Quelle: MEW 24 Das Kapital - Zweiter Band
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#501# 21. Kapitel - Akkumulation und erweiterte Reproduktion
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III. Schematische Darstellung der Akkumulation
Wir betrachten nun die Reproduktion nach folgendem Schema:
I. 4000c + 1000v + 1000m = 6000
Schema a) } Summa = 8252.
II. 1500c + 376v + 376m = 2252
Man bemerkt zunächst, daß die Gesamtsumme des jährlichen gesell-
schaftlichen Produkts = 8252 kleiner ist als im ersten Schema, wo
sie = 9000 war. Wir könnten ebensogut eine viel größte Summe neh-
men, sie meinetwegen verzehnfachen. Eine kleinre Summe als in
Schema I ist gewählt, gerade um augenfällig zu machen, daß die
Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter (die hier nur als mit
größrer Kapitalanlage betriebne Produktion gefaßt wird) mit der
absoluten Größe des Produkts nichts zu tun hat, daß sie für eine
gegebne Warenmasse nur ein verschiednes Arrangement oder ver-
schiedne Funktionsbestimmung der verschiednen Elemente des gegeb-
nen Produkts voraussetzt, dem Wertumfang nach also zunächst nur
einfache Reproduktion ist. Nicht die Quantität, sondern die qua-
litative Bestimmung der gegebnen Elemente der einfachen Reproduk-
tion ändert sich, und diese Änderung ist die materielle Voraus-
setzung der später folgenden Reproduktion auf erweiterter Stufen-
leiter. 58)
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58) Dies macht ein für allemal ein Ende dem Zwist über die Akku-
mulation des Kapitals zwischen James Mill und S. Bailey, der in
Buch I (Kapitel XXII, 5, S. 634,
#502# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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Wir könnten das Schema verschieden darstellen bei verschiednen
Verhältnissen zwischen variablem und konstantem Kapital; z.B. so:
I. 4000c + 875v + 875m = 5750
Schema b) } Summa = 8252.
II. 1750c + 376v + 376m = 2502
So erschiene es alsarrangiert für Reproduktion auf einfacher Stu-
fenleiter, so daß der Mehrwert ganz als Revenue verausgabt und
nicht akkumuliert wurde. In beiden Fällen, unter a) wie unter b)
haben wir ein jährliches Produkt vom selben Wertumfang, nur das
eine Mal sub b) mit solcher Funktionsgruppierung seiner Elemente,
daß die Reproduktion auf derselben Stufenielter wieder beginnt,
während sie sub a) die materielle Basis der Reproduktion auf er-
weiterter Stufenleiter bildet. Sub b) nämlich setzen sich (875v +
875m) I = 1750 I(v+m) ohne Überschuß um gegen 1750 IIc, während
sub a) (1000v + 1000m) I = 2000 I(v+m) im Umsatz mit 1500 IIc
einen Überschuß von 500 Im für die Akkumulation bei Klasse I üb-
rig lassen.
Nun zur nähern Analyse des Schema a). Unterstellen wir, daß
sowohl in I wie in II eine Hälfte des Mehrwerts, statt als Reve-
nue ausgegeben zu werden, akkumuliert, d.h. in Element von zu-
schüssigem Kapital verwandelt wird. Da die Hälfte von 1000 Im =
500 in einer oder der andern Form akkumuliert, als zuschüssiges
Geldkapital angelegt, d.h. in zuschüssiges produktives Kapital
verwandelt werden soll, so werden nur (1000m + 500v) I als Reve-
nue verausgabt. Als normale Größe von IIc figuriert daher hier
auch nur 1500. Der Umsatz zwischen 1500 I(c+v) und 1500 II ist
nicht weiter zu untersuchen, da er als Prozeß der einfachen Re-
produktion bereits dargestellt; ebensowenig kommt 4000 Ic in Be-
tracht, da sein Rearrangement für die neubeginnende Reproduktion
(die diesmal auf erweiterter Stufenleiter stattfindet) ebenfalls
als Prozeß der einfachen Reproduktion erörtert wurde.
Was also hier allein zu untersuchen bleibt, ist: 500 Im und (376v
+ 376m) II, soweit einerseits die innern Verhältnisse sowohl von
I wie von II in Betracht kommen, andrerseits die Bewegung zwi-
schen den beiden. Da vorausgesetzt ist, daß in II ebenfalls die
Hälfte des Mehrwerts akkumuliert werden soll, so sind hier in Ka-
pital zu verwandeln 188, davon 1/4 in variables = 47, sage der
rundren Zahl wegen 48; bleibt in konstantes zu verwandeln 140.
