Quelle: MEW 11 Januar 1855 - April 1856


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       Vorwort
       
       Der elfte  Band der Werke von Karl Marx und Friedrich Engels ent-
       hält Artikel  und Korrespondenzen  aus der  Zeit von  Ende Januar
       1855 bis  April 1856. Der größte Teil dieser Aufsätze erschien in
       der bürgerlich-demokratischen  "Neuen Oder-Zeitung", deren Mitar-
       beiter Marx  Ende Dezember 1854 geworden war. Gleichzeitig sandte
       Marx weiterhin  Artikel an die damals fortschrittliche amerikani-
       sche Zeitung  "New-York Daily  Tribune". Einzelne seiner Aufsätze
       erschienen wie  in den  vorangegangenen Jahren  in dem  Organ der
       Chartisten "The People's Paper", das ab Mai 1852 von Ernest Jones
       redigiert wurde.
       Unter den  Bedingungen der  politischen Reaktion und bei dem fast
       völligen Fehlen  einer proletarischen und revolutionär-demokrati-
       schen Presse  hielten es  Marx und  Engels für  notwendig,  fort-
       schrittliche bürgerliche  Zeitungen auszunutzen, um zu den Massen
       zu sprechen,  die öffentliche Meinung im Interesse des Proletari-
       ats zu beeinflussen und die reaktionären Kräfte zu bekämpfen. Die
       Mitarbeit an  der "Neuen  Oder-Zeitung" bot Marx die Möglichkeit,
       eine engere  Verbindung mit  Deutschland zu  unterhalten und  dem
       deutschen  Leser   wichtige   Probleme   der   Weltpolitik,   der
       wirtschaftlichen Entwicklung  und der politischen Lage in den ka-
       pitalistischen Ländern,  vor allem in England und Frankreich, so-
       wie Probleme der proletarischen und der bürgerlich-demokratischen
       Bewegung darzulegen.
       Da die Arbeit für die "Neue Oder-Zeitung" und die "New-York Daily
       Tribune" Marx  viel Zeit  kostete und ihn von der wissenschaftli-
       chen Arbeit  auf dem Gebiet der politischen Ökonomie, der die Be-
       gründer des  Marxismus erstrangige Bedeutung beimaßen, abzuhalten
       drohte, bat Marx Engels, einen Teil der Artikel für die "Tribune"
       zu schreiben.  Zu den  von Engels  geschriebenen Artikeln gehören
       hauptsächlich die  militärischen Übersichten,  die Marx  zu einem
       großen Teil  ins Deutsche  übersetzte und  an die "Neue Oder-Zei-
       tung"  schickte.  Marx  berücksichtigte  die  Besonderheiten  der
       Korrespondenz
       
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       für Deutschland  und gab  in  einzelnen  Fällen  den  Inhalt  der
       militärischen Artikel  von Engels  mit eigenen Worten wieder oder
       nahm an  ihnen einige  Änderungen und  Kürzungen vor und ergänzte
       sie manchmal  auch durch eigene Übersichten über Parlamentsdebat-
       ten und  internationale Ereignisse. Solche Artikel, die im Grunde
       das Arbeitsergebnis  zweier  Verfasser  sind,  demonstrieren  die
       schöpferische Zusammenarbeit der Begründer des Marxismus.
       Die publizistische  Arbeit von  Marx und  Engels, die  einen sehr
       wichtigen Bestandteil  des revolutionären  Wirkens der  Begründer
       des wissenschaftlichen  Kommunismus in den 50er Jahren darstellt,
       war unlösbar mit ihren theoretischen Studien sowie mit der weite-
       ren Ausarbeitung der revolutionären Theorie des Proletariats ver-
       bunden. Neben  seiner wissenschaftlichen  Arbeit auf  dem Gebiete
       der politischen  Ökonomie studierte  Marx damals Probleme der Au-
       ßenpolitik und  der Diplomatie  der europäischen  Staaten. Engels
       befaßte sich  weiterhin mit  den Militärwissenschaften, vor allem
       mit der  Geschichte der Kriegskunst, studierte die Geschichte der
       slawischen Völker  und beschäftigte  sich mit  der  Sprachwissen-
       schaft. Die  Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen von
       Marx und Engels fanden zum Teil ihre Widerspiegelung in ihren Ar-
       tikeln und  Korrespondenzen. Gleichzeitig sammelten die Begründer
       des Marxismus  bei ihrer journalistischen Arbeit neues Tatsachen-
       material, das  sie später  in ihren  wissenschaftlichen  Arbeiten
       verwerteten. So  verwendete Marx später im "Kapital" einige Mate-
       rialien über die Bodenverhältnisse in Irland und Berichte der Fa-
       brikinspektoren, die  in Artikeln für die "Neue Oder-Zeitung" an-
       geführt werden.
       Die revolutionäre Publizistik der Begründer des Marxismus war für
       die internationale  proletarische und  demokratische Bewegung der
       50er Jahre  von großer Bedeutung. Obwohl die revolutionäre Propa-
       ganda in  der "Neuen  Oder-Zeitung" durch die preußische Reaktion
       erschwert war und es mit den Redakteuren der "New-York Daily Tri-
       bune" in vielen Fragen Differenzen gab, gelang es Marx und Engels
       dennoch, in ihren Beiträgen die revolutionäre proletarische Linie
       durchzusetzen. Sie  entlarvten die  reaktionären Zustände  in den
       europäischen Ländern,  zeigten die Geschwüre der kapitalistischen
       Ordnung und kritisierten mit aller Schärfe die von den herrschen-
       den Klassen zur ideologischen Verteidigung ihrer Ordnung verbrei-
       teten reaktionären Theorien. Marx und Engels begründeten in ihren
       Artikeln die  Taktik des  Proletariats in  den wichtigsten Fragen
       der Innen- und Außenpolitik der europäischen Staaten. Sie wandten
       bei der  Untersuchung der Tagesereignisse die Methode des dialek-
       tischen und  historischen Materialismus  an und  zeigten an  Hand
       konkreter Beispiele das Wirken der von ihnen
       
       #VII# Vorwort
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       entdeckten Gesetze der gesellschaftlichen Entwicklung; sie fuhren
       fort, ihre  materialistische Gesellschaftslehre, ihre Theorie des
       Klassenkampfes zu konkretisieren und weiterzuentwickeln.
       Von den  zahlreichen in dem vorliegenden Band behandelten Proble-
       men schenken Marx und Engels die größte Aufmerksamkeit den inter-
       nationalen Beziehungen  und dem  Krimkrieg, der  zu jener Zeit in
       sein Endstadium  eingetreten war. Die hier aufgenommenen Arbeiten
       über diese  Themen bilden  inhaltlich eine  Fortsetzung ihrer  in
       Band 9  und 10  der Werke veröffentlichten Artikel zur orientali-
       schen Frage.  Eine große  Anzahl von Artikeln bringen Darlegungen
       über die  ökonomische und  innenpolitische Lage  der europäischen
       Länder, vor  allem Englands,  sowie über  die englische Arbeiter-
       bewegung.
       Die Begründer  des Marxismus untersuchten alle diese Probleme und
       beurteilten die historischen Ereignisse als proletarische Revolu-
       tionäre, wobei  sie vor  allem die  Perspektive eines  neuen Auf-
       schwungs der bürgerlich-demokratischen und der proletarischen Be-
       wegung in  Europa berücksichtigten. Bei der Festlegung der takti-
       schen Linie  des Proletariats während des Krimkrieges gingen sie,
       wie W.I. Lenin aufzeigte, von den objektiven Bedingungen der Zeit
       von 1789-1871  aus, für  die bezeichnend  war, daß der Kampf zwi-
       schen Kapitalismus und Feudalismus noch nicht seinen Abschluß ge-
       funden hatte.  In den  meisten Ländern  Europas blieben auch nach
       der Revolution von 1848/49 die Hauptaufgaben der bürgerlichen Re-
       volution ungelöst;  auf der  Tagesordnung stand  "die Beseitigung
       des Absolutismus  und des Feudalismus, ihre Untergrabung, die Ab-
       werfung eines  national fremden  Jochs " (W.I. Lenin, Werke, Band
       21, S. 300).
       Marx und Engels sahen in der konsequenten revolutionären Verwirk-
       lichung der  bürgerlich-demokratischen Umgestaltungen  in  Europa
       die notwendige  Voraussetzung für  eine siegreiche  proletarische
       Revolution. Ihre damalige Taktik, die durch dieselben grundlegen-
       den Aufgaben bestimmt wurde, vor denen die proletarischen Revolu-
       tionäre auch  in der  Revolution von  1848/49  gestanden  hatten,
       setzte im  Grunde -  in neuen Formen entsprechend den veränderten
       historischen Verhältnissen  - die revolutionäre Taktik der "Neuen
       Rheinischen Zeitung" von 1848/49 fort.
       In den  Artikeln "Die  Krise  in  England",  "Die  Aussichten  in
       Frankreich und  England" und  in anderen  orientierten  Marx  und
       Engels die  Arbeiterklasse sowie die Vertreter der revolutionären
       Demokratie darauf,  den internationalen  Konflikt, den Krimkrieg,
       zur Entfachung  einer gegen  die bestehenden konterrevolutionären
       Regimes  gerichteten  europäischen  Revolution  auszunutzen.  Sie
       unterstrichen, daß die Arbeiterklasse daran interessiert sei, den
       
