Quelle: MEW 24 Das Kapital - Zweiter Band

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       #401# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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       IV. Der  Umsatz innerhalb  Abteilung II.  Notwendige Lebensmittel
       und Luxusmittel
       
       Vom Wert  des Warenprodukts der Abteilung II sind nun noch zu un-
       tersuchen die  Bestandteile v + m. Ihre Betrachtung hat nichts zu
       tun mit  der wichtigsten  Frage, die uns hier beschäftigt: inwie-
       fern nämlich die Zerfällung des Werts jedes individuellen kapita-
       listischen Warenprodukts  in c  + v  + m,  wenn auch  durch  ver-
       schiedne Erscheinungsform vermittelt, ebenfalls gilt für den Wert
       des jährlichen  Gesamtprodukts. Diese Frage wird gelöst durch den
       Umsatz von  I (v+m)  gegen IIc,  einerseits, durch die für später
       vorbehaltne Untersuchung  der Reproduktion  von Ic  im jährlichen
       Warenprodukt I  andrerseits. Da  II(v+m) in  der Naturalform  von
       Konsumtionsartikeln existiert,  da das  den Arbeitern  in Zahlung
       der Arbeitskraft vorgeschoßne variable Kapital von selben im gan-
       zen und  großen in  Konsumtionsmitteln verausgabt werden muß, und
       da der Wertteil in der Waren, bei Voraussetzung der einfachen Re-
       produktion, faktisch in Konsumtionsmitteln als Revenue verausgabt
       wird, so  ist prima  facie 1*)  klar, daß die Arbeiter II mit dem
       von den  Kapitalisten II  erhaltnen Arbeitslohn  einen Teil ihres
       eignen Produkts - entsprechend dem Umfang des als Arbeitslohn er-
       haltnen
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       1*) auf den ersten Blick
       
       #402# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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       Geldwerts -  wiederkaufen. Dadurch  verwandelt die  Kapitalisten-
       klasse II ihr in Zahlung der Arbeitskraft vorgeschoßnes Geldkapi-
       tal zurück  in Geldform; es ist ganz dasselbe, als hätten sie die
       Arbeiter in  bloßen Wertmarken gezahlt. Sobald die Arbeiter diese
       Wertmarken realisieren  durch Kauf eines Teils des von ihnen pro-
       duzierten und  den Kapitalisten  gehörigen Warenprodukts,  würden
       diese Wertmarken in die Hände der Kapitalisten zurückkehren, bloß
       daß hier  die Marke  Wert nicht  nur vorstellt,  sondern in ihrer
       goldnen oder silbernen Leiblichkeit besitzt. Diese Sorte Rückfluß
       des in  Geldform vorgeschoßnen  variablen Kapitals durch den Pro-
       zeß, worin  die Arbeiterklasse  als Käufer  und die Kapitalisten-
       klasse als  Verkäufer erscheint, werden wir später näher untersu-
       chen. Hier  aber handelt  es sich  um einen andern Punkt, der bei
       diesem Rückfluß des variablen Kapitals zu seinem Ausgangspunkt zu
       erörtern ist.
       Die Kategorie  II der  jährlichen Warenproduktion besteht aus den
       mannigfaltigsten Industriezweigen,  die aber - mit Bezug auf ihre
       Produkte - in zwei große Unterabteilungen zerfällt werden können:
       a) Konsumtionsmittel,  die in  den Konsum der Arbeiterklasse ein-
       gehn und,  soweit sie  notwendige Lebensmittel, wenn auch oft der
       Qualität und  dem Wert  nach verschieden  von denen der Arbeiter,
       auch einen  Teil der  Konsumtion der  Kapitalistenklasse  bilden.
       Diese ganze  Unterabteilung können wir für unsern Zweck zusammen-
       fassen unter der Rubrik:  N o t w e n d i g e  Konsumtionsmittel,
       wobei es  ganz gleichgültig, ob ein solches Produkt, wie z.B. Ta-
       bak, vom physiologischen Standpunkt aus ein notwendiges Konsumti-
       onsinittel ist  oder nicht,  genug, daß  es gewohnheitsmäßig  ein
       solches.
       b)  L u x u s-Konsumtionsmittel,  die nur in den Konsum der Kapi-
       talistenklasse eingehn,  also  nur  gegen  verausgabten  Mehrwert
       esetzt werden  können, der  dem Arbeiter nie zufällt. Bei der er-
       sten Rubrik ist klar, daß das in der Produktion der ihr angehöri-
       gen Warensorten  vorgeschoßne variable Kapital in Geldform direkt
       zurückfließen muß  an den Teil der Kapitalistenklasse II (also an
       die Kapitalisten IIa), welche diese notwendigen Lebensmittel pro-
       duziert. Sie verkaufen sie an ihre eignen Arbeiter zum Betrag des
       diesen in  Arbeitslohn ausgezahlten  variablen  Kapitals.  Dieser
       Rückfluß ist   d i r e k t  mit Bezug auf diese ganze Unterabtei-
       lung a  der Kapitalistenklasse II, so zahlreich auch die Transak-
       tionen zwischen den Kapitalisten der verschiednen beteiligten In-
       dustriezweige sein mögen, wodurch dies rückfließende variable Ka-
       pital pro rata verteilt wird. Es sind Zirkulationsprozesse, deren
       Zirkulationsmittel direkt  geliefert werden durch das von den Ar-
       beitern ausgegebne Geld. Anders verhält es sich aber mit Unterab-
       teilung
       
