Quelle: MEW 16 September 1864 - Juli 1870


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       #384#
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       Karl Marx
       
       Der Generalrat an den Föderalrat der romanischen Schweiz [283]
       
       In seiner  außerordentlichen Sitzung  vom 1.  Januar 1870 hat der
       Generalrat beschlossen:
       1. Wir lesen in der "Égalite", vom 11. Dezember 1869:
       
       "Es ist  sicher, daß er" (der Generalrat) "äußerst wichtige Dinge
       vernachlässigt ...  Wir erinnern  ihn an  sie" (die Pflichten des
       Generalrats) "durch den Artikel l des Reglements etc.: 'Der Gene-
       ralrat ist  verpflichtet, die Kongreßbeschlüsse auszuführen.' ...
       Wir hätten genug Fragen an den Generalrat, so daß seine Antworten
       ein ziemlich  langes Dokument  ergäben. Sie  werden später kommen
       ... In der Erwartung ... etc."
       
       Der Generalrat  kennt weder  in den  Statuten noch  im  Reglement
       einen Artikel,  der ihn verpflichtete, sich in eine Korrespondenz
       oder eine Polemik mit der "Égalité" einzulassen oder "Fragen" ir-
       gendwelcher Zeitungen zu "beantworten".
       Allein der Föderalrat der romanischen Schweiz vertritt die Zweig-
       gesellschaften der  romanischen Schweiz  vor dem Generalrat. Wenn
       der Romanische  Föderalrat Anfragen oder Vorwürfe an uns richtet,
       und zwar  auf dem  einzig legitimen  Wege, das heißt durch seinen
       Sekretär, wird  der Generalrat  immer bereit sein, darauf zu ant-
       worten. Aber der Romanische Föderalrat hat weder das Recht, seine
       Funktionen an  die "Égalite"  und den "Progrès" [284] abzutreten,
       noch seine  Funktionen von diesen Zeitungen usurpieren zu lassen.
       Allgemein gesprochen:  die Korrespondenz  des Generalrats mit den
       nationalen und  lokalen Komitees könnte nicht veröffentlicht wer-
       den, ohne  den Interessen  der Assoziation großen Schaden zuzufü-
       gen.  Wenn   also  die  anderen  Organe  der  Internationale  dem
       "Progrès" und der "Égalité" nachahmen würden, sähe sich der Gene-
       ralrat vor  die Alternative  gestellt, sich  entweder durch  sein
       Schweigen vor  der Öffentlichkeit  zu diskreditieren  oder  seine
       Pflichten durch eine öffentliche Antwort zu verletzen. *)
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       *) [In der  Handschrift gestrichen:] Der "Progrès", der dem Gene-
       ralrat nicht  zugeschickt wird,  obwohl dies entsprechend den Be-
       schlüssen dreier aufeinander folgender
       
