Quelle: MEW 11 Januar 1855 - April 1856


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       Friedrich Engels
       
       Sewastopol [168]
       
       ["New-York Daily Tribune" Nr. 4429 vom 29. Juni 1855,
       Leitartikel]
       Durch die  Post der "Baltic" sind wir in den Besitz der offiziel-
       len Dokumente über die letzten Ereignisse bei Sewastopol gelangt.
       Gestern veröffentlichten wir die Depeschen des Generals Pélissier
       und des Lords Raglan, und jetzt fahren wir fort, die Tatsachen zu
       veröffentlichen, so  wie sie durch diese und andere Beweise fest-
       gestellt wurden:
       Am 6.  Juni eröffneten  die alliierten  Batterien der rechten At-
       tacke wieder  ihr Feuer auf die Stadt. Diesmal jedoch war es kein
       allgemeines Bombardement.  Es handelte  sich nur um eine Kanonade
       auf bestimmte  Punkte, mit  dem Zweck,  sie sofort zu nehmen. Die
       Außenwerke, am 23. Februar und 12. März von den Russen auf diesem
       Verteidigungsabschnitt konstruiert  - die  Selenginsk-, Wolhynsk-
       und Kamtschatka-Redouten  -, hatten bisher die Belagerer und ihre
       Batterien ferngehalten.  Auf der westlichen Front, der linken At-
       tacke der  Alliierten, existierten  keine solchen Außenwerke, und
       die Franzosen  hatten sich hier beinahe am Rande des Grabens oder
       des bedeckten  Ganges (falls einer da ist) der Verteidigungswerke
       festgesetzt, und  damit hatte der auf dieser Seite gemachte Fort-
       schritt die  viel langsamere Vorwärtsbewegung der rechten Attacke
       weit hinter  sich gelassen. Da der Belagerungsplan der Alliierten
       die zwei  großen Abschnitte  der Linien  - die Stadt westlich vom
       inneren  Hafen  1*)  und  die  Vorstadt  Karabelnaja  auf  seiner
       östlichen Seite  - als  zwei getrennte  Festungen betrachtet, die
       gleichzeitig angegriffen  werden sollen,  war die  rechte Attacke
       mit mehr  Energie vorwärtszuschieben  und mußten  die  Außenwerke
       forciert werden,  um die  Alliierten auf  dieser Seite  wieder in
       eine Linie zu bringen mit ihren vorgeschobenen Parallelen
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       1*) Südbucht
       
