Quelle: MEW 21 Mai 1883 - Dezember 1889
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Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten [185]
Mit der Verurteilung der Kölner Kommunisten 1852 fällt der Vor-
hang über die erste Periode der deutschen selbständigen Arbeiter-
bewegung. Diese Periode ist heute fast vergessen. Und doch währte
sie von 1836 bis 1852, und die Bewegung spielte, bei der Verbrei-
tung der deutschen Arbeiter im Ausland, in fast allen Kulturlän-
dern. Und damit nicht genug. Die heutige internationale Arbeiter-
bewegung ist der Sache nach eine direkte Fortsetzung der damali-
gen deutschen, welche die e r s t e i n t e r n a t i o n a l e
A r b e i t e r b e w e g u n g überhaupt war und aus der viele
der Leute hervorgingen, die in der Internationalen Arbeiterasso-
ziation die leitende Rolle übernahmen. Und die theoretischen
Grundsätze, die der Bund der Kommunisten im "Kommunistischen Ma-
nifest" von 1847 auf die Fahne schrieb, bilden heute das stärkste
internationale Bindemittel der gesamten proletarischen Bewegung
Europas wie Amerikas.
Bis jetzt gibt es für die zusammenhängende Geschichte jener Bewe-
gung nur eine Hauptquelle. Es ist das sogenannte Schwarze Buch:
"Die Communisten-Verschwörungen des 19. Jahrhunderts". Von Wer-
muth und Stieber. Berlin. 2 Theile, 1853 und 1854. [186] Dies von
zwei der elendsten Polizeilumpen unsres Jahrhunderts zusammenge-
logne, von absichtlichen Fälschungen strotzende Machwerk dient
noch heute allen nichtkommunistischen Schriften über jene Zeit
als letzte Quelle.
Was ich hier geben kann, ist nur eine Skizze, und auch diese nur,
soweit der Bund selbst in Betracht kommt; nur das zum Verständnis
der "Enthüllungen" absolut Notwendige. Es wird mir hoffentlich
noch vergönnt sein, das von Marx und mir gesammelte reichhaltige
Material zur Geschichte jener ruhmvollen Jugendzeit der interna-
tionalen Arbeiterbewegung einmal zu verarbeiten.
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Aus dem im Jahr 1834 in Paris von deutschen Flüchtlingen gestif-
teten demokratisch-republikanischen Geheimbund der "Geächteten"
sonderten
#207# Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten
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sich 1836 die extremsten, meist proletarischen Elemente aus und
bildeten den neuen geheimen B u n d d e r G e r e c h t e n.
Der Mutterbund, worin nur die schlafmützigsten Elemente à la Ja-
cobus Venedey zurückgeblieben, schlief bald ganz ein: Als die Po-
lizei 1840 einige Sektionen in Deutschland aufschnüffelte, war er
kaum noch ein Schatten. Der neue Bund dagegen entwickelte sich
verhältnismäßig rasch. Ursprünglich war er ein deutscher Ableger
des an babouvistische Erinnerungen [187] anknüpfenden französi-
schen Arbeiterkommunismus, der sich um dieselbe Zeit in Paris
ausbildete; die Gütergemeinschaft wurde gefordert als notwendige
Folgerung der "Gleichheit". Die Zwecke waren die der gleichzeiti-
gen Pariser geheimen Gesellschaften: halb Propaganda verein, halb
Verschwörung, wobei jedoch Paris immer als Mittelpunkt der revo-
lutionären Aktion galt, obgleich die Vorbereitung gelegentlicher
Putsche in Deutschland keineswegs ausgeschlossen war. Da aber Pa-
ris das entscheidende Schlachtfeld blieb, war der Bund damals
tatsächlich nicht viel mehr als der deutsche Zweig der französi-
schen geheimen Gesellschaften, namentlich der von Blanqui und
Barbès geleiteten Société des saisons 1*), mit der enger Zusam-
menhang bestand. Die Franzosen schlugen los am 12. Mai 1839; die
Sektionen des Bundes marschierten mit und wurden so in die ge-
meinsame Niederlage verwickelt. [188]
Von den Deutschen waren namentlich K a r l S c h a p p e r und
H e i n r i c h B a u e r ergriffen worden; die Regierung
Louis-Philippes begnügte sich damit, sie nach längerer Haft aus-
zuweisen [189]. Beide gingen nach London. Schapper aus Weilburg
in Nassau, als Student der Forstwissenschaft in Gießen 1832 Mit-
glied der von Georg Büchner gestifteten Verschwörung, machte am
3. April 1833 den Sturm auf die Frankfurter Konstablerwache mit
[190], entkam ins Ausland und beteiligte sich im Februar 1834 an
Mazzinis Zug nach Savoyen [191]. Ein Hüne von Gestalt, resolut
und energisch, stets bereit, bürgerliche Existenz und Leben in
die Schanze zu schlagen, war er das Musterbild des Revolutionärs
von Profession, wie er in den dreißiger Jahren eine Rolle
spielte. Bei einer gewissen Schwerfälligkeit des Denkens war er
keineswegs besserer theoretischer Einsicht unzugänglich, wie
schon seine Entwicklung vom "Demagogen" [192] zum Kommunisten be-
weist, und hielt dann um so starrer am einmal Erkannten. Ebendes-
halb ging seine revolutionäre Leidenschaft zuweilen mit seinem
Verstände durch; aber er hat stets seinen Fehler nachher einge-
sehn und offen bekannt. Er war ein ganzer Mann, und was er zur
Begründung der deutschen Arbeiterbewegung getan, bleibt unvergeß-
lich.
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1*) Gesellschaft der Jahreszeiten
#208# Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten
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Heinrich Bauer aus Franken war Schuhmacher; ein lebhaftes, aufge-
wecktes, witziges Männchen, in dessen kleinem Körper aber eben-
falls viel Schlauheit und Entschlossenheit steckte.
In London angekommen, wo Schapper, der in Paris Schriftsetzer ge-
wesen, nun als Sprachlehrer seinen Unterhalt suchte, knüpften
beide die abgerissenen Bundesfäden wieder zusammen und machten
nun London zum Zentrum des Bundes. Zu ihnen gesellte sich hier,
wenn nicht schon früher in Paris, J o s e p h M o l l, Uhrma-
cher aus Köln, ein mittelgroßer Herkules - er und Schapper haben,
wie oft! eine Saaltüre gegen Hunderte andringender Gegner sieg-
reich behauptet -, ein Mann, der seinen beiden Genossen an Ener-
gie und Entschlossenheit mindestens gleichkam, sie aber geistig
beide übertraf. Nicht nur, daß er geborner Diplomat war, wie die
Erfolge seiner zahlreichen Missionsreisen bewiesen; er war auch
theoretischer Einsicht leichter zugänglich. Ich lernte sie alle
drei 1843 in London kennen; es waren die ersten revolutionären
Proletarier, die ich sah; und soweit auch im einzelnen damals un-
sre Ansichten auseinandergingen - denn ich trug ihrem bornierten
Gleichheitskommunismus *) damals noch ein gut Stück ebenso bor-
nierten philosophischen Hochmuts entgegen -, so werde ich doch
nie den imponierenden Eindruck vergessen, den diese drei wirk-
lichen Männer auf mich machten, der ich damals eben erst ein Mann
werden wollte.