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Note 65 1*) von andrem Standpunkt erörtert wurde, nämlich dem
Streit über die Ausdehnharkeit der Wirkung des industriellen Ka-
pitals bei gleichbleibender Größe desselben. Hierauf später zu-
rückzukommen.
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1*) Siehe Band 23 unserer Ausgabe. S. 637, Note 64
#503# 21. Kapitel - Akkumulation und erweiterte Reproduktion
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Wir stoßen hier auf ein neues Problem, dessen bloße Existenz der
laufenden Einsicht, daß Waren einer Art sich gegen Waren andrer
Art, ditto Waren gegen Geld und dasselbige Geld wieder gegen Ware
andrer Art auszutauschen pflegt, wunderlich erscheinen muß. Die
140 IIm können nur dadurch in produktives Kapital verwandelt wer-
den, daß sie ersetzt werden durch einen Teil der Waren Im zum
selben Wertbetrag. Es versteht sich von selbst, daß der mit IIm
umzusetzende Teil von Im aus Produktionsmitteln bestehn muß, die
entweder sowohl in die Produktion von I wie in die von II oder
aber ausschließlich nur in die von II eingehn können. Dieser Er-
satz kann nur geschehn durch einseitigen Kauf seitens II, da das
ganze noch zu betrachtende Mehrprodukt 500 Im zur Akkumulation
innerhalb I dienen soll, also nicht ausgetauscht werden kann ge-
gen Waren II; in andern Worten, von I nicht gleichzeitig akkumu-
liert und aufgegessen werden kann. II muß 140 Im also mit barem
Geld kaufen, ohne daß dies Geld zu ihm zurückflösse durch nach-
folgenden Verkauf seiner Ware an I. Und zwar ist dies ein bestän-
dig, bei jeder jährlichen Neuproduktion, soweit sie Reproduktion
auf erweiterter Stufenleiter, sich wiederholender Prozeß. Wo
springt dafür die Geldquelle in II?
II scheint im Gegenteil für die die wirkliche Akkumulation be-
gleitende und bei kapitalistischer Produktion sie bedingende Bil-
dung von neuem Geldkapital, die faktisch zunächst als einfache
Schatzbild sich darstellt, ein durchaus unergiebiges Feld.
Zunächst haben wir 376 IIv; das Geldkapital von 376, vorgeschos-
sen in Arbeitskraft, kehrt durch den Ankauf in Waren II beständig
als variables Kapital in Geldform zu dem Kapitalisten II zurück.
Diese beständig sich wiederholende Entfernung vom und Rückkehr
zum Ausgangspunkt - der Tasche des Kapitalisten - vermehrt das in
diesem Kreislauf sich herumtreibende Geld in keiner Weise. Dies
also ist keine Quelle von Geldakkumulation; dies Geld kann dieser
Zirkulation auch nicht entzogen werden, um aufgeschatztes, virtu-
ell neues Geldkapital zu bilden.
Aber halt! ist hier nicht ein Profitchen zu machen?
Wir müssen nicht vergessen, daß die Klasse II den Vorzug vor
Klasse I besitzt, daß die Arbeiter, die sie anwendet, die von ih-
nen selbst produzierten Waren von ihr wieder zu kaufen haben.
Klasse II ist Käufer der Arbeitskraft und zugleich Verkäufer von
Waren an die Besitzer der von ihr angewandten Arbeitskraft.
Klasse II kann also:
I. und das hat sie mit den Kapitalisten der Klasse I gemein, ein-
fach den Lohn unter seine normale Durchschnittshöhe herabdrücken.
Dadurch wird ein Teil des als Geldform des variablen Kapitals
fungierenden Geldes freigesetzt,
#504# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation
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und dies könnte bei beständiger Wiederholung desselben Prozesses
eine normale Quelle der Schatzbildung, also auch der Bildung von
virtuell zuschüssigem Geldkapital in Klasse II werden. Mit zufäl-
ligem Schwindelprofit haben wir es natürlich hier, wo es sich von
normaler Kapitalbildung handelt, nicht zu schaffen. Es darf aber
nicht vergessen werden, daß der wirklich gezahlte normale Ar-
beitslohn (der ceteris paribus die Größe des variablen Kapitals
bestimmt) keineswegs aus Güte der Kapitalisten gezahlt wird, son-
dern unter gegebnen Verhältnissen gezahlt werden muß. Damit ist
diese Erklärungsweise beseitigt. Wenn wir 376, als das von Klasse
II zu verausgabende variable Kapital voraussetzen, dürfen wir, um
ein neu aufstoßendes Problem zu erklären, nicht plötzlich die Hy-
pothese unterschieben, daß sie etwa nur 350, vorschießt und nicht
376v.
