Quelle: MEW 24 Das Kapital - Zweiter Band


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       #362# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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       II. Adam Smith
       
       1. Smiths allgemeine Gesichtspunkte
       
       A. Smith sagt B. 1, ch. 6, p. 42:
       
       "In jeder Gesellschaft löst sich der Preis jeder Ware schließlich
       auf in  einen oder  den andern  dieser drei  Teile" (Arbeitslohn,
       Profit, Bodenrente)  "oder in  alle drei;  und in  jeder  fortge-
       schrittnen Gesellschaft  gehn sie  alle drei,  mehr oder weniger,
       als Bestandteile in den Preis des weitaus größten Teils der Waren
       ein" 38);  oder, wie es weiter heißt, p. 43: "Arbeitslohn, Profit
       und Bodenrente  sind die   d r e i  U r q u e l l e n  alles Ein-
       kommens sowohl wie  a l l e s  T a u s c h w e r t s."
       
       Wir  werden   weiter  unten   diese  Lehre  A.  Smiths  über  die
       "Bestandteile des  Preises der Waren", resp. "alles Tauschwerts",
       näher untersuchen. Weiter heißt es:
       
       "Da dies  gilt mit Bezug auf jede besondre Ware einzeln genommen,
       muß es  auch gelten  für alle  Waren in ihrer Gesamtheit, wie sie
       das   g a n z e  j ä h r l i c h e  P r o d u k t  des Bodens und
       der Arbeit  eines jeden  Landes  ausmachen.  Der    g e s a m t e
       P r e i s   o d e r   T a u s c h w e r t  dieses jährlichen Pro-
       dukts muß   s i c h  a u f l ö s e n  in dieselben drei Teile und
       v e r t e i l t  w e r d e n  unter
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       38) Damit  der Leser  sich nicht  täusche über  die Phrase:  "Der
       Preis des  weitaus größten Teils der Waren", zeigt folgendes, wie
       A. Smith  selbst diese Bezeichnung erklärt: Z.B. in den Preis von
       Seefisch geht  keine Rente  ein, sondern nur Arbeitslohn und Pro-
       fit; in  den Preis  von Scotch  pebbles geht nur Arbeitslohn ein,
       nämlich: In  einigen Teilen  von Schottland  machen arme Leute es
       sich zum  Geschäft, am Seestrand die bunten Steinchen zu sammeln,
       die unter  dem Namen  schottische Kiesel bekannt sind. Der Preis,
       den ihnen  die Steinschneider dafür zahlen, besteht nur aus ihrem
       Arbeitslohn, da weder Bodenrente noch Profit irgendeinen Teil da-
       von ausmacht."
       
       #363# 19. Kapitel - Frühere Darstellungen des Gegenstandes
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       die verschieclnen Bewohner des Landes, entweder als  L o h n  ih-
       rer Arbeit  oder als  P r o f i t  ihres Kapitals, oder als Rente
       ihres Grundbesitzes." (B. II, ch. 2, p. 190.)
       
       Nachdem A. Smith so den Preis sowohl aller Waren einzeln genommen
       wie den  ganzen Preis  oder Tauschwert... des jährlichen Produkts
       des Bodens  und der  Arbeit eines  jeden Landes" aufgelöst hat in
       drei Quellen von Revenuen für Lohnarbeiter, Kapitalist und Grund-
       eigentümer, in  Arbeitslohn, Profit  und Bodenrente,  muß er doch
       auf einem Umweg ein viertes Element hereinschmuggeln, nämlich das
       Element des  Kapitals. Dies  geschieht durch die Distinktion zwi-
       schen Roh- und Reineinkommen:
       
       "Das   B r u t t o einkommen sämtlichen  Einwohner  eines  großen
       Landes    begreift     in     sich     das          g e s a m t e
       J a h r e s p r o d u k t   ihres Bodens  und ihrer  Arbeit;  das
       N e t t o einkommen den  Teil, der  ihnen  zur  Verfügung  bleibt
       n a c h   A b z u g   d e r  E r h a l t u n g s k o s t e n  er-
       stens  ihres   fixen  und   zweitens  ihres     f l ü s s i g e n
       K a p i t a l s;   oder den  Teil, den  sie, ohne ihr Kapital an-
       zugreifen, in  ihren Konsumtionsvorrat  stellen oder zu ihrem Un-
       terhalt, Komfort und Vergnügen verausgaben können. Ihr wirklicher
       Reichtum steht  ebenfalls im  Verhältnis, nicht zu ihrem Brutto-,
       sondern zu ihrem Nettoeinkommen." (Ib. p. 190.)
       
       Wir bemerken hierzu:
       1. A.  Smith behandelt  hier ausdrücklich nur die einfache Repro-
       duktion, nicht  die auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumu-
       lation;  er   spricht  nur   von  den   Ausgaben  für   Erhaltung
       (maintaining) des  fungierenden Kapitals. Die "Netto"-Revenue ist
       gleich dem Teil des jährlichen Produkts, sei es der Gesellschaft,
       sei   es    des   individuellen    Kapitalisten,   der   in   den
       "Konsumtionsfonds" eingehn  kann, aber  der Umfang  dieses  Fonds
       darf nicht das fungierende Kapital angreifen (encroach upon capi-
       tal). Ein  Wertteil des  individuellen wie des gesellschaftlichen
       Produkts löst  sich also weder in Arbeitslohn noch in Profit oder
       Bodenrente auf, sondern in Kapital.
       2. A.  Smith flüchtet aus seiner eignen Theorie vermittelst eines
       Wortspiels, der  Unterscheidung zwischen  gross und  net revenue,
       Roh- und Reineinkommen. Der individuelle Kapitalist wie die ganze
       Kapitalistenklasse, oder  die sogenannte  Nation,  nimmt  ein  an
       Stelle des  in der Produktion verbrauchten Kapitals ein Warenpro-
       dukt, dessen  Wert - darstellbar in proportionellen Teilen dieses
       Produkts selbst  - einerseits  den aufgewandten  Kapitalwert  er-
       setzt,  daher   Einkommen  bildet  und  noch  wörtlicher  Revenue
       (revenu, Partizip von revenir, wiederkommen), aber notabene Kapi-
       talrevenue oder  Kapitaleinnahme;  andrerseits  Wertbestandteile,
       die "verteilt  werden unter  die verschiednen  Bewohner des  ndes
       entweder als  hn ihrer Arbeit oder als Profit ihres Kapitals oder
       als Rente  ihres Grundbesitzes"  - was  man im gewöhnlichen Leben
       unter Einkommen versteht.
       
       #364# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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       Der Wert  des ganzen Produkts, sei es für den individuellen Kapi-
       talisten, sei es für das ganze Land, bildet darnach Einkommen für
       irgend jemand;  aber einerseits Kapitaleinkommen, andrerseits von
       diesem verschiedne  "Revenue". Was also bei Analyse des Werts der
       Ware in seine Bestandteile entfernt wird, wird durch eine Hinter-
       tür -  die Zweideutigkeit  des Worts "Revenue" wieder eingeführt.
       Es  können   aber  nur   solche  Wertbestandteile   des  Produkts
       "eingenommen"  werden,   die  bereits  in  ihm  existieren.  Wenn
       K a p i t a l   als Revenue einkommen soll, so muß Kapital vorher
       verausgabt worden sein.
       A. Smith sagt ferner:
       
       "Die niedrigste  gewöhnliche Profitrate muß immer etwas mehr aus-
       machen als das, was hinreicht zur Entschädigung für die gelegent-
       lichen Verluste,  denen jede Kapitalverwendung ausgesetzt ist. Es
       ist dieser Überschuß allein, der den reinen oder Nettoprofit dar-
       stellt."
       
       {Welcher Kapitalist  versteht unter Profit notwendige Kapitalaus-
       lagen?}
       
       "Was man Bruttoprofit nennt, umfaßt häufig nicht nur diesen Über-
       schuß, sondern  auch den für solche außergewöhnliche Verluste zu-
       rückbehaltnen Teil." (B. I, ch. 9, p. 72.)
       
       Dies heißt  aber weiter  nichts, als  daß ein Teil des Mehrwerts,
       betrachtet als  Teil des Bruttoprofits, einen Assekuranzfonds für
       die Produktion  bilden muß.  Diesen Assekuranzfonds  schafft  ein
       Teil der  Surplusarbeit, die  insofern Kapital direkt produziert,
       d.h. den  für die  Reproduktion bestimmten Fonds. Was die Auslage
       für die  "Erhaltung" des  fixen Kapitals  etc. angeht  (siehe die
       oben zitierten  Stellen), so  bildet der  Ersatz des konsumierten
       fixen Kapitals  durch neues keine neue Kapitalanlage, sondern ist
       nur die Erneuerung des alten Kapitalwerts in neuer Form. Was aber
       die Reparatur des fixen Kapitals betrifft, die A. Smith ebenfalls
       zu den  Erhaltungskosten rechnet,  so gehört  seine Kost  mit zum
       Preis des  vorgeschoßnen Kapitals. Daß der Kapitalist, statt die-
       sen auf einmal anlegen zu müssen, ihn erst allmählich und je nach
       Bedürfnis während  der Funktion des Kapitals anlegt und aus schon
       eingestecktem Profit  anlegen kann,  ändert nichts  an der Quelle
       dieses Profits.  Der Wertbestandteil,  woraus er  entspringt, be-
       weist nur,  daß der  Arbeiter Surplusarbeit  liefert, wie für den
       Assekuranzfonds so für den Reparaturfonds.
       A. Smith  erzählt uns nun, daß von der Nettorevenue, d.h. der Re-
       venue im  spezifischen Sinne, das ganze fixe Kapital auszuschlie-
       ßen, aber  auch der  ganze Teil  des zirkulierenden Kapitals, den
       die Erhaltung  und die Reparatur des fixen Kapitals wie seine Er-
       neuerung erheischt, in der Tat alles
       
       #365# 19. Kapitel - Frühere Darstellungen des Gegenstandes
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       Kapital, das  sich nicht  in einer  -für den Konsumtionsfonds be-
       stimmnten Naturalform befindet.
       
       "Die ganze  Auslage für  Erhaltung des  fixen Kaphls muß offenbar
       von der  Nettorevenue der Gesellschaft ausgeschlossen werden. We-
       der die  Rohstoffe, mit  denen die nützlichen Maschinen und Indu-
       striewerkzeuge instand  gehalten werden  müssen, noch das Produkt
       der zur  Umwandlung dieser Rohstoffe in die verlangte Gestalt er-
       forderlichen Arbeit kann je einen Teil dieser Revenue bilden. Der
       P r e i s  dieser Arbeit kann allerdings einen Teil jener Revenue
       bilden, da  die so  beschäftigten Arbeiter  den ganzen Wert ihres
       Lohns in  ihrem unmittelbaren  Konsumtionsvorrat anlegen  können.
       Aber bei  andern Arten  Arbeit geht  sowohl der  P r e i s" (d.h.
       der für  diese Arbeit  bezahlte Lohn)  wie  das    P r o d u k t"
       {worin sich  diesearbeit verkörpert} "in diesen Konsumtionsvorrat
       ein; der  Preis in  den der  Arbeiter, das  Produkt in den andrer
       Uute, deren Unterhalt Komfort und Vergnügen durch die Arbeit die-
       ser Arbeiter erhöht wird." (B. II, ch. 2, p. 190, 191.)
       
