Quelle: MEW 20 Anti-Dühring, Dialektik der Natur

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       Dialektik [203]
       
       (Allgemeine Natur  der Dialektik  als Wissenschaft von den Zusam-
       menhängen im Gegensatz zur Metaphysik zu entwickeln.)
       
       Es ist also die Geschichte der Natur wie der menschlichen Gesell-
       schaft, aus der die Gesetze der Dialektik abstrahiert werden. Sie
       sind eben nichts andres als die allgemeinsten Gesetze dieser bei-
       den Phasen  der geschichtlichen  Entwicklung  sowie  des  Denkens
       selbst. Und  zwar reduzieren  sie sich  der Hauptsache  nach  auf
       drei:
       das Gesetz  des Umschlagens  von Quantität  in Qualität und umge-
       kehrt; das  Gesetz von  der Durchdringung der Gegensätze; das Ge-
       setz von der Negation der Negation.
       Alle drei sind von Hegel in seiner idealistischen Weise als bloße
       D e n k gesetze    entwickelt:  das  erste  im  ersten  Teil  der
       "Logik", in der Lehre vom Sein; das zweite füllt den ganzen zwei-
       ten und  weitaus bedeutendsten Teil seiner "Logik" aus, die Lehre
       vom Wesen;  das dritte  endlich figuriert als Grundgesetz für den
       Aufbau des  ganzen Systems. Der Fehler liegt darin, daß diese Ge-
       setze als  Denkgesetze der  Natur und  Geschichte  aufoktroyiert,
       nicht aus ihnen abgeleitet werden. Daraus entsteht dann die ganze
       gezwungene und oft haarsträubende Konstruktion: Die Welt, sie mag
       wollen oder  nicht, soll  sich nach einem Gedankensystem einrich-
       ten, das  selbst wieder nur das Produkt einer bestimmten Entwick-
       lungsstufe des menschlichen Denkens ist. Kehren wir die Sache um,
       so wird  alles einfach  und die in der idealistischen Philosophie
       äußerst geheimnisvoll  aussehenden dialektischen  Gesetze  werden
       sofort einfach und sonnenklar.
       
       #349# Dialektik
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       Wer übrigens  seinen Hegel  nur einigermaßen kennt, der wird auch
       wissen, daß  Hegel an  Hunderten von  Stellen aus  Natur und  Ge-
       schichte die schlagendsten Einzelbelege für die dialektischen Ge-
       setze zu geben versteht.
       Wir haben  hier kein Handbuch der Dialektik zu verfassen, sondern
       nur nachzuweisen,  daß die  dialektischen Gesetze  wirkliche Ent-
       wicklungsgesetze der Natur, also auch für die theoretische Natur-
       forschung gültig  sind. Wir können daher auf den innern Zusammen-
       hang jener Gesetze unter sich nicht eingehn.
       
