Quelle: MEW 24 Das Kapital - Zweiter Band
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#446# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation
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XI. Ersatz des fixen Kapitals
Eine große Schwierigkeit bei Darstellung der Umsätze der jährli-
chen Reproduktion ist die folgende. Nehmen wir die einfachste
Form, worin sich die Sache darstellt, so haben wir:
(I.) 4000c + 1000v + 1000m +
(II.) 2000c + 500v + 500m = 9000,
was sich schließlich auflöst in:
4000 Ic + 2000 IIc + 1000 Iv + 500 IIv + 1000 Im + 500 IIm =
6000c + 1500v + 1500m = 9000. Ein Werttell des konstanten Kapi-
tals, soweit dies nämlich besteht aus eigentlichen Arbeitsmitteln
(als distinkte Abteilung der Produktionsmittel), ist übertragen
von den Arbeitsmitteln auf das Arbeitsprodukt (die Ware); diese
Arbeitsmittel fahren fort, als Elemente des produktiven Kapitals
zu fungieren, und zwar in ihrer alten Naturalform; es ist ihr
Verschleiß, der Wertverlust, den sie nach und nach erleiden wäh-
rend ihrer in bestimmter Periode fortdauernden Funktion, der als
Wertelement der vermittelst derselben produzierten Waren wieder-
erscheint, vom Arbeitsinstrument auf das Arbeitsprodukt übertra-
gen wird. Mit Bezug auf die jährliche Reproduktion kommen hier
also von vornherein nur solche Bestandteile des fixen Kapitals in
Betracht, deren Leben länger als ein Jahr währt. Sterben sie ganz
ab innerhalb des Jahrs, so sind sie auch ganz durch die jährliche
Reproduktion zu ersetzen und zu erneuern, und der in Frage kom-
mende Punkt betrifft sie daher von vornherein nicht. Bei Maschi-
nen und andren länger währenden Formen des fixen Kapitals kann es
vorkommen - und kommt häufiger vor -, daß gewisse Teilorgane der-
selben innerhalb
#447# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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des Jahres mit Haut und Haar zu ersetzen sind, obgleich der ganze
Gebäude- oder Maschinenkörper langlebig. Diese Teilorgane fallen
in dieselbe Kategorie der innerhalb des Jahres zu ersetzenden
Elemente des fixen Kapitals.
Dies Wertelement der Waren ist in keiner Weise zu verwechseln mit
den Reparaturkosten. Wird die Ware verkauft, so wird dies Werte-
lement versilbert, in Geld verwandelt wie die andren; nach seiner
Verwandlung in Geld aber erscheint sein Unterschied von den and-
ren Wertelementen. Die in der Produktion der Waren verzehrten
Rohmaterialien und Hilfsstoffe müssen in natura ersetzt werden,
damit die Reproduktion der Waren beginne (überhaupt der Produkti-
onsprozeß der Waren ein kontinuierlicher sei); die in ihnen ver-
ausgabte Arbeitskraft muß ebenso durch frische Arbeitskraft er-
setzt werden. Das aus der Ware gelöste Geld muß also beständig in
diese Elemente des produktiven Kapitals wieder umgesetzt werden,
aus Geldform in Warenform. Es ändert nichts an der Sache, daß
z.B. Rohmaterialien und Hilfsstoffe in gewissen Terminen in größ-
rer Masse - so daß sie Produktionsvorräte bilden - gekauft wer-
den, daß also während gewisser Frist diese Produktionsmittel
nicht neugekauft zu werden brauchen, also auch - solange sie vor-
halten - das aus dem Warenverkauf eingehende Geld - soweit es für
diesen Zweck dient - sich ansammeln kann und dieser Teil des kon-
stanten Kapitals daher zeitweilig als in seiner aktiven Funktion
suspendiertes Geldkapital erscheint. Es ist kein Revenuekapital;
es ist produktives Kapital, das in Geldform suspendiert ist. Die
Erneuerung der Produktionsmittel muß beständig stattfinden, ob-
gleich die Form dieser Erneuerung - mit Bezug auf die Zirkulation
- verschieden sein kann. Der Neukauf, die Zirkulationsoperation,
wodurch sie erneuert, ersetzt werden, kann in längren Terminen
vorgehn: dann große Geldanlage auf einmal, kompensiert durch ent-
sprechenden Produktionsvorrat -, oder in kurz auf einanderfolgen-
den Terminen: dann rasch aufeinanderfolgende kleinere Dosen von
Geldausgabe, kleine Produktionsvorräte. Dies ändert nichts an der
Sache selbst. Ebenso mit der Arbeitskraft. Wo die Produktion kon-
tinuierlich auf selber Stufenleiter das Jahr durch ausgeführt:
beständiger Ersatz der aufgezehrten Arbeitskraft durch neue; wo
die Arbeit saisonmäßig oder verschiedne Portionen Arbeit in ver-
schiednen Perioden, wie in der Agrikultur, angewandt werden: der-
nentsprechender Ankauf bald kleinrer, bald größrer Masse Arbeits-
kraft. Dagegen wird das aus dem Warenverkauf gelöste Geld, soweit
es den Warenwertteil vergoldet, der gleich ist dem Verschleiß von
fixem Kapital, nicht wieder rückverwandelt in den Bestandteil des
produktiven Kapitals, dessen Wertverlust es ersetzt. Es schlägt
nieder neben dem produktiven
#448# III. - Die Reproduktion u. Zirkulation
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Kapital und verharrt in seiner Geldform. Dieser Geldniederschlag
wiederholt sich, bis die aus einer größern oder geringem Anzahl
von Jahren bestehende Reproduktionsepoche abgelaufen ist, während
deren das fixe Element des konstanten Kapitals unter seiner alten
Naturalform fortfährt, im Produktionsprozeß zu fungieren. Sobald
das fixe Element, Baulichkeiten, Maschinerie etc., ausgelebt hat,
nicht länger im Produktionsprozeß fungieren kann, existiert sein
Wert neben ihm, vollständig ersetzt in Geld - der Summe der Geld-
niederschläge, der Werte, die vom fixen Kapital allmählich über-
tragen worden auf die Waren, in deren Produktion es mitgewirkt,
und die durch den Verkauf der Waren in Geldform übergegangen.
Dies Geld dient dann dazu, das fixe Kapital (oder Elemente des-
selben, da die verschiednen Elemente desselben verschiedne Le-
bensdauer haben) in natura zu ersetzen und so diesen Bestandteil
des produktiven Kapitals wirklich zu erneuern. Dies Geld ist also
Geldform eines Teils des konstanten Kapitalwerts, des fixen Teils
desselben. Diese Schatzbildung ist also selbst ein Element des
kapitalistischen Reproduktionsprozesses, Reproduktion und Auf-
speicherung - in Geldform - des Werts des fixen Kapitals oder
seiner einzelnen Elemente, bis zu der Zeit, wo das fixe Kapital
ausgelebt und folglich seinen ganzen Wert an die produzierten Wa-
ren abgegeben hat und nun in natura ersetzt werden muß. Dies Geld
verliert aber nur seine Schatzform und tritt daher erst aktiv
wieder ein in den durch die Zirkulation vermittelten Reprodukti-
onsprozeß des Kapitals, sobald es rückverwandelt wird in neue
Elemente des fixen Kapitals, um die abgestorbnen zu ersetzen.
Sowenig wie die einfache Warenzirkulation identisch ist mit blo-
ßem Produktenaustausch, sowenig kann sich der Umsatz des jährli-
chen Warenprodukts in bloßen, unvermittelten, gegenseitigem Aus-
tausch seiner verdnen Bestandteile auflösen. Das Geld spielt eine
spezifische Rolle darin, die namentlich auch in der Weise der Re-
produktion des fixen Kapitalwerts sich ausdrückt. (Es ist nachher
zu untersuchen, wie sich das anders darstellen würde, vorausge-
setzt, die Produktion sei gemeinsam und besitze nicht die Form
der Warenproduktion.).
