Quelle: MEW 20 Anti-Dühring, Dialektik der Natur


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       #472#
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       [Naturwissenschaft und Philosophie]
       
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       Büchner [276]
       
       Aufkommen der  Richtung. Auflösung  der deutschen  Philosophie in
       Materialismus -  die Kontrolle  über die Wissenschaft beseitigt -
       Losplatzen der  platt materialistischen Popularisation, deren Ma-
       terialismus den  Mangel an Wissenschaft ersetzen sollte. Flor zur
       Zeit der  tiefsten Erniedrigung des bürgerlichen Deutschlands und
       der offiziellen  deutschen Wissenschaft  -1850-1860. Vogt,  Mole-
       schott, Büchner. Gegenseitige Assekuranz. - Neubelebung durch Mo-
       dewerden des Darwinismus, den diese Herrn gleich pachteten.
       Man könnte  sie laufen  lassen und  ihrem nicht unlöblichen, wenn
       auch engen  Beruf überlassen,  dem deutschen  Philister Atheismus
       etc. beizubringen,  aber 1.  das Schimpfen  auf  die  Philosophie
       (Stellen anzuführen)  *), die trotz alledem den Ruhm Deutschlands
       bildet, und  2. die  Anmaßung, die  Naturtheorien auf die Gesell-
       schaft anzuwenden  und den Sozialismus zu reformieren. So zwingen
       sie uns zur Notiznahme.
       Zuerst, was leisten sie auf ihrem eignen Felde? Zitate.
       2. Umschlag,  p. 170/171.  Woher plötzlich  dies Hegelsche? [278]
       Übergang zur Dialektik.
       Zwei philosophische Richtungen, die metaphysische mit fixen Kate-
       gorien, die  dialektische (Aristoteles  und Hegel  besonders) mit
       flüssigen; die  Nachweise, daß  diese fixen  Gegensätze von Grund
       und Folge, Ursache und Wirkung, Identität und Unterschied, Schein
       und Wesen unhaltbar sind,
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       *) Büchner kennt  die Philosophie  nur  als  Dogmatiker,  wie  er
       selbst Dogmatiker des plattesten Abspülicht des deutschen Aufklä-
       richts, dem  der Geist  und die Bewegung der großen französischen
       Materialisten abhanden  gekommen (Hegel über diese) - wie dem Ni-
       colai der  [Geist] des  Voltaire. Lessings  "toter Hund  Spinoza"
       ([Hegel,] "Enz[yklopädie]", Vorr[ede, S.] 19) [277].
       
       #473#
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       Eine Seite aus den Notizen zur "Dialektik der Natur"
       