       I. Gesetz vom Umschlagen von Quantität in Qualität und umgekehrt.
       Dies können wir für unsern Zweck dahin ausdrücken, daß in der Na-
       tur, in  einer für  jeden Einzelfall  genau feststehenden  Weise,
       qualitative Änderungen nur stattfinden können durch quantitativen
       Zusatz oder  quantitative Entziehung  von Materie  oder  Bewegung
       (sog. Energie).
       Alle qualitativen  Unterschiede in der Natur beruhen entweder auf
       verschiedner chemischer  Zusammensetzung  oder  auf  verschiednen
       Mengen resp.  Formen von  Bewegung (Energie) oder, was fast immer
       der Fall,  auf beiden.  Es ist  also unmöglich, ohne Zufuhr resp.
       Hinwegnahme von Materie oder von Bewegung, d.h. ohne quantitative
       Änderung des  betreffenden Körpers,  seine Qualität zu ändern. In
       dieser Form  erscheint also  der mysteriöse  Hegelsche Satz nicht
       nur ganz rationell, sondern selbst ziemlich einleuchtend.
       Es ist  wohl kaum  nötig, darauf  hinzuweisen, daß  auch die ver-
       schiednen allotropischen  und Aggregatzustände  der Körper,  weil
       auf verschiedner Molekulargruppierung, auf größeren oder geringe-
       ren dem Körper mitgeteilten Mengen von Bewegung beruhen.
       Aber der  Formwechsel der  Bewegung oder  sog. Energie?  Wenn wir
       Wärme in  mechanische Bewegung verändern, oder umgekehrt, da wird
       doch die  Qualität verändert  und die  Quantität bleibt dieselbe?
       Ganz richtig.  Aber Formwechsel  der Bewegung  ist wie Heines La-
       ster: Tugendhaft kann jeder für sich sein, zum Laster gehören im-
       mer zwei  [204]. Formwechsel  der Bewegung ist immer ein Vorgang,
       der zwischen  mindestens zwei Körpern erfolgt, von denen der eine
       ein bestimmtes Quantum Bewegung dieser Qualität (z.B. Wärme) ver-
       liert, der andre ein entsprechendes Quantum Bewegung jener Quali-
       tät (mechanische  Bewegung, Elektrizität,  chemische  Zersetzung)
       empfängt. Quantität  und Qualität entsprechen sich hier also bei-
       derseits und  gegenseitig. Bisher ist es noch nicht gelungen, in-
       nerhalb eines  einzelnen isolierten  Körpers Bewegung  aus  einer
       Form in eine andre zu verwandeln.
       
       #350# Dialektik der Natur
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       Es ist  hier zunächst  nur die Rede von leblosen Körpern; für le-
       bende gilt dasselbe Gesetz, geht aber unter sehr verwickelten Be-
       dingungen vor  sich, und  die quantitative  Messung ist uns heute
       oft noch unmöglich.
       Wenn wir  uns einen  beliebigen leblosen Körper in immer kleinere
       Teile zerteilt  vorstellen, so  tritt zunächst  keine qualitative
       Änderung ein. Aber das hat seine Grenze : Gelingt es uns, wie bei
       der Verdunstung,  die einzelnen  Moleküle frei  darzustellen,  so
       können wir  zwar diese  meist auch  noch weiter zerteilen, jedoch
       nur unter  vollständiger Änderung  der Qualität. Das Molekül zer-
       fällt in seine einzelnen Atome, und diese haben ganz andre Eigen-
       schaften als jene. Bei Molekülen, die aus verschiednen chemischen
       Elementen zusammengesetzt  waren, treten an die Stelle des zusam-
       mengesetzten Moleküls Atome oder Moleküle dieser Elemente selbst;
       bei Elementarmolekülen erscheinen die freien Atome, die ganz ver-
       schiedne qualitative Wirkungen ausüben: Die freien Atome des nas-
       zenten Sauerstoffs  erwirken spielend, was die im Molekül gebund-
       nen des atmosphärischen nie fertigbringen.
       Aber auch schon das Molekül ist von der Körpermasse, der es ange-
       hört, qualitativ verschieden. Es kann Bewegungen vollführen unab-
       hängig von  ihr, und  während sie  scheinbar in Ruhe bleibt, z.B.
       Wärmeschwingungen; es  kann vermittelst Änderung der Lage und des
       Zusammenhangs mit den Nachbarmolekülen den Körper in einen andern
       allotropischen oder Aggregatzustand versetzen usw.
       Wir sehn  also, daß  die rein  quantitative Operation der Teilung
       eine Grenze hat, an der sie in einen qualitativen Unterschied um-
       schlägt: Die  Masse besteht  aus lauter Molekülen, ist aber etwas
       wesentlich vom  Molekül Verschiednes, wie dieses wieder vom Atom.
       Es ist dieser Unterschied, auf dem die Trennung der Mechanik, als
       Wissenschaft von  den himmlischen  und irdischen  Massen, von der
       Physik, als  der Mechanik  der Moleküle,  und der Chemie, als der
       Physik der Atome, beruht.
       In der  Mechanik kommen  keine Qualitäten vor, höchstens Zustände
       wie Gleichgewicht,  Bewegung, potentielle  Energie, die  alle auf
       meßbarer Übertragung  von Bewegung beruhen und selbst quantitativ
       ausdrückbar sind. Soweit also hier qualitative Änderung stattfin-
       det, soweit  ist sie bedingt durch quantitative entsprechende Än-
       derung.
       In der  Physik werden die Körper chemisch unveränderlich oder in-
       different behandelt;  wir haben  es mit  den Veränderungen  ihrer
       Molekularzustände zu  tun und  mit dem  Formwechsel der Bewegung,
       der in  allen Fällen, wenigstens auf einer der beiden Seiten, die
       Moleküle ins Spiel bringt. Hier ist jede Veränderung ein Umschla-
       gen von Quantität in Qualität, eine
       