Kehren wir nun zu dem Grundschema zurück, so hatten wir für
Klasse II: 2000c + 500v + 500m. Die sämtlichen im Lauf des Jahrs
produzierten Konsumtionsmittel sind hier gleich Wert von 3000;
und jedes der verschiednen Warenelemente, woraus die Warensumme
besteht, zerfällt seinem Wert nach in 2/3 c + 1/6v + 1/6m, oder
prozentig in 66 2/3c + 16 2/3v + 16 2/3m. Die verschiednen Waren-
sorten der Klasse II mögen konstantes Kapital in verschiedner
Proportion enthalten, ebenso mag der fixe Teil des konstanten Ka-
pitals bei ihnen verschieden sein; ebenso die Lebensdauer der fi-
xen Kapitalteile,
#449# 20. Kapitel - Drache Reproduktion
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also auch der jährliche Verschleiß oder der Wertteil, den sie pro
rata übertragen auf die Waren, in deren Produktion sie beteiligt
sind. Dies ist hier gleichgültig. Mit Bezug auf den gesellschaft-
lichen Reproduktionsprozeß handelt es sich nur um den Umsatz zwi-
schen den Klassen II und I. II und I treten sich hier nur in ih-
ren gesellschaftlichen Massenverhältnissen gegenüber; die propor-
tionelle Größe des Wertteils c des Warenprodukts II (in der jetzt
behandelten Frage allein maßgebend) ist daher das Durchschnitts-
verhältnis, wenn alle Produktionszweige, die unter II subsumiert
sind, zusanunengefaßt werden.
Jede der Warensorten (und es sind zum großen Teil dieselben Wa-
rensorten), deren Gesamtwert rubriziert ist unter: 2000c + 500v +
500m, ist so gleichmäßig dem Wert nach = 66 2/3 %c + 16 2/3 %v +
16 2/3 %m. Dies gilt sowohl von je 100 der unter c, als unter v,
als unter in figurierenden Waren.
Die Waren, worin die 2000c verkörpert sind, sind dem Wert nach
wieder zerfällbar in:
1. 1333 1/3c + 333 1/3v + 333 1/3m = 2000c,
ebenso 500v in:
2. 333 1/3c + 83 1/3v + 83 1/3m = 500v,
endlich 500m in:
3. 333 1/3c + 83 1/3v + 83 1/3m = 500m.
Addieren wir nun in 1, 2 und 3 die c zusammen, so haben wir 1333
1/3c + 333 1/3c + 333 1/3c = 2000. Ebenso 333 1/3v + 83 1/3v + 83
1/3v = 500, und desgleichen unter m; die Gesmtaddition ergibt den
Totalwert von 3000 wie oben.
Der ganze in der Warenmasse II zum Wert von 3000 enthaltne kon-
stante Kapitalwert ist also enthalten in 2000c, und weder 500v
noch 500m enthalten ein Atom davon. Dasselbe gilt für v und m ih-
rerseits.
In andren Worten: Das ganze Quotum der Warenmasse II, das kon-
stanten Kapitalwert darstellt und daher wieder umsetzbar ist, sei
es in dessen Natural-, sei es in dessen Geldform - existiert in
2000c. Alles auf den Umsatz des konstanten Werts der Waren II Be-
zügliche ist also beschränkt auf die Bewegung von 2000 IIc; und
dieser Umsatz kann nur vorgehn mit I (1000v + 1000m).
Ebenso ist für Klasse I alles auf den Umsatz des ihr angehörigen
konstanten Kapitalwerts Bezügliche zu beschränken auf die Be-
trachtung von 4000 Ic.
#450# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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1. Ersatz des Verschleiß-Wertteils in Geldform
Nehmen wir nun zunächst:
I. 4000c + 1000v + 1000m
+------------+
II. ......... 2000c + 500v + 500m,
so werde der Umsatz der Waren 2000 IIc, gegen Waren vom selben
Wert I (1000v + 1000m) voraussetzen, daß 2000 IIc, sich allzusamt
in natura wieder umgesetzt in die von I produzierten Naturalbe-
standteile des konstanten Kapitals II; aber der Warenwert von
2000, worin letztres existiert, enthält ein Element für Wertver-
lust von fixem Kapital, das nicht sofort in natura zu ersetzen,
sondern in Geld zu verwandeln, das als Totalsumme nach und nach
sich anhäuft, bis der Termin der Erneuerung des fixen Kapitals in
seiner Naturalform fällig geworden. Jedes Jahr ist das Todesjahr
für fixes Kapital, das in diesem oder jenem Einzelgeschäft oder
auch diesem oder jenem Industriezweig zu ersetzen; im selben in-
dividuellen Kapital ist dieser oder jener Teil des fixen Kapitals
(da dessen Teile von verschiedner Lebensdauer) zu ersetzen. Be-
trachten wir die jährliche Reproduktion - wenn auch auf einfacher
Stufenleiter, d.h. abstrahierend von aller Akkumulation -, so be-
ginnen wir nicht ab ovo; es ist ein Jahr im Fluß vieler, es ist
nicht das erste Geburtsjahr der kapitalistischen Produktion. Die
verschiednen Kapitale, die in den mannigfachen Produktionszweigen
der Klasse II angelegt, sind also von verschiednem Lebensalter,
und wie jährlich in diesen Produktionszweigen fungierende Perso-
nen sterben, so erreichen jährlich Massen fixer Kapitale in die-
sem Jahr ihr Lebensend und müssen aus akkumuliertem Geldfonds in
natura erneuert werden. Sofern ist im Umsatz 2000 II, gegen 2000
I(v+m) der Umsatz von 2000 II, aus seiner Warenform (als Konsum-
tionsmittel) in Naturalelemente eingeschlossen, die nicht nur aus
Roh- und Hilfsmaterialien, sondern ebenso aus Naturalelementen
des fixen Kapitals, Maschinen, Werkzeugen, Baulichkeiten etc. be-
stehn. Der Verschleiß, der im Wert von 2000 II, in G e l d zu
ersetzen, ist daher durchaus nicht entsprechend dem Umfang des
fungierenden fixen Kapitals, da jährlich ein Teil desselben i n
n a t u r a ersetzt werden muß; was aber voraussetzt, daß in
frühern Jahren das zu diesem Umsatz nötige Geld sich aufgehäuft
in den Händen von Kapitalisten der Klasse II. Eben diese Voraus-
setzung gilt aber für das laufende Jahr ebensowohl, wie sie für
die frühern angenommen wird.
In dem Umsatz zwischen I (1000v + 1000m) und 2000 IIc ist
zunächst zu bemerken, daß die Wertsumme I(v+m) kein konstantes
Wertelement enthält, also auch kein Wertelement für zu ersetzen-
den Verschleiß, d.h. für
#451# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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Wert, der von fixem Bestandteil des konstanten Kapitals auf die
Waren übertragen worden, in deren Naturalform v + m existieren.