       #385# Der Generalrat an den Föderalrat der romanischen Schweiz
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       Die "Égalité"  hat sich dem "Progrès" (einer Zeitung, die dem Ge-
       neralrat nicht  zugeschickt wird)  beigesellt, um  den  "Travail"
       [285] (eine Pariser Zeitung, die sich bis jetzt noch nicht zu ei-
       nem Organ der Internationale erklärt hat und dem Generalrat nicht
       zugeht) aufzufordern, vom Generalrat Erklärungen zu verlangen. *)
       Das ist beinahe eine Liga für das öffentliche Wohl [286]!
       2. Angenommen, die  von der "Égalité" gestellten Fragen gehen vom
       Romanischen Föderalrat  aus, so  wollen wir sie beantworten, aber
       nur unter der Bedingung, daß solche Fragen an uns nicht wieder in
       dieser Weise gestellt werden.
       3. Die Frage des Bulletins.
       Die Beschlüsse des Genfer Kongresses, die in das Reglement aufge-
       nommen wurden, schreiben vor, daß die nationalen Komitees dem Ge-
       neralrat Dokumente  über die  proletarische Bewegung  einzusenden
       haben und  daß der  Generalrat dann ein Bulletin in den verschie-
       denen Sprachen  veröffentlichen soll,  "sooft seine Mittel es ihm
       erlauben" ("As  often as  its means  permit, the  General Council
       shall publish a report etc.")
       Die Verpflichtung  des Generalrats  war demnach  an    B e d i n-
       g u n g e n   geknüpft, die niemals erfüllt wurden. Selbst die in
       den Statuten  vorgeschriebene statistische  Untersuchung, die von
       mehreren aufeinander folgenden allgemeinen Kongressen beschlossen
       und Jahr  für Jahr  vom Generalrat  verlangt wurde,  ist  niemals
       durchgeführt worden.  Dem Generalrat wurde kein einziges Dokument
       vorgelegt. Was  die   M i t t e l   anbelangt, so hätte der Gene-
       ralrat ohne  die regionalen  Beiträge aus  England und  ohne  die
       persönlichen Opfer  seiner Mitglieder  schon längst  aufgehört zu
       existieren.
       So ist  das vom  Genfer Kongreß  angenommene Reglement  ein toter
       Buchstabe geblieben. **)
       Was den  Kongreß zu Basel betrifft, so hat er nicht über die Aus-
       führung
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       allgemeiner Kongresse  geschehen müßte, ergriff die Initiative in
       der Usurpation der Funktionen des Generalrats.
       *) [In der  Handschrift gestrichen:!  Wahrlich, es  scheint,  daß
       dieselben Personen,  die im vergangenen Jahr unmittelbar nach ih-
       rem verspäteten  Eintritt in  unsere Assoziation  das gefährliche
       Projekt ausheckten,  innerhalb der  Internationalen Arbeiterasso-
       ziation eine  andere internationale  Assoziation unter ihrer per-
       sönlichen Kontrolle und mit dem Sitz in Genf zu gründen, ihr Pro-
       jekt wieder  aufgegriffen haben und noch immer daran glauben, daß
       ihre besondere  Mission die  Usurpation der  obersten Leitung der
       Internationalen Assoziation  sei. Der Generalrat erinnert den Ro-
       manischen Föderalrat  daran, daß er für die Leitung der "Égalité"
       und des "Progrès" verantwortlich ist. [In der Handschrift gestri-
       chen:] So schätzte es auch der Baseler Kongreß ein.
       
       #386# Karl Marx
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       dieses bestehenden  Reglements, sondern nur über die Opportunität
       eines zu  schaffenden Bulletins  diskutiert und  keinen  Beschluß
       darüber gefaßt  (siehe den  deutschen Bericht, der in Basel unter
       den Augen des Kongresses gedruckt wurde [287]).
       Übrigens glaubt  der Generalrat,  daß der ursprüngliche Zweck des
       Bulletins zur  Zeit vollkommen  von den verschiedenen Organen der
       Internationale erfüllt  wird, die  in verschiedenen  Sprachen er-
       scheinen und auf dem Wege des gegenseitigen Austauschs verbreitet
       werden. Es wäre absurd, durch kostspielige Bulletins erreichen zu
       wollen, was bereits ohne Kosten erreicht wird. Andererseits würde
       ein Bulletin,  das Dinge  veröffentlicht, die  in den Organen der
       Internationale nicht  gedruckt werden,  nur dazu  dienen,  unsere
       Feinde hinter die Kulissen sehen zu lassen.
       4. Die Frage der Trennung des Generalrats vom Föderalrat für Eng-
       land.
       Lange vor  der Gründung der "Égalité" wurde dieser Vorschlag wie-
       derholt im  Generalrat selbst  von einem  oder zwei seiner engli-
       schen Mitglieder  eingebracht. Man  hat ihn  aber stets fast ein-
       stimmig abgelehnt.  Obgleich die  revolutionäre Initiative  wahr-
       scheinlich von  Frankreich ausgehen wird, kann allein England als
       Hebel für  eine ernsthafte  ökonomische Revolution dienen. Es ist
       das einzige  Land, wo es keine Bauern mehr gibt und wo der Grund-
       besitz in  wenigen Händen  konzentriert ist.  Es ist  das einzige
       Land, wo  die kapitalistische  Form - d.h. die auf großer Stufen-
       leiter kombinierte  Arbeit unter  kapitalistischen Unternehmern -
       sich fast der gesamten Produktion bemächtigt hat. Es ist das ein-
       zige Land,  wo die  große Mehrheit der Bevölkerung aus Lohnarbei-
       tern (wages  labourers) besteht.  Es ist das einzige Land, wo der
       Klassenkampf und  die Organisation  der Arbeiterklasse  durch die
       Trade-Unions einen  gewissen Grad der Reife und der Universalität
       erlangt haben.  Dank seiner Herrschaft auf dem Weltmarkt ist Eng-
       land das  einzige Land,  wo jede  Revolution in  den ökonomischen
       Verhältnissen unmittelbar  auf die  ganze Welt  zurückwirken muß.
       Wenn der  Landlordismus und  der Kapitalismus  ihren  klassischen
       Sitz in  diesem Lande haben, so sind andererseits die materiellen
       Bedingungen ihrer  Vernichtung dort  am meisten herangereift. Der
       Generalrat ist  jetzt in  der glücklichen Lage, seine Hand direkt
       auf diesem  großen Hebel  der proletarischen Revolution zu haben;
       welche Torheit,  ja, man  könnte fast  sagen, welches  Verbrechen
       wäre es, ihn (englischen Händen allein zu überlassen!
       Die Engländer  verfügen über alle notwendigen materiellen Voraus-
       setzungen für  eine soziale  Revolution. Woran  es ihnen mangelt,
       ist der Geist der Verallgemeinerung und die revolutionäre Leiden-
       schaft. Dem  kann nur  der Generalrat  abhelfen und  somit-  eine
       wahrhaft revolutionäre Bewegung in
       