       #351# Dialektik
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       Folge quantitativer Veränderung der dem Körper innewohnenden oder
       mitgeteilten Bewegungsmenge irgendwelcher Form.
       
       "So ist z.B. der Temperaturgrad des Wassers zunächst gleichgültig
       in Beziehung auf dessen tropfbare Flüssigkeit; es tritt dann aber
       beim Vermehren  oder Vermindern der Temperatur des flüssigen Was-
       sers ein  Punkt ein,  wo dieser  Kohäsionszustand sich ändert und
       das Wasser  einerseits in Dampf und andrerseits in Eis verwandelt
       wird." (Hegel "Enzykl.", Gesamtausg., Bd. VI, S. 217.) [205]
       
       So gehört eine bestimmte Minimalstromstärke dazu, den Platindraht
       des elektrischen  Glühlichts zum Glühen zu bringen ; so hat jedes
       Metall seine  Glüh- und  Schmelzwärme, so  jede Flüssigkeit ihren
       bei bekanntem  Druck feststehenden  Gefrier- und Siedepunkt - so-
       weit unsre  Mittel uns  erlauben, die betreffende Temperatur her-
       vorzubringen: so  endlich auch jedes Gas seinen kritischen Punkt,
       wo Druck  und Abkühlung  es tropfbar  flüssig machen.  Mit  einem
       Wort: Die  sogenannten Konstanten  der  Physik  sind  großenteils
       nichts andres  als  Bezeichnungen  von  Knotenpunkten,  wo  quan-
       titative Veränderung 1*) Zufuhr oder Entziehung von Bewegung qua-
       litative Änderung im Zustand des betreffenden Körpers hervorruft,
       wo also Quantität in Qualität umschlägt.
       Das Gebiet  jedoch, auf  dem das  von Hegel entdeckte Naturgesetz
       seine gewaltigsten  Triumphe feiert, ist das der Chemie. Man kann
       die Chemie  bezeichnen als  die Wissenschaft von den qualitativen
       Veränderungen der Körper infolge veränderter quantitativer Zusam-
       mensetzung. Das  wußte schon  Hegel selbst ("Logik", Gesamtausg.,
       III, S.  433). Gleich  der Sauerstoff: Vereinigen sich drei Atome
       zu einem Molekül, statt der gewöhnlichen zwei, so haben wir Ozon,
       einen Körper,  der durch Geruch und Wirkung von gewöhnlichem Sau-
       erstoff sehr  bestimmt verschieden. Und gar die verschiednen Ver-
       hältnisse, in  denen Sauerstoff sich mit Stickstoff oder Schwefel
       verbindet, und deren jedes einen von allen andern qualitativ ver-
       schiednen Körper  bildet! Wie  verschieden  ist  Lachgas  (Stick-
       stoffmonoxyd N2O)  von Salpetersäureanhydrid  (Stickstoffpentoxyd
       N2O5)! Das  erste ein Gas, das zweite bei gewöhnlicher Temperatur
       ein fester  kristallinischer  Körper.  Und  doch  ist  der  ganze
       Unterschied der  Zusammensetzung  der,  daß  das  zweite  fünfmal
       soviel Sauerstoff  enthält als  das erste,  und  zwischen  beiden
       liegen noch drei andre Oxyde des Stickstoffs (NO, N2O3, NO2), die
       alle von jenen beiden und unter sich qualitativ verschieden sind.
       Noch schlagender  tritt dies  hervor an  den homologen Reihen der
       Kohlenstoff Verbindungen,  namentlich der  einfacheren Kohlenwas-
       serstoffe.
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       1*) Das Wort "Veränderung" ist im Manuskript gestrichen
       