In London, wie in geringerm Maße in der Schweiz, kam ihnen die
Vereins- und Versammlungsfreiheit zugut. Schon am 7. Februar 1840
wurde der öffentliche Deutsche Arbeiterbildungsverein gestiftet,
der heute noch besteht. [193] Dieser Verein diente dem Bund als
Werbebezirk neuer Mitglieder, und da, wie immer, die Kommunisten
die tätigsten und intelligentesten Vereinsmitglieder waren, ver-
stand es sich von selbst, daß seine Leitung ganz in den Händen
des Bundes lag. Der Bund hatte bald mehrere Gemeinden oder, wie
sie damals noch hießen, "Hütten" in London. Dieselbe auf der Hand
liegende Taktik wurde in der Schweiz und anderswo befolgt. Wo man
Arbeitervereine gründen konnte, wurden sie in derselben Weise be-
nutzt. Wo die Gesetze dies verboten, ging man in Gesangvereine,
Turnvereine u. dgl. Die Verbindung wurde großenteils durch die
fortwährend ab- und zureisenden Mitglieder aufrechterhalten, die
auch, wo erforderlich, als Emissäre fungierten. In beiden Hin-
sichten wurde der Bund lebhaft unterstützt durch die Weisheit der
Regierungen, die jeden
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*) Unter Gleichheitskommunismus verstehe ich, wie gesagt, ledig-
lich den Kommunismus, der sich ausschließlich oder vorwiegend auf
die Gleichheitsforderung stützt.
#209# Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten
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mißliebigen Arbeiter - und das war in neun Fällen aus zehn ein
Bundesmitglied - durch Ausweisung in einen Emissär verwandelten.
Die Ausbreitung des wiederhergestellten Bundes war eine bedeu-
tende. Namentlich in der Schweiz hatten W e i t l i n g,
A u g u s t B e c k e r (ein höchst bedeutender Kopf, der aber
an innerer Haltlosigkeit zugrunde ging wie so viele Deutsche) und
andre eine starke, mehr oder weniger auf Weitlings kom-
munistisches System vereidigte Organisation geschaffen. Es ist
hier nicht der Ort, den Weitlingschen Kommunismus zu kritisieren.
Aber für seine Bedeutung als erste selbständige theoretische Re-
gung des deutschen Proletariats unterschreibe ich noch heute
Marx' Worte im Pariser "Vorwärtsl" von 1844: "Wo hätte die"
(deutsche) "Bourgeoisie - ihre Philosophen und Schriftgelehrten
eingerechnet - ein ähnliches Werk wie Weitlings 'Garantien der
Harmonie und Freiheit' i n b e z u g a u f d i e E m a n-
z i p a t i o n d e r B o u r g e o i s i e - die politische
Emanzipation - aufzuweisen? Vergleicht man die nüchterne, klein-
laute Mittelmäßigkeit der deutschen politischen Literatur mit
diesem maßlosen und brillanten Debüt der deutschen Arbeiter; ver-
gleicht man diese r i e s e n h a f t e n K i n d e r s c h u-
h e d e s P r o l e t a r i a t s mit der Zwerghaftigkeit der
ausgetretenen politischen Schuhe der Bourgeoisie, so muß man dem
Aschenbrödel eine Athletengestalt prophezeien." [194] Diese
Athletengestalt steht heute vor uns, obwohl noch lange nicht aus-
gewachsen.
Auch in Deutschland bestanden zahlreiche Sektionen, der Natur der
Sache nach von vergänglicherer Natur; aber die entstehenden wogen
die eingehenden mehr als auf. Die Polizei entdeckte erst nach
sieben Jahren, Ende 1846, in Berlin (Mentel) und Magdeburg (Beck)
eine Spur des Bundes, ohne imstande zu sein, sie weiter zu ver-
folgen.
In Paris hatte der noch 1840 dort befindliche Weitling ebenfalls
die zersprengten Elemente wieder gesammelt, ehe er in die Schweiz
ging.
Die Kerntruppe des Bundes waren die Schneider. Deutsche Schneider
waren überall, in der Schweiz, in London, in Paris. In letzterer
Stadt war das Deutsche so sehr herrschende Sprache des Geschäfts-
zweigs, daß ich 1846 dort einen norwegischen, direkt zur See von
Drontheim nach Frankreich gefahrnen Schneider kannte, der während
18 Monaten fast kein Wort Französisch, aber vortrefflich Deutsch
gelernt hatte. Von den Pariser Gemeinden bestanden 1847 zwei vor-
wiegend aus Schneidern, eine aus Möbelschreinern.
Seit der Schwerpunkt von Paris nach London verlegt, trat ein
neues Moment in den Vordergrund: Der Bund wurde aus einem deut-
schen allmählich ein internationaler. Im Arbeiterverein fanden
sich außer Deutschen und Schweizern auch Mitglieder aller jener
Nationalitäten ein, denen die
#210# Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten
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deutsche Sprache vorwiegend als Verständigungsmittel mit Auslän-
dern diente, also namentlich Skandinavier, Holländer, Ungarn,
Tschechen, Südslawen, auch Russen und Elsässer. 1847 war unter
andern auch ein englischer Gardegrenadier in Uniform regelmäßiger
Stammgast. Der Verein nannte sich bald: K o m m u n i s t i-
s c h e r Arbeiterbildungsverein, und auf den Mitgliedskarten
stand der Satz: "Alle Menschen sind Brüder" in wenigstens zwanzig
Sprachen, wenn auch hie und da nicht ohne Sprachfehler. Wie der
öffentliche Verein, so nahm auch der geheime Bund bald einen mehr
internationalen Charakter an; zunächst noch in einem beschränkten
Sinn, praktisch durch die verschiedene Nationalität der
Mitglieder, theoretisch durch die Einsicht, daß jede Revolution,
um siegreich zu sein, europäisch sein müsse. Weiter ging man noch
nicht; aber die Grundlage war gegeben.
Mit den französischen Revolutionären hielt man durch die Londoner
Flüchtlinge, die Kampfgenossen vom 12. Mai 1839, enge Verbindung.
Desgleichen mit den radikaleren Polen. Die offizielle polnische
Emigration, wie auch Mazzini, waren selbstverständlich mehr Geg-
ner als Bundesgenossen. Die englischen Chartisten wurden wegen
des spezifisch englischen Charakters ihrer Bewegung als unrevolu-
tionär beiseite gelassen. Mit ihnen kamen die Londoner Leiter des
Bundes erst später durch mich in Verbindung.