       A. Smith  stößt hier  auf eine  sehr wichtige Unterscheidung zwi-
       schen den  Arbeitern, die  in der  Produktion von Produktionsmit-
       teln, und  denen, die in der unmittelbaren Produktion von Konsum-
       tionsmitteln wirken.  Der Wert des Warenprodukts der erstern ent-
       hält einen  Bestandteil gleich  der Summe  der Arbeitslöhne, d.h.
       dem Wert  des im Ankauf von Arbeitskraft angelegten Kapitalteils;
       dieser Wertteil  existiert körperlich  als eine gewisse Quote der
       von diesen  Arbeitern produzierten Produktionsmittel. Das für ih-
       ren Arbeitslohn  erhaltne Geld bildet für sie Revenue, aber weder
       für sie  selbst noch  für andre  hat ihre  Arbeit Produkte herge-
       stellt, die  konsumabel sind.  Diese Produkte  bilden also selbst
       kein Element des Teils des jährlichen Produkts, der bestimmt ist,
       den gesellschaftlichen  Konsumtionsfonds zu liefern, worin allein
       "Nettorevenue" realisierbar  ist. A.  Smith vergißt hier zuzuset-
       zen, daß  was für  die Arbeitslöhne,  ebenso gültig  ist für  den
       Wertbestandteil der Produktionsmittel, der als Mehrwert unter den
       Kategorien von  Profit und Rente die Revenue (in erster Hand) des
       industriellen Kapitalisten  bildet. Auch  diese  Wertbestandteile
       existieren in Produktionsmitteln, Nichtkonsumablem; erst nach ih-
       rer Versilberung  können sie  ein ihrem Preis gemäßes Quantum der
       von der zweiten Sorte Arbeiter produzierten Konsumtionsmittel he-
       ben und  in den  individuellen  Konsumtionsfonds  ihrer  Besitzer
       übertragen. Um  so mehr  aber hätte A. Smith sehn müssen, daß der
       Wertteil der jährlich erzeugten Produktionsmittel, welcher gleich
       ist dem  Wert der innerhalb dieser Produktionssphäre fungierenden
       Produktionsmittel - der Produktionsmittel, wonmit Produktionsmit-
       tel gemacht  werden -, also ein Wertteil gleich dem Wert des hier
       angewandten  konstanten  Kapitals,  absolut  ausgeschlossen  ist,
       nicht nur durch die Naturalform,
       
       #366# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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       worin er  existiert, sondern durch seine Kapitalfanktion, von je-
       dem Revenue bildenden Wertbestandteil.
       Mit Bezug auf die zweite Sorte Arbeiter - die unmittelbar Konsum-
       tionsmittel produzieren  - sind A. Smiths Bestimmungen nicht ganz
       exakt. Er  sagt nämlich,  daß in  diesen Arten  Arbeit beide, der
       Preis der  Arbeit und  das Produkt, eingehn in (go to) den unmit-
       telbaren Konsumtionsfonds;
       
       "der   P r e i s  (d.h. das als Arbeitslohn erhaltne Geld) in den
       Konsumtionsstock der  A r b e i t e r  und das  P r o d u k t  in
       den  a n d r e r  L e u t e  (that of other people), deren Unter-
       halt, Komfort und Vergnügen erhöht werden durch die Arbeit dieser
       Arbeiter".
       
       Aber der Arbeiter kann nicht leben von dem "Preis" seiner Arbeit,
       dem Geld,  worin sein  Arbeitslohn ausgezahlt wird; er realisiert
       dies Geld,  indem er  damit Konsumtionsmittel kauft; diese können
       z.T. aus  Warensorten bestehn,  die  er  selbst  produziert  hat.
       Andrerseits kann  sein eignes  Produkt ein  solches sein, welches
       nur in die Konsumtion der Arbeitsausbeuter eingeht.
       Nachdem A.  Smith das fixe Kapital so gänzlich ausgeschlossen von
       der "Nettorevenue" eines Landes, fährt er fort:
       
       "Obgleich so  die ganze  Auslage für Erhaltung des fixen Kapitals
       notwendig von  der Nettorevenue  der Gesellschaft  ausgeschlossen
       ist, so  ist doch nicht dasselbe der Fall mit der Auslage für Er-
       haltung des  zirkulierenden Kapitals. Von den vier Teilen, woraus
       dies letztre  Kapital besteht:  Geld, Lebensmittel, Rohstoffe und
       fertige Produkte, werden die drei letztren, wie schon gesagt, re-
       gelmäßig aus  ihm herausgenommen und entweder in das fixe Kapital
       der Gesellschaft  versetzt oder aber in den für unmittelbare Kon-
       sumtion bestimmten  Vorrat. Derjenige Teil der konsumierbaren Ar-
       tikel, der  nicht zur Erhaltung des erstern" {des fixen Kapitals}
       verwandt wird,  geht allzumaal in den letzren" {den für unmittel-
       bare Konsumtion  bestimmten Vorrat}  "und bildet  einen Teil  des
       Nettoeinkommens der Gesellschaft. Die Erhaltung dieser drei Teile
       des zirkulierenden Kapitals verringert daher die Nettorevenue der
       Gesellschaft um  keinen  andern  Teil  des  Jahresprodukts  außer
       demjenigen, der  nötig ist zur Erhaltung des fixen Kapitals." (B.
       II, ch. 2. p. 191, 192.)
       
       Dies ist  nur die Tautologie, daß der Teil des zirkulierenden Ka-
       pitals, der  nicht für die Produktion von Produktionstteln dient,
       eingeht in die von Konsumtionsmitteln, also in den Teil des jähr-
       lichen Produkts,  der bestimmt  ist, den Konsumtionsfonds der Ge-
       sellschaft zu bilden. Aber wichtig ist, was gleich darauf folgt:
       
       "Das zirkulierende  Kapital einer  Gesellschaft ist in dieser Be-
       ziehung verschieden  von dem eines einzelnen. Das eines einzelnen
       ist gänzlich  ausgeschlossen von seiner Nettorevenue und kann nie
       einen Teil derselben bilden; sie kann ausschließlich nur aus sei-
       nem Profit  bestehn. Aber  obwohl das zirkulierende Kapital jedes
       einzelnen einen
       
       #367# 19. Kapitel - Frühere Darstellungen des Gegenstandes
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       Teil des  zirkulierenden Kapitals  der Gesellschaft  ausmacht, zu
       der er  gehört so ist es doch deshalb keineswegs unbedingt ausge-
       schlossen von  der Nettorevenue  der Gesellschaft  und kann einen
       Teil davon  bilden. Obgleich  die sämtlichen Waren im Laden eines
       Kleinhändlers durchaus  nicht in den für seine eigne unmittelbare
       Konsumtion bestimmten  Vorrat gestellt  werden dürfen,  so können
       sie doch  in den Konsumtionsfonds andrer Leute gehören, die, ver-
       mittelst einer  durch andre  Fonds erzielten  Revenue, ihm  ihren
       Wert samt seinem Profit regelmäßig ersetzen, ohne daß daraus eine
       Vermindrung weder seines noch ihres Kapitals entsteht." (ibidem.)
       
       Wir hören hier also:
       1. Wie  das fixe Kapital und das zu dessen Reproduktion (Funktion
       vergißt er)  und Erhaltung  nötige zirkulierende  Kapital, so ist
       auch das  in der  Produktion von Konsumtionsmitteln tätige zirku-
       lierende Kapital  jedes individuellen  Kapitalisten total  ausge-
       schlossen von seiner Nettorevenue, die nur in seinen Profiten be-
       stehn kann.  Also ist der sein Kapital ersetzende Teil seines Wa-
       renprodukts nicht  auflösbar in Wertbestandteile, die Revenue für
       ihn bilden.
       2. Das  zirkulierende Kapital  jedes  individuellen  Kapitalisten
       bildet einen  Teil des  zirkulierenden Kapitals der Gesellschaft,
       ganz wie jedes individuelle fixe Kapital.
       3. Das  zirkulierende Kapital  der Gesellschaft, obgleich nur die
       Summe der  individuellen zirkulierenden  Kapitale, besitzt  einen
       vom zirkulierenden  Kapital jedes individuellen Kapitalisten ver-
       schiednen  Charakter.   Das  letztre   kann  niemals  einen  Teil
       s e i n e r  R e v e n u e  bilden; ein Stück des ersten (nämlich
       das aus  Konsumtionsmitteln  bestehende)  kann  dagegen  zugleich
       einen Teil  der   R e v e n u e   d e r   G e s e l l s c h a f t
       bilden, oder wie er vorhin e, es muß nicht notwendig die Nettore-
       venue der  Gesellschaft um  einen Teil des jahresprodukts verrin-
       gern. In  der Tat  besteht das,  was A. Smith hier zirkulierendes
       Kapital nennt, in dem jährlich produzierten Warenkapital, welches
       die Konsumtionsmittel  produzierenden  Kapitalisten  jährlich  in
       Zirkulation werfen.  Dies ihr  ganzes jährliches Warenprodukt be-
       steht aus  konsumierbaren Artikeln  und bildet  daher den  Fonds,
       worin sich die Nettorevenuen (inkl. der Arbeitslöhne) der Gesell-
       schaft realisieren oder verausgaben. Statt die Waren im Laden des
       Kleinhändlers als  Beispiel zu  wählen, hätte A. Smith die in den
       Warenlagern der  industriellen Kapitalisten lagernden Gütermassen
       wählen müssen.
       Hätte A.  Smith nun  die Gedankenblöcke  zusammengefaßt, die sich
       ihm aufgedrungen, vorher bei Betrachtung der Reproduktion dessen,
       was er fixes, jetzt bei der dessen, was er zirkulierendes Kapital
       nennt, so wäre er zu folgendem Resultat gekommen:
       
       #368# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation
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       I. Das gesellschaftliche Jahresprodukt besteht aus zwei Abteilun-
       gen, die  erste umfaßt die Produktionsmittel, die zweite die Kon-
       sumtionsmittel; beide sind getrennt zu behandeln.
       II. Der  Gesamtwert des  aus  P r o d u k t i o n s m i t t e l n
       bestehenden Teils des Jahresprodukts verteilt sich wie folgt: Ein
       Wertteil ist nur der Wert der in der Herstellung dieser Produkti-
       onsmittel verzehrten Produktionsmittel, also nur in erneuter Form
       wiedererscheinender Kapitalwert;  ein zweiter Teil ist gleich dem
       Wert des  in Arbeitskraft  ausgelegten Kapitals  oder gleich  der
       Summe der  Arbeitslöhne, ausgezahlt  von den  Kapitalisten dieser
       Produktionssphäre. Ein dritter Wertteil endlich bildet die Quelle
       der Profite,  inkl. Bodenrenten,  der industriellen  Kapitalisten
       dieser Kategorie.
       Der erste Bestandteil, nach A. Smith der reproduzierte fixe Kapi-
       talteil sämtlicher in dieser ersten Abteilung beschäftigten indi-
       viduellen Kapitale,  ist "offenbar  ausgeschlossen und  kann  nie
       einen Teil bilden von der Nettorevenue", sei es des individuellen
       Kapitalisten, sei  es der Gesellschaft. Er fungiert stets als Ka-
       pital, nie als Revenue. Sofern unterscheidet sich das "fixe Kapi-
       tal" jedes individuellen Kapitalisten in nichts von dem fixen Ka-
       pital der  Gesellschaft. Aber die andern Wertteile des in Produk-
       tionsmitteln bestehenden  jährlichen Produkts  der Gesellschaft -
       Wertteile, die  also auch  existieren in  aliquoten Teilen dieser
       Gesamtnmse von  Produktionsmitteln bilden  zwar zugleich  Revenum
       f ü r   a l l e  i n  d i e s e r  P r o d u k t i o n  beteilig-
       ten Agenten,  Löhne für  die Arbeiter, Profite und Renten für die
       Kapitalisten.   Aber    sie   bilden   nicht   Revenue,   sondern
       K a p i t a l   f ü r   d i e  G e s e l l s c h a f t,  obgleich
       das jährliche Produkt der Gesellschaft nur aus der Summe der Pro-
       dukte der  ihr angehörenden  individuellen Kapitalisten  besteht.
       Sie können  meist schon  ihrer Natur  nach nur fungieren als Pro-
       duküonsmittel, und  selbst die, die nötigenfalls als Konsumtions-
       mittel fungieren könnten, sind bestimmt, als Roh- oder Hilfsmate-
       rial neuer Produktion zu dienen. Sie fungieren als solches - also
       als Kapital  -, aber  nicht in den Händen ihrer Erzeuger, sondern
       in denen ihrer Verwender, nämlich:
       III. der  Kapitalisten der  zweiten Abteilung,  der unmittelbaren
       Produzenten von  Ktionsmitteln. Sie  ersetzen diesen  das in  der
       Produktion  der  Konsumtionsmittel  verbrauchte  Kapital  (Soweit
       letztres nicht  in Arbeitskraft  umgesetzt, also in der Summe der
       Arbeitslöhne für  die Arbeiter dieser zweiten Abteilung besteht),
       während dies  verbrauchte Kapital,  das sich  nun in der Form von
       Konsumtionsmitteln in den Händen der sie produzierenden Kapitali-
       sten befindet,  seinerseits -  also vom gesellschaftlichen Stand-
       punkt  -   den    K o n s u m t i o n s f o n d s    b i l d e t,
       w o r i n  d i e  K a p i t a l i s t e n  u n d  A r b e i t e r
       d e r   e r s t e n   A b t e i l u n g   i h r e   R e v e n u e
       r e a l i s i e r e n.
       