       #403# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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       IIb. Der  ganze Teil des Wertprodukts, mit dem wir es hier zu tun
       haben, IIb(v+m)  besteht unter der Naturalform von Luxusartikeln,
       d.h. Artikeln, die die Arbeiterklasse ebensowenig kaufen kann wie
       den unter  Form von  Produktionsmitteln bestehenden Warenwert Iv;
       obgleich diese  Luxusmittel wie  jene Produktionsmittel  Produkte
       dieser Arbeiter.  Der Rückfluß, wodurch das in dieser Unterabtei-
       lung vorgeschoßne variable Kapital den kapitalistischen Produzen-
       ten in  seiner Geldform wiederkehrt, kann also nicht direkt, son-
       dern muß vermittelt sein, ähnlich wie sub Iv.
       Nehmen wir z.B. an wie oben für die gesamte Klasse II: v = 500; m
       = 500;  aber das variable Kapital und der ihm entsprechende Mehr-
       wert seien verteilt wie folgt:
       Unterabteilung a: Notwendige Lebensmittel: v = 400, m = 400; also
       eine Warenmasse  in notwendigen  Konsumtionsmitteln zum  Wert von
       400v + 400m = 800, oder IIa (400v + 400m).
       Unterabteilung b:  Luxusmittel zum  Wert von  100v +  100m = 200,
       oder II b (100v + 100m).
       Die Arbeiter  von IIb  haben in Zahlung für ihre Arbeitskraft 100
       erhalten in  Geld, sage 100 Pfd.St.; sie kaufen damit von den Ka-
       pitalisten IIa  Konsumtionsmittel zum Betrag von 100. Diese Kapi-
       talistenklasse kauft  dat für 100 der Ware IIb, womit den Kapita-
       listen IIb ihr variables Kapital in Geldform zurückströmt.
       In IIa existieren bereits 400, wieder in Geldform in der Hand der
       Kapitalisten durch  Austausch mit ihren eignen Arbeitern; von dem
       den Mehrwert  darstellenden Teil  ihres Produkts ist außerdem der
       vierte Teil  an die  Arbeiter IIb abgetreten und dafür IIb (100v)
       in Luxuswaren bezogen worden.
       Wenn wir  nun gleiche verhältnismäßige Teilung der Revenueausgabe
       in notwendige  Lebensmittel und  Luxusmittel bei den Kapitalisten
       IIa und  IIb voraussetzen - annehmen, daß beide je 3/5 in notwen-
       digen Lebensmitteln,  2/5 in Luxusmitteln ausgeben, so werden die
       Kapitalisten der  Unterklasse IIa  ihre Mehrwertsrevenue von 400m
       auslegen zu 3/5 in ihren eignen Produkten, notwendigen Lebensmit-
       teln, also  240; und  zu 3/5 = 160 in Luxusmitteln. Die Kapitali-
       sten der Unterklasse IIb werden ihren Mehrwert = 100m ebenso ver-
       teilen: 3/5  = 60  auf notwendige  und 2/5  = 40 auf Luxusmittel:
       diese letztren  innerhalb ihrer eignen Unterklasse produziert und
       umgesetzt.
       Die 160  Luxusmittel, die (IIa)m erhält, fließen den Kapitalisten
       IIa zu wie folgt: Von den (IIa)400m wurden, wie wir sahen, 100 in
       Form von  notwendigen Lebensmitteln  ausgetauscht gegen  gleichen
       Betrag von (IIb)v, die
       
