Quelle: MEW 24 Das Kapital - Zweiter Band


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       #397# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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       III. Der Umsatz zwischen den beiden Abteilungen:
       I (v + m) gegen II c 45)
       
       Wir beginnen  mit dem  großen Austausch  zwischen beiden Klassen.
       (1000v +  1000m) I  - diese Werte, die in den Händen ihrer Produ-
       zenten in  der Naturalform  von Produktionsmitteln  bestehn, tau-
       schen sich  aus gegen  2000 IIc, gegen Werte, die unter der Natu-
       ralform von Konsumtionsmitteln bestehn. Die Kapitalistenklasse II
       hat dadurch  ihr konstantes  Kapital = 2000 aus der Form von Kon-
       sumtionsmitteln wieder  in die von Produktionsmitteln der Konsum-
       tionsmittel umgesetzt,  in eine Form, worin es von neuem als Fak-
       tor des  Arbeitsprozesses und  für die  Verwertung als konstanter
       Kapitalwert fungieren  kann. Andrerseits  ist dadurch das Äquiva-
       lent für die Arbeitskraft in I (1000 Iv) und der Mehrwert der Ka-
       pitalisten I  (1000 Im)  realisiert in  Konsumtionsmitteln; beide
       sind aus  ihrer Naturalform  von Produktionsmitteln  umgesetzt in
       eine Naturalforn worin sie als Revenue verzehrt werden können.
       Dieser wechselseitige Umsatz kommt aber zustande durch eine Geld-
       zirkulation, die  ihn ebensosehr  vermittelt, wie  sie sein  Ver-
       ständnis erschwert
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       45) Von hier an wieder Manuskript VIII.
       
       #398# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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       die aber  entscheidend wichtig ist, weil der variable Kapitalteil
       immer von  neuem in  Geldform auftreten muß, als Geldkapital, das
       sich aus  Geldform in  Arbeitskraft umsetzt. Das variable Kapital
       muß in  allen auf  der ganzen Peripherie der Gesellschaft gleich-
       zeitig nebeneinander betriebnen Geschäftszweigen, einerlei ob sie
       der Kategorie I oder II angehören, in Geldform vorgeschossen wer-
       den. Der  Kapitalist kauft  die Arbeitskraft, ehe sie in den Pro-
       duktionsprozeß eintritt, zahlt sie aber erst in verabredeten Ter-
       minen, nachdem sie schon verausgabt ist in der Produktion von Ge-
       brauchswert. Wie  der übrige  Wertteil des  Produkts, gehört  ihm
       auch der  Teil desselben,  der nur ein Äquivalent für das in Zah-
       lung der Arbeitskraft verausgabte Geld ist, der den variablen Ka-
       pitalwert repräsentierende Werttell des Produkts. In diesem Wert-
       teil selbst  hat der  Arbeiter ihm  das Äquivalent für seinen Ar-
       beitslohn bereits  geliefert. Es ist aber die Rückverwandlung der
       Ware in  Geld, ihr  Verkauf, die  dem Kapitalisten sein variables
       Kapital wieder herstellt als Geldkapital, das er von neuem in An-
       kauf der Arbeitskraft vorschießen kann.
       In Abteilung  I hat  der Gesamtkapitalist  also 1000 Pfd.St. (ich
       sage  Pfd.St.,   bloß  um   zu  bezeichnen,   daß  es   Wert   in
       G e l d f o r m   ist) =  1000v, an  die Arbeiter gezahlt für den
       bereits als  v-Teil existierenden  Wertteil des  Produkts I, d.h.
       der von ihnen produzierten Produktionsmittel. Die Arbeiter kaufen
       mit diesen 1000 Pfd.St. für selben Wert Konsumtionsmittel von den
       Kapitalisten II  und verwandeln so eine Hälfte des konstanten Ka-
       pitals II in Geld; die Kapitalisten II ihrerseits kaufen mit die-
       sen 1000  Pfd.St. Produktionsmittel zum Wert von 1000 von den Ka-
       pitalisten I;  damit ist für diese letztern der variable Kapital-
       wert =  1000v der  als Teil ihres Produkts in der Naturalform von
       Produktionsmitteln bestand,  wieder in  Geld verwandelt  und kann
       jetzt in  der Hand  der Kapitalisten  I von neuem als Geldkapital
       fungieren, das in Arbeitskraft, also in das wesentlichste Element
       des produktiven  Kapitals, umgesetzt  wird. Auf diesem Weg strömt
       ihnen ihr  variables Kapital  in Geldform zurück, infolge der Re-
       alisation eines Teils ihres Warenkapitals.
       Was aber  das Geld  betrifft, das nötig ist für den Umsatz des m-
       Teils des  Warenkapitals 1 gegen die zweite Hälfte des konstanten
       Kapitaltells II,  so kann  es auf verschiedne Weise vorgeschossen
       werden. In  der Wirklichkeit  umschließt diese  Zirkulation  eine
       zahllose Masse einzelner Käufe und Verkäufe der Kapitalindividuen
       beider Kategorien,  wobei aber unter allen Umständen das Geld von
       diesen Kapitalisten herrühren muß, da wir bereits mit der von den
       Arbeitern in Zirkulation geworfnen Geldmasse abgerechnet. Es kann
       bald ein Kapitalist der Kategorie II aus seinem neben
       