       #VIII# Vorwort
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       von den  herrschenden Klassen  mit volksfeindlichen Zielen begon-
       nenen Krimkrieg zum Anlaß großer revolutionärer Ereignisse werden
       zu lassen.  Marx hoffte,  daß diese Ereignisse "die proletarische
       Klasse in den Stand setzen werden, jene Stellung wieder einzuneh-
       men, die  sie durch  die Junischlacht  1848 in Frankreich verlor.
       Und das  gilt nicht  allein für  Frankreich, sondern auch für das
       ganze Mitteleuropa, einschließlich England" (siehe vorl. Band, S.
       128).
       Große Hoffnungen  setzten die  Begründer des  Marxismus  auf  die
       revolutionäre Initiative  des französischen  Proletariats. In dem
       Artikel "Das Schicksal des großen Abenteurers" spricht Engels von
       der Möglichkeit  einer "vierten und größten französischen Revolu-
       tion" und  schreibt, daß eine solche Revolution revolutionäre Er-
       schütterungen auf  dem ganzen  europäischen Kontinent hervorrufen
       könne. "Deutsche, Ungarn, Polen, Italiener und Kroaten werden die
       aufgezwungenen Bande,  die sie  zusammenketten, von  sich werfen,
       und an  Stelle der  unbestimmten  und  zufälligen  Bündnisse  und
       Antagonismen von heute wird Europa wieder in zwei große Lager mit
       verschiedenen Bannern  und neuen  Zielen geteilt  sein. Dann wird
       der Kampf  allein zwischen der  d e m o k r a t i s c h e n  R e-
       v o l u t i o n   auf der  einen und  der  m o n a r c h i s t i-
       s c h e n  K o n t e r r e v o l u t i o n  auf der anderen Seite
       geführt werden" (siehe vorl. Band, S. 127).
       Wie 1848/49 sahen Marx und Engels in der zaristischen Selbstherr-
       schaft die Hauptsäule der feudalistisch-absolutistischen Reaktion
       Europas. Sie  zeigten in  einer Reihe von Artikeln die Leibeigen-
       schaftsverhältnisse im  zaristischen Rußland  auf, entlarvten die
       Eroberungspläne des Zarismus sowie die Tätigkeit der zaristischen
       Diplomatie und legten die Rolle dar, die der Zarismus als Gendarm
       zusammen mit anderen konterrevolutionären Kräften Europas bei der
       Unterdrückung der revolutionären Bewegungen spielte. Marx und En-
       gels traten  entschieden gegen  die Bestrebungen der herrschenden
       Klassen der  europäischen Mächte auf, den Zarismus als Instrument
       zur Bekämpfung der Revolution zu erhalten und auszunutzen. In der
       Zerschlagung des Zarismus und in der Ausschaltung seines reaktio-
       nären Einflusses  auf Europa sahen Marx und Engels die wichtigste
       Voraussetzung für eine siegreiche europäische Revolution.
       In den  Artikeln "Deutschland  und der Panslawismus" enthüllt En-
       gels den konterrevolutionären Charakter der Versuche der zaristi-
       schen Selbstherrschaft,  die nationalen Bewegungen der slawischen
       Völker Mittel-  und Südeuropas  für ihre Ziele auszunutzen, sowie
       das Bestreben des Zarismus, den Appell zur Vereinigung der Slawen
       in ein Mittel seiner Eroberungspolitik zu verwandeln. Engels hebt
       im Zusammenhang  mit seiner Darlegung des reaktionären Wesens der
       panslawistischen Ideen hervor, daß die monarchistischen
       
       #IX# Vorwort
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       Elemente der  nationalen Bewegung einer Reihe von slawischen Völ-
       kern 1848/49 mit diesen Ideen objektiv den Kampf der reaktionären
       Monarchie der  Habsburger gegen die Revolution in Deutschland und
       Ungarn unterstützt hatten. Marx und Engels traten entschieden ge-
       gen jegliche nationalistische Ideologie auf, welche Form sie auch
       immer annehmen  mochte. Sie  hoben hervor,  daß die Ideologie des
       Pangermanismus, des  Panslawismus usw.  die nationale  Zwietracht
       zwischen den  Völkern schürt  und den Interessen einer demokrati-
       schen Entwicklung,  der nationalen  und sozialen  Befreiung aller
       Völker, auch der slawischen, zutiefst widerspricht.
       Engels unterstützte  die Forderung,  den Südslawen  und den Polen
       die Unabhängigkeit  zu gewähren,  dehnte jedoch  diese  Forderung
       nicht aus auf die unterdrückten slawischen Völker (die Tschechen,
       Slowaken u.a.),  die auf  dem Territorium der damaligen österrei-
       chischen Monarchie  lebten. In  den Artikeln "Deutschland und der
       Panslawismus" spricht  er von  diesen Völkern  und ihrer Zukunft,
       wobei er  von der  schon in  seinen Schriften  "Der demokratische
       Panslawismus" (siehe  Band 6  unserer Ausgabe,  S.  270-286)  und
       "Revolution und  Konterrevolution in  Deutschland" (siehe  Band 8
       unserer Ausgabe,  S. 3-108)  aufgestellten irrigen These ausgeht,
       diese Völker  hätten die  Fähigkeit zu  selbständiger  nationaler
       Existenz verloren  und seien  dazu verurteilt,  von den stärkeren
       Nachbarn absorbiert  zu werden  (Ausführlicheres hierüber im Vor-
       wort zu Band 6 und 8). Diese Folgerung erklärt sich hauptsächlich
       daraus, daß  Engels die Zentralisierung, die Bildung großer Staa-
       ten und  die Absorbierung der kleinen Völker durch große Nationen
       für die allgemeine Tendenz der kapitalistischen Entwicklung hielt
       und nicht  in genügendem Maße die andere Tendenz in Betracht zog,
       nämlich den  Kampf der  kleinen Völker gegen die nationale Unter-
       drückung, ihr  Streben nach nationaler Unabhängigkeit. Die Erfah-
       rung der  Geschichte hat  gezeigt, daß die slawischen Völker, die
       einst zur  österreichischen Monarchie gehörten, nicht nur die Fä-
       higkeit zu  selbständiger nationaler Entwicklung, zur Bildung ei-
       gener Staaten  bewiesen haben,  sondern zusammen  mit den anderen
       Völkern des  sozialistischen Lagers zu Schöpfern einer neuen, der
       sozialistischen Gesellschaftsordnung geworden sind.
       Marx und  Engels verteidigten  die Notwendigkeit eines revolutio-
       nären Krieges  gegen den Zarismus zur demokratischen Umgestaltung
       Europas, zur  Befreiung der  unterdrückten Völker, zur revolutio-
       när-demokratischen Einigung sowohl Deutschlands als auch Italiens
       und entlarvten  deshalb die Politik der herrschenden Klassen Eng-
       lands und  Frankreichs, die  einen aggressiven  Krieg  entfesselt
       hatten, um  die  monarchistischen  und  bürgerlich-oligarchischen
       Regimes in Europa zu festigen.
       
       #X# Vorwort
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       In vielen  Artikeln zeigen  Marx und Engels auf Grund einer sorg-
       fältigen Untersuchung  der historischen Tatsachen, der diplomati-
       schen Urkunden,  insbesondere der Protokolle der Wiener Konferenz
       von 1855, der Parlamentsdebatten usw., die Ursachen des Ausbruchs
       und den  wirklichen Charakter  des Krimkrieges. Sie entlarven die
       heuchlerischen Erklärungen  der Staatsmänner  und der offiziellen
       westeuropäischen Presse,  die den  Krieg Englands und Frankreichs
       gegen Rußland als einen Krieg hinstellten, der die Unabhängigkeit
       der Türkei  "verteidigen" soll, gegen den "Despotismus" gerichtet
       sei und  für die "Freiheit" und die "Zivilisation" geführt werde.
       Marx und  Engels weisen in ihren Artikeln nach, daß der Krimkrieg
       vor allem  durch das  Aufeinanderprallen der wirtschaftlichen und
       militärischen Interessen  der Teilnehmerstaaten ausbrach und sein
       Charakter durch die eigennützige Politik der herrschenden Klassen
       dieser Staaten bestimmt wurde. Marx und Engels deckten die Gegen-
       sätze zwischen  den europäischen  Mächten im  Nahen Osten auf und
       zeigten ihren  Kampf um die Aufteilung der Besitzungen des Türki-
       schen Reiches, um die Herrschaft auf dem Balkan und über die Dar-
       danellen und ihren Konkurrenzkampf in Mittelasien.
       In "Palmerston - Physiologie der herrschenden Klassen Großbritan-
       niens" und  in anderen  Artikeln legt  Marx die Politik der West-
       mächte gegenüber der mit ihnen "verbündeten" Türkei dar. Er deckt
       die räuberischen  Methoden zur  kolonialen Versklavung  der rück-
       ständigen Türkei  durch die europäischen Mächte auf, insbesondere
       wie mit  den Mitteln  einer Anleihe die Türkei "unter den für ein
       Land entwürdigendsten  Bedingungen unter  Kuratel gestellt" wird.
       Nachdem "die Westmächte sich des auswärtigen Ministeriums zu Kon-
       stantinopel und  ... auch  des Ministeriums des Innern bemächtigt
       haben" und  über ihre  Armee verfügen,  sagt Marx,  "strecken sie
       jetzt die  Hand nach  den türkischen  Finanzen aus"  (siehe vorl.
       Band, S. 376).
       In dem Artikel "Eine sonderbare Politik" sowie in einer Reihe an-
       derer Arbeiten  zeigt Marx  die wirklichen politischen Ziele auf,
       die die  herrschenden Klassen  Englands und  Frankreichs im Krim-
       krieg verfolgten. Marx und Engels sahen deutlich, daß das bürger-
       liche oligarchische  England und das bonapartistische Frankreich,
       die Rußland  als Konkurrenten im Nahen und Mittleren Osten besei-
       tigen, Sewastopol  erobern, den  Kaukasus von  Rußland losreißen,
       die russische  Flotte vernichten  und so  die militärische  Macht
       Rußlands schwächen  wollten, durchaus  nicht an dem Sturz des Za-
       rismus als  konterrevolutionäre  Kraft  interessiert  waren.  Die
       Westmächte waren  keineswegs bestrebt,  das reaktionäre,  auf die
       Unterdrückung der  revolutionären und  nationalen Befreiungsbewe-
       gungen gerichtete politische System in Europa zu erschüttern, für
       das schon der Wiener Kongreß von 1815 den Grundstein gelegt
       
