den Interessen der Bauernschaft, ihres unentbehrlichsten
Verbündeten im Kampf gegen den Feudalismus. Diese Schlußfolgerung
war für die spätere Geschichte nicht nur Deutschlands, sondern
auch mehrerer anderer Länder äußerst wichtig. So hat Lenin des
öfteren an diese Schlußfolgerung von Marx und Engels erinnert,
als er bei der Analyse des Charakters und der Triebkräfte der Re-
volution von 1905-1907 in Rußland die von ihm aufgestellte These
von der Hegemonie des Proletariats in der bürgerlich-demokrati-
schen Revolution verteidigte.
Ausführlich charakterisiert Engels in seiner Schrift die Führer
der kleinbürgerlichen Demokratie, die in den kritischen Etappen
der Revolution immer wieder politische Kurzsichtigkeit, Kleinmü-
tigkeit und Unentschlossenheit an den Tag legten und damit zur
Niederlage der Revolution beitrugen. Engels geißelt den
"parlamentarischen Kretinismus" der kleinbürgerlichen Führer, ih-
ren Glauben an die Allmacht der Parlamentsinstitutionen, ihren
Widerwillen gegen außerparlamentarische Kampfformen, ihre Furcht,
an das Volk zu appellieren, ihre Angst vor der Unterstützung
durch die
#IX# Vorwort
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bewaffneten Massen. Er beweist, daß die konsequenteste und wirk-
lich kämpferische Kraft der Revolution die Arbeiterklasse war,
die "die richtig verstandenen, wahren Interessen der gesamten Na-
tion" vertrat. (Siehe vorl. Band, S. 99.)
Von außerordentlich großer Bedeutung sind die von Engels in sei-
ner Analyse gegebenen Verallgemeinerungen zur Taktik des revolu-
tionären Kampfes. Von der revolutionären Klasse und ihrer Partei
forderte Engels Entschiedenheit, Kühnheit, Selbstaufopferung und
die Fähigkeit, energische, offensive Operationen durchzuführen.
Er schreibt: "... in der Revolution wie im Kriege ist es immer
notwendig, dem Feind die Spitze zu bieten, und wer angreift, ist
im Vorteil." (Siehe vorl. Band, S. 77.) Besonders hoch schätzte
Lenin den in dieser Schrift dargelegten Gedanken, "daß es Augen-
blicke in der Revolution gebe, wo die kampflose Preisgabe von Po-
sitionen an den Feind die Massen mehr demoralisiere als eine Nie-
derlage im Kampfe". (Lenin, Werke, 4. Ausgabe, Band 16, S. 353,
russ.)
"Revolution und Konterrevolution in Deutschland" enthält die
Grundlagen der marxistischen Lehre vom bewaffneten Aufstand. In
dem Abschnitt "Nun ist der Aufstand eine Kunst, genau wie der
Krieg oder irgendeine andere Kunst ..." (siehe vorl. Band, S. 95)
sind zum ersten Mal die wichtigsten Regeln definiert, von denen
sich die revolutionäre Partei im Aufstand leiten lassen muß. Als
Lenin die marxistische Lehre vom Aufstand entwickelte, wies er
darauf hin, daß in diesen Regeln die Lehren aller vorher-
gegangenen Revolutionen in bezug auf den bewaffneten Aufstand
verallgemeinert sind.
Große Aufmerksamkeit widmete Engels in dieser Schrift der natio-
nalen Frage. Er verteidigte die Prinzipien des proletarischen In-
ternationalismus und brandmarkte die Politik der nationalen Un-
terdrückung und der Aufwiegelung der Völker gegeneinander, die
von den herrschenden Klassen Österreichs und Preußens betrieben
wurde. Engels verurteilte entschieden die verräterische Haltung
der deutschen Bourgeoisie gegenüber der nationalen Befreiungsbe-
wegung der Polen, Ungarn und Italiener und begründete die konse-
quente internationale Position des proletarischen Flügels der
deutschen Demokratie, diesen Völkern die Unabhängigkeit zu gewäh-
ren.
In diesen Artikeln berührt Engels auch die Frage der nationalen
Bewegung der slawischen Völker, die damals zur österreichischen
Monarchie gehörtet) (Tschechen, Slowaken, Kroaten u.a.). Es ist
bekannt, daß Marx und Engels in der ersten Etappe der Revolution
von 1848/49, als es in der nationalen Bewegung der Tschechen und
anderer slawischer Völker Österreichs starke revolutionär-demo-
kratische Tendenzen gab (der Prager
#X# Vorwort
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Aufstand im Juni 1848, die antifeudalen Massenaktionen auf dem
Lande), für den Kampf dieser Völker große Sympathie hegten. Als
jedoch nach der Unterdrückung der demokratischen Kräfte in der
tschechischen und in anderen slawischen Bewegungen innerhalb
Österreichs die rechten bürgerlich-gutsherrlichen Elemente die
Oberhand gewannen, gelang es der Habsburger Monarchie und dem
russischen Zarismus, die nationale Bewegung dieser Völker für ih-
ren Kampf gegen die deutsche und die ungarische Revolution auszu-
nutzen. Marx und Engels, die die nationale Frage immer unter dem
Gesichtswinkel der Interessen der Revolution betrachteten, änder-
ten folglich ihre Einstellung zur nationalen Bewegung dieser Völ-
ker, denn höher als alles übrige stellten sie die Interessen der
Revolution, die Interessen des Kampfes gegen ihre Feinde, in er-
ster Linie gegen den Zarismus, den damaligen Hauptstützpunkt der
Reaktion in Europa. "Aus diesem und nur aus diesem Grunde waren
Marx und Engels gegen die nationale Bewegung der Tschechen und
Südslawen." (Lenin, Werke, 4. Ausgabe, Band 22, S. 325, russ.)
