Quelle: MEW 24 Das Kapital - Zweiter Band
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#401# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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IV. Der Umsatz innerhalb Abteilung II. Notwendige Lebensmittel
und Luxusmittel
Vom Wert des Warenprodukts der Abteilung II sind nun noch zu un-
tersuchen die Bestandteile v + m. Ihre Betrachtung hat nichts zu
tun mit der wichtigsten Frage, die uns hier beschäftigt: inwie-
fern nämlich die Zerfällung des Werts jedes individuellen kapita-
listischen Warenprodukts in c + v + m, wenn auch durch ver-
schiedne Erscheinungsform vermittelt, ebenfalls gilt für den Wert
des jährlichen Gesamtprodukts. Diese Frage wird gelöst durch den
Umsatz von I (v+m) gegen IIc, einerseits, durch die für später
vorbehaltne Untersuchung der Reproduktion von Ic im jährlichen
Warenprodukt I andrerseits. Da II(v+m) in der Naturalform von
Konsumtionsartikeln existiert, da das den Arbeitern in Zahlung
der Arbeitskraft vorgeschoßne variable Kapital von selben im gan-
zen und großen in Konsumtionsmitteln verausgabt werden muß, und
da der Wertteil in der Waren, bei Voraussetzung der einfachen Re-
produktion, faktisch in Konsumtionsmitteln als Revenue verausgabt
wird, so ist prima facie 1*) klar, daß die Arbeiter II mit dem
von den Kapitalisten II erhaltnen Arbeitslohn einen Teil ihres
eignen Produkts - entsprechend dem Umfang des als Arbeitslohn er-
haltnen
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1*) auf den ersten Blick
#402# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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Geldwerts - wiederkaufen. Dadurch verwandelt die Kapitalisten-
klasse II ihr in Zahlung der Arbeitskraft vorgeschoßnes Geldkapi-
tal zurück in Geldform; es ist ganz dasselbe, als hätten sie die
Arbeiter in bloßen Wertmarken gezahlt. Sobald die Arbeiter diese
Wertmarken realisieren durch Kauf eines Teils des von ihnen pro-
duzierten und den Kapitalisten gehörigen Warenprodukts, würden
diese Wertmarken in die Hände der Kapitalisten zurückkehren, bloß
daß hier die Marke Wert nicht nur vorstellt, sondern in ihrer
goldnen oder silbernen Leiblichkeit besitzt. Diese Sorte Rückfluß
des in Geldform vorgeschoßnen variablen Kapitals durch den Pro-
zeß, worin die Arbeiterklasse als Käufer und die Kapitalisten-
klasse als Verkäufer erscheint, werden wir später näher untersu-
chen. Hier aber handelt es sich um einen andern Punkt, der bei
diesem Rückfluß des variablen Kapitals zu seinem Ausgangspunkt zu
erörtern ist.
Die Kategorie II der jährlichen Warenproduktion besteht aus den
mannigfaltigsten Industriezweigen, die aber - mit Bezug auf ihre
Produkte - in zwei große Unterabteilungen zerfällt werden können:
a) Konsumtionsmittel, die in den Konsum der Arbeiterklasse ein-
gehn und, soweit sie notwendige Lebensmittel, wenn auch oft der
Qualität und dem Wert nach verschieden von denen der Arbeiter,
auch einen Teil der Konsumtion der Kapitalistenklasse bilden.
Diese ganze Unterabteilung können wir für unsern Zweck zusammen-
fassen unter der Rubrik: N o t w e n d i g e Konsumtionsmittel,
wobei es ganz gleichgültig, ob ein solches Produkt, wie z.B. Ta-
bak, vom physiologischen Standpunkt aus ein notwendiges Konsumti-
onsinittel ist oder nicht, genug, daß es gewohnheitsmäßig ein
solches.