Dies Element existiert dagegen in IIc, und es ist gerade ein Teil
dieses dem fixen Kapital geschuldeten Wertelements, der nicht un-
mittelbar aus Geldform in Naturalform sich zu verwandeln, sondern
zunächst in Geldform zu verharren hat. Es drängt sich daher so-
fort bei dem Umsatz von I (1000v + 1000m) gegen 2000 IIc die
Schwierigkeit auf, daß die Produktionsmittel I, in deren Natural-
form die 2000 (v+m) existieren, zu ihrem ganzen Wertbetrag von
2000 gegen Äquivalent in Konsumtionsmitteln II umzusetzen sind,
dahingegen andrerseits die Konsumtionsmittel 2000 IIc nicht zu
ihrem vollen Wertbetrag in die Produktionsmittel I (1000v +
1000m) umgesetzt werden können, weil ein aliquoter Teil ihres
Werts - gleich dem zu ersetzenden Verschleiß oder Wertverlust des
fixen Kapitals - sich zunächst in Geld niederschlagen muß, das
innerhalb der laufenden jährlichen Reproduktionsperiode, die al-
lein betrachtet wird, nicht wieder als Zirkulationsmittel fun-
giert. Das Geld aber, wodurch das Verschleißelement versilbert
wird, das im Warenwert 2000 IIc steckt, dies Geld kann nur von I
herkommen, da II sich nicht selbst zu bezahlen hat, sondern sich
bezahlt eben durch Verkauf seiner Ware, und da der Voraussetzung
nach I(v+m) die ganze Warensumme 2000 IIc kauft; die Klasse I muß
also durch diesen Kauf jenen Verschleiß für II versilbern. Aber
nach dem früher entwickelten Gesetz kehrt der Zirkulation vorge-
schoßnes Geld an den kapitalistischen Produzenten zurück, der
später gleiches Quantum in Ware in die Zirkulation wirft. I kann
beim Ankauf von IIc offenbar nicht für 2000 Waren und überdem
noch eine überschüssige Geldsumme ein für allemal (ohne daß selhe
durch die Operation des Umsatzes zu ihm zurückkehrt) an II geben.
Es würde sonst die Warenmasse II, über ihrem Wert kaufen. Wenn II
in der Tat I (1000v + 1000m) im Umsatz für seine 2000c ein-
tauscht, so hat es weiter nichts von I zu fordern, und das wäh-
rend dieses Umsatzes zirkulierende Geld kehrt zurück zu I oder
II, abhängig davon, wer von beiden es in Zirkulation geworfen,
d.h., wer von beiden zuerst als Käufer aufgetreten ist. Zugleich
hätte in diesem Fall II sein Warenkapital dem ganzen Wertumfang
nach in die Naturalform von Produktionsmitteln rückverwandelt,
während die Voraussetzung ist, daß es einen aliquoten Teil des-
selben, nach ihrem Verkauf, nicht während der laufenden jährli-
chen Reproduktionsperiode aus Geld wieder rückverwandelt in die
Naturalform fixer Bestandteile seines konstanten Kapitals. Es
könnte also an II nur dann eine Bilanz in Geld zufließen, wenn II
zwar für 2000 an I verkaufte, aber für weniger als 2000 von I
kaufte, z.B. nur 1800; dann hätte I den Saldo gutzumachen durch
200 in
#452# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation
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Geld, das nicht zu ihm zurückflösse, weil es dies der Zirkulation
vorgeschoßne Geld ihr nicht wieder entzogen hätte durch Hinein-
wurf von Waren = 200 in die Zirkulation. In diesem Fall hätten
wir einen Geldfonds für II auf Rechnung seines Verschleißes an
fixem Kapital; wir hätten aber auf der andern Seite, auf I, eine
Überproduktion von Produktionsmitteln zum Belauf von 200, und da-
mit wäre die ganze Basis des Schemas zerronnen, nämlich Reproduk-
tion auf gleichbleibender Stufenleiter, wo also völlige Propor-
tionalität zwischen den verschiednen Produktionssystemen voraus-
gesetzt ist. Die eine Schwierigkeit wäre nur beseitigt durch eine
viel unangenehmere. Da dies Problem eigne Schwierigkeiten bietet
und bisher überhaupt nicht von den politischen Ökonomen behandelt
worden ist, so wollen wir der Reihe nach alle möglichen
(wenigstens scheinbar möglichen) Lösungen oder vielmehr Stellun-
gen des Problems selbst betrachten.
Zunächst hatten wir soeben unterstellt, daß II an I verkauft
2000, aber nur kauft für 1800 Waren von I. In dem Warenwert 2000
IIc steckte 200 für Verschleißersatz, der in Geld aufzuschatzen,
so zerfiele der Wert 2000 IIc in 1800, die auszutauschen gegen
Produktionsmittel I, und in 200 Verschleißersatz, die in Geld
(nach dem Verkauf der 2000c an I) festzuhalten. Oder mit Bezug
auf seinen Wert wäre 2000 II = 1800 + 200c (d), wo d = déchet
{Verschleiß}.
Wir hätten dann zu betrachten
den Umsatz I. 1000v + 1000m
+-----------+
II. 1800c + 200 (d).
I kauft mit 1000 Pfd.St., welche den Arbeitern in Zahlung ihrer
Arbeitskraft in Arbeitslohn zugeflossen, für 1000 II, Konsumti-
onsmittel; II kauft mit selben 1000 Pfd.St. für 1000 Iv, Produk-
tionsmittel. Den Kapitalisten I fließt damit ihr variables Kapi-
tal in Geldform zurück, und können sie damit nächstes Jahr Ar-
beitskraft zum selben Wertbetrag kaufen, d.h. den variablen Teil
ihres produktiven Kapitals in natura ersetzen. - II kauft ferner
mit vorgeschoßnen 400 Pfd.St. Produktionsmittel Im, und Im kauft
mit denselben 400 Pfd.St. Konsumtionsmittel IIc. Die von II der
Zirkulation vorgeschoßnen 400 Pfd.St. sind so an die Kapitalisten
II zurückgekehrt, aber nur als Äquivalent für verkaufte Ware. I
kauft für vorgeschoßne 400 Pfd.St. Konsumtionsmittel; II kauft
von I für 400 Pfd.St. Produktionsmittel, womit diese 400 Pfd.St.
zu I zurückströmen. Die Rechnung bis dahin ist nun folgende:
I wirft in Zirkulation 1000v + 800m in Ware; wirft ferner in Zir-
kulation in Geld: 1000 Pfd.St. in Arbeitslohn und 400 Pfd.St. zum
Umsatz mit II.
#453# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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Nach vollendetem Umsatz hat I: 1000v in Geld, 800m umgesetzt in
800 IIc (Konsumtionsmittel) und 400 Pfd.St. in Geld.
II wirft in Zirkulation 1800c in Ware (Konsumtionsmittel) und 400
Pfd.St. in Geld; nach vollendetem Umsatz hat es: 1800 in Ware I
(Produktionsmittel) und 400 Pfd.St. in Geld.
Wir haben jetzt noch auf Seite I 200m (in Produktionsmitteln),
auf Seite II 200c (d) (in Konsumtionsmitteln).
Nach der Voraussetzung kauft I mit 200 Pfd.St. die Konsumtions-
mittel c (d) zum Wertbetrag von 200; diese 200 Pfd.St. aber hält
II fest, da 200c (d) Verschleiß repräsentiert, also nicht direkt
wieder in Produktionsmittel umzusetzen ist. Also 200 Im sind un-
verkaufbar; 1/5 1*) des zu ersetzenden Mehrwerts I ist unreali-
sierbar, nicht aus seiner Naturalform von Produktionsmitteln um-
setzbar in die von Konsumtionsmitteln.
Dies widerspricht nicht nur der Voraussetzung der Reproduktion
auf einfacher Stufenleiter; es ist an und für sich keine Hypo-
these, um die Versilberung von 200c (d) zu erklären; es heißt
vielmehr, daß sie nicht erklärlich ist. Da nicht nachzuweisen,
wie 200c (d) zu versilbern sei, wird unterstellt, daß I die Ge-
fälligkeit hat, es zu versilbern, gerade weil I nicht im Stande,
seinen eignen Rest von 200m zu versilbern. Dies als eine normale
Operation des Umsatzmechanismus aufzufassen, ist ganz dasselbe,
als unterstellte man, daß jährlich 200 Pfd.St. vom Himmel regnen,
um regelmäßig die 200 (d) zu versilbern.
