Quelle: MEW 24 Das Kapital - Zweiter Band


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       EINUNDZWANZIGSTES KAPITEL 57)
       Akkumulation und erweiterte Reproduktion
       
       Es wurde  in Buch I gezeigt, wie die Akkumulation für den einzel-
       nen Kapitalisten  verläuft. Durch die Versilberung des Warenkapi-
       tals wird  auch das Mehrprodukt versilbert, in dem sich der Mehr-
       wert darstellt.  Diesen so in Geld verwandelten Mehrwert rückver-
       wandelt der Kapitalist in zuschüssige Naturalelemente seines pro-
       duktiven Kapitals.  Im nächsten  Kreislauf der Produktion liefert
       das vergrößerte  Kapital ein  vergrößertes Produkt. Was aber beim
       individuellen Kapital,  muß auch erscheinen in der jährlichen Ge-
       samtreproduktion, ganz  wie wir gesehn bei Betrachtung der einfa-
       chen Reproduktion, daß der sukzessive Niederschlag - beim indivi-
       duellen Kapital - seiner verbrauchten fixen Bestandteile in Geld,
       das aufgeschatzt  wird, sich auch in der jährlichen gesellschaft-
       lichen Reproduktion ausdrückt.
       Wenn ein  individuelles Kapital  = 400c + 100v ist, der jährliche
       Mehrwert =  100, so  ist das  Warenprodukt =  400c + 100v + 100m.
       Diese 600  werden in Geld verwandelt. Von diesem Geld werden wie-
       der 400c umgesetzt in Naturalform von konstantem Kapital, 100v in
       Arbeitskraft, und - falls der gesamte Mehrwert akkumuliert wird -
       außerdem 100m  verwandelt  in  zuschüssiges  konstantes  Kapital,
       durch Umsatz  in Naturalelemente des produktiven Kapitals. Es ist
       dabei unterstellt:  1. daß diese Summe unter den gegebnen techni-
       schen Bedingungen genügend ist, sei es zur Ausdehnung des fungie-
       renden konstanten  Kapitals, sei  es zur Anlage eines neuen indu-
       striellen Geschäfts.  Es kann aber auch sein, daß die Verwandlung
       von Mehrwert  in Geld und die Aufschatzung dieses Geldes für viel
       längre Zeit nötig ist, bevor dieser Prozeß statthaben, also wirk-
       liche Akkumulation,  Erweitrung der Produktion eintreten kann. 2.
       Es ist  vorausgesetzt, daß in der Tat schon vorher Produktion auf
       erweiterter Stufenleiter  eingetreten; denn  um das  Geld (den in
       Geld aufgeschatzten Mehrwert) in Elemente des
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       57) Von hier bis zum Schluß Manuskript VIII.
       
       #486# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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       produktiven Kapitals  verwandeln zu können, müssen diese Elemente
       als Waren auf dem Markte kaufbar sein, es macht dabei auch keinen
       Unterschied, wenn sie nicht als fertige Ware gekauft, sondern auf
       Bestellung angefertigt  werden. Bezahlt  werden sie erst, nachdem
       sie da  sind, und  jedenfalls nachdem mit Bezug auf sie wirkliche
       Reproduktion auf  erweiterter Stufenleiter, Ausdehnung der bisher
       normalen Produktion, bereits stattgefunden hat. Sie mußten poten-
       tiell, d.h. in ihren Elementen da sein, da es doch nur des Ansto-
       ßes der Bestellung, d.h. eines dem Dasein der Ware vorausgehenden
       Kaufs derselben  und ihres  antizipierten Verkaufs  bedarf, damit
       ihre Produktion wirklich stattfinde. Das Geld auf der einen Seite
       ruft dann  die erweiterte  Reproduktion auf der andern ins Leben,
       weil deren  Möglichkeit   o h n e   das Geld da ist; denn Geld an
       sich selbst ist kein Element der wirklichen Reproduktion.
       Wenn Kapitalist A z.B. während eines Jahrs oder einer größren An-
       zahl von  Jahren die  sukzessive von  ihm produzierten Mengen von
       Warenprodukt verkauft,  so verwandelt  er auch damit den Teil des
       Warenprodukts, der  Träger des Mehrwerts ist - das Mehrprodukt -,
       also den  von ihm  in Warenform produzierten Mehrwert selbst suk-
       zessive in Geld, speichert dies nach und nach auf und bildet sich
       so potentielles neues Geldkapital; potentiell wegen seiner Fähig-
       keit und  Bestimmung, in  Elemente von  produktivem Kapital umge-
       setzt zu  werden. Tatsächlich  aber  vollzieht  er  nur  einfache
       Schatzbildung, die  kein Element der wirklichen Reproduktion ist.
       Seine Tätigkeit  besteht dabei  zunächst nur  im sukzessiven Ent-
       ziehn von  zirkulierendem Geld  aus der Zirkulation, wobei natür-
       lich nicht ausgeschlossen ist, daß das zirkullerende Geld, das er
       so unter  Schloß und Riegel sperrt, eben selbst noch - vor seinem
       Eintritt in  die Zirkulation  - Teil  eines andern  Schatzes war.
       Dieser Schatz  des A,  der potentiell  neues Geldkapital ist, ist
       kein zusätzlicher  gesellschaftlicher Reichtum,  ebensowenig  wie
       wenn es  in Konsumtionsmitteln  verausgabt würde.  Aber Geld, das
       dem Umlauf entzogen, also vorher in ihm vorhanden war, mag vorher
       schon einmal  als Schatzbestandteil  gelagert haben oder Geldform
       von Arbeitslohn  gewesen sein,  Produktionsmittel oder andre Ware
       versilbert, konstante  Kapitalteile oder  Revenue eines Kapitali-
       sten zirkuliert  haben. Es  ist ebensowenig  neuer Reichtum,  als
       Geld, vom  Standpunkt der einfachen Warenzirkulation aus betrach-
       tet, Träger  nicht nur  seines vorhandnen, sondern seines zehnfa-
       chen Werts  ist, weil  es zehnmal  im Tag umgeschlagen, zehn ver-
       schiedne Warenwerte  realisiert hat.  Die Waren  sind ohne es da,
       und es  selbst bleibt,  was es ist (oder wird noch geringer durch
       Verschleiß) in  einem Umschlag  oder in zehn. Nur in der Goldpro-
       duktion - soweit das Goldprodukt Mehrprodukt
       