       #XI# Vorwort
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       hatte und dessen eine Säule der russische Zarismus war. Im Gegen-
       teil, die  Pläne der  regierenden Kreise der Westmächte sahen die
       Festigung dieses  Systems vor. Der Krimkrieg, so betonte Marx bei
       der Bloßstellung  der konterrevolutionären Pläne der herrschenden
       Cliquen Frankreichs  und Englands,  wurde "nicht mit dem Ziel un-
       ternommen, den  Wiener Vertrag  aufzuheben; er  wird vielmehr ge-
       führt, ihn  durch die  zusätzliche Einbeziehung der Türkei in das
       Protokoll von  1815 zu  konsolidieren. Davon erhofft man, daß das
       konservative Tausendjährige  Reich anbrechen  und die  vereinigte
       Anstrengung der Regierungen es erlauben wird, sich ausschließlich
       der 'Beruhigung' der europäischen Meinung zu widmen" (siehe vorl.
       Band, S. 306).
       In den  Artikeln "Aus dem Parlamente - Debatte über Disraelis An-
       trag", "Napoleons  Kriegspläne", "Zur Debatte über Layards Antrag
       - Der Krieg in der Krim", "Der lokale Krieg - Debatte der Admini-
       strativreform - Bericht des Roebuck-Komitees" und in anderen füh-
       ren Marx  und Engels  den Nachweis,  daß die  herrschenden Kreise
       Englands und  Frankreichs das  Hinüberwachsen des  orientalischen
       Konflikts in  einen allgemeinen revolutionären Brand auf dem Kon-
       tinent befürchteten,  und dieser Umstand beeinflußte in entschei-
       dender Weise  die Diplomatie, die militärischen Pläne und die Me-
       thoden der  Kriegführung. Marx  und Engels  hoben hervor, daß die
       herrschenden Kreise  der Westmächte chauvinistische Stimmungen in
       Frankreich und  England schürten  und zugleich ihre Anstrengungen
       darauf richteten,  den Krieg  zu lokalisieren,  nicht zuzulassen,
       daß er  zu einem Krieg der europäischen Völker gegen den Zarismus
       und die  anderen konterrevolutionären  Kräfte würde. Marx und En-
       gels kritisierten scharf den von der Regierung Frankreichs aufge-
       stellten und  von der englischen Regierung unterstützten Plan ei-
       nes "lokalen  Krieges um  lokale Ziele".  Dabei zeigten  sie, wie
       dieser Plan  die Furcht der bonapartistischen Clique und der eng-
       lischen Oligarchie  vor den revolutionären Folgen eines gesamteu-
       ropäischen Krieges  gegen das  zaristische Rußland  zum  Ausdruck
       brachte und  daß er  von konterrevolutionären,  dynastischen  und
       ähnlichen Überlegungen  der herrschenden  Oberschicht Frankreichs
       und Englands  diktiert war.  Ohne die  Entlarvung der Politik der
       herrschenden Klassen  dieser Länder, ohne den entschiedenen Kampf
       gegen diese  Politik, betonten Marx und Engels, war es unmöglich,
       zu erreichen,  daß sich der Charakter des Krieges grundlegend än-
       derte, daß er sich in einen Krieg für die demokratische Umgestal-
       tung Europas  verwandelte. Die  Lösung dieser  Aufgabe  verbanden
       Marx und  Engels vor allem mit der Aktivierung der proletarischen
       und revolutionär-demokratischen  Kräfte. Marx  schreibt,  daß  an
       Stelle der konterrevolutionären Regierungen
       
       #XII# Vorwort
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       Englands und Frankreichs "andere Mächte auf den Schauplatz treten
       müssen" (siehe vorl. Band, S. 311).
       In einer Reihe von Artikeln zeigt Marx die geringe Festigkeit der
       gegen Rußland  kriegführenden westeuropäischen  Koalition und die
       Widersprüche zwischen  den Alliierten,  die sich  im Verlaufe des
       Krieges ständig  bemerkbar machten. In den Arbeiten über die eng-
       lisch-französische Allianz  deckt er die historischen Wurzeln der
       ökonomischen und  politischen Konkurrenz der herrschenden Klassen
       Englands und  Frankreichs auf,  die immer  wieder neue  Konflikte
       zwischen ihnen erzeugte.
       Marx sah  das  Zusammenfallen  eines  neuen  revolutionären  Auf-
       schwungs mit der nahenden Wirtschaftskrise, die alle Widersprüche
       verschärfen und  den Klassenkampf  verstärken mußte, und richtete
       deshalb sein  besonderes Augenmerk  auf das  kapitalistische Eng-
       land, wo  die Gegensätze zwischen Bourgeoisie und Proletariat da-
       mals am weitesten entwickelt waren.
       In zahlreichen  Artikeln behandelt  Marx die  wirtschaftliche und
       politische Lage  Englands, die  Innen- und Außenpolitik der herr-
       schenden Klassen  und regierenden  politischen Parteien  und ent-
       hüllt das  volksfeindliche Wesen  dieser Politik. Er verfolgt die
       Außenpolitik Englands  über mehrere  Jahrhunderte und legt in den
       Artikeln "Traditionelle  englische Politik",  "Lord  Palmerston",
       "Eine neue  Enthüllung in  England", "Polenmeeting"  sowie in der
       Arbeit "Der  Fall von Kars" und in verschiedenen anderen Artikeln
       dar, daß  sich die  Politik und  die Diplomatie  der herrschenden
       Klassen Englands  ständig durch  Verräterei, Heuchelei und Einmi-
       schung unter  allerlei falschen Vorwänden in innere Angelegenhei-
       ten anderer  Länder auszeichnete,  daß England in vielen Konflik-
       ten, besonders im Nahen und Mittleren Osten, eine provokatorische
       Rolle spielte.  Marx entlarvt  an dem Verhalten Palmerstons, Rus-
       sells und  anderer Staatsmänner  gegenüber Polen,  Irland, Ungarn
       und Italien den konterrevolutionären Charakter der englischen Po-
       litik und zeigt, wie die herrschenden Klassen Englands die natio-
       nalen Befreiungsbewegungen haßten, diesen Haß aber gewöhnlich mit
       heuchlerischen Phrasen  der Sympathie für die gegen den Despotis-
       mus kämpfenden Völker tarnten.
       In den Artikeln "Finanzielles", "Der kommerzielle und finanzielle
       Zustand" ,  "Die Krise  in England"  und in anderen erörtert Marx
       die ökonomische  Lage Englands  und gibt  eine Charakteristik des
       Zustandes der  industriellen Produktion, des Innen- und Außenhan-
       dels, der  Marktpreise und der Währungskurse. Er verfolgt an Hand
       konkreter Beispiele  das Wirken  der von  ihm entdeckten ökonomi-
       schen Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus, untersucht die Entwick-
       lung des  Zyklus der kapitalistischen Produktion in jener Periode
       und stellt  fest, daß sich die kapitalistische Wirtschaft diskon-
       tinuierlich entwickelt.
       
       #XIII# Vorwort
       -----
       Marx gelangt zu dem Schluß, daß die Periode der ökonomischen Pro-
       sperität, die nach der Revolution von 1848/49 eingetreten war, in
       einer Reihe von Industrie- und Handelszweigen Englands, vor allem
       in der  Textilindustrie, von  einer Periode des Stillstands abge-
       löst wurde. Den Ende 1853 und Anfang 1854 zutage getretenen wirt-
       schaftlichen Rückgang  stellt Marx  auch für  das Jahr 1855 fest.
       Dieser Rückgang äußerte sich, wie er in seinen Arbeiten zeigt, in
       der Einschränkung  der Produktion einer Reihe von Industriewaren,
       in zunehmender  Arbeitslosigkeit, im Übergang vieler Betriebe zur
       verkürzten Arbeitswoche,  im Bankrott  großer Handelsfirmen. Marx
       sagt voraus, daß England in naher Zukunft eine schwierigere Wirt-
       schaftskrise durchzumachen  haben würde  als die vorher erlebten;
       die Krise würde sich dadurch Verschärfen, daß die englische Wirt-
       schaft vom  Weltmarkt abhängig  geworden ist.  Die Voraussage von
       Marx bestätigte  sich, als  1857 eine  neue Wirtschaftskrise aus-
       brach, die  zum erstenmal  in der  Geschichte die  ganze Welt er-
       faßte.
       Bei der  Untersuchung der  ökonomischen Lage  Englands kritisiert
       Marx in  seinen Artikeln scharf den englischen bürgerlichen Libe-
       ralismus in  Gestalt der "Freihandelsapostel", die die Illusionen
       verbreiteten, die Wirtschaftskrisen würden mit der Einführung des
       Prinzips des Freihandels verschwinden. Marx zeigt, wie sich diese
       Illusionen zerschlagen, und daß die Behauptungen der Anhänger des
       Freihandels und  anderer bürgerlicher  Ökonomen, der Kapitalismus
       könne sich  krisenfrei entwickeln, jeglicher Grundlage entbehren.
       Er kennzeichnet  die Freihandels-Bourgeoisie  und ihre  Ideologen
       Cobden, Bright  und die anderen Vertreter der sogenannten Manche-
       sterschule als  die Apologeten des Kapitalismus, als die schlimm-
       sten Feinde der Arbeiterklasse. Marx reißt ihnen die Maske herun-
       ter, "Verfechter  der Freiheit", "Verteidiger" der Interessen der
       Volksmassen gegenüber der Aristokratie zu sein. Die Vertreter des
       Freihandelssystems, schreibt er, sind einerseits gegen die Einmi-
       schung des Staates in das Wirtschaftsleben, betteln aber-anderer-
       seits um die Intervention des Parlaments und der Regierung jedes-
       mal, wenn die Bewegung der Klasse der Lohnarbeiter die Ausbeuter-
       ordnung zu  bedrohen beginnt. Marx geißelt sie in seinen Artikeln
       wegen ihrer  Angriffe auf  die Einrichtung der Fabrikinspektoren,
       wegen ihrer  Versuche, die  Gesetze über die Beschränkung der Ar-
       beitszeit der Frauen und Kinder abzuschaffen.
       Bei der  Entlarvung der  Freihandelsmänner mit  ihren  verlogenen
       Behauptungen vom  "Wohlergehen" der Werktätigen Englands zeichnet
       Marx an  Hand der Berichte der Fabrikinspektoren ein erschüttern-
       des Bild von der Ausbeutung der englischen Arbeitermassen, beson-
       ders der Frauen und Halbwüchsigen. Er zeigt die schweren Arbeits-
       bedingungen in  den kapitalistischen Fabriken und stellt den fast
       völligen Mangel an Arbeitsschutz fest, wodurch
       