"Revolution und Konterrevolution in Deutschland" sowie auch die
früher von Engels geschriebenen Artikel "Der magyarische Kampf"
und "Der demokratische Panslawismus" (siehe Band 6 unserer Aus-
gabe, S, 165 bis 176 und 270-286) enthalten neben der richtigen
Einschätzung der objektiven Rolle der nationalen Bewegungen der
slawischen Völker Österreichs unter den konkreten Bedingungen der
Jahre 1848 und 1849 auch einige unrichtige Betrachtungen über das
historische Schicksal dieser Völker. Engels entwickelte den Ge-
danken, daß diese Völker bereits nicht mehr fähig seien zu einer
selbständigen nationalen Existenz und daß es ihr unvermeidliches
Los sei, von ihren kraftvolleren Nachbarn aufgesaugt zu werden.
Diese Schlußfolgerung erklärt sich hauptsächlich aus Engels' da-
maliger allgemeiner Vorstellung vom historischen Schicksal der
kleinen Völker. Engels war der Meinung, daß die historische Ent-
wicklung, deren Haupttendenz unter dem Kapitalismus die Zentrali-
sation und die Schaffung großer Staaten beinhalte, zur Aufsaugung
der kleinen Völker durch die größeren Nationen führe, wie es z.
B. der Fall war mit den Wallisern in England, mit den Basken in
Spanien, mit den Niederbretonen in Frankreich und mit den spani-
schen und französischen Kreolen, deren Territorium von den Verei-
nigten Staaten von Amerika besetzt worden war. Bei der richtigen
Einschätzung der dem Kapitalismus eigenen Tendenz zur Zentralisa-
tion und zur Schaffung großer Staaten hat Engels eine andere Ten-
denz nicht berücksichtigt - den Kampf der kleinen Völker gegen
die nationale Unterdrückung und für ihre Unabhängigkeit, ihr
Streben nach Schaffung eines eigenen Staatswesens. Je mehr die
Volksmassen in den nationalen Befreiungskampf einbezogen wurden,
je
#XI# Vorwort
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mehr ihre Bewußtheit und Organisiertheit wuchsen, desto mehr be-
kam die nationale Befreiungsbewegung der kleinen Völker, darunter
auch der slawischen Völker Österreichs, einen demokratischen,
fortschrittlichen Charakter und half die Front des revolutionären
Kampfes verbreitern. Wie die Geschichte gezeigt hat, haben die
kleinen slawischen Völker, die früher zur österreichischen Monar-
chie gehörten, nicht nur die Fähigkeit zu einer selbständigen na-
tionalen Entwicklung, zur Schaffung eines eigenen Staatswesens
bewiesen, sondern sind auch in die Reihen der Schöpfer der fort-
schrittlichsten Gesellschaftsordnung aufgerückt.
Das im vorliegenden Band veröffentlichte Werk von Marx "Der acht-
zehnte Brumaire des Louis Bonaparte" gehört zu den hervorragend-
sten Schriften des wissenschaftlichen Kommunismus. Genial sowohl
in der Analyse der historischen Ereignisse als auch in den theo-
retischen Verallgemeinerungen, ist es gleichzeitig ein wahres
Meisterwerk revolutionärer Publizistik. In ihm hat, nach Wilhelm
Liebknechts Worten, "der empörte Ernst eines Tacitus sich mit dem
tödlichen Witz eines Juvenal, dem heiligen Zorn eines Dante ver-
einigt". ("Erinnerungen an Karl Marx," Berlin 1953, S. 122.)
"Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte" ist gleichsam eine
Fortsetzung der Arbeit "Die Klassenkämpfe in Frankreich 1848 bis
1850" (siehe Band 7 unserer Ausgabe). Wie auch in jener ersten
Schrift dienten Marx die von ihm entdeckten Gesetze der gesell-
schaftlichen Entwicklung, die materialistische Geschichtsauffas-
sung und die Theorie des Klassenkampfes als Schlüssel zur Erklä-
rung der Geschichte Frankreichs während der Revolution.
Durch die Anwendung der materialistischen Dialektik konnte Marx
in dieser Arbeit, die er unmittelbar nach den Ereignissen
schrieb, eine klassische Analyse der Hauptetappen der französi-
schen Revolution von 1848 geben, die Gruppierung der Klassen-
kräfte zur Zeit der Zweiten Republik verfolgen und wissenschaft-
lich die wahren Ursachen des konterrevolutionären Staatsstreichs
von Louis Bonaparte im Dezember 1851 erklären. "Dies eminente
Verständnis der lebendigen Tagesgeschichte", schrieb Engels,
"dies klare Durchschauen der Begebenheiten, im Moment, wo sie
sich ereignen, ist in der Tat beispiellos." (Siehe vorl. Band, S.
561.)
Am konkreten Beispiel Frankreichs wies Marx auf die Rolle des
Klassenkampfes als Triebkraft der Geschichte hin. Marx verfolgte
alle wesentlichen Veränderungen in der Lage der einzelnen politi-
schen Parteien in den verschiedenen Etappen der Revolution und
deckte so den Klassencharakter dieser Parteien, die verborgenen
Triebfedern ihrer Tätigkeit, auf. Von gewaltigem Interesse sind
die tiefen Gedanken, die Marx über die Rolle der politischen
#XII# Vorwort
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Parteien im gesellschaftlichen Leben, über das Verhältnis der po-
litischen und literarischen Vertreter dieser oder jener Klasse
zur Masse dieser Klasse entwickelt. Am Beispiel der bürgerlichen
und kleinbürgerlichen Parteien, die sich in den Jahren der Zwei-
ten Republik in der politischen Arena Frankreichs betätigten,
zeigte Marx, daß man zwischen den Phrasen und Illusionen dieser
oder jener politischen Partei und ihrem wirklichen Wesen grundle-
gend unterscheiden muß. Dabei warnte er vor der vulgären Vorstel-
lung, daß der Ideologe dieser oder jener Klasse in der Praxis
selbst so lebe wie seine Klasse. So müssen die Ideologen des
Kleinbürgertums nicht unbedingt Krämer sein. Zu Vertretern dieser
Klasse mache sie ihr theoretischer Horizont, der dem engen Rahmen
entspricht, in dem das Leben des Kleinbürgertums verläuft; des-
halb kämen sie auch theoretisch zu jenen Aufgaben und Lösungen,
zu denen das Kleinbürgertum von seinen materiellen Interessen her
praktisch gelangt. "Dies ist überhaupt das Verhältnis der
p o l i t i s c h e n und l i t e r a r i s c h e n V e r-
t r e t e r einer Klasse zu der Klasse, die sie vertreten."