       #487# 21. Kapitel - Akkumulation und erweiterte Reproduktion
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       enthält, Träger  von Mehrwert  - ist neuer Reichtum (potentielles
       Geld) geschaffen,  und nur  soweit das ganze neue Goldprodukt 1*)
       in Zirkulation  tritt, vermehrt  es das Geldmaterial potentieller
       neuer Geldkapitale.
       Obgleich kein  zuschüssiger  neuer  gesellschaftlicher  Reichtum,
       stellt dieser in Geldform aufgeschatzte Mehrwert neues potentiel-
       les Geldkapital  vor, wegen  der Funktion,  für die es aufgespei-
       chert wird.  (Wir werden  später sehn, daß neues Geldkapital auch
       auf andrem  Weg, als  durch allmähliche  Vergoldung von  Mehrwert
       entspringen kann.)
       Geld wird  der Zirkulation entzogen und als Schatz aufgespeichert
       durch Verkauf der Ware ohne nachfolgenden Kauf. Wird diese Opera-
       tion also als allgemein vorsichgehend aufgefaßt, so scheint nicht
       abzusehn, wo  die Käufer  herkommen sollen, da in diesem Prozeß -
       und er muß allgemein auf, gefaßt werden, indem jedes individuelle
       Kapital sich  in Akkamulationsprozedur befinden kann - jeder ver-
       kaufen will, um aufzuschatzen, keiner kaufen.
       Stellte man sich den Zirkulationsprozeß zwischen den verschiednen
       Teilen der  jährlichen Reproduktion  als in gerader Linie verlau-
       fend vor  - was  falsch, da er mit wenigen Ausnahmen allzumal aus
       gegeneinander rückläufigen Bewegungen besteht -, so müßte man mit
       dem Gold- (resp. Silber-)Produzenten beginnen, der kauft, ohne zu
       verkaufen, und  voraussetzen, daß  alle andren  an ihn verkaufen.
       Dann ginge  das gesamte  jährliche gesellschaftliche  Mehrprodukt
       (der Träger  des gesamten  Mehrwerts) an  ihn über, und sämtliche
       andre Kapitalisten verteilen pro rata unter sich sein von Na. tur
       in Geld  existierendes Mehrprodukt,  die Naturalvergoldung seines
       Mehrwerts; denn  der Teil  des Produkts  des Goldproduzenten, der
       sein fungie.  rendes Kapital  zu ersetzen hat, ist schon gebunden
       und darüber  verfügt. Der  in Gold produzierte Mehrwert des Cold-
       produzenten wäre dann der einzige Fonds, aus dem alle übrigen Ka-
       pitalisten die  Materie für  Vergoldung ihres jährlichen Mehrpro-
       dukts ziehn.  Er müi3te  also der  Wertgröße nach gleich sein dem
       ganzen gesellschaftlichen  jährlichen Mehrwert,  der erst  in die
       Form von Schatz sich verpuppen muß. SO abgeschmackt diese Voraus-
       setzungen, so  hülfen sie  zu weiter  nichts, als die Möglichkeit
       einer allgemeinen gleichzeitigen Schatzbildung zu erklären, womit
       die Reproduktion  selbst, außer auf Seite der Coldproduzenten, um
       keinen Schritt weiter wäre. Bevor wir diese scheinbare Schwierig-
       keit lösen,  ist zu  unterscheiden: Akkumulation  in Abteilung  I
       (Produktion von Produktionstteln) und in Abteilung II (Produktion
       von Konsumtionsmitteln). Wir beginnen mit I.
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       1*) 1.  und 2.  Auflage: Geldprodukt; geändert nach der Druckvor-
       lage von Engels
       
       #488# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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       I. Akkumulation in Abteilung I
       