       #474#
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       #475# Naturwissenschaft und Philosophie
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       daß die  Analyse einen Pol schon als in nuce 1*) vorhanden im an-
       dern nachweist, daß an einem bestimmten Punkt der eine Pol in den
       andern umschlägt,  und daß  die ganze  Logik sich erst aus diesen
       fortschreitenden Gegensätzen  entwickelt. - Dies bei Hegel selbst
       mystisch, weil die Kategorien als präexistierend, und die Dialek-
       tik der  realen Welt  als ihr  bloßer Abglanz erscheint. In Wirk-
       lichkeit umgekehrt:  die Dialektik  des Kopfs nur Widerschein der
       Bewegungsformen der  realen Welt,  der Natur  wie der Geschichte.
       Die Naturforscher bis Ende vorigen Jahrhunderts, ja bis 1830 wur-
       den mit  der alten Metaphysik ziemlich fertig, weil die wirkliche
       Wissenschaft nicht  über Mechanik - irdische und kosmische - hin-
       ausging. Trotzdem  brachte schon  die höhere  Mathematik, die die
       ewige Wahrheit  der  niedern  Mathematik  als  einen  überwundnen
       Standpunkt betrachtet, oft das Gegenteil behauptet und Sätze auf-
       stellt, die dem niedern Mathematiker als barer Unsinn erscheinen,
       Konfusion hinein. Die festen Kategorien lösten sich hier auf, die
       Mathematik war  auf ein  Terrain gekommen,  wo selbst so einfache
       Verhältnisse,  wie  die  der  bloßen  abstrakten  Quantität,  das
       schlechte Unendliche, eine vollkommen dialektische Gestalt annah-
       men und  die Mathematiker  zwangen, wider  Willen und  ohne es zu
       wissen, dialektisch  zu werden.  Nichts komischer als die Windun-
       gen, faulen Schliche, und Notbehelfe der Mathematiker, diesen Wi-
       derspruch zu  lösen, die  höhere und niedre Mathematik zu versöh-
       nen, ihrem Verstand klarzumachen, daß das, was sich ihnen als un-
       leugbares Resultat  ergab, nicht  reiner Blödsinn  sei, und über-
       haupt Ausgangspunkt,  Methode und Resultat der Mathematik des Un-
       endlichen rationell zu erklären.
       Jetzt aber  ist das  alles anders. Die Chemie, abstrakte Teilbar-
       keit des Physikalischen, schlechte Unendlichkeit - Atomistik. Die
       Physiologie - Zelle (der organische Entwicklungsprozeß sowohl des
       Individuums wie  der Arten durch Differenzierung die schlagendste
       Probe auf die rationelle Dialektik) und endlich die Identität der
       Naturkräfte und  ihre gegenseitige Verwandlung, die aller Fixität
       der Kategorien  ein Ende machte. Trotzdem die Masse der Naturfor-
       scher noch  immer fest in den alten metaphysischen Kategorien und
       hülflos, wenn diese modernen Tatsachen, die die Dialektik sozusa-
       gen in  der Natur  nachweisen, rationell erklärt und in Zusammen-
       hang  unter   sich  gebracht   werden  sollen.   Und  hier  mußte
       g e d a c h t   werden: Atom  und Molekül etc. kann man nicht mit
       dem Mikroskop  beobachten, sondern nur mit Denken. Vergleiche die
       Chemiker (ausgenommen  Schorlemmer, der Hegel kennt) und Virchows
       "Zellularpathologie", wo schließlich
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       1*) im Kern
       
       #476# Dialektik der Natur - Notizen und Fragmente
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       allgemeine Phrasen  die Hülflosigkeit  verdecken müssen.  Die des
       Mystizismus entkleidete  Dialektik wird  eine absolute Notwendig-
       keit für  die Naturwissenschaft, die das Gebiet verlassen hat, wo
       die festen Kategorien, gleichsam die niedre Mathematik der Logik,
       ihr Hausgebrauch, ausreichten. Die Philosophie rächt sich posthum
       an der Naturwissenschaft dafür, daß diese sie verlassen hat - und
       doch hätten  die Naturforscher  schon an den naturwissenschaftli-
       chen Erfolgen der Philosophie sehn können, daß in all dieser Phi-
       losophie etwas stak, das auch auf ihrem eignen Gebiet ihnen über-
       legen war  (Leibniz - Gründer der Mathematik des Unendlichen, ge-
       gen den der Induktionsesel Newton [279] als Plagiator und Verder-
       ber tritt  [280]; Kant - kosmische Entstehungstheorie  v o r  La-
       place [26];  Oken -  der erste  in Deutschland,  der die Entwick-
       lungstheorie annahm; Hegel - dessen [...] 1*) Zusammenfassung und
       rationelle Gruppierung  der Naturwissenschaften  eine größere Tat
       ist als all der materialistische Blödsinn zusammen).
       
                                   ---
       
       Bei der Prätention des Büchner, über Sozialismus und Ökonomie aus
       Kampf ums  Dasein abzuurteilen:  Hegel "Enz[yklopädie]", I, p. 9,
       über das Schuhmachen [281].
       Bei der  Politik und [dem] Sozialismus: Der Verstand, auf den die
       Welt gewartet hat (p. 11) [282].
       Außer-, Neben-  und Nacheinander.  Hegel "Enz[yklopädie]", p. 35!
       als Bestimmung des Sinnlichen, der Vorstellung [283].
       Hegel "Enz[yklopädie]  ", p.  40. Naturerscheinungen [284] - aber
       bei Büchner wird nicht  g e d a c h t,  bloß abgeschrieben, daher
       das nicht nötig.
       p. 42. Solon hat seine Gesetze "aus seinem Kopf hervorgebracht" -
       Büchner kann dasselbe für die moderne Gesellschaft.
       p. 45.  Metaphysik -  Wissenschaft der Dinge - nicht der Bewegun-
       gen.
       p. 53.  "Bei der  Erfahrung [kömmt es darauf an, mit welchem Sinn
       man an  die Wirklichkeit geht. Ein großer Sinn macht große Erfah-
       rungen und  erblickt in dem bunten Spiel der Erscheinung das, wo-
       rauf es] ankommt."
       p. 56.  Parallelismus zwischen  menschlichem Individuum  und  Ge-
       schichte [285] = Parallelismus zwischen Embryologie und Paläonto-
       logie.
       