Die Abgeschmacktheit solcher Hypothese springt jedoch nicht un-
mittelbar ins Auge, wenn Im, statt wie hier in seiner primitiven
Daseinsweise aufzutreten - nämlich als Bestandteil des Werts von
Produktionsmitteln, also als Bestandteil des Werts von Waren, die
ihre kapitalistischen Produzenten durch Verkauf in Geld realisie-
ren müssen -, in der Hand der Anteilhaber der Kapitalisten er-
scheint, z.B. als Grundrente in der Hand von Grundeigentümern
oder als Zins in der Hand von Geldverleihern. Ist aber der Teil
des Mehrwerts der Waren, den der industrielle Kapitalist als
Grundrente oder Zins an andre Miteigentümer des Mehrwerts abzu-
treten hat, auf die Dauer nicht realisierbar durch den Verkauf
der Waren selbst, so hat es auch nut der Zahlung von Rente oder
Zins ein Ende, und können daher Grundeigentümer oder Zinsbezieher
durch deren Verausgabung nicht als dei ex machina [22] dienen zu
beliebiger Versilberung bestimmter Teile der jährlichen Reproduk-
tion. Ebenso verhält es sich mit den Ausgaben sämtlicher sog. un-
produktiven Arbeiter, Staatsbeamte, Ärzte, Advokaten etc., und
was
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1*) 1. und 2. Auflage: 1/10
#454# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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sonst in der Form des "großen Publikums" den Politischen Ökonomen
"Dienste" leistet, um von ihnen Unerklärtes zu erklären.
Ebensowenig ist damit geholfen, wenn statt des direkten Umsatzes
zwischen I und II - zwischen den zwei großen Abteilungen der ka-
pitalistischen Produzenten selbst - der Kaufmann als Vermittler
beigezogen wird und mit seinem "Geld" über alle Schwierigkeiten
weghilft. Im gegebnen Fall z. B. muß 200 Im schließlich und end-
gültig abgesetzt werden an die industriellen Kapitalisten von II.
Es mag durch die Hände einer Reihe von Kaufleuten laufen, der
letzte befindet sich - gemäß der Hypothese - in demselben Fall
gegenüber II, worin sich die kapitalistischen Produzenten von I
bei Beginn befanden, d.h., sie können die 200 Im nicht verkaufen
an II; und die festgerittne Kaufsumme kann denselben Prozeß mit I
nicht erneuern.
Man sieht hier, wie, abgesehn von unserm eigentlichen Zweck, die
Betrachtung des Reproduktionsprozesses in seiner Fundamentalform
- worin alle verdunkelnden Zwischenschieber beseitigt - durchaus
nötig ist, um die falschen Ausflüchte loszuwerden, die den Schein
"wissenschaftlicher" Erklärung liefern, wenn der gesellschaftli-
che Reproduktionsprozeß sofort in seiner verwickelten konkreten
Form zum Gegenstand der Analyse gemacht wird.
Das Gesetz, daß beim normalen Verlauf der Reproduktion (sei es
auf einfacher, sei es auf erweiterter Stufenleiter) das von dem
kapitalistischen Produzenten der Zirkulation vorgeschoßne Geld zu
seinem Ausgangspunkt zurückkehren muß (wobei es gleichgültig, ob
das Geld ihnen gehört oder gepumpt ist), schließt also ein für
allemal die Hypothese aus, daß 200 IIc (d) versilbert werde durch
von I vorgeschoßnes Geld.
2. Ersatz des fixen Kapitals in natura
Nach Beseitigung der eben betrachteten Hypothese bleiben nur noch
solche Möglichkeiten, die außer dem Ersatz des Verschleißteils in
Geld auch noch die Vollziehung des Ersatzes des gänzlich abge-
storbnen fixen Kapitals in natura einschließen.
Wir hatten vorhin vorausgesetzt:
a) daß 1000 Pfd.St., gezahlt in Arbeitslohn von I, von den Arbei-
tern verausgabt werden in II, zum selben Wertbetrag, d.h., daß
sie damit Konsumtionsmittel kaufen.
Daß hier die 1000 Pfd.St. von I vorgeschossen werden in Geld, ist
nur Konstatierung von Tatsache. Der Arbeitslohn ist in Geld aus-
zuzahlen von den respektiven kapitalistischen Produzenten; dies
Geld wird dann von den Arbeitern in Lebensmitteln verausgabt und
dient den Verkäufern der
#455# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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Lebensmittel ihrerseits wieder als Zirkulationsmittel bei Umsatz
ihres konstanten Kapitals aus Warenkapital in produktives Kapi-
tal. Es läuft zwar durch viele Kanäle durch (Krämer, Hausbesit-
zer, Steuereinnehmer, unproduktive Arbeiter wie Ärzte etc., die
der Arbeiter selbst braucht) und fließt daher nur zum Teil direkt
aus den Händen der Arbeiter I in die der Kapitalistenklasse II.
Der Fluß mag mehr oder minder stocken, daher neue Geldreserve nö-
tig sein auf seiten der Kapitalisten. Alles dies kommt bei dieser
Fundamentalform nicht in Betracht.
b) War vorausgesetzt, daß einmal I weitere 400 Pfd.St. in Geld
vorschießt zum Ankauf von II, das ihm zurückfließt, wie ein an-
dres Mal II 400 Pfd.St. vorschießt zum Ankauf von I, die ihm
rückfließen. Diese Voraussetzung muß gemacht werden, da umgekehrt
die Annahme willkürlich wäre, daß einseitig die Kapitalisten-
klasse I oder aber die Kapitalistenklasse II das zum Warenumsatz
nötige Geld der Zirkulation vorschießt. Da nun im vorigen Un-
terabschnitt 1. gezeigt wurde, daß die Hypothese als abgeschmackt
verwerflich, wonach I zuschüssiges Geld in die Zirkulation würfe,
um 200 IIc (d) zu versilbern, so bliebe offenbar nur die schein-
bar noch abgeschmacktere Hypothese übrig, daß II selbst das Geld
in die Zirkulation wirft, womit der Wertbestandteil Ware versil-
bert wird, welcher den Verschleiß von fixem Kapital zu ersetzen
hat. Z.B. der Wertteil, den die Spinnmaschine des Herrn X in der
Produktion verliert, erscheint als Wertteil des Nähgarns wieder;
was seine Spinnmaschine auf der einen Seite an Wert oder Ver-
schleiß einbüßt, soll sich auf der andren Seite als Geld bei ihm
aufsammeln. X möge nun z.B. für 200 Pfd.St. Baumwolle kaufen von
Y und so der Zirkulation 200 Pfd.St. in Geld vorschießen; Y kauft
von ihm mit denselben 200 Pfd.St. Garn, und diese 200 Pfd.St.
dienen nun dem X als Fonds zum Ersatz von Verschleiß der Spinnma-
schine. Dies käme nur darauf hinaus, daß X, abgesehn von seiner
Produktion und deren Produkt und dessen Verkauf, 200 Pfd.St. in
petto hält, um sich selbst für den Wertverlust der Spinnmaschine
zu zahlen, d.h., daß er außer dem Wertverlust seiner Spinnma-
schine von 200 Pfd.St. noch andre 200 Pfd.St. in Geld jährlich
aus seiner Tasche zusetzen muß, um schließlich im Stand zu sein,
eine neue Spinnmaschine zu kaufen.