       1. Schatzbildung
       
       Es ist klar, daß sowohl die Kapitalanlagen in den zahlreichen In-
       dustriezweigen, woraus Klasse I besteht, wie die verschiednen in-
       dividuellen  Kapitalanlagen  innerhalb  jedes  dieser  Industrie-
       zweige, je  nach ihrem  Lebensalter, d.h.  ihrer schon verfloßnen
       Funktionsdauer, ganz  abgesehn von  ihrem Umfang, technischen Be-
       dingungen, Marktverhältnissen  usw., sich auf verschiednen Stufen
       des Prozesses  der sukzessiven Verwandlung von Mehrwert in poten-
       tielles Geldkapital  befinden, ob dies Geldkapital nun zur Erwei-
       terung ihres  fungierenden Kapitals  dienen soll  oder zur Anlage
       neuer industrieller  Geschäfte -  den zwei Formen der Erweiterung
       der Produktion.  Ein Teil  der Kapitalisten  verwandelt daher be-
       ständig sein  zu entsprechender  Größe angewachsnes  potentielles
       Geldkapital in produktives Kapital, d.h. kauft mit dem durch Ver-
       goldung von  Mehrwert aufgeschatzten  Geld Poduktionsmittel,  zu-
       schüssige Elemente  von konstantem  Kapital; während  ein  andrer
       Teil noch  beschäftigt ist mit der Aufschatzung seines potentiel-
       len Geldkapitals.  Kapitalisten, diesen beiden Kategorien angehö-
       rig, treten sich also gegenüber, die einen als Käufer, die andern
       als Verkäufer, und jeder der beiden in dieser exklusiven Rolle.
       A verkaufe  z.B. 600  (= 400c  + 100v  + 100m) an B (der mehr als
       einen Käufer  repräsentieren mag). Er hat für 600 Waren verkauft,
       gegen 600 in Geld, wovon 100 Mehrwert darstellen, die er der Zir-
       kulation entzieht,  sie aufschatzt  als Geld; aber diese 100 Geld
       sind nur  die Geldform  des Mehrprodukts,  das der  Träger  eines
       Werts von  100 war. Die Schatzbildung ist überhaupt keine Produk-
       tion, also von vornherein auch kein Inkrement der Produktion. Die
       Aktion des Kapitalisten dabei besteht nur darin, daß er das durch
       Verkauf des  Mehrprodukts von 100 ergatterte Geld der Zirkulation
       entzieht, festhält  und mit Beschlag belegt. Diese Operation fin-
       det nicht  nur statt  auf seiten  des A,  sondern auf zahlreichen
       Punkten der  Zirkulationsperipherie von andren A', A'', A''', Ka-
       pitalisten, die  alle ebenso  emsig an dieser Sorte Schatzbildung
       arbeiten. Diese  zahlreichen Punkte, wo Geld der Zirkulation ent-
       zogen wird  und sich in zahlreichen individuellen Schätzen, resp.
       potentiellen Geldkapitalen  aufhäuft, scheinen  ebenso viele Hin-
       dernisse der Zirkulation, weil sie das Geld immobilisieren und es
       seiner Zirkulationsfähigkeit  für längre  oder kürzre Zeit berau-
       ben. Es  ist aber zu erwägen, daß bei einfacher Warenzirkulation,
       lange bevor  diese auf kapitalistischer Warenproduktion begründet
       wird, Schatzbildung stattfindet; das in der
       
       
       #489# 21. Kapitel - Akkumulation und erweiterte Reproduktion
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       Gesellschaft vorhandne  Geldquantum ist  immer größer  als der in
       aktiver Zirkulation  befindliche Teil  desselben, obgleich dieser
       je nach  Umständen anschwillt  oder abnimmt. Diese selben Schätze
       und dieselbe Schatzbildung finden wir hier wieder, aber jetzt als
       ein dem kapitalistischen Produktionsprozeß immanentes Moment.
       Man begreift  das Vergnügen, wenn innerhalb des Kreditwesens alle
       diese potentiellen  Kapitale durch  ihre Konzentration  in Händen
       von Banken  usw. zu  disponiblem Kapital, "loanable capital" 1*),
       Geldkapital werden,  und zwar  nicht mehr zu passivem und als Zu-
       kunftsmusik, sondern zu aktivem, wucherndem (hier wuchern im Sinn
       des Wachsens).
       A vollbringt  diese Schatzbildung aber nur, sofern er - mit Bezug
       auf sein  Mehrprodukt -  nur als  Verkäufer, nicht hintennach als
       Käufer auftritt.  Seine sukzessive  Produktion von  Mehrprodukt -
       dem Träger  seines zu  vergoldenden Mehrwerts - ist also die Vor-
       aussetzung seiner  Schatzbildung. Im gegebnen Fall, wo die Zirku-
       lation nur  innerhalb Kategorie  I betrachtet wird, ist die Natu-
       ralform des  Mehrprodukts, wie die des Gesamtprodukts, von dem es
       einen Teil  bildet, Naturalform eines Elements des konstanten Ka-
       pitals I,  d.h. gehört in die Kategorie der Produktionsmittel von
       Produktionsmitteln. Was  daraus wird, d.h. zu welcher Funktion es
       dient, in  der Hand der Käufer B, B', B'' etc., werden wir gleich
       sehn.
       Was aber  hier zunächst  festzuhalten, ist  dies: Obgleich A Geld
       für seinen  Mehrwert der Zirkulation entzieht und es auf schatzt,
       wirft er andrerseits Ware in sie hinein), ohne ihr 2*) andre Ware
       dafür zu  entziehn, wodurch  B, B',  B'' etc. ihrerseits befähigt
       werden, Geld  hineinzuwerfen und  dafür nur Ware ihr zu entziehn.
       Im gegebnen Fall geht diese Ware, ihrer Naturalform wie ihrer Be-
       stimmung nach,  als fixes oder flüssiges Element in das konstante
       Kapital von B, B' etc. ein. Über letztres mehr, sobald wir es mit
       dem Käufer  des Mehrprodukts,  dem B,  B' etc.  zu schaffen haben
       werden.
       
