Quelle: MEW 24 Das Kapital - Zweiter Band


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       #435# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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       X. Kapital und Revenue: Variables Kapital und Arbeitslohn 49)
       
       Die ganze  jährliche Reproduktion, das ganze Produkt dieses Jahrs
       ist Produkt  der diesjährigen  nützlichen Arbeit.  Aber der  Wert
       dieses Gesamtprodukts  ist größer  als  der  Wertteil  desselben,
       worin sich die Jahresarbeit, als während dieses Jahrs verausgabte
       Arbeitskraft, verkörpert.  Das    W e r t p r o d u k t    dieses
       Jahrs, der  während desselben  in Warenform  neugeschaffene Wert,
       ist kleiner als der Produktenwert, der Gesamtwert der während des
       ganzen Jahres  hergestellten Warenmasse.  Die Differenz,  die wir
       erhalten, wenn  wir vom  Gesamtwert des  jährlichen Produkts  den
       Wert abziehn,  der ihm  durch die laufende Jahresarbeit zugesetzt
       wurde, ist  nicht wirklich  reproduzierter Wert,  sondern nur  in
       neuer Daseinsform  wiedererscheinender Wert;  Wert, auf  das Jah-
       resprodukt übertragen von vor ihm existierendem Wert, der je nach
       der Dauer der konstanten Kapitalbestandteile, die im diesjährigen
       gesellschaftlichen Arbeitsprozeß  mitgewirkt,  von  früherm  oder
       späterm Datum  sein kann,  der von dem Wert eines Produktionsmit-
       tels herrühren  kann, welches im vorigen Jahr oder in einer Reihe
       früherer Jahre zur Welt kam.
       Es ist  unter allen  Umständen Wert,  übertragen von  vorjährigen
       Produktionsmitteln auf das Produkt des laufenden Jahrs.
       Nehmen wir  unser Schema, so haben wir nach Umsatz der bisher be-
       trachteten Elemente zwischen I und II und innerhalb II:
       I. 4000c + 1000v + 1000m (letztre 2000 realisiert in Konsumtions-
       mitteln IIc) = 6000.
       II. 2000c  (reproduziert durch Umsatz mit I (v+m) + 500v + 500m =
       3000.
       Wertsumme = 9000.
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       49) Von hier an Manuskript VIII.
       
       #436# III. Abschnitt -Die Reproduktion u. Zirkulation
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       Während des Jahrs neuproduzierter Wert steckt nur in den v und m.
       Die Summe des Wertprodukts dieses Jahrs ist also gleich der Summe
       der v  + m, = 2000 I(v+m) = 3000. Alle übrigen Wertteile des Pro-
       duktenwerts dieses  Jahres sind  nur übertragner  Wert, vom  Wert
       früherer, in der jährlichen Produktion verzehrter Produktionsmit-
       tel. Außer dem Wert von 3000 hat die laufende Jahresarbeit nichts
       an Wert produziert; es ist ihr ganzes jährliches Wertprodukt.
       Nun aber  ersetzen, wie  wir sahn, die 2000 I (v+m) der Klasse II
       ihre 2000 IIc in Naturalform von Produktionsmitteln. Zwei Drittel
       der Jahresarbeit,  verausgabt in Kategorie I, haben also neu pro-
       duziert das  konstante Kapital  II, sowohl seinen ganzen Wert wie
       seine Naturalform.  Gesellschaftlich betrachtet  haben also  zwei
       Drittel der  während des Jahrs verausgabten Arbeit neuen konstan-
       ten Kapitalwert  geschaffen, realisiert  in der  der Abteilung II
       angemeßnen Naturalform.  Der größre  Teil der  gesellschaftlichen
       Jahresarbeit ist  also verausgabt  worden in Produktion von neuem
       konstantem Kapital  (in Produktionsmitteln existierendem Kapital-
       wert) zum  Ersatz des  in der  Produktion von  Konsumtionsmitteln
       verausgabten konstanten  Kapitalwerts. Was  hier die kapitalisti-
       sche Gesellschaft vom Wilden unterscheidet, ist nicht, wie Senior
       50) meint,  daß es  das Privilegium  und die Eigenheit des Wilden
       sei, seine  Arbeit zu verausgaben in gewisser Zeit, die ihm keine
       in Revenue,  d.h. in  Konsumtionsmittel  auflösbare  (Umsetzbare)
       Früchte verschafft, sondern der Unterschied besteht darin:
       a) Die kapitalistische Gesellschaft verwendet mehr ihrer disponi-
       blen Jahresarbeit  in Produktion von Produktionsmitteln (ergo von
       konstantem Kapital),  die weder  unter der  Form von  Arbeitslohn
       noch von  Mehrwert in Revenue auflösbar sind, sondern nur als Ka-
       pital fungieren können.
       b) Wenn  der Wilde  Bogen, Pfeile,  Steinhämmer, Äxte, Körbe etc.
       macht, so  weiß er ganz genau, daß er die so verwandte Zeit nicht
       auf Herstellung von Konsumtionsmitteln verwendet hat, daß er also
       seinen  Bedarf  an  Produktionsmitteln  gedeckt  hat  und  weiter
       nichts. Außerdem  begeht der Wilde eine schwere ökonomische Sünde
       durch seine völlige Gleichgültigkeit
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       50) "Wenn  der Wilde  Bogen fabriziert,  so übt er eine Industrie
       aus, aber er praktiziert nicht die Abstinenz." (Senior, Principes
       fondamentaux de  l'Écon. Pol.",  trad. Arrivabene, Paris 1836, p.