Die Abgeschmacktheit ist aber nur scheinbar. Die Klasse II be-
steht aus Kapitalisten, deren fixes Kapital sich in ganz ver-
schiednen Terminen seiner Reproduktion befindet. Für die einen
ist es bei dem Termin angelangt, wo es ganz in natura zu ersetzen
ist. Für die andren befindet es sich mehr oder minder entfernt
von diesem Stadium; allen Gliedern der letztren Abteilung ist das
gemein, daß ihr fixes Kapital nicht wirklich reproduziert,
#456# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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d.h. nicht in natura erneuert oder durch neues Exemplar derselben
Art ersetzt wird, sondern daß sein Wert sukzessiv in Geld ange-
sammelt wird. Der erstre Teil befindet sich ganz (resp. teil-
weise, was hier gleichgültig) in derselben Situation wie bei Er-
richtung seines Geschäfts, wo er mit einem Geldkapital auf den
Markt trat, um dies einerseits in (fixes und zirkulierendes) kon-
stantes Kapital zu verwandeln, andrerseits aber in Arbeitskraft,
in variables Kapital. Wie damals hat er jetzt dies Geldkapital
wieder der Zirkulation vorzuschießen, also den Wert des konstan-
ten fixen Kapitals ebensogut wie den des zirkulierenden und des
variablen Kapitals. Wenn also vorausgesetzt wird, daß von den 400
Pfd.St., die die Kapitalistenklasse II zum Umsatz mit I in Zirku-
lation wirft, die Hälfte von solchen Kapitalisten in II herrührt,
die nicht nur durch ihre Waren ihre zum zirkulierenden Kapital
gehörenden Produktionsmittel, sondern auch durch ihr Geld ihr fi-
xes Kapital in natura erneuern müssen, während die andre Hälfte
der Kapitalisten II mit ihrem Geld nur den zirkulierenden Teil
ihres konstanten Kapitals in natura ersetzt, nicht aber ihr fixes
Kapital in natura erneuert, so liegt durchaus nichts Wider-
spruchsvolles darin, daß die zurückfließenden 400 Pfd.St.
(zurückfließend, sobald I dafür Konsumtionsmittel kauft) sich nun
verschieden verteilen zwischen diesen zwei Abteilungen von II.
Sie fließen zurück zur Klasse II, aber sie fließen nicht in die-
selben Hände zurück, sondern verteilen sich verschieden innerhalb
dieser Klasse, gehn von einem Teil derselben auf den andern über.
Der eine Teil von II hat, außer dem durch seine Waren schließlich
gedeckten Teil von Produktionsmitteln, 200 Pfd.St. Geld umgesetzt
in neue fixe Kapitalelemente in natura. Sein so verausgabtes Geld
- wie beim Anfang des Geschäfts - fliegt ihm erst sukzessive in
Reihen von Jahren aus der Zirkulation zurück als Verschleiß-Wert-
bestandteil der mit diesem fixen Kapital zu produzierenden Waren.
Der andre Teil von II hat dagegen für 200 Pfd.St. keine Waren von
I bezogen, sondern dieser zahlt ihn mit dem Geld, womit der erste
Teil von II fixe Kapitalelemente gekauft. Der eine Teil von II
besitzt seinen fixen Kapitalwert wieder in erneuter Naturalform,
der andre ist noch damit beschäftigt, ihn in Geldform anzusam-
meln, zum spätern Ersatz seines fixen Kapitals in natura.
Der Status, von dem wir auszugehn haben, nach den frühern Umset-
zungen, ist der Rest der beiderseits umzusetzenden Waren: bei 1 -
400m, bei II - 400c. 52) Wir nehmen an, daß II 400 in Geld vor-
schießt zum Umsatz
---
52) Die Zahlen stimmen wieder nicht mit der frühern Annahme. Dies
ist indes gleichgültig, da es nur auf die Verhältnisse ankommt. -
F.E.
#457# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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dieser Waren zum Betrag von 800. Eine Hälfte der 400 (= 200) muß
unter allen Umständen ausgelegt werden von dem Teil von IIc, der
200 in Geld als Verschleißwert aufgehäuft und der diesen jetzt
wieder rückzuwandeln hat in die Naturalforrn seines fixen Kapi-
tals.
Ganz wie konstanter Kapitalwert, variabler Kapitalwert und Mehr-
wert worin der Wert des Warenkapitals von II wie von I zerfällbar
- in besondren proportionellen Quoten der Waren II, resp. I,
selbst darstellbar sind, so innerhalb des konstanten Kapitalwerts
selbst wieder der Wertteil, der noch nicht in die Naturalform des
fixen Kapitals umzusetzen, sondern einstweilen noch in Geldform
allmählich aufzuschatzen ist. Ein bestimmtes Quantum Waren II (in
unserm Fall also die Hälfte des Rests = 200) ist hier nur noch
Träger dieses Verschleißwerts, der sich durch den Umsatz in Geld
niederzuschlagen hat. (Der erste Teil der Kapitalisten II, der
fixes Kapital in natura erneuert, mag mit dem Verschleißteil der
Warenmasse, von der hier nur noch der Rest figuriert, einen Teil
seines Verschleißwerts bereits so realisiert haben; bleibt aber
200 Geld so noch für ihn zu realisieren.)
Was nun die zweite Hälfte (= 200) der von II bei dieser Restope-
ration in Zirkulation geworfnen 400 Pfd.St. betrifft, so kauft
sie von I zirkulierende Bestandteile des konstanten Kapitals. Ein
Teil dieser 200 Pfd.St. mag von beiden Teilen von II oder nur von
dem in Zirkulation geworfen werden, der den fixen Wertbestandteil
nicht in natura erneuert.
Mit den 400 Pfd.St. werden also von I herausgehoben 1. Waren zum
Belauf von 200 Pfd.St., die nur aus Elementen des fixen Kapitals
bestehn, 2. Waren zum Belauf von 200 Pfd.St., die nur Naturalele-
mente des zirkulierenden Teils des konstanten Kapitals von II er-
setzen. I hat nun sein ganzes jährliches Warenprodukt, soweit
dies an II zu verkaufen ist, verkauft: der Wert eines Fünftels
davon aber, 400 Pfd.St., existiert jetzt in seiner Hand unter
Geldform. Dies Geld ist aber versilberter Mehrwert, der als Reve-
nue in Konsumtionsmitteln verausgabt werden muß. I kauft also mit
den 400 den ganzen Warenwert von II = 400. Das Geld fließt also
zu II zurück, indem es dessen Ware hebt.
Wir wollen nun drei Fälle annehmen: Wir nennen dabei den Teil der
Kapitalisten II, der fixes Kapital in natura ersetzt: "Teil 1",
und denjenigen, der Verschleißwert von fixem Kapital in Geldform
aufspeichert: "Teil 2". Die drei Fälle sind folgende: a) daß von
den 400, die in Waren sub II noch als Rest bestehn, ein Quotum
für Teil 1 und Teil 2 (sage je 1/2) gewisse Quota zirkulierender
Teile des konstanten Kapitals zu ersetzen hat; b) daß Teil 1 be-
reits seine ganze Ware verkauft, also Teil 2 noch 400 zu verkau-
fen hat; c) daß Teil 2 alles verkauft hat außer den 200, die Ver-
schleißwert tragen.
#458# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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Wir erhalten dann folgende Teilungen:
a) Von dem Warenwert = 400c, den II noch in Händen hat, besitzt
Teil 1 100 und Teil 2 300; von diesen 300 repräsentieren 200 den
Verschleiß. In diesem Fall hat von den 400 Pfd.St. Geld, die 1
jetzt zurückschickt, um die Waren II zu heben, Teil 1 ursprüng-
lich ausgelegt 300, nämlich 200 in Geld, wofür es fixe Kapital-
elemente in natura aus I gezogen, und 100 in Geld zur Vermittlung
seines Warenaustauschs mit I; dagegen hat Teil 2 von den 400 nur
1/4, also 100, vorgeschossen, ebenfalls zur Vermittlung seines
Warenumsatzes mit I.
