Quelle: MEW 24 Das Kapital - Zweiter Band


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       #501# 21. Kapitel - Akkumulation und erweiterte Reproduktion
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       III. Schematische Darstellung der Akkumulation
       
       Wir betrachten nun die Reproduktion nach folgendem Schema:
                I. 4000c + 1000v + 1000m = 6000
       Schema a)                                } Summa = 8252.
               II. 1500c +  376v +  376m = 2252
       Man bemerkt  zunächst, daß die Gesamtsumme des jährlichen gesell-
       schaftlichen Produkts = 8252 kleiner ist als im ersten Schema, wo
       sie = 9000 war. Wir könnten ebensogut eine viel größte Summe neh-
       men, sie  meinetwegen verzehnfachen.  Eine kleinre  Summe als  in
       Schema I  ist gewählt,  gerade um  augenfällig zu machen, daß die
       Reproduktion auf  erweiterter Stufenleiter  (die hier nur als mit
       größrer Kapitalanlage  betriebne Produktion  gefaßt wird) mit der
       absoluten Größe  des Produkts nichts zu tun hat, daß sie für eine
       gegebne Warenmasse  nur ein  verschiednes Arrangement  oder  ver-
       schiedne Funktionsbestimmung der verschiednen Elemente des gegeb-
       nen Produkts  voraussetzt, dem  Wertumfang nach also zunächst nur
       einfache Reproduktion  ist. Nicht die Quantität, sondern die qua-
       litative Bestimmung der gegebnen Elemente der einfachen Reproduk-
       tion ändert  sich, und  diese Änderung ist die materielle Voraus-
       setzung der später folgenden Reproduktion auf erweiterter Stufen-
       leiter. 58)
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       58) Dies  macht ein für allemal ein Ende dem Zwist über die Akku-
       mulation des  Kapitals zwischen  James Mill und S. Bailey, der in
       Buch I (Kapitel XXII, 5, S. 634,
       
       #502# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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       Wir könnten  das Schema  verschieden darstellen  bei verschiednen
       Verhältnissen zwischen variablem und konstantem Kapital; z.B. so:
                I. 4000c + 875v + 875m = 5750
       Schema b)                             } Summa = 8252.
               II. 1750c + 376v + 376m = 2502
       So erschiene es alsarrangiert für Reproduktion auf einfacher Stu-
       fenleiter, so  daß der  Mehrwert ganz  als Revenue verausgabt und
       nicht akkumuliert  wurde. In beiden Fällen, unter a) wie unter b)
       haben wir  ein jährliches  Produkt vom selben Wertumfang, nur das
       eine Mal sub b) mit solcher Funktionsgruppierung seiner Elemente,
       daß die  Reproduktion auf  derselben Stufenielter wieder beginnt,
       während sie  sub a) die materielle Basis der Reproduktion auf er-
       weiterter Stufenleiter bildet. Sub b) nämlich setzen sich (875v +
       875m) I  = 1750  I(v+m) ohne Überschuß um gegen 1750 IIc, während
       sub a)  (1000v +  1000m) I  = 2000  I(v+m) im Umsatz mit 1500 IIc
       einen Überschuß  von 500 Im für die Akkumulation bei Klasse I üb-
       rig lassen.
       Nun zur  nähern Analyse  des Schema  a).  Unterstellen  wir,  daß
       sowohl in  I wie in II eine Hälfte des Mehrwerts, statt als Reve-
       nue ausgegeben  zu werden,  akkumuliert, d.h.  in Element von zu-
       schüssigem Kapital  verwandelt wird.  Da die Hälfte von 1000 Im =
       500 in  einer oder  der andern Form akkumuliert, als zuschüssiges
       Geldkapital angelegt,  d.h. in  zuschüssiges produktives  Kapital
       verwandelt werden  soll, so werden nur (1000m + 500v) I als Reve-
       nue verausgabt.  Als normale  Größe von  IIc figuriert daher hier
       auch nur  1500. Der  Umsatz zwischen  1500 I(c+v) und 1500 II ist
       nicht weiter  zu untersuchen,  da er als Prozeß der einfachen Re-
       produktion bereits  dargestellt; ebensowenig kommt 4000 Ic in Be-
       tracht, da  sein Rearrangement für die neubeginnende Reproduktion
       (die diesmal  auf erweiterter Stufenleiter stattfindet) ebenfalls
       als Prozeß der einfachen Reproduktion erörtert wurde.
       Was also hier allein zu untersuchen bleibt, ist: 500 Im und (376v
       + 376m)  II, soweit einerseits die innern Verhältnisse sowohl von
       I wie  von II  in Betracht  kommen, andrerseits die Bewegung zwi-
       schen den  beiden. Da  vorausgesetzt ist, daß in II ebenfalls die
       Hälfte des Mehrwerts akkumuliert werden soll, so sind hier in Ka-
       pital zu  verwandeln 188,  davon 1/4  in variables = 47, sage der
       rundren Zahl wegen 48; bleibt in konstantes zu verwandeln 140.
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       Note 65  1*) von  andrem Standpunkt  erörtert wurde,  nämlich dem
       Streit über  die Ausdehnharkeit der Wirkung des industriellen Ka-
       pitals bei  gleichbleibender Größe  desselben. Hierauf später zu-
       rückzukommen.
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       1*) Siehe Band 23 unserer Ausgabe. S. 637, Note 64
       