       342, 343.)  - "Je mehr die Gesellschaft fortschreitet, desto mehr
       Abstinenz erfordert  sie." (Ibid.,  p. 342.)  - Vergl. "Das Kapi-
       tal", Buch I, Kap. XXII, 3, p. 619. 1*)
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       1*) Siehe Band 23 unserer Ausgabe, S. 623
       
       #437# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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       gegen Zeitaufwand und verwendet z.B. manchmal, wie Tyler erzählt,
       einen ganzen Monat zur Verfertigung eines Pfeils. 51)
       Die laufende Vorstellung, wodurch ein Teil der politischen Ökono-
       men sich die theoretische Schwierigkeit, d.h. das Verständnis des
       realen Zusammenhangs,  vom Hals  zu schaffen sucht - daß, was für
       den einen  Kapital, für  den andren Revenue ist, und umgekehrt -,
       ist teilweise richtig und wird ganz falsch (enthält also ein völ-
       liges Mißverständnis  des ganzen Umsetzungsprozesses, der mit der
       jährlichen Reproduktion  vorgeht, also  auch  ein  Mißverständnis
       über die  tatsächliche Grundlage  des tellweis Richtigen), sobald
       sie allgemein aufgestellt wird.
       Wir stellen jetzt die tatsächlichen Verhältnisse zusammen, worauf
       die teilweise  Richtigkeit dieser  Vorstellung beruht, wobei sich
       zugleich die falsche Auffassung dieser Verhältnisse zeigen wird.
       1. Das  variable Kapital fungiert als Kapital in der Hand des Ka-
       pitalisten und  fungiert als  Revenue in  der Hand des Lohnarbei-
       ters.
       Das variable Kapital existiert zunächst in der Hand des Kapitali-
       sten   als       G e l d k a p i t a l;       es   fungiert   als
       G e l d k a p i t a l,   indem er  damit Arbeitskraft  kauft. So-
       lange es  in seiner  Hand in Geldform verharrt, ist es nichts als
       in Geldform  existierender gegebner Wert, also eine konstante und
       keine variable  Größe. Es  ist nur potentiell variables Kapital -
       eben durch  seine Umsatzfähigkeit in Arbeitskraft. Wirkliches va-
       riables Kapital  wird es  nur nach  Abstreifung seiner  Geldform,
       nachdem es  in Arbeitskraft  umgesetzt worden  und diese  als Be-
       standteil des  produktiven Kapitals  im  kapitalistischen  Prozeß
       fungiert.
       Das  G e l d,  das zuerst als Geldform des variablen Kapitals für
       den Kapitalisten  fungierte, fungiert  nun in der Hand des Arbei-
       ters als Geldform seines ArbeitsIohns, den er in Lebensmittel um-
       setzt; also  als Geldform  der Revenue, die er aus dem stets wie-
       derholten Verkauf seiner Arbeitskraft bezieht.
       Hier haben  wir nur  die einfache Tatsache, daß das  G e l d  des
       Käufers, hier  des Kapitalisten,  aus seiner Hand in die Hand des
       Verkäufers, hier  des Verkäufers der Arbeitskraft, des Arbeiters,
       geht. Es ist nicht das variable  K a p i t a l,  das doppelt fun-
       giert, als  Kapital für  den Kapitalisten  und als  R e v e n u e
       für den  Arbeiter, sondern  es ist dasselbe Geld, das erst in der
       Hand des Kapitalisten als Geldform seines variablen Kapitals, da-
       her als potentielles variables Kapital existiert, und das, sobald
       der Kapitalist es umgesetzt
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       51) E.  B. Tyler,  "Forschungen über die Urgeschichte der Mensch-
       heit", übersetzt von H. Müller, Leipzig, ohne Datum, S. 240.
       
       #438#  III. Abschnitt -Die Reproduktion u. Zirkulation
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       in Arbeitskraft,  in der  Hand des  Arbeiters als  Äquivalent für
       verkaufte Arbeitskraft  dient. Daß aber dasselbe Geld in der Hand
       des Verkäufers  einer andren  Nutzanwendung dient als in der Hand
       des Käufers,  ist allem  Kauf und  Verkauf von  Waren ungehöriges
       Phänomen. Apologetische  Ökonomen stellen  die Sache  falsch dar,
       wie sich am besten zeigt, wenn wir nur den Zirkulationsakt G-A (=
       G-W), Umsatz  von Geld in Arbeitskraft auf Seite des kapitalisti-
       schen Käufers,  A-G (= W-G), Umsatz der Ware Arbeitskraft in Geld
       auf Seite  des Verkäufers,  des Arbeiters, ausschließlich im Auge
       halten, ohne  uns vorläufig  um das weiter Folgende zu bekümmern.