       #XIV# Vorwort
       -----
       Gesundheit und  Leben der  Arbeiter ständig  bedroht  sind.  "Das
       Industriebulletin der  Fabrikinspektoren",  schreibt  Marx,  "ist
       furchtbarer, entsetzlicher  als irgendeins  der Schlachtbulletins
       von der  Krim. Weiber und Kinder stellen ein regelmäßiges und be-
       deutendes Kontingent  zur  Liste  der  Verwundeten  und  Getöten"
       (siehe vorl. Band, S. 378).
       Die Artikel  von Marx  verurteilen scharf  die Haltung der Führer
       der Manchesterschule  zum Krimkrieg.  Sie zeigen  den wahren Sinn
       der Reden  von Cobden  und Bright zur "Verteidigung des Friedens"
       und ihrer  Losung -  Frieden zu  jedem Preis  ". "Die Manchester-
       schule will in der Tat den Frieden", betont Marx, "um industriell
       Krieg führen  zu können,  nach außen und nach innen" (siehe vorl.
       Band, S.  283). Die  pseudofriedfertigen Phrasen der Anhänger des
       Freihandels  tarnen  die  Eroberungsbestrebungen  der  englischen
       Bourgeoisie, ihren Kampf für die Herrschaft auf dem Weltmarkt.
       Die Artikel  "Die letzte britische Regierung", "Das gestürzte Mi-
       nisterium", "Zur  Ministerkrise", "Zwei  Krisen", "Die  britische
       Konstitution", "Palmerston  und die englische Oligarchie" vermit-
       teln eine  allseitige Charakteristik der politischen Ordnung Eng-
       lands. "Die britische Konstitution", schreibt Marx und legt damit
       den volksfeindlichen Charakter des Regimes der bürgerlich-aristo-
       kratischen Oligarchie  dar, "ist  in der  Tat nur ein verjährtes,
       überlebtes, veraltetes  Kompromiß zwischen  der   n i c h t  o f-
       f i z i e l l,  aber faktisch in allen entscheidenden Sphären der
       bürgerlichen Gesellschaft   h e r r s c h e n d e n   Bourgeoisie
       und der   o f f i z i e l l   r e g i e r e n d e n  Grundaristo-
       kratie" (siehe  vorl. Band,  S. 95).  Marx betont,  daß eines der
       Haupthindernisse auf  dem Wege  der fortschrittlichen Entwicklung
       des Landes  und eine  der Säulen  des oligarchischen  Regimes die
       Tatsache war,  daß die  Aristokratie das  Monopol der wichtigsten
       Staatsämter in  ihren Händen  behielt und  dadurch auf die Außen-
       und Innenpolitik  Englands  den  entscheidenden  Einfluß  ausüben
       konnte. Das  oligarchische  politische  System,  stellt  Marx  in
       vielen seiner  Artikel fest,  drückte dem politischen Gesamtleben
       des offiziellen  Englands seinen  Stempel auf,  fand seinen  Nie-
       derschlag in der Tätigkeit des Parlaments, in der Zusammensetzung
       und in  der Politik  der Regierungen,  in  der  Organisation  der
       staatlichen und  militärischen Verwaltung,  in der  Stellung  der
       wichtigsten politischen  Parteien. Bei  der Charakterisierung der
       Tätigkeit der  englischen Regierungen  - des  Koalitionskabinetts
       Aberdeens und des Whig-Kabinetts Palmerstons, das im Februar 1855
       jenes ablöste  - weist  Marx darauf hin, daß sich in ihrer Tätig-
       keit sämtliche  Fehler des  oligarchischen Regimes verkörpern und
       diese Regierungen  den Zweck  verfolgen, sämtliche fortschrittli-
       chen Umgestaltungen,  die das  politische Monopol der Oberschicht
       der englischen  herrschenden Klassen  bedrohen, mit allen Mitteln
       zu hemmen.
       
       #XV# Vorwort
       -----
       Die Artikel  "Erläuterungen zur  Kabinettskrisis", "Die  Parteien
       und Cliquen", "'Morning Post' gegen Preußen - Charakter der Wighs
       und Tories" und andere ergänzen wesentlich die von Marx in frühe-
       ren Jahren  gegebene klassische Charakteristik der englischen of-
       fiziellen Parteien,  des traditionellen  Zweiparteiensystems, das
       in der abwechselnden Übergabe der Macht bald an die konservativen
       Tories, bald  an die  liberalen Whigs  bestand. Marx  betont  den
       starren Konservatismus  der Tories, die eifrige Verfechter "aller
       altenglischen Vorurteile  mit Bezug auf Kirche und Staat, Protek-
       tion und  Antikatholizismus" waren  (siehe vorl.  Band, S.  218).
       Zugleich entlarvt  er den vorgetäuschten Liberalismus der Whigs -
       dieser aristokratischen Vertreter der Bourgeoisie, die ebenso wie
       die Tories  die Festigung  des oligarchischen Regimes erstrebten,
       dabei aber  eine größere  Elastizität und  Anpassungsfähigkeit an
       den Tag legten. Die Whigs, schreibt Marx, "haben nie angestanden,
       Vorurteile abzustreifen,  die ihrer Erbpacht der Staatsstellen im
       Wege standen",  sie wechselten "ihre Röcke und ihre Ansichten mit
       den Zeitumständen" (siehe vorl. Band, S, 218/219).
       Der Enthüllung  der Politik  der Whigs  dient auch  das  Pamphlet
       "Lord John  Russell", das  sich gegen  einen typischen  Vertreter
       dieser, wie  Marx sagt, "Partei der Karrieristen" richtete, gegen
       einen namhaften Staatsmann, der wiederholt führende Regierungsäm-
       ter bekleidete.  In diesem  Pamphlet sowie  in  anderen  Artikeln
       zeigt Marx, daß der Kampf der Tories und der Whigs nichts anderes
       als eine Zänkerei zwischen den beiden Fraktionen der herrschenden
       Klasse war,  daß die  Unterschiede in der Politik beider Parteien
       in dem  Maße immer  mehr verschwanden, wie sich die verschiedenen
       Fraktionen der  Ausbeuter zusammenschlössen infolge der Verschär-
       fung des Klassenkampfes Zwischen Bourgeoisie und Proletariat. Die
       heftigen Angriffe auf die Regierung von seiten der einen oder an-
       deren gerade in der Opposition stehenden Partei dienten lediglich
       dazu, die konkurrierende Partei von der Macht zu verdrängen. Marx
       zeigt den  Mechanismus des englischen Zweiparteiensystems auf und
       bemerkt, daß die eine oder die andere Partei, zur Macht gekommen,
       den politischen Kurs ihrer Vorgängerin fortsetzte. Beide Parteien
       strengten sich  in gleicher Weise an, das Monopol der Staatsmacht
       in den  Händen der bürgerlich-aristokratischen Oberschicht zu er-
       halten.
       Marx unterstreicht  in seinen  Artikeln die  tiefen Gegensätze im
       oligarchischen Regime Englands, den Widerspruch zwischen dem ver-
       alteten politischen  System und  der ökonomischen Entwicklung des
       Landes, die  Entartung der  traditionellen parlamentarischen Par-
       teien. "Die alten mit dem Regierungsmonopol betrauten parlamenta-
       rischen Parteien",  schreibt Marx,  "existieren nur  noch in  der
       Form von Koterien" (siehe vorl. Band, S. 45) Die Artikel
       