       #503# 21. Kapitel - Akkumulation und erweiterte Reproduktion
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       Wir stoßen  hier auf ein neues Problem, dessen bloße Existenz der
       laufenden Einsicht,  daß Waren  einer Art sich gegen Waren andrer
       Art, ditto Waren gegen Geld und dasselbige Geld wieder gegen Ware
       andrer Art  auszutauschen pflegt,  wunderlich erscheinen muß. Die
       140 IIm können nur dadurch in produktives Kapital verwandelt wer-
       den, daß  sie ersetzt  werden durch  einen Teil  der Waren Im zum
       selben Wertbetrag.  Es versteht  sich von selbst, daß der mit IIm
       umzusetzende Teil  von Im aus Produktionsmitteln bestehn muß, die
       entweder sowohl  in die  Produktion von  I wie in die von II oder
       aber ausschließlich  nur in die von II eingehn können. Dieser Er-
       satz kann  nur geschehn durch einseitigen Kauf seitens II, da das
       ganze noch  zu betrachtende  Mehrprodukt 500  Im zur Akkumulation
       innerhalb I  dienen soll, also nicht ausgetauscht werden kann ge-
       gen Waren  II; in andern Worten, von I nicht gleichzeitig akkumu-
       liert und  aufgegessen werden  kann. II muß 140 Im also mit barem
       Geld kaufen,  ohne daß  dies Geld zu ihm zurückflösse durch nach-
       folgenden Verkauf seiner Ware an I. Und zwar ist dies ein bestän-
       dig, bei  jeder jährlichen Neuproduktion, soweit sie Reproduktion
       auf erweiterter  Stufenleiter,  sich  wiederholender  Prozeß.  Wo
       springt dafür die Geldquelle in II?
       II scheint  im Gegenteil  für die  die wirkliche Akkumulation be-
       gleitende und bei kapitalistischer Produktion sie bedingende Bil-
       dung von  neuem Geldkapital,  die faktisch  zunächst als einfache
       Schatzbild sich darstellt, ein durchaus unergiebiges Feld.
       Zunächst haben  wir 376 IIv; das Geldkapital von 376, vorgeschos-
       sen in Arbeitskraft, kehrt durch den Ankauf in Waren II beständig
       als variables  Kapital in Geldform zu dem Kapitalisten II zurück.
       Diese beständig  sich wiederholende  Entfernung vom  und Rückkehr
       zum Ausgangspunkt - der Tasche des Kapitalisten - vermehrt das in
       diesem Kreislauf  sich herumtreibende  Geld in keiner Weise. Dies
       also ist keine Quelle von Geldakkumulation; dies Geld kann dieser
       Zirkulation auch nicht entzogen werden, um aufgeschatztes, virtu-
       ell neues Geldkapital zu bilden.
       Aber halt! ist hier nicht ein Profitchen zu machen?
       Wir müssen  nicht vergessen,  daß die  Klasse II  den Vorzug  vor
       Klasse I besitzt, daß die Arbeiter, die sie anwendet, die von ih-
       nen selbst  produzierten Waren  von ihr  wieder zu  kaufen haben.
       Klasse II  ist Käufer der Arbeitskraft und zugleich Verkäufer von
       Waren an  die Besitzer  der  von  ihr  angewandten  Arbeitskraft.
       Klasse II kann also:
       I. und das hat sie mit den Kapitalisten der Klasse I gemein, ein-
       fach den Lohn unter seine normale Durchschnittshöhe herabdrücken.
       Dadurch wird  ein Teil  des als  Geldform des  variablen Kapitals
       fungierenden Geldes freigesetzt,
       
       #504# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation
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       und dies  könnte bei beständiger Wiederholung desselben Prozesses
       eine normale  Quelle der Schatzbildung, also auch der Bildung von
       virtuell zuschüssigem Geldkapital in Klasse II werden. Mit zufäl-
       ligem Schwindelprofit haben wir es natürlich hier, wo es sich von
       normaler Kapitalbildung  handelt, nicht zu schaffen. Es darf aber
       nicht vergessen  werden, daß  der wirklich  gezahlte normale  Ar-
       beitslohn (der  ceteris paribus  die Größe des variablen Kapitals
       bestimmt) keineswegs aus Güte der Kapitalisten gezahlt wird, son-
       dern unter  gegebnen Verhältnissen  gezahlt werden muß. Damit ist
       diese Erklärungsweise beseitigt. Wenn wir 376, als das von Klasse
       II zu verausgabende variable Kapital voraussetzen, dürfen wir, um
       ein neu aufstoßendes Problem zu erklären, nicht plötzlich die Hy-
       pothese unterschieben, daß sie etwa nur 350, vorschießt und nicht
       376v.
       2. Andrerseits aber hat die Klasse II, als Gesamtheit betrachtet,
       wie gesagt,  den Vorzug vor Klasse I, daß sie zugleich Käufer der
       Arbeitskraft und ebenso Wiederverkäufer ihrer Ware an ihre eignen
       Arbeiter ist. Und wie dies ausgebeutet werden kann - wie nominell
       der normale  Arbeitslohn gezahlt werden, in der Tat aber ein Teil
       davon  ohne   entsprechendes  Warenäquivalent   wieder  zurückge-
       schnappt, alias  zurückgestohlen werden kann, wie dies teils ver-
       mittelst des Trucksystems, teils vermittelst Fälschung (wenn auch
       vielleicht legal  nicht faßbarer) des zirkulierenden Mediums fer-
       tig gebracht  werden kann  -, davon liegen in jedem industriellen
       Land die  handgreiflichsten Data  vor. Z.B. in England und in den
       Vereinigten Staaten (Bei dieser Gelegenheit dies an artigen Exem-
       peln etwas  auszuspinnen.) Es ist dies dieselbe Operation wie sub
       1., nur  verkleidet und  auf einem Umweg exekutiert. Sie ist also
       hier ebensosehr  zurückzuweisen wie jene. Es handelt sich hier um
       wirklich, nicht nominell gezahlten Arbeitslohn.
       Man sieht, bei der objektiven Analyse des kapitalistischen Mecha-
       nismus  sind  gewisse,  demselben  noch  extraordinär  anklebende
       Schandflecken nicht  als Ausflüchte zur Beseitigung theoretischer
       Schwierigkeiten zu  verwerten. Aber  sonderbarerweise schreit die
       große Mehrzahl  meiner bürgerlichen  Kritiker, als ob ich z.B. in
       Buch I  des "Kapitals"  durch die Annahme, daß der Kapitalist den
       wirklichen Wert  der Arbeitskraft zahlt, was er großenteils nicht
       tut, selbigen  Kapitalisten ein Unrecht angetan hätte! (Hier kann
       Schäffle mit der mir beigelegten Großmut zitiert werden.)
       Mit 376  IIv ist  also zu dem erwähnten Zweck nichts anzustellen.
       Aber noch bedenklicher scheint's mit dem 376 IIm zu stehn.
       Hier stehn  sich nur Kapitalisten derselben Klasse gegenüber, die
       die von ihnen produzierten Konsumtionsnüttel wechselseitig anein-
       ander verkaufen  und voneinander kaufen. Das zu diesem Umsatz nö-
       tige Geld fungiert nur als Zirkulationsmittel
       