       #387# Der Generalrat an den Föderalrat der romanischen Schweiz
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       diesem Land  und folglich  überall beschleunigen.  Die großen Er-
       folge, die  wir bereits  in dieser Hinsicht erzielt haben, werden
       von den  klügsten und  angesehensten Zeitungen  der  herrschenden
       Klassen bezeugt,  wie z.B.  von  der  "Pall  Mall  Gazette",  der
       "Saturday Review", dem "Spectator" [288] und der "Fortnightly Re-
       view", ganz  abgesehen von  den sogenannten radikalen Mitgliedern
       des Unterhauses  und des  Oberhauses, die  noch vor  kurzem einen
       großen Einfluß  auf die  Führer der englischen Arbeiter ausübten.
       Sie klagen uns öffentlich an, wir hätten den englischen Geist der
       Arbeiterklasse vergiftet und fast erstickt und sie zum revolutio-
       nären Sozialismus getrieben.
       Die einzige  Methode, diese  Veränderung  zu  erreichen,  besteht
       darin, daß  wir als  Generalrat der  Internationalen  Assoziation
       handeln. Als  Generalrat können  wir Maßnahmen  veranlassen  (wie
       z.B. die  Gründung der  Land! and  Labour League [289]), die dann
       später, bei ihrer Ausführung, vor der Öffentlichkeit als spontane
       Bewegungen der englischen Arbeiterklasse erscheinen.
       Würde ein  Föderalrat außerhalb  des Generalrats gebildet, welche
       unmittelbaren Auswirkungen  hätte dies?  Der  Föderalrat  befände
       sich zwischen dem Generalrat der Internationale und dem Allgemei-
       nen Rat  der Trade-Unions  [215] und  besäße keinerlei Autorität.
       Andererseits würde  der Generalrat  diesen großen  Hebel aus  den
       Händen lassen.  Wenn wir  laute Marktschreierei  ernster und  un-
       sichtbarer Arbeit vorzögen, dann hätten wir vielleicht den Fehler
       begangen, öffentlich  auf die  Frage der  "Égalité" zu antworten,
       warum "der  Generalrat sich in diese so lästige Häufung von Funk-
       tionen fügt".
       England darf nicht einfach den anderen Ländern gleichgesetzt wer-
       den. Man muß es als die Metropole des Kapitals betrachten.
       5. Die Frage  der Resolution  des Generalrats  über  die  irische
       Amnestie. 1*)
       Wenn England  das Bollwerk des europäischen Landlordismus und Ka-
       pitalismus ist,  so ist  Irland der  einzige Punkt,  wo  man  den
       großen Schlag gegen das offizielle England führen kann.
       Erstens ist  Irland das  Bollwerk des  englischen  Landlordismus.
       Wenn er  in Irland  fiele, so fiele er auch in England. In Irland
       kann dies hundertmal leichter erreicht werden, weil sich der öko-
       nomische Kampf  dort ausschließlich  auf den  Grundbesitz konzen-
       triert, weil  dieser Kampf  dort gleichzeitig  ein nationaler ist
       und weil  das Volk dort revolutionärer und erbitterter ist als in
       England. Der  Landlordismus in  Irland wird  ausschließlich durch
       die
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       *) Siehe vorl. Band, S. 383
       