Auch sonst hatte sich der Charakter des Bundes mit den Ereignis-
sen geändert. Obwohl man noch immer - und damals mit vollem Recht
- auf Paris als die revolutionäre Mutterstadt blickte, war man
doch aus der Abhängigkeit von den Pariser Verschwörern herausge-
kommen. Die Ausbreitung des Bundes hob sein Selbstbewußtsein. Man
fühlte, daß man in der deutschen Arbeiterklasse mehr und mehr
Wurzel faßte und daß diese deutschen Arbeiter geschichtlich beru-
fen seien, den Arbeitern des europäischen Nordens und Ostens die
Fahne voranzutragen. Man hatte in Weitling einen kommunistischen
Theoretiker, den man seinen damaligen französischen Konkurrenten
kühn an die Seite setzen durfte. Endlich war man durch die Erfah-
rung vom 12. Mai belehrt worden, daß es mit den Putschversuchen
vorderhand nichts mehr sei. Und wenn man auch fortfuhr, jedes Er-
eignis sich als Anzeichen des hereinbrechenden Sturms auszulegen,
wenn man die alten, halb konspiratorischen Statuten im ganzen
aufrechthielt, so war das mehr die Schuld des alten revolutio-
nären Trotzes, der schon anfing, mit der sich aufdringenden bes-
sern Einsicht in Kollision zu kommen.
Dagegen hatte die gesellschaftliche Doktrin des Bundes, so unbe-
stimmt sie war, einen sehr großen, aber in den Verhältnissen
selbst begründeten
#211# Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten
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Fehler. Die Mitglieder, soweit sie überhaupt Arbeiter, waren fast
ausschließlich eigentliche Handwerker. Der Mann, der sie ausbeu-
tete, war selbst in den großen Weltstädten meist nur ein kleiner
Meister. Die Ausbeutung selbst der Schneiderei auf großem Fuß,
der jetzt sogenannten Konfektion, durch Verwandlung des Schnei-
derhandwerks in Hausindustrie für Rechnung eines großen Kapitali-
sten, war damals sogar in London erst im Aufkeimen. Einerseits
war der Ausbeuter dieser Handwerker ein kleiner Meister, andrer-
seits hofften sie alle schließlich selbst kleine Meister zu wer-
den. Und dabei klebten dem damaligen deutschen Handwerker noch
eine Masse vererbter Zunftvorstellungen an. Es gereicht ihnen zur
höchsten Ehre, daß sie, die selbst noch nicht einmal vollgültige
Proletarier waren, sondern nur ein im Übergang ins moderne Prole-
tariat begriffener Anhang des Kleinbürgertums, der noch nicht in
direktem Gegensatz gegen die Bourgeoisie, d.h. das große Kapital,
stand - daß diese Handwerker imstande waren, ihre künftige Ent-
wicklung instinktiv zu antizipieren und, wenn auch noch nicht mit
vollem Bewußtsein, sich als Partei des Proletariats zu konstitu-
ieren. Aber es war auch unvermeidlich, daß ihre alten Hand-
werkervorurteile ihnen jeden Augenblick ein Bein stellten, sobald
es darauf ankam, die bestehende Gesellschaft im einzelnen zu kri-
tisieren, d.h. ökonomische Tatsachen zu untersuchen. Und ich
glaube nicht, daß im ganzen Bund damals ein einziger Mann war,
der je ein Buch über Ökonomie gelesen hatte. Das verschlug aber
wenig; die "Gleichheit", die "Brüderlichkeit" und die "Gerechtig-
keit" halfen einstweilen über jeden theoretischen Berg.
Inzwischen hatte sich neben dem Kommunismus des Bundes und Weit-
lings ein zweiter, wesentlich verschiedner herausgebildet. Ich
war in Manchester mit der Nase darauf gestoßen worden, daß die
ökonomischen Tatsachen, die in der bisherigen Geschichtsschrei-
bung gar keine oder nur eine verachtete Rolle spielen, wenigstens
in der modernen Welt eine entscheidende geschichtliche Macht
sind; daß sie die Grundlage bilden für die Entstehung der heuti-
gen Klassengegensätze; daß diese Klassengegensätze in den Län-
dern, wo sie vermöge der großen Industrie sich voll entwickelt
haben, also namentlich in England, wieder die Grundlage der poli-
tischen Parteibildung, der Parteikämpfe und damit der gesamten
politischen Geschichte sind. Marx war nicht nur zu derselben An-
sicht gekommen, sondern hatte sie auch schon in den "Deutsch-
Französischen Jahrbüchern" (1844) [195] dahin verallgemeinert,
daß überhaupt nicht der Staat die bürgerliche Gesellschaft, son-
dern die bürgerliche Gesellschaft den Staat bedingt und regelt,
daß also die Politik und ihre Geschichte aus den ökonomischen
#212# Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten
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Verhältnissen und ihrer Entwicklung zu erklären ist, nicht umge-
kehrt. Als ich Marx im Sommer 1844 in Paris besuchte, stellte
sich unsere vollständige Übereinstimmung auf allen theoretischen
Gebieten heraus, und von da an datiert unsre gemeinsame Arbeit.
Als wir im Frühjahr 1845 in Brüssel wieder zusammenkamen, hatte
Marx aus den obigen Grundlagen schon seine materialistische Ge-
schichtstheorie in den Hauptzügen fertig herausentwickelt, und
wir setzten uns nun daran, die neugewonnene Anschauungsweise nach
den verschiedensten Richtungen hin im einzelnen auszuarbeiten.
Diese die Geschichtswissenschaft umwälzende Entdeckung, die, wie
man sieht, wesentlich das Werk von Marx ist und an der ich mir
nur einen sehr geringen Anteil zuschreiben kann, war aber von un-
mittelbarer Wichtigkeit für die gleichzeitige Arbeiterbewegung.
Kommunismus bei Franzosen und Deutschen, Chartismus bei den Eng-
ländern erschien nun nicht mehr als etwas Zufälliges, das ebenso-
gut auch hätte nicht dasein können. Diese Bewegungen stellten
sich nun dar als eine Bewegung der modernen unterdrückten Klasse,
des Proletariats, als mehr oder minder entwickelte Formen ihres
geschichtlich notwendigen Kampfs gegen die herrschende Klasse,
die Bourgeoisie; als Formen des Klassenkampfs, aber unterschieden
von allen früheren Klassenkämpfen durch dies eine: daß die heu-
tige unterdrückte Klasse, das Proletariat, seine Emanzipation
nicht durchführen kann, ohne gleichzeitig die ganze Gesellschaft
von der Scheidung in Klassen und damit von den Klassenkämpfen zu
emanzipieren. Und Kommunismus hieß nun nicht mehr: Ausheckung,
vermittelst der Phantasie, eines möglichst vollkommenen Gesell-
schaftsideals, sondern: Einsicht in die Natur, die Bedingungen
und die daraus sich ergebenden allgemeinen Ziele des vom Proleta-
riat geführten Kampfs.