       #505# 21. Kapitel - Akkumulation und erweiterte Reproduktion
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       und muß bei normalem Verlauf zu den Beteiligten zurückfließen, in
       dem Maß, wie sie es der Zirkulation vorgeschossen haben, um stets
       von neuem dieselbe Bahn zu durchlaufen.
       Entziehung dieses Geldes aus der Zirkulation zur Bildung von vir-
       tuell zusätzlichem Geldkapital scheint nur auf zweierlei Weg mög-
       lich. Entweder  ein Teil der Kapitalisten II beschwindelt den an-
       dern und bringt so Geldraub zu Weg. Zur Bildung von neuem Geldka-
       pital ist,  wie wir  wissen, keine vorläufige Erweiterung des um-
       laufenden Mediums  nötig; es  ist nichts  nötig, als daß das Geld
       von gewissen  Seiten her  der Zirkulation entzogen und als Schatz
       aufgespeichert wird.  Daß das  Geld gestohlen sein kann und daher
       Bildung von zusätzlichem Geldkapital unter einem Teil der Kapita-
       listen II verbunden sein kann mit positivem Geldverlust eines an-
       dern Teils,  wurde nichts  zur Sache  tun. Der beschwindelte Teil
       der Kapitalisten  II würde  etwas weniger flott leben müssen, das
       wäre aber auch alles.
       Oder aber,  ein in  notwendigen Lebensmitteln  sich darstellender
       Teil von IIm wird direkt in neues variables Kapital innerhalb Ab-
       teilung II  verwandelt. Wie dies geschieht, wird am Schluß dieses
       Kapitels (unter Nr. IV) untersucht werden.
       
       1. Erstes Beispiel
       A) Schema einfacher Reproduktion
       
        I. 4000c + 1000v + 1000m = 6000
                                       } Summa = 9000
       II. 2000c +  500v +  500m = 3000
       
       B) Ausgangsschema für Reproduktion 1*) auf erweiterter Stufenlei-
       ter
       
        I. 4000c + 1000v + 1000m = 6000
                                       } Summe = 9000
       II. 1500c +  750v +  750m = 3000
       
       Angenommen, daß in Schema B die Hälfte des Mehrwerts von I akkux-
       nuliert wird, also 500, so erhalten wir zunächst (1000v + 500m) I
       oder 1500 I(v+m) zu ersetzen durch 1500 IIc; es bleibt dann in I:
       4000c +  500m, welche  letztre zu akkumulieren. Die Ersetzung von
       (1000v +  500m) I durch 1500 IIc ist ein Prozeß der einfachen Re-
       produktion und schon bei letztrer erläutert.
       Nehmen wir  an, daß  von den 500 Im, 400 in konstantes Kapital zu
       verwandeln, 100  in variables.  Der Umsatz  innerhalb I der 400m,
       die so kapitalisiert
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       1*) 1. und 2. Auflage: Akkumulation
       
       #506# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation
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       werden sollen, ist bereits erörtert; sie können also ohne weitres
       annexiert werden an Ic, und wir erhalten dann für I:
       4400c + 1000v + 100m (die in 100v umzusetzen sind).
       Seinerseits kauft  II zum Zweck der Akkumulation von I die 100 Im
       (in Produktionsmitteln  existierend), die  nun zuschüssiges  kon-
       stantes Kapital von II bilden, während die 100 Geld, die es dafür
       zahlt, in Geldform des zuschüssigen variablen Kapitals von I ver-
       wandelt werden.  Wir haben  dann für  I ein  Kapital von  4400c +
       1100v (die letztren in Geld) = 5500.
       II hat  jetzt für konstantes Kapital 1600c; es muß zu deren Bear-
       beitung weitre 50v in Geld für Ankauf neuer Arbeitskraft zuschie-
       ßen, so  daß sein variables Kapital von 750 auf 800 wächst. Diese
       Ausdehnung des konstanten wie variablen Kapitals von II um zusam-
       men 150  wird bestritten  aus seinem  Mehrwert; von  den 750  IIm
       bleiben also  nur 600m  als Konsumtionsfonds der Kapitalisten II,
       deren Jahresprodukt sich nun verteilt wie folgt:
       II. 1600c + 800v + 600m (Konsumtionsfonds) = 3000.
       Die in  Konsumtionsmittein produzierten 150m, die hier in (100c +
       50v) II  umgesetzt, gehn in ihrer Naturalform ganz in die Konsum-
       tion der  Arbeiter ein:  100 werden  verzehrt von den Arbeitern I
       (100 Iv) und 50 von den Arbeitern II (50 IIv), wie oben auseinan-
       dergesetzt. In  der Tat muß in II, wo sein Gesamtprodukt in einer
       für die  Akkumulation nötigen  Form zubereitet  wird, ein  um 100
       größrer Teil  des Mehrwerts  in Form von notwendigen Konsumtions-
       mitteln reproduziert  werden. Beginnt  wirklich die  Reproduktion
       auf erweiterter  Stufenleiter, so fliegen die 100 variables Geld-
       kapital von I durch die Hände seiner Arbeiterklasse zurück an II;
       welches dagegen  100m in  Warenvorrat an I überträgt und zugleich
       50 in Warenvorrat an seine eigne Arbeiterklasse.
       Das zum  Zweck der  Akkumulation veränderte Arrangement steht nun
       wie folgt:
       
        I. 4400c + 1100v + 500 Konsumtionsfonds = 6000
       II. 1600c +  800v + 600 Konsumtionsfonds = 3000
                                        --------------
                                            Summa 9000 wie oben.
       Davon sind Kapital:
        I. 4400c + 1100v (Geld) = 5500
                                      } 7900,
       II. 1600c +  800v (Geld) = 2400
       
       während die Produktion begann mit:
        I. 4000c + 1000v = 5000
                               } 7250.
       II. 1500c +  750v = 2250
       
       #507# 21. Kapitel - Akkumulation und erweiterte Reproduktion
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       Geht die  wirkliche Akkumulation  nun auf  dieser Basis vor sich,
       d.h., wird  mit diesem vermehrten Kapital nun wirklich produziert
       so erhalten wir am Ende des nächsten Jahres:
       