       #286# Friedrich Engels
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       auf der  linken Attacke.  Um dies  zu bewerkstelligen,  waren die
       obengenannten Redouten  und einige  unbedeutendere Verschanzungen
       in einem  Steinbruch, der die Mamelon- (Kamtschatka-) Redoute auf
       der  rechten   Seite  flankiert,   wegzunehmen.  Folglich,   nach
       36stündiger Kanonade,  am Abend des 7. Juni, stürmten die Franzo-
       sen die  zwei Redouten  Selenginsk und  Wolhynsk über  die Kilen-
       balka und  die Mamelon-Redoute, während die Briten den Steinbruch
       stürmten. Nach  einstündigem heftigen  Kampf waren die Alliierten
       im Besitz der Werke. Eine Anzahl Kanonen wurde erbeutet, auch 400
       Gefangene gemacht,  unter ihnen 13 Offiziere. Der Verlust war auf
       beiden Seiten sehr schwer.
       So befindet sich jetzt auf dieser Seite alles ungefähr in demsel-
       ben Zustande  wie vor dem 22. Februar. Von den durch die Alliier-
       ten gestürmten  Redouten ist  die Mamelon-Redoute (von den Russen
       Kamtschatka-Redoute genannt  1*)) die  wichtigste. Sie wurde kon-
       struiert am 12. März und den folgenden Tagen. Schon damals wiesen
       wir auf die große Bedeutung dieses Werkes und auf die beachtliche
       Rolle hin,  die es in dem Kampf spielen würde. [169] Das Ereignis
       hat unsere  Ansichten vollauf  gerechtfertigt. Dies  hastig  auf-
       geworfene Feldwerk  hemmte den  Fortschritt der Belagerer auf der
       einen Hälfte  der gesamten  Angriffslinie für 88 Tage, eine Peri-
       ode, doppelt  so groß,  als in gewöhnlichen Belagerungen zur Weg-
       nahme einer  gut gelegenen Festung erheischt wird. Woher dies au-
       ßerordentliche Phänomen,  das in  der Geschichte der Belagerungen
       nur zwei  Parallelen hat:  die eine  in der Verteidigung Kolbergs
       durch die  Preußen (1807) und die andere in der Verteidigung Dan-
       zigs durch die Franzosen (1813/1814).
       Mit der  Vergrößerung der Armeen im freien Felde verloren die al-
       ten und im allgemeinen kleinen Befestigungen aus der Zeit Vaubans
       ihre Bedeutung.  Sie wurden  ungestraft von siegreichen Heeren im
       Rücken liegengelassen  und kaum  von fliegenden Korps beobachtet,
       bis die  Reserve der Armee heranrückte und Zeit fand, sie zu neh-
       men. Stießen  aber diese bedeutenden Armeen bei ihrem Marsche auf
       große Festungen,  so wurden  sie unveränderlich aufgehalten. Dies
       war der  Fall mit Napoleon zu Mantua 1797 und zu Danzig 1807. Der
       Grund ist  klar. Wenn  eine Armee  von 150000  Mann in ein feind-
       liches Land  vorrückte, so  boten die kleinen Festungen im Rücken
       keine Gefahr:  all ihre  Garnisonen zusammengenommen  waren nicht
       stark genug,  den Verstärkungen und Reserven zu begegnen, die von
       den Depots abkommandiert wurden, um die aktive Armee aufzufüllen.
       So kleine Garnisonen konnten außerdem kein mehr oder minder star-
       kes Truppenkorps
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       1*) Gemeint ist die Kamtschatka-Lünette
       
       #287# Sewastopol
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       detachieren, um  das Feld zu säubern und die Kommunikationslinien
       der feindlichen  Armee zu unterbrechen. Aber begegnete eine Armee
       einer Festung  von bedeutender  Stärke  mit  einer  Garnison  von
       15 000-25 000 Mann,  dann stand  die Sache anders. Solch eine Fe-
       stung bildete  den Knotenpunkt  der Verteidigung  für eine  ganze
       Provinz, konnte nach jeder Richtung und in beträchtlicher Entfer-
       nung ein starkes Truppenkorps detachieren, das zu Feldoperationen
       fähig und  immer im Falle einer überlegenen Attacke eines sichern
       Rückzugs zur Festung gewiß war. Eine solche Festung zu beobachten
       war beinahe so schwierig als sie zu nehmen. Es war also vorzuzie-
       hen, sie zu nehmen.
       Die alten  Festungen nun,  in der  Art Vaubans und Cormontaignes,
       konzentrierten alle ihre Verteidigungsmittel um den Hauptwall und
       im Hauptgraben.  Alle ihre  Tenailles,  Lünetten,  contre-guardes
       1*), Turmredouten sind so akkumuliert, daß sie nur eine Verteidi-
       gungslinie bilden,  die, sobald  es gelang,  einmal in sie einzu-
       dringen, in  wenigen Tagen  durchbrochen war,  und war einmal die
       Verteidigungslinie durchbrochen,  fiel auch  die Festung. Solches
       System war  offenbar unpassend  für große  Festungen, die  allein
       große Invasionsarmeen  in ihrem  Fortschritt  aufhalten  konnten;
       dieses System  beizubehalten wäre  einer  Opferung  der  Garnison
       gleichgekommen, denn  ein gelungener  Durchbruch  hätte  das  Fe-
       stungswerk schutzlos  gemacht. Man  mußte zu  einem andern System
       seine Zuflucht nehmen - dem der vorgeschobenen Werke. Der franzö-
       sische General  Montalembert, Carnots  Lehrer, erklärte  sich zu-
       erst, den lauten Vorurteilen seiner Profession zum Trotz, für de-
       tachierte Forts; aber die Methode, große Festungen mit detachier-
       ten  Forts   so  zu   erbauen,  daß  sie  zusammen  ein  völliges
       Verteidigungssystem bilden,  ist zu ihrer jetzigen Vollkommenheit
       in Deutschland,  namentlich vom preußischen General Aster, ausge-
       arbeitet worden.  Die  glänzenden  Verteidigungswerke  von  Köln,
       Koblenz, Posen,  Königsberg und  teilweise von  Mainz  sind  sein
       Werk, und  sie bezeichnen  eine neue  Ära in  der Geschichte  des
       Befestigungswesens.  Die   Franzosen  erkannten  schließlich  die
       Notwendigkeit an,  zu diesem System überzugehen, und erbauten die
       Verteidigungswerke von  Paris  mit  detachierten  Forts,  die  in
       erstklassigem Stil geplant und ausgeführt wurden.
       Mit dem  System der detachierten Forts änderte sich die Verteidi-
       gungsart der Festungen. Die Garnisonen großer Festungen mußten so
       vergrößert werden,  daß keine  Notwendigkeit bestand,  eine  bloß
       passive Verteidigung  aufrechtzuerhalten, bis  der Feind, bis zum
       Glacis vordringend, in die Reichweite
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       1*) (Kontergarden, d.h.:) Vor-, Gegenwälle
       