       #404# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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       in Luxusmitteln existieren, und weitere 60 in notwendigen Lebens-
       mitteln gegen  (IIb) 60 in Luxusmitteln. Die Gesamtrechnung steht
       dann so:
       IIa: 400v + 400m; IIb: 100v + 100m.
       1. 400v  (a) werden  aufgegessen von den Arbeitern IIa, von deren
       Produkt (notwendigen  Lebensmitteln) sie  einen Teil  bilden; die
       Arbeiter kaufen  sie von  den kapitalistischen  Produzenten ihrer
       eignen Abteilung. Diesen kehrt damit 400 Pfd.St. Geld zurück, ihr
       selbigen Arbeitern in Arbeitslohn gezahlter variabler Kapitalwert
       von 400; womit sie Arbeitskraft von neuem kaufen können.
       2. Ein Teil der 400m (a), gleich den 100, (b), also 1/4 des Mehr-
       werts (a), wird realisiert in Luxusartikeln wie folgt: Die Arbei-
       ter (b) erhielten von den Kapitalisten ihrer Abteilung (b) in Ar-
       beitslohn 100 Pfd.St.; sie kaufen  damit  1/4 von m (a), d.h. Wa-
       ren, die  in notwendigen  Lebensmitteln bestehn; die Kapitalisten
       von a kaufen mit diesem Geld zum selben Wertbelauf Luxusartikel =
       100v (b),  d.h. eine  Hälfte der  ganzen  Luxusproduktion.  Damit
       kehrt den  Kapitalisten b  ihr variables  Kapital in Geldform zu-
       rück, und  sie können  durch Erneuerung  des Ankaufs der Arbeits-
       kraft ihre  Reproduktion von  neuem beginnen,  da das  ganze kon-
       stante Kapital  der Gesamtklasse  II schon  ersetzt ist durch den
       Austausch von  I(v+m) gegen IIc. Die Arbeitskraft der Luxusarbei-
       ter ist  also nur dadurch neu verkäuflich, daß der als Äquivalent
       für ihren  Arbeitslohn geschaffne Teil ihres eignen Produkts, von
       den Kapitalisten lIa in ihren Konsumtionsfonds gezogen, vermöbelt
       wird. (Dasselbe  gilt für  den Verkauf der Arbeitskraft sub I; da
       das IIc,  wogegen sich I(v+m) austauscht, sowohl aus Luxusmitteln
       wie notwendigen Lebensmitteln besteht und was durch I(v+m) erneu-
       ert wird, sowohl die Produktionsmittel der Luxus- wie der notwen-
       digen Lebensmittel ausmacht.)
       3. Wir  kommen zum Austausch zwischen a und b, soweit er nur Aus-
       tausch der  Kapitalisten der  beiden Unterabteilungen.  Durch das
       Bisherige ist  erledigt das  variable Kapital (400v) und ein Teil
       des Mehrwerts  (100m) in  a und das variable Kapital (100v) in b.
       Wir nahmen ferner an als Durchschnittsverhältnis der kapitalisti-
       schen Revenueausgabe  in beiden Klassen 2/5 für Luxus und 3/5 für
       notwendige Lebensbedürfnisse.  Außer den bereits für Luxus ausge-
       gebnen 100 entfällt daher auf die ganze Unterklasse a noch 60 für
       Luxus und im selben Verhältnis, d.h. 40, auf b.
       (IIa)m wird  also verteilt  auf 240  für Lebensmittel und 160 für
       Luxusmittel = 240 + 160 = 400 (IIa).
       (IIb)m verteilt  sich in 60 für Lebensmittel und 40 für Luxus: 60
       + 40 100m (IIb). Die letzten 40 konsumiert diese Klasse aus ihrem
       eignen
       