       #352# Dialektik der Natur
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       Von den  normalen Paraffinen ist das niedrigste Methan, CH4; hier
       sind die  vier Verbindungseinheiten des Kohlenstoffatoms mit vier
       Atomen Wasserstoff gesättigt. Das zweite, Äthan C2H6, hat 2 Atome
       Kohlenstoff unter sich verbunden und die freien 6 Verbindungsein-
       heiten mit  6 Atomen Wasserstoff gesättigt. So geht es fort C3H8,
       C4H10) usw.  nach der algebraischen Formel Cn H2n+2, so daß durch
       Zusatz von  je CH2  jedesmal ein von dem früheren qualitativ ver-
       schiedner Körper  gebildet wird. Die drei niedrigsten Glieder der
       Reihe sind  Gase, das  höchste bekannte, das Hekdekan C16H34, ist
       ein fester Körper mit dem Siedepunkt 278 Grad C. Ganz ebenso ver-
       hält sich die Reihe der von den Paraffinen (theoretisch) abgelei-
       teten primären  Alkohole von der Formel Cn H2n+2 O und der einba-
       sischen fetten  Säuren (Formel  Cn H2n O2). Welchen  qualitativen
       Unterschied der  quantitative Zusatz von C3H6 hervorbringen kann,
       lehrt die  Erfahrung, wenn  wir Äthylalkohol C2H6O in irgendeiner
       genießbaren Form  ohne Beimischung andrer Alkohole verzehren, und
       wenn wir  ein andres  Mal denselben  Äthylalkohol zu  uns nehmen,
       aber mit  einem geringen  Zusatz von  Amylalkohol C5H12O, der den
       Hauptbestandteil des infamen Fuselöls bildet. Unser Kopf wird das
       am nächsten  Morgen sicher  gewahr, und zu seinem Schaden; so daß
       man sogar  sagen könnte,  der Rausch und nachher der Katzenjammer
       sei ebenfalls in Qualität umgeschlagene Quantität, einerseits von
       Äthylalkohol, andrerseits von diesem zugesetzten C3H6.
       Bei diesen  Reihen tritt  uns das  Hegelsche Gesetz indes noch in
       einer andern  Form entgegen.  Die unteren Glieder lassen nur eine
       einzige gegenseitige Lagerung der Atome zu. Erreicht aber die An-
       zahl der  zu einem  Molekül verbundenen Atome eine für jede Reihe
       bestimmte Größe,  so kann die Gruppierung der Atome im Molekül in
       mehrfacher Weise  stattfinden; es  können also  zwei oder mehrere
       isomere Körper auftreten, die gleichviel Atome C, H, O im Molekül
       haben, aber dennoch qualitativ verschieden sind. Wir können sogar
       berechnen, wieviel  solcher Isomerien  für jedes  Glied der Reihe
       möglich sind.  So in  der Paraffinreihe für C4H10 zwei, für C5H12
       drei; bei den höheren Gliedern steigt die Zahl der möglichen Iso-
       merien sehr rasch. Es ist also wieder die quantitative Anzahl der
       Atome im  Molekül, die die Möglichkeit und, soweit sie nachgewie-
       sen, auch  die wirkliche Existenz solcher qualitativ verschiednen
       isomeren Körper bedingt.
       Noch mehr.  Aus der  Analogie der  uns in jeder dieser Reihen be-
       kannten Körper  können wir  auf die  physikalischen Eigenschaften
       der noch  unbekannten Glieder der Reihe Schlüsse ziehn und wenig-
       stens für  die den bekannten zunächst folgenden Glieder diese Ei-
       genschaften, Siedepunkt usw., mit ziemlicher Sicherheit vorhersa-
       gen.
       
