Quelle: MEW 21 Mai 1883 - Dezember 1889


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       [Über den Streik der Arbeiter der Glasfabrik in Lyon]
       
       Die französische  republikanische Regierung  [272]  scheint  ent-
       schlossen, auf  jede mögliche  Art und  Weise zu  zeigen, daß sie
       ganz genauso  die Regierung  der Kapitalisten  ist wie jede ihrer
       Vorgängerinnen. Nicht  genug damit,  daß sie für die Bergwerksge-
       sellschaft in  Decazeville [273] Partei nimmt, tritt sie jetzt in
       Lyon noch  gewalttätiger auf.  Dort ist ein Streik in einer Glas-
       hütte ausgebrochen; einige Streikbrecher arbeiten weiter und wer-
       den zu  ihrer Sicherheit  in der  Fabrik untergebracht.  Als  der
       Hausrat eines von ihnen - eines deutschen Anarchisten namens Lit-
       ner -  dorthin geschafft wurde, folgten die Streikenden und pfif-
       fen ihn  aus. Kaum war der Karren mit dem Hausrat drinnen und die
       Tore geschlossen,  als aus  den Fenstern Schüsse auf die Menschen
       draußen abgegeben wurden - Revolverkugeln und Schrotkugeln flogen
       in alle  Richtungen und verwundeten etwa dreißig Leute. Die Menge
       lief natürlich  auseinander. Jetzt  mischten sich die Polizei und
       die Justizstellen  ein. Aber  nicht etwa, um den Kapitalisten und
       seine Söldlinge, die gefeuert hatten, zu verhaften - oh nein! sie
       verhafteten eine  Anzahl der  Streikenden, weil  sie die Freiheit
       der Arbeit gestört hatten! Diese Affäre, die gerade in diesem Au-
       genblick bekannt  geworden ist, hat in Paris eine ungeheure Erre-
       gung hervorgerufen. Decazeville hat die für die Sozialisten abge-
       gebenen Stimmen  in Paris  von 30 000  auf über 100 000 [274] an-
       steigen lassen,  und die  Wirkung dieser  Bluttat in La Mulatière
       bei Lyon wird noch größer sein.
       F. E.
       Geschrieben zwischen 8. und 14. Mai 1886.
       Nach: "The Commonweal", Vol. II, Nr. 18 vom 15. Mai 1886.
       
       Aus dem Englischen.

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