        I. 4400c + 1100v + 1100m = 6600
                                       } 9800.
       II. 1600c +  800v +  800m = 3200
       
       Es werde  nun sub I in derselben Proportion fortakkumuliert; also
       550m als  Revenue verausgabt,  550m akkumuliert.  Zunächst werden
       dann 1100  Iv ersetzt durch 1100 IIc 1*), ferner sind noch 550 Im
       zu realisieren in einem gleichen Betrag von Waren II; also zusam-
       men 1650  I(v+m). Aber das zu ersetzende konstante Kapital von II
       ist nur = 1600, die übrigen 50 müssen also ergänzt werden aus 800
       IIm. Wenn wir hier zunächst vom Geld absehn, so haben wir als Re-
       sultat dieser Transaktion:
       I. 4400c  + 550m (welche zu kapitalisieren sind); daneben in Kon-
       sumtionsfonds der  Kapitalisten und  Arbeiter 1650  (v+m), reali-
       siert in Waren IIc.
       II. 1650c (nämlich 50 zugefügt nach Obigem aus IIm) + 800v + 750m
       (Konsumtionsfonds der Kapitalisten).
       Wenn aber  das alte Verhältnis von v zu c in II bleibt, so müssen
       für 50c weitre 25v ausgelegt werden, diese sind zu nehmen von den
       750m; wir erhalten also:
       II. 1650c +825v + 725m.
       Sub I  ist zu  kapitalisieren 550m;  wenn das  frühere Verhältnis
       bleibt, so  bilden davon 440 konstantes Kapital und 110 variables
       Kapital. Diese  110 sind  eventuell zu schöpfen aus 725 IIm, d.h.
       Konsumtionsmittel zum  Wert von  110 werden  von den  Arbeitern I
       verzehrt statt  von Kapitalisten  II, diese letztren also gezwun-
       gen, diese  110m, die sie nicht verzehren können, zu kapitallsie-
       ren. Dies  läßt von  den 725  IIm übrig  615 IIm. Wenn aber so II
       diese 110  in  zusätzliches  konstantes  Kapital  verwandelt,  so
       braucht es  ein ferneres  zusätzliches variables  Kapital von 55;
       dies muß  wieder von  seinem Mehrwert  gestellt werden; abgezogen
       von 615 IIm läßt es übrig 560 für Konsumtion der Kapitalisten II,
       und wir erhalten nun, nach Vollziehung aller aktuellen und poten-
       tiellen Übertragungen, an Kapitalwert:
       
        I. (4400c + 440c) + (1100v + 110v) = 4840c + 1210v = 6050
       II. (1600c + 50c + 110c) + (800v + 25v + 55v)
                                           = 1760c +  880v = 2640
                                           ----------------------
                                                             8690.
       -----
       1*) 1.  und 2.  Auflage: 1100  Ic; geändert nach der Druckvorlage
       von Engels
       
       #508# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
       -----
       Soll die  Sache normal abgehn, so muß die Akkumulation in II sich
       rascher vollziehn  als in I, weil der Teil von I(v+m), der in Wa-
       ren IIc  umzusetzen ist,  sonst rascher wächst als IIc, gegen das
       allein er sich umsetzen kann.
       Wird die  Reproduktion auf dieser Grundlage und bei sonst gleich-
       bleibenden Umständen  fortgesetzt, so  erhalten wir am Schluß des
       folgenden Jahrs:
        I. 4840c + 1210v + 1210m = 7260
                                       } = 10 780.
       II. 1760c +  880v +  880m = 3520
       Bei gleichbleibender  Teilungsrate des Mehrwerts ist zunächst als
       Revenue zu  verausgaben von  I: 1210v und die Hälfte von m = 605,
       zusammen =  1815. Dieser Konsumtionsfonds ist wieder größer um 55
       als IIc.  Die 55  sind abzuziehn von 880m, bleiben 825. 55 IIm in
       IIc verwandelt,  setzt fernern  Abzug von IIm voraus für entspre-
       chendes variables  Kapital= 27  1/2; bleibt  zu verzehren 797 1/2
       IIm.
       Es sind  jetzt zu  kapitalisieren in  I: 605m; davon konstant 484
       und variabel  121; letztre sind abzuziehn von IIm, das jetzt noch
       = 797  1/2, läßt  676 1/2  IIm. II  verwandelt also weitre 121 in
       konstantes Kapital  und braucht dafür weitres variables Kapital =
       60 1/2.  dies geht  ebenfalls von 676 1/2 ab; bleiben 616 zu ver-
       zehren.
       Wir haben dann an Kapital:
        I. Konstant 4840 + 484 = 5324.
           Variabel 1210 + 121 = 1331.
       II. Konstant 1760 +  55    + 121    = 1936.
           Variabel  880 + 27 1/2 + 60 1/2 =  968.
       Zusammen: I. 5324c + 1331v = 6655
                                        } = 9559
                II. 1936c +  968v = 2904
       und Ende des Jahrs an Produkt:
        I. 5324c + 1331v + 1331m = 7986
                                       } = 11 858.
       II. 1936c +  968v +  968m = 3872
       Mit Wiederholung  derselben Rechnung und Abrundung der Brüche er-
       halten wir am Schluß des folgenden Jahrs ein Produla von:
        I. 5856c + 1464v + 1464m = 8784
                                       } = 13 043.
       II. 2129c + 1065v + 1065m = 4259
       Und am Schlusse des nächstfolgenden Jahres:
        I. 6442c + 1610v + 1610m = 9662
                                       } = 14 348.
       II. 2342c + 1172v + 1172m = 4686
       
       #509# 21. Kapitel - mulation und erweiterte Reproduktion
       -----
       Im Verlauf  von fünfjähriger Reproduktion auf erweiterter Stufen-
       leiter ist  das Gesamtkapital  von I  und II gestiegen von 5500c+
       1750v =  7250 auf  8784c +2782v  = 11 566, also im Verhältnis von
       100:160. Der  Gesamtmehrwert war  ursprünglich 1750, er ist 2782.
       Der verzehrte  Mehrwert war anfangs 500 für I und 600 für II, zu-
       sammen =  1100; er  war im letzten Jahr 732 für I und 745 für II,
       zusammen = 1477. Er ist also gewachsen im Verhältnis von 100:134.
       [25]
       