b) L u x u s-Konsumtionsmittel, die nur in den Konsum der Kapi-
talistenklasse eingehn, also nur gegen verausgabten Mehrwert
esetzt werden können, der dem Arbeiter nie zufällt. Bei der er-
sten Rubrik ist klar, daß das in der Produktion der ihr angehöri-
gen Warensorten vorgeschoßne variable Kapital in Geldform direkt
zurückfließen muß an den Teil der Kapitalistenklasse II (also an
die Kapitalisten IIa), welche diese notwendigen Lebensmittel pro-
duziert. Sie verkaufen sie an ihre eignen Arbeiter zum Betrag des
diesen in Arbeitslohn ausgezahlten variablen Kapitals. Dieser
Rückfluß ist d i r e k t mit Bezug auf diese ganze Unterabtei-
lung a der Kapitalistenklasse II, so zahlreich auch die Transak-
tionen zwischen den Kapitalisten der verschiednen beteiligten In-
dustriezweige sein mögen, wodurch dies rückfließende variable Ka-
pital pro rata verteilt wird. Es sind Zirkulationsprozesse, deren
Zirkulationsmittel direkt geliefert werden durch das von den Ar-
beitern ausgegebne Geld. Anders verhält es sich aber mit Unterab-
teilung
#403# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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IIb. Der ganze Teil des Wertprodukts, mit dem wir es hier zu tun
haben, IIb(v+m) besteht unter der Naturalform von Luxusartikeln,
d.h. Artikeln, die die Arbeiterklasse ebensowenig kaufen kann wie
den unter Form von Produktionsmitteln bestehenden Warenwert Iv;
obgleich diese Luxusmittel wie jene Produktionsmittel Produkte
dieser Arbeiter. Der Rückfluß, wodurch das in dieser Unterabtei-
lung vorgeschoßne variable Kapital den kapitalistischen Produzen-
ten in seiner Geldform wiederkehrt, kann also nicht direkt, son-
dern muß vermittelt sein, ähnlich wie sub Iv.
Nehmen wir z.B. an wie oben für die gesamte Klasse II: v = 500; m
= 500; aber das variable Kapital und der ihm entsprechende Mehr-
wert seien verteilt wie folgt:
Unterabteilung a: Notwendige Lebensmittel: v = 400, m = 400; also
eine Warenmasse in notwendigen Konsumtionsmitteln zum Wert von
400v + 400m = 800, oder IIa (400v + 400m).
Unterabteilung b: Luxusmittel zum Wert von 100v + 100m = 200,
oder II b (100v + 100m).
Die Arbeiter von IIb haben in Zahlung für ihre Arbeitskraft 100
erhalten in Geld, sage 100 Pfd.St.; sie kaufen damit von den Ka-
pitalisten IIa Konsumtionsmittel zum Betrag von 100. Diese Kapi-
talistenklasse kauft dat für 100 der Ware IIb, womit den Kapita-
listen IIb ihr variables Kapital in Geldform zurückströmt.
In IIa existieren bereits 400, wieder in Geldform in der Hand der
Kapitalisten durch Austausch mit ihren eignen Arbeitern; von dem
den Mehrwert darstellenden Teil ihres Produkts ist außerdem der
vierte Teil an die Arbeiter IIb abgetreten und dafür IIb (100v)
in Luxuswaren bezogen worden.
Wenn wir nun gleiche verhältnismäßige Teilung der Revenueausgabe
in notwendige Lebensmittel und Luxusmittel bei den Kapitalisten
IIa und IIb voraussetzen - annehmen, daß beide je 3/5 in notwen-
digen Lebensmitteln, 2/5 in Luxusmitteln ausgeben, so werden die
Kapitalisten der Unterklasse IIa ihre Mehrwertsrevenue von 400m
auslegen zu 3/5 in ihren eignen Produkten, notwendigen Lebensmit-
teln, also 240; und zu 3/5 = 160 in Luxusmitteln. Die Kapitali-
sten der Unterklasse IIb werden ihren Mehrwert = 100m ebenso ver-
teilen: 3/5 = 60 auf notwendige und 2/5 = 40 auf Luxusmittel:
diese letztren innerhalb ihrer eignen Unterklasse produziert und
umgesetzt.