       #405# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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       Produkt (2/5 ihres Mehrwerts); die 60 für Lebensmittel erhält sie
       dadurch, daß  sie 60  ihres Mehrprodukts  für 60m (a) austauscht.
       Wir haben  also für  die ganze Kapitalistenklasse II (wobei v + m
       bei Unterabteilung  a in notwendigen Lebensmitteln existiert, bei
       b in Luxusmitteln):
       IIa (400v  + 400m) + IIb (100v + 100m) = 1000; durch die Bewegung
       so realisiert:  500v (a+b)  {realisiert in 400v(a) und 100m(a)} +
       500m(a+b) {realisiert in 300m(a) + 100v(b) + 100m(b)} = 1000.
       Für a und b, jedes für sich betrachtet, erhalten wir die Realisa-
       tion:
       
             v                   m
       a) ------- + ---------------------------- = 800
          (400va)    240m(a) + 100v(b) + 60m(b)
       
             v                   m                  200
       b) ------- + ------------------.......... = ----
          100m(a)    60m(a) + 40m(b)               1000
       
       Halten wir  der Einfachheit  halber dasselbe  Verhältnis zwischen
       variablem und  konstantem Kapital  fest (was  beiläufig  durchaus
       nicht nötig),  so kommt  auf 400v(a) ein konstantes Kapital= 1600
       und auf 100v(b) ein konstantes Kapital= 400, und wir haben für II
       folgende zwei Abteilungen a und b:
       
       IIa) 1600c + 400v + 400m = 2400
       IIb)  400c + 100v + 100m =  600
       und zusammen:
            2000c + 500v + 500m = 3000.
       
       Dementsprechend sind  von den 2000 IIc in Konsumtionsmitteln, die
       ausgetauscht werden  gegen 2000 I(v+m), 1600 umgesetzt in Produk-
       tionsmittel von notwendigen Lebensmitteln und 400 in Produktions-
       mittel von Luxusmitteln.
       Die 2000  I(v+m) würden  also selbst zerfallen in (800v + 800m) I
       für a = 1600 Produktionsmittel notwendiger Lebensmittel und (200v
       + 200m) I für b = 400 Produktionsmittel für Luxusmittel.
       Ein bedeutender  Teil nicht  nur der  eigentlichen Arbeitsmittel,
       sondern auch  der Roh- und Hilfsstoffe etc. für beide Abteilungen
       ist gleichartig.  Was aber die Umsetzungen der verschiednen Wert-
       teile des  gesamten Produkts  I(v+m) betrifft, so wäre diese Tei-
       lung ganz  gleichgültig. Sowohl  die obigen  800 Iv,  wie 200 Iv,
       werden dadurch realisiert, daß der Arbeitslohn in Konsumtionsmit-
       teln 1000  IIc verausgabt  wird, also das für selben vorgeschoßne
       Geldkapital gleichmäßig sich bei der Rückkehr verteilt unter die
       