2. Andrerseits aber hat die Klasse II, als Gesamtheit betrachtet,
wie gesagt, den Vorzug vor Klasse I, daß sie zugleich Käufer der
Arbeitskraft und ebenso Wiederverkäufer ihrer Ware an ihre eignen
Arbeiter ist. Und wie dies ausgebeutet werden kann - wie nominell
der normale Arbeitslohn gezahlt werden, in der Tat aber ein Teil
davon ohne entsprechendes Warenäquivalent wieder zurückge-
schnappt, alias zurückgestohlen werden kann, wie dies teils ver-
mittelst des Trucksystems, teils vermittelst Fälschung (wenn auch
vielleicht legal nicht faßbarer) des zirkulierenden Mediums fer-
tig gebracht werden kann -, davon liegen in jedem industriellen
Land die handgreiflichsten Data vor. Z.B. in England und in den
Vereinigten Staaten (Bei dieser Gelegenheit dies an artigen Exem-
peln etwas auszuspinnen.) Es ist dies dieselbe Operation wie sub
1., nur verkleidet und auf einem Umweg exekutiert. Sie ist also
hier ebensosehr zurückzuweisen wie jene. Es handelt sich hier um
wirklich, nicht nominell gezahlten Arbeitslohn.
Man sieht, bei der objektiven Analyse des kapitalistischen Mecha-
nismus sind gewisse, demselben noch extraordinär anklebende
Schandflecken nicht als Ausflüchte zur Beseitigung theoretischer
Schwierigkeiten zu verwerten. Aber sonderbarerweise schreit die
große Mehrzahl meiner bürgerlichen Kritiker, als ob ich z.B. in
Buch I des "Kapitals" durch die Annahme, daß der Kapitalist den
wirklichen Wert der Arbeitskraft zahlt, was er großenteils nicht
tut, selbigen Kapitalisten ein Unrecht angetan hätte! (Hier kann
Schäffle mit der mir beigelegten Großmut zitiert werden.)
Mit 376 IIv ist also zu dem erwähnten Zweck nichts anzustellen.
Aber noch bedenklicher scheint's mit dem 376 IIm zu stehn.
Hier stehn sich nur Kapitalisten derselben Klasse gegenüber, die
die von ihnen produzierten Konsumtionsnüttel wechselseitig anein-
ander verkaufen und voneinander kaufen. Das zu diesem Umsatz nö-
tige Geld fungiert nur als Zirkulationsmittel
#505# 21. Kapitel - Akkumulation und erweiterte Reproduktion
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und muß bei normalem Verlauf zu den Beteiligten zurückfließen, in
dem Maß, wie sie es der Zirkulation vorgeschossen haben, um stets
von neuem dieselbe Bahn zu durchlaufen.
Entziehung dieses Geldes aus der Zirkulation zur Bildung von vir-
tuell zusätzlichem Geldkapital scheint nur auf zweierlei Weg mög-
lich. Entweder ein Teil der Kapitalisten II beschwindelt den an-
dern und bringt so Geldraub zu Weg. Zur Bildung von neuem Geldka-
pital ist, wie wir wissen, keine vorläufige Erweiterung des um-
laufenden Mediums nötig; es ist nichts nötig, als daß das Geld
von gewissen Seiten her der Zirkulation entzogen und als Schatz
aufgespeichert wird. Daß das Geld gestohlen sein kann und daher
Bildung von zusätzlichem Geldkapital unter einem Teil der Kapita-
listen II verbunden sein kann mit positivem Geldverlust eines an-
dern Teils, wurde nichts zur Sache tun. Der beschwindelte Teil
der Kapitalisten II würde etwas weniger flott leben müssen, das
wäre aber auch alles.
Oder aber, ein in notwendigen Lebensmitteln sich darstellender
Teil von IIm wird direkt in neues variables Kapital innerhalb Ab-
teilung II verwandelt. Wie dies geschieht, wird am Schluß dieses
Kapitels (unter Nr. IV) untersucht werden.
1. Erstes Beispiel
A) Schema einfacher Reproduktion
I. 4000c + 1000v + 1000m = 6000
} Summa = 9000
II. 2000c + 500v + 500m = 3000
B) Ausgangsschema für Reproduktion 1*) auf erweiterter Stufenlei-
ter
I. 4000c + 1000v + 1000m = 6000
} Summe = 9000
II. 1500c + 750v + 750m = 3000
Angenommen, daß in Schema B die Hälfte des Mehrwerts von I akkux-
nuliert wird, also 500, so erhalten wir zunächst (1000v + 500m) I
oder 1500 I(v+m) zu ersetzen durch 1500 IIc; es bleibt dann in I:
4000c + 500m, welche letztre zu akkumulieren. Die Ersetzung von
(1000v + 500m) I durch 1500 IIc ist ein Prozeß der einfachen Re-
produktion und schon bei letztrer erläutert.