(Siehe vorl. Band, S. 142.)
Im Gegensatz zur idealistischen Erklärung der Ursachen des
Staatsstreiches vom 2. Dezember 1851, die alles auf die Gewalttat
des Usurpators Louis Bonaparte und seiner Clique zurückführte und
so die Person des Usurpators bewußt oder unbewußt vergrößerte,
hat Marx den bonapartistischen Staatsstreich als notwendiges Er-
gebnis der vorhergegangenen Ereignisse betrachtet. Er sah in ihm
den logischen Abschluß einer ganzen Reihe konterrevolutionärer
Taten der herrschenden Bourgeoisie in den Jahren der Republik,
ihrer ständigen Angriffe auf die demokratischen Rechte des Vol-
kes, ihrer pausenlosen Anschläge auf die revolutionären Errungen-
schaften. Der Staatsstreich war die gesetzmäßige Folge des An-
wachsens der konterrevolutionären Haltung der Bourgeoisie, des
Bankrotts der feigen und schwankenden Politik der bürgerlichen
Parteien, die aus Furcht vor dem "roten Gespenst" den bonaparti-
stischen Verschwörern eine Position nach der anderen überließen.
Die französische bürgerliche Revolution Mitte des 19. Jahrhun-
derts entwickelte sich im Gegensatz zur Revolution Ende des 18.
Jahrhunderts, wie Marx sagte, "in absteigender Linie"; die füh-
rende Rolle in der Revolution ging mit jeder Wendung auf weiter
rechts stehende Parteien über. "Sie befindet sich in dieser rück-
gängigen Bewegung, ehe die letzte Februarbarrikade weggeräumt und
die erste Revolutionsbehörde konstituiert ist." (Siehe vorl.
Band, S. 135.) In diesem Marxschen Gedanken kommt die Besonder-
heit der bürgerlichen Revolution unter Bedingungen zum Ausdruck,
in denen die Bourgeoisie schon als volksfeindliche, konterrevolu-
tionäre Kraft auftritt, während das Proletariat noch zu schwach
ist, um dem Angriff der Konterrevolution
#XIII# Vorwort
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entgegenzutreten. In einer solchen Situation zeigt sich besonders
deutlich die Brüchigkeit der bürgerlich-demokratischen Ordnung,
und es entstehen Bedingungen für Restaurationsversuche jeder Art.
Mit großer Eindringlichkeit zeigt Marx die Begrenztheit und Wi-
dersprüchlichkeit der bürgerlichen Demokratie, beweist er, daß
sie bloß formal und dem Schein nach eine Demokratie ist. Ein an-
schauliches Beispiel dafür war die Verfassung der Zweiten Repu-
blik; jeder ihrer Paragraphen enthielt nach Marx' treffender De-
finition "seine eigene Antithese, sein eignes Ober-und Unterhaus
in sich, nämlich in der allgemeinen Phrase die Freiheit, in der
Randglosse die Aufhebung der Freiheit". (Siehe vorl. Band, S.
127.)
Durch die Aufdeckung der wahren Ursachen der Errichtung des
konterrevolutionären bonapartistischen Regimes in Frankreich gab
Marx eine eingehende Charakteristik des Wesens des Bonapartismus.
Spezifisch für sein Wesen war die Politik des Lavierens zwischen
den Klassen, die scheinbare Selbständigkeit der Staatsmacht, das
demagogische Appellieren an alle Gesellschaftsschichten, die die
Verteidigung der Interessen der ausbeutenden Oberschicht ver-
deckte. Indem Marx die bonapartistische Diktatur als Form der un-
verschämten Herrschaftsmethoden der konterrevolutionärsten Ele-
mente der Bourgeoisie entlarvte, zeigte er, daß die Bourgeoisie
in ihrem Bestreben, die Ausbeuterordnung aufrechtzuerhalten, die
Macht den zügellosesten Abenteurern übergibt und blutige Exzesse
der Militärclique, Benutzung der Verbrecherwelt, Erpressung, Be-
stechung, Demagogie und andere schmutzige Mittel zuläßt. Marx
enthüllte diese abstoßenden Züge des bonapartistischen Regimes
und prophezeite den unvermeidlichen Zusammenbruch der restaurier-
ten, von tiefen inneren Widersprüchen erschütterten bona-
partistischen Monarchie.
Im "Achtzehnten Brumaire des Louis Bonaparte" widmet Marx der
französischen Bauernschaft und ihrem Verhältnis zum bonapartisti-
schen Staatsstreich große Aufmerksamkeit. Er stellt fest, daß die
bonapartistische Agitation unter den Bauern Erfolg hatte, hebt
aber gleichzeitig hervor, daß die Stütze Louis Bonapartes nicht
die revolutionäre, sondern die konservative Bauernschaft war.
Diese Bauernschaft gab ihm ihre Stimme, weil sie politisch rück-
ständig, eingeschüchtert und vom kulturellen Leben der Städte
unberührt war, weil sie infolge der Existenzbedingungen voneinan-
der isolierter Parzellenbauern einen beschränkten Gesichtskreis
hatte. Die Politik der bürgerlichen konstituierenden und der ge-
setzgebenden Nationalversammlung, die in den Bauern nur ein Ob-
jekt sahen, aus dem man Steuern pressen kann, stieß die Bauern-
schaft von der Revolution ab und veranlaßte sie, Louis Bonaparte
zu unterstützen. Sie unterstützten ihn um so leichter, weil
#XIV# Vorwort
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diese bäuerlichen Eigentümer, die an ihrer Parzelle hingen, in
der napoleonischen Dynastie ihren traditionellen Schutzherrn sa-
hen. Über die Dynastie Bonaparte schrieb Marx, die zwiespältige
Natur der Bauernschaft unterstreichend, "sie repräsentiert nicht
die Aufklärung, sondern den Aberglauben des Bauern, nicht sein
Urteil, sondern sein Vorurteil, nicht seine Zukunft, sondern
seine Vergangenheit...". (Siehe vorl. Band, S. 199.) Bei der Ana-
lyse der ökonomischen Entwicklung des Parzelleneigentums kommt
Marx zu dem Schluß, daß mit der fortschreitenden Ruinierung der
bäuerlichen Parzellenwirtschaft, ihrer wachsenden Versklavung
durch die kapitalistischen Wucherer eine immer größere Masse von
Bauern sich vom demoralisierenden Einfluß der "napoleonischen Il-
lusion" frei machen wird. Die Vernunft der Bauern, ihre richtig
verstandenen Interessen, das Anwachsen der Widersprüche zwischen
Bauernschaft und Bourgeoisie - das alles muß notwendigerweise die
Bauern zur Herstellung der Aktionseinheit mit der Arbeiterklasse
bringen. "Sie finden also", schrieb Marx, "ihren natürlichen Ver-
bündeten und Führer in dem s t ä d t i s c h e n P r o l e-
t a r i a t, dessen Aufgabe der Umsturz der bürgerlichen Ordnung
ist." (Siehe vorl. Band, S. 202.)