Wir waren nun keineswegs der Absicht, die neuen wissenschaftli-
chen Resultate in dicken Büchern ausschließlich der "gelehrten"
Welt zuzuflüstern. Im Gegenteil. Wir saßen beide schon tief in
der politischen Bewegung, hatten unter der gebildeten Welt, na-
mentlich Westdeutschlands, einen gewissen Anhang und reichliche
Fühlung mit dem organisierten Proletariat. Wir waren verpflich-
tet, unsre Ansicht wissenschaftlich zu begründen; ebenso wichtig
aber war es auch für uns, das europäische und zunächst das deut-
sche Proletariat für unsere Überzeugung zu gewinnen. Sobald wir
erst mit uns selbst im reinen, ging's an die Arbeit. In Brüssel
stifteten wir einen deutschen Arbeiterverein und bemächtigten uns
der "Deutschen-Brüsseler-Zeitung" [196], in der wir bis zur Fe-
bruarrevolution ein Organ hatten. Mit dem revolutionären Teil der
englischen Chartisten verkehrten wir durch Julian Harney, den Re-
dakteur des Zentralorgans der Bewegung, "The
#213# Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten
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Northern Star" [197], dessen Mitarbeiter ich war. Ebenso standen
wir in einer Art Kartell mit den Brüsseler Demokraten (Marx war
Vizepräsident der Demokratischen Gesellschaft) und den französi-
schen Sozialdemokraten von der "Réforme" [198], der ich Nachrich-
ten über die englische und deutsche Bewegung lieferte. Kurz, un-
sre Verbindungen mit den radikalen und proletarischen Organisa-
tionen und Preßorganen waren ganz nach Wunsch.
Mit dem Bund der Gerechten standen wir folgendermaßen. Die Exi-
stenz des Bundes war uns natürlich bekannt; 1843 hatte mir Schap-
per den Eintritt angetragen, den ich damals selbstredend ab-
lehnte. Wir blieben aber nicht nur mit den Londonern in fortwäh-
render Korrespondenz, sondern in noch engerm Verkehr mit Dr.
Ewerbeck, dem jetzigen Leiter der Pariser Gemeinden. Ohne uns um
die innern Bundesangelegenheiten zu kümmern, erfuhren wir doch
von jedem wichtigen Vorgang, Andrerseits wirkten wir mündlich,
brieflich und durch die Presse auf die theoretischen Ansichten
der bedeutendsten Bundesmitglieder ein. Hierzu dienten auch ver-
schiedne lithographierte Zirkulare, die wir bei besondern Gele-
genheiten, wo es sich um Interna der sich bildenden kommunisti-
schen Partei handelte, an unsre Freunde und Korrespondenten in
die Welt sandten. Bei diesen kam der Bund zuweilen selbst ins
Spiel. So war ein junger westfälischer Studiosus, Hermann Kriege,
der nach Amerika ging, dort als Bundesemissär aufgetreten, hatte
sich mit dem verrückten Harro Harring assoziiert, um vermittelst
des Bundes Südamerika aus den Angeln zu heben, und hatte ein
Blatt [199] gegründet, worin er einen auf "Liebe" beruhenden, von
Liebe überfließenden, überschwenglichen Kommunismus der Liebesdu-
selei im Namen des Bundes predigte. Hiergegen fuhren wir los in
einem Zirkular 1*), das seine Wirkung nicht verfehlte. Kriege
verschwand von der Bundesbühne.
Später kam Weitling nach Brüssel. Aber er war nicht mehr der
naive junge Schneidergeselle, der, über seine eigene Begabung er-
staunt, sich klar darüber zu werden sucht, wie denn eine kommuni-
stische Gesellschaft wohl aussehen möge. Er war der wegen seiner
Überlegenheit von Neidern verfolgte große Mann, der überall Riva-
len, heimliche Feinde, Fallstricke witterte; der von Land zu Land
gehetzte Prophet, der ein Rezept zur Verwirklichung des Himmels
auf Erden fertig in der Tasche trug und sich einbildete, jeder
gehe darauf aus, es ihm zu stehlen. Er hatte sich in London schon
mit den Leuten des Bundes überworfen, und auch in Brüssel, wo be-
sonders Marx und seine Frau ihm mit fast übermenschlicher Geduld
entgegenkamen,
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1*) Siehe Band 4 unserer Ausgabe, S. 3-17
#214# Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten
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konnte er mit niemand auskommen. So ging er bald darauf nach Ame-
rika, um es dort mit dem Prophetentum zu versuchen.
Alle diese Umstände trugen bei zu der stillen Umwälzung, die sich
im Bund und namentlich unter den Londoner Leitern vollzog. Die
Unzulänglichkeit der bisherigen Auffassung des Kommunismus,
sowohl des französischen einfachen Gleichheitskommunismus wie des
Weitlingschen, wurde ihnen mehr und mehr klar. Die von Weitling
eingeleitete Zurückführung des Kommunismus auf das Urchristentum
- so geniale Einzelheiten sich in seinem "Evangelium des armen
Sünders" finden - hatte in der Schweiz dahin geführt, die Bewe-
gung großenteils in die Hände zuerst von Narren wie Albrecht und
dann von ausbeutenden Schwindelpropheten wie Kuhlmann zu liefern.
Der von einigen Belletristen vertriebne "wahre Sozialismus", eine
Übersetzung französischer sozialistischer Wendungen in verdorbe-
nes Hegeldeutsch und sentimentale Liebesduselei (siehe den Ab-
schnitt über den deutschen oder "wahren" Sozialismus im
"Kommunistischen Manifest" 1*)), den Kriege und die Lektüre der
betreffenden Schriften in den Bund eingeführt, mußte schon seiner
speichelfließenden Kraftlosigkeit wegen den alten Revolutionären
des Bundes zum Ekel werden. Gegenüber der Unhaltbarkeit der bis-
herigen theoretischen Vorstellungen, gegenüber den daraus sich
herleitenden praktischen Abirrungen sah man in London mehr und
mehr ein, daß Marx und ich mit unsrer neuen Theorie recht hatten.
Diese Einsicht wurde unzweifelhaft dadurch befördert, daß sich
unter den Londoner Führern jetzt zwei Männer befanden, die den
Genannten an Befähigung zu theoretischer Erkenntnis bedeutend
überlegen waren: der Miniaturmaler Karl Pfänder aus Heilbronn und
der Schneider Georg Eccarius aus Thüringen. *)
Genug, im Frühjahr 1847 erschien Moll in Brüssel bei Marx und
gleich darauf in Paris bei mir, um uns im Namen seiner Genossen
mehrmals zum Eintritt in den Bund aufzufordern. Sie seien von der
allgemeinen Richtigkeit unserer Auffassungsweise ebensosehr über-
zeugt wie von der Notwendigkeit, den Bund von den alten konspira-
torischen Traditionen und
---
*) Pfänder ist vor ungefähr acht Jahren in London gestorben. Er
war ein eigentümlich feindenkender Kopf, witzig, ironisch, dia-
lektisch. Eccarius war bekanntlich später langjähriger Generalse-
kretär der Internationalen Arbeiterassoziation, in deren Ge-
neralrat unter andern folgende alte Bundesmitglieder saßen: Ecca-
rius, Pfänder, Leßner, Lochner, Marx, ich. Eccarius hat sich spä-
ter ausschließlich der englischen Gewerkschaftsbewegung zuge-
wandt.
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1*) Siehe Band 4 unserer Ausgabe, S. 485-488
#215# Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten
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Formen zu befreien. Wollten wir eintreten, so sollte uns Gelegen-
heit gegeben werden, auf einem Bundeskongreß unsren kritischen
Kommunismus in einem Manifest zu entwickeln, das sodann als Mani-
fest des Bundes veröffentlicht würde; und ebenso würden wir das
unsrige beitragen können, daß die veraltete Organisation des Bun-
des durch eine neue zeit- und zweckgemäße ersetzt werde.