       #369# 19. kapitel - Frühere Darstellungen des Gegenstandes
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       Hätte A.  Smith die  Analyse so weit verfolgt, es fehlte nur noch
       wenig an  der Auflösung des ganzen Problems. Er war der Sache nah
       auf dem  Sprung, da er bereits bemerkt hatte, daß bestimmte Wert-
       teile einer  Sorte  (Produktionsmittel)  der  Warenkapitale,  aus
       denen das  jährliche Gesamtprodukt der Gesellschaft besteht, zwar
       Revenue für  die in  ihrer Produktion beschäftigten individuellen
       Arbeiter und Kapitalisten bilden, aber keinen Bestandteil der Re-
       venue der  Gesellschaft; während  ein Wertteil  der andern  Sorte
       (Konsumtionsmittel) zwar  Kapitalwert für ihre individuellen Eig-
       ner, die  in dieser  Anlagesphäre beschäftigten Kapitalisten bil-
       det, aber dennoch nur einen Teil der gesellschaftlichen Revenue.
       Soviel geht aber schon aus dem Bisherigen hervor:
       Erstens: Obgleich  das gesellschaftliche  Kapital nur  gleich der
       Summe der  individuellen Kapitale,  und daher  auch das jährliche
       Warenprodukt (oder  Warenkapital)  der  Gesellschaft  gleich  der
       Summe der  Warenprodukte dieser  individuellen Kapitale; Obgleich
       daher die  Analyse des  Warenwerts in seine Bestandteile, die für
       jedes individuelle Warenkapital gilt, auch für das der ganzen Ge-
       sellschaft gelten  muß und  im Endresultat  wirklich gilt, so ist
       die Erscheinungsform,  worin sie sich im gesamten gesellschaftli-
       chen Reproduktionsprozeß darstellen, eine verschiedne.
       Zweitens: Selbst  auf dem Boden der einfachen Reproduktion findet
       nicht nur  Produktion von  Arbeitslohn  (variablem  Kapital)  und
       Mehrwert statt,  sondern direkte  Produktion von neuem konstanten
       Kapitalwert; obgleich der Arbeitstag nur aus zwei Teilen besteht,
       dem einen,  worin der  Arbeiter das  variable Kapital ersetzt, in
       der Tat  ein Äquivalent für den Ankauf seiner Arbeitskraft produ-
       ziert, und  dem zweiten,  worin er  Mehrwert produziert  (Profit,
       Rente etc.).  - Nämlich die tägliche Arbeit, die in der Reproduk-
       tion der  Produktionsttel verausgabt wird - und deren Wert in Ar-
       beitslohn und  Mehrwert zerfällt -, realisiert sich in neuen Pro-
       duktionsmitteln, die  den in  der Produktion  der Konsumtionsttel
       verausgabten konstanten Kapitaltell ersetzen.
       Die Hauptschwierigkeiten,  wovon im  Bisherigen schon  der größte
       Teil gelöst, bieten sich bei der Betrachtung, nicht der Akkumula-
       tion, sondern  der einfachen Reproduktion. Daher wird, sowohl bei
       A. Smith  (B. II.)  wie früher  bei Quesnay (Tableau économique),
       von der einfachen Reproduktion ausgegangen, sobald es sich um die
       Bewegung des jährlichen Produkts der Gesellschaft und seine durch
       die Zirkulation vermittelte Reproduktion handelt.
       
       #370# III. Abschnitt -Die Reproduktion u. Zirkulation...
       -----
       2. Smiths Auflösung des Tauschwerts in v + m
       
       A. Smiths  Dogma, daß der Preis oder Tauschwert (exchangeable va-
       lue) jeder  einzelnen Ware  - also auch aller Waren zusammen, aus
       denen das  jährliche Produkt  der Gesellschaft  besteht (er setzt
       überall mit  Recht kapitalistische  Produktion voraus) - sich zu-
       sammensetzt aus  den drei  Bestandteilen (component  parts)  oder
       sich auflöst  in (resolves  itself into): Arbeitslohn, Profit und
       Rente, kann  darauf reduziert  werden, daß der Warenwert = v + m,
       d.h. gleich  dem Wert  des vorgeschoßnen  variablen Kapitals plus
       dem Mehrwert.  Und zwar können wir diese Reduktion von Profit und
       Rente auf  eine gemeinsame  Einheit, die  wir m nennen, vornehmen
       mit ausdrücklicher Erlaubnis A. Smiths, wie die nachfolgenden Zi-
       tate zeigen, in denen wir zunächst alle Nebenpunkte vernachlässi-
       gen, also  namentlich alle  scheinbare oder  wirkliche Abweichung
       von dem Dogma, daß der Warenwert ausschließlich aus den Elementen
       bestehe, die wir als v + m bezeichnen. In der Manufaktur:
       
       "Der Wert, den die Arbeiter den Materialien hinzufügen, löst sich
       auf... in  zwei Teile,  wovon der eine ihren Arbeitslohn bezahlt,
       der andre den Profit ihres Beschäftigers auf das ganze von ihm in
       Material und  Lohn vorgeschoßne  Kapital." (Buch I, ch. 6, p. 40,
       41.) -  "Obgleich  der  Manufakturist"  {der  Manufakturarbeiter}
       "seinen Lohn  von seinem  Meister vorgeschossen erhält, kostet er
       diesen doch in Wirklichkeit nichts, da in der Regel der Wert die-
       ses Lohns,  zusanunen mit  einem Profit,  festgehalten (reserved)
       wird in dem vermehrten Wert des Gegenstands, auf den seine Arbeit
       verwandt  worden." (B. II, ch. 3, p. 221.)
       
       Der Teil des Kapitals (stock), der ausgelegt wird
       
       "im Unterhalt produktiver Arbeit... nachdem er ihm" {dem Beschäf-
       tiger} in  der Funktion eines Kapitals gedient hat... bildet eine
       Revenue für sie" {die Arbeiter}. (B. II, ch. 3, p. 223.)
       
       A. Smith im eben zitierten Kapitel sagt ausdrücklich:
       
       "Das ganze  Jahresprodukt des  Bodens und  der Arbeit  jedes Lan-
       des... spaltet  sich von  selbst (naturally) in zwei Teile. Einer
       derselben, und oft der größte, ist an erster Stelle bestimmt, ein
       Kapital zu  ersetzen und die Lebensmittel, Rohstoffe und fertigen
       Produkte zu  erneuern, die  aus einem  Kapital entnonunen worden;
       der andre  ist bestimmt,  eine Revenue  zu bilden, sei es für den
       Eigentümer dieses  Kapitals, als sein  K a p i t a l p r o f i t,
       sei    es     für    jemand     anders,    als    Rente    seines
       G r u n d b e s i t z e s." (p. 222.)
       
       Nur ein  Teil des  Kapitals, wie  wir vorhin von A. Smith gehört,
       bildet zugleich  Revenue für  jemand, nämlich  der im  Ankauf von
       produktiver Arbeit  angelegte. Dieser  - das  variable Kapital  -
       verrichtet zuerst  in der Hand des Beschäftigers und für ihn "die
       Funktion eines Kapitals", und
       
       #371# 19. Kapitel - Frühere Darstellungen des Gegenstandes
       -----
       "bildet er eine Revenue" für den produktiven Arbeiter selbst. Der
       Kapitalist verwandelt  einen Teil seines Kapitalwerts in Arbeits-
       kraft und eben dadurch in variables Kapital; nur durch diese Ver-
       wandlung fungiert  nicht nur  dieser Teil  des Kapitals,  sondern
       sein Gesamtkapital  als industrielles Kapital. Der Arbeiter - der
       Verkäufer der  Arbeitskraft - erhält in Form des Arbeitslohns den
       Wert derselben.  In seinen  Händen ist  die Arbeitskraft nur ver-
       käufliche Ware,  Ware, von  deren Verkauf  er lebt, die daher die
       einzige Quelle  seiner Revenue bildet; als variables Kapital fun-
       giert die Arbeitskraft nur in den Händen ihres Käufers, des Kapi-
       talisten, und  den Kaufpreis  selbst schießt  der Kapitalist  nur
       scheinbar vor, da sein Wert ihm vorher bereits durch den Arbeiter
       geliefert ist.  Nachdem uns A. Smith so gezeigt, daß der Wert des
       Produkts in  der anufaktur  = v  + m (wo m = Profit des Kapitali-
       sten), sagt er uns, daß in der Agrikultur die Arbeiter außer
       
       "der Reproduktion  eines Werts,  der gleich ist ihrer eignen Kon-
       sumtion oder  1*) dem  sie beschäftigenden"  {variablen} "Kapital
       nebst dem  Profit des  Kapitalisten" -  außerdem über das Kapital
       des Pächters und all seinen  P r o f i t  hinaus auch noch regel-
       mäßig die Reproduktion der Rede des Grundbesitzers bewirken". (B.
       II, ch. 5, p. 243.)
       
       Daß die  Rente in  die Hände des Grundbesitzers geht, ist für die
       Frage, die  wir betrachten, ganz gleichgültig. Bevor sie in seine
       Hände geht,  muß sie  in den  Händen des  Pächters sich befinden,
       d.h. in denen des industriellen Kapitalisten. Sie muß einen Wert-
       bestandteil des  Produkts bilden, bevor sie Revenue für irgendwen
       wird. Rente  wie Profit  sind also  bei A.Sth selbst nur Bestand-
       teile des Mehrwerts, die der produktive Arbeiter beständig repro-
       duziert zugleich mit seinem eignen Arbeitslohn, d.h. mit dem Wert
       des variablen  Kapitals. Rente  wie Profit  sind also  Teile  des
       Mehrwerts m, und somit löst sich bei A. Smith der Preis aller Wa-
       ren auf in v + m.
       Das Dogma,  daß der  Preis aller  Waren (also auch des jährlichen
       Warenprodukts) sich  auflöst  in  Arbeitslohn  plus  Profit  plus
       Grundrente, nimmt  in dem  zwischendurch  laufenden  esoterischen
       Teil von Smiths Werk selbst die Form an, daß der Wert jeder Ware,
       also auch des jährlichen Warenprodukts der Gesellschaft, = v + m,
       = dem in Arbeitskraft ausgelegten und vom Arbeiter stets reprodu-
       zierten Kapitalwert plus dem von den Arbeite-rn durch ihre Arbeit
       zugesetzten Mehrwert.
       Dies Endergebnis bei A. Smith offenbart uns zugleich - siehe wei-
       ter unten  - die  Quelle seiner  einseitigen Analyse der Bestand-
       teile, worin  der Warenwert  zerfällbar. Mit der Größenbestimmung
       jedes einzelnen dieser
       -----
       1*) 1. und 2. Auflage: und
       
       #372# III. Abschnitt -Die Reproduktion u. Zirkulation...
       -----
       Bestandteile und  der Grenze ihrer Wertsumme hat aber der Umstand
       nichts zu  tun, daß  sie zugleich  verschiedne Revenuequellen für
       verschiedne in der Produktion fungierende Klassen bilden.
       Wenn A. Smith sagt:
       
