Quelle: MEW 24 Das Kapital - Zweiter Band


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       #465# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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       XII. Die Reproduktion des Geldmaterials
       
       Es ist bisher ein Moment ganz außer acht gelassen worden, nämlich
       die jährliche  Reproduktion von Gold und Silber. Als bloßes Mate-
       rial zu Luxusartikeln, Vergoldung etc. wären sie hier ebensowenig
       speziell zu  erwähnen wie  irgendwelche andren  Produkte. Dagegen
       spielen sie wichtige Rolle als Geldmaterial und daher potentiali-
       ter Geld.  Als Geldmaterial nehmen wir hier der Vereinfachung we-
       gen nur Gold.
       Die gesamte  jährliche Goldproduktion  betrug nach ältren Angaben
       800 000 -  900 000 Pfund  = rund  1100 oder  1250 Millionen Mark.
       Nach Soetbeer  53) dagegen nur 170 675 Kilogramm im Wert von rund
       476 Millionen
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       53) Ad. Soetbeer, "Edelmetall-Produktion", Gotha 1879, [S. 112]
       
       #466# III. Abschnitt -Die Reproduktion u. Zirkulation...
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       Mark im  Durchschnitt der Jahre 1871-75. Davon lieferten: Austra-
       lien rund 167, Vereinigte Staaten 166, Rußland 93 Millionen Mark.
       Der Rest verteilt sich auf verschiedne Länder in Beträgen von we-
       niger als  je 10  Millionen Mark. Die jährliche Silberproduktion,
       während derselben  Periode, betrug  etwas unter 2 Millionen Kilo-
       gramm im  Wert von  354 1/2  Millionen Mark,  davon  lieferte  in
       runder Zahl  Mexiko 108,  die Vereinigten Staaten 102, Südamerika
       67, Deutschland 26 Millionen usw.
       Von Ländern  vorherrschender kapitalistischer Produktion sind nur
       die Vereinigten Staaten Gold- und Silberproduzenten; die europäi-
       schen kapitalistischen  Länder erhalten fast all ihr Gold und bei
       weitem den größten Teil ihres Silbers von Australien, Vereinigten
       Staaten, Mexiko, Südamerika und Rußland.
       Wir verlegen  aber die Goldminen in das Land der kapitalistischen
       Produktion, dessen  jährliche Reprodukion  wir hier  analysieren,
       und zwar aus folgendem Grund:
       Kapitalistische Produktion existiert überhaupt nicht ohne auswär-
       tigen Handel.  Wird aber normale jährliche Reproduktion auf einer
       gegebnen Stufenleiter unterstellt, so ist damit auch unterstellt,
       daß der auswärtige Handel nur durch Artikel von andrer Gebrauchs-
       oder Naturalform  einheimische Artikel ersetzt, ohne die Wertver-
       hältnisse zu  affizieren, also  auch nicht  die Wertverhältnisse,
       worin die  zwei Kategorien: Produktionsmittel und Konsumtionsmit-
       tel, sich  gegeneinander umsetzen,  und ebensowenig  die Verhält-
       nisse von  konstantem Kapital,  variablem Kapital  und  Mehrwert,
       worin der  Wert des  Produkts jeder dieser Kategorien zerfällbar.
       Die Hereinziehung  des auswärtigen  Handels bei Analyse des jähr-
       lich reproduzierten  Produktenwerts kann also nur verwirren, ohne
       irgendein neues Moment, sei es des Problems, sei es seiner Lösung
       zu liefern. Es ist also ganz davon zu abstrahieren; also ist hier
       auch das  Gold als  direktes Element der jährlichen Reproduktion,
       nicht als  von außen durch Austausch eingeführtes Warenelement zu
       behandeln.
       Die Produktion  von Gold  gehört, wie  die Metallproduktion über-
       haupt, zur  Klasse I,  der Kategorie, die die Produktion von Pro-
       duktionsmitteln umfaßt.  Wir wollen annehmen, das jährliche Gold-
       produkt sei  = 30  (der Bequemlichkeit wegen, tatsächlich viel zu
       hoch gefaßt  gegen die  Zahlen unsres Schema); es sei dieser Wert
       zerfällbar in  20c +  5v +  5m; 20c ist auszutauschen gegen andre
       Elemente von  Ic, und dies ist später zu betrachten 1*); aber die
       5v +  5m (I) sind umzusetzen gegen Elemente von IIc, d.h. Konsum-
       tionsmittel.
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       1*) Siehe vorl. Band, S. 469, Fußnote 55
       