       2. Zweites Beispiel
       
       Nehmen wir nun das jährliche Produkt von 9000, das sich allzusamt
       als Warenkapital in der Hand der industriellen Kapitalistenklasse
       befindet, in  einer Form, wo das allgemeine Durchschnittsverhält-
       nis des  variablen und  konstanten Kapitals  das von  1:5 ist. Es
       setzt dies  voraus: schon bedeutende Entwicklung der kapitalisti-
       schen Produktion und, dementsprechend, der Produktivkraft der ge-
       sellschaftlichen Arbeit;  bedeutende,  schon  vorhergegangne  Er-
       weitrung der Produktionsleiter; endlich Entwicklung aller der Um-
       stände, die eine relative rvölkerung in der Arbeiterklasse produ-
       zieren. Das Jahresprodukt wird sich dann, nach Abrundung der Brü-
       che, verteilen wie folgt:
        I. 5000c + 1000v + 1000m = 7000
                                       } = 9000.
       II. 1430c +  285v +  285m = 2000
       Gesetzt jetzt,  die Kapitalistenklasse  I konsumiere  den  halben
       Mehrwert =  500 und  akkumuliere die  andre  Hälfte.  Dann  wären
       (1000v + 500m) I = 1500 umzusetzen in 1500 IIc. Da hier IIc nur =
       1430, so ist vom Mehrwert 70 zuzusetzen; dies von 285 IIm abgezo-
       gen läßt 215 IIm. Wir erhalten also:
        I.  5000c + 500m (zu kapitalisieren) + 1500(v+m) in Konsumtions-
       fonds der Kapitalisten und Arbeiter.
       II. 1430c +  70m (zu kapitalisieren) + 285v + 215m.
       Da hier 70 IIm. direkt annexiert werden an IIc, so ist erheischt,
       um dies  zuschüssige konstante Kapital in Bewegung zu setzen, ein
       variables Kapital von 70/5 = 14; diese 14 gehn also weiter ab von
       215 IIm; bleibt 201 IIm, und wir haben:
       II. (1430c + 70c) + (285v + 14v) + 201m.Der Umsatz  von 1500  I(v
       +1/2m) gegen 1500 IIc ist ein Prozeß der
       einfachen Reproduktion  1*) und sofern abgemacht. Indes sind hier
       noch einige Eigentümlichkeiten
       -----
       1*) 1. und 2. Auflage: Akkumulation
       
       #510# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
       -----
       zu bemerken, die daraus entstehn, daß bei der akkumulierenden Re-
       produktion nicht  durch I(v+1/2m)  nicht durch IIc allein ersetzt
       wird, sondern durch IIc plus einem Teil von IIm.
       Daß, Akkumulation  vorausgesetzt, I(v+m)  größer ist  als IIc und
       nicht gleich  IIc, wie  in der  einfachen Reproduktion,  versteht
       sich von selbst; denn I inkorporiert I einen Teil seines Mehrpro-
       dukts in sein eignes produktives Kapital und verwandelt davon 5/6
       in konstantes Kapital, kann diese 5/6 also nicht gleichzeitig er-
       setzen durch  Konsumtionamittel II;  2. I hat aus seinem Mehrpro-
       dukt für das zur Akkumulation innerhalb II nötige konstante Kapi-
       tal den  Stoff zu  liefern, ganz wie II an I den Stoff zu liefern
       hat für das variable Kapital, das den von I selbst als konstantes
       Mehrkapital an  gewandten Teil  seines Mehrprodukts  in  Bewegung
       setzen soll.  Wir wissen:  das wirkliche variable Kapital besteht
       aus Arbeitskraft, also auch das zusätzliche. Es ist nicht der Ka-
       pitalist I,  der etwa  von II  notwendige Leben mittel auf Vorrat
       kauft oder  aufhäuft für  die von  ihm zu verwendende zusätzliche
       Arbeitskraft, wie es der Sklavenhalter tun mußte. Es sind die Ar-
       beiter selbst,  die mit  II handeln.  Dies verhindert aber nicht,
       daß vom Standpunkt des Kapitalisten aus die Konsumtionsmittel zu-
       schüssiger Arbeitskraft  nur  Produktions-  und  Erhaltungsmittel
       seiner eventuell  zuüssigen Arbeitskraft,  also  die  Naturalform
       seines variablen  Kapitals sind.  Seine eigne  nächste Operation,
       hier die von I, besteht nur darin, daß er das nötige neue Geldka-
       pital aufspeichert, das zum Kauf zuschüssiger Arbeitskraft nötig.
       Sobal der  diese inkorporiert, wird das Geld Kaufmittel der Waren
       II für  diese Arbeitskraft,  muß also ihre Konsumtionsmittel vor-
       finden.
       Nebenbei. Der  Herr Kapitalist,  wie seine  Presse, ist oft unzu-
       frieden mit  der Art,  wie die  Arbeitskraft ihr Geld verausgabt,
       und mit  den Waren II, worin sie sel realisiert. Bei dieser Gele-
       genheit philosophiert,  kulturschwatzt und  philanthropisiert er,
       wie z.B.  Herr  Drummond,  englischer  Gesandtschaftssekretär  in
       Washington: "The  Nation" {ein  Blatt} habe  letzten Oktober 1879
       einen interessanten  Artikel  gebracht,  worin  es  unter  andrem
       heiße:
       
       "Die Arbeiter  haben in der Kultur nicht Schritt gehalten mit dem
       Fortschritt der  Erfindungen; es  sind ihnen  Massen von Gegenden
       zugänglich geworden,  die sie  nicht zu gebrauchen wissen und für
       die sie  also keinen  Markt schaffen."  {Jeder Kapitalist wünscht
       natürlich, daß  der Arbeiter  seine Ware  kaufen soll.} "Es liegt
       kein Grund vor, warum der Arbeiter sich nicht ebensoviel Komforts
       wünschen sollte wie der Geistliche, Advokat und Arzt, der densel-
       ben Betrag  erwirbt wie  er." {Diese  Sorte Advokaten, Geistliche
       und Ärzte müssen es in der Tat bei dem Wunsch vieler Komforts ge-
       währen lassen!}  "Aber er tut es nicht. Die Frage ist noch immer,
       wie er als
       
       #511# 21. Kapitel - Akkumulation und erweiterte Reproduktion
       -----
       Konsument durch  ein rationelles  und gesundes Verfahren höher zu
       stellen ist,  keine leichte  Frage, da  sein ganzer Ehrgeiz nicht
       über eine  Verkürzung seiner  Arbeitsstunden hinausgeht,  und der
       Demagog ihn  hierzu viel  mehr aufreizt  als zur  Erhebung seiner
       Lage durch  Verbeßrung seiner geistigen und moralischen Fähigkei-
       ten." ("Reports of H. M.'s Secretaries of Embassy and Legation on
       the Manufactures,  Commerce etc.  of the  Countries in which they
       reside", London 1879, p. 404.)
       