       "Arbeitslohn, Profit und Bodenrente sind die drei Urquellen alles
       Einkommens sowohl  wie alles  Tauschwerts. Jede andre Revenue ist
       in letzter  Instanz von einer derselben abgeleitet" (B. I, ch. 6,
       p. 43),
       
       so sind hier allerei Quidproquo zusammengehäuft.
       I. Alle  nicht direkt  in der Reproduktion, mit oder ohne Arbeit,
       figurierenden Gesellschaftsglieder können ihren Anteil am jährli-
       chen Warenprodukt  - also ihre Konsumtionsmittel - in erster Hand
       nur beziehn  aus den Händen der Klassen, denen das Produkt in er-
       ster Hand  zufällt - produktiven Arbeitern, industriellen Kapita-
       listen und Grundbesitzern. Insofern sind ihre Revenuen materiali-
       ter abgeleitet von Arbeitslohn (der produktiven Arbeiter), Profit
       und Bodenrente und erscheinen daher jenen Originalrevenuen gegen-
       über als  abgeleitete. Andrerseits  jedoch beziehn  die Empfänger
       dieser in  diesem Sinn  abgeleiteten Revenuen  dieselben, vermit-
       telst ihrer gesellschaftlichen Funktion als König, Pfaff, Profes-
       sor, Hure,  Kriegsknecht etc.,  und sie  können also  diese  ihre
       Funktionen als die Originalquellen ihrer Revenue betrachten.
       2. - und hier kulminiert der närrische Schnitzer A. Smiths: Nach-
       dem er damit begonnen hat, die Wertbestandteile der Ware sind die
       Summe des  Wertprodukts, das  in ihnen verkörpert ist, richtig zu
       bestimmen und  dann nachzuweisen,  wie diese Bestandteile ebenso-
       viele verschiedne  Revenuequellen bilden  39); nachdem  er so aus
       dem Wert  die Revenuen abgeleitet hat, verfährt er dann - und das
       bleibt ihm  die vorherrschende Vorstellung umgekehrt und läßt die
       Revenuen,   aus    "Bestandteilen"    (component    parts),    zu
       "U r q u e l l e n   alles Tauschwerts" werden, womit der Vulgär-
       ökonomie Tür und Tor weit geöffnet war. (Siehe unsern Roscher.)
       3. Der konstante Kapitalteil
       
       Sehn wir  nun, wie  A.Smith den  konstanten Wertteil des Kapitals
       aus dem Warenwert wegzuhexen sucht.
       ---
       39) Ich  gebe diesen  Satz wörtlich,  wie er im Manuskript steht,
       obwohl er in seinem jetzigen Zusammenhang sowohl dem Vorhergehen-
       den wie  dem unmittelbar Folgenden zu widersprechen scheint. Die-
       ser scheinbare Widerspruch löst sich weiter in Nr. 4: Kapital und
       Revenue bei A. Smith. - F.E.
       
       #373# 19. Kapitel - Frühere Darstellungen des Gegenstandes
       -----
       "In dem  Preis des Korns z.B. zahlt ein Teil die Rente des Grund-
       besitzers."
       
       Der Ursprung  dieses Wertbestandteils hat ebensowenig mit dem Um-
       stand zu  schaffen, daß er dem Grundbesitzer gezahlt wird und für
       ihn Revenue unter der Form der Rente bildet, wie der Ursprung der
       andern Wertbestandteile damit zu schaffen hat, daß sie als Profit
       und Arbeitslohn Revenuequellen bilden.
       
       "Ein andrer  Teil zahlt den Lohn und Unterhalt der Arbeiter" {und
       des Arbeitsviehs!  setzt er  hinzu}, die in seiner Produktion be-
       schäftigt waren,  und der  dritte Teil zahlt den Profit des Päch-
       ters. Diese  drei Teile scheinen" {seem, in der Tat scheinen sie}
       "entweder unmittelbar  oder in  letzter Instanz  den ganzen Preis
       des Korns auszumachen." 40)
       
       Dieser ganze  Preis, d.h. seine Größenbestimmung, ist absolut un-
       abhängig von seiner Verteilung unter drei Sorten von Personen.
       
       "Ein vierter  Teil mag  notwendig scheinen,  um das  Kapital  des
       Pächters zu  ersetzen oder  um den Verschleiß seines Arbeitsviehs
       und seiner  andern Ackergeräts  zu ersetzen.  Aber es  muß in Be-
       tracht gezogen  werden, daß  der Preis  irgendwelches Ackergeräu,
       z.B. eines  Arbeitspferds, selbst  wieder aus  obigen drei Teilen
       sich zusammensetzt:  der Rente  des Bodens, auf dem es gezüchtet,
       der Arbeit  der Züchtung und dem Profit des Pächters, der beides,
       die Rente  dieses Bodens  und den Lohn dieser Arbeit, vorschießt.
       Obwohl daher  der Preis des Korns sowohl den Preis wie die Unter-
       haltungskosten des  Pferdes ersetzen  mag, so  löst sich doch der
       ganze Preis  immer noch, unmittelbar oder in letzter Instanz, auf
       in dieselben  drei Teile:  Bodenrente, Arbeit" {er meint Arbeits-
       lohn} und Profit." (B. I, ch. 6, p. 42.)
       
       Das ist  wörtlich alles,  was A.  Smith zur Begründung seiner er-
       staunlichen Doktrin vorbringt. Sein Beweis besteht einfach in der
       Wiederholung derselben Behauptung. Er gibt beispielsweise zu, daß
       der Preis  des Korns  nicht nur  besteht aus v + m, sondern eben-
       falls aus  dem Preis der in der Kornproduktion verzehrten Produk-
       tionsmittel, also aus einem Kapitalwert, den der Pächter nicht in
       Arbeitskraft angelegt hat. Aber, sagt er, die Preise aller dieser
       Produktionsmittel selbst  zerfallen, wie der Kernpreis, auch in v
       + m,  nur vergißt  A. Smith  hinzuzusetzen: außerdem in den Preis
       der in  ihrer eignen  Erzeugung verzehrten  Produktionsmittel. Er
       verweist von  einem Produktionszweig  auf den  andern und von dem
       andern wieder
       ---
       40) Wir  sehn hier  ganz davon ab, daß Adam besonders unglücklich
       in seinem  Beispiel war.  Der Wert  des Korns wird nur dadurch in
       Arbeitslohn, Profit  und Rente aufgelöst, daß die vom Arbeitsvieh
       verzehrten Nahrungsmittel  als Lohn  des Arbeitsviehs und das Ar-
       beitsvieh als  Lohnarbeiter dargestellt  wird, daher  seinerseits
       der Lohnarbeier auch als Arbeitsvieh. {Zusatz aus Manusskipt II.}
       
       #374# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
       -----
       auf  einen   dritten.  Daß   der  ganze   Preis  der  Waren  sich
       "unmittelbar" oder  "in letzter  Instanz" (ultimately)  in v  + m
       auflöst, wäre  nur dann  keine hohle Ausflucht, wenn nachgewiesen
       worden, daß  die Warenprodukte, deren Preis sich unmittelbar auf-
       löst in  c (Preis verzehrter Produktionsmittel) + v + m, schließ-
       lich kompensiert werden durch Warenprodukte, welche jene verzehr-
       ten Produktionsmittel  ihrem ganzen  Umfang nach ersetzen und die
       ihrerseits dagegen hergestellt werden durch bloße Auslage von va-
       riablem, d.h.  in Arbeitskraft ausgelegtem Kapital. Der Preis der
       letztren wäre  dann unmittelbar = v + m. Daher auch der Preis der
       erstern, c  + v  + m,  wo c als konstanter Kapitalteil figuriert,
       schließlich auflösbar  in v  + m.  A. Smith glaubte selbst nicht,
       solchen Nachweis  geliefert zu  haben durch sein Beispiel mit den
       Scotch-pebbles-Sammlern, die aber nach ihm 1. keinen Mehrwert ir-
       gendeiner Art  liefern, sondern nur ihren eignen Arbeitslohn pro-
       duzieren; 2.  keine Produktionsmittel anwenden (wohl doch auch in
       Form von  Körben, Säcken  und andern  Gefäßen zum  Wegtragen  der
       Steinchen).
       Wir haben  bereits vorhin gesehn, daß A. Smith selbst seine eigne
       Theorie später  über den Haufen wirft, ohne sich indes seiner Wi-
       dersprüche bewußt zu werden. Ihre Quelle ist jedoch zu suchen ge-
       rade in  seinen wissenschaftlichen Ausgangspunkten. Das in Arbeit
       umgesetzte Kapital  produziert einen größern Wert als seinen eig-
       nen. Wie?  Indem, sagt A. Smith, die Arbeiter während des Produk-
       tionsprozesses den  von ihnen bearbeiteten Dingen einen Wert ein-
       prägen, der außer dem Äquivalent für ihren eignen Kaufpreis einen
       nicht ihnen,  sondern ihren Anwendern zufallenden Mehrwert bildet
       (Profit und  Rente). Das ist aber auch alles, was sie leisten und
       leisten können. Was von der industriellen Arbeit eines Tages, das
       gilt von  der durch  die ganze  Kapitalistenklasse während  eines
       Jahres in  Bewegung gesetzten Arbeit. Die Gesamtmasse des jährli-
       chen gesellschaftlichen  Wertprodukts kann  daher nur  zerfällbar
       sein in  v +  m, in  ein Äquivalent, wo durch die Arbeiter den in
       ihrem eignen  Kaufpreis verausgabten Kapitalwert ersetzen, und in
       den zusätzlichen Wert, den sie darüber hinaus ihrem Anwender lie-
       fern müssen.  Diese beiden  Wertelemente der  Waren  aber  bilden
       zugleich Revenuequellen  für die verschiednen in der Reproduktion
       beteiligten Klassen:  das erste  den Arbeitslohn, die Revenue der
       Arbeiter; das zweite den Mehrwert, wovon der industrielle Kapita-
       list einen Teil in Form des Profits für sich behält, einen andern
       abtritt als  Rente, die  Revenue des  Grundeigentümers. Wo sollte
       also ein  weitrer Wertbestandteil  herkommen,  da  das  jährliche
       Wertprodukt keine  andren Elemente enthält außer v + m? Wir stehn
       hier auf dem Boden der einfachen Reproduktion. Da die ganze jähr-
       liche Arbeitssumme sich auflöst in Arbeit, nötig zur Reproduktion
       
       #375# 19. Kapitel - Frühere Darstellungen den Gegenstandes
       -----
       des in  Arbeitskraft ausgelegten Kapitalwerts, und in Arbeit, nö-
       tig zur  Schöpfung eines  Mehrwerts, wo  sollte da überhaupt noch
       die Arbeit zur Produktion eines nicht in Arbeitskraft ausgelegten
       Kapitalwerts herkommen?
       Die Sache liegt folgendermaßen:
       I. A.  Smith bestimmt den Wert einer Ware durch die Masse Arbeit,
       die der  Lohnarbeiter dem  Arbeitsgegenstand zusetzt  (adds).  Er
       sagt wörtlich:  "den Materialien",  da er von Manufaktur handelt,
       die selbst  schon Arbeitsprodukte  verarbeitet; dies  ändert aber
       nichts an  der Sache.  Der Wert, den der Arbeiter einem Dinge zu-
       setzt (und  dies "adds" ist der Ausdruck Adams) ist ganz unabhän-
       gig davon,  ob dieser  Gegenstand, dem  Wert zugesetzt  wird. Vor
       diesem Zusatz  schon selbst  Wert hat  oder nicht.  Der  Arbeiter
       schafft also in Warenform ein Wertprodukt; dies ist nach A. Smith
       einesteils Äquivalent  seines Arbeitslohns,  und dieser  Teil ist
       also bestimmt  durch den Wertumfang seines Arbeitslohns; je nach-
       dem dieser größer oder kleiner, hat er mehr Arbeit zuzusetzen, um
       einen Wert  gleich dem seines Arbeitslohns zu produzieren oder zu
       reproduzieren. Andernteils  aber setzt  der Arbeiter  über die so
       gezogne Grenze  hinaus weitre Arbeit zu, die Mehrwert für den ihn
       beschäftigenden Kapitalisten  bildet. Ob  dieser Mehrwert ganz in
       den Händen  des Kapitalisten bleibt oder stückweis an dritte Per-
       sonen von  ihm abzutreten ist, ändert absolut nichts weder an der
       qualitativen (daß  es überhaupt Mehrwert ist) noch an der quanti-
       tativen (der Größen-) Bestimmung des vom Lohnarbeiter zugesetzten
       Mehrwerts. Es ist Wert wie jeder andre Werttell des Produkts, un-
       terscheidet sich  aber dadurch,  daß der  Arbeiter keinäquivalent
       dafür erhalten hat noch nachher erhält, dieser Wert vielmehr vorn
       Kapitalisten ohne  Äquivalent angeeignet wird. Der Gesamtwert der
       Ware ist  bestimmt durch  das Quantum Arbeit, das der Arbeiter in
       ihrer Produktion  verausgabt hat; ein Teil dieses Gesamtwerts ist
       dadurch bestimmt,  daß er  gleich dem  Wert des Arbeitslohns ist,
       also Äquivalent für denselben. Der zweite Teil, der Mehrwert, ist
       daher notwendig ebenfalls bestimmt, nämlich gleich dem Gesamtwert
       des Produkts minus dem Wertteil desselben, der Äquivalent des Ar-
       beitslohns ist;  also gleich dem Überschuß des in Herstellung der
       Ware geschaffnen Wertprodukts über den darin enthaltnen Wertteil,
       der gleich dem Äquivalent für seinen Arbeitslohn.
       2. Was  für die Ware, produziert in einem einzelnen industriellen
       Geschäft durch  jeden einzelnen  Arbeiter, gilt vom Jahresprodukt
       aller Geschäftszweige zusammen. Was von der Tagesarbeit eines in-
       dividuellen produktiven  Arbeiters, gilt  von der durch die ganze
       produktive Arbeiterklasse
       