       #467# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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       Was die 5v betrifft, so beginnt zunächst jedes Gold produzierende
       Geschäft damit, die Arbeitskraft zu kaufen; nicht mit selbst pro-
       duziertem Gold,  sondern mit einem Quotum des im Lande vorrätigen
       Gelds. Die Arbeiter beziehn für diese 5v Konsumtionsmittel aus II
       heraus, und  dies kauft  mit diesem Geld Produktionsmittel von I.
       Sage,  II   kaufe  von  I  für  2  Gold  als  Warenmaterial  etc.
       (Bestandteil seines konstanten Kapitals), so fließen 2, zurück zu
       den Goldproduzenten  I in  Geld, das der Zirkulation schon früher
       angehörte. Wenn  II weiter  nichts an  Material von  I kauft,  so
       kauft I  von II,  indem es  sein Gold als Geld in die Zirkulation
       wirft, da  Gold jede  Ware kaufen  kann. Der Unterschied ist nur,
       daß I  hier nicht als Verkäufer, sondern nur als Käufer auftritt.
       Die Goldgräber  von I können ihre Ware stets absetzen, sie befin-
       det sich stets in unmittelbar austauschbarer Form.
       Nehmen wir an, ein Garnspinner habe 5v an seine Arbeiter bezahlt,
       diese liefern ihm - abgesehn vom Mehrwert - dafür ein Gespinst in
       Produkt =  5; die Arbeiter kaufen für 5 von IIc, dies kauft für 5
       in Geld  Garn von I, und so fließt 5v zurück in Geld an den Garn-
       spinner. In dem supponierten Fall dagegen schießt Ig (wie wir die
       Goldproduzenten bezeichnen  wollen) 5v  an seine Arbeiter in Geld
       vor, das  schon früher der Zirkulation angehörte; diese geben das
       Geld aus  in Lebensmitteln; es kehren aber von den 5 nur 2 aus II
       zu Ig  zurück. Aber  Ig kann  ganz so gut wie der Garnspinner den
       Reproduktionsprozeß von neuem beginnen; denn seine Arbeiter haben
       ihm in  Gold 5  geliefert, wovon es 2 verkauft hat, 3 in Gold be-
       sitzt, also  nur zu  münzen 54)  oder in  Banknoten zu verwandeln
       hat, damit  direkt, ohne  weitre Vermittlung  von II, sein ganzes
       variables Kapital wieder in Geldform in seiner Hand sei.
       Schon bei  diesem ersten  Prozeß der  jährlichen Reproduktion ist
       aber eine Veränderung in der Masse der wirklich oder virtuell der
       Zirkulation angehörigen Geldmasse vorgegangen. Wir haben angenom-
       men, IIc  habe 2v  (Ig) als Material gekauft, 3 sei von Ig inner-
       halb II  wieder ausgelegt als Geldform des variablen Kapitals. Es
       sind also aus der mittelst der neuen Goldproduktion 1*) geliefer-
       ten Geldmasse  3 innerhalb  II geblieben und nicht zurückgeströmt
       zu I. Nach der Voraussetzung hat II seinen Bedarf in Goldmaterial
       befriedigt. Die 3 bleiben als Goldschatz in seinen Händen.
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       54) "Eine  beträchtliche Menge  von Naturgold  (gold  bullion)...
       wird von  den Goldgräbern  direkt in  die Münze von San Francisco
       gebracht." -  "Reports of  H. M. Secretaries of Embassy and Lega-
       tion", 1879, Part III, p. 337.
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       1*) 1.  und 2.  Auflage: Geldproduktion, geändert nach der Druck-
       vorlage von Engels
       