                                    *
       
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       1*) Das Wort ist im Manuskript nicht zu entziffern, da es von ei-
       nem Tintenklecks verdeckt ist
       
       #477# Naturwissenschaft und Philosophie
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       Wie Fourier  a mathematical  poem 1*) [286]  und  doch  noch  ge-
       braucht, so Hegel a dialectical poem 2*).
       
                                    *
       
       Die falsche   P o r o s i t ä t s t h e o r i e   (worin die ver-
       schiednen falschen  Materien, Wärmestoff etc., in ihren gegensei-
       tigen Poren  sitzen und  sich doch nicht durchdringen) von Hegel,
       "Enz[yklopädie]", 1,  [S.] 259,  als reine    E r d i c h t u n g
       d e s   V e r s t a n d e s    dargestellt,  siehe  auch  "Logik"
       [287].
       
                                    *
       
       Hegel,  "Enzyklopädie]",  I,  [S.]  205/206  [288],  prophetische
       Stelle über  die Atomgewichte  gegenüber den damaligen physikali-
       schen Auffassungen  und über Atom, Molekül als Gedankenbestimmun-
       gen, worüber das  D e n k e n  zu entscheiden hat.
       
                                    *
       
       Wenn Hegel  die Natur als eine Manifestation der ewigen "Idee" in
       der Entäußerung ansieht, und dies ein so schweres Verbrechen ist,
       was sollen wir sagen zum Morphologen Richard Owen :
       
       "Die urbildliche Idee war lange vor der Existenz jener tierischen
       Arten, die sie jetzt verwirklichen, in verschiedenen solcher For-
       men auf  diesem Planeten  verkörpert" ("Nature  of Limbs", 1849).
       [289]
       
       Wenn das ein mystischer Naturforscher sagt, der sich nichts dabei
       denkt, so  geht's ruhig  hin, wenn  aber ein  Philosoph  dasselbe
       sagt, der  sich etwas,  und zwar  au fond  3*) das Richtige, wenn
       auch in verkehrter Form, dabei denkt, so ist's Mystik und ein un-
       erhörtes Verbrechen.
       
                                    *
       
       N a t u r f o r s c h e r l i c h e s    D e n k e n:    Agassiz'
       Schöpfungsplan, wonach  Gott vom  Allgemeinen zum  Besondern  und
       Einzelnen fortschafft,  zuerst das  Wirbeltier als  solches, dann
       das Säugetier  als solches,  das Raubtier  als solches, die Katze
       als solche und endlich erst den Löwen etc. schafft! also erst ab-
       strakte Begriffe  in Gestalt  von konkreten  Dingen und dann kon-
       krete Dinge! (Siehe Haeckel, p. 59.) [290]
       
                                    *
       
       Bei   O k e n   (Haeckel, p. 85 ff.) tritt der Unsinn hervor, der
       entstanden aus  dem Dualismus zwischen Naturwissenschaft und Phi-
       losophie. Oken  entdeckt auf  dem Gedankenweg das Protoplasma und
       die Zelle, aber es fällt
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       1*) ein mathematisches  Gedicht - 2*) ein dialektisches Gedicht -
       3*) im Grunde genommen
       
       #478# Dialektik der Natur - Notizen und Fragmente
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       niemand ein,  die Sache  naturwissenschaftlich zu verfolgen - das
       D e n k e n   soll's leisten!  und als Protoplasma und Zelle ent-
       deckt werden, ist Oken im allgemeinen Verschiß!
       
                                    *
       
       Hofmann ("Ein Jahrhundert Chemie unter den Hohenzollern") zitiert
       Naturphilosophie, Zitat  aus Rosenkranz,  dem  Belletristen,  den
       kein richtiger Hegelianer anerkennt. Die Naturphilosophie für Ro-
       senkranz verantwortlich  zu machen,  ist ebenso  albern, wie wenn
       Hofmann die  Hohenzollern für die Marggrafsche Entdeckung des Rü-
       benzuckers verantwortlich macht. [291]
       
                                    *
       
       T h e o r i e   u n d  E m p i r i e:  die Abplattung theoretisch
       durch Newton  festgestellt. Die Cassinis [292] und andere Franzo-
       sen behaupteten  noch lange nachher, auf ihre empirischen Messun-
       gen gestützt,  daß die  Erde ellipsoidisch und die Polarachse die
       längste sei.
       