       #353# Dialektik
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       Endlich aber  gilt das  Hegelsche Gesetz nicht nur für die zusam-
       mengesetzten Körper,  sondern auch  für die  chemischen  Elemente
       selbst. Wir wissen jetzt,
       
       "daß die  chemischen Eigenschaften  der Elemente eine periodische
       Funktion der  Atomgewichte sind" (Roscoe-Schorlemmer, "Ausführli-
       ches Lehrbuch der Chemie", II. Bd., S. 823),
       
       daß also  ihre Qualität  bedingt ist  durch die  Quantität  ihres
       Atomgewichts. Und  die Probe hierauf ist glänzend gemacht worden.
       Mendelejew wies  nach, daß in den nach den Atomgewichten angeord-
       neten Reihen verwandter Elemente verschiedene Lücken sich vorfin-
       den, die darauf hindeuten, daß hier noch neue Elemente zu entdec-
       ken sind.  Eins dieser  unbekannten Elemente, das er Ekaaluminium
       nannte, weil es in der mit Aluminium anfangenden Reihe auf dieses
       folgt, beschrieb  er nach  seinen allgemeinen  chemischen  Eigen-
       schaften im  voraus, und  sagte sein spezifisches und Atomgewicht
       wie sein  Atomvolum annähernd  vorher. Wenige  Jahre später  ent-
       deckte Lecoq  de Boisbaudran  dies Element wirklich, und die Vor-
       ausbestimmungen Mendelejews  trafen bis  auf ganz  geringe Abwei-
       chungen  zu.   Das  Ekaaluminium   war  realisiert   im   Gallium
       (ebendaselbst, S.  828) [206]. Vermittelst der - unbewußten - An-
       wendung des  Hegelschen Gesetzes  vom Umschlagen der Quantität in
       Qualität war  Mendelejew eine wissenschaftliche Tat gelungen, die
       sich der  Leverriers in  der Berechnung  der Bahn  des  noch  un-
       bekannten Planeten Neptun kühn an die Seite stellen darf [38].
       In der  Biologie wie  in der  Geschichte der menschlichen Gesell-
       schaft bewährt  sich dasselbe Gesetz auf jedem Schritt, doch wol-
       len wir  hier bei Beispielen aus den exakten Wissenschaften blei-
       ben, da hier die Quantitäten genau meßbar und verfolgbar sind.
       Wahrscheinlich werden dieselben Herren, die bisher das Umschlagen
       von Quantität  in Qualität  als Mystizismus  und unverständlichen
       Transzendentalismus verschrien  haben, jetzt  erklären, es sei ja
       etwas ganz  Selbstverständliches, Triviales  und Plattes, das sie
       seit langer  Zeit angewandt  hätten, und  somit werde  ihnen  gar
       nichts Neues  gelehrt. Ein allgemeines Gesetz der Natur-, Gesell-
       schafts- und  Denkentwicklung zum  erstenmal in  seiner allgemein
       geltenden Form ausgesprochen zu haben, das bleibt aber immer eine
       weltgeschichtliche Tat. Und wenn die Herren seit Jahren Quantität
       und Qualität  haben ineinander umschlagen lassen, ohne zu wissen,
       was sie  taten, so  werden sie  sich trösten  müssen mit Molières
       Monsieur Jourdain,  der auch  sein Leben  lang  Prosa  gesprochen
       hatte, ohne das geringste davon zu ahnen [70].
       

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