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       Bemerken wir  hier nebenbei: Wie vorher, bei Betrachtung der ein-
       fachen Reproduktion,  finden wir  hier wieder, daß der Umsatz der
       verschiednen Bestandteile des jährlichen Produkts, d.h. ihre Zir-
       kulation (die  zugleich Reproduktion des Kapitals, und zwar seine
       Wiederherstellung in seinen verschiednen Bestimmtheiten, konstan-
       tes, variables,  fixes, zirkulierendes, Geldkapital, Warenkapital
       umfassen muß)  keineswegs bloßen  Kauf von  Ware voraussetzt, der
       sich durch nachfolgenden Verkauf, oder Verkauf, der
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       1*) "verleihbarem  Kapital" -  2*) 1. und 2. Auflage: ihre; geän-
       dert nach der Druckvorlage von Engels
       
       #490# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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       sich durch nachfolgenden Kauf ergänzt, so daß tatsächlich nur Um-
       satz von Ware gegen Ware stattfände, wie die politische Ökonomie,
       namentlich die  Freihandelsschule seit  den Physiokraten und Adam
       Smith, annimmt.  Wir wissen,  daß das  fixe Kapital,  nachdem die
       Auslage dafür einmal gemacht, während seiner ganzen Funktionszeit
       nicht erneuert wird, sondern in der alten Form fortwirkt, während
       sein Wert  sich allmählich  in Geld niederschlägt. Wir sahen nun,
       daß die  periodische Erneuerung  des fixen  Kapitals IIc (welcher
       gesamte Kapitalwert  IIc sich  umsetzt in  Elemente zum  Wert von
       I(v+m)) voraussetzt  einerseits   b l o ß e n  K a u f  des fixen
       Teils von  IIc, der  sich aus Geldform in Naturalform rückverwan-
       delt und  welchem entspricht  bloßer Verkauf  von Im; andrerseits
       voraussetzt   b l o ß e n  V e r k a u f  von seiten IIc, Verkauf
       des fixen  (Verschleiß-) Wertteils  desselben, der  sich in  Geld
       niederschlägt und  welchem entspricht  bloßer Kauf  von Im. Damit
       sich hier  der Umsatz  normal vollziehe,  ist vorauszusetzen, daß
       bloßer Kauf seitens IIc dem Wertumfang nach gleich sei dem bloßen
       Verkauf seitens  IIc, und ebenso, daß der bloße Verkauf von Im an
       IIc, Teil  1, gleich  sei seinetn bloßen Kauf von IIc Teil 2. (S.
       440 1*).)  Sonst wird  die einfache  Reproduktion gestört; bloßer
       Kauf hier  muß gedeckt  werden durch  bloßen Verkauf dort. Ebenso
       ist hier  vorauszusetzen, daß der bloße Verkauf des schatzbilden-
       den Teils A, A', A'' von Im im Gleichgewicht stehe mit dem bloßen
       Kauf des  Teils B,  B', B''  in Im, der seinen Schatz in Elemente
       von zusätzlichem produktivem Kapital verwandelt.
       Soweit das Gleichgewicht dadurch hergestellt wird, daß der Käufer
       nachher und  für den  gleichen Wertbetrag  als Verkäufer auftritt
       und umgekehrt, findet Rückfluß des Geldes statt an die Seite, die
       es beim Kauf vorgeschossen, die zuerst verkauft hat, ehe sie wie-
       der kaufte. Das wirkliche Gleichgewicht, mit Bezug auf den Waren-
       umsatz selbst,  den Umsatz  der verschiednen Teile des jährlichen
       Produkts, ist  aber bedingt  durch gleichen Wertbetrag der gegen-
       einander umgesetzten Waren.
       Soweit aber  bloß einseitige  Umsätze stattfinden,  Masse  bloßer
       Käufe einerseits, Masse bloßer Verkäufe andrerseits - und wir ha-
       ben gesehn,  daß der  normale Umsatz  des jährlichen Produkts auf
       kapitalistischer Grundlage  diese einseitigen  Metamorphosen  be-
       dingt -,  ist das  Gleichgewicht nur vorhanden unter der Annahme,
       daß der  Wertbetrag der  einseitigen Käufe und der Wertbetrag der
       einseitigen Verkäufe sich decken. Die Tatsache, daß die Warenpro-
       duktion die  allgemeine Form der kapitalistischen Produktion ist,
       schießt bereits die Rolle ein, die das Geld, nicht nur als Zirku-
       lationsmittel,
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       1*) Siehe vorl. Band, S. 460
       