       Sie sagen:  dasselbe Geld realisiert hier zwei Kapitale, der Käu-
       fer -  Kapitalist -  setzt sein Geldkapital in lebendige Arbeits-
       kraft um,  die er seinem produktiven Kapital einverleibt; andrer-
       seits der  Verkäufer - Arbeiter - setzt seine Ware - die Arbeits-
       kraft -  in Geld  um, das  er als  Revenue verausgabt, wodurch er
       eben befähigt  wird, seine Arbeitskraft stets von neuem wieder zu
       verkaufen und  so zu erhalten, seine Arbeitskraft ist also selbst
       sein Kapital  in Warenform,  woraus ihm  beständig seine  Revenue
       quillt. In der Tat ist die Arbeitskraft sein Vermögen (stets sich
       erneuerndes, reproduktives), nicht sein Kapital. Sie ist die ein-
       zige Ware,  die er beständig verkaufen kann und muß, um zu leben,
       und die als Kapital (variables) nur erst in der Hand des Käufers,
       des Kapitalisten,  wirkt. M  ein Mann  beständig  gezwungen  ist,
       stets wieder  von neuem  seine Arbeitskraft, d.h. sich selbst, an
       eine dritte Person zu verkaufen, beweist nach jenen Ökonomen, daß
       er ein  Kapitalist ist, weil er beständig 'Ware' (sich selbst) zu
       verkaufen hat.  In diesem  Sinn wird  auch der Sklave Kapitalist,
       obgleich er  von einer  dritten Person  ein für  allemal als Ware
       verft wird;  denn die  Natur dieser  Ware  -  des  Arbeitssklaven
       bringt es  mit sich,  daß ihr  Käufer sie nicht nur jeden Tag von
       neuem arbeiten läßt, sondern ihr auch die Lebensmittel gibt, ver-
       möge  deren   sie  stets   von  neuem  wieder  arbeiten  kann.  -
       (Vergleiche hierüber Sismondi und Say in den Briefen an Malthus.)
       2. In  dem Umsatz von 1000 Iv, + 1000 Im gegen 2000 IIc wird also
       das, was  konstantes Kapital  für die einen (2000 IIc), variables
       Kapital und Mehrwert, also überhaupt Revenue, für die andren; und
       das, was variables Kapital und Mehrwert (2000 I(v+m)), also über-
       haupt Revenue für die einen, wird konstantes Kapital für die and-
       ren.
       Betrachten wir  zunächst den  Umsatz von  Iv, gegen IIc, und zwar
       zuerst vom Standpunkt des Arbeiters.
       Der Gesamtarbeiter  von I  hat seine Arbeitskraft verkauft an den
       Gesamtkapitalisten von  I für 1000; er erhält diesen Wert in Geld
       ausgezahlt
       
       #439# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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       in der  Form des  Arbeitslohns. Mit  diesem Geld  kauft er von II
       Konsumtionsmittel zum  selben Wertbetrag. Der Kapitalist II steht
       ihm nur  als Warenverkäufer und als nichts andres gegenüber, auch
       wenn der  Arbeiter von seinem eignen Kapitalisten kauft, wie z.B.
       oben (S.  380 1*))  im Umsatz  der 500 IIv. Die Zirkulationsform,
       die seine Ware, die Arbeitskratt, durch macht, ist die der einfa-
       chen, auf bloße Befriedigung von Bedürfnissen, auf Konsumtion ge-
       richtete    Warenzirkulation     W    (Arbeitskraft)     -    G-W
       (Konsumtionsmittel, Ware  II). Resultat  dieses  Zirkulationsvor-
       gangs ist: daß der Arbeiter sich als Arbeitskraft für den Kapita-
       listen I erhalten hat, und um sich weiter als solche zu erhalten,
       muß er  stets von neuem den Prozeß A(W)-G-W wiederholen. Sein Ar-
       beitslohn realisiert  sich in Konsumtionsmitteln, er wird als Re-
       venue verausgabt und, die Arbeiterklasse im ganzen genommen, wie-
       der beständig  als Revenue verausgabt. Betrachten wir nun densel-
       ben Umsatz Iv gegen II vom Standpunkt des Kapitalisten. Das ganze
       Warenprodukt von II besteht aus Konsumtionsmitteln; also aus Din-
       gen, bestimmt,  in die  jährliche Konsumtion  einzugehn, also zur
       Realisierung von Revenue zu dienen für irgend jemand, im hier be-
       trachteten Fall für den Gesamtarbeiter I. Für den Gesamtkapitali-
       sten II aber ist ein Teil seines Warenprodukts, = 2000, jetzt die
       in Ware  verwandelte Form des konstanten Kapitalwerts seines pro-
       duktiven Kapitals,  welches aus  dieser Warenform wieder rückver-
       wandelt werden  muß in  die Naturalform,  worin es  von neuem als
       konstanter Teil des produktiven Kapitals wirken kann. Was Kapita-
       list II  bis jetzt  erreicht hat, ist, daß er die Hälfte (= 1000)
       seines in  Warenform (Konsumtionsmitteln) reproduzierten konstan-
       ten Kapitalwerts  durch den Verkauf an den Arbeiter I in Geldform
       rückverwandelt hat.  Es ist  also auch nicht das variable Kapital
       Iv, das  sich umgesetzt  hat in diese erste Hälfte des konstanten
       Kapitalwerts IIc,  sondern das  Geld, das  für I  als Geldkapital
       fungierte im  Umsatz gegen Arbeitskraft, war so in den Besitz des
       Verkäufers der  Arbeitskraft gekommen,  für den  es kein Kapital,
       sondern Revenue  in Geldform  darstellt, d.h. verausgabt wird als