Daß eine Organisation innerhalb der deutschen Arbeiterklasse
schon der Propaganda wegen notwendig sei und daß diese Organisa-
tion, soweit sie nicht bloß lokaler Natur, selbst außerhalb
Deutschlands nur eine geheime sein könne, darüber waren wir nicht
im Zweifel. Nun bestand aber grade im Bund bereits eine solche
Organisation. Das, was wir bisher an diesem Bund auszusetzen ge-
habt, wurde jetzt von den Vertretern des Bundes selbst ¿als feh-
lerhaft preisgegeben; wir selbst wurden aufgefordert, zur
Reorganisation mitzuarbeiten. Konnten wir nein sagen? Sicher
nicht. Wir traten also in den Bund; Marx bildete in Brüssel aus
unsern näheren Freunden eine Bundesgemeinde, während ich die drei
Pariser Gemeinden besuchte.
Im Sommer 1847 fand der erste Bundeskongreß in London statt, wo
W. Wolff die Brüsseler und ich die Pariser Gemeinden vertrat.
Hier wurde zunächst die Reorganisation des Bundes durchgeführt.
Was noch von den alten mystischen Namen aus der Konspirationszeit
übrig, wurde jetzt auch abgeschafft; der Bund organisierte sich
in Gemeinden, Kreise, leitende Kreise, Zentralbehörde und Kongreß
und nannte sich von nun an: "Bund der Kommunisten". "Der Zweck
des Bundes ist der Sturz der Bourgeoisie, die Herrschaft des Pro-
letariats, die Aufhebung der alten, auf Klassengegensätzen beru-
henden bürgerlichen Gesellschaft und die Gründung einer neuen Ge-
sellschaft ohne Klassen und ohne Privateigentum" - so lautet der
erste Artikel [200]. Die Organisation selbst war durchaus demo-
kratisch, mit gewählten und stets absetzbaren Behörden und hie-
durch allein allen Konspirationsgelüsten, die Diktatur erfordern,
ein Riegel vorgeschoben und der Bund - für gewöhnliche Friedens-
zeiten wenigstens - in eine reine Propagandagesellschaft verwan-
delt. Diese neuen Statuten - so demokratisch wurde jetzt verfah-
ren - wurden den Gemeinden zur Diskussion vorgelegt, dann auf dem
zweiten Kongreß nochmals durchberaten und von ihm definitiv am 8.
Dezember 1847 angenommen. Sie stehn abgedruckt bei Wermuth und
Stieber, I, S. 239, Anl. X.
Der zweite Kongreß fand statt Ende November und Anfang Dezember
desselben Jahres. Hier war auch Marx anwesend und vertrat in län-
gerer Debatte - der Kongreß dauerte mindestens 10 Tage - die neue
Theorie. Aller Widerspruch und Zweifel wurde endlich erledigt,
die neuen Grundsätze
#216# Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten
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einstimmig angenommen und Marx und ich beauftragt, das Manifest
auszuarbeiten. Dies geschah unmittelbar nachher. Wenige Wochen
vor der Februarrevolution wurde es nach London zum Druck ge-
schickt. Seitdem hat es die Reise um die Welt gemacht, ist in
fast alle Sprachen übersetzt worden und dient noch heute in den
verschiedensten Ländern als Leitfaden der proletarischen Bewe-
gung. An die Stelle des alten Bundesmottos: "Alle Menschen sind
Brüder", trat der neue Schlachtruf: "Proletarier aller Länder,
vereinigt euch!", der den internationalen Charakter des Kampfes
offen proklamierte. Siebzehn Jahre später durchhallte dieser
Schlachtruf die Welt als Feldgeschrei der Internationalen Arbei-
terassoziation, und heute hat ihn das streitbare Proletariat al-
ler Länder auf seine Fahne geschrieben.
Die Februarrevolution brach aus. Sofort übertrug die bisherige
Londoner Zentralbehörde ihre Befugnisse an den leitenden Kreis
Brüssel. Aber dieser Beschluß traf ein zu einer Zeit, wo in Brüs-
sel schon ein tatsächlicher Belagerungszustand herrschte und na-
mentlich die Deutschen sich nirgends mehr versammeln konnten. Wir
waren eben alle auf dem Sprung nach Paris, und so beschloß die
neue Zentralbehörde, sich ebenfalls aufzulösen, ihre sämtlichen
Vollmachten an Marx zu übertragen und ihn zu bevollmächtigen, in
Paris sofort eine neue Zentralbehörde zu konstituieren. Kaum wa-
ren die fünf Leute, die diesen Beschluß (3. März 1848) gefaßt,
auseinandergegangen, als die Polizei in Marx' Wohnung drang, ihn
verhaftete und am nächsten Tage nach Frankreich abzureisen zwang,
wohin er grade gehn wollte.
In Paris fanden wir uns bald alle wieder zusammen. Dort wurde
auch das folgende, von den Mitgliedern der neuen Zentralbehörde
unterzeichnete Dokument verfaßt, das in ganz Deutschland verbrei-
tet wurde und woraus auch heute mancher noch etwas lernen kann:
"Forderungen der Kommunistischen Partei in Deutschland" [201]
1. Ganz Deutschland wird zu einer einigen, unteilbaren Republik
erklärt.
3. Die Volksvertreter werden besoldet, damit auch der Arbeiter im
Parlament des deutschen Volkes sitzen könne.
4. Allgemeine Volksbewaffnung.
#217# Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten
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7. Die fürstlichen und andern feudalen Landgüter, alle Bergwerke,
Gruben usw. werden in Staatseigentum umgewandelt. Auf diesen
Landgütern wird der Ackerbau im großen und mit den modernsten
Hilfsmitteln der Wissenschaft zum Vorteile der Gesamtheit betrie-
ben.
8. Die Hypotheken auf den Bauerngütern werden für Staatseigentum
erklärt. Die Interessen für jene Hypotheken werden von den Bauern
an den Staat gezahlt.
9. In den Gegenden, wo das Pachtwesen entwickelt ist, wird die
Grundrente oder der Pachtschilling als Steuer an den Staat ge-
zahlt.
11. Alle Transportmittel: Eisenbahnen, Kanäle, Dampfschiffe,
Wege, Posten etc. nimmt der Staat in seine Hand. Sie werden in
Staatseigentum umgewandelt und der unbemittelten Klasse zur un-
entgeltlichen Verfügung gestellt.
14. Beschränkung des Erbrechts.
15. Einführung von starken Progressivsteuern und Abschaffung der
Konsumtionssteuern.
16. Errichtung von Nationalwerkstätten. Der Staat garantiert al-
len Arbeitern ihre Existenz und versorgt die zur Arbeit Unfähi-
gen.
17. Allgemeine, unentgeltliche Volkserziehung.
Es liegt im Interesse des deutschen Proletariats, des kleinen
Bürgerund Bauernstandes, mit aller Energie an der Durchsetzung
obiger Maßregeln zu arbeiten. Denn nur durch Verwirklichung der-
selben können die Millionen, die bisher in Deutschland von einer
kleinen Zahl ausgebeutet wurden und die man weiter in Unterdrüc-
kung zu erhalten suchen wird, zu ihrem Rechte und zu derjenigen
Macht gelangen, die ihnen, als den Hervorbringern alles Reich-
tums, gebührt.