       #468# III. Abschnitt -Die Reproduktion u. Zirkulation...
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       Da sie  keine Elemente  seines konstanten  Kapitals bilden können
       und da  ferner II  schon vorher hinreichendes Geldkapital zum An-
       kauf der  Arbeitskraft hatte;  da ferner,  mit Ausnahme  des Ver-
       schleißelements, dies zuschüssige 3g keine Funktion zu verrichten
       hat innerhalb  IIc gegen  einen Teil,  wovon es  ausgetauscht (es
       könnte nur  dazu dienen,  das Verschleißelement pro tanto zu dec-
       ken, wenn IIc (1) kleiner als IIc (2), was zufällig); andterseits
       aber, eben  mit Ausnahme des Verschleißelements, das ganze Waren-
       produkt IIc  gegen Produktionsmittel  I(v+m) umzusetzen  ist - so
       muß dies  Geld ganz aus IIc übertragen werden in IIm, ob dies nun
       in notwendigen  Lebensmitteln oder in Luxusmitteln existiere, und
       dagegen entsprechender  Warenwert übertragen  werden aus  IIm  in
       IIc. Resultat:  Ein Teil des Mehrwerts wird als Geldschatz aufge-
       speichert.
       Beim zweiten  Reproduktionsjahr,  wenn  dieselbe  Proportion  des
       jährlich produzierten  Golds fortfährt,  als Material vernutzt zu
       werden, wird  wieder 2  an 1g  zurückfließen und  3 in natura er-
       setzt, d.h. wieder in II als Schatz freigesetzt sein usw.
       Mit Bezug  auf das  variable Kapital überhaupt: Der Kapitalist Ig
       hat wie jeder andre dies Kapital beständig in Geld zum Ankauf der
       Arbeit vorzuschießen.  Mit Bezug auf dies v hat nicht er, sondern
       seine Arbeiter  zu kaufen  von II; es kann also nie der Fall ein-
       treten, daß er als Käufer auftritt, also Gold ohne die Initiative
       des II  in selbes  wirft. Soweit  aber II von ihm Material kauft,
       sein konstantes  Kapital II, in Goldmaterial umsetzen muß, fließt
       ihm Teil  von (Ig)v von II zurück auf dieselbe Weise wie den and-
       ren Kapitalisten  von I;  und soweit dies nicht der Fall, ersetzt
       er sein  v in  Gold direkt  aus seinem Produkt. In dem Verhältnis
       aber, worin  ihm das als Geld vorgeschoßne v nicht von II zurück-
       fließt, wird in II ein Teil der schon vorhandnen Zirkulation (von
       I ihm  zugefloßnes und  nicht an  I retourniertes Geld) in Schatz
       verwandelt und dafür ein Teil seines Mehrwerts nicht in Konsumti-
       onsmitteln verausgabt. Da beständig neue Goldminen in Angriff ge-
       nommen oder alte wieder eröffnet werden, so bildet eine bestimmte
       Proportion des  von 1g  in v  auszulegenden Geldes stets Teil der
       vor der  neuen Goldproduktion  vorhandnen Geldmasse,  die von  Ig
       vermittelst ihrer Arbeiter in II hineingeworfen wird, und, soweit
       sie nicht aus II zu Ig zurückgekehrt, bildet sie dort Element der
       Schatzbildung.
       Was aber  (Ig)m angeht,  so kann Ig hier stets als Käufer auftre-
       ten; es wirft sein in als Gold in die Zirkulation und zieht dafür
       Konsumtionsmittel IIc heraus; hier wird das Gold zum Teil als Ma-
       terial vernutzt,  fungiert daher  als wirkliches Element des kon-
       stanten Bestandteils  c des  produktiven Kapitals  II; und soweit
       dies nicht der Fall, wird es wieder Element der
       
       #469# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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       Schatzbildung als in Geld verharrender Teil von II. Es zeigt sich
       - auch  abgesehn von  dem später  zu betrachtenden  Ic 55) -, wie
       selbst bei einfacher Reproduktion, wenn hier auch Akkumulation im
       eigentlichen Sinn  des Worts,  d.h. Reproduktion  auf erweiterter
       Stufenleiter,  ausgeschlossen,  dagegen  Geldaufspeicherung  oder
       Schatzbildung notwendig  eingeschlossen ist.  Und  da  sich  dies
       jährlich neu wiederholt, so erklärt sich damit die Voraussetzung,
       von welcher  bei Betrachtung der kapitalistischen Produktion aus-
       gegangen wird:  daß sich bei Beginn der Reproduktion eine dem Wa-
       renumsatz entsprechende  Masse von  Geldmitteln in den Händen der
       Kapitalistenklassen I und II befindet. Solche Aufspeicherung fin-
       det statt selbst nach Abzug des durch Verschleiß des zirkulieren-
       den Geldes verlorengehenden Goldes.
       Es versteht  sich von  selbst, daß  je fortgeschrittner  das  Le-
       bensalter der  kapitalistischen Produktion,  um so größer die al-
       lerseits aufgehäufte  Geldmasse, um  so kleiner  also die Propor-
       tion, die  die jährliche neue Goldproduktion dieser Masse zufügt,
       obgleich dieser Zuschuß seiner absoluten Quantität nach bedeutend
       sein kann. Im allgemeinen wollen wir nur noch einmal zurückkommen
       auf den  gegen Tooke  gemachten Einwurf  1*): wie ist es möglich,
       daß jeder  Kapitalist in  Geld einen  Mehrwert aus dem jährlichen
       Produkt herauszieht,  d.h. mehr Geld herauszieht aus der Zirkula-
       tion, als er hineinwirft, da in letzter Instanz die Kapitalisten-
       klasse selbst als die Quelle betrachtet werden muß, die überhaupt
       das Geld in die Zirkulation wirft?
       Wir bemerken  hierauf, unter  Zusammenfassung  des  schon  früher
       (Kap. XVII) Entwickelten:
       1. Die  einzige hier  erforderliche Voraussetzung:  daß überhaupt
       Geld genug  vorhanden sei, um die verschiednen Elemente der jähr-
       lichen Reproduktionsmasse  umzusetzen -, wird in keiner Weise da-
       durch berührt,  daß ein Teil des Warenwerts aus Mehrwert besteht.
       Gesetzt, die  ganze Produktion  gehöre den Arbeitern selbst, ihre
       Mehrarbeit sei  also nur Mehrarbeit für sie selbst, nicht für die
       Kapitalisten, so  wäre die  Masse des  zirkulierenden  Warenwerts
       dieselbe und erheischte bei sonst gleichbleibenden Umständen die-
       selbe Geldmasse  zu ihrer Zirkulation. Es fragt sich also in bei-
       den Fällen  nur: Wo kommt das Geld her, um diesen Gesamtwarenwert
       umzusetzen? -  Und in keiner Weise: Wo kommt das Geld zur Versil-
       berung des Mehrwerts her?
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       55) Die  Untersuchung aber  den Ambusch  von neuproduziertem Gold
       innerhalb des  konstanten Kapitals der Abteilung I findet sich im
       Manuskript nicht. - F.E.
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       1*) Siehe vorl. Band, S. 331
       