       #XVI# Vorwort
       -----
       von Marx  über das  politische Regime  Englands werfen ein helles
       Licht auf  den Prozeß  der Auflösung  der alten  aristokratischen
       Parteien und  ihrer Verwandlung in eine konservative und eine li-
       berale Partei  der englischen Bourgeoisie, ein Prozeß, der in der
       Mitte des 19. Jahrhunderts in England vor sich ging und den wach-
       senden Einfluß  der Kapitalistenklasse, die Festigung ihrer Posi-
       tionen in allen Bereichen des öffentlichen Lebens widerspiegelte.
       In seinen  Artikeln über  England  schenkt  Marx  der  englischen
       Arbeiterklasse besonders  große Aufmerksamkeit.  In den  Artikeln
       "Ein Meeting",  "Zur Geschichte  der Agitationen", "Die Aufregung
       außerhalb des Parlaments", "Zur Reformbewegung", "Die Administra-
       tivreform-Assoziation - Die Charte", "Kirchliche Agitation - Eine
       Demonstration im Hyde Park", "Konflikte zwischen Polizei und Volk
       - Über  die Ereignisse  auf der Krim" und in vielen anderen erör-
       tert Marx  die damals  wichtigsten Probleme der englischen Arbei-
       terbewegung. Er  stellt in  seinen Artikeln eine gewisse Belebung
       der politischen  Aktivität des englischen Proletariats fest. Wenn
       er von dem gleichzeitig stärker werdenden Bestreben der Vertreter
       der bürgerlichen  Opposition, einschließlich  der oppositionellen
       Handels- und Finanzkreise der City, spricht, die englische Arbei-
       terklasse ihrem  Einfluß zu unterwerfen, unterstreicht Marx stets
       die Bedeutung  des Widerstandes,  mit dem  die Chartisten solchen
       Versuchen begegneten. In Artikeln von Marx werden die auf Massen-
       kundgebungen gehaltenen  Reden von  Ernest Jones  und der anderen
       Führer der Chartisten wiedergegeben, die das gemäßigte und inkon-
       sequente Auftreten  der bürgerlichen Opposition gegen die Oligar-
       chie, ihre  Furcht vor der Arbeiterbewegung, ihre Bereitschaft zu
       Kompromissen mit  der Aristokratie  hervorhoben und  die Versuche
       der  Führer   der  Bourgeoisie,  die  Arbeiterbewegung  für  ihre
       egoistischen Interessen  auszunutzen, bloßstellten.  Im Gegensatz
       zu der  gemäßigten bürgerlichen  Forderung nach einer Administra-
       tivreform, wonach  den Vertretern  der Bourgeoisie  der Zugang zu
       den Staatsposten  erweitert werden  sollte, forderten die Charti-
       sten eine  umfassende demokratische  Wahlreform auf der Grundlage
       der sechs  Punkte der  Volks-Charte. Marx  rechnet den Chartisten
       ihre Bemühungen  hoch an,  die Arbeiterklasse von dem Einfluß der
       Bourgeoisie zu befreien, ihre selbständigen Positionen zu vertei-
       digen und  ihre führende  Rolle im Kampf für die Demokratisierung
       der politischen Ordnung Englands zu sichern.
       Von großem  Interesse ist der inhaltsreiche Artikel von Marx "Die
       Administrativreform-Assoziation -  Die Charte".  Marx zeigt darin
       die historische  Bedeutung des  politischen Programms der Charti-
       sten, in  dessen Mittelpunkt  die Forderung des allgemeinen Wahl-
       rechts stand.  Marx hebt  hervor, daß  die Verwirklichung  dieses
       Programms in dem England der 50er Jahre der Arbeiterklasse
       
       #XVII# Vorwort
       -----
       den Weg zur Besitzergreifung der Staatsmacht und zu ihrer Ausnut-
       zung für sozialistische Umgestaltungen hätte eröffnen können. "Es
       ist die   C h a r t e  der Volksklassen", schreibt Marx, "und be-
       deutet Aneignung  der politischen Macht als Mittel zur Verwirkli-
       chung ihrer  sozialen Bedürfnisse"  (siehe vorl.  Band, S.  269).
       Dieser Artikel  zeugt davon, daß Marx und Engels stets forderten,
       konkret und  historisch an  die Aufstellung  politischer Losungen
       heranzugehen, auch  an die Losung des allgemeinen Wahlrechts, de-
       ren Inhalt  und Bedeutung,  wie sie lehrten, sich in Abhängigkeit
       von den  historischen Bedingungen  ändert. Wenn in Frankreich und
       überhaupt auf dem Kontinent der Inhalt der Losung des allgemeinen
       Wahlrechts nicht  über den  Rahmen der  bürgerlich-demokratischen
       Forderungen hinausging,  so nahm unter den englischen Bedingungen
       diese Forderung  neben anderen  Punkten  des  Chartistenprogramms
       einen anderen Charakter an. Marx und Engels, die in der gewaltsa-
       men Revolution das einzig mögliche Mittel zur Errichtung der Dik-
       tatur des Proletariats in den Ländern des Kontinents sahen, mach-
       ten unter  den damaligen Verhältnissen für England eine Ausnahme.
       Sie berücksichtigten  solche Besonderheiten Englands im Gegensatz
       zu Frankreich  und den  anderen Ländern  des Kontinents,  wie das
       Fehlen eines  entfalteten militärisch-bürokratischen  Staatsappa-
       rats, sowie  den Umstand,  daß das  Proletariat die  Mehrheit der
       englischen Bevölkerung  ausmachte. Infolgedessen  sahen Marx  und
       Engels für  die englische  Arbeiterklasse  die  Möglichkeit,  auf
       friedlichem Wege  die politische  Macht zu erobern durch die Ein-
       führung des allgemeinen Wahlrechts, durch eine radikale Umgestal-
       tung des  parlamentarischen Systems  und durch  eine vollständige
       Demokratisierung der gesamten politischen Ordnung in England. Von
       dieser Perspektive ausgehend bewerteten Marx und Engels die char-
       tistische Losung des allgemeinen Wahlrechts, wobei sie jedoch die
       Möglichkeit anderer,  nicht friedlicher Wege des Kampfes des eng-
       lischen Proletariats um die Macht in Betracht zogen. Die Hauptbe-
       dingung für  den Sieg  des englischen Proletariats sahen Marx und
       Engels in  der Hebung seines politischen Bewußtseins, in der Bil-
       dung einer proletarischen Massenpartei.
       Aber die  Hoffnungen von  Marx und Engels, daß' der Kampf für die
       Wiederbelebung der  Chartistenbewegung zur  Lösung dieser Aufgabe
       führen würde,  gingen nicht in Erfüllung. Der Versuch der Charti-
       sten, in  den 50er  Jahren eine Massenbewegung für die Charte ins
       Leben zu  rufen, mißglückte.  Die Chartistenbewegung  selbst trat
       bald endgültig vom Schauplatz. Die Ursache dafür war die Verstär-
       kung der  opportunistischen Tendenzen unter den englischen Arbei-
       tern infolge  der Monopolstellung  Englands auf dem Weltmarkt und
       der Bestechung der Oberschicht des englischen Proletariats - der
       
       #XVIII# Vorwort
       -----
       "Arbeiteraristokratie" -  mit Hilfe  der ungeheuren Extraprofite,
       die der Bourgeoisie aus den Kolonien zuflossen.
       Eine größere Anzahl von Artikeln beleuchtet die Innen- und Außen-
       politik Frankreichs  zur Zeit  des Krimkrieges.  In den  Arbeiten
       "Das Schicksal  des großen Abenteurers", "Napoleons Kriegspläne",
       "Der lokale Krieg - Debatte der Administrativreform - Bericht des
       Roebuck-Komitees usw."  sowie in  dem Artikel  "Napoleons letzter
       Schwindel" und  in anderen  enthüllen Marx  und Engels die wahren
       Kriegsziele des bonapartistischen Frankreichs. Engels betont, daß
       dieses bonapartistische  Frankreich  einer  der  Hauptinitiatoren
       war, die  den Krimkrieg entfesselten; er enthüllt die Pläne Napo-
       leons III. und hebt hervor, daß Kriegsabenteuer nicht von der bo-
       napartistischen Politik zu trennen seien, daß Eroberungen und Ag-
       gressionen zu  den Prinzipien  gehören, auf  denen die politische
       Herrschaft der  bonapartistischen Clique und selbst die Erhaltung
       der Dynastie  Bonapartes an  der Macht  beruhen. "Für Louis Bona-
       parte", schreibt  Engels, "ist  die Unmöglichkeit,  Sewastopol zu
       nehmen, der Verlust Frankreichs" (siehe vorl. Band, S. 149). Marx
       und Engels  entlarven das  bonapartistische Regime als ein Regime
       der Militär-  und Polizeidiktatur  der konterrevolutionären Bour-
       geoisie und geben in ihren Artikeln eine geißelnde Charakteristik
       der Spitzen  des bonapartistischen Frankreichs: des Kaisers Napo-
       leon III.,  eines unverfrorenen  Usurpators und  Abenteurers, und
       seiner nächsten  Spießgesellen - des Marschalls Saint-Arnaud, der
       Generale Espinasse,  Forey, Canrobert  und der  anderen korrupten
       und habgierigen  Karrieristen, die  sich auf  den Schlachtfeldern
       durch Stüm-perhaftigkeit und bei der Unterdrückung der revolutio-
       nären Bewegung durch bestialische Grausamkeit auszeichneten.
       Mit gespannter  Aufmerksamkeit verfolgten  Marx  und  Engels  die
       innenpolitische Lage in Frankreich. In den Artikeln "Die Berichte
       der Generale  Simpson, Pélissier  und  Niel  -  Mitteilungen  aus
       Frankreich", "Die französische Bank - Verstärkungen nach der Krim
       - Die  neuen Feldmarschalle", "Der anglo-amerikanische Konflikt -
       Vorgänge in  Frankreich" berichten sie von einer Verschärfung der
       politischen Lage im Lande unter dem Einfluß der zunehmenden Teue-
       rung und anderer ökonomischer Schwierigkeiten und des großen Aus-
       maßes  des  Spekulationsfiebers  usw.  Die  Anzeichen  der  Unzu-
       friedenheit der  Volksmassen, Erscheinungen  revolutionärer Stim-
       mungen in der Arbeiterklasse, unter den Studenten, einem gewissen
       Teil der  Bourgeoisie und  sogar in der Armee, die bis dahin eine
       Stütze des bonapartistischen Regimes war - all das zeugte von der
       fehlenden Festigkeit des Zweiten Kaiserreichs, war ein Beweis da-
       für, daß,  wie Marx schreibt, "die Epoche des Bonapartismus ihren
       Höhepunkt überschritten hat" (siehe vorl. Band, S. 593).
       