       #399# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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       dem produktiven  Kapital vorhandnen Geldkapital sich Produktions-
       mittel bei  Kapitalisten der  Kategorie I  kaufen, bald umgekehrt
       ein Kapitalist der Kategorie I aus für persönliche Ausgabe, nicht
       Kapitalausgabe, bestimmtem  Geldfonds Konsumtionsmittel bei Kapi-
       talisten der  Kategorie II  kaufen. Gewisse  Geldvorräte - sei es
       für Kapitalverschuß,  sei es  für Verausgabung von Revenue - müs-
       sen, wie  schon oben  in Abschnitt  I und II gezeigt, unter allen
       Umständen neben dem produktiven Kapital in den Händen des Kapita-
       listen als vorhanden vorausgesetzt werden. Unterstellen wir - die
       Proportion ist  dabei ganz  gleichgültig für  unsern Zweck  - die
       Hälfte des  Geldes werde  von den  Kapitalisten II für den Ersatz
       ihres konstanten Kapitals im Ankauf von Produktionsmitteln vorge-
       schossen, die  andre Hälfte von den Kapitalisten I für Konsumtion
       verausgabt, so:  Abteilung II  schießt 500  Pfd.St. vor und kauft
       damit von  I Produktionsmittel,  hat damit (inklusive der obigen,
       von den  Arbeitern I  herrührenden 1000 Pfd.St.) ihres konstanten
       Kapitals in  natura ersetzt; Abteilung I kauft mit den so erhalt-
       nen 500  Pfd.St. Konsumtionsmittel  von II  und hat damit für die
       Hälfte des  aus in bestehenden Teils ihres Warenkapitals die Zir-
       kulation w-g-w  beschrieben, dies  ihr Produkt realisiert in Kon-
       sumtionsfonds. Durch diesen zweiten Prozeß kehren die 500 Pfd.St.
       in die  Hände von  II zurück als Geldkapital, das es neben seinem
       produktiven Kapital  besitzt. Andrerseits  antizipiert I  für die
       Hälfte des noch als Produkt bei ihm lagernden Teils in seines Wa-
       renkapitals -  vor dem Verkauf desselben - Geldausgabe zum Betrag
       von 500 Pfd.St. für Ankauf von Konsumtionsmitteln II. Mit densel-
       ben 500  Pfd.St. kauft  II Produktionsmittel  von I und hat damit
       sein ganzes  konstantes Kapital  (1000 + 500 + 500 = 2000) in na-
       tura ersetzt, während I seinen ganzen Mehrwert in Konsumtionsmit-
       teln realisiert hat. Im ganzen hätte ein Umsatz von Waren zum Be-
       lauf von 4000 Pfd.St. stattgefunden mit einer Geldzirkulation von
       2000 Pfd.St.,  eine Größe der letztren, die nur herauskommt, weil
       das gesamte Jahresprodukt als auf einmal in wenigen großen Quoten
       umgesetzt dargestellt  wird. Das Wichtige hierbei ist nur der Um-
       stand, daß  II nicht  nur sein in Form von Konsumtionsmitteln re-
       produziertes konstantes  Kapital wieder in die Form von Produkti-
       onsmitteln umgesetzt, sondern außerdem die 500 Pfd.St., die es im
       Ankauf von  Produktionsmitteln der Zirkulation vorgeschossen, ihm
       zurückkehren; und  daß ebenso I nicht nur sein variahles Kapital,
       das es  in Form  von Produktionsmitteln  reproduziert, wieder  in
       Geldform besitzt,  als Geldkapital,  das von  neuem direkt in Ar-
       beitskraft umsetzbar  ist,  sondern  daß  ihm  außerdem  die  500
       Pfd.St. zurückströmen, die es, vor Verkauf des Mehrwertteils sei-
       nes Kapitals, antizipierend im Ankauf von Konsumtionsmitteln ver-
       ausgabt. Sie
       