       #470# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation
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       Allerdings, um  noch einmal  darauf zurückzukommen,  besteht jede
       einzelne Ware  aus c + v + m, und es ist also zur Zirkulation der
       gesamten Warenmasse einerseits eine bestimmte Geldsumme nötig zur
       Zirkulation des  Kapitals c  + v und andrerseits eine andre Geld-
       summe zur Zirkulation der Revenue der Kapitalisten, des Mehrwerts
       m. Wie  für die  einzelnen Kapitalisten,  so für die ganze Klasse
       ist das  Geld, worin  sie Kapital vorschießt, verschieden von dem
       Geld, worin  sie Revenue  verausgabt. Woher  kommt  dies  letztre
       Geld? Einfach  daher, daß  von der  in der Hand der Kapitalisten-
       klasse befindlichen  Geldmasse, also im ganzen und großen von der
       innerhalb der  Gesellschaft befindlichen  gesamten Geldmasse, ein
       Teil die Revenue der Kapitalisten zirkuliert. Man sah schon oben,
       wie jeder  ein neues  Geschäft einrichtende  Kapitalist das Geld,
       das er zu seiner Erhaltung in Konsumtionsmitteln verausgabt, wie-
       der zurückfischt  als zur Versilberung seines Mehrwerts dienendes
       Geld, sobald  das Geschäft einmal im Gang. Aber allgemein gespro-
       chen kommt die ganze Schwierigkeit aus zwei Quellen her:
       Erstens: Betrachten wir bloß die Zirkulation und den Umschlag des
       Kapitals, also  auch den Kapitalisten nur als Personifikation des
       Kapitals nicht  als kapitalistischen  Konsumenten und Lebemann -,
       so sehn wir ihn zwar beständig Mehrwert in die Zirkulation werfen
       als Bestandteil  seines Warenkapitals, aber wir sehn nie das Geld
       als Form  der Revenue  in seiner  Hand; wir sehn ihn nie Geld zum
       Verzehr des Mehrwerts in die Zirkulation werfen.
       Zweitens: Wirft  die Kapitalistenklasse eine gewisse Geldsumme in
       Gestalt von  Revenue in Zirkulation, so scheint es, als zahle sie
       ein Äquivalent  für diesen Teil des jährlichen Gesamtprodukts und
       höre dieser  somit auf,  Mehrwert darzustellen.  Das  Mehrprodukt
       aber, worin sich der Mehrwert darstellt, kostet der Kapitalisten-
       klasse nichts. Als Klasse besitzt und genießt sie es umsonst, und
       daran kann  die Geldzirkulation  nichts ändern.  Die Veränderung,
       die diese  verttelt, besteht einfach darin, daß jeder Kapitalist,
       statt sein  Mehrprodukt in  natura zu  verzehren, was  meist  gar
       nicht angeht,  Waren aller  Art bis  zum Belauf des von ihm ange-
       eigneten Mehrwerts  aus dem  Gesamtstock des  jährlichen  gesell-
       schaftlichen Mehrprodukts herauszieht und sich aneignet. Aber der
       Mechanismus der  Zirkulation hat  gezeigt, daß wenn die Kapitali-
       stenklasse Geld  zur Verausgabung  von Revenue in die Zirkulation
       hineinwirft, sie  selbiges Geld  auch wieder der Zirkulation ent-
       zieht und  also denselben  Prozeß stets  von neuem beginnen kann;
       daß sie  also als  Kapitalistenklasse betrachtet, nach wie vor im
       Besitz dieser  zur Versilberung  des Mehrwerts  nötigen Geldsumme
       bleibt. Wenn also nicht nur
       