       Kaufmittel von Konsumtionsmitteln. Das Geld = 1000, das den Kapi-
       talisten II  von den  Arbeitern I  zugeflossen, kann  andrerseits
       nicht als  konstantes Element des produktiven Kapitals II fungie-
       ren. Es  ist nur noch die Geldform seines Warenkapitals, noch um-
       zusetzen in  fixe oder  zirkulierende Bestandteile von konstantem
       Kapital. II  kauft also  mit dem von den Arbeitern I, den Käufern
       einer Ware, gelösten Geld für 1000 Produktionsmittel von I. Damit
       ist der konstante Kapitalwert II zur Hälfte des
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       1*) Siehe vorl. Band, S.404
       
       #440# III. Abschnitt -Die Reproduktion u. Zirkulation...
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       Gesamtbetrags erneuert  in der Naalform, worin es wieder als Ele-
       ment des  produktiven Kapitals  II fungieren kann. Die Zirkulati-
       onsform war dabei W-G-W: Konsumtionsmittel zum Wert von 1000-Geld
       = 1000 - Produktionsmittel zum Wert von 1000.
       Aber W-G-W ist hier Kapitalbewegung. W, verkauft an die Arbeiter,
       verwandelt sich  in G,  und dies G wird umgesetzt in Produktions-
       mittel; es  ist Rückverwandlung  aus Ware in die stofflichen Bil-
       dungselemente dieser Ware. Andrerseits, wie Kapitalist II gegen I
       nur als  Warenkäufer, fungiert Kapitalist I gegen II hier nur als
       Warenverkäufer. I  hat ursprünglich  mit 1000 Geld, bestimmt, als
       variables Kapital  zu fungieren,  Arbeitskraft zum  Wert von 1000
       gekauft; er  hat also ein Äquivalent für seine in Geldform wegge-
       gebnen 1000, erhalten; das Geld gehört jetzt dem Arbeiter, der es
       verausgabt in  Käufen von  II; I  kann dies  Geld, das  so in die
       Kasse von  II geflossen, nur rückerhalten, indem er es durch Ver-
       kauf von Waren zum selben Wertbetrag wieder herausfischt.
       Erst hatte  I eine  bestimmte Geldsumme = 1000, bestimmt, als va-
       riabler Kapitalteil  zu fungieren; sie fungiert als solcher durch
       ihren Umsatz  in Arbeitskraft zum selben Wertbetrag. Der Arbeiter
       hat ihm aber als Resultat des Produktionsprozesses geliefert eine
       Warenmasse (Produktionsmittel)  zum Wert von 6000, wovon 1/6 oder
       1000 ihrem Wert nach ein Äquivalent des in Geld vorgeschoßnen va-
       riablen Kapitalteils.  So wenig  wie früher  in seiner  Geldform,
       fungiert der  variable Kapitalwert  jetzt in seiner Warenform als
       variables Kapital;  dies kann er nur nach erfolgtem Umsatz in le-
       bendige Arbeitskraft,  und nur solange diese im Produktionsprozeß
       fungiert. Als  Geld war der variable Kapitalwert nur potentielles
       variables Kapital.  Aber er  befand sich  in einer Form, worin er
       direkt in  Arbeitskraft umsetzbar.  Als Ware ist dieser selbe va-
       riable Kapitalwert  nur noch  potentieller Geldwert; er wird erst
       wieder in  der ursprüngiichen Geldform hergestellt durch den Ver-
       kauf der  Ware, hier also dadurch, daß II für 1000 Ware kauft von
       I. Die Zirkulationsbewegung ist hier: 1000v (Geld) - Arbeitskraft
       zum Wert  von 1000 - 1000 in Ware (Äquivalent des variablen Kapi-
       tals) -  1000v (Geld); also G-W... W-G (G-A... W-G). Der zwischen
       W... W fallende Produktionsprozeß selbst gehört der Zirkulations-
       sphäre nicht  an; er  erscheint nicht  im Umsatz der verschiednen
       Elemente der jährlichen Reproduktion gegeneinander, obgleich die-
       ser Umsatz  die Reproduktion aller Elemente des produktiven Kapi-
       tals einschließt, sowohl seiner konstanten wie des variablen Ele-
       ments, der  Arbeitskraft. Alle  Träger dieses Umsatzes erscheinen
       nur als  Käufer oder  Verkäufer oder als beides; die Arbeiter er-
       scheinen darin  nur als Warenkäufer; die Kapitalisten abwechselnd
       als
       
       #441# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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       Käufer und  Verkäufer; und  innerhalb bestimmter  Grenzen nur als
       einseitig Warenkäufer  oder als  einseitig Warenverkäufer. Resul-
       tat: Daß  I den  variablen Wertteil seines Kapitals wieder in der
       Geldform besitzt, woraus allein er direkt in Arbeitskraft umsetz-
       bar ist,  d.h. ihn  wieder besitzt in der einzigen Form, worin er
       wirklich als variables Element seines produktiven Kapitals vorge-
       schossen werden kann. Andrerseits, um wieder als Warenkäufer auf-
       treten zu können, muß der Arbeiter jetzt vorher wieder als Waren-
       verkäufer, als Verkäufer seiner Arbeitskraft auftreten. Mit Bezug
       auf das  variable Kapital  der Kategorie  Il (500  IIv) tritt der
       Zirkulationsprozeß zwischen  Kapitalisten und Arbeitern derselben
       Produktionsklasse in  unvermittelter Form auf, sofern wir ihn be-
       trachten als vorgehend zwischen dem Gesamtkapitalisten II und dem
       Gesamtarbeiter II.