Diese Schlußfolgerung ist eine Weiterentwicklung des schon in den
"Klassenkämpfen in Frankreich" formulierten Gedankens vom Bündnis
der Arbeiterklasse mit der Bauernschaft bei führender Rolle der
Arbeiterklasse. Im "Achtzehnten Brumaire des Louis Bonaparte"
gibt Marx dieser äußerst wichtigen These, die aus der gesamten
Erfahrung der revolutionären Kämpfe der Jahre 1848/49 hervorging,
eine noch umfassendere Begründung.
Zu den wichtigsten theoretischen Verallgemeinerungen, die Marx in
diesem Werk gibt, gehört die geniale Darlegung des grundlegenden
Unterschieds zwischen der bürgerlichen und der proletarischen Re-
volution. Die proletarische Revolution unterscheidet sich von der
bürgerlichen durch ihre grandiosen Aufgaben - sie führt zu einer
bedeutend tieferen Umwälzung der bestehenden Ordnung, zu ihrer
radikalen Umgestaltung. Die bürgerliche Revolution ist kurzlebig,
erreicht schnell ihren Höhepunkt. Die proletarische Revolution
unterscheidet sich von ihr durch ihre Gründlichkeit, sie kriti-
siert sich beständig selbst, ständig ist sie unzufrieden mit dem
Erreichten, ständig bestrebt, die eigenen Fehler furchtlos aufzu-
decken und zu berichtigen, unaufhaltsam drängt sie vorwärts.
Eine besonders große theoretische und politische Bedeutung haben
die von Marx im "Achtzehnten Brumaire des Louis Bonaparte" aufge-
stellten Thesen über das Verhältnis der proletarischen Revolution
zum bürgerlichen Staat. Marx bereichert seine Lehre vom Staat,
von der Diktatur des Proletariats durch eine Schlußfolgerung von
gewaltiger Wichtigkeit, die er auf Grund der
#XV# Vorwort
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Erfahrungen und Lehren der Revolution zieht. Er deckt am Beispiel
der Geschichte Frankreichs das Wesen des bürgerlichen Staates,
dessen charakteristischen Züge und verschiedenen Formen auf und
kommt zu dem Schluß, daß alle bürgerlichen Revolutionen die schon
zur Zeit der absoluten Monarchie entstandene militärisch-bürokra-
tische zentralisierte Staatsmaschine nicht erschüttert, sondern
immer mehr zur Unterdrückung der ausgebeuteten Klassen befähigt
haben. "Alle Umwälzungen vervollkommneten diese Maschine statt
sie zu brechen." (Siehe vorl. Band, S. 197.) Die proletarische
Revolution, die einen völlig anderen Typus der Macht und der
staatlichen Zentralisation braucht, kann dieses seiner ganzen Na-
tur nach parasitäre und ausbeuterische Werkzeug zur Unterdrückung
der Massen nicht unangetastet lassen. Marx sieht die Aufgabe der
proletarischen Revolution in bezug auf die alte Staatsmaschine
darin, "alle ihre Kräfte der Zerstörung gegen sie zu konzentrie-
ren" und sie zu zerbrechen. "In diesen großartigen Ausführungen",
schrieb Lenin, "macht der Marxismus im Vergleich zum 'Kommu-
nistischen Manifest' einen gewaltigen Schritt vorwärts. Dort wird
die Frage des Staates noch äußerst abstrakt, in ganz allgemeinen
Begriffen und Wendungen behandelt. Hier wird die Frage konkret
gefaßt, und es wird eine äußerst genaue, bestimmte, praktisch-
greifbare Schlußfolgerung gezogen: Alle früheren Revolutionen ha-
ben die Staatsmaschinerie vervollkommnet, man muß sie aber zer-
schlagen, zerbrechen. Diese Folgerung ist das Hauptsächliche, das
Grundlegende in der Lehre des Marxismus vom Staat." (Lenin,
Werke, 4. Ausgabe, Band 25, S. 378, russ.)
Als Grundlage für diese wichtigste Marxsche Schlußfolgerung
diente, wie Lenin hervorhob, die historische Erfahrung der Revo-
lution von 1848 bis 1851. "Die Lehre von Marx ist wie stets, so
auch hier, eine von tiefer philosophischer Weltanschauung und
reicher Kenntnis der Geschichte durchdrungene Z u s a m m e n-
f a s s u n g d e r E r f a h r u n g." (Ebenda, S. 379.)
Inhaltlich schließt sich an Marx' "Achtzehnten Brumaire des Louis
Bonaparte" Engels' Artikel "Die wirklichen Ursachen der verhält-
nismäßigen Inaktivität der französischen Proletarier im vergange-
nen Dezember" an. In diesem Artikel werden ebenfalls die Ursachen
für die Errichtung des bonapartistischen Regimes in Frankreich,
sein Wesen und die ihm eigenen Widersprüche bloßgelegt. Engels
weist die Versuche bürgerlicher Schriftsteller und Journalisten
zurück, die Schuld am Staatsstreich auf das französische Proleta-
riat abzuwälzen. Er legt dar, daß die im Juni 1848 besiegte
Arbeiterklasse infolge der konterrevolutionären Haltung der Bour-
geoisie entwaffnet war und deshalb die reale Möglichkeit verloren
hatte, die Errichtung der bonapartistischen Diktatur zu verhin-
dern, und hebt gleichzeitig hervor, wie
#XVI# Vorwort
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unversöhnlich sich das Proletariat zu dieser Diktatur verhielt
und daß es an der schnellsten Wiederherstellung der demokrati-
schen Freiheiten interessiert war.