       #406# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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       kapitalistischen Produzenten  I, ihnen pro rata ihr vorgeschoßnes
       variables Kapital  wieder in  Geld ersetzt:  andrerseits, was die
       Realisation der 1000 Im betrifft, so werden auch hier die Kapita-
       listen gleichmäßig  (proportionell zur Größe ihres m) aus der ge-
       samten zweiten Hälfte von IIc = 1000, 600 IIa und 400 IIb in Kon-
       sumtionsmitteln ziehn;  also diejenigen, welche das konstante Ka-
       pital von IIa ersetzen:
       480 (3/5) aus 600c (IIa) und 320 (2/5) aus 400c (IIb) = 800,
       die das konstante Kapital von IIb ersetzen:
       120 (3/5) aus 600c (IIa) und  80 (2/5) aus 400c (IIb) = 200.
       Summa = 1000.
       Was hier  willkürlich ist,  sowohl für I wie für II, ist das Ver-
       hältnis des  variablen Kapitals zum konstanten wie die Dieselbig-
       keit dieses  Verhältnisses für I und II und für ihre Unterabteii-
       ungen. Was diese Dieselbigkeit angeht, so ist sie nur der Verein-
       fachung wegen hier emgenonunen, und die Annahme verschiedner Ver-
       hältnisse wurde absolut nichts ändern an den Bedingungen des Pro-
       blems und  an seiner Lösung. Was sich aber als notwendiges Resul-
       tat ergibt. bei Voraussetzung einfacher Reproduktion, ist:
       1. Daß  das unter  Naturalform von Produktionsrnitteln geschaffne
       neue Wertprodukt  der Jahresarbeit  (zerfällbar in  v + m) gleich
       sei dem  konstanten Kapitalwert  c des  durch den andern Teil der
       Jahresarbeit hergestellten  Produktenwerts, reproduziert  in Form
       von Konsumtionsmitteln.  Wäre es  geringer als  IIc, so könnte II
       sein konstantes  Kapital nicht  ganz ersetzen; wäre es größer, so
       bliebe ein  Überschuß unbenutzt liegen. In beiden Fällen wäre die
       Voraussetzung: einfache Reproduktion, verletzt.
       2. Daß  bei dem  unter Form von Konsumtionsmitteln reproduzierten
       Jahresprodukt das in Geldform vorgeschoßne variable Kapital v von
       dessen Empfängern,  soweit sie Luxusarbeiter sind, nur realisier-
       bar ist in dem Teil der notwendigen Lebensmittel, der den kapita-
       listischen Produzenten  derselben ihren  Mehrwert prima facie 1*)
       verkörpert: daß  also das  v, ausgelegt  in der  Luxusproduktion,
       gleich ist  einem seinem  Wertumfang entsprechenden  Teil von  m,
       produziert unter  der Form  von notwendigen  Lebensmitteln,  also
       kleiner sein muß als dieses gesamte m - nämlich (IIa)m -, und daß
       nur durch  die Realisierung jenes v in diesem Teil von in den ka-
       pitalistischen Produzenten der Luxusartikel ihr vorgeschoßnes va-
       riables Kapital  in Geldform  zurückkehrt. Es  ist dies  ein ganz
       analoges Phänomen  wie die  Realisierung von I(v + m) in IIc; nur
       daß im  zweiten Fall (IIb), sich realisiert in einem ihm dem Wer-
       tumfang nach gleichen  T e i l  von (IIa)m. Diese Verhältnisse
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       1*) in erster Gestalt
       