       #XIX# Vorwort
       -----
       Ein glänzendes  Pamphlet gegen  den Bonapartismus ist der Artikel
       "Das Frankreich  Bonapartes des  Kleinen", den  Marx in "The Peo-
       ple's Paper" veröffentlichte. Dieser Artikel ist ein hervorragen-
       des Musterbeispiel  der kämpferischen  revolutionären Publizistik
       von Marx.  Darin wird  das volksfeindliche Wesen des Zweiten Kai-
       serreichs treffend  und anschaulich bloßgestellt. Marx zeigte den
       Lesern der  englischen Arbeiterzeitung  den großen Gegensatz zwi-
       schen dem  offiziellen bonapartistischen  Frankreich, das die na-
       tionalen Reichtümer  des Landes  räuberisch  verpraßte,  und  dem
       Frankreich der  Volksmassen, denen  die Herrschaft der bonaparti-
       stischen Clique nur Not und Elend, Verfolgungen durch die Polizei
       und  blutige   Repressalien  gebracht  hatte.  Im  Schöße  dieses
       Frankreichs des  Volkes, so  betont Marx, reife die revolutionäre
       Gärung gegen  das Regime  Louis Bonapartes, zeigen sich Symptome,
       die den "Untergang des Kaiserreichs des Wechselwuchers" verkünden
       (siehe vorl. Band, S. 599).
       In den  Artikeln dieser Periode wird von Marx und Engels die Dar-
       stellung der  Haltung Österreichs  im Krimkrieg fortgesetzt. Marx
       und Engels,  die die  Maßnahmen der österreichischen Regierung im
       Verlaufe des  Krieges, den  um die Frage der Stellung Österreichs
       entbrannten Kampf  zwischen der  englisch-französischen  und  der
       russischen Diplomatie  verfolgten und auch die Lage im Innern der
       österreichischen Monarchie  untersuchten, enthüllten die Ursachen
       der schwankenden  Politik der  Habsburger-Monarchie zur  Zeit der
       orientalischen Krise.  Als ein  Staat, der  aus  vielen  Nationen
       zusammengesetzt war und der auf der Unterdrückung der ihm angehö-
       rigen Völker  und auf der Schürung der nationalen Zwietracht zwi-
       schen ihnen basierte, barg die reaktionäre österreichische Monar-
       chie, wie  Marx und  Engels bemerken, viel Zündstoff in sich. Die
       österreichische herrschende  Clique fürchtete  die Revolution und
       brauchte deshalb den Zarismus als Stütze für den Fall eines neuen
       Ausbruchs  revolutionärer   Unruhen.  Österreich  verfolgte  aber
       zugleich Eroberungsziele  auf dem  Balkan, erhob Anspruch auf die
       türkischen Besitzungen  in Europa,  war also  an einer Schwächung
       Rußlands" interessiert;  es konzentrierte  deshalb starke  Armee-
       Einheiten an der Donau, schloß einen Vertrag mit den Westmächten,
       verhandelte mit ihnen über eine Finanzhilfe. Zerrissen von wider-
       sprüchlichen Tendenzen,  bezog Österreich  gegenüber Rußland eine
       feindliche Stellung,  wagte es  jedoch bis  zum Ende  des Krieges
       nicht, offen  gegen Rußland  aufzutreten. Eine wichtige Rolle bei
       diesen Schwankungen  der österreichischen  Regierung, so bemerken
       Marx und  Engels, spielte ihre Befürchtung, daß sich im Falle ej-
       ner Kriegserklärung  an Rußland unter den von der Habsburger-Mon-
       archie unterdrückten  slawischen Völkern  eine Befreiungsbewegung
       entfalten könnte.
       
       #XX# Vorwort
       -----
       In Verbindung  mit der  Untersuchung der Stellung Österreichs be-
       handelt Marx  auch die  Politik Preußens. Er ist der Ansicht, daß
       die von den preußischen herrschenden Kreisen verkündete Neutrali-
       tät ebenfalls diktiert war von der Furcht vor revolutionären Fol-
       gen einer  Verlagerung der Kriegshandlungen gegen das zaristische
       Rußland nach  Mitteleuropa. Der  Eintritt Preußens  in den  Krieg
       hätte den  Anstoß zur  Entfaltung des  Kampfes für  die nationale
       Vereinigung Deutschlands auf revolutionär-demokratischem Wege ge-
       ben können,  was die preußische und die österreichische Monarchie
       in ihrer  Existenz selbst  bedroht hätte. In dem Artikel "Preußen
       im Jahre 1856" vermerkt Marx bei der Charakterisierung der ökono-
       mischen und  politischen Lage  des Landes  das schnelle Anwachsen
       der Industrie  und des Handels und die damit verbundene unerhörte
       Bereicherung der  besitzenden Klassen Preußens - der Gutsbesitzer
       und der  Bourgeoisie. In bezug auf letztere betont Marx noch ein-
       mal den von ihm und Engels schon 1848/49 ausgesprochenen Gedanken
       von der  Unfähigkeit der  deutschen Bourgeoisie, im Kampf für die
       Lösung der  Aufgaben der  bürgerlichen  Revolution  die  führende
       Rolle zu  übernehmen. Marx stellt das reaktionäre Wesen der poli-
       tischen Ordnung  der preußischen  Monarchie bloß, deren Wesenszug
       Allmacht der Bürokratie, Mangel an jeglichen demokratischen Frei-
       heiten, Rechtlosigkeit der Mehrzahl der Bevölkerung war. Marx be-
       schreibt die schwere Lage der preußischen Bauernschaft, die "nach
       wie vor  sowohl in administrativer wie auch in rechtlicher Bezie-
       hung unter  dem direkten Joch des Adels" steht (siehe vorl. Band,
       S. 640).
       Einen beträchtlichen  Platz im  Band nehmen  die Artikel  ein, in
       denen Engels den Verlauf der Kriegshandlungen auf der Krim und im
       Kaukasus, das  Kräfteverhältnis der kriegführenden Parteien sowie
       die einzelnen  Kampfhandlungen  untersucht.  Diese  militärischen
       Übersichten sind  von großem  Interesse für  die Wissenschaft der
       Kriegsgeschichte. Sie erlauben, die wichtigsten Etappen des Krim-
       krieges zu  verfolgen, enthalten  wertvolle Schlußfolgerungen und
       Leitsätze zur Geschichte der Kriegskunst, zu Fragen der militäri-
       schen Strategie  und Taktik,  verallgemeinern die Erfahrungen der
       damaligen  Kriege   auf  der  Grundlage  des  historischen  Mate-
       rialismus.
       In einer  Reihe von Artikeln kritisiert Engels die englisch-fran-
       zösische Truppenführung, ihre Strategie und die operative Leitung
       der Kriegshandlungen  durch die  Vertreter der Westmächte. Engels
       verweist auf  die Fehlschlüsse und Fehlschläge der Truppenführung
       der Alliierten,  auf das  Fehlen umfassender  strategischer Pläne
       und von  Initiative, auf die von ihnen an den Tag gelegte Mittel-
       mäßigkeit und auf die Folgen der Routine und schreibt, daß
       
       #XXI# Vorwort
       -----
       die Methoden  der englischen  und französischen Kriegführung, die
       sich durch  viele Fehler  auszeichnen, völlig  den  egoistischen,
       volksfeindlichen Zielen  entsprachen ,  die die herrschenden Cli-
       quen dieser  Länder im  Kriege verfolgten.  In den  Artikeln "Der
       Kampf auf der Krim", "Das Untersuchungskomitee und seine Arbeit",
       "Die britische  Armee", "Züchtigung  der Soldaten" und in anderen
       zeigen Marx und Engels den Konservatismus des englischen Militär-
       systems und  in der  Organisation der englischen Armee, das nied-
       rige Niveau  der theoretischen  und militärischen  Ausbildung der
       englischen Offiziere,  die Talentlosigkeit  der Heeresleitung und
       der Leiter der Intendantur, die es trotz relativ günstiger Bedin-
       gungen nicht fertigbrachten, die englische Armee zu bewaffnen und
       auszurüsten. Eine  Charakteristik  der  konterrevolutionären  Zu-
       stände, die  von den  bonapartistischen Kreisen  in der französi-
       schen Armee  hergestellt worden  waren, sowie der Mittelmäßigkeit
       einer Reihe  von Militärs  des Zweiten  Kaiserreichs ist  in  den
       obenerwähnten Artikeln von Marx und Engels zur Entlarvung des Bo-
       napartismus enthalten.
       Die überwiegende  Mehrzahl der  militärischen Übersichten von En-
       gels behandelt  die Belagerung  und die Verteidigung Sewastopols.
       Die heldenhafte  elfmonatige Epopöe der Verteidigung dieser Stadt
       durch russische  Truppen, die die Blicke der ganzen Welt auf sich
       zog, stand  natürlich im  Mittelpunkt der Aufmerksamkeit von Marx
       und Engels.  Engels faßte die Belagerung und die Verteidigung Se-
       wastopols als  eine neue  Etappe des  Krimfeldzugs auf und unter-
       suchte eingehend die von den englischen und französischen Truppen
       angewandten Methoden  der Belagerung  und  der  Verteidigung  von
       Sewastopol durch die Russen. In bezug auf die Erfahrungen der Se-
       wastopoler Kampagne  machte Engels  wichtige  Verallgemeinerungen
       über die  Bedeutung der  Festungen im  damaligen Krieg sowie über
       das Zusammenwirken von Feldtruppen und Festungen.
       In den  Artikeln "Die  Affäre vom  23.März", "Eine  Schlacht  bei
       Sewastopol" und  in anderen  analysiert Engels die Belagerungsme-
       thoden der  Alliierten. Er  schreibt: "Es ist unmöglich, seit der
       Belagerung von  Troja, in  den Annalen des Kriegs eine Belagerung
       aufzuweisen, so zusammenhanglos, ideenlos und ruhmlos wie die Be-
       lagerung von  Sewastopol" (siehe  vorl. Band, S. 192). Im Bau von
       Befestigungsanlagen, betont  Engels, waren die Russen den Englän-
       dern und Franzosen bei weitem überlegen. Engels schätzt die Orga-
       nisation der Verteidigung von Sewastopol sowie die militärtechni-
       sche Kunst  der Verteidiger  hoch ein  und hebt den Heldenmut und
       die Tapferkeit  der Verteidiger der russischen Festung hervor. In
       den Artikeln  "Der Verlauf  des Krieges", "Aus Sewastopol" und in
       anderen stellt Engels den Alliierten das hohe Können der Militär-
       ingenieure der Sewastopoler Garnison, darunter
       