       Lange Arbeitsstunden  scheinen das  Geheimnis des rationellen und
       gesunden Verfahrens, welches die Lage des Arbeiters durch Verbeß-
       rung seiner  geistigen und moralischen Fähigkeit heben und ihn zu
       einem rationellen  Konsumenten machen  soll. Um  ein  rationeller
       Konsument der Ware der Kapitalisten zu werden, muß er vor allem -
       aber der Demagog hindert ihn daran! - damit beginnen, seine eigne
       Arbeitskraft irrationell  und gesundheitswidrig von seinem eignen
       Kapitalisten konsumieren  zu lassen. Was der Kapitalist unter ra-
       tionellem Konsum versteht, zeigt sich dort, wo er so herablassend
       ist, sich  direkt in den Konsumtionshandel seiner Arbeiter einzu-
       lassen -  im Trucksystem,  wovon auch  das Wohnungsliefern an die
       Arbeiter, so daß sein Kapitalist zugleich sein Hausvermieter, ein
       Zweig unter vielen ist.
       Derselbe Drummond,  dessen schöne  Seele für die kapitalistischen
       Hebungsversuche der Arbeiterklasse schwärmt, erzählt in demselben
       Bericht unter  andrern über die Baumwollmusterfabriken der Lowell
       und Lawrence Mills. Die Kost- und Logierhäuser für die Fabrikmäd-
       chen gehören  der Aktiengesellschaft,  die  die  Fabrikbesitzerin
       ist; die Vorsteherinnen dieser Häuser stehn im Dienst dieser sel-
       ben Gesellschaft,  die ihnen  Verhaltungsregeln vorschreibt; kein
       Mädchen darf  nach 10  Uhr nachts  nach Haus kommen. Aber nun die
       Perle: Eine Spezialpolizei der Gesellschaft patrouilliert die Ge-
       gend ab,  um die  Übertretung dieser  Hausordnung zu  verhindern.
       Nach 10 Uhr abends wird kein Mädchen weder aus- noch eingelassen.
       Kein Mädchen  darf anderswo logieren als auf dem der Gesellschaft
       gehörigen Terrain,  auf dem  jedes Haus ihr ungefähr 10 Doll. Wo-
       chenmiete einbringt; und nun sehn wir in voller Glorie den ratio-
       nellen Konsumenten:
       
       "Da sich  jedoch das  allgegenwärtige Piano  in vielen der besten
       Logierhäuser für  Arbeiterinnen vorfindet,  spielt Musik,  Gesang
       und Tanz  eine bedeutende  Rolle wenigstens  bei denen,  die nach
       zehnstündiger stetiger  Arbeit am  Webstuhl mehr Abwechslung nach
       der Monotonie nötig haben als wirkliches Ausruhn." (p. 412.)
       
       Das Hauptgeheis aber, wie aus dem Arbeiter ein rationeller Konsu-
       ment zu  machen, kommt  erst. Herr Drummond besucht die Messerwa-
       renfabrik von  Turner's Falls  (Connecticut River), und Herr Oak-
       man, der Schatzmeister der Aktiengesellschaft, nachdem er ihm er-
       zählt, daß namentlich
       
       #512# III. Abschnitt - Die Reproduktion i. Zirkulation...
       -----
       die amerikanische  Tischmesserware die  englische in der Qualität
       schlägt, fährt fort:
       
       "Auch in  den Preisen  werden wir  England schlagen; wir sind ihm
       voraus in  der Qualität  schon jetzt, das ist anerkannt; aber wir
       müssen niedrigere  Preise haben,  und die bekommen wir, sowie wir
       unsern Stahl  wohlfeiler erhalten  und unsre  Arbeit  herunterge-
       bracht haben!" (p. 427.)
       
       Herabsetzung des  Arbeitslohns und  lange Arbeitsstunden, das ist
       der Kern  des rationellen und gesunden Verfahrens, das den Arbei-
       ter erheben  soll zur  Würde eines rationellen Konsumenten, damit
       er einen  Markt schaffe  für die  Masse von Gegenständen, die die
       Kultur und  der Fortschritt  der Erfindung ihm zugänglich gemacht
       haben.
       
                                     ---
       
       Wie also  I das  zusätzliche konstante  Kapital von II aus seinem
       Mehrprodukt zu  liefern hat, so liefert II in diesem Sinn das zu-
       schüssige variable  Kapital für  I. II  akkumuliert für I und für
       sich selbst, soweit das variable Kapital in Betracht kommt, indem
       es einen  großem Teil  seiner Gesamtproduktion, also auch nament-
       lich seines Mehrprodukts, in Form von notwendigen Konsumtionsmit-
       teln reproduziert.
       I(v+m) muß  bei Produktion auf wachsender Kapitalbasis sein = IIc
       plus dem  Teil des  Mehrprodukts, der als Kapital wieder inkorpo-
       riert wird,  plus dem  zuschüssigen Teil  von konstantem Kapital,
       nötig zur  Erweiterung der Produktion in II; und das Minimum die-
       ser Erweiterung ist das, ohne welches die wirkliche Akkumulation,
       d.h. die  wirkliche Produktionsausdehnung  in I selbst nicht aus-
       führbar ist.
       Kommen wir  nun zu  dem oben zuletzt betrachteten Fall zurück, so
       hat er  die Eigentümlichkeit,  daß IIc kleiner als I(v+1/2m), als
       der in  Konsumtionsmitteln als  Revenue verausgabte Teil des Pro-
       dukts von  I, so  daß, um  die 1500 I(v+m) umzusetzen, sofort ein
       Teil des  Mehrprodukts II = 70 dadurch realisiert wird. Was IIc =
       1430 betrifft,  so muß  es, bei sonst gleichbleibenden Umständen,
       ersetzt werden  aus I(v+m)  zum selben Wertbetrag, damit einfache
       Reproduktion in II stattfinden könne, und ist insoweit hier nicht
       weiter zu  betrachten. Anders mit den ergänzenden 70 IIm. Was für
       I bloßer Ersatz von Revenue durch Konsumtionsmittel, bloß auf die
       Konsumtion gerichteter  Warenaustausch, ist  für II  hier nicht -
       wie innerhalb  der einfachen Reproduktion - bloße Rückverwandlung
       seines konstanten Kapitals aus der Form von Warenkapital in seine
       Naturalform, sondern  direkter  Akkumulationsprozeß,  Verwandlung
       eines Teils seines Mehrprodukts
       