Von den 400 Geld hat Teil 1 also 300 vorgeschossen und Teil 2
100. Es fließen aber zurück von diesen 400:
An Teil 1: 100, also nur 1/3 des von ihm vorgeschoßnen Geldes. Er
besitzt aber für die andern 2/3 erneuertes fixes Kapital zum Wert
von 200. Für dieses fixe Kapitalelement zum Wert von 200 hat er
Geld an I gegeben, aber keine nachträgliche Ware. Er tritt, mit
Bezug auf sie, gegenüber I nur als Käufer auf, nicht nachträglich
wieder als Verkäufer. Dies Geld kann daher nicht an Teil 1 zu-
rückfließen; sonst hätte er die fixen Kapitalelemente von I ge-
schenkt erhalten. - Mit Bezug auf das letzte Drittel des von ihm
vorgeschoßnen Geldes trat Teil I erst als Käufer auf von zirku-
lierenden Bestandteilen seines konstanten Kapitals. Mit demselben
Geld kauft I von ihm den Rest seiner Ware zum Wert von 100. Das
Geld fließt also zu ihm (Teil 1 von II) zurück, weil er als Wa-
renverkäufer auftritt, gleich nachdem er vorher als Käufer aufge-
treten. Flösse es nicht zurück, so hätte II (Teil 1) an I, für
Waren zum Belauf von 100, erst 100 in Geld und dann noch oben-
drein 100 in Ware gegeben, ihm also seine Ware geschenkt.
Dagegen fließt an Teil 2, der 100 in Geld ausgelegt, 300 in Geld
zurück; 100, weil er erst als Käufer 100 Geld in Zirkulation warf
und diese als Verkäufer zurückerhält; 200, weil er nur als Ver-
käufer von Waren zum Wertbetrag von 200 fungiert, nicht aber als
Käufer. Das Geld kann also nicht an I zurückfließen. Der fixe Ka-
pitalverschleiß ist also saldiert durch das von II (Teil 1) im
Ankauf von fixen Kapitalelementen in Zirkulation geworfne Geld,
aber es kommt in die Hand von Teil 2 nicht als das Geld des Teil
1, sondern als der Klasse I gehörendes Geld.
b) Unter dieser Voraussetzung verteilt sich der Rest von IIc so,
daß Teil 1 200 in Geld und Teil 2 400 in Waren besitzt.
Teil 1 hat seine Ware alle verkauft, aber 200 in Geld sind ver-
wandelte Form des fixen Bestandteils seines konstanten Kapitals,
den er in natura zu erneuern hat. Er tritt also hier nur als Käu-
fer auf und erhält statt seines Geldes Ware I in Naturalelementen
des fixen Kapitals zum selben Wertbetrag.
#459# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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Teil 2 hat als Maximum (wenn für den Warenumsatz zwischen I und
II kein Geld von I vorgeschossen wird) nur 200 Pfd.St. in Zirku-
lation zu werfen, da er für die Hälfte seines Warenwerts nur Ver-
käufer an I, nicht Käufer von I ist.
Es retournieren ihm aus der Zirkulation 400 Pfd.St.; 200, weil er
sie vorgeschossen als Käufer und sie zurückerhält als Verkäufer
von 200 Ware; 200, weil er Ware zum Wert von 200 an I verkauft,
ohne dafür Warenäquivalent von I wieder herauszuziehn. -
c) Teil 1 besitzt 200 in Geld und 200c in Ware; Teil 2 200c (d)
in Waren. Teil 2 hat unter dieser Voraussetzung nichts in Geld
vorzuschießen, weil er, I gegenüber, überhaupt nicht mehr als
Käufer, sondern nur noch als Verkäufer fungiert, also abzuwarten
hat, bis von ihm gekauft wird.
Teil 1 schießt 400 Pfd.St. in Geld vor, 200 zum gegenseitigem Wa-
renumsatz mit I, 200 als bloßer Käufer von I. Mit diesen letztern
200 Pfd.St. Geld kauft er die fixen Kapitalelemente.
I kauft mit 200 Pfd.St. Geld für 200 Ware von Teil 1, dem damit
seine für diesen Warenumsatz vorgeschoßnen 200 Pfd.St. Geld zu-
rückfließen; und I kauft mit den andren 200 Pfd.St. - die er
ebenfalls von Teil 1 erhalten - für 200 Waren von Teil 2, dem da-
mit sein fixer Kapitalverschleiß in Geld niederschlägt.
Die Sache würde in keiner Weise verändert unter der Vorausset-
zung, daß im Fall c) statt II (Teil 1) Klasse I die 200 Geld zum
Umsatz der existierenden Waren vorschießt. Kauft I dann zuerst
für 200 Ware von II, Teil 2 - es ist vorausgesetzt, daß dieser
nur noch diesen Warenrest zu verkaufen hat -, so kehren die 200
Pfd.St. nicht an I zurück, da II, Teil 2, nicht wieder als Käufer
auftritt; aber II, Teil 1, hat dann für 200 Pfd.St. Geld, um zu
kaufen und ditto noch 200 Waren umzusetzen, also im ganzen 400
einzutauschen von I. 200 Pfd.St. Geld kehren dann zu I zurück von
II, Teil 1. Legt I sie wieder aus, um die 200 Ware zu kaufen von
II, Teil 1, so kehren sie ihm zurück, sobald II, Teil 1, die
zweite Hälfte der 400 Ware von I löst. Teil 1 (II) hat 200
Pfd.St. Geld als bloßer Käufer von Elementen des fixen Kapitals
ausgelegt, sie kehren ihm daher nicht zurück, sondern dienen
dazu, die 200c Restwaren von II, Teil 2, zu versilbern, während
an I das für Warenumsatz ausgelegte Geld, 200 Pfd.St., zurückge-
flossen, nicht via II, Teil 2, sondern via II, Teil 1. Für seine
Ware von 400 ist ihm Warenäquivalent zum Belauf von 400 zurückge-
kehrt; die für den Umsatz der 800 Ware von ihm vorgeschoßnen 200
Pfd.St. Geld sind ihm ditto zurückgekehrt - und so ist alles in
Ordnung.
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#460# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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Die Schwierigkeit, die sich ergab bei der Umsetzung:
I. 1000v + 1000m
+-----------+
II. 2000c
wurde reduziert auf die Schwierigkeit bei Umsetzung der Reste:
I. ..... 400m
II. (1) 200 Geld + 200c Ware+ (2) 200c Ware, oder, um die Sache
noch klarer zu machen:
I. 200m + 200m.
II. (1) 200 Geld + 200c Ware + (2) 200c Ware.
Da in II, Teil 1, 200c Ware sich umgesetzt gegen 200 Im (Ware),
und da alles Geld, was bei diesem Umsatz von 400 Waren zwischen I
und II zirkuliert, zurückfließt zu dem, der es vorgeschossen hat,
I oder II, so ist dies Geld, als Element des Umsatzes zwischen I
und II, in der Tat kein Element des Problems, das uns hier be-
schäftigt. Oder anders dargestellt: Unterstellen wir, daß in dem
Umsatz zwischen 200 Im (Ware) und 200 IIc (Ware von II, Teil 1)
das Geld als Zahlungsmittel fungiert, nicht als Kaufmittel und
daher auch nicht als Zirkulationsmittel im engsten Sinn, so ist
klar, da die Waren 200 Im und 200 IIc (Teil 1) von gleichem Wert-
betrag, daß Produktionsmittel vom Wert von 200 sich austauschen
gegen Konsumtionsmittel zum Wert von 200, daß das Geld hier nur
ideell fungiert und kein Geld zur Zahlung von Bilanz von dieser
oder jener Seite wirklich in Zirkulation zu werfen ist. Das Pro-
blem tritt also erst rein hervor, wenn wir die Ware 200 Im und
ihr Äquivalent, die Ware 200 IIc (Teil 1), auf beiden Seiten I
und II wegstreichen.