       #471# 20. Kapitel - Einfachee Reproduktion
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       der Mehrwert, in Form von Waren, vom Kapitalisten für seinen Kon-
       sumtionsfonds dem  Warenmarkt entzogen wird, sondern zugleich das
       Geld, womit  er diese Waren kauft, an ihn zurückfließt, so hat er
       offenbar die  Waren ohne  Äquvalent der Zirkulation entzogen. Sie
       kosten ihm  nichts, obgleich  er sie mit Geld zahlt. Wenn ich mit
       einem Pfund  Sterling Waren  kaufe und mir der Verkäufer der Ware
       das Pfund  zurückgibt für  Mehrprodukt, das  mich nichts gekostet
       hat, habe ich offenbar die Waren umsonst erhalten. Die beständige
       Wiederholung dieser  Operation ändert  nichts daran,  daß ich be-
       ständig Waren  entziehe  und  beständig  im  Besitz  des  Pfundes
       bleibe, obgleich  ich mich desselben zum Bezug der Waren vorüber-
       gehend entäußere.  Der Kapitalist  erhält beständig dies Geld zu-
       rück als Versilberung von Mehrwert, der ihm nichts gekostet hat.
       Wir sahn,  daß bei A. Smith der gesamte gesellschaftliche Produk-
       tenwert sich auflöst in Revenue, in v + m, daß also der konstante
       Kapitalwert gleich  Null gesetzt  wird. Es folgt daher notwendig,
       daß das zur Zirkulation der jährlichen Revenue erforderliche Geld
       auch hinreichend ist zur Zirkulation des gesamten jährlichen Pro-
       dukts; daß  also, in unserm Fall, das zur Zirkulation der Konsum-
       tionsmittel zum  Wert von 3000 nötige Geld hinreicht zur Zirkula-
       tion des  gesamten Jahresprodukts  zum Wert  von ffl. Dies ist in
       der Tat A. Smiths Ansicht, und sie wird von Th. Tooke wiederholt.
       Diese falsche Vorstellung vom Verhältnis der zur Versilberung der
       Revenue erforderlichen  Geldma zur  Geldmasse, welche das gesamte
       gesellschaftliche Produkt  zirkuliert, ist ein notwendiges Resul-
       tat der  nicht  begriffnen,  gedankenlos  vorgestellten  Art  und
       Weise, wie  die verschiednen  stofflichen  und  Wertelemente  des
       jährlichen Gesamtprodukts sich reproduzieren und jährlich ersetzt
       werden. Sie ist daher bereits widerlegt.
       Hören wir Smith und Tooke selbst.
       Smith sagt, Book II, ch. 2:
       
       "Die Zirkulation  jedes Landes kann in zwei Teile geschieden wer-
       den:. die  Zirkulation der Händler untereinander und die Zirkula-
       tion zwischen Händlern und Konsumenten. Wenn auch dieselben Geld-
       stücke, Papier oder Metall, bald in der einen, bald in der andern
       Zirkulation verwandt werden mögen, so gehn doch beide fortwährend
       gleichzeitig nebeneinander  vor, und jede von beiden bedarf daher
       einer bestimmten  Geldmasse dieser  oder jener Art, um in Gang zu
       bleiben. Der  Wert der  zwischen den verschiednen Händlern zirku-
       lierten Waren kann nie den Wert der zwischen den Händlern und den
       Konsumenten zirkulierten  Waren übersteigen; denn was die Händler
       auch immer  kaufen, muß  doch schließlich an die Konsumenten ver-
       kauft werden.  Da die  Zirkulation zwischen  den Händlern en gros
       geschieht, erfordert sie im allgemeinen eine ziemlich große Summe
       für jeden einzelnen Umsatz. Die Zirkulation zwischen
       
       #472# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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       Händlern und  Konsumenten dagegen  geschieht meist  en detail und
       erfordert oft  nur sehr  kleine Geldbeträge;  ein Schilling  oder
       selbst ein  halber Penny genügt manchmal. Aber kleine Summen zir-
       kulieren weit  rascher als große... Obgleich die jährlichen Käufe
       aller Konsumenten  daher denen  aller Händler an Wert mindestens"
       {dies "mindestens"  ist gut!} "gleich sind, so können sie doch in
       der Regel mit einerweit geringem Geldmasse erledigt werden" usw.
       
       Zu dieser  Stelle Adams  bemerkt Th.  Tooke ("An Inquiry into the
       Currency Principle", London 1844, p. 34-36 passim).
       