                                    *
       
       Die  Verachtung  der  Empiriker  für  die  Griechen  erhält  eine
       eigentümliche Illustration,  wenn man  z.B. Th.Thomson ("On Elec-
       tricity") [293]  liest, wo Leute wie Davy und selbst noch Faraday
       im dunkeln herumtappen (elektrischer Funken etc.) und Experimente
       anstellen, die  ganz an  die Erzählungen von Aristoteles und Pli-
       nius über  physikalisch-chemische Verhältnisse erinnern. Grade in
       dieser neuen  Wissenschaft reproduzieren  die Empiriker  ganz das
       blinde Tasten der Alten. Und wo der geniale Faraday eine richtige
       Fährte hat,  muß der Philister Thomson dagegen protestieren ([p.]
       397).
       
                                    *
       
       Haeckel, "Anthrop[ogenie]", [S.] 707:
       
       "Nach der materialistischen Weltanschauung ist die  M a t e r i e
       o d e r   d e r   S t o f f  f r ü h e r  d a  a l s  d i e  B e-
       w e g u n g   oder die  lebendige Kraft,  der Stoff hat die Kraft
       geschaffen." Dies  sei ebenso falsch, wie daß die Kraft den Stoff
       geschaffen, da Kraft und Stoff untrennbar.
       
       Wo holt der sich seinen Materialismus?
       
                                    *
       
       C a u s a e  f i n a l e s  u n d  e f f i c i e n t e s  2*) von
       Haeckel ([S.] 89, 90) [290] in  z w e c k m ä ß i g  wirkende und
       m e c h a n i s c h  wirkende Ursachen verwandelt, weil ihm
       -----
       1*) Hervorhebung von  Engels -  2*) Letzte (oder  ein  bestimmtes
       Ziel verfolgende)  Ursachen und  wirkende (hervorbringende) Ursa-
       chen
       
       #479# Naturwissenschaft und Philosophie
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       causa finalis  = Gott!  Ebenso ist ihm "mechanisch" ohne weiteres
       nach Kant  = monistisch, nicht = mechanisch im Sinn der Mechanik.
       Bei solcher  Sprachkonfusion Unsinn  unvermeidlich.  Was  Haeckel
       hier von  Kants "Kritik  der Urteilskraft" sagt, stimmt nicht mit
       Hegel ("G[eschichte] d[er] Philosophie]", [S.] 603). [294]
       
                                    *
       
       Andres 1*)  Exempel der  Polarität  bei  Haeckel:  Mechanismus  =
       Monismus, und  Vitalismus oder  Teleologie = Dualismus. Schon bei
       Kant und  Hegel der  i n n e r e  Zweck ein Protest gegen Dualis-
       mus. Mechanismus  aufs Leben  angewandt eine  hülflose Kategorie,
       wir können höchstens von Chemismus sprechen, wenn wir nicht allen
       Verstand der  Namen aufgeben  wollen. Zweck:  Hegel, V,  [S.] 205
       [295]:
       
       "Der Mechanismus  zeigt sich  selbst dadurch  als ein Streben der
       Totalität, daß  er die  Natur für  sich als  ein Ganzes zu fassen
       sucht, das zu seinem Begriffe keines andern bedarf - eine Totali-
       tät, die  sich   i n  d e m  Z w e c k e  a n d  d e m  d a m i t
       z u s a m m e n h ä n g e n d e n   a u ß e r w e l t l i c h e n
       V e r s t ä n d e  n i c h t  f i n d e t."  2*)
       