       Der Gesamtkapitalist  II schießt  500, vor im Ankauf von Arbeits-
       kraft zum  selben Wertbetrag;  der Gesamtkapitalist ist hier Käu-
       fer, der  Gesamtarbeiter Verkäufer.  Dann tritt  der Arbeiter mit
       dem für  seine Arbeitskraft  gelösten Geld als Käufer eines Teils
       der von  ihm selbst  produzierten Waren auf. Hier ist der Kapita-
       list also  Verkäufer. Der  Arbeiter hat dem pitalisten das ihm im
       Ankauf seiner Arbeitskraft gezahlte Geld ersetzt durch einen Teil
       des produzierten  Warenkapitals II, nämlich 500, in Ware; der Ka-
       pitalist besitzt  jetzt in  Warenform dasselbe  v, das er vor dem
       Umsatz in  Arbeitskraft in  Geldform besaß;  der Arbeiter andrer-
       seits hat den Wert seiner Arbeitskraft in Geld realisiert und re-
       alisiert dies Geld jetzt wieder, indem er es zur Bestreitung sei-
       ner Konsumtion  als Revenue  verausgabt in Ankauf eines Teils der
       von ihm  selbst produzierten  Konsumtionsmittel. Es ist dies Aus-
       tausch der Revenue des Arbeiters in Geld gegen den von ihm selbst
       in Warenform  reproduzierten Warenbestandteil  500v des Kapitali-
       sten. So  kehrt dies Geld zum Kapitalisten II als Geldform seines
       variablen Kapitals  zurück. Äquivalenter  Revenuewert in Geldform
       ersetzt hier variablen Kapitalwert in Warenform.
       Der Kapitalist  bereichert sich  nicht dadurch,  daß er das Geld,
       das er dem Arbeiter bei Ankauf der Arbeitskraft zahlt, ihm wieder
       entzieht durch  Verkauf einer  äquivalenten Warenmasse an den Ar-
       beiter. Er  würde den Arbeiter in der Tat zweimal zahlen, wenn er
       ihm erst  500 zahlte im Ankauf seiner Arbeitskraft und ihm außer-
       dem noch  die Warenmasse im Wert von 500 umsonst gäbe, die er den
       Arbeiter hat  produzieren lassen.  Umgekehrt, produzierte ihm der
       Arbeiter weiter nichts als ein Äquivalent in Ware von 500 für den
       Preis seiner  Arbeitskraft von  500, so  wäre der Kapitalist nach
       der Operation  gerade auf demselben Punkt wie vor derselben. Aber
       der
       
       #442# III. Abschnitt -Die Reproduktion u. Zirkulation
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       Arbeiter hat  ein Produkt  von 3000 reproduziert; er hat den kon-
       stanten Wertteil des Produkts, d.h. den Wert der darin verbrauch-
       ten Produktionsmittel  = 2000  erhalten durch ihre Verwandlung in
       neues Produkt;  er hat  diesem gegebnen  Wert außerdem einen Wert
       von 1000(v+m) zugefügt. (Die Vorstellung, als wenn der Kapitalist
       sich bereichre  in dem  Sinn, daß  er Mehrwert  gewinne durch den
       Rückfluß der  500 in  Geld, entwickelt  Destutt de Tracy, worüber
       des breitern Abschnitt XIII dieses Kapitels.)