       "Es kann  kein Zweifel  bestehn, daß  dieser hier gemachte Unter-
       schied der Sache nach richtig ist... Der Austausch zwischen Händ-
       lern und  Konsumenten schließt  auch die Zahlung des Arbeitslohns
       ein, der  die Haupteinnahme (the principal means) der Konsumenten
       ausmacht... Alle  Umsätze von Händler zu Händler, d. h. alle Ver-
       käufe vom  Produzenten oder  Importeur an, durch alle Abstufungen
       von Zwischenprozessen  der Manufaktur  usw. bis herab zum Detail-
       händIer oder Exportkaufmann, sind auflösbar in Bewegungen von Ka-
       pitalübertragung. Kapitalübertragungen  setzen aber nicht notwen-
       dig voraus,  und führen  in der Tat auch nicht wirklich mit sich,
       in der  großen Masse  der Umsätze,  eine wirkliche  Abtretung von
       Banknoten oder Münze - ich meine eine materielle, nicht fingierte
       Abtretung -  zur Zeit der Übertragung... Der Gesamtbetrag der Um-
       sätze zwischen  Hindlern und  Händlern muß in letzter Instanz be-
       stimmt und  begrenzt sein  durch den  Betrag der Umsätze zwischen
       Händlern und Konsumenten."
       
       Stände der  letzte Satz  vereinzelt, so könnte man glauben, Tooke
       konstatiere bloß,  daß ein Verhältnis stattfinde zwischen den Um-
       sätzen von Händler zu Händler und denen von Händler zu Konsument,
       in andern  Worten, zwischen dem Wert der jährlichen Gesamtrevenue
       und dem  Wert des  Kapitals, womit  sie produziert wird. Dies ist
       jedoch nicht  der Fall.  Er bekennt sich ausdrücklich zur Auffas-
       sung A.  Smiths. Eine  besondre Kritik seiner Zirkulationstheorie
       ist daher überflüssig.
       2. Jedes  industrielle Kapital wirft bei seinem Beginn auf einmal
       Geld in  Zirkulation für  seinen ganzen fixen Bestandteil, den es
       nur allmählich  in einer  Reihe von  Jahren durch  Verkauf seines
       jährlichen Produkts  wieder herauszieht.  Es wirft  also zunächst
       mehr Geld  in die  Zirkulation hinein,  als es ihr entzieht. Dies
       wiederholt sich Jedesmal bei Erneuerung des Gesamtkapitals in na-
       tura; es wiederholt sich Jedes Jahr für eine bestimmte Anzahl Ge-
       schäfte, deren fixes Kapital in natura zu erneuern; es wiederholt
       sich stückweis bei jeder Reparatur, bei jeder nur bruchweisen Er-
       neuerung des  fixen Kapitals.  Wird also  von der einen Seite der
       Zirkulation mehr Geld entzogen als hineingeworfen, so von der an-
       dern Seite umgekehrt.
       In allen  Industriezweigen, deren  Produktionsperlode  (als  ver-
       schieden von der Arbeitsperiode) längre Zeit umfaßt, wird während
       derselben von
       
       #473# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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       den kapitalistischen  Produzenten beständig  Geld in die Zirkula-
       tion geworfen,  teils in  Zahlung der  angewandten  Arbeitskraft,
       teils in  Ankauf der zu verbrauchenden Produktionsmittel; es wer-
       den so  Produktionsmittel direkt,  Konsumtionsmittel teils  indi-
       rekt, durch  die ihren Arbeitslohn verausgabenden Arbeiter, teils
       direkt durch die ihren Verzehr keineswegs suspendierenden Kapita-
       listen selbst,  dem Warenmarkt entzogen, ohne daß diese Kapitali-
       sten zunächst  gleichzeitig ein  Äquivalent in Waren in den Markt
       würfen. Während dieser Periode dient das von ihnen in Zirkulation
       geworfne Geld  zur Versilberung  von Warenwert,  inkl. des  darin
       enthaltnen Mehrwerts.  Sehr bedeutend wird dies Moment in entwic-
       kelter kapitalistischer  Produktion bei  langatmigen Unternehmun-
       gen, ausgeführt von Aktiengesellschaften etc., wie Anlage von Ei-
       senbahnen, Kanälen,  Docks,  großen  städtischen  Bauten,  Eisen-
       schiffsbau, Drainierung von Land auf großem Umfang etc.
       3. Während  die andern  Kapitalisten, abgesehn von der Auslage in
       fixem Kapital, mehr Geld aus der Zirkulation herausziehn, als sie
       beim Kauf  der Arbeitskraft  und der zirkulierenden Elemente hin-
       eingeworfen, wird  von den Gold und Silber produzierenden Kapita-
       listen, abgesehn  von dem Edelmetall, das als Rohstoff dient, nur
       Geld in  die Zirkulation geworfen, während ihr nur Waren entzogen
       werden. Das  konstante Kapital, mit Ausnahme des Verschleißteils,
       der größre  Teil des  variablen und  der ganze Mehrwert, mit Aus-
       nahme des etwa in ihren eignen Händen sich aufhäufenden Schatzes,
       wird als Geld in die Zirkulation geworfen.
       4. Einerseits  zirkulieren zwar  allerlei Dinge  als  Waren,  die
       nicht innerhalb des Jahres produziert worden, Grundstücke, Häuser
       etc., ferner  Produkte, deren  Produktionsperiode sich  über mehr
       als ein Jahr erstreckt, Vieh, Holz, Wein usw. Für diese und andre
       Phänomene ist  es wichtig festzuhalten, daß außer der für die un-
       mittelbare Zirkultion erheischten Geldsumme sich stets ein gewis-
       ses Quantum  in latentem,  nicht fungierendem  Zustand vorfindet,
       das bei  gegebnem Anstoß in Funktion treten kann. Auch zirkuliert
       der Wert  solcher Produkte  oft stückweis und allmählich, wie der
       Wert von Häusern in der Miete einer Reihe von Jahren.
       Andrerseits werden nicht alle Bewegungen des Reproduktionsprozes-
       ses durch Geldzirkulation vermittelt. Der gesamte Produktionspro-
       zeß, sobald  seine elemente  einmal angeschafft, ist davon ausge-
       schlossen. Ferner  alles Produkt, das der Produzent direkt selbst
       wieder konsumiert  - sei  es individuell,  sei es produktiv, wozu
       auch Naturalverpflegung ländlicher Arbeiter gehört.
       Die Geldmasse  also, welche das jährliche Produkt zirkuliert, ist
       in der  Gesellschaft vorhanden, nach und nach akkumuliert worden.
       Sie gehört
       