       #288# Friedrich Engels
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       kam, die  Ausfälle erlaubte. Eine Garnison von 20 000 oder 25 000
       Mann war stark genug, den Feind auf eigenem Boden zu attackieren.
       Die Festung  und der  Raum um  sie, soweit er geschützt war durch
       detachierte Forts,  verwandelte sich  in ein  verschanztes  Lager
       oder in eine Basis für die Feldoperation der Garnison, die selbst
       in eine  kleine Armee  verwandelt wurde.  Die bisher mehr passive
       Verteidigung wurde  aktiv und nahm einen offensiven Charakter an.
       Die Notwendigkeit  eines solchen  Verteidigungssystems  wurde  so
       augenscheinlich, daß,  als im Jahre 1807 die Franzosen Danzig be-
       lagerten, die  20 000 Mann  zählende preußische  Garnison  gerade
       solche detachierten  Forts errichtete, die es dort nicht gab, die
       aber sofort als notwendig erachtet wurden, um die Ressourcen die-
       ser großen  Garnison für  eine wirkliche Verteidigung des Platzes
       einzusetzen. Als  die Franzosen  Danzig 1813/1814 gegen die Alli-
       ierten verteidigten,  wandten sie  das gleiche  Prinzip mit  noch
       größerem Erfolg an.
       Eine Belagerung,  seit Vauban eine kurz dauernde Operation, deren
       Ende fast  mit Gewißheit  in einer  vorher festgesetzten Frist zu
       erreichen, wenn  das Verfahren  keine Störung  von außen  erlitt,
       wurde nun  zu einer  allen Chancen  des Feldkriegs  unterworfenen
       Operation. Die  Artillerie auf den Wällen war nur noch von sekun-
       därem Interesse, und Feldartillerie nahm den Vorrang vor ihr ein,
       selbst in  der Verteidigung  eines Platzes.  Das Geschick des In-
       genieurs war  nicht länger  einzig darauf angewiesen, den während
       der Belagerung  angerichteten Schaden  gutzumachen; er  hatte nun
       wie im  Felde vor  den Forts gelegene Positionen zu wählen und zu
       befestigen, Laufgräben  zu den  Laufgräben des Gegners zu ziehen,
       die feindlichen  Werke in  die Flanke zu nehmen durch Gegenwerke,
       die Front der Verteidigung plötzlich zu wechseln und so den Feind
       zu zwingen, die Front des Angriffes zu wechseln. Infanterie wurde
       der Eckstein  in Belagerungskriegen  wie im Felde, und Kavallerie
       wurde ein  unentbehrliches Ingredienz fast jeder Garnison. Es war
       daher nicht  mehr länger  möglich, die Zeitdauer einer Belagerung
       im voraus  zu bestimmen, und Vaubans Regeln für den Angriff eines
       Platzes, obgleich  sie im  ganzen richtig blieben für die Details
       der  Artillerieattacke,   wurden  gänzlich  unanwendbar  für  das
       E n s e m b l e  einer Belagerung.
       Die Russen  zu Sewastopol  hatten keine  Zeit, detachierte  Werke
       aufzuwerfen. Sie waren zunächst gezwungen, nach der alten Methode
       der Befestigung eines Platzes zu verfahren. Sie errichteten einen
       Hauptwall als  erste Verteidigung,  und dies  war in  der Tat das
       dringlichste. Hinter  diesem Wall errichteten sie eine zweite und
       dritte Verteidigungslinie  und fuhren unterdes fort, die erste zu
       verstärken. Dann, als sie allmählich ihre Überlegenheit sogar bei
       einer gewissen  Entfernung vom Hauptwall fühlten, drangen sie vor
       und
       