       #407# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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       bleiben qualitativ  maßgebend bei jeder Verteilung des jährlichen
       Gesamtprodukts, soweit es in den Prozeß der jährlichen durch Zir-
       kulation vermittelten  Reproduktion wirklich  eingeht. I  (v + m)
       kann nur  realisiert werden  in IIc,  wie IIc, in seiner Funktion
       als Bestandteil des produktiven Kapitals nur erneubar durch diese
       Realisation; ebenso ist (IIb)v nur realisierbar in einem Teil von
       (IIa)m, und  (IIb)v, nur so wieder rückverwandelbar in seine Form
       als Geldkapital.  Selbstredend gilt  dies nur,  soweit alles dies
       wirklich ein Resultat des Reproduktionsprozesses selbst ist, also
       soweit nicht  z.B. die  Kapitalisten IIb  Geldkapital für v durch
       Kredit anderweitig  aufnehmen. Quantitativ dagegen können die Um-
       setzungen der  verschiednen Teile  des Jahresprodukts nur so pro-
       portionell stattfinden  wie oben dargestellt, soweit Stufenleiter
       und Wertverhältnisse  der Produktion stationär bleiben und soweit
       diese strengen Verhältnisse nicht alteriert werden durch den aus-
       wärtigen Handel.
       Wenn man  nun nach  A. Smithscher  Weise sagte, I(v+m) lösen sich
       auf in  IIc, und  IIc löst sich auf in I(v+m), oder, wie er öfter
       und noch  abgeschmackter zu  sagen pflegt, I(v+m) bilden Bestand-
       teile des  Preises (resp.  Werts, er  sagt value in exchange 1*))
       von IIc,  und IIc bildet den ganzen Bestandteil des Werts I(v+m),
       so könnte  und müßte  man ebenfalls sagen (IIb)v löst sich auf in
       (IIa)m, oder  (IIa)m in (IIb)v, oder (IIb)v bildet einen Bestand-
       teil des  Mehrwerts IIa,  und vice versa: der Mehrwert löste sich
       so auf  in Arbeitslohn, resp. variables Kapital, und das variable
       Kapital bildete  einen "Bestandteil"  des Mehrwerts.  Diese Abge-
       schmacktheit findet  sich soweit  in der Tat bei A. Smith, da bei
       ihm der  Arbeitslohn bestimmt  ist durch den Wert der notwendigen
       Lebensmittel, diese  Warenwerte dahingegen  wieder durch den Wert
       des in  ihnen enthaltnen  Arbeitslohns (variablen  Kapitals)  und
       Mehrwerts. Er  ist so absorbiert durch die Bruchstücke, worin das
       Wertprodukt eines Arbeitstags auf kapitalistischer Basis zerfäll-
       bar -  nämlich in  v +  m -,  daß er ganz darüber vergißt, daß es
       beim einfachen  Warenaustausch ganz  gleichgültig, ob die in ver-
       schiedner Naturalform  existierenden  Äquivalente  aus  bezahlter
       oder unbezahlter  Arbeit bestehn, da sie in beiden Fällen gleich-
       viel Arbeit zu ihrer Produktion kosten; und daß es ebenso gleich-
       gültig ist, ob die Ware des A ein Produktionsmittel und die des B
       ein Konsumtionsmittel,  ob nach dem Verkauf die eine Ware als Ka-
       pitalbestandteil zu  fungieren hat, die andre dagegen in den Kon-
       sumtionsfonds eingeht  und secundum 2*) Adam als Revenue verzehrt
       wird. Der  Gebrauch, den  der individuelle Käufer von seiner Ware
       macht, fällt nicht in den Warenaustausch,
       -----
       1*) Tauschwert - 2*) gemäß
       