       #474# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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       nicht zum Wertprodukt dieses Jahrs, mit Ausnahme etwa des Ersatz-
       golds für verschlißne Münzen.
       Es ist bei dieser Darstellung vorausgesetzt exklusive Zirkulation
       von Edelmetallgeld  und bei dieser wieder die einfachste Form ba-
       rer Käufe und Verkäufe; obwohl auf Basis bloßer Metallzirkulation
       das Geld  auch als  Zahlungsmittel fungieren  kann und historisch
       wirklich so fungiert hat und auf dieser Basis ein Kreditwesen und
       bestimmte Seiten seines Mechanismus sich entwickelt haben.
       Diese Voraussetzung  wird gemacht  nicht  bloß  aus  methodischen
       Rücksichten, deren  Gewicht sich  schon darin  zeigt, daß  sowohl
       Tooke und  seine Schule wie ihre Gegner in ihren Kontroversen be-
       ständig gezwungen  waren, bei Erörterung der Banknotenzirkulation
       wieder rückzugreifen zur Hypothese rein metallischer Zirkulation.
       Sie waren  gezwungen, dies post festum zu tun, taten es aber dann
       sehr oberflächlich, und zwar notwendig, weil der Ausgangspunkt so
       nur die Rolle eines Inzidentpunkts in der Analyse spielt.
       Aber die  einfachste Betrachtung der in ihrer naturwüchsigen Form
       dargestellten Geldzirkulation - und diese ist hier immanentes Mo-
       ment des jährlichen Reproduktionsprozesses - zeigt:
       a) Entwickelte  kapitalistische  Produktion  vorausgesetzt,  also
       Herrschaft des  Lohnarbeitssystems, spielt offenbar das Geldkapi-
       tal eine  Hauptrolle, soweit es die Form ist, in der das variable
       Kapital vorgeschossen  wird. Im  Maß, wie sich das Lohnarbeitssy-
       stem entwickelt, verwandelt sich alles Produkt in Ware, muß daher
       auch -  mit einigen wichtigen Ausnahmen allzusamt die Verwandlung
       in Geld als eine Phase seiner Bewegung durchlaufen. Die Masse des
       zirkulierenden Geldes  muß zu  dieser Versilberung der Waren hin-
       reichen, und  der größte Teil dieser Masse wird geliefert in Form
       des Arbeitslohns,  des Geldes, das als Geldform des variablen Ka-
       pitals in Zahlung der Arbeitskraft von industriellen Kapitalisten
       vorgeschossen, in  den Händen  der Arbeiter - seiner großen Masse
       nach -  nur als  Zirkulationsmittel (Kaufmittel) fungiert. Es ist
       dies ganz  im Gegensatz  zur Naturalwirtschaft,  wie sie vorwiegt
       auf Basis  jedes Hörigkeitssystems  (Leibeigenschaft eingeschlos-
       sen) und noch mehr auf der mehr oder weniger primitiver Gemeinwe-
       sen, ob  diese nun  mit Hörigkeits-  oder  Sklavereiverhältnissen
       versetzt seien oder nicht.
       Im Sklavensystem  spielt das  Geldkapital, das  im Ankauf der Ar-
       beitskraft ausgelegt wird, die Rolle von Geldform des fixen Kapi-
       tals, das  nur allmählich  ersetzt wird,  nach Ablauf der aktiven
       Lebensperiode des  Sklaven. Bei  den Athenern  wird daher der Ge-
       winn, den ein Sklavenbesitzer direkt
       