Die gemeinsam von Marx und Engels verfaßte Schrift "Die großen
Männer des Exils", die zu Lebzeiten der Verfasser nicht veröf-
fentlicht wurde, ist ein gegen die Führer der kleinbürgerlichen
Demokratie, in erster Linie gegen ihre deutschen Vertreter - Kin-
kel, Ruge, Heinzen, Struve und andere - gerichtetes Pamphlet. In
ihm setzten Marx und Engels die Entlarvung der Ideologie und Tak-
tik der verschiedenen kleinbürgerlichen Strömungen fort, mit der
sie schon vor der Revolution 1848 begonnen hatten. Das Hauptziel,
das sie damit verfolgten, bestand in der Verteidigung der Selb-
ständigkeit und Reinheit der ideellen und taktischen Positionen
des Proletariats, in der Bewahrung der Arbeiterklasse vor dem
schädlichen Einfluß der kleinbürgerlichen Illusionen und der
kleinbürgerlichen Ideologie überhaupt. Außerdem sollte das Pam-
phlet auf die zahlreichen verleumderischen Ausfälle der kleinbür-
gerlichen Führer gegen die proletarischen Revolutionäre antwor-
ten.
Das Pamphlet "Die großen Männer des Exils" ist mit seiner glän-
zenden Anwendung aller Methoden der politischen Satire - der
schonungslosen Verspottung des Gegners, der Zuspitzung besonders
widerlicher Seiten der kritisierten Erscheinung - eine harte An-
klage gegen die Laster des deutschen Kleinbürgertums und seiner
politischen und literarischen Vertreter. Mit wahrhaft künstleri-
scher Ausdruckskraft zeichnen Marx und Engels eine Porträtgalerie
der "großen Männer" der deutschen kleinbürgerlichen Emigration.
Schonungslos decken sie die armselige, philisterhafte geistige
Welt dieser "großen Männer" auf, die Flachheit und Begrenztheit
ihrer philosophischen und politischen Anschauungen, ihre grenzen-
lose Unbeständigkeit in der Politik, das für den kleinen Bour-
geois charakteristische Umschwenken von einem Extrem ins andere,
von der kriecherischen Liebedienerei und Prinzipienlosigkeit zum
schreienden anarchistischen pseudorevolutionären Gehabe. Marx und
Engels lüften den Schleier vom Alltag des Emigrantenlebens der
deutschen kleinbürgerlichen Führer und zeichnen in ihrem Pamphlet
ein abstoßendes Bild von den kleinlichen Zänkereien und Streitig-
keiten, die unter dem Deckmantel prinzipieller Auseinandersetzun-
gen vor sich gingen; sie brandmarken schonungslos jede Phrasen-
drescherei und Schwätzerei, die demagogische Spekulation mit Ti-
raden von der Revolution, die Verwandlung der politischen Arena
in einen Tummelplatz des Karrierismus, der Klatscherei und In-
trige. Dieser Emigrantenlärm gab den Regierungen den geeigneten
Vorwand für Verhaftungen und Verfolgungen innerhalb Deutschlands.
Die kleinbürgerlichen Führer erniedrigten und verflachten die
#XVII# Vorwort
-----
große Sache der Revolution und dienten damit den konterrevolutio-
nären Kräften-das ist die Hauptlehre, die sich aus dem Pamphlet
"Die großen Männer des Exils" ergibt.
Als die preußische Regierung viele Funktionäre der Arbeiterbewe-
gung in Deutschland verhaften ließ und in Köln einen Prozeß gegen
die Kommunisten organisierte, richteten Marx, Engels und ihre
Kampfgenossen ihre Anstrengungen während vieler Monate der Jahre
1851 und 1852 darauf, den Angeklagten Hilfe zu erweisen und die
ehrlosen Machenschaften zu entlarven, deren sich die preußische
Regierung und preußische Polizei gegen die Kommunisten bedienten.
Im vorliegenden Band werden mehrere Erklärungen veröffentlicht,
mit denen Marx und Engels aus Anlaß des Kölner Prozesses in der
Presse auftraten. Sowohl in diesen Erklärungen als auch in En-
gels' Artikel "Der Kommunisten-Prozeß zu Köln" und besonders in
Marx' Schrift "Enthüllungen über den Kommunisten-Prozeß zu Köln"
wird das faule System der Polizeiprovokationen, der Spionage, der
falschen Aussagen und Urkundenfälschungen, mit deren Hilfe der
Prozeß fabriziert wurde, sichtbar. Diese Schrift ist ein Dokument
von gewaltiger anklagender Kraft gegen die Hetzjagd durch Polizei
und Justiz auf Vertreter der revolutionären Klasse, gegen die Or-
ganisatoren abscheulicher Gewaltakte gegen fortschrittliche
Kräfte. Vor der ganzen Welt tritt Marx nicht nur als Verteidiger
der Kölner Angeklagten auf, sondern auch als Ankläger: Nicht nur
die unmittelbaren Organisatoren des Prozesses überführt er ver-
brecherischer Handlungen, sondern er stellt das ganze bürokrati-
sche Polizeisystem, den ganzen verfaulenden preußischen Staat an
den Schandpfahl.
Marx entlarvt schonungslos die reaktionäre Tendenz der preußi-
schen Gerichtsbarkeit, den Klassencharakter der bürgerlichen
"Rechtspflege". In der Person der Angeklagten stand vor dem bür-
gerlichen Gericht das unbewaffnete revolutionäre Proletariat;
deshalb waren die Angeklagten schon von vornherein verurteilt.
Der Kölner und andere Prozesse zeigten anschaulich, "daß die Jury
ein Standgericht der privilegierten Klassen ist, eingerichtet, um
die Lücken des Gesetzes durch die Breite des bürgerlichen Gewis-
sens zu überbrücken". (Siehe vorl. Band, S. 470.)