       #289# Sewastopol
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       erbauten die  Selenginsk- und  Wolhynsk-Redouten und  schließlich
       das Werk auf dem Mamelon und eine lange Reihe von Schützengräben,
       während sie auf der westlichen Front, wo die Hauptmasse der Fran-
       zosen aufgestellt war, nur einige wenige Lünetten dicht am Haupt-
       graben aufwerfen  konnten und  einige  Schützengräben,  die  auch
       nicht viel  weiter vorgeschoben  waren. So war die östliche Front
       von dem  Moment an,  da der Mamelon von den Russen befestigt war,
       verhältnismäßig sicher,  während an der westlichen Front, wo sol-
       che schützenden Außenwerke nicht bestanden, die Belagerer allmäh-
       lich direkt bis zum Rand des Hauptgrabens vorrückten. Um sich auf
       der rechten  Attacke der  beherrschenden und entscheidenden Posi-
       tion der  Malachow-Bastion zu  nähern, mußten daher die Belagerer
       erst den  Mamelon nehmen;  aber der Mamelon, während er den Mala-
       chow verteidigte,  war selbst  wieder verteidigt durch alle Werke
       in seinem eigenen Rücken. Welcher Art diese Verteidigung war, sah
       man im zweiten Bombardement, wo Canrobert ihn nicht ernsthaft an-
       zugreifen wagte.  Sogar jetzt  kann es keinen Zweifel darüber ge-
       ben, daß  der Verlust  der Franzosen beim Erstürmen dieses Werkes
       sehr groß gewesen sein muß.
       Die Wiedereröffnung des Feuers durch die Alliierten und die Ener-
       gie, womit  General Pélissier,  unbekümmert um  das Leben  seiner
       Soldaten, jede  günstige Chance  verfolgt gegen die Verteidigung,
       sind begleitet  von völliger  Stagnation der  Operationen an  der
       Tschornaja. Diese  Verfahrungsart zeigt  uns den Charakter Pélis-
       siers ganz seinem frühern Renommee gemäß, hartnäckig, eigensinnig
       und rücksichtslos.  Es standen  ihm zwei Wege offen: entweder das
       Feld zu  ergreifen, Sewastopol  auch  auf  der  Nordseite  einzu-
       schließen und dann mit verdoppelter Energie und vierfacher Chance
       des Erfolgs  die Belagerung  wiederaufzunehmen. Oder er mußte auf
       dem alten  Irrweg der letzten 8 Monate sich weiterschleppen, ver-
       bissen an  der Südseite festhalten, jeden Stein derselben zerstö-
       ren, und die Russen aus einem Platze vertreiben, den, selbst wenn
       er aufgegeben  wird, Pélissier  mit seinen  eignen Truppen  nicht
       halten kann wegen der Batterien auf der Nordseite.
       Es gibt  keinen vernünftigen  Soldaten auf  der Welt, der bei der
       Nachricht von  Pélissiers Ernennung zum Kommandeur und der großen
       Verstärkung der Alliierten nicht erwartete, daß er sofort den er-
       sten Weg  einschlagen würde.  Besonders nachdem  Omer Pascha  mit
       25000 Türken  in Balaklawa  eingetroffen, gab  es keinen  Zweifel
       darüber, daß  die Alliierten  stark genug  waren, die  Belagerung
       weiterzuführen, 15000  Mann nach Kertsch zu schicken und außerdem
       mit mehr  Leuten ins  Feld zu rücken, als die Russen ihnen entge-
       genstellen konnten. Warum haben sie das nicht getan? Fehlt es ih-
       nen immer  noch an  Transportmitteln? Haben sie kein Vertrauen in
       ihre
       