       #491# 21. Kapitel - Akkumulation und erweiterte Reproduktion
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       sondern als Geldkapital in derselben spielt, und erzeugt gewisse,
       dieser Produktionsweise  eigentümliche Bedingungen  des  normalen
       Umsatzes, also des normalen Verlaufs der Reproduktion, sei es auf
       einfacher, sei  es auf  erweiterter Stufenleiter,  die in  ebenso
       viele Bedingungen  des anormalen Verlaufs, Möglichkeiten von Kri-
       sen umschlagen, da das Gleichgewicht - bei der naturwüchsigen Ge-
       staltung dieser Produktion - selbst ein Zufall ist.
       Wir haben  ebenso gesehn,  daß bei  dem Umsatz von Iv, gegen ent-
       sprechenden Wertbetrag  von IIc,  zwar für IIc schließlich Ersatz
       von Ware II durch gleichen Wertbetrag von Ware I stattfindet, daß
       also seitens  des Gesamtkapitalisten  II hier  Verkauf der eignen
       Ware nachträglich  sich ergänzt  durch Kauf von Ware I zum selben
       Wertbetrag. Dieser  Ersatz findet  statt; es  findet  aber  nicht
       statt ein  Austausch seitens  der Kapitalisten I und II in diesem
       Umsatz ihrer  wechselseitigen Waren.  IIc verkauft  seine Ware an
       die Arbeiterklasse von I, diese tritt ihm einseitig als Warenkäu-
       fer, es tritt ihr einseitig als Warenverkäufer gegenüber; mit dem
       hierdurch gelösten  Geld tritt  IIc einseitig als Warenkäufer dem
       Gesamtkapitalisten I  gegenüber, dieser ihm bis zum Betrag von Iv
       einseitig als  Warenverkäufer. Nur  durch diesen Warenverkauf re-
       produziert I  schließlich sein  variables Kapital  wieder in Form
       von Geldkapital. Tritt das Kapital von I dem von II einseitig als
       Warenverkäufer bis  zum Betrag von Iv gegenüber, so seiner Arbei-
       terklasse gegenüber als Warenkäufer im Ankauf ihrer Arbeitskraft;
       und tritt  die Arbeiterklasse I dem Kapitalisten II einseitig als
       Warenkäufer gegenüber  (nämlich als Käufer von Lebensmitteln), so
       dem Kapitalisten I einseitig als Warenverkäufer, nämlich als Ver-
       käufer ihrer Arbeitskraft.
       Das fortwährende  Angebot der  Arbeitskraft von seiten der Arbei-
       terklasse in I, die Rückverwandlung eines Teils des Warenkapitals
       I in  Geldform des variablen Kapitals, der Ersatz eines Teils des
       Warenkapitals II  durch Naturalelemente  des konstanten  Kapitals
       IIc -  alle diese notwendigen Voraussetzungen bedingen sich wech-
       selseitig, werden  aber vermittelt durch einen sehr komplizierten
       Prozeß, der  drei unabhängig  voneinander vor. gehende, aber sich
       miteinander verschlingende  Zirkulationsprozesse einschließt. Die
       Kompliziertheit des  Prozesses selbst  bietet ebensoviel  Ane  zu
       anormalem Verlauf.
       
       2. Das zusätzliche konstante Kapital
       
       Das Mehrprodukt,  der Träger  des Mehrwerts, kostet den Aneignern
       desselben, den  Kapitalisten I nichts. Sie haben in keinerlei Art
       Geld oder
       
       #492# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation
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       Waren vorzuschießen,  um es  zu erhalten.  Vorschuß (avance)  ist
       schon bei den Physiokraten die allgemeine Form von Wert, verwirk-
       licht in  Elementen von  produktivem Kapital.  Was sie  also vor-
       schießen, ist  nichts als ihr kon. stantes und variables Kapital.
       Der Arbeiter  erhält ihnen  nicht nur durch seine Arbeit ihr kon-
       stantes Kapital,  er ersetzt  ihnen nicht nur den variablen Kapi-
       talwert durch  einen entsprechenden  neugeschaffnen  Wertteil  in
       Form von  Ware; durch  seine Mehrarbeit liefert er ihnen außerdem
       einen in  Form von  Mehrprodukt existierenden Mehrwert. Durch den
       sukzessiven Verkauf  dieses Mehrprodukts  bilden sie  den Schatz,
       zuschüssiges potentielles  Geldkapital. Im hier betrachteten Fall
       besteht dies  Mehrprodukt von vorn. herein aus Produktionsmitteln
       von Produktionsmitteln.  Erst in der Hand von B, B', B'' etc. (I)
       fungiert dies  Mehrprodukt als  zuschüssiges konstantes  Kapital;
       aber es ist dies virtualiter schon, bevor es verkauft wird, schon
       in der  Hand der  Schatzbildner A, A', A'' (I). Wenn wir bloß den
       Wertumfang der Reproduktion seitens I betrachten, so befinden wir
       uns noch  innerhalb der  Grenzen der einfachen Reproduktion, denn
       kein zusätzliches Kapital ist in Bewegung gesetzt worden, um dies
       virtualiter zuschüssige  konstante Kapital  (das Mehrprodukt)  zu
       schaffen, auch keine größre Mehrarbeit, als die auf Grundlage der
       einfachen Reproduktion  verausgabte. Der  Unterschied liegt  hier
       nur in  der Form  der angewandten Mehrarbeit, der konkreten Natur
       ihrer besondren  nützlichen Weise.  Sie ist  verausgabt worden in
       Produktionsmitteln für  Ic statt  für IIc,  in Produktionsmitteln
       für Produktionsmittel  statt in  Produktionsmitteln für Konsumti-
       onsmittel. Bei  der einfachen  Reproduktion wurde  vorausgesetzt,
       daß der ganze Mehrwert I verausgabt wird als Revenue, also in Wa-
       ren II; er bestand also nur aus solchen Produktionstteln, die das
       konstante Kapital  IIc in  seiner Naturalform  wieder zu ersetzen
       haben. Damit  also der Übergang von der einfachen zur erweiterten
       Reproduktion vor  sich gehe, muß die Produktion in Abteilung I im
       Stand sein, weniger Elemente des konstanten Kapitals für II, aber
       um ebensoviel  mehr für  I herzustellen.  Erleichtert wird dieser
       Übergang, der sich nicht immer ohne Schwierigkeit vollziehn wird,
       durch die  Tatsache, daß eine Anzahl Produkte von I als Produkti-
       onsmittel in beiden Abteilungen dienen können.
       Es folgt also, daß - bloß dem Wertumfang nach betrachtet - inner-
       halb der  einfachen Reproduktion  das materielle Substrat der er-
       weiterten Reproduktion  produziert wird. Es ist einfach direkt in
       Produktion von  Produktionsmitteln, in  Schöpfung von  virtuellem
       zuschüssigem Kapital  I verausgabte Mehrarbeit der Arbeiterklasse
       I. Die Bildung von virtuellem zusätzlichem Geldkapital seitens A,
       A', A'' (I) - durch sukzessiven Verkauf ihres
       