       #376# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
       -----
       flüssig gemachten  Jahresarbeit. Sie  fixier-t' (Smithscher  Aus-
       druck) im  jahresprodukt einen  Gesamtwert,  bestimmt  durch  das
       Quantum der verausgabten Jahresarbeit, und dieser Gesamtwert zer-
       fällt in einen Teil, bestimmt durch dasjenige Stück der Jahresar-
       beit, worin  die Arbeiterklasse  ein Äquivalent ihres Jahreslohns
       schafft, in der Tat diesen Lohn selbst; und in einen andern Teil,
       bestimmt durch  die zusätzliche  Jahresarbeit, worin der Arbeiter
       einen Mehrwert  für die  Kapitalistenklasse schafft.  Das im Jah-
       resprodukt enthaltne  jährliche Wertprodukt  besteht also nur aus
       zwei Elementen, dem Äquivalent des von der Arbeiterklasse erhalt-
       nen Jahreslohns  und dem  jährlich für die Kapitalistenklasse ge-
       lieferten Mehrwert.  Der Jahreslohn  bildet aber  die Revenue der
       Arbeiterklasse, die Jahressumme des Mehrwerts die Revenue der Ka-
       pitalistenklasse; beide  stellen also  (und dieser  Gesichtspunkt
       ist richtig bei Darstellung der einfachen Reproduktion) die rela-
       tiven Anteile  am jährlichen Konsumtionsfonds dar und realisieren
       sich in  ihm. Und so bleibt nirgends Platz für den konstanten Ka-
       pitalwert, für  die Reproduktion  des in Form von Produktionsmit-
       teln fungierenden  Kapitals. Daß  aber alle Teile des Warenwerts,
       die als Revenue fungieren, zusammenfallen mit dem für den gesell-
       schaftlichen Konsumtionsfonds  bestimmten jährlichen  Arbeitspro-
       dukt, ue A. Smith ausdrücklich in der Einleitung seines Werks:
       
       "Worin die Revenue des Volks überhaupt bestanden hat oder was die
       Natur des  Fonds war, welcher... ihre jährliche Konsumtion gelie-
       fert hat  (supplied), dies  zu erklären ist der Zweck dieser vier
       ersten Bücher." (p. 12.)
       
       Und gleich im ersten Satz der Einleitung heißt es:
       
       "Die jährliche Arbeit jeder Nation ist der Fonds, welcher sie ur-
       sprünglich versieht  mit all  den Lebensmitteln,  die sie im Lauf
       des Jahres verzehrt und die stets bestehn entweder aus dem unmit-
       telbaren Produkt dieser Arbeit oder in den mit diesem Produkt von
       andern Nationen gekauften Gegenständen." (p. 11.)
       
       Der erste  Fehler A. Smiths besteht nun darin, daß er den jährli-
       chen    P r o d u k t e n w e r t    gleichsetzt  dem  jährlichen
       W e r t p r o d u k t.   Das letztre  ist nur  Produkt der Arbeit
       des vergangnen Jahrs; der erstere schließt außerdem alle Wertele-
       mente ein,  die zur  Herstellung des  jahresprodukts  verbraucht,
       aber   i m   v o r h e r g e h e n d e n   u n d   z u m  T e i l
       i n   n o c h   f r ü h e r    v e r f l o ß n e n    J a h r e n
       p r o d u z i e r t   w u r d e n:  Produktionsmittel, deren Wert
       nur wiedererscheint  - die, was ihren Wert betrifft, weder produ-
       ziert noch  reproduziert worden  sind durch  während des  letzten
       Jahrs verausgabte Arbeit. Durch diese Verwechslung manipuliert A.
       Smith den konstanten Wertteil des Jahresprodukts hinweg. Die Ver-
       wechslung selbst beruht auf einem andern Irrtum in seiner Fun
       
       #377# 19. Kapitel - Frühere Darstellungen des Gepnstandes
       -----
       damentalauffassung: er unterscheidet nicht den zwiespältigen Cha-
       rakter der Arbeit selbst: der Arbeit, soweit sie als Verausgabung
       von Arbeitskraft  Wert und soweit sie als konkrete, nützliche Ar-
       beit Gebrauchsgegenstände  (Gebrauchswert) schafft.  Die  Gesamt-
       summe der  jährlich hergestellten  Waren,  also  das    g a n z e
       J a h r e s p r o d u k t,   ist Produkt der im letzten Jahr wir-
       ken, den   n ü t z l i c h e n   Arbeit; nur dadurch, daß gesell-
       schaftlich angewandte  Arbeit  in  einem  vielverzweigten  System
       nützlicher Arbeitsarten  verausgabt wurde,  sind alle diese Waren
       da; nur  dadurch ist  in ihrem  Gesamtwert der  Wert der in ihrer
       Produktion verzehrten  Produktionsmittel erhalten, in neuer Natu-
       ralform       wieder        erscheinend.       Das        gesamte
       J a h r e s p r o d u k t   ist also  Resultat  der  während  des
       Jahrs verausgabten  n ü t z l i c h e n  Arbeit; aber vom jährli-
       chen Produktenwert  ist nur ein Teil während des Jahrs geschaffen
       worden; dieser Teil ist das jährliche Wertprodukt, worin sich die
       Summe der  während des Jahres selbst flüssiggemachten Arbeit dar-
       stellt.
       Wenn also A. Smith in der soeben zitierten Stelle sagt:
       
       "Die jährliche Arbeit jeder Nation ist der Fonds, welcher sie ur-
       sprünglich versieht  mit all den Lebenstteln, die sie im Lauf des
       Jahrs verzehrt etc.",
       
       so stellt  er sich  einseitig auf den Standpunkt der bloß nützli-
       chen Arbeit,  die allerdings alle diese Lebensmittel in ihre ver-
       zehrbare Form  gebracht hat.  Er vergißt aber dabei, daß dies un-
       möglich war  ohne Mithilfe  der aus früheirn Jahren überlieferten
       Arbeitsmittel und Arbeitsgegenstände und daß daher die "jährliche
       Arbeit", soweit  sie Wert bildete, keineswegs den ganzen Wert des
       durch sie  fertiggestellten Produkts  geschalffen  hat,  daß  das
       Wertprodukt kleiner ist als der Produktenwert.
       Wenn man  A. Smith  keinen Vorwurf machen kann, in dieser Analyse
       nur so  weit gegangen zu sein als alle seine Nachfolger (obgleich
       sich ein  Ansatz zum  Richtigen schon  bei den  Physiokraten vor-
       fand), so  verläuft er  sich dagegen  weiter in  einem Chaos, und
       zwar hauptsächlich,  weil seine  "esoterische" Auffassung des Wa-
       renwerts überhaupt fortwährend durchkreuzt wird von exoterischen,
       die in der Breite bei ihm vorwiegen, während sein wissenschaftli-
       cher Instinkt von Zeit zu Zeit den esoterischen Standpunkt wieder
       erscheinen läßt.
       
       4. Kapital und Revenue bei A. Smith
       
       Der Wertteil  jeder Ware (und daher auch des Jahresprodukts), der
       nur ein  Äquivalent des  Arbeitslohns bildet,  ist gleich dem vom
       Kapitalisten im  Arbeitslohn vorgeschoßnen  Kapital, d.h.  gleich
       dem variablen  Bestandteil seines  vorgeschoßnen  Gesamtkapitals.
       Diesen Bestandteil des vorgeschoßnen
       
       #378# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation
       -----
       Kapitalwerts erhält  der Kapitalist  wieder durch einen neuprodu-
       zierten Wertbestandteil  der von  den  Lohnarbeitern  gelieferten
       Ware. Ob das variable Kapital vorgeschossen wird in dem Sinn, daß
       der Kapitalist  in Geld den dem Arbeiter zufallenden Anteil eines
       Produkts zahlt,  das noch nicht zum Verkauf fertig, oder das zwar
       fertig, aber noch nicht vom Kapitalisten verkauft ist, oder ob er
       ihn mit Geld zahlt, das er bereits erhalten durch Verkauf der vom
       Arbeiter gelieferten  Ware, oder ob er durch Kredit dies Geld an-
       tizipiert hat  - in allen diesen Fällen verausgabt der Kapitalist
       variables Kapital,  das als  Geld den Arbeitern zufließt, und be-
       sitzt er  andrerseits das  Äquivalent dieses  Kapitalwerts in dem
       Wertteil seiner  Waren, wodurch  der Arbeiter  den ihm selbst zu-
       fallenden Anteil  an dem Gesamtwert derselben neu produziert, wo-
       durch er  in andren  Worten den  Wert seines  eignen Arbeitslohns
       produziert hat. Statt ihm diesen Wertteil in der Naturalform sei-
       nes eignen  Produkts zu geben, zahlt ihm der Kapitalist selben in
       Geld aus.  Für den  Kapitalisten besteht  also jetzt der variable
       Bestandteil seines  vorgeschoßnen Kapitalwerts in Warenform, wäh-
       rend der Arbeiter das Äquivalent für seine verkaufte Arbeitskraft
       in Geldform erhalten hat.
       Während also der durch Ankauf der Arbeitskraft in variables Kapi-
       tal umgesetzte  Teil des  vom Kapitalisten vorgeschoßnen Kapitals
       innerhalb des  Produktionsprozesses selbst  als sich  betätigende
       Arbeitskraft fungiert und durch die Verausgabung dieser Kraft als
       Neuwert in Warenform von neuem produziert, d.h. reproduziert wird
       - also  Reproduktion, d.h.  Neuproduktion von vorgeschoßnem Kapi-
       talwerts -  verausgabt der  Arbeiter den Wert, resp. Preis seiner
       verkauften Arbeitskraft  in Lebensmitteln,  in Mitteln der Repro-
       duktion seiner  Arbeitskraft. Eine  dem variablen Kapital gleiche
       Geldsumme bildet  seine Einnahme, daher seine Revenue, die nur so
       lange dauert,  als er seine Arbeitskraft an den Kapitalisten ver-
       kaufen kann. Die Ware des hnarbeiters - seine Arbeitskraft selbst
       - fungiert  nur als Ware, soweit sie dem Kapital des Kapitalisten
       einverleibt wird,  als Kapital fungiert, andrerseits fungiert das
       als Geldkapital  im Ankauf  von Arbeitskraft  verausgabte Kapital
       des Kapitalisten  als Revenue  in der Hand des Verkäufers der Ar-
       beitskraft, des Lohnarbeiters.
       Es verschlingen sich hier verschiedne Zirkulations- und Produkti-
       onsprozesse, die A. Smith nicht auseinanderhält.
       Erstens. Dem  Z i r k u l a t i o n s prozeß angehörige Akte: Der
       Arbeiter verkauft  seine Ware - die Arbeitskraft - an den Kapita-
       listen; das Geld, womit der Kapitalist sie kauft, ist für ihn zur
       Verwertung angelegtes  Geld, also  Geldkapital; es ist nicht ver-
       ausgabt, sondern  vorgeschossen. (Dies ist der wirkliche Sinn des
       "Vorschusses" - avance der Physiokraten -, ganz
       