       #290# Friedrich Engels
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       Fähigkeit, einen  Feldzug auf  der Krim durchzuführen? Wir wissen
       es nicht.  Aber eins  ist gewiß:  falls Pélissier  nicht  s e h r
       z w i n g e n d e   Gründe hat,  von Feldoperationen  Abstand  zu
       nehmen, so verfolgt er aus bloßer Hartnäckigkeit und Eigenwillig-
       keit einen  äußerst falschen  Weg. Mit denselben Verlusten, denen
       Pélissier jetzt  fortwährend seine Armee im Sturmlaufen aussetzt,
       könnte er  im Felde  unvergleichlich größere  und entscheidendere
       Resultate gewinnen.  Die Südseite nehmen, ohne die Nordseite, von
       der sie beherrscht ist, auch nur eingeschlossen zu haben 1*), be-
       deutet, allen Regeln der Kriegführung zu trotzen, und wenn Pélis-
       sier darauf  aus ist, kann er noch die große Armee ruinieren, die
       er befehligt.
       Wir wollen  jedoch jede zweifelhafte Handlung zugunsten des neuen
       Befehlshabers auslegen.  Es mag sein, daß die Kämpfe auf der lin-
       ken Attacke  unvermeidlich und durch die Konterapprochen der Rus-
       sen provoziert  waren. Es  mag sein, daß es nötig war, die Russen
       in ihre ursprünglichen Linien zurückzuweisen - sie durch ein paar
       harte, unwiderstehliche  Schläge die  Überlegenheit der Belagerer
       fühlen zu  lassen -, bevor eine Trennung der Armee in ein Belage-
       rungskorps und  ein Feldkorps  gewagt werden  könnte. Aber  sogar
       wenn wir  alles dies  zugeben, müssen  wir jetzt sagen, daß es so
       nicht weitergehen  kann und jeder weitere ernsthafte Versuch, den
       Platz zu  nehmen, ein direkter Fehler wäre, wenn nicht vorher die
       Kräfte der russischen Feldarmee zermürbt werden im Kampfe mit all
       den Kräften, die hierzu zur Verfügung stehen.
       Geschrieben um den 12. Juni 1855.
       
       Aus dem Englischen.
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       1*) In der  "Neuen Oder-Zeitung"  Nr. 273  vom 15. Juni 1855 wird
       der Text  folgendermaßen fortgesetzt  und der Artikel abgeschlos-
       sen: "ist ein unbegreifliches Verfahren. Es mag Pélissier noch an
       Transportmitteln für Operationen im freien Felde fehlen. Oder die
       Contre-Approchen der  Russen mögen es nötig gemacht haben, sie in
       ihre ursprünglichen Linien zurückzuweisen und vor dem Unternehmen
       von Feldoperationen  die Überlegenheit  der Belagerer  fühlen  zu
       lassen. Aber  jedenfalls hört  mit der  Wegnahme von Malachow der
       letzte Grund  auf. Sollte  Pélissier verstockt genug sein, ernst-
       hafte Angriffe  auf den  Hauptkörper  des  Platzes  fortzusetzen,
       statt die  Stärke der russischen Armee im Felde mit allen verfüg-
       baren Kräften zu brechen, so ist der Ruin der von ihm kommandier-
       ten Armee  durchaus nicht  unwahrscheinlich, um  so mehr, als der
       Platz, worauf  so große Menschenmassen eingeschlossen, ein einzi-
       ger Kirchhof  ist, dessen  tödliche Miasmen  die erste Sommerglut
       wachrufen wird."

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