       #493# 21. Kapitel - Akkumulation und erweiterte Reproduktion
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       Mehrprodukts, das  ohne alle kapitalistische Geldausgabe gebildet
       - ist  also hier  die bloße  Geldform von zuschüssig produzierten
       Produktionsmitteln I.
       Produktion von virtuellem zusätzlichem Kapital drückt also in un-
       seren Fall  (denn wie wir sehn werden, kann es sich auch ganz an-
       ders bilden) nichts aus als ein Phänomen des Produktionsprozesses
       selbst, Produktion,  in einer  bestimmten Form, von Elementen des
       produktiven Kapitals.
       Produktion auf  großer Stufenleiter  von zuschüssigem  virtuellem
       Geldkapital -  auf zahlreichen Punkten der Zirkulationsperipherie
       - ist  also nichts als Resultat und Ausdruck vielseitiger Produk-
       tion von  virtuell zusätzlichem  produktivem Kapital, dessen Ent-
       stehung selbst  keine zusätzlichen Geldausgaben seitens der indu-
       striellen Kapitalisten voraussetzt.
       Die sukzessive Verwandlung dieses virtuell zusätzlichen produkti-
       ven Kapitals  in virtuelles  Geldkapital (Schatz)  seitens A, A',
       A'' etc.  (I), die  durch den  sukzessiven Verkauf ihres Mehrpro-
       dukts bedingt ist - also durch wiederholten einseitigen Warenver-
       kauf ohne ergänzenden Kauf vollzieht sich in wiederholter Entzie-
       hung von  Geld aus  der Zirkulation und ihr entsprechende Schatz-
       bildung. Diese Schatzbildung - ausgenommen den Fall, wo der Gold-
       produzent der  Käufer -  unterstellt in keiner Weise zusätzlichen
       Edelmetallreichtum, sondern  nur veränderte  Funktion von  bisher
       umlaufendem Geld. Eben fungierte es als Zirkulationsmittel, jetzt
       fungiert es  als Schatz, als sich bildendes, virtuell neues Geld-
       kapital. Bildung  von zusätzlichem  Geldkapital und  Masse des in
       einem Lande  befindlichen edlen  Metalls stehn also in keiner ur-
       sächlichen Verbindung miteinander.
       Es folgt  daher ferner: je größer das bereits in einem Lande fun-
       gierende produktive  Kapital (eingerechnet  die ihm inkorporierte
       Arbeitskraft, die  Erzeugerin des  Mehrprodukts), je entwickelter
       die Produktivkraft der Arbeit und damit auch die technischen Mit-
       tel rascher Ausweitung der Produktion von Produktionsmitteln - je
       größer daher auch die Masse des Mehrprodukts nach seinem Wert wie
       nach der Masse der Gebrauchswerte, worin er sich darstellt -, de-
       sto größer ist
       1. das  virtuell zusätzliche  produktive Kapital  in der Form von
       Mehrprodukt in der Hand von A, A', A'' etc. und
       2. die  Masse dieses  in Geld verwandelten Mebrprodukts, also des
       virtuell zuschüssigen  Geldkapitals in den Händen von A, A', A''.
       Wenn also Fullarton z.B. nichts von der Überproduktion im gewöhn-
       lichen Sinn  wissen will,  wohl aber von Überproduktion von Kapi-
       tal, nämlich Geldkapital, so beweist dies wieder, wie absolut we-
       nig selbst die besten bürgerlichen Ökonomen vom Mechanismus ihres
       Systems verstehn.
       