       #388# Karl Marx
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       englische Armee  aufrechterhalten. In  dem Moment, wo die Zwangs-
       union [290]  zwischen den  beiden Ländern aufhört, wird in Irland
       sofort eine  soziale Revolution ausbrechen, wenn auch in veralte-
       ten Formen.  Der englische  Landlordismus wird nicht nur eine be-
       deutende Quelle  seiner Reichtümer  verlieren, sondern auch seine
       größte moralische Kraft - die Kraft, die Herrschaft Englands über
       Irland zu repräsentieren. Andererseits macht das englische Prole-
       tariat seine Landlords in England selbst unverwundbar, solange es
       ihre Macht in Irland aufrechterhält.
       Zweitens hat  die englische  Bourgeoisie das  irische Elend nicht
       nur ausgenutzt,  um durch  die erzwungene  Einwanderung der armen
       Iren die  Lage der  Arbeiterklasse in  England zu verschlechtern,
       sondern sie hat überdies das Proletariat in zwei feindliche Lager
       gespalten. Das  revolutionäre Feuer des keltischen Arbeiters ver-
       einigt sich  nicht mit  der soliden, aber langsamen Natur des an-
       gelsächsischen Arbeiters.  Im Gegenteil,  es  herrscht  in  allen
       großen Industriezentren Englands ein tiefer Antagonismus zwischen
       dem irischen  und englischen  Proletarier. Der gewöhnliche engli-
       sche Arbeiter  haßt den  irischen als einen Konkurrenten, der die
       Löhne und  den Standard of life 1*) herabdrückt. Er empfindet ihm
       gegenüber nationale  und religiöse Antipathien. Er betrachtet ihn
       fast mit  denselben Augen, wie die poor whites 2*) der Südstaaten
       Nordamerikas die  schwarzen Sklaven  betrachteten. Dieser Antago-
       nismus zwischen  den Proletariern  in England selbst wird von der
       Bourgeoisie künstlich  geschürt und  wachgehalten. Sie  weiß, daß
       diese Spaltung das wahre Geheimnis der Erhaltung ihrer Macht ist.
       Dieser Antagonismus  wiederholt sich  auch jenseits des Atlantik.
       Die von ihrem heimatlichen Boden durch Ochsen und Hammel vertrie-
       benen Iren  finden sich  in Nordamerika  wieder, wo sie einen an-
       sehnlichen und  ständig wachsenden  Teil der  Bevölkerung bilden.
       Ihr einziger Gedanke, ihre einzige Leidenschaft ist der Haß gegen
       England. Die englische und die amerikanische Regierung (das heißt
       die Klassen, welche sie repräsentieren) nähren diese Leidenschaf-
       ten, um  den geheimen  Kampf zwischen den Vereinigten Staaten und
       England zu  verewigen, und  behindern somit  eine aufrichtige und
       ernsthafte Allianz  zwischen den Arbeiterklassen zu beiden Seiten
       des Atlantik und folglich deren gemeinsame Emanzipation.
       Außerdem ist  Irland der einzige Vorwand der englischen Regierung
       um eine große stehende Armee zu unterhalten, die im Bedarfsfalle,
       wie es  sich gezeigt hat, auf die englischen Arbeiter losgelassen
       wird, nachdem sie in Irland zur Soldateska ausgebildet wurde.
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       1*) Lebensstandard - 2*) armen Weißen
       