       #379# 19. Kapitel - Frühere Darstellungen des Gegenstandes
       -----
       unabhängig davon,  wo der  Kapitalist das  Geld selbst  hernimmt.
       Vorgeschossen ist  für den  Kapitalisten jeder  Wert, den  er zum
       Zweck des  Produktionsprozesses zahlt,  ob dies  nun vorher  oder
       post festum  geschehe; er ist dem Produktionsprozeß selbst vorge-
       schossen.) Hier  ereignet sich  nur, was  bei jedem Warenverkauf:
       der Verkäufer  gibt einen  Gebrauchswert fort  (hier die Arbeits-
       kraft) und  erhält dessen Wert (realisiert dessen Preis) in Geld;
       der Käufer  gibt sein Geld weg und erhält dafür die Ware selbst -
       hier die Arbeitskraft.
       Zweitens: Im   P r o d u k t i o n s prozeß bildet jetzt die gek-
       aufte Arbeitskraft  einen Teil des fungierenden Kapitals, und der
       Arbeiter selbst  fungiert hier  nur als eine besondre Naturalform
       dieses Kapitals,  unterschieden von  den in  der Naturalform  von
       Produktionsmitteln bestehenden  Elementen desselben.  Während des
       Prozesses setzt  der Arbeiter den von ihm in Produkt verwandelten
       Produktionsmitteln einen  Wert zu,  durch Verausgabung seiner Ar-
       beitskraft gleich  dem Wert  seiner  Arbeitskraft  (abgesehn  vom
       Mehrwert); er  reproduziert also,  für den Kapitalisten in Waren-
       form den  von letztrem ihm in Arbeitslohn vorgeschoßnen oder vor-
       zuschießenden Teil seines Kapitals; produziert ihm ein Äquivalent
       des letztren;  er produziert  also für den Kapitalisten das Kapi-
       tal, das  dieser von neuem im Ankauf von Arbeitskraft vorschießen
       kann.
       Drittens: Bei  Verkauf der  Ware ersetzt also ein Teil ihres Ver-
       kaufspreises dem  Kapitalisten das  von ihm vorgeschoßne variable
       Kapital, befähigt  daher sowohl  ihn, von  neuem Arbeitskraft  zu
       kaufen, wie den Arbeiter, sie von neuem zu verkaufen.
       Bei allen  Warenkäufen und -verkäufen - soweit nur diese Transak-
       tionen selbst  betrachtet werden  - ist es vollständig gleichgül-
       tig, was  in der Hand des Verkäufers aus dem für seine Ware gelö-
       sten Geld und was in der Hand des Käufers aus dem von ihm gekauf-
       ten Gebrauchsartikel wird. Es ist also, soweit der bloße Zirkula-
       tionsprozeß in  Betracht kommt, auch völlig gleichgültig, daß die
       vom Kapitalisten gekaufte Arbeitskraft für ihn Kapitalwert repro-
       duziert und  daß andrerseits  das als  Kaufpreis der Arbeitskraft
       gelöste Geld  für den  Arbeiter Revenue bildet. Die Wertgröße des
       Handelsartikels des  Arbeiters, seiner  Arbeitskraft, wird  weder
       dadurch affiziert,  daß sie  "Revenue" für  ihn bildet,  noch da-
       durch, daß  der Gebrauch  seines Handelsartikels durch den Käufer
       diesem Käufer  Kapitalwert reproduziert.  Weil der  Wert der  Ar-
       beitskraft -  d.h. der adäquate Verkaufspreis dieser Ware - durch
       die zu ihrer Reproduktion nötige Arbeitsmenge bestimmt ist, diese
       Arbeitsmenge selbst  aber hier bestimmt ist durch die zur Produk-
       tion der  nötigen Lebensmittel  des Arbeiters, also zur Erhaltung
       seines Lebens
       
       #380# III. Abschnitt - Die Reprodukion u. Zirkulation...
       -----
       erheischte Arbeitsmenge,  wird der Arbeitslohn zur Revenue, wovon
       der Arbeiter zu leben hat.
       Es ist total falsch, was A. Smith sagt (p. 223):
       
       "D e r   T e i l   d e s   K a p i t a l s,  der angelegt wird im
       Unterhalt produktiver  Arbeit... nachdem  er ihm"  (dem Kapitali-
       sten) "in  der Funktion  eines Kapitals  gedient hat,  ... bildet
       eine Revenue für sie" (die Arbeiter).
       
       Das  G e l d,  womit der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeits-
       kraft zahlt,  "dient ihm  in der Funktion eines Kapitals", soweit
       er dadurch  die Arbeitskraft  den dinglichen Bestandteilen seines
       Kapitals einverleibt und damit überhaupt sein Kapital erst in den
       Stand setzt,  als produktives Kapital zu fungieren. Unterscheiden
       wir: Die  Arbeitskraft ist  Ware, nicht  Kapital, in der Hand des
       Arbeiters, und  sie konstituiert  für ihn eine Revenue, soweit er
       deren Verkauf  beständig wiederholen kann; sie fungiert als Kapi-
       tal nach  dem Verkauf  in der  Hand des Kapitalisten, während des
       Produktionsprozesses selbst.  Was hier zweimal dient, ist die Ar-
       beitskraft; als  Ware, die  zu ihrem  Wert verkauft  wird, in der
       Hand des  Arbeiters; all  Wert  und  Gebrauchswert  produzierende
       Kraft in der Hand des Kapitalisten, der sie gekauft hat. Aber das
       Geld, was  der Arbeiter  vom Kapitalisten erhält, erhält er erst,
       nachdem er  ihm den  Gebrauch seiner  Arbeitskraft  gegeben  hat,
       nachdem selbe bereits im Wert des Arbeitsprodukts realisiert ist.
       Der Kapitalist  hat diesen  Wert in  seiner Hand,  bevor  er  ihn
       zahlt. Es ist also nicht das Geld, das zweimal fungiert: erst als
       Geldform des variablen Kapitals, dann als Arbeitslohn. Sondern es
       ist die  Arbeitskraft, die  zweimal fungiert  hat; erst  als Ware
       beim Verkauf  der Arbeitskraft  (das Geld  wirkt bei Stipulierung
       des zu  zahlenden Lohns  bloß als ideelles Wertmaß, wobei es noch
       gar nicht in der Hand des Kapitalisten zu sein braucht); zweitens
       im Produktionsprozeß,  wo sie  als   K a p i t a l,  d.h. als Ge-
       brauchswert und  Wert schaffendes Element in der Hand des Kapita-
       listen fungiert. Sie hat bereits in Warenform das dem Arbeiter zu
       zahlende Äquivalent geliefert, bevor der Kapitalist es dem Arbei-
       ter in  Geldform zahlt. Der Arbeiter schafft also selbst den Zah-
       lungsfonds, aus  dem ihn der Kapitalist zahlt. Aber das ist nicht
       alles.
       Das Geld,  das der  Arbeiter erhält,  wird von ihm verausgabt, um
       seine Arbeitskraft zu erhalten, also - Kapitalistenklasse und Ar-
       beiterklasse in ihrer Gesamtheit betrachtet - um dem Kapitalisten
       das Werkzeug  zu erhalten,  wodurch er  allein Kapitalist bleiben
       kann.
       Der beständige  Kauf und  Verkauf der  Arbeitskraft verewigt also
       einerseits die  Arbeitskraft als Element des Kapitals, wodurch es
       als Schöpfer  von Waren, Gebrauchsartikeln, die einen Wert haben,
       erscheint, wodurch
       
       #381# 19. Kapitel - Frühere Darstellungm des Gegenstandes
       -----
       ferner der  Kapitalteil, der  die Arbeitskraft  kauft, durch  ihr
       eignes Produkt  beständig hergestellt  wird, der  Arbeiter selbst
       also beständig den Kapitalfonds schafft, aus dem er bezahlt wird.
       Andrerseits wird  der beständige  Verkauf  der  Arbeitskraft  zur
       stets sich  erneuernden Lebenserhaltungsquelle des Arbeiters, und
       erscheint also  seine Arbeitskraft  als das  Vermögen, wodurch er
       die Revenue  bezieht, von  der er lebt. Revenue meint hier nichts
       als durch beständig wiederholten Verkauf einer Ware (der Arbeits-
       kraft) bewirkte  Aneignung von  Werten, wobei  letztre selbst nur
       zur beständigen Reproduktion der zu verkaufenden Ware dienen. Und
       sofern hat  A. Smith recht zu sägen, daß der Wertteil des vom Ar-
       beiter selbst  geschaffnen Produkts, wofür ihm der Kapitalist ein
       Äquivalent in Form des Arbeitslohns zahlt, Quelle von Revenue für
       den Arbeiter wird. Dies ändert aber ebensowenig an der Natur oder
       Größe dieses  Werttells der Ware, als es am Wert der Produktions-
       mittel ändert,  daß sie  als Kapitalwerte  fungieren, oder an der
       Natur und  Größe einer  geraden Linie,  daß sie  als Basis  eines
       Dreiecks oder  als Durchmesser  einer Ellipse  fungiert. Der Wert
       der Arbeitskraft bleibt gerade so unabhängig bestimmt wie der je-
       ner Produktionsmittel. Weder  b  e s t e h t  dieser Wertteil der
       Ware aus  Revenue als  einem ihn  konstituierenden  selbständigen
       Faktor, noch  löst sich dieser Wertteil auf in Revenue. Weil die-
       ser vom  Arbeiter beständig  reproduzierte Neuwert für ihn Quelle
       von Revenue  bildet, bildet  nicht umgekehrt  seine Revenue einen
       Bestandteil des  von ihm produzierten Neuwerts. Die Größe des ihm
       bezahlten Anteils an dem von ihm geschaffnen Neuwert bestimmt den
       Wertumfang seiner  Revenue, nicht  umgekehrt. Daß dieser Teil des
       Neuwerts für  ihn Revenue  bildet, zeigt  bloß, was aus ihm wird,
       den Charakter seiner Anwendung, und hat mit seiner Bildung so we-
       nig zu  schaffen wie mit jeder andren Wertbildung. Nehme ich jede
       Woche zehn  Täler ein, so ändert der Umstand dieser wöchentlichen
       Einnahme nichts, weder an der Wert n a t u r  der zehn Täler noch
       an ihrer  Wert g r ö ß e.   Wie bei jeder andren Ware ist bei der
       Arbeitskraft ihr  Wert bestimmt  durch die  zu ihrer Reproduktion
       notwendige Arbeitsmenge;  daß diese  Arbeitsmenge durch  den Wert
       der notwendigen  Lebensmittel des Arbeiters bestimmt, also gleich
       ist der  zur Reproduktion seiner Lebensbedingungen selbst notwen-
       digen Arbeit,  ist dieser  Ware (der  Arbeitskraft) eigentümlich,
       aber nicht  eigentümlicher, als  daß der  Wert von Lastvieh durch
       den Wert  der zu  seiner Erhaltung  notwendigen Lebensmittel  be-
       stimmt ist,  also durch  die Masse menschlicher Arbeit, nötig, um
       letztre zu produzieren.
       Es ist  aber die  Kategorie "Revenue",  die hier das ganze Unheil
       bei A. Smith anrichtet. Die verschiednen Sorten von Revenuen bil-
       den bei ihm
       