In seiner Schrift widerlegt Marx die verlogenen Anklagen gegen
die Mitglieder des Bundes der Kommunisten wegen verschwörerischer
Absichten. Er hebt hervor, daß eine verschwörerische abenteuerli-
che Taktik mit den wahren Aufgaben der Organisierung der proleta-
rischenPartei und der Herausbildung des Klassenbewußtseins des
Proletariats unvereinbar ist. Am Beispiel der spalterischen, des-
organisierenden Tätigkeit der Fraktion Willich-Schapper beweist
Marx, daß eine solche Taktik zur Loslösung von den
#XVIII# Vorwort
-----
Massen führt, der Arbeiterbewegung Schaden zufügt und einen gün-
stigen Boden für Polizeiprovokationen schafft. Dem Abenteurertum
und Sektierertum in der Politik, bemerkt Marx, entspricht es,
wenn der materialistischen Weltanschauung der Voluntarismus und
subjektive Idealismus unterschoben und ersehnte und erträumte Be-
dingungen für wirkliche Bedingungen des revolutionären Kampfes
gehalten werden. In der Sitzung der Zentralbehörde des Bundes der
Kommunisten am 15. September 1850 trat Marx gegen die abenteuer-
liche Position der Fraktion Willich-Schapper auf, die zum so-
fortigen bewaffneten Aufstand und zur Machtergreifung durch das
Proletariat aufrief; er entwickelte den Gedanken, daß die Vorbe-
reitung auf die sozialistische Revolution, und auch die Revolu-
tion selbst, ein langer Prozeß ist, in dessen Verlauf die Arbei-
terklasse sich selbst umerziehen muß. "Ihr habt 15, 20, 50 Jahre
Bürgerkriege und Völkerkämpfe durchzumachen, nicht nur um die
Verhältnisse zu ändern, sondern um euch selbst zu ändern und zur
politischen Herrschaft zu befähigen...". (Siehe vorl. Band, S.
412.)
Nach dem Kölner Prozeß und der damit in Zusammenhang stehenden
Zerschlagung der proletarischen Organisationen war ein Weiterbe-
stehen des Bundes der Kommunisten faktisch unmöglich geworden. Im
November 1852 erklärte sich der Bund auf Marx' Vorschlag für auf-
gelöst. Der von Marx und Engels geschaffene Bund der Kommunisten
ging in die Geschichte ein als Keim einer proletarischen Partei,
als erste Organisation proletarischer Revolutionäre, deren pro-
grammatisches Dokument das unsterbliche "Manifest der Kommunisti-
schen Partei" war. Nach der Auflösung des Bundes setzten Marx,
Engels und ihre Kampfgefährten ihre Tätigkeit zum Zusammenschluß
des Proletariats und zur Verbreiterung der Ideen des wissen-
schaftlichen Kommunismus in anderer Form fort.
Einen bedeutenden Platz nehmen im Band die von Marx bis 18. März
1853 für die "New-York Daily Tribune" geschriebenen Artikel ein.
Hauptthema dieser Artikel ist die ökonomische und politische Lage
Englands. Die Wirtschaft Englands bot Marx reiches Material für
die Erforschung der kapitalistischen Produktionsweise. Schon in
diesen ersten Artikeln für die "New-York Daily Tribune" zeigt
Marx am Beispiel Englands das Wirken mehrerer ökonomischer Ge-
setze des Kapitalismus und deckt die dem Kapitalismus eigenen Wi-
dersprüche auf. Marx lenkt die Aufmerksamkeit auf den zyklischen
Charakter der Entwicklung der kapitalistischen Produktion und be-
weist die Unvermeidlichkeit ökonomischer Krisen. Er tritt auf ge-
gen den falschen Optimismus der bürgerlichen Vulgärökonomen und
hebt hervor, daß die damals eingetretene Belebung in Industrie
und Handel eine zeitweilige und nicht imstande ist, die absolute
und relative Verelendung der werktätigen
#XIX# Vorwort
-----
Massen, das Ansteigen der Arbeitslosigkeit und des Pauperismus
aufzuhalten. In dem Artikel "Erzwungene Emigration - Kossuth und
Mazzini - Die Flüchtlingsfrage - Wahlbestechung in England - Mr.
Cobden" behandelt Marx die Frage der Übervölkerung. Wenn sie im
Altertum, wie Marx feststellt, durch ungenügende Entwicklung der
Produktivkräfte hervorgerufen wurde, so ist es im Kapitalismus
"die Zunahme an Produktivkräften", die "eine Verringerung der Be-
völkerung" verlangt und "den Überschuß durch Hungersnot oder
durch Auswanderung" beseitigt. (Siehe vorl. Band, S. 544.) Marx
erläutert, daß die Schöpfungs- und Entwicklungsgeschichte der
Produktivkräfte unter dem Kapitalismus die Märtyrergeschichte der
Arbeiter gewesen ist; um dem ein Ende zu setzen, müssen sich die
Werktätigen dieser Kräfte bemächtigen, deren Macht sie bisher un-
terworfen waren.
Von großem Interesse ist der Beitrag "Wahlen - Trübe Finanzlage -
Die Herzogin von Sutherland und die Sklaverei", in dem Marx auf
eine grundlegende Besonderheit der ursprünglichen kapitalisti-
schen Akkumulation in England aufmerksam macht, nämlich auf die
rücksichtslose Enteignung der bäuerlichen Bevölkerung durch die
Landmagnaten, auf ihre Verjagung von ihrem alteingesessenen Bo-
den. "Wenn man vom Eigentum je hat behaupten können, es sei
D i e b s t a h l - dann ist es buchstäblich wahr vom Eigentum
der britischen Aristokratie. Der Raub der Kirchengüter, die be-
trügerische Veräußerung der Staatsdomänen, der Diebstahl des Ge-
meindeeigentums, die betrügerische, von Mord und Totschlag be-
gleitete Umwandlung des feudalen und patriarchalischen Eigentums
in modernes Privateigentum - das sind die Rechtstitel der briti-
schen Aristokratie auf ihre Besitztümer. (Siehe vorl. Band, S.