       #XXII# Vorwort
       -----
       des Chefs  des Ingenieurwesens  Todtleben, als Beispiel hin sowie
       ihre Fähigkeit,  sich in  der jeweiligen  Lage genau und rasch zu
       orientieren, kundig  die Feuerlinie  anzuordnen und die Verteidi-
       gungsarbeiten zu organisieren. Die Errichtung neuer Befestigungen
       während der Verteidigung war, wie Engels schreibt, "ein Unterneh-
       men sondergleichen,  das kühnste  und geschickteste,  das je eine
       belagerte Garnison  unternommen hat"  (siehe vorl. Band, S. 171).
       Engels hebt die von den Russen angewandte Anordnung der Batterien
       hervor, die  die beste  Ausnutzung der  Vorteile des Geländes er-
       laubte. Er  weist darauf  hin, daß ein wichtiges Mittel im allge-
       meinen System der Verteidigung der Russen ihre erfolgreichen Aus-
       fälle waren,  bei denen  sie "mit großer Meisterschaft, verbunden
       mit ihrer  üblichen Zähigkeit",  handelten (siehe  vorl. Band, S.
       152/153). Zusammenfassend  gelangt Engels zu dem Schluß, daß "die
       ganze Führung  dieser Verteidigung  klassisch war"  (siehe  vorl.
       Band S. 172).
       Diese Urteile  zeigen, daß  Engels das  Heldentum und die Kriegs-
       kunst der  Verteidiger von  Sewastopol gebührend einschätzte, daß
       er es  verstand, bei  der Kennzeichnung  der Kriegsereignisse ein
       objektives Kriterium  zu finden,  auch wenn er nur über eine ein-
       seitige und oft ziemlich tendenziöse Information über den Verlauf
       der Kriegsereignisse  verfügte, denn die englischen und französi-
       schen Meldungen  konnte er  damals oft  nicht überprüfen.  Später
       verweist Engels  nach gründlicherer  und allseitiger Untersuchung
       wiederholt auf  die Erfahrungen der heldenhaften Verteidigung Se-
       wastopols als  ein hervorragendes  Beispiel aktiver Verteidigung,
       als Vorbild  militärischer Meisterschaft  und des  Heldenmuts der
       Verteidiger (siehe zum Beispiel Engels' Artikel über den nationa-
       len Befreiungsauf  stand 1857-1859 in Indien und seine Kriegsauf-
       sätze aus den Jahren 1870/71).
       Die von  Engels damals durchgeführte Untersuchung der Entwicklung
       des Militärwesens  fand ihren Niederschlag in seiner verallgemei-
       nernden Arbeit  "Die Armeen Europas". In ihr sowie in den militä-
       rischen Übersichten zeigt sich Engels als großer Militärfachmann,
       als guter Kenner der Kriegsgeschichte und des Zustandes der dama-
       ligen Streitkräfte.  Diese Arbeit  enthält eine ausführliche Cha-
       rakteristik der Armeen der europäischen Staaten, zeigt die Beson-
       derheiten jeder  Armee in  bezug auf  Organisation,  Mannschafts-
       ergänzung, Ausbildungssystem  und Kampfeigenschaften der Soldaten
       und Offiziere.  Engels zeigt  in ihr die Bedeutung der nationalen
       Besonderheiten und Traditionen in der Entwicklung jeder Armee und
       hebt zugleich  hervor, daß der allgemeine Fortschritt der Kriegs-
       technik und  die im  Militärwesen eingeführten  Vervollkommnungen
       jede Armee  veranlassen, die Erfahrungen aller übrigen zu berück-
       sichtigen und auszunutzen. Engels kritisiert die für die
       
       #XXIII# Vorwort
       -----
       kriegsgeschichtliche Literatur der herrschenden Klassen charakte-
       ristischen idealistischen und nationalistischen Tendenzen, insbe-
       sondere die  verbreitete "Theorie"  von der  Unbesiegbarkeit  der
       einen oder anderen Armee in allen Zeiten. Durch die ganze Schrift
       von Engels  zieht sich  die wichtige These des historischen Mate-
       rialismus, daß  der Zustand und die Kampffähigkeit der einen oder
       anderen Armee  vor allem  durch das  Niveau der ökonomischen Ent-
       wicklung, durch die soziale und politische Ordnung des betreffen-
       den Landes  bestimmt wird - eine These, die später ausführlich im
       "Anti-Dühring" entwickelt  wird. Engels schreibt vor allem in be-
       zug auf  die preußische  Armee, daß  das fortschrittliche Prinzip
       der Ergänzung und Ausbildung der Truppen durch eine kurze Dienst-
       zeit der  gesamten wehrfähigen  Bevölkerung infolge  der reaktio-
       nären politischen  Ordnung in  Preußen nicht  konsequent verwirk-
       licht und  dadurch entstellt  wurde,  weil  "die  Regierung  eine
       einsatzbereite und  verläßliche Armee  haben wollte, die notfalls
       gegen Unruhen  im Innern  eingesetzt werden  konnte" (siehe vorl.
       Band, S.  441). Engels  bemerkt, daß  die nationale Unterdrückung
       und die Entfachung der nationalen Zwietracht, die für das politi-
       sche System  der Habsburger-Monarchie bezeichnend waren, auch ih-
       ren Niederschlag  in der  österreichischen Armee fanden, was sich
       auf  ihre  Kampffähigkeit  negativ  auswirkte.  Die  rückständige
       feudalistische Ordnung der Türkei, die Willkür und die Mißbräuche
       der Paschas verhinderten, wie Engels in dem Abschnitt "Die türki-
       sche Armee" zeigt, die Durchführung der notwendigen Militärrefor-
       men. Den  Einfluß feudalistischer Überreste stellt Engels auch in
       den Armeen vieler europäischer Staaten fest.
       Sowohl in  dieser Arbeit  wie auch  in dem Artikel "Die russische
       Armee" kennzeichnet  Engels, bei  der Beschreibung  des Zustandes
       der damaligen  russischen Armee,  die technische Rückständigkeit,
       die veralteten Methoden der Ergänzung und Ausbildung der Truppen,
       den verbreiteten  "Kasernenhofdrill", die häufigen Veruntreuungen
       usw. als  das Ergebnis  der Ökonomischen  Zurückgebliebenheit des
       zaristischen  Rußlands,   der  herrschenden  feudalen  Leibeigen-
       schaftsverhältnisse sowie  des reaktionären  politischen Regimes.
       Zugleich hebt  Engels die hohen Kampfeigenschaften der russischen
       Soldaten hervor;  er sagt: "Es hat sich immer als leichter erwie-
       sen, die  russischen Soldaten niederzuschießen, als sie zurückzu-
       treiben" (siehe vorl. Band S. 453).
       Man muß jedoch in Betracht ziehen, daß Engels bei der Charakteri-
       sierung der Rückständigkeit der Armee des Rußlands der Leibeigen-
       schaft in  einzelnen Punkten etwas übertrieben hat. So widerspre-
       chen den  historischen Tatsachen die Behauptungen, daß die russi-
       schen Soldaten angeblich stets passiv
       