       #408# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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       in die  Zirkulationssphäre, und  berührt nicht den Wert der Ware.
       Dies wird  in keiner  Weise dadurch  anders, daß  bei Analyse der
       Zirkulation des  jährlichen gesellschaftlichen Gesamtprodukts die
       bestimmte Gebrauchsbestimmung, das Moment der Konsumtion der ver-
       schiednen Bendteile jenes Produkts in Betracht kommen muß.
       Bei obig  konstatierter Umsetzung  von (IIb), gegen einen gleich-
       wertigen Teil von (IIa)m und bei den weitern Umsetzungen zwischen
       (IIa)m und (IIb)m ist keineswegs vorausgesetzt, daß, seien es die
       einzelnen Kapitalisten von IIa und IIb, seien es ihre respektiven
       Gesamtheiten, sie  im selben  Verhältnis ihren  Mehrwert zwischen
       notwendigen Konsumtionsgegenständen  und Luxusmitteln teilen. Ei-
       ner mag  mehr in dieser Konsumtion, ein andrer mehr in jener ver-
       ausgaben. Auf  dem Boden  der einfachen Reproduktion ist nur vor-
       ausgesetzt, daß  eine Wertsumme,  gleich dem  ganzen Mehrwert, in
       Konsumtionsfonds realisiert  wird. Die Grenzen sind also gegeben.
       Innerhalb jeder  Abteilung mag der eine mehr in a, der andre mehr
       in b  leisten, dies kann sich aber wechselseitig kompensieren, so
       daß die  Kapitalistenklassen a und b, als ganze genommen, sich je
       im selben Verhältnis an beiden beteiligen. Die Wertverhältnisse -
       der proportionelle  Anteil am  Gesamtwert des Produkts II für die
       zwei Sorten  Produzenten a und b - also auch ein bestimmtes quan-
       titatives Verhältnis zwischen den Produktionszweigen, welche jene
       Produkte liefern - sind aber notwendig gegeben in jedem konkreten
       Fall; nur  das Verhältnis,  das beispielsweis  figuriert, ist ein
       hypothetisches; wird ein andres angenommen, so ändert dies nichts
       an den  qualitativen Momenten; nur die quantitativen Bestimmungen
       wurden sich  ändern. Tritt  aber durch irgendwelche Umstände eine
       wirkliche Verändrung  in der  proportionellen Größe  von a  und b
       ein, so  würden sich auch die Bedingungen der einfachen Reproduk-
       tion entsprechend ändern.
       
                                     ---
       
       Aus dem Umstand, daß (IIb), realisiert wird in einem äquivalenten
       Teil von  (IIa)., folgt, daß im Verhältnis, wie der Luxusteil des
       jährlichen Produkts  wächst, wie  also ein  steigendes Quotum der
       Arbeitskraft absorbiert wird in der Luxusproduktion - daß im sel-
       ben Verhältnis  die Rückverwandlung  des in  (IIb), vorgeschoßnen
       variablen Kapitals in Geldkapital, das von neuem als Geldform des
       variablen Kapitals fungiert, und damit die Existenz und Reproduk-
       tion des in IIb beschäftigten Teils der Arbeiterklasse - ihre Zu-
       fuhr notwendiger  Konsumtionsmittel - bedingt wird durch die Ver-
       schwendung der  Kapitalistenklasse, den  Umsatz eines bedeutenden
       Teils ihres Mehrwerts in Luxusartikel.
       