       #513# 21. Kapitel - Akkumulation und emeiterte Reproduktion
       -----
       aus der  Form von  Konsumtionsmitteln in die von konstantem Kapi-
       tal. Kauft  I mit  70 Pfd.St.  Geld (Geldreserve  zum Umsatz  von
       Mehrwert) die 70 IIm, und kauft II nicht dafür 70 Im, sondern ak-
       kumuliert die  70 Pfd.St.  als Geldkapital,  so ist letztres zwar
       immer Ausdruck  von zuschüssigem  Produkt (eben  des Mehrprodukts
       von II,  wovon es Aliquote), obgleich nicht von einem in die Pro-
       duktion wieder  eingehenden Produkt; aber dann wäre diese Geldak-
       kumulation auf  Seite II  zugleich Ausdruck von unverkaufbaren 70
       Im in  Produktionsmitteln. Es  fände also relative Überproduktion
       in I  statt, entsprechend  dieser gleichzeitigen Nichterweiterung
       der Reproduktion auf Seite II.
       Aber abgesehn  hiervon: Während  der Zeit, worin die 70 Geld, die
       von I  kamen, noch nicht oder nur teilweis durch Ankauf von 70 I.
       seitens II  zu I  zurückgekehrt, figuriert  70 in  Geld ganz oder
       teilweis als  zusätzliches virtuelles Geldkapital in der Hand von
       II. Dies  gilt von jedem Umsatz zwischen I und II, bevor wechsel-
       seitige Ersetzung  der  beiderseitigen  Waren  den  Rückfluß  des
       Geldes zu  seinem Ausgangspunkt  bewirkt hat.  Aber das Geld, bei
       normalem Verlauf  der Dinge,  figuriert hier nur vorübergehend in
       dieser Rolle.  Im Kreditsystem  nun, wo jedes momentan zusätzlich
       freigesetzte Geld  sofort aktiv als zusätzliches Geldkapital fun-
       gieren soll,  kann solches  nur vorübergehend  freie  Geldkapital
       festgeritten werden,  z.B. zu  neuen Unternehmungen sub I dienen,
       während es  daselbst noch  festliegendes Zusatzprodukt  in andren
       Unternehmungen flüssig  zu machen  hätte. Es ist ferner zu bemer-
       ken, daß  die Annexation  von 70  Im an  das konstante Kapital II
       zugleich Erweiterung  des variablen Kapitals II erheischt zum Be-
       trag von 14. Dies setzt voraus - ähnlic wie in I bei direkter In-
       korporation von Mehrprodukt Im in Kapital Ic -, daß die Reproduk-
       tion in  II schon vor sich geht mit der Tendenz auf fernere Kapi-
       talisation; daß  sie also  Erweiterung des Teils des Mehrprodukts
       einschließt, der aus notwendigen Lebensmitteln besteht.
       
                                     ---
       
       Das Produkt von 9000 im zweiten Beispiel muß zum Zweck der Repro-
       duktion, wie  wir sahn, folgende Verteilung annehmen, wenn 500 Im
       kapitallsiert werden  sollen. Wir  ziehn dabei  bloß die Waren in
       Betracht und vernachlässigen die Geldzirkulation.
        I. 5000c + 500m (zu kapitalisieren) + 1500(v+m) Konsumtionsfonds
       = 7000 in Waren.
       II. 1500c  + 299v + 201m =2000 in Waren. Gesaintsumme 9000 in Wa-
       renprodukt.
       
       #514# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
       -----
       Die Kapitalisation geht nun vor sich wie folgt:
       In I  teilen sich  die 500m,  die kapitalisiert  werden, in 5/6 =
       417c + 1/6 = 83v. Die 83v entziehn einen gleichen Betrag von IIm,
       der Elemente  des konstanten Kapitals kauft, also zu IIc geschla-
       gen wird.  Eine Vermehrung  von IIc um 83 bedingt eine Vermehrung
       von IIv um 1/5 von 83 = 17. Wir haben also nach dem Umsatz:
       
        I. (5000c + 417m)c + (1000v + 83m)v = 5417c + 1083v = 6500
       II. (1500c +  83m)c + ( 299v + 17m)v = 1583c +  316v = 1899
                                                             -----
       Zusammen:                                              8399.
       
       Das Kapital  in I  ist gewachsen von 6000 auf 6500, also um 1/12.
       In II von 1715 auf 1899, also um nicht ganz 1/9.
       Die Reproduktion  auf dieser  Grundlage im zweiten Jahr ergibt am
       Jahresschluß an Kapital:
       
        I. (5417c + 452m)c + (1083v + 90m)v = 5869c + 1173v = 7042.
       II. (1583c  + 42m  + 90m)c  + (316v + 8m + 18m)v = 1715c + 342v =
       2057
       und am Ende des dritten Jahres an Produkt:
        I. 5869c + 1173v + 1173m.
       II. 1715c +  342v +  342m.
       Akkumuliert hier I wie bisher die Hälfte des Mehrwerts, so ergibt
       I(v+1/2m) 1173v  + 587(1/2m)  = 1760, ist also größer als das ge-
       samte 1715  IIc, und  zwar um  45. Diese müssen also wieder durch
       Übernahme eines  gleichen Betrags  von Produktionsmitteln auf IIc
       ausgeglichen werden. IIc wächst also um 45, was einen Zuwachs von
       1/5 =  9 in  IIv, bedingt. Ferner teilen sich die kapitalisierten
       587 Im  zu 5/6  und 1/6  in 489c und 98v; diese 98 bedingen in II
       einen neuen  Zuschlag zum  konstanten Kapital  von 98  und dieser
       wieder eine Vermehrung des variablen Kapitals von II um 1/5 = 20.
       Wir haben dann:
        I. (5869c + 489m)c + (1173c + 98m)v = 6358c + 1271v = 7629
       II. (1715c + 45m + 98m)c + (342v + 9m + 20m)v = 1858c
                                                      + 371, = 2229
                                               Total Kapital = 9858.
       In drei Jahren wachsender Reproduktion ist also das Gesamtkapital
       von I  gewachsen von 6000 auf 7629, das von II von 1715 auf 2229,
       das gesellschaftliche Gesamtkapital von 7715 auf 9858.
       
       #515# 21. Kapitel - Akkumulation und erweiterte Reproduktion
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       3. Umsatz von IIc bei Akkumulation
       