       Der Witz  aber der,  daß der  Mechanismus (auch der Materialismus
       des 18.  Jahrhunderts) nicht aus der abstrakten Notwendigkeit und
       daher auch  nicht aus der Zufälligkeit herauskommt. Daß die Mate-
       rie das  denkende Menschenhirn  aus sich  entwickelt, ist ihm ein
       purer Zufall,  obwohl, wo  es geschieht,  von Schritt  zu Schritt
       notwendig bedingt. In Wahrheit aber ist es die Natur der Materie,
       zur Entwicklung  denkender Wesen  fortzuschreiten, und  dies  ge-
       schieht daher  auch notwendig  immer, wo  die Bedingungen  (nicht
       notwendig überall und immer dieselben) dazu vorhanden.
       Weiter Hegel, V, [S.] 206:
       
       "Dies Prinzip"  (des Mechanismus) "gibt daher in seinem Zusammen-
       hange von  äußerer Notwendigkeit das Bewußtsein unendlicher Frei-
       heit gegen  die  Teleologie,  welche  die  Geringfügigkeiten  und
       selbst Verächtlichkeiten  ihres Inhalts  als etwas Absolutes auf-
       stellt, in dem sich der allgemeinere Gedanke nur unendlich beengt
       und selbst ekelhaft affiziert finden kann."
       
       Dabei wieder die kolossale Stoff- und Bewegungsvergeudung der Na-
       tur. Im  Sonnensystem vielleicht  nur 3  Planeten höchstens,  auf
       denen Leben und denkende Wesen existieren können - unter jetzigen
       Bedingungen. Und um ihretwillen der ganze ungeheure Apparat!
       -----
       1*) Das Wort "Andres" bezieht sich auf die Notiz "Polarität", die
       unmittelbar vor  dieser Notiz  auf demselben  Blatt steht  (siehe
       vorl. Band, S. 48 ) - 2*) Hervorhebung von Engels
       
       #480# Dialektik der Natur - Notizen und Fragmente
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       Der   i n n e r e   Z w e c k  im Organismus setzt sich dann nach
       Hegel (V,  [S.] 244)  [296] durch den  T r i e b  durch. Pas trop
       fort 1*).  Der Trieb  soll das  einzelne Lebendige mit seinem Be-
       griff mehr oder weniger in Harmonie bringen. Hieraus geht hervor,
       wie sehr  der ganze   i n n e r e  Z w e c k  selbst eine ideolo-
       gische Bestimmung ist. Und doch liegt hierin Lemarck.
       
                                    *
       
       Die Naturforscher  glauben sich  von der Philosophie zu befreien,
       indem sie  sie ignorieren  oder über  sie schimpfen.  Da sie aber
       ohne Denken nicht vorankommen und zum Denken Denkbestimmungen nö-
       tig haben,  diese Kategorien aber unbesehn aus dem von den Resten
       längst vergangner  Philosophien beherrschten  gemeinen Bewußtsein
       der sog.  Gebildeten oder  aus dem  bißchen auf  der  Universität
       zwangsmäßig gehörter  Philosophie (was nicht nur fragmentarisch,'
       sondern auch  ein Wirrwarr der Ansichten von Leuten der verschie-
       densten und  meist schlechtesten  Schulen ist)  oder aus unkriti-
       scher und  unsystematischer Lektüre philosophischer Schriften al-
       ler Art nehmen, so stehn sie nicht minder in der Knechtschaft der
       Philosophie, meist aber leider der schlechtesten, und die, die am
       meisten auf  die Philosophie  schimpfen, sind  Sklaven grade  der
       schlechtesten vulgarisierten  Reste  der  schlechtesten  Philoso-
       phien.
       
                                    *
       
       Die Naturforscher  mögen sich stellen, wie sie wollen, sie werden
       von der Philosophie beherrscht. Es fragt sich nur, ob sie von ei-
       ner schlechten  Modephilosophie beherrscht werden wollen oder von
       einer Form  des theoretischen  Denkens, die auf der Bekanntschaft
       mit der Geschichte des Denkens und mit deren Errungenschaften be-
       ruht.
       Physik, hüte dich vor Metaphysik, ist ganz richtig, aber in einem
       andren Sinn [297].
       Die Naturforscher  fristen der  Philosophie noch ein Scheinleben,
       indem sie  sich mit  den Abfällen  der alten Metaphysik behelfen.
       Erst wenn Natur- und Geschichtswissenschaft die Dialektik in sich
       aufgenommen, wird  all der philosophische Kram - außer der reinen
       Lehre vom  Denken -  überflüssig, verschwindet  in der  positiven
       Wissenschaft.
       -----
       1*) Nicht allzu überzeugend
       

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