Die 160 Luxusmittel, die (IIa)m erhält, fließen den Kapitalisten
IIa zu wie folgt: Von den (IIa)400m wurden, wie wir sahen, 100 in
Form von notwendigen Lebensmitteln ausgetauscht gegen gleichen
Betrag von (IIb)v, die
#404# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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in Luxusmitteln existieren, und weitere 60 in notwendigen Lebens-
mitteln gegen (IIb) 60 in Luxusmitteln. Die Gesamtrechnung steht
dann so:
IIa: 400v + 400m; IIb: 100v + 100m.
1. 400v (a) werden aufgegessen von den Arbeitern IIa, von deren
Produkt (notwendigen Lebensmitteln) sie einen Teil bilden; die
Arbeiter kaufen sie von den kapitalistischen Produzenten ihrer
eignen Abteilung. Diesen kehrt damit 400 Pfd.St. Geld zurück, ihr
selbigen Arbeitern in Arbeitslohn gezahlter variabler Kapitalwert
von 400; womit sie Arbeitskraft von neuem kaufen können.
2. Ein Teil der 400m (a), gleich den 100, (b), also 1/4 des Mehr-
werts (a), wird realisiert in Luxusartikeln wie folgt: Die Arbei-
ter (b) erhielten von den Kapitalisten ihrer Abteilung (b) in Ar-
beitslohn 100 Pfd.St.; sie kaufen damit 1/4 von m (a), d.h. Wa-
ren, die in notwendigen Lebensmitteln bestehn; die Kapitalisten
von a kaufen mit diesem Geld zum selben Wertbelauf Luxusartikel =
100v (b), d.h. eine Hälfte der ganzen Luxusproduktion. Damit
kehrt den Kapitalisten b ihr variables Kapital in Geldform zu-
rück, und sie können durch Erneuerung des Ankaufs der Arbeits-
kraft ihre Reproduktion von neuem beginnen, da das ganze kon-
stante Kapital der Gesamtklasse II schon ersetzt ist durch den
Austausch von I(v+m) gegen IIc. Die Arbeitskraft der Luxusarbei-
ter ist also nur dadurch neu verkäuflich, daß der als Äquivalent
für ihren Arbeitslohn geschaffne Teil ihres eignen Produkts, von
den Kapitalisten lIa in ihren Konsumtionsfonds gezogen, vermöbelt
wird. (Dasselbe gilt für den Verkauf der Arbeitskraft sub I; da
das IIc, wogegen sich I(v+m) austauscht, sowohl aus Luxusmitteln
wie notwendigen Lebensmitteln besteht und was durch I(v+m) erneu-
ert wird, sowohl die Produktionsmittel der Luxus- wie der notwen-
digen Lebensmittel ausmacht.)
3. Wir kommen zum Austausch zwischen a und b, soweit er nur Aus-
tausch der Kapitalisten der beiden Unterabteilungen. Durch das
Bisherige ist erledigt das variable Kapital (400v) und ein Teil
des Mehrwerts (100m) in a und das variable Kapital (100v) in b.
Wir nahmen ferner an als Durchschnittsverhältnis der kapitalisti-
schen Revenueausgabe in beiden Klassen 2/5 für Luxus und 3/5 für
notwendige Lebensbedürfnisse. Außer den bereits für Luxus ausge-
gebnen 100 entfällt daher auf die ganze Unterklasse a noch 60 für
Luxus und im selben Verhältnis, d.h. 40, auf b.
(IIa)m wird also verteilt auf 240 für Lebensmittel und 160 für
Luxusmittel = 240 + 160 = 400 (IIa).
(IIb)m verteilt sich in 60 für Lebensmittel und 40 für Luxus: 60
+ 40 100m (IIb). Die letzten 40 konsumiert diese Klasse aus ihrem
eignen
#405# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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Produkt (2/5 ihres Mehrwerts); die 60 für Lebensmittel erhält sie
dadurch, daß sie 60 ihres Mehrprodukts für 60m (a) austauscht.