Das Komitee:
Karl Marx Karl Schapper H. Bauer F. Engels J. Moll W. Wolff
In Paris herrschte damals die Manie der revolutionären Legionen.
Spanier, Italiener, Belgier, Holländer, Polen, Deutsche taten
sich in Haufen zusammen, um ihre respektiven Vaterländer zu be-
freien. Die deutsche Legion wurde geführt von Herwegh, Bornstedt,
Börnstein. Da sofort nach der Revolution alle ausländischen Ar-
beiter nicht nur beschäftigungslos, sondern auch noch vom Publi-
kum drangsaliert wurden, fanden diese Legionen starken Zulauf.
Die neue Regierung sah in ihnen ein Mittel, die fremden
#218# Zur Geschickte des Bundes der Kommunisten
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Arbeiter loszuwerden, und bewilligte ihnen l'étape du soldat,
d.h. Marschquartiere und die Marschzulage von 50 Centimen per Tag
bis an die Grenze, wo dann der stets zu Tränen gerührte Minister
des Auswärtigen, der Schönredner Lamartine, schon Gelegenheit
fand, sie an ihre respektiven Regierungen zu verraten.
Wir widersetzten uns dieser Revolutionsspielerei aufs entschie-
denste. Mitten in die damalige Gärung Deutschlands eine Invasion
hineintragen, die die Revolution zwangsmäßig von außen importie-
ren sollte, das hieß der Revolution in Deutschland selbst ein
Bein stellen, die Regierungen stärken und die Legionäre selbst -
dafür bürgte Lamartine - den deutschen Truppen wehrlos in die
Hände liefern. Als dann in Wien und Berlin die Revolution siegte,
wurde die Legion erst recht zwecklos; aber man hatte einmal ange-
fangen, und so wurde weitergespielt.
Wir stifteten einen deutschen kommunistischen Klub [202], worin
wir den Arbeitern rieten, der Legion fernzubleiben, dagegen ein-
zeln nach der Heimat zurückzukehren und dort für die Bewegung zu
wirken. Unser alter Freund Flocon, der in der provisorischen Re-
gierung saß, erwirkte für die von uns fortgeschickten Arbeiter
dieselben Reisebegünstigungen, die den Legionären zugesagt waren.
So beförderten wir drei- bis vierhundert Arbeiter nach Deutsch-
land zurück, darunter die große Mehrzahl der Bundesglieder.
Wie leicht vorherzusehn, erwies sich der Bund, gegenüber der
jetzt losgebrochenen Bewegung der Volksmassen, als ein viel zu
schwacher Hebel. Drei Viertel der Bundesglieder, die früher im
Ausland wohnten, hatten durch Rückkehr in die Heimat ihren Wohn-
sitz gewechselt; ihre bisherigen Gemeinden waren damit großen-
teils aufgelöst, alle Fühlung mit dem Bund ging für sie verloren.
Ein Teil der Ehrgeizigeren unter ihnen suchte sie auch nicht wie-
der zu gewinnen, sondern fing, jeder in seiner Lokalität, eine
kleine Separatbewegung auf eigne Rechnung an. Und endlich lagen
die Verhältnisse in jedem einzelnen Kleinstaat, jeder Provinz,
jeder Stadt wieder so verschieden, daß der Bund außerstande gewe-
sen wäre, mehr als ganz allgemeine Direktiven zu geben; diese wa-
ren aber viel besser durch die Presse zu verbreiten. Kurz, mit
dem Augenblick, wo die Ursachen aufhörten, die den geheimen Bund
notwendig gemacht hatten, hörte auch der geheime Bund auf, als
solcher etwas zu bedeuten. Das aber konnte am wenigsten die Leute
überraschen, die soeben erst demselben geheimen Bund den letzten
Schatten konspiratorischen Charakters abgestreift.
Daß aber der Bund eine vorzügliche Schule der revolutionären Tä-
tigkeit gewesen, bewies sich jetzt. Am Rhein, wo die "Neue Rhei-
nische Zeitung" einen festen Mittelpunkt bot, in Nassau, Rhein-
hessen etc. standen überall
#219# Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten
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Bundesglieder an der Spitze der extrem-demokratischen Bewegung.
Desgleichen in Hamburg, In Süddeutschland stand das Vorherrschen
der kleinbürgerlichen Demokratie im Weg. In Breslau war Wilhelm
Wolff bis in den Sommer 1848 hinein mit großem Erfolg tätig; er
erhielt auch ein schlesisches Mandat als Stellvertreter zum
Frankfurter Parlament. Endlich in Berlin stiftete der Schriftset-
zer Stephan Born, der in Brüssel und Paris als tätiges Bundesmit-
glied gewirkt hatte, eine "Arbeiterverbrüderung", die eine ziem-
liche Verbreitung erhielt und bis 1850 bestand. Born, ein sehr
talentvoller junger Mann, der es aber mit seiner Verwandlung in
eine politische Größe etwas zu eilig hatte, "verbrüderte" sich
mit den verschiedenartigsten Krethi und Plethi, um nur einen Hau-
fen zusammenzubekommen, und war keineswegs der Mann, der Einheit
in die widerstrebenden Tendenzen, Licht in das Chaos bringen
konnte. In den amtlichen Veröffentlichungen des Vereins laufen
daher auch die im "Kommunistischen Manifest" vertretenen Ansich-
ten kunterbunt durcheinander mit Zunfterinnerungen und Zunftwün-
schen, Abfällen von Louis Blanc und Proudhon, Schutzzöllnerei
usw., kurz, man wollte allen alles sein. Speziell wurden Streiks,
Gewerksgenossenschaften, Produktivgenossenschaften ins Werk ge-
setzt und vergessen, daß es sich vor allem darum handelte, durch
politische Siege sich erst das Gebiet zu erobern, worauf allein
solche Dinge auf die Dauer durchführbar waren. Als dann die Siege
der Reaktion den Leitern der Verbrüderung die Notwendigkeit fühl-
bar machten, direkt in den Revolutionskampf einzutreten, wurden
sie von der verworrenen Masse, die sie um sich gruppiert,
selbstredend im Stich gelassen. Born beteiligte sich am Dresdner
Mai-Aufstand 1849 [203] und entkam glücklich. Die "Arbeiterver-
brüderung" aber hatte sich, gegenüber der großen politischen Be-
wegung des Proletariats, als ein reiner Sonderbund bewährt, der
großenteils nur auf dem Papier bestand und eine so untergeordnete
Rolle spielte, daß die Reaktion ihn erst 1850 und seine
fortbestehenden Ableger erst mehrere Jahre nachher zu un-
terdrücken für nötig fand. Born, der eigentlich Buttermilch
heißt, wurde keine politische Größe, sondern ein kleiner Schwei-
zer Professor, der nicht mehr den Marx ins Zünftlerische, sondern
den sanften Renan in sein eignes süßliches Deutsch übersetzt.