Nach Beseitigung dieser beiden Warenbeträge von gleichem Wert (I
und II), die sich wechselseitig saldieren, bleibt also der Rest
des Umsatzes, worin das Problem rein hervortritt, nämlich:
I. 200m Ware.
II. (1) 200c Geld + (2) 200c Ware.
Hier ist klar: II, Teil 1, kauft mit 200 Geld die Bestandteile
seines fixen Kapitals 200 Im; damit ist das fixe Kapital von II,
Teil 1, in natura erneuert, und der Mehrwert von I, im Wert von
200, ist aus Warenform (Produktionsmitteln, und zwar Elementen
von fixem Kapital) in Geldform verwandelt. Mit diesem Geld kauft
I Konsumtionsmittel von II, Teil 2, und das Resultat ist für II,
daß für Teil 1 ein fixer Bestandteil seines konstanten Kapitals
in natura erneuert ist; und daß für Teil 2 ein andrer Bestandteil
(welcher Verschleiß von fixem Kapital ersetzt) in Geld niederge-
schlagen; und dies dauert jährlich fort, bis auch dieser Bestand-
teil in natura zu erneuern.
#461# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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Die Vorbedingung ist hier offenbar, daß dieser fixe Bestandteil
des konstanten Kapitals II, der seinem ganzen Wert nach in Geld
rückverwandelt und daher jedes Jahr in natura zu erneuern ist
(Teil 1), gleich sei dem Jahresverschleiß des andern fixen Be-
standteils des konstanten Kapitals II, der noch in seiner alten
Naturalform fortfungiert, und dessen Verschleiß, der Wertverlust,
den es auf die Waren überträgt in deren Produktion er wirkt,
zunächst in Geld zu ersetzen ist. Ein solches Gleichgewicht er-
schiene danach als Gesetz der Reproduktion auf gleichbleibender
Stufenleiter; was in andren Worten heißt, daß in der die Produk-
tionsmittel produzierenden Klasse I die proportionelle Teilung
der Arbeit unverändert bleiben muß, soweit sie einerseits zirku-
lierende und andrerseits fixe Bestandteile des konstanten Kapi-
tals der Abteilung II liefert.
Bevor wir dies näher untersuchen, ist erst zu sehn, wie die Sache
sich stellt, wenn der Restbetrag von IIc (1) nicht gleich dem
Rest von IIc (2); er kann größer sein oder kleiner. Setzen wir
nacheinander beide Fälle.
Erster Fall:
I. 200m.
II. (1) 220c (in Geld) + (2) 200c (in Ware).
Hier kauft IIc (1) mit 200 Pfd.St. Geld die Waren 200 Im, und I
kauft mit demselben Geld die Waren 200 IIc (2), also den Bestand-
teil des fixen Kapitals, der in Geld niederzuschlagen ist; dieser
ist damit versilbert. Aber 20 IIc (1) in Geld ist nicht rückver-
wandelbar in fixes Kapital in natura.
Diesem Übelstand scheint abhelfbar, indem wir den Rest von Im
statt auf 200 auf 220 setzen, so daß von den 2000 I statt 1800
nur 1780 durch frühern Umsatz erledigt sind. In diesem Fall also:
I. 220.
II. (1) 220c (in Geld) + (2) 200c (in Ware).
IIc, Teil 1, kauft mit 220 Pfd.St. Geld die 220 Im, und I kauft
sodann mit 200 Pfd.St. die 200 IIc (2) in Ware. Aber dann bleiben
20 Pfd.St. in Geld auf Seite I, ein Stück Mehrwert, das es nur in
Geld festhalten, nicht in Konsumtionsmitteln verausgaben kann.
Die Schwierigkeit ist damit nur verlegt, von IIc, (Teil 1) auf
Im.
Nehmen wir nun andrerseits an, IIc, Teil 1, sei kleiner als IIc
(Teil 2), also:
Zweiter Fall:
I. 200m (in Ware).
II. (1) 180c (in Geld) + (2) 200c (in Ware).
#462# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation
-----
II (Teil 1) kauft für 180 Pfd.St. Geld Waren 180 Im, I kauft mit
diesem Geld Waren zum gleichen Wert von II (Teil 2), also 180 IIc
(2); es bleiben 20 Im unverkaufbar auf einer Seite und ebenso 20
IIc (2) auf der andern; Waren zum Wert von 40 unverwandelbar in
Geld.
Es würde uns nichts nutzen, den Rest I = 180 zu setzen; es würde
dann zwar kein Überschuß in I bleiben, aber nach wie vor ein
Überschuß von 20 in IIc (Teil 2) unverkaufbar, nicht in Geld ver-
wandelbar.
Im ersten Fall, wo II (1) größer als II (2), bleibt auf Seite von
IIc (1) ein Überschuß in Geld, nicht rückverwandelbar in fixes
Kapital, oder wenn der Rest Im = IIc (1) gesetzt wird, derselbe
Überschuß in Geld auf Seite von 1, nicht verwandelbar in Konsum-
tionsmittel.
Im zweiten Fall, wo II, (1) kleiner als IIc (2), bleibt ein Defi-
zit in Geld auf Seite von 200 Im und IIc (2) und gleicher Über-
schuß von Ware auf beiden Seiten, oder wenn der Rest Im = IIc (1)
1*) gesetzt wird, ein Defizit in Geld und Überschuß in Ware auf
Seite von IIc (2).
Setzen wir die Reste Im stets gleich IIc (1) - da die Aufträge
die Produktion bestimmen und es an der Reproduktion nichts än-
dert, wenn dies Jahr mehr fixe Kapitalbestandteile, nächstes mehr
zirkulierende Kapitalbestandteile des konstanten Kapitals II von
2*) I produziert werden -, so wäre im ersten Fall Im rückverwan-
delbar in Konsumtionsmittel, nur wenn I damit einen Teil des
Mehrwerts von II kaufte, dieser also, statt verzehrt zu werden,
von II 3*) als Geld aufgehäuft würde; im zweiten Fall wäre nur
abzuhelfen, wenn I selbst das Geld ausgäbe, also die von uns ver-
worfne Hypothese.
Ist IIc (1) größer als IIc (2), so ist Einfuhr fremder Ware nötig
zur Realisierung des Geldüberschusses in Im. Ist IIc (1) kleiner
als IIc (2), so umgekehrt Ausfuhr von Ware II (Konsumtionsmittel)
zur Realisierung des Verschleißteils IIc in Produktionsmitteln.
In beiden Fällen ist also auswärtiger Handel nötig.
Gesetzt auch, es sei für Betrachtung der Reproduktion auf gleich-
bleibender Stufenleiter anzunehmen, daß die Produktivität aller
Industriezweige, also auch die proportionellen Wertverhältnisse
ihrer Warenprodukte konstant bleiben, so würden dennoch die bei-
den letzterwähnten Fälle, wo IIc (1) größer oder kleiner als II,
(2), immer Interesse bieten für die Produktion auf erweiterter
Stufenleiter, wo sie unbedingt eintreten können.