       Durch den Kauf der Konsumtionsmittel zum Wert von 500 seitens des
       Arbeiters II  kehrt dem  Kapitalisten II der Wert von 500 IIv den
       er eben  noch in  Ware besaß, wieder zurück in Geld, in der Form,
       worin er  ihn ursprünglich  vorschoß. Unmittelbares  Resultat der
       Transaktion, wie  bei jedem  andern Warenverkauf,  ist der Umsatz
       gegebnen Werts  aus Warenform  in Geldform. Auch der dadurch ver-
       mittelte Rückfluß  des Geldes  zu seinem Ausgangspunkt ist nichts
       Spezifisches. Hätte  Kapitalist II für 500 in Geld Ware von Kapi-
       talist I  gekauft und dann seinerseits Ware zum Betrag von 500 an
       I verkauft,  so wären  ihm ebenfalls  500 in Geld zurückgeströmt.
       Die 500 Geld hätten nur zum Umsatz einer Warenxnasse von 1000 ge-
       dient und  wären nach  dem frühern  allgemeinen Gesetz an den zu-
       rückgeflossen, der  das Geld zum Umsatz dieser Warenmasse in Zir-
       kulation geworfen.
       Aber die  500 Geld,  die zu  Kapitalist II  zurückgeflossen, sind
       zugleich erneutes  potentielles variables  Kapital  in  Geldform.
       Warum dies?  Geld, also  auch Geldkapital,  ist potentielles  va-
       riables Kapital  nur, weil  und sofern  es umsetzbar  in Arbeits-
       kraft. Die Rückkehr der 500 Pfd.St. Geld zu Kapitalist II ist be-
       gleitet von  der Rückkehr  der Arbeitskraft II auf den Markt. Die
       Rückkehr beider  auf entgegengesetzten Polen - also auch die Wie-
       dererscheinung der 500 Geld, nicht nur als Geld, sondern auch als
       variables Kapital  in Geldform  - ist bedingt durch eine und die-
       selbe Prozedur.  Das Geld  = 500  fließt an Kapitalist II zurück,
       weil er  an Arbeiter II Konsumtionsmittel zum Betrag von 500 ver-
       kauft hat,  also weil der Arbeiter seinen Arbeitslohn verausgabt,
       dadurch sich  nebst Familie und damit auch seine Arbeitskraft er-
       halten hat. Um weiterzuleben und weiter als Warenkäufer auftreten
       zu können,  muß er  von neuem  seine Arbeitskraft  verkaufen. Die
       Rückkehr der  500 in Geld zum Kapitalisten II ist also gleichzei-
       tig Rückkehr,  resp. Verbleiben,  der Arbeitskraft  als durch die
       500 Geld kaufbare Ware und damit Rückkehr der 500 Geld als poten-
       tielles variables Kapital.
       Mit Bezug auf die Luxusmittel produzierende Kategorie IIb verhält
       es sich  mit ihrem  v -  (IIb)v, - dann wie mit Iv. Das Geld, das
       den Kapitalisten  IIb ihr variables Kapital in Geldform erneuert,
       strömt ihnen  zu auf  dem Umweg  durch die  Hand der Kapitalisten
       IIa. Aber dennoch macht es einen
       
       #443# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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       Unterschied, ob die Arbeiter ihre Lebensmittel direkt von den ka-
       pitalistischen Produzenten  kaufen, denen  sie ihre  Arbeitskraft
       verkaufen, oder  ob sie  von einer  andren Kategorie Kapitalisten
       kaufen, vermittelst  deren den erstren das Geld nur auf einem Um-
       weg zurückströmt.  Da die Arbeiterklasse von der Hand in den Mund
       lebt, kauft  sie, solange  sie kaufen kann. Anders beim Kapitali-
       sten, z.B.  bei dem Umsatz von 1000 IIc, gegen 1000 Iv. Der Kapi-
       talist lebt nicht von der Hand in den Mund. Möglichste Verwertung
       seines Kapitals  ist sein treibendes Motiv. Treten daher Umstände
       irgendeiner Art ein, die es dem Kapitalisten II vorteilhafter er-
       scheinen lassen, statt unmittelbar sein konstantes Kapital zu er-
       neuern, es  teilweise wenigstens  in Geldform längre Zeit festzu-
       halten, so  verzögert sich der Rückfluß der 1000 IIc (in Geld) zu
       I; also auch die Wiederherstellung von 1000v in Geldform, und Ka-
       pitalist I kann nur auf derselben Stufenleiter fortarbeiten, wenn
       er Reservegeld zur Verfügung hat, wie überhaupt Reservekapital in
       Geld nötig  ist, um  ununterbrochen, ohne  Rücksicht auf raschern
       oder 1*)  langsamern Rückfluß des variablen Kapitalwerts in Geld,
       fortarbeiten zu können.