505.) Die in diesem Artikel zusammengetragenen Materialien über
die Geschichte der Bereicherung der Familie Sutherland sowie auch
die Unterlagen aus mehreren anderen in der "Tribüne" veröffent-
lichten Artikeln verwendete Marx später im "Kapital".
Die Mißstände der kapitalistischen Ordnung entlarvt Marx auch im
Artikel "Die Todesstrafe - Herrn Cobdens Pamphlet - Anordnungen
der Bank von England". Er untersucht dabei die sozialen Ursachen
einer solchen Erscheinung wie das Anwachsen des Verbrechertums.
Er prangert den barbarischen Charakter des bürgerlichen Strafsy-
stems an und kritisiert die philosophische Rechtstheorie der
Bourgeoisie, die dieses System gutheißt. Bei der Behandlung der
von Kant und Hegel aufgestellten Theorie der Bestrafung hebt Marx
als eine charakteristische Besonderheit der idealistischen Philo-
sophie hervor, "daß der deutsche Idealismus hier, wie in den mei-
sten anderen Fällen, nur die Gesetze der bestehenden Gesellschaft
durch übersinnliche Argumente sanktioniert." (Siehe vorl. Band,
S. 508.) Marx beweist
#XX# Vorwort
-----
in seinem Artikel, daß das Verbrechertum nur durch die Liquidie-
rung der unvermeidlich das Verbrechen erzeugenden bürgerlichen
Gesellschaft wirksam bekämpft werden kann.
In mehreren seiner Artikel für die "New-York Daily Tribune" - so
in "Die Wahlkorruption", "Die Wahlresultate" und in anderen -
charakterisiert Marx allseitig die politische Ordnung in England
und enthüllt das volksfeindliche Wesen des Regimes der bürger-
lich-aristokratischen Oligarchie. Er geißelt den antidemokrati-
schen Charakter des englischen Parlaments und des Wahlsystems,
das der Mehrheit des Volkes das Wahlrecht raubt, und zeichnet ein
grelles Bild von den Bestechungen und Einschüchterungen, die bei
den Wahlen angewandt werden. In den Artikeln "Die politischen
Konsequenzen des kommerziellen Paroxysmus", "Die Niederlage des
Ministeriums", "Eine altersschwache Regierung - Die Aussichten
des Koalitionsministeriums usw. " übt Marx eine scharfe Kritik an
der reaktionären Politik des Tory-Kabinetts Derby-Disraeli und
des ihm Ende 1852 folgenden Koalitionsministeriums Aberdeen.
Diese Politik spiegelte das Streben der oligarchischen Kreise der
Landaristokratie und der Spitzen der Bourgeoisie wider, das Mono-
pol an der Staatsmacht in ihren Händen zu behalten und jegliche
fortschrittliche Veränderung im Staatsaufbau, außer den notwen-
digsten Zugeständnissen an die industrielle Bourgeoisie, zu ver-
hindern. In mehreren seiner Korrespondenzen behandelt Marx die
reaktionäre Rolle der anglikanischen Kirche.
Eine Gruppe von Marx' Artikeln - "Die Wahlen in England - Tories
und Whigs", "Die politischen Parteien und Perspektiven" und an-
dere - vermittelt eine klare Vorstellung vom traditionellen eng-
lischen Zweiparteiensystem, das in der wechselnden Ausübung der
Macht durch die Tories, d.h. die Konservativen, und die Whigs,
d.h. die Liberalen, besteht. Marx charakterisiert die Tories als
Interessenvertreter der Grundbesitzer und die Whigs als aristo-
kratische Vertreter der Bourgeoisie. Er weist auf die beginnende
Zersetzung der alten Parteien der bürgerlich-aristokratischen
Oligarchie hin und stellt gleichzeitig fest, wie gemäßigt und in-
konsequent die oppositionellen Aktionen der Vertreter der indu-
striellen Bourgeoisie - der Anhänger des Freihandels - gegen die
Oligarchie sind. Marx deckt das Wesen der freihändlerischen Poli-
tik auf, nämlich "Ausschluß des Volkes von der Vertretung des
Landes und strikte Aufrechterhaltung ihres besonderen Klassenin-
teresses". (Siehe vorl. Band, S. 519.) Er hob hervor, daß sich
die bürgerlichen Freihändler vor der Arbeiterklasse fürchteten
und zu einem Kompromiß mit der Aristokratie bereit waren und
schrieb: "Lieber aber wollen sie mit dem schwindenden Gegner pak-
tieren, als den heranwachsenden Feind, dem die Zukunft gehört,
durch Konzessionen stärken,
#XXI# Vorwort
-----
die von mehr als nur scheinbarer Bedeutung sind." (Siehe vorl.
Band, S. 344.)
Den verschiedenen Fraktionen der in England herrschenden Klassen
stand, wie Marx zeigt, die Hauptmasse des Volkes gegenüber: das
Proletariat und andere Schichten der Werktätigen. In seinen Arti-
keln analysierte Marx sorgfältig alle irgendwie bedeutsamen Ak-
tionen der englischen Arbeiter zur Verteidigung ihrer ökonomi-
schen Interessen, wie er auch jede Äußerung politischer Aktivität
des englischen Proletariats mit besonderer Aufmerksamkeit ver-
folgte. Wo immer die Gelegenheit sich bot, unterstützte er die
besten, von Ernest Jones geführten Vertreter des Proletariats in
ihren Bemühungen, die chartistische Agitation auf neuer, soziali-
stischer Basis wiedererstehen zu lassen. In dem Artikel "Die
Chartisten" weist Marx auf die Bedeutung des von den Chartisten
aufgestellten Programms für die Demokratisierung der politischen
Ordnung Englands hin, dessen zentraler Punkt die Forderung nach
dem allgemeinen Wahlrecht war. Dieser Artikel zeugt davon, daß
Marx und Engels, die die gewaltsame Revolution für das einzig
mögliche Mittel zur Errichtung der Diktatur des Proletariats in
den Ländern des Kontinents hielten, für England unter den damals
bestehenden Bedingungen eine Ausnahme machten. Unter Berücksich-
tigung der Besonderheiten Englands - zu jener Zeit fehlte ein
entwickelter militärisch-bürokratischer Apparat und war England
das einzige Land in Europa, in dem das Proletariat die Mehrheit
der Bevölkerung ausmachte - hielten es Marx und Engels für mög-
lich, daß die englische Arbeiterklasse die Macht auf friedlichem,
parlamentarischem Wege erkämpfen könne. Die wichtigste Bedingung
zur Verwirklichung dieser Möglichkeit sahen sie in der Erhöhung
des politischen Bewußtseins und der Aktivität des englischen Pro-
letariats, in der Einführung des allgemeinen Wahlrechts und der
radikalen Umgestaltung des Parlamentssystems.