Wir haben also für die ganze Kapitalistenklasse II (wobei v + m
bei Unterabteilung a in notwendigen Lebensmitteln existiert, bei
b in Luxusmitteln):
IIa (400v + 400m) + IIb (100v + 100m) = 1000; durch die Bewegung
so realisiert: 500v (a+b) {realisiert in 400v(a) und 100m(a)} +
500m(a+b) {realisiert in 300m(a) + 100v(b) + 100m(b)} = 1000.
Für a und b, jedes für sich betrachtet, erhalten wir die Realisa-
tion:
v m
a) ------- + ---------------------------- = 800
(400va) 240m(a) + 100v(b) + 60m(b)
v m 200
b) ------- + ------------------.......... = ----
100m(a) 60m(a) + 40m(b) 1000
Halten wir der Einfachheit halber dasselbe Verhältnis zwischen
variablem und konstantem Kapital fest (was beiläufig durchaus
nicht nötig), so kommt auf 400v(a) ein konstantes Kapital= 1600
und auf 100v(b) ein konstantes Kapital= 400, und wir haben für II
folgende zwei Abteilungen a und b:
IIa) 1600c + 400v + 400m = 2400
IIb) 400c + 100v + 100m = 600
und zusammen:
2000c + 500v + 500m = 3000.
Dementsprechend sind von den 2000 IIc in Konsumtionsmitteln, die
ausgetauscht werden gegen 2000 I(v+m), 1600 umgesetzt in Produk-
tionsmittel von notwendigen Lebensmitteln und 400 in Produktions-
mittel von Luxusmitteln.
Die 2000 I(v+m) würden also selbst zerfallen in (800v + 800m) I
für a = 1600 Produktionsmittel notwendiger Lebensmittel und (200v
+ 200m) I für b = 400 Produktionsmittel für Luxusmittel.
Ein bedeutender Teil nicht nur der eigentlichen Arbeitsmittel,
sondern auch der Roh- und Hilfsstoffe etc. für beide Abteilungen
ist gleichartig. Was aber die Umsetzungen der verschiednen Wert-
teile des gesamten Produkts I(v+m) betrifft, so wäre diese Tei-
lung ganz gleichgültig. Sowohl die obigen 800 Iv, wie 200 Iv,
werden dadurch realisiert, daß der Arbeitslohn in Konsumtionsmit-
teln 1000 IIc verausgabt wird, also das für selben vorgeschoßne
Geldkapital gleichmäßig sich bei der Rückkehr verteilt unter die
#406# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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kapitalistischen Produzenten I, ihnen pro rata ihr vorgeschoßnes
variables Kapital wieder in Geld ersetzt: andrerseits, was die
Realisation der 1000 Im betrifft, so werden auch hier die Kapita-
listen gleichmäßig (proportionell zur Größe ihres m) aus der ge-
samten zweiten Hälfte von IIc = 1000, 600 IIa und 400 IIb in Kon-
sumtionsmitteln ziehn; also diejenigen, welche das konstante Ka-
pital von IIa ersetzen:
480 (3/5) aus 600c (IIa) und 320 (2/5) aus 400c (IIb) = 800,
die das konstante Kapital von IIb ersetzen:
120 (3/5) aus 600c (IIa) und 80 (2/5) aus 400c (IIb) = 200.
Summa = 1000.
Was hier willkürlich ist, sowohl für I wie für II, ist das Ver-
hältnis des variablen Kapitals zum konstanten wie die Dieselbig-
keit dieses Verhältnisses für I und II und für ihre Unterabteii-
ungen. Was diese Dieselbigkeit angeht, so ist sie nur der Verein-
fachung wegen hier emgenonunen, und die Annahme verschiedner Ver-
hältnisse wurde absolut nichts ändern an den Bedingungen des Pro-
blems und an seiner Lösung. Was sich aber als notwendiges Resul-
tat ergibt. bei Voraussetzung einfacher Reproduktion, ist:
1. Daß das unter Naturalform von Produktionsrnitteln geschaffne
neue Wertprodukt der Jahresarbeit (zerfällbar in v + m) gleich
sei dem konstanten Kapitalwert c des durch den andern Teil der
Jahresarbeit hergestellten Produktenwerts, reproduziert in Form
von Konsumtionsmitteln. Wäre es geringer als IIc, so könnte II
sein konstantes Kapital nicht ganz ersetzen; wäre es größer, so
bliebe ein Überschuß unbenutzt liegen. In beiden Fällen wäre die
Voraussetzung: einfache Reproduktion, verletzt.