       #XXIV# Vorwort
       -----
       gewesen seien,  die Ausländer in der russischen Armee eine beson-
       dere Rolle  gespielt hätten,  die fähigen  Leute in  ihren Reihen
       eine Ausnahme  darstellten und  daß bei  gleichen Bedingungen die
       Russen angeblich immer von ihren westeuropäischen Gegnern besiegt
       wurden. Quelle  dieser ungenauen Behauptungen, die Engels in sei-
       nen späteren  Schriften ("Po und Rhein" u.a.) bis zu einem gewis-
       sen Grade richtigstellt, war die tendenziöse Behandlung der mili-
       tärischen  Vergangenheit   Rußlands  durch  die  westeuropäischen
       Militärhistoriker, aus  deren Schriften Engels in Ermangelung an-
       derer Quellen  das Tatsachenmaterial  schöpfen mußte.  Einen  be-
       stimmten Einfluß  auf Engels'  Ansichten über die russische Armee
       hatte die  politische Tendenz  seiner Artikel, die sich gegen den
       Zarismus als  die damalige  Hauptstütze der europäischen Reaktion
       richteten.
       Eine Reihe  von Artikeln - "Der englisch-französische Krieg gegen
       Rußland", "Der  europäische Krieg"  u.a. -,  geschrieben von Marx
       und Engels  zu einer  Zeit, als der Ausgang des Krieges im Grunde
       schon feststand, enthalten einige Resultate des Krimkrieges. "Der
       englisch-französische Krieg  gegen Rußland  wird unstreitig stets
       in der  Kriegsgeschichte als  'der    u n b e g r e i f l i c h e
       Krieg' figurieren.  Großrederei, verbunden mit winzigster Aktion,
       enorme Vorbereitungen  und bedeutungslose  Resultate... mehr  als
       Mittelmäßigkeit in  den Generalen gepaart mit mehr als Tapferkeit
       in den  Truppen... ein  großes Ensemble von Widersprüchen und In-
       konsequenzen. Und dies zeichnet die Russen beinahe ebensosehr wie
       ihre Feinde" (siehe vorl. Band, S. 493). Marx und Engels gelangen
       zu dem  Schluß, daß  der Krimkrieg  die Hoffnungen auf seine Ver-
       wandlung in einen Krieg für demokratische und revolutionäre Prin-
       zipien nicht erfüllt und nicht zu radikalen Umgestaltungen in Eu-
       ropa und  zum Sturz  der reaktionären Regimes in den europäischen
       Ländern geführt  hat. Er hat auch nicht die Widersprüche zwischen
       den europäischen Staaten in der orientalischen und anderen Fragen
       gelöst. In der Arbeit "Der Fall von Kars" bewertet Marx die Pari-
       ser Friedensverhandlungen zwischen den Kriegsteilnehmern als ima-
       ginäre Verhandlungen  und bezeichnet  den Pariser Friedensvertrag
       als einen  ephemerischen Vertrag.  Damit unterstreicht  Marx, daß
       der nach  dem Krimkrieg  abgeschlossene Pariser Frieden nicht nur
       nicht die  Lösung der  strittigen Fragen  bedeutete, sondern  von
       vornherein neue, noch größere Konflikte zwischen den europäischen
       Mächten in sich barg.
       Die Begründer  des Marxismus  stellen fest, daß der Krimkrieg die
       soziale und  politische Ordnung  Europas zwar  nicht  grundlegend
       verändert, wohl  aber die innere Entwicklung einer Reihe von Län-
       dern und  auch die  Entwicklung Rußlands  beeinflußt hat. So sagt
       Marx 1871, auf die Einschätzung des
       
       #XXV# Vorwort
       -----
       Krimkrieges zurückkommend,  in dem  ersten Entwurf seiner Schrift
       "Der Bürgerkrieg  in Frankreich": "Obwohl Rußland mit der Vertei-
       digung von Sewastopol seine Ehre gerettet und mit seinen diploma-
       tischen Triumphen  in Paris die Ausländer geblendet hat, befreite
       seine Regierung  nach der  Niederlage auf  der Krim, die im Lande
       die Fäulnis  seines sozialen  und administrativen  Systems  bloß-
       legte, die Leibeigenen und bildete sein ganzes Verwaltungsund Ge-
       richtssystem um"  (Marx-Engels-Archiv, Band III, (VIII), [Moskau]
       1934, S. 280 [englisch]). Der von Marx festgestellte Zusammenhang
       zwischen - Rußlands Niederlage im Krimkrieg und den Reformen, die
       die zaristische Regierung von oben, von der Höhe des Thrones, wie
       Marx sagte,  durchführen mußte,  um einer Revolution von unten zu
       begegnen, wurde  später von  W.I. Lenin  gründlich und  allseitig
       dargelegt; Lenin schrieb: "Der Krimkrieg hatte die Morschheit und
       Ohnmacht des  Rußlands der  Leibeigenschaft gezeigt" (Werke, Band
       17, S. 95, russ.).
       1855 erschien  eine ganze  Reihe von Artikeln von Marx und Engels
       gleichzeitig in  der "Neuen  Oder-Zeitung" und  in der  "New-York
       Daily Tribune"; bei der Aufnahme dieser Artikel in den vorliegen-
       den Band  wurden jene  Varianten vorgezogen,  die sich durch eine
       größere Vollständigkeit  auszeichnen und  in denen  weniger  Ein-
       griffe durch  die Zeitungsredaktionen festzustellen sind. In die-
       sen Fällen  wird in Anmerkungen auf die nicht aufgenommenen Vari-
       anten hingewiesen.  Einzelne abweichende  Lesarten  zwischen  den
       Varianten werden  in Fußnoten  wiedergegeben. In  einigen  Fällen
       sind in  dem vorliegenden  Band beide  Varianten der betreffenden
       Artikel, soweit sie von selbständigem Interesse sind, aufgenommen
       worden.
       Wie Marx  und Engels  in ihren  Briefen wiederholt  feststellten,
       ging die Redaktion der "New-York Daily Tribune" nach eigenem Gut-
       dünken mit  dem Wortlaut der Artikel um. Bei einer Reihe von Kor-
       respondenzen, besonders  bei den von Engels geschriebenen militä-
       rischen Übersichten,  wollte die Redaktion den Eindruck erwecken,
       daß diese  in New  York geschrieben  seien, und  nahm dementspre-
       chende Änderungen am Text vor; auf solche Eingriffe der Redaktion
       der "New-York  Daily Tribune" wird bei den entsprechenden Stellen
       der Artikel in den Anmerkungen hingewiesen.
       Beim Studium  des in  den Artikeln angeführten konkreten histori-
       schen Materials  ist zu  beachten, daß  Marx und Engels bei einer
       beträchtlichen Zahl von Artikeln, die den Tagesereignissen gewid-
       met waren, als Quelle hauptsächlich Informationen aus der bürger-
       lichen Presse,  aus der  "Times", dem  "Moniteur universel",  dem
       "Economist" und  anderen  Zeitungen  und  Zeitschriften  benutzen
       konnten. In  der Regel  nahmen sie  von hier die Angaben über den
       Verlauf der Kriegshandlungen, über die zahlenmäßige Stärke der
       
       #XXVI# Vorwort
       -----
       kriegführenden Parteien,  über den Zustand der Finanzen, des Han-
       dels usw. In einzelnen Fällen weichen diese Angaben von den Fest-
       stellungen späterer Untersuchungen ab.
       Institut für Marxismus-Leninismus
       beim ZK der KPdSU
       
                                    ---
       
       Im zweiten  Teil des obigen Vorwortes wurden ohne besondere Kenn-
       zeichnung alle  jene Hinweise  weggelassen, die  sich auf frühere
       Veröffentlichungen der  Artikel von Marx und Engels in russischer
       Sprache beziehen.
       Von den  im vorliegenden  Band enthaltenen  36 Artikeln  aus  der
       "New-York Daily  Tribune", "The  Putnam's Monthly"  und "The Peo-
       ple's Paper"  sowie von  den 95 Artikeln aus der "Neuen Oder-Zei-
       tung" werden 59 zum ersten Mal in deutscher Sprache gebracht bzw.
       als Nachdruck wieder veröffentlicht.
       Der Text  des vorliegenden  Bandes  wurde  nach  Originalen  oder
       Photokopien überprüft.  Bei jeder  Arbeit ist  die  herangezogene
       Quelle vermerkt. Bei der Übersetzung der in Englisch vorliegenden
       Artikel wurden  die in  der "Neuen Oder-Zeitung" veröffentlichten
       Varianten herangezogen,  wobei in  allen Fällen  bei völliger in-
       haltlicher Übereinstimmung  beider Texte  oder Textstellen  stets
       der Wortlaut der von Marx vorgenommenen Übersetzung für die "Neue
       Oder-Zeitung" übernommen  wurde. In anderen Fällen wurden vorhan-
       dene Übersetzungen überprüft oder neu angefertigt.
       Die Titel  der Artikel  entsprechen den  Titeln, unter  denen sie
       veröffentlicht worden  waren. Titel, die von der Redaktion erwei-
       tert wurden, sind durch eckige Klammern gekennzeichnet.
       Die von Marx und Engels angeführten Zitate wurden ebenfalls über-
       prüft, soweit die Originale zur Verfügung standen. Längere Zitate
       werden zur  leichteren Übersicht  in  kleinerem  Druck  gebracht.
       Fremdsprachige Zitate und fremdsprachige Wörter, die in den Arti-
       keln der  "Neuen Oder-Zeitung"  vorkommen, sind in Fußnoten über-
       setzt.
       Rechtschreibung  und   Zeichensetzung  sind,  soweit  vertretbar,
       modernisiert. Der  Lautstand der  Wörter in den deutschsprachigen
       Texten wurde  nicht verändert. Alle in eckigen Klammern stehenden
       Wörter und  Wortteile stammen  von der Redaktion; offensichtliche
       Druck- oder Schreibfehler wurden stillschweigend korrigiert.
       
       #XXVII# Vorwort
       -----
       Fußnoten von Marx und Engels sind durch Sternchen gekennzeichnet,
       Fußnoten der Redaktion durch eine durchgehende Linie vom Text ab-
       getrennt und durch Ziffern kenntlich gemacht.
       Zur Erläuterung ist der Band mit Anmerkungen versehen, auf die im
       Text durch  hochgestellte Zahlen  in eckigen Klammern hingewiesen
       wird; außerdem  sind ein Literaturverzeichnis, Daten über das Le-
       ben und  die Tätigkeit von Marx und Engels, ein Personenverzeich-
       nis, ein  Verzeichnis der literarischen und mythologischen Namen,
       eine Liste  der geographischen  Namen sowie  eine  Erklärung  der
       Fremdwörter beigefügt.
       Institut für Marxismus-Leninismus
       beim ZK der SED

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