       #494# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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       Wenn das  Mehrprodukt, direkt  produziert und angeignet durch die
       Kapitalisten A, A', A'' (I), die reale Basis der Kapitalakkumula-
       tion, d.h.  der erweiterten Reproduktion ist, obgleich es aktuell
       erst in  dieser Eigenschaft fungiert in den Händen von B, B', B''
       etc. (I)  - so  ist es  dagegen in  seiner Geldverpuppung  -  als
       Schatz und bloß sich nach und nach bildendes virtuelles Geldkapi-
       tal -  absolut unproduktiv, läuft dem Produktionsprozeß in dieser
       Form parallel, liegt aber außerhalb desselben. Es ist ein Bleige-
       wicht (dead  weight) der  kapitalistischen Produktion. Die Sucht,
       diesen als  virtuelles Geldkapital  sich aufschatzenden  Mehrwert
       sowohl zum  Profit wie zur Revenue brauchbar zu machen, findet im
       Kreditsystem und  in den  "Papierchens" das  Ziel ihres Strebens.
       Das Geldkapital erhält dadurch in einer andern Form den enormsten
       Einfluß auf den Verlauf und die gewaltige Entwicklung des kapita-
       listischen Produktionssystems.
       Das in  virtuelles Geldkapital umgesetzte Mehrprodukt wird seiner
       Masse nach  um so  größer sein, je größer die Gesamtsumme des be-
       reits fungierenden Kapitals war, aus dessen Funktion es hervorge-
       gangen. Bei  der absoluten  Vergrößerung des Umfangs des jährlich
       reproduzierten virtuellen  Geldkapitals ist aber auch dessen Seg-
       mentation leichter, so daß es rascher in einem besondren Geschäft
       angelegt wird,  sei es in der Hand desselben Kapitalisten, sei es
       in andern  Händen (z.B. Familiengliedern, bei Erbteilungen etc.).
       Segmentation von Geldkapital meint hier, daß es ganz von Stammka-
       pital losgetrennt  wird, um  als neues Geldkapital in einem neuen
       selbständigen Geschäft angelegt zu werden.
       Wenn die  Verkäufer des  Mehrprodukts A,  A', A'' etc. (I) selbes
       erhalten haben  als direktes  Ergebnis des  Produktionsprozesses,
       der, außer  dem auch  bei einfacher Reproduktion erheischten Vor-
       schuß in konstantem und variablem Kapital, keine weitren Zirkula-
       tionsakte voraussetzt,  wenn sie ferner damit die reale Basis der
       Reproduktion auf  erweiterter Stufenleiter  liefern, in  der  Tat
       virtuell zusätzliches  Kapital fabrizieren, so verhalten sich da-
       gegen die  B, B',  B" etc. (I) verschieden. 1. Erst in ihrer Hand
       wird das  Mehrprodukt der  A, A',  A'' etc. aktuell fungieren als
       zusätzliches konstantes  Kapital (das andre Element des produkti-
       ven Kapitals,  die zusätzliche Arbeitskraft, also das zusätzliche
       variable Kapital, lassen wir einstweilen außer acht); 2. damit es
       in ihre  Hände komme,  ist ein  Zirkulationsakt erforderlich, sie
       haben das Mehrprodukt zu kaufen.
       Ad 1.  ist hier zu bemerken, daß ein großer Teil des Mehrprodukts
       (virtuell zusätzlichen  konstanten Kapitals), produziert durch A,
       A', A''  (I), zwar  in diesem  Jahr produziert wird, aber erst im
       nächsten Jahr  oder noch  später aktuell in den Händen von B, B',
       B'' (I) als industrielles Kapital fungieren
       
       #495# 21. Kapitel - Akkumulation und erweiterte Reproduktion
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       kann; ad  2. fragt  sich, wo  kommt das zu dem Zirkulationsprozeß
       nötige Geld her?
       Soweit die  Produkte, die B, B', B'' etc. (I) produzieren, selbst
       wieder in  natura in  ihren Prozeß  eingehn, versteht es sich von
       selbst, daß  pro tanto  ein Teil ihres eignen Mehrprodukts direkt
       (ohne Zirkulationsvermittlung) übertragen wird in ihr produktives
       Kapital und  hier eingeht als zuschüssiges Element des konstanten
       Kapitals. Pro  tanto sind sie aber auch keine Vergolder des Mehr-
       produkts von  A, A' etc. (I). Hiervon abgesehn, wo kommt das Geld
       her? Wir  wissen, daß  sie ihren  Schatz gebildet  wie A, A' etc.
       durch Verkauf ihrer respektiven Mehrprodukte und nun ans Ziel ge-
       langt sind,  wo ihr als Schatz aufgehäuftes, nur virtuelles Geld-
       kapital nun effektiv als zusätzliches Geldkapital fungieren soll.
       Aber damit drehn wir uns nur im Zirkel. Die Frage ist immer noch,
       wo das Geld herkonme, das die B's (I) früher der Zirkulation ent-
       zogen und aufgehäuft?
       Wir wissen  jedoch schon aus der Betrachtung der einfachen Repro-
       duktion, daß  sich eine gewisse Geldmasse in den Händen der Kapi-
       talisten I  und II  befinden muß,  um ihr Mehrprodukt umzusetzen.
       Dort kehrte  das Geld,  das nur  zur Verausgabung  als Revenue in
       Konsumtionsmitteln diente,  zu den  Kapitalisten zurück,  im Maß,
       wie sie es vorgeschossen zum Umsatz ihrer respektiven Waren; hier
       erscheint dasselbe  Geld wieder,  aber mit  veränderter Funktion.
       Die A's  und die  B's (I)  liefern sich  abwechselnd das Geld zur
       Verwandlung von  Mehrprodukt in zusätzliches virtuelles Geldkapi-
       tal und  werfen abwechselnd das umgebildete Geldkapital als Kauf.
       mittel in die Zirkulation zurück.
       Das einzige,  was hierbei vorausgesetzt, ist, daß die im Land be-
       findliche Geldmuse  (Umlaufsgeschwindigkeit etc.  als gleich  ge-
       setzt) hinreicht   wohl  für aktive  Zirkulation wie für Reserve-
       schatz - also dieselbe Voraussetzung, die, wie wir sahn, auch bei
       einfacher Warenzirkulation erfüllt sein muß. Nur die Funktion der
       Schätze ist  hier verschieden.  Auch muß  die vorhandne Geldmasse
       größer sein,  1. weil  bei der  kapitalistischen Produktion alles
       Produkt (mit Ausnahme des neuproduzierten Edelmetalls und der vom
       Produzenten selbst verbrauchten wenigen Produkte) als Ware produ-
       ziert wird,  also Geldverpuppung durchmachen muß; 2. weil auf ka-
       pitalistischer Basis  die Masse des Warenkapitals und dessen Wer-
       tumfang nicht  nur absolut größer ist, sondern mit ungleich größ-
       rer Geschwindigkeit wächst; 3. ein immer ausgedehnteres variables
       Kapital sich  stets in  Geldkapital umsetzen muß; 4. weil mit der
       Erweiterung der Produktion die Bildung neuer Geldkapitale Schritt
       hält, also auch das Material ihrer Schatzform da sein muß. - Gilt
       dies schlechthin für die erste Phase der kapitalistischen
       