       #389# Der Generalrat an den Föderalrat der romanischen Schweiz
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       Schließlich wiederholt  sich im England unserer Tage das, was uns
       das Alte  Rom in ungeheurem Maßstab zeigte. Das Volk, das ein an-
       deres Volk unterjocht, schmiedet seine eigenen Ketten.
       Der Standpunkt  der Internationalen  Assoziation in  der irischen
       Frage ist also klar. Ihre erste Aufgabe ist es, die soziale Revo-
       lution in  England zu beschleunigen. Zu diesem Zwecke muß man den
       entscheidenden Schlag in Irland führen *).
       Die Resolution des Generalrats über die irische Amnestie soll nur
       dazu dienen,  andere Resolutionen  einzuleiten, in denen zum Aus-
       druck gebracht  werden wird,  daß es, abgesehen von jeglicher in-
       ternationaler Gerechtigkeit,  eine Vorbedingung für die Emanzipa-
       tion der  englischen Arbeiterklasse  ist,  die  Zwangsunion  (das
       heißt die Versklavung Irlands) in eine gleiche und freie Konföde-
       ration umzuwandeln,  wenn das möglich ist, oder die völlige Tren-
       nung zu erzwingen, wenn es sein muß. **)
       Übrigens  sind   die  naiven  Doktrinen  der  "Égalité"  und  des
       "Progrès" über  den Zusammenhang oder vielmehr über das Nichtvor-
       handensein eines  Zusammenhangs zwischen der sozialen und politi-
       schen Bewegung unseres Wissens auf keinem unserer internationalen
       Kongresse anerkannt  worden. Sie  stehen im  Gegensatz zu unseren
       Statuten. Dort heißt es:
       "That the  economical emancipation of the working classes is the-
       refore the  great end  to which every political movement ought to
       be subordinate as a means" 1*)
       ---
       *) [In der Handschrift gestrichen:] und auf jede mögliche Art und
       Weise den ökonomischen und nationalen Kampf der Iren fördern.
       **) [In der  Handschrift gestrichen:] Die Schwierigkeiten, ja so-
       gar die  persönlichen Gefahren, denen sich die Mitglieder des Ge-
       neralrats aussetzen,  indem sie  sich auf dieses Terrain begeben,
       kann man  schon aus der einfachen Tatsache ersehen, daß der "Bee-
       Hive" in  seinen Berichten über unsere Sitzungen nicht nur unsere
       Resolutionen unterschlagen,  sondern überhaupt die Tatsache nicht
       erwähnt hat,  daß sich  der Generalrat mit der irischen Frage be-
       schäftigt. Dadurch war der Generalrat gezwungen, seine Resolutio-
       nen drucken  zu lassen,  um sie an alle Trade-Unions einzeln ver-
       schicken zu  können. Es  steht der  "Égalité" frei, zu sagen, daß
       dies eine  "lokale politische  Bewegung" sei, daß sie es durchaus
       einem Föderalrat überlassen würde, sich mit derartigen Bagatellen
       zu beschäftigen, und daß es nicht nötig sei, "die bestehenden Re-
       gierungen zu  verbessern". Sie  hätte aus  demselben Grunde sagen
       können, daß  wir die  Absicht hätten,  die belgische Regierung zu
       verbessern, da wir deren Metzeleien brandmarken.
       -----
       1*) "Daß die  ökonomische Emanzipation  der Arbeiterklasse  daher
       der große Endzweck ist, dem jede politische Bewegung, als Mittel,
       unterzuordnen ist." (Siehe vorl. Band, S. 14.)
       