       #382# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
       -----
       die "component  parts", die  Bestandteile des jährlich produzier-
       ten, neuhergestellten  Warenwerts,  während  umgekehrt  die  zwei
       Teile,    worin     dieser    Warenwert        f ü r        d e n
       K a p i t a l i s t e n  zerfällt - das Äquivalent seines bei An-
       kauf der Arbeit in Geldform vorgeschoßnen variablen Kapitals, und
       der andre Wertteil, der ihm auch gehört, ihm aber nichts gekostet
       hat, der  Mehrwert -,  Revenuequellen bilden.  Das Äquivalent des
       variablen Kapitals  wird von  neuem in Arbeitskraft vorgeschossen
       und bildet  sofern eine  Revenue für  den Arbeiter in Form seines
       Arbeitslohns; der  andre Teil - der Mehrwert -, da er dem Kapita-
       listen keinen  Kapitalvorschuß zu  ersetzen hat,  kann von ihm in
       Konsumtionsmitteln (notwendigen  und Luxus) verausgabt, als Reve-
       nue verzehrt werden, statt Kapitalwert irgendeiner Art zu bilden.
       Die Voraussetzung  dieser Revenue  ist der  Warenwert selbst, und
       seine Bestandteile  unterscheiden sich  für den  Kapitalisten nur
       soweit sie  entweder Äquivalent  für oder  Überschuß über den von
       ihm vorgeschoßnen variablen Kapitalwert bilden. Beide bestehn aus
       nichts als  während der  Warenproduktion verausgabter,  in Arbeit
       flüssig gemachter  Arbeitskraft. Sie  bestehn aus Ausga nicht aus
       Einkommen oder Revemie - aus Arbeitsausgabe.
       Nach diesem  Quidproquo, wo  die Revenue die Quelle von Warenwert
       wird, statt  der Warenwert  die Quelle  von Revenue,erscheint nun
       der Warenwert  als "zusammengesetzt"  aus den verschiednen Sorten
       Revenuen; sie  sind unabhängig  voneinander bestinunt,  und durch
       die Addition  des Wertumfangs dieser Revenuen wird der Gesamtwert
       der Ware  bestimmt. Aber nun fragt es sich, wie wird der Wert je-
       der dieser Revenuen bestimmt, aus denen der Warenwert entspringen
       soll? Bei  dem Arbeitslohn  geschieht dies,  denn der Arbeitslohn
       ist der Wert seiner Ware, der Arbeitskraft, und dieser bestimmbar
       (wie der  jeder andren  Ware) durch  die zur  Reproduktion dieser
       Ware nötige Arbeit. Aber der Mehrwert, oder bei A. Smith vielmehr
       seine beiden Formen, Profit und Grundrente, wie sind sie bestimm-
       bar? Hier  bleibts bei  leerem Geschwätz.  Bald stellt  A.Sth Ar-
       beitslohn und  Mehrwert (resp.  Arbeitslohn und  Profit) als  Be-
       standteile dar,  aus denen der Warenwert, resp. Preis sich zusam-
       mensetzt, bald,  und oft fast im selben Atemzug, als Teile, worin
       sich der  Warenpreis "auflöst"  (resolves itself;  was aber umge-
       kehrt heißt,  daß der  Warenwert das  zuerst Gegebne  ist und daß
       verschiedneteile dieses  gegebnen Werts verschiednen im Produkti-
       onsprozeß beteiligten  Personen in der Form verschiedner Revenuen
       zufallen. Dies  ist keineswegs  identisch mit der Zusammensetzung
       des Werts  aus diesen  drei "Bestandteilen".  Wenn ich  die Größe
       dreier verschiednen  geraden Linien selbständig bestimme und dann
       aus diesen drei Linien als "Bestandteilen" eine vierte gerade Li-
       nie bilde, die gleich der Größe ihrer Summe ist, so ist
       
       #383# 19. Kapitel - Frübere Darstellungen des Gegenstand
       -----
       das keineswegs  dieselbe Prozedur,  als wenn ich andrerseits eine
       gegebne gerade  Linie vor mir habe und diese zu irgendwelchem Be-
       huf in  drei ver  schiedne Teile  teile, gewissermaßen "auflöse".
       Die Größe  der Linie  im ersten  Fall wechselt  durchweg mit  der
       Größe der drei Linien, deren Summe sie bildet; die Größe der drei
       Linienteile im  letzten Fall ist von vornherein dadurch begrenzt,
       daß sie Teile einer Linie von gegebner Größe bilden.
       In der  Tat aber,  soweit wir an dem Richtigen von A. Smiths Dar-
       stellung festhalten,  daß der  im jährlichen Warenprodukt der Ge-
       sellschaft (wie  in jeder  einzelnen Ware oder wie im Tages-, Wo-
       chenprodukt    etc.)     enthaltne,        d u r c h        d i e
       J a h r e s a r b e i t   n e u    g e s c h a f f n e    W e r t
       gleich ist  dem Wert  des vorgeschoßnen  variablen Kapitals (also
       dem wieder  zu Ankauf  von Arbeitskraft bestimmten Wertteil) plus
       dem Mehrwert, den der Kapitalist realisieren kann - bei einfacher
       Reproduktion und  sonst gleichbleibenden  Umständen -  in Mitteln
       seiner individuellen  Konsumtion; wenn  wir ferner daran festhal-
       ten, daß  A. Smith  zusammenwirft die  Arbeit,  soweit  sie  Wert
       schafft, Verausgabung  von Arbeitskraft ist - und die Arbeit, so-
       weit sie  Gebrauchswert schafft, d.h. in nützlicher, zweckgemäßer
       Form verausgabt  wird -,  so kommt  die ganze  Vorstellung darauf
       hinaus: Der Wert jeder Ware ist das Produkt der Arbeit; also auch
       der Wert  des Produkts der Jahresarbeit oder der Wert des jährli-
       chen gesellschaftlichen  Warenprodukts. Da  alle Arbeit aber sich
       auflöst in 1. notwendige Arbeitszeit, worin der Arbeiter bloß ein
       Äquivalent reproduziert  für das  in Ankauf  seiner  Arbeitskraft
       vorgeschoßne Kapital,  und 2.  Mehrarbeit, wodurch  er einen Wert
       für den Kapitalisten liefert, wofür dieser kein Äquivalent zahlt,
       also Mehrwert;  so kann  sich aller  Warenwert nur  in diese zwei
       verschiednen Bestandteile  auflösen und  bildet also  schließlich
       als Arbeitslohn  die Revenue der Arbeiterklasse, als Mehrwert die
       der Kapitalistenklasse.  Was aber  den konstanten Kapitalwert an-
       geht, d.h. den Wert der in der Produktion des Jahresprodukts auf-
       gezehrten Produktionsmittel,  so kann  zwar nicht  gesagt  werden
       (außer der  Phrase, daß  der Kapitalist  dem Käufer ihn anrechnet
       bei Verkauf  seiner Ware),  wie dieser Wert in den Wert des neuen
       Produkts hineinkommt,  aber schließlich  ultimately - kann dieser
       Wertteil, da  die Produktionsmittel  selbst  Produkt  der  Arbeit
       sind, doch selbst wieder nur bestehn aus Äquivalent des variablen
       Kapitals und aus Mehrwert; aus Produkt von notwendiger Arbeit und
       von Mehrarbeit.  Wenn die  Werte dieser  Produktionsmittel in der
       Hand ihrer  Anwender als  Kapitalwerte fungieren,  so hindert das
       nicht, daß  sie 'ursprünglich',  und wenn man ihnen auf den Grund
       geht, in einer andren Hand - wenn auch früher - in dieselben bei-
       den Wertteile zerfällbar waren, also in zwei verschiedne Revenue-
       quellen.
       
       #384# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
       -----
       Ein richtiger  Punkt hierin  ist: daß in der Bewegung des gesell-
       schaftlichen Kapitals - d.h. der Gesamtheit der individuellen Ka-
       pitale -  die Sache sich anders darstellt, als sie sich für jedes
       individuelle Kapital,  besonders betrachtet,  also vom Standpunkt
       jedes einzelnen  Kapitalisten darstellt.  Für letztren  löst sich
       der Warenwert  auf 1.  in ein  konstantes Element  (viertes,  wie
       Smith sagt)  und 2.  in die  Summe von  Arbeitslohn und Mehrwert,
       resp. Arbeitslohn,  Profit und Grundrente. Vom gesellschaftlichen
       Standpunkt aus  verschwindet dagegen  Smiths viertes Element, der
       konstante Kapitalwert.
       
       5. Zusammenfassung
       
       Die abgeschrnackte  Formel, daß  die drei  Revenuen, Arbeitslohn,
       Profit, Rente,  drei "Bestandteile"  des Warenwerts  bilden, ent-
       springt bei  A. Smith aus der plausibleren, daß der Warenwert re-
       solves itself,  sich auflöst,  in diese  drei Bestandteile.  Auch
       dies ist  falsch, selbst  vorausgesetzt, der  Warenwert  sei  nur
       teilbar in  das Äquivalent  der verbrauchten Arbeitskraft und den
       von letztrer geschaffnen Mehrwert. Aber der Irrtum ruht hier wie-
       der auf einer tiefern, wahren Grundlage. Die kapitalistische Pro-
       duktion beruht  darauf, daß  der produktive  Arbeiter seine eigne
       Arbeitskraft, als  seine Ware, dem Kapitalisten verkauft, in des-
       sen Händen sie dann bloß als ein Element seines produktiven Kapi-
       tals fungiert.  Diese, der  Zirkulation angehörige  Transaktion -
       Verkauf und Kauf der Arbeitskraft -, leitet nicht nur den Produk-
       tionsprozeß ein,  sondern bestimmt  implizite seinen spezifischen
       Charakter. Die Produktion eines Gebrauchswerts und selbst die ei-
       ner Ware  (denn diese  kann auch seitens unabhängiger produktiver
       Arbeiter vorgehn)  ist hier nur Mittel für die Produktion von ab-
       solutem und  relativem Mehrwert  für den  Kapitalisten. Wir haben
       daher bei  Analyse des  Produktionsprozesses gesehn, wie die Pro-
       duktion von  absolutem und  relativem Mehrwert  1. die  Dauer des
       täglichen Arbeitsprozesses,  2. die  ganze gesellschaftliche  und
       technische Gestaltung  des kapitalistischen  Produktionsprozesses
       bestimmt. Innerhalb  dieses selbst  verwirklicht sich  die Unter-
       scheidung zwischen  bloßer Erhaltung von Wert (des konstanten Ka-
       pitalwerts),  wirkhcher   Reproduktion  von  vorgeschoßnern  Wert
       (Äquivalent der  Arbeitskraft) und  Produktion von Mehrwert, d.h.
       von Wert,  wofür der Kapitalist kein Äquivalent weder vorher vor-
       geschossen hat noch post festum vorschießt.
       Die Aneignung  von Mehrwert  - einem  Wert, der  überschüssig ist
       über das  Äquivalent des  vom Kapitalisten vorgeschoßnen Werts -,
       obgleich ein-
       