       #475# 20. Kapitel - Einfache Reproduktion
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       durch industrielle  Verwendung seines Sklaven oder indirekt durch
       Vermietung desselben  an andre  industrielle Verwender  (z.B. für
       Bergwerksarbeit) zieht, auch nur betrachtet als Zins (nebst Amor-
       tisation) des vorgeschoßnen Geldkapitals, ganz wie in der kapita-
       listischen Produktion  der industrielle  Kapitalist ein Stück des
       Mehrwerts plus dem Verschleiß des fixen Kapitals als Zins und Er-
       satz seines fixen Kapitals in Rechnung setzt; wie dies auch Regel
       ist bei  den fixes  Kapital (Häuser, Maschinen etc.) vermietenden
       Kapitalisten. Bloße  Haussklaven, sei  es, daß  sie zur  Leistung
       notwendiger Dienste oder bloß zur Luxusparade dienen, kommen hier
       nicht in  Betracht, sie entsprechen unsrer dienenden Klasse. Aber
       auch das  Sklavensystem -  sofern es  in Agrikultur,  Manufaktur,
       Schiffsbetrieb etc.  die herrschende  Form der produktiven Arbeit
       ist, wie  in den  entwickelten Staaten Griechenlands und in Rom -
       behält ein  Element der  Naturalwirtschaft bei.  Der Sklavenmarkt
       selbst erhält  beständig Zufuhr  seiner  Arbeitskraft-Ware  durch
       Krieg, Seeraub  etc., und dieser Raub ist seinerseits nicht durch
       einen  Zirkulationsprozeß  vermittelt,  sondern  Naturalaneignung
       fremder Arbeitskraft  durch direkten  physischen Zwang. Selbst in
       den Vereinigten  Staaten, nachdem das Zwischengebiet zwischen den
       Lohnarbeitsstaaten des  Nordens und den Sklavenstaaten des Südens
       sich in  ein Sklavenzuchtgebiet für den Süden verwandelt, wo also
       der auf  den Sklavenmarkt  geworfne Sklave selbst ein Element der
       jährlichen Reproduktion  geworden, genügte  das für  längre  Zeit
       nicht, sondern  wurde noch möglichst lange afrikanischer Sklaven-
       handel zur Füllung des Markts fortgetrieben.
       b) Die  auf Basis der kapitalistischen Produktion sich naturwüch-
       sig vollziehenden  Ab- und  Rückströmungen des  Geldes bei Umsatz
       des jährlichen  Produkts; die einmaligen Vorschüsse von fixen Ka-
       pitalen, ihrem  ganzen Wertumfang  nach, und das sukzessive, über
       jahrelange Perioden sich verbreitende Herausziehn ihres Werts aus
       der Zirkulation, also ihre allmähliche Rekonstitution in Geldform
       durch jährliche  Schatzbildung, eine  Schatzbildung, ihrem  Wesen
       nach total  verschieden von  der ihr parallel gehenden, auf jähr-
       lich neuer  Goldproduktion  beruhenden  Schatzbildung;  die  ver-
       schiedne Länge der Zeit, worin je nach der Länge der Produktions-
       perioden der  Waren Geld  vorgeschossen, also  auch vorher  schon
       stets von  neuem aufgeschatzt  werden muß, bevor es durch Verkauf
       der Ware  aus der Zirkulation zurückgezogen werden kann; die ver-
       schiedne Länge  der Vorschußzeit,  die schon  allein aus der ver-
       schiednen Entfernung  des Produkttionsorts  vom Absatzmarkt  ent-
       steht; ebenso  die Verschiedenheit in Größe und Periode des Rück-
       flusses je  nach dem Stand, resp. der relativen Größe der Produk-
       tionsvorräte in verschiednen Geschäften und bei den verschiednen
       
       #476# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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       einzelnen Kapitalisten  desselben Geschäftszweigs,  also die Ter-
       mine der  Einkäufe von  Elementen des konstanten Kapitals - alles
       das während  des Reproduktionsjahrs:  alle diese verschiednen Mo-
       mente der naturwüchsigen Bewegung brauchen sich bloß durch Erfah-
       rung bemerklich  und auffallend  gemacht zu  haben, um  planmäßig
       sowohl zu den mechanischen Hilfsmitteln des Kreditsystems den An-
       laß zu  geben wie auch zu der wirklichen Auffischung der vorhand-
       nen verleihbaren Kapitale.
       Es kommt hierzu noch der Unterschied der Geschäfte, deren Produk-
       tion unter  sonst normalen  Verhältnissen kontinuierlich auf der-
       selben Stufenielter vor sich geht, und solcher, die in verschied-
       nen Perioden des Jahrs Arbeitskraft in verschiednem Umfang anwen-
       den, wie die Landwirtschaft.

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