       Hat man  den Umsatz dar verschiednen Elemente der laufenden jähr-
       lichen Reproduktion zu untersuchen, so auch das Resultat der ver-
       gangnen Jahresarbeit, der Arbeit des bereits zum Abschluß gekomm-
       nen Jahrs,  Der Produktionsprozeß,  der in diesem jährlichen Pro-
       dukt resultierte, liegt hinter uns, ist vergangen, aufgegangen in
       seinem Produkt,  um so mehr also auch der Zirkulationsprozeß, der
       dem Produktionsprozeß vorhergeht oder ihm parallel läuft, der Um-
       satz von  potentiellem in  wirkliches variables Kapital, d.h. der
       Kauf und Verkauf von Arbeitskraft. Der Arbeitsmarkt bildet keinen
       Teil mehr  des Warenmarkts, den man hier vor sich hat. Der Arbei-
       ter hat  hier bereits nicht nur seine Arbeitskraft verkauft, son-
       dern außer  dem Mehrwert  ein Äquivalent  des Preises  seiner Ar-
       beitskraft in  Ware geliefert; er hat andrerseits seinen Arbeits-
       lohn in  der Tasche  und figuriert  während des  Umsatzes nur als
       Käufer von  Ware (Konsumtionsmitteln).  Andrerseits muß  aber das
       jährliche Produkt  alle Elemente der Reproduktion enthalten, alle
       Elemente des  produktiven Kapitals  wiederherstellen,  vor  allem
       also sein  wichtigstes Element, das variable Kapital. Und wir ha-
       ben in  der Tat  gesehn, daß  mit Bezug auf variables Kapital als
       Resultat des Umsatzes sich darstellt: als Warenkäufer, durch Ver-
       ausgabung seines  Arbeitslohns und durch den Konsum der gekauften
       Ware erhält  und reproduziert der Arbeiter seine Arbeitskraft als
       die einzige Ware, die er zu verkaufen hat: wie das in Ankauf die-
       ser Arbeitskraft vom Kapitalisten vorgeschoßne Geld zu
       -----
       1*) 1.  und 2.  Auflage: und;  geändert nach der Druckvorlage von
       Engels
       
       #444# III. Abschnitt -Die Reproduktion u. Zirkulation...
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       diesem zurückkehrt, kehrt auch die Arbeitskraft, als gegen es um-
       setzbare Ware,  auf den  Arbeitsmarkt zurück;  als Resultat, hier
       speziell bei  1000 Iv, erhalten wir: 1000v in Geld auf seiten der
       Kapitalisten I - demgegenüber: Arbeitskraft zum Wert von 1000 auf
       seiten der Arbeiter I, so daß der ganze Reproduktionsprozeß I von
       neuem beginnen kann. Dies ist das eine Resultat des Umsatzprozes-
       ses.
       Andrerseits hat  die Verausgabung des Arbeitslohns der Arbeiter I
       Konsumtionsmittel zum  Belauf von 1000c von II gehoben, diese so-
       mit aus Warenform in Geldform verwandelt; aus dieser Geldform hat
       II sie  rückverwandelt in die Naturalform seines konstanten Kapi-
       tals, durch  Kauf von  Waren =  1000, von I, dem dadurch sein va-
       riabler Kapitalwert wieder in Geldform, rückfließt.
       Das variable Kapital I macht drei Verwandlungen durch, die im Um-
       satz des  jährlichen Produkts  gar nicht oder nur andeutungsweise
       erscheinen.
       1. Die erste Form, 1000 Iv, in Geld, das in Arbeitskraft zum sel-
       ben Wertbetrag  umgesetzt wird.  Dieser  Umsatz  erscheint  nicht
       selbst im  Warenumsatz zwischen  I und II, aber sein Resultat er-
       scheint darin,  daß die Arbeiterklasse I mit 1000 Geld dem Waren-
       verkäufer II  gegenübertritt, ganz  wie die Arbeiterklasse II mit
       500 Geld dem Warenverkäufer von 500 IIv in Warenform.
       2. Die zweite Form, die einzige, worin das variable Kapital wirk-
       lich variiert, als variables fungiert, wo wertschöpferische Kraft
       an Stelle  von dafür eingetauschtem, gegehnem Wert erscheint, ge-
       hört ausschließlich  dem Produktionsprozeß  an,  der  hinter  uns
       liegt.
       3. Die  dritte Form,  worin das variable Kapital sich als solches
       bewährt hat im Resultat des Produktionsprozesses, ist das jährli-
       che Wertprodukt,  also bei  I =  1000v +  1000m = 2000 I(v+m). An
       Stelle seines ursprünglichen Werts = 1000 in Geld ist ein doppelt
       so großer  Wert = 2000 in Ware getreten. Der variable Kapitalwert
       = 1000 in Ware bildet daher auch nur die Hälfte des durch das va-
       riable Kapital  als Element  des produktiven Kapitals geschäffnen
       Wertprodukts. Die  1000 Iv in Ware sind exaktes Äquivalent des in
       1000, Geld  von I  ursprünglich vorgeschoßnen,  seiner Bestimmung
       nach variablen  Teils des  Gesamtkapitals; in  Warenform sind sie
       aber nur  potentiell Geld  (werden es  wirklich erst  durch ihren
       Verkauf),  also   noch  weniger   direkt  variables  Geldkapital.
       Schließlich werden sie dies durch den Verkauf der Ware 1000 Iv an
       IIc und  durch das  baldige Wiedererscheinen der Arbeitskraft als
       käuflicher Ware,  als Material,  worin sich  1000v Geld  umsetzen
       kann.