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1*) 1. und 2. Auflage: IIc (2) - 2*) 1. und 2. Auflage: und; ge-
änderrt nach der Druckvorlage von Engels - 3*) 1. und 2. Auflage:
I
#463# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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3. Resultate
Mit Bezug auf den Ersatz des fixen Kapitals ist allgemein zu be-
merken: Wenn - alle andren Umstände, also nicht nur die Stufen-
leiter der Produktion, sondern namentlich auch die Produktivität
der Arbeit als gleichbleibend vorausgesetzt - ein größter Teil
des fixen Elements von IIc, abstirbt als das Jahr vorher, also
auch ein größter Teil in natura zu erneuern ist, so muß der Teil
des fixen Kapitals, der erst auf dem Weg seines Absterbens und
bis zu seinem Todestermin einstweilen in Geld zu ersetzen ist, in
derselben Proportion abnehmen, da nach der Voraussetzung die
Summe (auch die Wertsumme) des in II fungierenden fixen Kapi-
talteils dieselbe bleibt. Es führt dies aber folgende Umstände
mit sich. Erstens: Besteht ein größter Teil des Warenkapitals I
aus Elementen des fixen Kapitals von IIc, so ein um soviel ge-
ringrer Teil aus zirkulierenden Bestandteilen von IIc, da die Ge-
samtproduktion von I für IIc unverändert bleibt. Wächst ein Teil
derselben, so nimmt der andre ab und umgekehrt. Andrerseits
bleibt aber auch die Geumtproduktion der Klasse II von derselben
Größe. Wie ist dies aber möglich bei Abnahme ihrer Rohstoffe,
Halbfabrikate, Hilfsstoffe? (d.h. der zirkulierenden Elemente des
konstanten Kapitals II). Zweitens: Ein größter Teil des unter
Geldform wiederhergestellten fixen Kapitals IIc strömt zu I, um
aus Geldform in Naturalform rückverwandelt zu werden. Es strömt
also an I mehr Geld zu, außer dem zwischen I und II zum bloßen
Warenumsatz zirkulierenden Geld; mehr Geld, das nicht wechselsei-
tigen Warenumsatz vermittelt, sondern nur einseitig in Funktion
von Kaufmittel auftritt. Zugleich aber hätte die Warenmasse von
IIc, die Träger des Wertersatzes von Verschleiß ist, proportio-
nell abgenommen, also die Warenmasse II, die nicht gegen Ware von
I, sondern nur gegen Geld von I umgesetzt werden muß. Es wäre
mehr Geld von II an I als bloßes Kaufmittel zugeströmt, und es
wäre weniger Ware von II da, welcher gegenüber I als bloßer Käu-
fer zu fungieren hätte. Ein größter Teil von Im - denn Iv ist be-
reits in Ware II umgesetzt - wäre also nicht in Ware II umsetz-
bar, sondern festhaltend in Geldform.
Der umgekehrte Fall, wo in einem Jahr die Reproduktion der Ster-
befälle des fixen Kapitals II geringer und dagegen der Ver-
schleißtell größer, braucht hiernach nicht weiter durchgegangen
zu werden.
Und so wäre Krise da - Produktionskrise - trotz Reproduktion auf
gleichbleibender Stufenleiter.
Mit einem Wort: Wird bei einfacher Reproduktion und gleichblei-
benden Umständen, also namentlich gleichbleibender Produktiv-
kraft, Gesamtgröße
#464# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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und Intensität der Arbeit - nicht eine konstante Proportion vor-
ausgesetzt zwischen absterbendem (zu erneuerndem) und in alter
Naturalform fortwirkendem (bloß für Ersatz seines Verschleißes
den Produkten Wert zusetzendem) fixem Kapital -, so bliebe in ei-
nem Fall die Masse von zu reproduzierenden zirkulierenden Be-
standteilen dieselbe, aber die Masse von zu reproduzierenden fi-
xen Bestandteilen wäre gewachsen; es müßte also die Gesamtproduk-
tion I wachsen, oder es wäre, selbst abgesehn von den Geldver-
hältnissen, Defizit der Reproduktion da.
Im andern Fall: Nähme die proportionelle Größe des in natura zu
reproduzierenden fixen Kapitals II ab, also im selben Verhältnis
der nur noch in Geld zu ersetzende Bestandteil des fixen Kapitals
II zu, so bliebe die Masse der von I reproduzierten zirkulieren-
den Bestandteile des konstanten Kapitals II unverändert, die des
zu reproduzierenden fixen daregen hätte abgenonunen. Also entwe-
der Abnahme der Gesamtproduktion I oder aber Überschuß (wie vor-
her Defizit) und nicht zu versilbernder Überschuß.
Dieselbe Arbeit kann zwar im ersten Fall mit zunehmender Produk-
tivität, Ausdehnung oder Intensität, größres Produkt liefern, und
so wäre das Defizit im ersten Fall zu decken; solcher Wechsel
würde aber nicht ohne Deplacierung von Arbeit und Kapital aus ei-
nem Produktionszweig von I in den andern stattgreifen, und jede
solche Deplacierung würde momentane Störungen hervorrufen. Zwei-
tens aber würde (soweit Ausdehnung und Intensivierung der Arbeit
zunehmen) I mehr Wert gegen weniger Wert von II auszutauschen ha-
ben, also eine Depretiation des Produkts von I stattfinden.
Umgekehrt im zweiten Fall, wo I seine Produktion kontrahieren
muß, was Krise für die darin beschäftigten Arbeiter und Kapitali-
sten bedeutet, oder Überschuß liefert, was wieder Krise. An und
für sich sind solche Überschüsse kein Übel, sondern ein Vorteil;
sind aber Übel in der kapitalistischen Produktion.
Der auswärtige Handel könnte in beiden Fällen aushelfen, im er-
sten Fall, um die in Geldform festgehaltne Ware I in Konsumtions-
mittel umzusetzen, im zweiten Fall, um den Überschuß in Ware ab-
zusetzen. Aber der auswärtige Handel, soweit er nicht bloß Ele-
mente (auch dem Wert nach) ersetzt, verlegt nur die Widersprüche
auf ausgedehntere Sphäre, eröffnet ihnen größren Spielkreis.
Ist die kapitalistische Form der Reproduktion einmal beseitigt,
so kommt die Sache darauf hinaus, daß die Größe des absterbenden
und daher in natura zu ersetzenden Teils des fixen Kapitals (hier
des in der Erzeugung der Konsumtionttel fungierenden) in ver-
schiednen sukzessiven Jahren
#465# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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wechselt. Ist er in einem Jahr sehr groß (über die Durchschnitts-
sterblichkeit, wie bei den Menschen), so im folgenden sicher um
so geringer. Die zur jährlichen Produktion der Konsumtionsmittel
nötige Masse von Rohstoffen, Halbfabrikaten und Hilfsstoffen -
sonst gleichbleibende Umstände vorausgesetzt - nimmt deswegen
nicht ab; die Gesamtproduktion der Produktionsmittel müßte also
im einen Fall zunehmen, im andren abnehmen. Diesem kann nur abge-
holfen werden durch fortwährende relative Überproduktion; einer-
seits ein gewisses Quantum fixes Kapital, das mehr produziert
wird, als direkt nötig ist; andrerseits und namentlich Vorrat von
Rohstoff etc., der über die unmittelbaren jährlichen Bedürfnisse
hinausgeht (dies gilt ganz besonders von Lebensmitteln). Solche
Art Überproduktion ist gleich mit Kontrolle der Gesellschaft über
die gegenständlichen Mittel ihrer eignen Reproduktion. Innerhalb
der kapitalistischen Gesellschaft aber ist sie ein anarchisches
Element.
Dies Beispiel vom fixen Kapital - bei gleichbleibender Stufenlei-
ter der Reproduktion - ist schlagend. Mißverhältnis 1*) in der
Produktion von fixem und zirkulierendem Kapital ist einer der
Lieblingsgründe der Ökonomen, um die Krisen zu erklären. Daß sol-
ches Mißverhältnis bei bloßer Erhaltung des fixen Kapitals ent-
springen kann und muß - ist ihnen etwas Neues; daß sie entsprin-
gen kann und muß bei Voraussetzung einer idealen Normalproduk-
tion, bei einfacher Reproduktion des bereits fungierenden gesell-
schaftlichen Kapitals.
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1*) 2. Auflage: Mißverständnis; geändert nach der 1. Auflage
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