       Im Austausch  von I(v+m)  mit IIc  finden also  verschiedne Fälle
       statt.
       Bei der  einfachen Reproduktion müssen beide gleich sein und ein-
       ander ersetzen, da sonst, wie oben gesehn, die einfache Reproduk-
       tion nicht  ohne Störung vor sich gehn kann. Bei der Akkumulation
       kommt vor  allem die Akkumulationsrate in Betracht. In den bishe-
       rigen Fällen nahmen wir an, daß die Akkumulationsrate in I = 1/2m
       I war  und ebenfalls, daß sie in den verschiednen Jahren konstant
       blieb. Wir  ließen nur die Proportion wechseln, nach welcher dies
       akkumulierte Kapital  sich in variables und konstantes teilt. Da-
       bei ergaben sich drei Fälle:
       1. I(v+1/2m) = IIc, welches also kleiner ist als I(v+m). Dies muß
       es immer sein, sonst akkumulierte I nicht.
       2. I(v+1/2m)  ist größer  als IIc. In diesem Fall wird der Ersatz
       dadurch bewirkt,  daß zu IIc ein entsprechender Teil von IIm hin-
       zugefügt wird,  so daß  diese Summe = I(v+1/2m). Hier ist der Um-
       satz für  II nicht  einfache Reproduktion seines konstanten Kapi-
       tals, sondern  schon Akkumulation,  Vermehrung desselben  um  den
       Teil seines Mehrprodukts, den es austauscht gegen Produktionsmit-
       tel I;  diese Vermehrung  schließt zugleich  ein, daß II außerdem
       sein variables Kapital aus seinem eignen Mehrprodukt entsprechend
       vergrößert.
       3. I(v+1/2m) ist kleiner als IIc. In diesem Fall hat II durch den
       Umsatz sein  konstantes Kapital  nicht vollständig  reproduziert,
       muß also  das Defizit  durch Kauf  von I  ersetzen. Dies ernötigt
       aber keine  weitre Akkumulation von variablem Kapital II, da sein
       konstantes Kapital  der Größe  nach durch  diese  Operation  erst
       vollständig reproduziert  wird. Andrerseits  hat durch diesen Um-
       satz der  Teil der Kapitalisten von I, der nur zusätzliches Geld-
       kapital aufhäuft,  schon einen  Teil  dieser  Sorte  Akkumulation
       vollbracht.
       Die Voraussetzung  der einfachen  Reproduktion, daß  I(v+m) = IIc
       sei, ist nicht nur unverträglich mit der kapitalistischen Produk-
       tion, was übrigens nicht ausschließt, daß im industriellen Zyklus
       von 10-11  Jahren ein  Jahr oft geringre Gesamtproduktion hat als
       das vorhergehende, also nicht einmal einfache Reproduktion statt-
       findet im  Verhältnis zum  vorhergehenden Jahr. Sondern auch, bei
       dem natürlichen jährlichen Wachstum der Bevölkerung könnte einfa-
       che Reproduktion  nur insofern stattfinden, als von den 1500, die
       den Gesamtmehrwert  repräsentieren, eine entsprechend größre Zahl
       unproduktiver Dienstleute  mitzehrten. Akkumulation  von Kapital,
       also wirkliche  kapitalistische Produktion,  wäre dagegen hierbei
       unmöglich. Die
       
       #516# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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       Tatsache der  kapitalistischen Akkumulation schließt demnach aus,
       daß IIc, = I(v+m). Dennoch könnte selbst bei kapitalistischer Ak-
       kumulation der  Fall eintreten, daß, infolge des Gangs der in der
       frühern Reihe  von Produktionsperioden  vollzognen Akkumulations-
       prozesse, IIc  nicht nur  gleich, sondern selbst größer würde als
       I(v+m). Dies wäre eine Überproduktion in II und nur auszugleichen
       durch einen großen Krach, infolgedessen Kapital von II auf I sich
       übertrüge. -  Es ändert  auch nichts an dem Verhältnis von I(v+m)
       zu IIc,  wenn ein Teil des konstanten Kapitals von II sich selbst
       reproduziert, wie z.B. in der Agrikultur die Anwendung von selbst
       erzeugtem Samen.  Dieser Teil von IIc kommt mit Bezug auf den Um-
       satz zwischen  I und  II ebensowenig in Betracht, wie Ic dabei in
       Betracht kommt. Es ändert auch nichts an der Sache, wenn ein Teil
       der Produkte  von II seinerseits fähig ist, als Produktionsmittel
       in I einzugehn. Sie werden gedeckt durch einen Teil der von I ge-
       lieferten Produktionsmittel,  und dieser  Teil ist von vornherein
       auf beiden  Seiten in  Abzug zu  bringen, wenn  wir den Austausch
       zwischen den beiden großen Klassen der gesellschaftlichen Produk-
       tion, den  Produzenten von Produktionsmitteln und den Produzenten
       von Konsumtionsmitteln, rein und ungetrübt untersuchen wollen.
       Also bei kapitalistischer Produktion kann I(v+m) nicht gleich IIc
       sein, oder  beide können  sich nicht im Umsatz gegeneinander dec-
       ken. Dagegen kann, wenn Im/x der Teil von Im ist, der als Revenue
       von den  Kapitalisten I  ausgegeben wird, I(v+m/x) gleich, größer
       oder kleiner  sein als  IIc; I(v+m/x) muß aber immer kleiner sein
       als II(c+m),  und zwar  um so  viel kleiner als der Teil von IIm,
       den die  Kapitalistenklasse II  unter allen Umständen selbst ver-
       zehren muß.
       Es ist  zu bemerken,  daß bei dieser Darstellung der Akkumulation
       der Wert des konstanten Kapitals, sofern es Wertteil des Warenka-
       pitals ist,  zu dessen Produktion es mitwirkt, nicht exakt darge-
       stellt ist.  Der fixe  Teil des neuakkumullerten konstanten Kapi-
       tals geht nur allmählich und periodisch, je nach der Natur dieser
       fixen Elemente verschieden, in das Warenkapital ein; dies besteht
       daher da, wo Rohstoff und Halbfahrikat etc. massenhaft in die Wa-
       renproduktion eingeht,  zum größren Teil aus Ersatz der zirkulie-
       renden konstanten  Bestandteile und  des variablen Kapitals. (Des
       Umschlags der zirkulierenden Bestandteile wegen kann doch so ver-
       fahren werden,  es ist damit angenommen, daß innerhalb des Jahres
       der zirkulierende  Teil zusammen  mit dem an ihn abgegebnen Wert-
       teil des fixen Kapitals so oft umschlägt, daß die Gesamtsumme der
       gelieferten Waren  gleich dem  Wert des gesamten in die jährliche
       Produktion eingehenden Kapitals.) Wo
       
       #517# 21. Kapitel - Akkumulation und erweiterte Reproduktion
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       aber für  den  Maschinenbetrieb  nur  Hilfsstoffe  eingehn,  kein
       Rohmaterial, muß  das Arbeitselement  = v als größrer Bestandteil
       in Warenkapital  wieder erscheinen. Während in der Profitrate der
       Mehrwert berechnet  wird auf das Gesamtkapital, unabhängig davon,
       ob die  fixen Bestandteile viel oder wenig Wert periodisch an das
       Produkt abgeben,  ist für den Wert jedes periodisch erzeugten Wa-
       renkapitals der  fixe Teil des konstanten Kapitals nur soweit mit
       einzurechnen, als  er durch Verbrauch im Durchschnitt Wert an das
       Produkt selbst abgibt.
       

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