       
       #445# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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       Während aller  dieser Wandlungen  hält Kapitalist I beständig das
       variable Kapital  in seiner  Hand; 1. anfänglich als Geldkapital;
       2. sodann als Element seines produktiven Kapitals; 3. noch später
       als Wertteil  seines Warenkapitals, also in Warenwert; 4. endlich
       wieder in  Geld, dem die Arbeitskraft, worin es umsetzbar, wieder
       gegenübersteht. Während  des Arbeitsprozesses  hat der Kapitalist
       das variable  Kapital in  seiner Hand  als sich betätigende, Wert
       schaffende Arbeitskraft,  aber nicht als Wert von gegebner Größe;
       da er  jedoch den  Arbeiter stets  nur zahlt, nachdem seine Kraft
       schon bestimmte  kürzre oder  längre Zeit  gewirkt hat, so hat er
       auch den von ihr geschaffnen Ersatzwert für sie selbst plus Mehr-
       wert bereits in seiner Hand, bevor er zahlt.
       D a   d a s   v a r i a b l e   K a p i t a l    s t e t s    i n
       i r g e n d e i n e r   F o r m   i n   d e r    H a n d    d e s
       K a p i t a l i s t e n   b l e i b t,  k a n n  i n  k e i n e r
       W e i s e   g e s a g t   w e r d e n,   d a ß  e s  s i c h  i n
       R e v e n u e   f ü r   i r g e n d j e m a n d    u m s e t z t.
       1000 Iv, in Ware setzt sich vielmehr um in Geld durch seinen Ver-
       kauf an  II, dem  es die Hälfte seines konstanten Kapitals in na-
       tura ersetzt.
       Was sich  in Revenue  auflöst, ist  nicht das variable Kapital I,
       1000v in  Geld; dies  Geld hat  aufgehört, als Geldform des vari-
       ablen Kapitals  I zu  fungieren, sobald  es in Arbeitskraft umge-
       setzt ist,  wie das  Geld Jedes  andern Warenverkäufers aufgehört
       hat, irgend ihm gehöriges zu repräsentieren, sobald er es in Ware
       eines Verkäufers umgesetzt hat. Die Umsätze, die das als Arbeits-
       lohn bezogne Geld in der Hand der Arbeiterklasse durchmacht, sind
       keine Umsätze des variahlen Kapitals, sondern des in Geld verwan-
       delten Werts  ihrer Arbeitskraft;  ganz ebenso wie der Umsatz des
       vom Arbeiter  geschaffnen Wertprodukts  (2000 I(v+m)) nur der Um-
       satz einer  den Kapitalisten gehörigen Ware ist, der den Arbeiter
       nichts angeht. Der Kapitalist aber - und noch mehr sein theoreti-
       scher Dolmetscher,  der politische  Ökonom - kann sich nur schwer
       der Einbildung entschlagen, daß das dem Arbeiter ausgezahlte Geld
       inuner noch  sein, des  Kapitalisten Geld ist. Ist der Kapitalist
       Goldproduzent, so  erscheint direkt  der variable Wertteil - d.h.
       das Äquivalent  in Ware, das ihm den Kaufpreis der Arbeit ersetzt
       - selbst  in Geldform,  kann also auch ohne den Umweg eines Rück-
       flusses von  neuem als  variables Geldkapital fungieren. Was aber
       den Arbeiter in II betrifft soweit wir absehn vom Luxusarbeiter -
       , so  existiert 500,  selbst in Waren, die für die Konsumtion des
       Arbeiters bestimmt  sind, die  er, als Gesamtarbeiter betrachtet,
       direkt wieder  kauft von  demselben Gesamtkapitalisten, an den er
       seine Arbeitskraft  verkauft hat. Der variable Wertteil des Kapi-
       tals II  besteht seiner  Naturalform nach  in Konsumtionsmitteln,
       größtenteils bestimmt für den Verzehr der Arbeiterklasse. Aber es
       ist nicht das variable
       
       #446# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation
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       Kapital, das  in dieser Form vom Arbeiter verausgabt wird; es ist
       der Arbeitslohn,  das Geld  des Arbeiters, das gerade durch seine
       Realisation in diesen Konsumtionsmitteln das variable Kapital 500
       IIv, für  den Kapitalisten  wieder in  seiner Geldform herstellt.
       Das variable  Kapital IIv ist reproduziert in Konsumtionsmitteln,
       wie das  konstante Kapital  2000 IIc;  so wenig wie das eine löst
       sich das  andre in  Revenue auf. Was sich in Revenue auflöst, ist
       in beiden Fällen der Arbeitslohn.
       Daß aber  durch die  Verausgabung des Arbeitslohns als Revenue im
       einen Fall  1000 IIc,  ebenso auf diesem Umweg 1000 Iv, und ditto
       500 IIv,  also konstantes Kapital und variables (bei diesem teils
       durch direkten, teils durch indirekten Rückfluß) wieder als Geld-
       kapital hergestellt  wird, ist  eine wichtige  Tatsache im Umsatz
       des jährlichen Produkts.

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