2. Daß bei dem unter Form von Konsumtionsmitteln reproduzierten
Jahresprodukt das in Geldform vorgeschoßne variable Kapital v von
dessen Empfängern, soweit sie Luxusarbeiter sind, nur realisier-
bar ist in dem Teil der notwendigen Lebensmittel, der den kapita-
listischen Produzenten derselben ihren Mehrwert prima facie 1*)
verkörpert: daß also das v, ausgelegt in der Luxusproduktion,
gleich ist einem seinem Wertumfang entsprechenden Teil von m,
produziert unter der Form von notwendigen Lebensmitteln, also
kleiner sein muß als dieses gesamte m - nämlich (IIa)m -, und daß
nur durch die Realisierung jenes v in diesem Teil von in den ka-
pitalistischen Produzenten der Luxusartikel ihr vorgeschoßnes va-
riables Kapital in Geldform zurückkehrt. Es ist dies ein ganz
analoges Phänomen wie die Realisierung von I(v + m) in IIc; nur
daß im zweiten Fall (IIb), sich realisiert in einem ihm dem Wer-
tumfang nach gleichen T e i l von (IIa)m. Diese Verhältnisse
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1*) in erster Gestalt
#407# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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bleiben qualitativ maßgebend bei jeder Verteilung des jährlichen
Gesamtprodukts, soweit es in den Prozeß der jährlichen durch Zir-
kulation vermittelten Reproduktion wirklich eingeht. I (v + m)
kann nur realisiert werden in IIc, wie IIc, in seiner Funktion
als Bestandteil des produktiven Kapitals nur erneubar durch diese
Realisation; ebenso ist (IIb)v nur realisierbar in einem Teil von
(IIa)m, und (IIb)v, nur so wieder rückverwandelbar in seine Form
als Geldkapital. Selbstredend gilt dies nur, soweit alles dies
wirklich ein Resultat des Reproduktionsprozesses selbst ist, also
soweit nicht z.B. die Kapitalisten IIb Geldkapital für v durch
Kredit anderweitig aufnehmen. Quantitativ dagegen können die Um-
setzungen der verschiednen Teile des Jahresprodukts nur so pro-
portionell stattfinden wie oben dargestellt, soweit Stufenleiter
und Wertverhältnisse der Produktion stationär bleiben und soweit
diese strengen Verhältnisse nicht alteriert werden durch den aus-
wärtigen Handel.
Wenn man nun nach A. Smithscher Weise sagte, I(v+m) lösen sich
auf in IIc, und IIc löst sich auf in I(v+m), oder, wie er öfter
und noch abgeschmackter zu sagen pflegt, I(v+m) bilden Bestand-
teile des Preises (resp. Werts, er sagt value in exchange 1*))
von IIc, und IIc bildet den ganzen Bestandteil des Werts I(v+m),
so könnte und müßte man ebenfalls sagen (IIb)v löst sich auf in
(IIa)m, oder (IIa)m in (IIb)v, oder (IIb)v bildet einen Bestand-
teil des Mehrwerts IIa, und vice versa: der Mehrwert löste sich
so auf in Arbeitslohn, resp. variables Kapital, und das variable
Kapital bildete einen "Bestandteil" des Mehrwerts. Diese Abge-
schmacktheit findet sich soweit in der Tat bei A. Smith, da bei
ihm der Arbeitslohn bestimmt ist durch den Wert der notwendigen
Lebensmittel, diese Warenwerte dahingegen wieder durch den Wert
des in ihnen enthaltnen Arbeitslohns (variablen Kapitals) und
Mehrwerts. Er ist so absorbiert durch die Bruchstücke, worin das
Wertprodukt eines Arbeitstags auf kapitalistischer Basis zerfäll-
bar - nämlich in v + m -, daß er ganz darüber vergißt, daß es
beim einfachen Warenaustausch ganz gleichgültig, ob die in ver-
schiedner Naturalform existierenden Äquivalente aus bezahlter
oder unbezahlter Arbeit bestehn, da sie in beiden Fällen gleich-
viel Arbeit zu ihrer Produktion kosten; und daß es ebenso gleich-
gültig ist, ob die Ware des A ein Produktionsmittel und die des B
ein Konsumtionsmittel, ob nach dem Verkauf die eine Ware als Ka-
pitalbestandteil zu fungieren hat, die andre dagegen in den Kon-
sumtionsfonds eingeht und secundum 2*) Adam als Revenue verzehrt
wird. Der Gebrauch, den der individuelle Käufer von seiner Ware
macht, fällt nicht in den Warenaustausch,
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1*) Tauschwert - 2*) gemäß
#408# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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in die Zirkulationssphäre, und berührt nicht den Wert der Ware.