       #409# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
       -----
       Jede Krise  vermindert die Luxuskonsumtion momentan; sie verlang-
       samt, verzögert  die Rückverwandlung  des (IIb),  in Geldkapital,
       läßt sie  nur teilweis zu und wirft damit einen Teil der Luxusar-
       beiter aufs  Pflaster, während  sie andrerseits  den Verkauf  der
       notwendigen  Konsumtionsmittel  eben  dadurch  auch  ins  Stocken
       bringt und  verringert. Ganz  abgesehn von den gleichzeitig abge-
       dankten, unproduktiven Arbeitern, die für ihre Dienste einen Teil
       der  Luxusausgabe  der  Kapitalisten  empfangen  (diese  Arbeiter
       selbst sind  pro tanto  Luxusartikel) und die sich sehr stark be-
       teiligen namentlich auch an der Konsumtion notwendiger Lebensmit-
       tel etc.  Umgekehrt in  der Prosperitätsperiode,  und  namentlich
       während der Zeit ihrer Schwindelblüte - wo schon aus andren Grün-
       den der  relative, in  Waren ausgedrückte  Wertdes  Geldes  fällt
       (ohne wirkliche  sonstige Wertrevolution), also der Preis der Wa-
       ren, unabhängig  von ihrem  eignen Wert, steigt. Nicht nur steigt
       die Konsumtion  notwendiger Lebensmittel;  die Arbeiterklasse (in
       die nun ihre ganze Reservearmee aktiv eingetreten) nimmt auch mo-
       mentanen Anteil an der Konsumtion ihr sonst unzugänglicher Luxus-
       artikel, außerdem auch an der Klasse der notwendigen Konsumtions-
       artikel, die  sonst zum größten Teil "notwendige" Konsumtionsmit-
       tel nur  für die  Kapitalistenklasse bildet, was seinerseits eine
       Steigerung der Preise hervorruft.
       Es ist  eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel
       an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten
       hervorgehn. Andre Konsumarten als zahlende kennt das kapitalisti-
       sche System  nicht, ausgenommen  die sub  forma pauperis 1*) oder
       die des "Spitzbuben". Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts,
       als daß  sich keine  zahlungsfähigen Käufer  für sie fanden, also
       Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Be-
       huf produktiver  oder individueller  Konsumtion gekauft  werden).
       Will man  aber dieser  Tautologie einen Schein tiefrer Begründung
       dadurch geben,  daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu
       geringen Teil  ihres eignen  Produkts, und  dem  Übelstand  werde
       mithin abgeholfen,  sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr
       Arbeitslohn folglicb wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Kri-
       sen jedesmal  gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin
       der Arbeitslohn  allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter
       größern Anteil  an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährli-
       chen Produkts  erhält. Jene Periode müßte - von dem Gesichtspunkt
       dieser Ritter vom gesunden und "einfachen" (!) Menschenverstand -
       umgekehrt die Krise entfernen. Es scheint also, daß die kapitali-
       stische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige
       -----
       1*) Konsumart des Armen
       
       #410# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
       -----
       Bedingungen einschließt, die jene relative Plosperität der Arbei-
       terklasse nur  momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvo-
       gel einer Krise. 46)
       Man sah  vorhin, wie  das proportionelle  Verhältnis zwischen der
       Produktion notwendiger  Konsumtionsmittel und  der Produktion von
       Luxus die  Teilung von  II(v+m) zwischen  IIa und  IIb bedingte -
       also auch die von IIc zwischen (IIa)c und (IIb)c. Sie greift also
       den Charakter  und die  quantitativen Verhältnisse der Produktion
       bis an  die Wurzel  an und ist ein wesentlich bestimmendes Moment
       ihrer Gesamtgestaltung.
       Die einfache  Reproduktion ist  der Sache nach auf die Konsumtion
       als Zweck  gerichtet, obgleich  die Ergatterung  von Mehrwert als
       treibendes Motiv  der individuellen  Kapitalisten erscheint; aber
       der Mehrwert  - welches  immer seine  proportionelle Größe - soll
       schließlich hier  dienen nur  für die individuelle Konsumtion des
       Kapitalisten.
       Soweit die einfache Reproduktion Teil und bedeutendster Teil auch
       jeder  jährlichen   Reproduktion  auf  erweiterter  Stufenleiter,
       bleibt dies Motiv in Begleitung von und im Gegensatz zu dem Motiv
       der Bereicherung als solcher. Die Sache erscheint in Wirklichkeit
       verwickelter, weil Teilnehmer (Partners) an der Beute - dem Mehr-
       wert des  Kapitalisten - als von ihm unabhängige Konsumenten auf-
       treten.
       ---
       46) Ad  notam für etwaige Anhänger der Rodbertusschen Krisentheo-
       rie. F.E.
       

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