Mit dem 13.Juni 1849 in Paris [25], mit der Niederlage der deut-
schen Mai-Auf stände und der Niederwerfung der ungarischen-Revo-
lution durch die Russen war eine große Periode der 1848er Revolu-
tion abgeschlossen. Aber der Sieg der Reaktion war soweit noch
keineswegs endgültig. Eine Neuorganisation der zersprengten revo-
lutionären Kräfte war geboten und damit auch die des Bundes. Die
Verhältnisse verboten wieder, wie vor 1848,
#220# Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten
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jede öffentliche Organisation des Proletariats; man mußte also
sich von neuem geheim organisieren.
Im Herbst 1849 fanden sich die meisten Mitglieder der frühern
Zentralbehörden und Kongresse wieder in London zusammen. Es
fehlte nur noch Schapper, der in Wiesbaden saß, aber nach seiner
Freisprechung im Frühjahr 1850 ebenfalls kam, und Moll, der,
nachdem er eine Reihe der gefährlichsten Missions- und Agitati-
onsreisen erledigt - zuletzt warb er mitten unter der preußischen
Armee in der Rheinprovinz Fahrkanoniere für die pfälzische Artil-
lerie -, in die Besançoner Arbeiterkompanie des Willichschen
Korps eintrat und im Gefecht an der Murg, vorwärts der Rothen-
felser Brücke, durch einen Schuß in den Kopf getötet wurde. Dage-
gen trat nun Willich ein. Willich war einer der seit 1845 im
westlichen Deutschland so häufigen Gemütskommunisten, also schon
deshalb in instinktivem, geheimem Gegensatz gegen unsre kritische
Richtung. Er war aber mehr, er war vollständiger Prophet, von
seiner persönlichen Mission als prädestinierter Befreier des
deutschen Proletariats überzeugt und als solcher direkter Präten-
dent auf die politische nicht minder als auf die militärische
Diktatur. Dem früher von Weitling gepredigten urchristlichen Kom-
munismus trat somit eine Art von kommunistischem Islam zur Seite.
Doch blieb die Propaganda dieser neuen Religion zunächst auf die
von Willich befehligte Flüchtlingskaserne beschränkt.
Der Bund wurde also neu organisiert, die im Anhang (IX, Nr. 1)
abgedruckte Ansprache vom März 1850 [2049 erlassen und Heinrich
Bauer als Emissär nach Deutschland geschickt. Die von Marx und
mir redigierte Ansprache ist noch heute von Interesse, weil die
kleinbürgerliche Demokratie auch jetzt noch diejenige Partei ist,
welche bei der nächsten europäischen Erschütterung, die nun bald
fällig wird (die Verfallzeit der europäischen Revolutionen, 1815,
1830, 1848-1852, 1870, währt in unserm Jahrhundert 15 bis 18
Jahre), in Deutschland unbedingt zunächst ans Ruder kommen muß,
als Retterin der Gesellschaft vor den kommunistischen Arbeitern.
Manches von dem dort Gesagten paßt also noch heute. Die Missions-
reise Heinrich Bauers war von vollständigem Erfolg gekrönt. Der
kleine fidele Schuhmacher war ein geborner Diplomat. Er brachte
die teils lässig gewordnen, teils auf eigne Rechnung operierenden
ehemaligen Bundesglieder wieder in die aktive Organisation, na-
mentlich auch die jetzigen Führer der "Arbeiterverbrüderung". Der
Bund fing an, in den Arbeiter-, Bauern- und Turnvereinen in weit
größerem Maß als vor 1848 die dominierende Rolle zu spielen, so
daß schon die nächste vierteljährliche Ansprache an die Gemeinden
vom Juni 1850 konstatieren konnte, der im Interesse der klein-
bürgerlichen
#221# Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten
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Demokratie Deutschland bereisende Studiosus Schurz aus Bonn (der
spätere amerikanische Exminister) "habe alle brauchbaren Kräfte
schon in den Händen des Bundes gefunden" (s. Anhang IX, Nr. 2)
[205]. Der Bund war unbedingt die einzige revolutionäre Organisa-
tion, die in Deutschland eine Bedeutung hatte.
Wozu diese Organisation aber dienen sollte, das hing sehr wesent-
lich davon ab, ob die Aussichten auf einen erneuten Aufschwung
der Revolution sich verwirklichten. Und dies wurde im Lauf des
Jahres 1850 immer unwahrscheinlicher, ja unmöglicher. Die indu-
strielle Krisis von 1847, die die Revolution von 1848 vorbereitet
hatte, war überwunden; eine neue, bisher unerhörte Periode der
industriellen Prosperität war angebrochen; wer Augen hatte zu
sehn und sie gebrauchte, für den mußte es klar sein, daß der Re-
volutionssturm von 1848 sich allmählich erschöpfte.
"Bei dieser allgemeinen Prosperität, worin die Produktivkräfte
der bürgerlichen Gesellschaft sich so üppig entwickeln, wie dies
innerhalb der bürgerlichen Verhältnisse überhaupt möglich ist,
k a n n v o n e i n e r w i r k l i c h e n R e v o l u-
t i o n k e i n e R e d e s e i n. Eine solche Revolution ist
nur in den Perioden möglich, wo diese beiden Faktoren, die moder-
nen Produktionskräfte und die bürgerlichen Produktionsformen,
miteinander in Widerspruch geraten. Die verschiedenen Zänkereien,
in denen sich jetzt die Repräsentanten der einzelnen Fraktionen
der kontinentalen Ordnungspartei ergehn und gegenseitig kompro-
mittieren, weit entfernt zu neuen Revolutionen Anlaß zu geben,
sind im Gegenteil nur möglich, weil die Grundlage der Verhält-
nisse momentan so sicher und, was die Reaktion nicht weiß, so
b ü r g e r l i c h ist. An ihr werden alle die bürgerliche
Entwicklung aufhaltenden Reaktionsversuche e b e n s o s i-
c h e r a b p r a l l e n w i e a l l e s i t t l i c h e
E n t r ü s t u n g u n d a l l e b e g e i s t e r t e n
P r o k l a m a t i o n e n d e r D e m o k r a t e n." So
schrieb Marx und ich in der "Revue von Mai bis Oktober 1850" in
der "Neuen Rheinischen Zeitung. Politisch-ökonomische Revue"
[206], (V. und VI. Heft, Hamburg 1850, S. 153 1*).