Dies wird in keiner Weise dadurch anders, daß bei Analyse der
Zirkulation des jährlichen gesellschaftlichen Gesamtprodukts die
bestimmte Gebrauchsbestimmung, das Moment der Konsumtion der ver-
schiednen Bendteile jenes Produkts in Betracht kommen muß.
Bei obig konstatierter Umsetzung von (IIb), gegen einen gleich-
wertigen Teil von (IIa)m und bei den weitern Umsetzungen zwischen
(IIa)m und (IIb)m ist keineswegs vorausgesetzt, daß, seien es die
einzelnen Kapitalisten von IIa und IIb, seien es ihre respektiven
Gesamtheiten, sie im selben Verhältnis ihren Mehrwert zwischen
notwendigen Konsumtionsgegenständen und Luxusmitteln teilen. Ei-
ner mag mehr in dieser Konsumtion, ein andrer mehr in jener ver-
ausgaben. Auf dem Boden der einfachen Reproduktion ist nur vor-
ausgesetzt, daß eine Wertsumme, gleich dem ganzen Mehrwert, in
Konsumtionsfonds realisiert wird. Die Grenzen sind also gegeben.
Innerhalb jeder Abteilung mag der eine mehr in a, der andre mehr
in b leisten, dies kann sich aber wechselseitig kompensieren, so
daß die Kapitalistenklassen a und b, als ganze genommen, sich je
im selben Verhältnis an beiden beteiligen. Die Wertverhältnisse -
der proportionelle Anteil am Gesamtwert des Produkts II für die
zwei Sorten Produzenten a und b - also auch ein bestimmtes quan-
titatives Verhältnis zwischen den Produktionszweigen, welche jene
Produkte liefern - sind aber notwendig gegeben in jedem konkreten
Fall; nur das Verhältnis, das beispielsweis figuriert, ist ein
hypothetisches; wird ein andres angenommen, so ändert dies nichts
an den qualitativen Momenten; nur die quantitativen Bestimmungen
wurden sich ändern. Tritt aber durch irgendwelche Umstände eine
wirkliche Verändrung in der proportionellen Größe von a und b
ein, so würden sich auch die Bedingungen der einfachen Reproduk-
tion entsprechend ändern.
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Aus dem Umstand, daß (IIb), realisiert wird in einem äquivalenten
Teil von (IIa)., folgt, daß im Verhältnis, wie der Luxusteil des
jährlichen Produkts wächst, wie also ein steigendes Quotum der
Arbeitskraft absorbiert wird in der Luxusproduktion - daß im sel-
ben Verhältnis die Rückverwandlung des in (IIb), vorgeschoßnen
variablen Kapitals in Geldkapital, das von neuem als Geldform des
variablen Kapitals fungiert, und damit die Existenz und Reproduk-
tion des in IIb beschäftigten Teils der Arbeiterklasse - ihre Zu-
fuhr notwendiger Konsumtionsmittel - bedingt wird durch die Ver-
schwendung der Kapitalistenklasse, den Umsatz eines bedeutenden
Teils ihres Mehrwerts in Luxusartikel.