       #496# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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       Produktion, wo auch das Kreditsystem von vorzugsweis metallischer
       Zirkulation begleitet  ist, so gilt es selbst soweit für die ent-
       wickeltste Phase  des Kreditsystems, als dessen Basis die Metall-
       zirkulation bleibt.  Einerseits kann hier die zuschüssige Produk-
       tion der  edlen Metalle,  soweit sie  abwechselnd reichlich  oder
       spärlich, störende  Einflüsse auf  die Warenpreise ausüben, nicht
       nur in  längren, sondern  innerhalb sehr kurzer Perioden, andrer-
       seits ist  der ganze  Kreditmechanismus beständig  damit beschäf-
       tigt, die  wirkliche Metallzirkulation  durch allerhand Operatio-
       nen, Methoden, technische Einrichen, auf ein relativ stets abneh-
       mendes Minimum  zu beschränken - womit auch die Künstlichkeit der
       ganzen Maschinerie  und die  Chancen für Störungen ihres normalen
       Ganges im selben Verhältnis zunehmen.
       Es können  die verschiednen B, B', B'' etc. (I), deren virtuelles
       neues Geldkapital  als aktives  in Operation tritt, wechselseitig
       ihre Produkte  (Teile ihres  Mehrprodukts) voneinander  zu kaufen
       und aneinander  zu verkaufen haben. Pro tanto fließt das der Zir-
       kulation des  Mehrprodukts vorgeschoßne  Geld - bei normalem Ver-
       lauf -  an die  verschiednen B's  zurück, in derselben Proportion
       worin sie  solches zur Zirkulation ihrer respektiven Waren vorge-
       schossen haben.  Zirkuliert das  Geld als Zahlungsmittel, so sind
       hier nur  Bilanzen zu  zahlen, soweit  sich  die  wechselseitigen
       Käufe und  Verkäufe nicht  decken. Es  ist aber wichtig, überall,
       wie es  hier geschieht,  zunächst die  metallische Zirkulation in
       ihrer einfachsten,  ursprünglichsten  Form  vorauszusetzen,  weil
       sich damit  Fluß und  Rückfluß, Ausgleichung  von Bilanzen,  kurz
       alle Momente,  die im  Kreditsystem als bewußt geregelte Verläufe
       erscheinen, als unabhängig vom Kreditsystem vorhanden darstellen,
       die Sache  in naturwüchsiger Form erscheint, statt in der spätren
       reflektierten.
       
       3. Das zusätzliche variable Kapital
       
       Jetzt haben wir, da es sich bisher nur um zusätzliches konstantes
       Kapital gehandelt, uns zu wenden zur Betrachtung des zusätzlichen
       variabIen Kapitals.
       Es ist  in Buch I weitläufig auseinandergesetzt, wie Arbeitskraft
       auf Basis  der kapitalistischen Produktion immer vorrätig ist und
       wie, wenn nötig, ohne Vergrößrung der beschäftigten Anzahl Arbei-
       ter oder  Masse Arbeitskraft  mehr Arbeit  flüssig gemacht werden
       kann. Es  ist daher  vorderhand nicht  nötig, weiter hierauf ein-
       zugehn, vielmehr anzunehmen, daß der in variables Kapital verwan-
       delbare Teil  des neugebildeten  Geldkapitals immer  die Arbeits-
       kraft vorfindet,  worin es sich verwandeln soll. Es ist ebenfalls
       in
       
       #497# 21. Kapitel - Akkumulation und erweiterte Reproduktion
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       Buch I  auseinandergesetzt worden, wie ein gegebnes Kapital, ohne
       Akkumulation, innerhalb gewisser Grenzen seinen Produktionsumfang
       erweitern kann.  Hier aber handelt es sich um Kapitalakkumulation
       im spezifischen  Sinn, so  daß die Erweiterung der Produktion be-
       dingt ist durch Verwandlung von Mehrwert in zuschüssiges Kapital,
       also auch durch erweiterte Kapitalbasis der Produktion.
       Der Goldproduzent  kann einen  Teil seines  goldnen Mehrwerts als
       virtuelles Geldkapital akkumulieren; sobald es den nötigen Umfang
       erreicht, kann  er es direkt in neues variables Kapital umsetzen,
       ohne daß er dazu erst sein Mehrprodukt verkaufen muß; ebenso kann
       er es  umsetzen in  Elemente des konstanten Kapitals. Doch muß er
       im letztren  Fall diese sachlichen Elemente seines konstanten Ka-
       pitals vorfinden;  sei es, wie bei der bisherigen Darstellung an-
       genommen wurde,  daß jeder  Produzent auf  er arbeitet  und  dann
       seine fertige  Ware auf  den Markt bringt, sei es, daß er auf Be-
       stellung arbeitet. Die reale Erweiterung der Produktion, d.h. das
       Mehrprodukt, ist in beiden Fällen vorausgesetzt, das eine Mal als
       wirklich vorhanden, das andre Mal als virtuell vorhanden, liefer-
       bar.

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