       #400# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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       strömen ihm  aber zurück,  nicht durch die stattgehabte Verausga-
       bung, sondern durch den nachfolgenden Verkauf eines seinen halben
       Mehrwert tragenden Teils seines Warenprodukts.
       In beiden Fällen wird nicht nur das konstante Kapital von II wie-
       der umgesetzt  aus der Produktform in die Naturalform von Produk-
       tionsmitteln, worin  es allein  als Kapital  fungieren kann;  und
       ebenso wird  nicht nur der variable Kapitalteil von I in Geldform
       und der  Mehrwertteil der  Produktionsmittel I in konsumable, als
       Revenue verzehrbare  Form umgesetzt.  Sondern außerdem strömen an
       II die  500 Pfd.St. Geldkapital zurück, die es im Ankauf von Pro-
       duktionsmitteln vorgeschossen,  bevor es  den entsprechenden, sie
       kompensierenden Wertteil  des konstanten  Kapitals - vorhanden in
       Form von  Konsumtionsmitteln -  verkauft hat; und ferner an I die
       500 Pfd.St.,  die es im Ankauf von Konsumtionsmitteln antizipando
       verausgabt hat.  Wenn an II das auf Rechnung des konstanten Teils
       seines Warenprodukts vorgeschoßne und an I das auf Rechnung eines
       Mehrwertteils  seines  Warenprodukts  vorgeschoßne  Geld  zurück-
       strömt, so  nur, weil  die eine  Klasse Kapitalisten außer dem in
       Warenform II  existierenden konstanten  Kapital, die  andre außer
       dem in  Warenform I  existierenden Mehrwert  noch je  500 Pfd.St.
       Geld in Zirkulation geworfen. Sie haben sich schließlich wechsel-
       seitig vollständig bezahlt durch den Austausch ihrer resp. Waren-
       äquivalente. Das  Geld, das  sie über die Wertbeträge ihrer Waren
       hinaus in  Zirkulation geworfen, als Mittel dieses Warenumsatzes,
       kehrt jedem  von ihnen  aus der  Zirkulation zurück, pro rata der
       Quote davon,  die jedes  von beiden  in Zirkulation geworfen. Sie
       sind dadurch  um keinen  Deut reicher geworden. II besaß ein kon-
       stantes Kapital  = 2000  in Form  von Konsumtionsmitteln + 500 in
       Geld; es besitzt jetzt 2000 in Produktionsmitteln und 500 in Geld
       wie vorher; ebenso I besitzt, wie vorher, einen Mehrwert von 1000
       (aus Waren,  Produktionsmitteln, jetzt verwandelt in Konsumtions-
       fonds) +  500 in  Geld, wie vorher. - Es folgt allgemein: Von dem
       Geld, das  die industriellen  Kapitalisten in  Zirkulation werfen
       zur Vermittlung  ihrer eignen  Warenzirkulation, sei  es nun  auf
       Konto des  konstanten Wertteils  der Ware  oder des  in den Waren
       existierenden Mehrwerts,  soweit er  als Revenue verausgabt wird,
       kehrt so  viel zurück  in die Hände der respektiven Kapitalisten,
       als sie für die Geldzirkulation vorgeschossen.
       Was die  Rückverwandlung des  variablen Kapitals  der Klasse I in
       Geldform betrifft,  so existiert es für die Kapitalisten I, nach-
       dem sie es in Arbeitslohn ausgelegt haben, zunächst in der Waren-
       form, worin  es ihnen  die Arbeiter geliefert haben. Sie haben es
       in Geldform diesen letztren als den Preis ihrer Arbeitskraft aus-
       gezahlt. Sie haben sofern den Wertbestandteil
       
       #401# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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       ihres Warenprodukts  bezahlt, der gleich diesem in Geld ausgeleg-
       ten variablen  Kapital. Dafür  sind sie  Eigner auch dieses Teils
       des Warenprodukts.  Aber der von ihnen angewandte Teil der Arbei-
       terklasse ist kein Käufer der von ihm selbst produzierten Produk-
       tionsmittel; er  ist Käufer  der von II produzierten Konsumtions-
       mittel. Das bei der Zahlung der Arbeitskraft in Geld vorgeschoßne
       variable Kapital  kehrt also  nicht direkt  an die Kapitalisten I
       zurück. Es  geht durch  die Käufe  der Arbeiter über in die Hände
       der kapitalistischen  Produzenten der dem Arbeiterkreis notwendi-
       gen und überhaupt zugänglichen Waren, also in die Hände der Kapi-
       talisten II, und erst indem diese das Geld zum Ankauf von Produk-
       tionsmitteln verwenden - erst auf diesem Umweg kehrt es zurück in
       die Hände der Kapitalisten I.
       Es ergibt  sich, daß bei einfacher Reproduktion die Wertsumme v +
       m des Warenkapitals I (also auch ein entsprechender proportionel-
       ler Teil des Gesamtwarenprodukts I) gleich sein muß dem ebenfalls
       als proportioneller Teil des gesamten Warenprodukts der Klasse II
       ausgeschiednen konstanten Kapital IIc oder I(v+m) = IIc.
       

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