#409# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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Jede Krise vermindert die Luxuskonsumtion momentan; sie verlang-
samt, verzögert die Rückverwandlung des (IIb), in Geldkapital,
läßt sie nur teilweis zu und wirft damit einen Teil der Luxusar-
beiter aufs Pflaster, während sie andrerseits den Verkauf der
notwendigen Konsumtionsmittel eben dadurch auch ins Stocken
bringt und verringert. Ganz abgesehn von den gleichzeitig abge-
dankten, unproduktiven Arbeitern, die für ihre Dienste einen Teil
der Luxusausgabe der Kapitalisten empfangen (diese Arbeiter
selbst sind pro tanto Luxusartikel) und die sich sehr stark be-
teiligen namentlich auch an der Konsumtion notwendiger Lebensmit-
tel etc. Umgekehrt in der Prosperitätsperiode, und namentlich
während der Zeit ihrer Schwindelblüte - wo schon aus andren Grün-
den der relative, in Waren ausgedrückte Wertdes Geldes fällt
(ohne wirkliche sonstige Wertrevolution), also der Preis der Wa-
ren, unabhängig von ihrem eignen Wert, steigt. Nicht nur steigt
die Konsumtion notwendiger Lebensmittel; die Arbeiterklasse (in
die nun ihre ganze Reservearmee aktiv eingetreten) nimmt auch mo-
mentanen Anteil an der Konsumtion ihr sonst unzugänglicher Luxus-
artikel, außerdem auch an der Klasse der notwendigen Konsumtions-
artikel, die sonst zum größten Teil "notwendige" Konsumtionsmit-
tel nur für die Kapitalistenklasse bildet, was seinerseits eine
Steigerung der Preise hervorruft.
Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel
an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten
hervorgehn. Andre Konsumarten als zahlende kennt das kapitalisti-
sche System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis 1*) oder
die des "Spitzbuben". Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts,
als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also
Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Be-
huf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).
Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefrer Begründung
dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu
geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde
mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr
Arbeitslohn folglicb wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Kri-
sen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin
der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter
größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährli-
chen Produkts erhält. Jene Periode müßte - von dem Gesichtspunkt
dieser Ritter vom gesunden und "einfachen" (!) Menschenverstand -
umgekehrt die Krise entfernen. Es scheint also, daß die kapitali-
stische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige
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1*) Konsumart des Armen
#410# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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Bedingungen einschließt, die jene relative Plosperität der Arbei-
terklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvo-
gel einer Krise. 46)
Man sah vorhin, wie das proportionelle Verhältnis zwischen der
Produktion notwendiger Konsumtionsmittel und der Produktion von
Luxus die Teilung von II(v+m) zwischen IIa und IIb bedingte -
also auch die von IIc zwischen (IIa)c und (IIb)c. Sie greift also
den Charakter und die quantitativen Verhältnisse der Produktion
bis an die Wurzel an und ist ein wesentlich bestimmendes Moment
ihrer Gesamtgestaltung.
Die einfache Reproduktion ist der Sache nach auf die Konsumtion
als Zweck gerichtet, obgleich die Ergatterung von Mehrwert als
treibendes Motiv der individuellen Kapitalisten erscheint; aber
der Mehrwert - welches immer seine proportionelle Größe - soll
schließlich hier dienen nur für die individuelle Konsumtion des
Kapitalisten.
Soweit die einfache Reproduktion Teil und bedeutendster Teil auch
jeder jährlichen Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter,
bleibt dies Motiv in Begleitung von und im Gegensatz zu dem Motiv
der Bereicherung als solcher. Die Sache erscheint in Wirklichkeit
verwickelter, weil Teilnehmer (Partners) an der Beute - dem Mehr-
wert des Kapitalisten - als von ihm unabhängige Konsumenten auf-
treten.
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46) Ad notam für etwaige Anhänger der Rodbertusschen Krisentheo-
rie. F.E.
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