In seinen "Tribune"-Artikeln beleuchtet Marx ebenfalls eine Reihe
von Ereignissen auf dem Kontinent, darunter den Mailänder Auf-
stand gegen die österreichische Herrschaft im Februar 1853. Marx
sah in dieser Bewegung das Symptom einer heranreifenden neuen re-
volutionären Krise. Er schätzte das Heldentum der Proletarier,
die daran teilgenommen hatten, hoch ein, verurteilte aber gleich-
zeitig die verschwörerische Taktik der Initiatoren der
"improvisierten Revolutionen" - Mazzinis und seiner Mitkämpfer.
"Revolutionen werden nicht auf Befehl gemacht", hob Marx hervor.
(Siehe vorl. Band, S. 527.) Er warnte die Führer der italieni-
schen sowie der ungarischen revolutionären Emigration vor der Ge-
fahr, daß die nationale Bewegung durch konterrevolutionäre bona-
partistische Kreise ausgenutzt werden könne.
#XXII# Vorwort
-----
Marx bewies die ganze Vergänglichkeit der Hoffnungen, daß Louis
Bonaparte den unterdrückten Nationen Hilfe bringen werde, und
riet den italienischen revolutionären Patrioten, engeren Kontakt
mit dem Volke zu halten, in erster Linie mit dem Proletariat und
der Bauernschaft, denn "selbst bei nationalen Erhebungen gegen
fremden Despotismus gäbe es solch ein Ding wie Klassenunter-
schiede, und es seien nicht die oberen Klassen, von denen man in
unserer Zeit revolutionäre Bewegungen erwarten dürfe". (Siehe
vorl. Band, S. 549.)
In den Beilagen zu diesem Band wird das Protokoll der Sitzung des
Bundes der Kommunisten vom 15. September 1850 veröffentlicht, aus
dem Marx in seiner Arbeit "Enthüllungen über den Kommunisten-Pro-
zeß zu Köln" kurz zitiert (siehe vorl. Band, S. 412/413). Dieses
Protokoll spiegelt den Kampf von Marx, Engels und ihren Anhängern
gegen die abenteuerlich-sektiererischen Elemente innerhalb des
Bundes der Kommunisten wider. Wie aus dem Dokument ersichtlich
ist, machte Marx alle Anstrengungen, um die Einheit des Bundes zu
erhalten, während die Schuld an der Spaltung allein die Fraktion
Willich-Schapper trägt. In den Beilagen werden gleichfalls zwei
Aufrufe zur Unterstützung der in Köln verurteilten Vertreter des
Proletariats und ihrer Familien veröffentlicht. Diese Aufrufe,
die einen kurzen Appell an die deutschen Arbeiter in Amerika ent-
halten, den Marx im Namen des Komitees zur Organisierung der
Hilfe für die im Kölner Prozeß Verurteilten verfaßte, wurden auf
Marx' Initiative in der amerikanischen demokratischen Presse ver-
öffentlicht.
Institut für Marxismus-Leninismus
beim ZK der KPdSU
---
Der vorliegende achte Band der deutschen Ausgabe enthält gegen-
über dem achten Band der russischen Ausgabe zusätzlich folgende
Beilagen: Karl Marx, Vorwort zur zweiten Ausgabe (1869) "Der
achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte", "Kölner Kommuni-
stenprozeß" (Beilage 4 zu "Herr Vogt") und das Nachwort (1875) zu
"Enthüllungen über den Kommunisten-Prozeß zu Köln"; Friedrich En-
gels, Vorrede zur dritten Auflage (1885) "Der achtzehnte Brumaire
des Louis Bonaparte" und die Skizze "Zur Geschichte des Bundes
der Kommunisten".
Der Text des vorliegenden Bandes wurde nach Originalen oder Pho-
tokopien überprüft. Bei jeder Arbeit ist die zum Abdruck herange-
zogene Quelle vermerkt.
#XXIII# Vorwort
-----
Die von Marx und Engels angeführten Zitate wurden überprüft, so-
weit die Originale zur Verfügung standen. Längere Zitate werden
zur leichteren Übersicht in kleinerem Druck gebracht. Fremdspra-
chige Zitate und im Text vorkommende fremdsprachige Wörter sind
in Fußnoten übersetzt. Die Übersetzungen der fremdsprachigen Ar-
beiten wurden überprüft oder neu angefertigt.
Rechtschreibung und Zeichensetzung sind, soweit vertretbar,
modernisiert. Der Lautstand der Wörter in den deutschsprachigen
Texten wurde nicht verändert. Alle in eckigen Klammern stehenden
Wörter oder Wortteile stammen von der Redaktion; offensichtliche
Druck- oder Schreibfehler wurden stillschweigend korrigiert. In
Zweifelsfällen wurde in Fußnoten die Schreibweise des Originals
angeführt.
Fußnoten von Marx und Engels sind durch Sternchen gekennzeichnet,
Fußnoten der Redaktion durch eine durchgehende Linie vom Text
abgetrennt und durch Ziffern kenntlich gemacht.
Zur Erläuterung ist der Band mit Anmerkungen versehen, auf die im
Text durch hochgestellte Zahlen in eckigen Klammem hingewiesen
wird; außerdem sind ein Personenverzeichnis, ein Verzeichnis der
literarischen und mythologischen Namen, Daten über das Leben und
die Tätigkeit von Marx und Engels, ein Literaturverzeichnis und
eine Erklärung der Fremdwörter beigefügt.
Institut für Marxismus-Leninismus
beim ZK der SED
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