Diese kühle Auffassung der Lage war aber für viele Leute eine
Ketzerei zu einer Zeit, wo Ledru-Rollin, Louis Blanc, Mazzini,
Kossuth, und von kleineren deutschen Lichtern Ruge, Kinkel, Goegg
und wie sie alle heißen, sich in London haufenweise zu provisori-
schen Zukunftsregierungen, nicht nur für ihre respektiven Vater-
länder, sondern auch für ganz Europa zusammentaten und wo es nur
noch darauf ankam, das nötige Geld als Revolutionsanleihe in Ame-
rika aufzunehmen, um die europäische Revolution benebst den damit
selbstverständlichen verschiednen Republiken im Nu
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1*) Siehe Band 7 unserer Ausgabe, S. 440
#222# Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten
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zu verwirklichen. Daß ein Mann wie Willich hier hineinfiel und
daß auch Schapper aus altem Revolutionsdrang sich betören ließ,
daß die Mehrzahl der Londoner Arbeiter, großenteils selbst
Flüchtlinge, ihnen in das Lager der bürgerlich-demokratischen Re-
volutionsmacher folgte, wen kann es wundern? Genug, die von uns
verteidigte Zurückhaltung war nicht nach dem Sinn dieser Leute;
es sollte in die Revolutionsmacherei eingetreten werden; wir wei-
gerten uns aufs entschiedenste. Die Spaltung erfolgte; das Wei-
tere ist in den "Enthüllungen" zu lesen. Dann kam die Verhaftung
zuerst Nothjungs, dann Haupts in Hamburg, der zum Verräter wurde,
indem er die Namen der Kölner Zentralbehörde angab und im Prozeß
als Hauptzeuge dienen sollte; aber seine Verwandten wollten diese
Schande nicht erleben und beförderten ihn nach Rio de Janeiro, wo
er sich später als Kaufmann etablierte und in Anerkennung seiner
Verdienste erst preußischer und dann deutscher Generalkonsul
wurde. Er ist jetzt wieder in Europa. *) Zum besseren Verständnis
des Folgenden gebe ich die Liste der Kölner Angeklagten: 1. P.G.
Röser, Zigarrenarbeiter; 2. Heinrich Bürgers, später verstorbener
fortschrittlicher Landtagsabgeordneter; 3. Peter Nothjung,
Schneider, vor wenigen Jahren als Photograph in Breslau gestor-
ben; 4. W.J. Reiff; 5. Dr. Hermann Becker, jetzt Oberbürgermei-
ster von Köln und Mitglied des Herrenhauses; 6. Dr. Roland Da-
niels, Arzt, wenige Jahre nach dem Prozeß an der im Gefängnis er-
worbenen Schwindsucht gestorben; 7. Karl Otto, Chemiker; 8. Dr.
Abraham Jacobi, jetzt Arzt in New York; 9. Dr. J.J. Klein, jetzt
Arzt und Stadtverordneter in Köln; 10. Ferdinand Freiligrath, der
aber damals schon in London war; 11. J.L. Ehrhard, Kommis; 12.
Friedrich Leßner, Schneider, jetzt in London. Von diesen wurden,
nachdem die öffentlichen Verhandlungen vor den Geschwornen vom 4.
Oktober bis 12. November 1852 gedauert, wegen versuchten Hoch-
verrats verurteilt: Röser, Bürgers und Nothjung zu 6, Reiff,
Otto, Becker zu 5, Leßner zu 3 Jahren Festungshaft, Daniels,
Klein, Jacobi und Ehrhard wurden freigesprochen.
Mit dem Kölner Prozeß schließt diese erste Periode der deutschen
kommunistischen Arbeiterbewegung. Unmittelbar nach der Verurtei-
lung lösten
---
*) Schapper starb Ende der sechziger Jahre in London. Willich
machte den amerikanischen Bürgerkrieg mit Auszeichnung mit; er
erhielt in der Schlacht bei Murfreesboro (Tennessee) als Brigade-
general einen Schuß durch die Brust, wurde aber geheilt und starb
vor etwa zehn Jahren in Amerika. - Von andern oben erwähnten Per-
sonen will ich noch bemerken, daß Heinrich Bauer in Australien
verschollen ist, Weitling und Ewerbeck in Amerika gestorben sind.
#223# Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten
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wir unsern Bund auf; wenige Monate nachher ging auch der Willich-
Schappersche Sonderbund [207] ein zur ewigen Ruhe.
---
Zwischen damals und jetzt liegt ein Menschenalter. Damals war
Deutschland ein Land des Handwerks und der auf Handarbeit beru-
henden Hausindustrie; jetzt ist es ein noch in fortwährender in-
dustrieller Umwälzung begriffnes großes Industrieland. Damals
mußte man die Arbeiter einzeln zusammensuchen, die Verständnis
hatten für ihre Lage als Arbeiter und ihren geschichtlich-ökono-
mischen Gegensatz gegen das Kapital, weil dieser Gegensatz selbst
erst im Entstehen begriffen war. Heute muß man das gesamte deut-
sche Proletariat unter Ausnahmegesetze stellen, um nur den Prozeß
seiner Entwicklung zum vollen Bewußtsein seiner Lage als unter-
drückte Klasse um ein geringes zu verlangsamen. Damals mußten
sich die wenigen Leute, die zur Erkenntnis der geschichtlichen
Rolle des Proletariats durchgedrungen, im geheimen zusammentun,
in kleinen Gemeinden von drei bis zwanzig Mann verstohlen sich
versammeln. Heute braucht das deutsche Proletariat keine offi-
zielle Organisation mehr, weder öffentliche noch geheime; der
einfache, sich von selbst verstehende Zusammenhang gleichgesinn-
ter Klassengenossen reicht hin, um ohne alle Statuten, Behörden,
Beschlüsse und sonstige greifbare Formen das gesamte Deutsche
Reich zu erschüttern. Bismarck ist Schiedsrichter in Europa,
draußen jenseits der Grenze; aber drinnen wächst täglich drohen-
der jene Athletengestalt des deutschen Proletariats empor, die
Marx schon 1844 vorhersah, der Riese, dem das auf den Philister
bemessene enge Reichsgebäude schon zu knapp wird und dessen ge-
waltige Statur und breite Schultern dem Augenblick entgegen wach-
sen, wo sein bloßes Aufstehn vom Sitz den ganzen Reichs-
verfassungsbau in Trümmer sprengt. Und mehr noch. Die internatio-
nale Bewegung des europäischen und amerikanischen Proletariats
ist jetzt so erstarkt, daß nicht nur ihre erste enge Form - der
geheime Bund -, sondern selbst ihre zweite, unendlich umfassen-
dere Form - die öffentliche Internationale Arbeiterassoziation -
eine Fessel für sie geworden und daß das einfache, auf der Ein-
sicht in die Dieselbigkeit der Klassenlage beruhende Gefühl der
Solidarität hinreicht, unter den Arbeitern aller Länder und Zun-
gen eine und dieselbe große Partei des Proletariats zu schaffen
und zusammenzuhalten. Die Lehren, die der Bund von 1847 bis 1852
vertrat und die damals als die Hirngespinste extremer Tollköpfe,
als Geheimlehre einiger zersprengten Sektierer vom weisen Phili-
sterium mit Achselzucken behandelt werden durften, sie haben
jetzt zahllose Anhänger in allen zivilisierten
#224# Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten
-----
Ländern der Welt, unter den Verdammten der sibirischen Bergwerke
wie unter den Goldgräbern Kaliforniens; und der Begründer dieser
Lehre, der bestgehaßte, bestverleumdete Mann seiner Zeit, Karl
Marx, war, als er starb, der stets gesuchte und stets willige
Ratgeber des Proletariats beider Welten.
London, 8. Oktober 1885
Friedrich Engels
Nach: Karl Marx, "Enthüllungen über
den Kommunisten-Prozeß zu Köln",
Hottingen-Zürich 1885.
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