       #385# 19. Kapitel - Frühere Dantellungen des Gegenstandes
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       geleitet durch den Kauf und Verkauf der Arbeitskraft, ist ein in-
       nerhalb des  Produktionsprozesses selbst  sich vollziehender  Akt
       und bildet  ein wesentliches  Moment desselben.  Der  einleitende
       Akt, der  einen Zirkulationsakt  bildet: der Kauf und Verkauf der
       Arbeitskraft, beruht selbst wieder auf einer der Distribution der
       gesellschaftlichen Produkte  vorausgegangnen und  vorausgesetzten
       Distribution der  Produktionselemente, nämlich  der Scheidung der
       Arbeitskraft als  Ware des  Arbeiters von  den Produktionsmitteln
       als Eigentum von Nichtarbeitern.
       Zugleich aber  ändert diese  Aneignung von  Mehrwert  oder  diese
       Scheidung der  Wertproduktion in  Reproduktion von  vorgeschoßnem
       Wert und  Produktion  von  kein  Äquivalent  ersetzendem  Neuwert
       (Mehrwert) durchaus  nichts an  der Substanz des Werts selbst und
       der Natur  der Wertproduktion.  Die Substanz  des Werts  ist  und
       bleibt nichts  außer verausgabter Arbeitskraft - Arbeit, unabhän-
       gig von  dem besondren  nützlichen Charakter dieser Arbeit -, und
       die Wertproduktion ist nichts als der Prozeß dieser Verausgabung.
       So gibt  der Leibeigne  während sechs Tagen Arbeitskraft aus, ar-
       beitet während  sechs Tagen, und macht es für die Tatsache dieser
       Verausgabung als  solcher keinen  Unterschied, daß  er z.B.  drei
       dieser Arbeitstage für sich auf seinem eignen Feld und drei andre
       für seinen  Gutsherrn auf  dessen Feld verrichtet. Seine freiwil-
       lige Arbeit für sich und seine Zwangsarbeit für seinen Herrn sind
       gleichmäßig Arbeit;  soweit sie  als Arbeit mit Bezug auf die von
       ihr geschaffnen  Werte oder  auch nützlichen  Produkte betrachtet
       wird, findet  kein  Unterschied  in  seiner  sechstägigen  Arbeit
       statt. Der Unterschied bezieht sich nur auf die verschiednen Ver-
       hältnisse, wodurch  die Verausgabung  seiner Arbeitskraft während
       der beiden  Hälften der  sechstägigen Arbeitszeit veranlaßt wird.
       Ebenso verhält es sich mit der notwendigen und der Mehrarbeit des
       Lohnarbeiters.
       Der Produktionsprozeß erlischt in der Ware. Daß in ihrer Herstel-
       lung Arbeitskraft  verausgabt worden  ist,  erscheint  letzt  als
       dingliche Eigenschaft  der Ware,  daß sie Wert besitzt; die Größe
       dieses Werts  ist gemessen  durch die  Größe der verausgabten Ar-
       beit; in  ein weiteres  löst sich der Warenwert nicht auf und be-
       steht aus nichts andrem. Wenn ich eine gerade Linie von bestinun-
       ter Größe  gezogen habe,  so habe  ich zuerst  durch die  Art der
       Zeichnung,  die   nach  gewissen   von  mir  unabhängigen  Regeln
       (Gesetzen) geschieht,  eine gerade  Linie "produziert"  (zwar nur
       symbolisch, was  ich vorher  weiß). Teile ich diese Linie in drei
       Abschnitte (die  wieder einem  bestimmten Problem entsprechen mö-
       gen), so  bleibt jedes dieser drei Stücke nach wie vor gerade Li-
       nie, und die ganze Linie, deren Teile sie sind, wird
       
       #386# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
       -----
       durch diese Teilung nicht in etwas von gerader Linie Unterschied-
       nes, z.B.  eine Kurve irgendeiner Art aufgelöst. Ebensowenig kann
       ich die  Linie von gegebner Größe so teilen, daß die Summe dieser
       Teile größer  als die ungeteilte Linie selbst wird, die Größe der
       ungeteilten Linie ist also auch nicht bestimmt durch beliebig be-
       stimmte Größen  der Teillinien.  Umgekehrt, die  relativen Größen
       der letztren  sind von  vornherein begrenzt durch die Grenzen der
       Linie, deren Teile sie sind.
       Die vom  Kapitalisten hergestellte Ware unterscheidet sich soweit
       in nichts von der durch einen selbständigen Arbeiter oder von Ar-
       beitergemeinden oder  von Sklaven  hergestellten Ware. Jedoch ge-
       hört in unserm Fall das ganze Arbeitsprodukt wie sein ganzer Wert
       dem Kapitalisten.  Wie jeder andre Produzent hat er die Ware erst
       durch den  Verkauf in Geld zu verwandeln, um weiter damit manipu-
       lieren zu  können; er muß sie in die Form von allgemeinem Äquiva-
       lent umsetzen. -
       Betrachten wir  das Warenprodukt,  bevor es  in  Geld  verwandelt
       wird. Es  gehört ganz  dem Kapitalisten.  Es ist  andrerseits als
       nützliches Arbeitsprodukt  - als Gebrauchswert - ganz und gar das
       Produkt des  vergangnen Arbeitsprozesses; nicht so sein Wert. Ein
       Teil dieses  Werts ist nur in neuer Form wiedererscheinender Wert
       der in  der Produkt  in der  Ware verausgabten Produktionsmittel;
       dieser Wert  ist nicht produziert worden während des Produktions-
       prozesses dieser  Ware; denn diesen Wert besaßen die Produktions-
       mittel vor  dem Produktionsprozeß,  unabhängig von ihm; als seine
       Träger gingen  sie ein  in diesen  Prozeß; was  sich erneuert und
       verändert hat,  ist nur  seine Erscheinungsform.  Dieser Teil des
       Warenwerts bildet  für den  Kapitalisten ein  Äquivalent für  den
       während der  Warenproduktion verzehrten Teil seines vorgeschoßnen
       konstanten Kapitalwerts.  Er existierte  vorher in  der Form  von
       Produktionsmitteln; er  existiert jetzt als Bestandteil des Werts
       der neuproduzierten Ware. Sobald letztre versilbert ist, muß die-
       ser nun  in Geld  existierende Wert  wieder verwandelt  werden in
       Produktionsmittel, in  seine ursprüngliche durch den Produktions-
       prozeß und  seine Funktion  in selbem bestimmte Form. Am Wertcha-
       rakter einer  Ware wird nichts geändert durch die Kapitalfunktion
       dieses Werts. -
       Ein zweiter  Wertteil der Ware ist der Wert der Arbeitskraft, die
       der Lohnarbeiter  an den  Kapitalisten verkauft.  Er ist bestimmt
       wie der  Wert der Produktionsmittel, unabhängig von dem Produkti-
       onsprozeß, in den die Arbeitskraft eingehn soll, und wird fixiert
       in einem  Zirkulationsakt, dem Kauf und Verkauf der Arbeitskraft,
       bevor diese  in den  Produktionsprozeß eingeht. Durch seine Funk-
       tion -  die Verausgabung seiner Arbeitskraft produziert der Lohn-
       arbeiter einen Warenwert gleich dem Wert, den ihm
       
       #387# 19. Kapitel - Frühere Darstellungen des Gegenstandes
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       der Kapitalist  für den  Gebrauch seiner  Arbeitskraft zu  zahlen
       hat. Er  gibt dem Kapitalisten diesen Wert in Ware, der zahlt ihm
       denselben in Geld. Daß dieser Teil des Warenwerts für den Kapita-
       listen nur  ein Äquivalent für sein im Arbeitslohn vorzuschießen-
       des variabies  Kapital ist,  ändert durchaus nichts an der Tatsa-
       che, daß  er ein  während des Produktionsprozesses neugeschaffner
       Warenwert ist,  der aus  gar nichts andrem besteht als woraus der
       Mehrwert -  nämlich aus verfloßner Verausgabung von Arbeitskraft.
       Ebensowenig wird  diese Tatsache  dadurch affiziert,  daß der vom
       Kapitalisten in  Form von  Lohn an den Arbeiter gezahlte Wert der
       Arbeitskraft für  den Arbeiter  die Form  von Revenue annimmt und
       daß hierdurch nicht nur die Arbeitskraft fortwährend reproduziert
       wird, sondern  auch die  Klasse der  Lohnarbeiter als solche, und
       damit die Grundlage der gesamten kapitalistischen Produktion.
       Die Summe dieser beiden Wertteile macht aber nicht den ganzen Wa-
       renwert aus.  Es bleibt  ein Dberschuß  über beide: der Mehrwert.
       Dieser ist,  ebenso wie  der das  in Arbeitslohn vorgeschoßne va-
       riable Kapital  ersetzende Wertteil, ein während des Produktions-
       prozesses vomarbeiter neugeschaffner Wert - festgeronnene Arbeit.
       Nur kostet  er dem  Eigner des ganzen Produkts, dem Kapitalisten,
       nichts. Dieser  letztre Umstand  erlaubt in der Tat dem Kapitali-
       sten, ihn ganz als Revenue zu verzehren, falls er nicht Teile da-
       von an  andre Anteilhaber  abzutreten hat - wie Bodenrente an den
       Grundeigentümer, in  welchem Fall  dann diese  Teile die Revenuen
       solcher dritten  Personen bilden.  Dieser selbe  Umstand war auch
       das treibende Motiv, weswegen unser Kapitalist sich überhaupt mit
       der Warenproduktion  befaßt hat.  Aber weder  seine ursprüngliche
       wohlmeinende Absicht, Mehrwert zu ergattern, noch die nachträgli-
       che Verausgabung  desselben als Revenue durch ihn und andre affi-
       zieren den  Mehrwert als solchen. Sie ändern nichts daran, daß er
       festgeronnene unbezahlte Arbeit ist, und ebenfalls nichts an sei-
       ner Größe, die durch ganz andre Bedingungen bestimmt wird. Wollte
       aber einmal  A. Smith,  wie er  es tut, schon bei Betrachtung des
       Warenwerts sich  damit beschäftigen,  welche  Rolle  verschiednen
       Teilen desselben  im Gesamtreproduktionsprozeß  zufällt,  so  war
       klar, daß,  wenn besondre  Teile  als  Revenue  fungieren,  andre
       ebenso beständig als Kapital fungieren - und deswegen nach seiner
       Logik auch  als konstituierende  Teile des Warenwerts oder Teile,
       worin dieser sich auflöst, hätten bezeichnet werden müssen.
       A. Smith identifiziert Warenproduktion überhaupt mit kapitalisti-
       scher Warenproduktion;  die Produktionsmittel sind von vornherein
       Kapital" die Arbeit von vornherein Lohnarbeit, und daher ist
       
       #388# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
       -----
       "die Zahl  der nützlichen  und produktiven Arbeiter überall... im
       Verhältnis zu  der Größe  des zu  ihrer Beschäftigung angewandten
       Kapitals (to  the quantity  of capital stock which is employed in
       setting them to work". Introduction, p. 12).
       
       Mit einem  Wort, die verschiednen Faktoren des Arbeitsprozesses -
       gegenständliche und  persönliche -  erscheinen von  vornherein in
       den Charaktermasken  der kapitalistischen Produktionsperiode. Die
       Analyse des  Warenwerts fällt daher auch unmittelbar zusammen mit
       der Rücksicht,  wieweit dieser  Wert einerseits bloßes Äquivalent
       für ausgelegtes  Kapital, wieweit  er 1*)  andrerseits  "freien",
       keinen vorgeschoßnen  Kapitalwert ersetzenden  Wert  bildet  oder
       Mehrwert. Die  von diesem  Standpunkt aus miteinander verglichnen
       Stücke des  Warenwerts verwandeln  sich so  unterderhand in seine
       selbständigen "Bestandteile"  und schließlich  in "Quellen  alles
       Werts". Eine  fernere Konsequenz  ist die  Komposition des Waren-
       werts aus  oder abwechselnd  seine "Auflösung  in" Revenuen  ver-
       schiedner Sorten,  so daß  die Revenuen nicht aus Warenwert, son-
       dern der  Warenwert aus  "Revenuen" besteht.  So wenig es aber an
       der Natur eines Warenwerts qua Warenwert oder des Geldes qua Geld
       ändert, daß  sie als Kapitalwert fungieren, so wenig an einem Wa-
       renwert, daß  er später  als Revenue  für diesen  oder jenen fun-
       giert. Die Ware, mit der A. Smith es zu tun hat, ist von vornher-
       ein Warenkapital  (das, außer dem in der Produktion der Ware ver-
       zehrten Kapitalwert,  den Mehrwert einschließt), also die kapita-
       listisch produzierte Ware, das Resultat des kapitalistischen Pro-
       duktionsprozesses. Dieser  hätte also  vorher  analysiert  werden
       müssen, also auch der in ihm eingeschloßne Verwertungs- und Wert-
       bildungsprozeß. Da  dessen Voraussetzung selbst wieder die Waren-
       zirkulation ist,  so erheischt  seine Darstellung  also auch eine
       davon unabhängige  und vorhergehende Analyse der Ware. Selbst so-
       weit A.  Smith "esoterisch"  vorübergehend das  Richtige  trifft,
       nimmt er  stets auf die Wertproduktion nur Rücksicht bei Gelegen-
       heit der Warenanalyse, d.h. der Analyse des Warenkapitals.
       -----
       1*) 1. und 2. Auflage: es

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