       #390# Karl Marx
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       Diese Worte  "as a  means", "als Mittel", wurden in der französi-
       schen Übersetzung, die 1864 vom Pariser Komitee angefertigt wurde
       [291], weggelassen.  Auf die  Anfrage des  Generalrats  hin  ent-
       schuldigte sich  das Pariser Komitee mit den Schwierigkeiten sei-
       ner politischen  Situation. Es  gibt noch  andere Verstümmelungen
       des authentischen  Textes der  Statuten. Der erste Erwägungsgrund
       der Statuten  hat folgenden Wortlaut: "The struggle for the eman-
       cipation of the workmg classes means ... a struggle ... for equal
       rights and  duties, and the abolition of all class rule." 1*) Die
       Pariser Übersetzung spricht von "den gleichen Rechten and Pflich-
       ten", das  heißt sie  gebraucht die allgemeine Phrase, die man in
       fast allen  demokratischen Manifesten seit einem Jahrhundert fin-
       det und  die von  den verschiedenen Klassen verschieden ausgelegt
       wird, aber  sie läßt die konkrete Forderung "the abolition of all
       class rule"  ("Vernichtung der  Klassen") weg.  Dann liest man im
       zweiten Absatz der Erwägungen zu den Statuten:
       "That the economical subjection of the man of labour to the mono-
       polizer of the means of labour, that is the sources of life etc."
       2*) Die  Pariser Übersetzung  setzt "Kapital"  an Stelle von "the
       means of  labour, that  is the  sources of  life" 3*), obwohl der
       letztere Ausdruck  den Grund und Boden ebenso einschließt wie die
       übrigen Arbeitsmittel.
       Der ursprüngliche  und authentische  Text wurde  übrigens in  der
       französischen Übersetzung  wiederhergestellt, die 1866 in Brüssel
       von der "Rive Gauche" veröffentlicht wurde. [292]
       6. Die Frage Liebknecht-Schweitzer.
       Die "Égalité" sagt: "Diese beiden Gruppen gehören der Internatio-
       nale an."  Das ist  falsch. Die  Gruppe der  Eisenacher (die  der
       "Progrès" und die "Égalité" in eine Gruppe des Bürgers Liebknecht
       zu verwandeln  geruhen) gehört  zur  Internationale.  Die  Gruppe
       Schweitzers gehört  ihr nicht an. Schweitzer selbst hat in seinem
       Blatt, dem "Social-Demokrat", ausführlich erklärt, warum die Las-
       salleanische Organisation sich nicht der Internationale anschlie-
       ßen könne,  ohne sich  selbst zu  vernichten. Er hat die Wahrheit
       gesagt, ohne  es zu  wissen. Seine  künstliche Sektenorganisation
       steht im  Gegensatz zur  historischen und  spontanen Organisation
       der Arbeiterklasse.
       Der "Progrès"  und die  "Égalité" haben  den Generalrat aufgefor-
       dert, öffentlich  seine "Meinung" über die persönlichen Differen-
       zen zwischen
       -----
       1*) "Der Kampf für die Emanzipation der Arbeiterklasse ist... ein
       Kampf... für gleiche Rechte und Pflichten und für die Vernichtung
       aller Klassenherrschaft."  (Siehe vorl.  Band, S. 14.) - 2*) "Daß
       die ökonomische Unterwerfung des Arbeiters unter den Aneigner der
       Arbeitsmittel, d.h. der Lebensquellen etc." (Siehe vorl. Band, S.
       14.) - 3*) "der Arbeitsmittel, d.h. der Lebensquellen"
       
       #391# Der Generalrat an den Föderalrat der romanischen Schweiz
       -----
       Liebknecht und Schweitzer zu äußern. Da der Bürger Johann Philipp
       Becker (der  in dem  Blatte Schweizers ebenso verleumdet wird wie
       Liebknecht)  zu   den  Mitgliedern   des  Redaktionskomitees  der
       "Égalité" gehört,  erscheint es  wirklich  recht  sonderbar,  daß
       seine Redakteure  über die  Tatsachen nicht  besser  unterrichtet
       sind. Sie  mußten wissen,  daß Liebknecht  im "Demokratischen Wo-
       chenblatt" Schweitzer öffentlich aufgefordert hat, den Generalrat
       als  Schiedsrichter   ihrer  Differenzen  anzuerkennen,  und  daß
       Schweitzer es nicht weniger öffentlich abgelehnt hat, die Autori-
       tät des  Generalrats anzuerkennen  [293]. Der  Generalrat hat von
       seiner Seite  aus nichts  unversucht gelassen,  um diesem Skandal
       ein Ende zu machen *). Er hat seinen Sekretär für Deutschland be-
       auftragt, mit  Schweitzer in  Korrespondenz zu  treten, die  dann
       auch zwei  Jahre lang  geführt wurde, doch alle Versuche des Rats
       scheiterten an dem festen Entschluß Schweizers, mit der Sektenor-
       ganisation um jeden Preis seine autokratische Macht aufrechtzuer-
       halten.
       Es ist  Sache des  Generalrats, einen günstigen Moment zu bestim-
       men, wo seine  ö f f e n t l i c h e  I n t e r v e n t i o n  in
       diesem Streit mehr nützen als schaden wird.
       7. Da die  Anklagen der  "Égalité" öffentlich  erhoben werden und
       man annehmen  könnte, daß  sie vom Romanischen Föderalrat in Genf
       herrühren, wird der Generalrat diese Antwort allen mit ihm korre-
       spondierenden Komitees mitteilen.
       Im Auftrag des Generalrats
       Geschrieben um den 1.Januar 1870.
       Nach der handschriftlichen Kopie von Jenny Marx.
       
       Aus dem Französischen.
       ---
       *) [In der  Handschrift von  Hermann Jung  hinzugefügt:], der der
       proletarischen Partei in Deutschland Schande macht.

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