Nehmen wir an, daß von den 500 Im, 400 in konstantes Kapital zu
verwandeln, 100 in variables. Der Umsatz innerhalb I der 400m,
die so kapitalisiert
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1*) 1. und 2. Auflage: Akkumulation
#506# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation
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werden sollen, ist bereits erörtert; sie können also ohne weitres
annexiert werden an Ic, und wir erhalten dann für I:
4400c + 1000v + 100m (die in 100v umzusetzen sind).
Seinerseits kauft II zum Zweck der Akkumulation von I die 100 Im
(in Produktionsmitteln existierend), die nun zuschüssiges kon-
stantes Kapital von II bilden, während die 100 Geld, die es dafür
zahlt, in Geldform des zuschüssigen variablen Kapitals von I ver-
wandelt werden. Wir haben dann für I ein Kapital von 4400c +
1100v (die letztren in Geld) = 5500.
II hat jetzt für konstantes Kapital 1600c; es muß zu deren Bear-
beitung weitre 50v in Geld für Ankauf neuer Arbeitskraft zuschie-
ßen, so daß sein variables Kapital von 750 auf 800 wächst. Diese
Ausdehnung des konstanten wie variablen Kapitals von II um zusam-
men 150 wird bestritten aus seinem Mehrwert; von den 750 IIm
bleiben also nur 600m als Konsumtionsfonds der Kapitalisten II,
deren Jahresprodukt sich nun verteilt wie folgt:
II. 1600c + 800v + 600m (Konsumtionsfonds) = 3000.
Die in Konsumtionsmittein produzierten 150m, die hier in (100c +
50v) II umgesetzt, gehn in ihrer Naturalform ganz in die Konsum-
tion der Arbeiter ein: 100 werden verzehrt von den Arbeitern I
(100 Iv) und 50 von den Arbeitern II (50 IIv), wie oben auseinan-
dergesetzt. In der Tat muß in II, wo sein Gesamtprodukt in einer
für die Akkumulation nötigen Form zubereitet wird, ein um 100
größrer Teil des Mehrwerts in Form von notwendigen Konsumtions-
mitteln reproduziert werden. Beginnt wirklich die Reproduktion
auf erweiterter Stufenleiter, so fliegen die 100 variables Geld-
kapital von I durch die Hände seiner Arbeiterklasse zurück an II;
welches dagegen 100m in Warenvorrat an I überträgt und zugleich
50 in Warenvorrat an seine eigne Arbeiterklasse.
Das zum Zweck der Akkumulation veränderte Arrangement steht nun
wie folgt:
I. 4400c + 1100v + 500 Konsumtionsfonds = 6000
II. 1600c + 800v + 600 Konsumtionsfonds = 3000
--------------
Summa 9000 wie oben.
Davon sind Kapital:
I. 4400c + 1100v (Geld) = 5500
} 7900,
II. 1600c + 800v (Geld) = 2400
während die Produktion begann mit:
I. 4000c + 1000v = 5000
} 7250.
II. 1500c + 750v = 2250
#507# 21. Kapitel - Akkumulation und erweiterte Reproduktion
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Geht die wirkliche Akkumulation nun auf dieser Basis vor sich,
d.h., wird mit diesem vermehrten Kapital nun wirklich produziert
so erhalten wir am Ende des nächsten Jahres:
I. 4400c + 1100v + 1100m = 6600
} 9800.
II. 1600c + 800v + 800m = 3200
Es werde nun sub I in derselben Proportion fortakkumuliert; also
550m als Revenue verausgabt, 550m akkumuliert. Zunächst werden
dann 1100 Iv ersetzt durch 1100 IIc 1*), ferner sind noch 550 Im
zu realisieren in einem gleichen Betrag von Waren II; also zusam-
men 1650 I(v+m). Aber das zu ersetzende konstante Kapital von II
ist nur = 1600, die übrigen 50 müssen also ergänzt werden aus 800
IIm. Wenn wir hier zunächst vom Geld absehn, so haben wir als Re-
sultat dieser Transaktion:
I. 4400c + 550m (welche zu kapitalisieren sind); daneben in Kon-
sumtionsfonds der Kapitalisten und Arbeiter 1650 (v+m), reali-
siert in Waren IIc.
II. 1650c (nämlich 50 zugefügt nach Obigem aus IIm) + 800v + 750m
(Konsumtionsfonds der Kapitalisten).
Wenn aber das alte Verhältnis von v zu c in II bleibt, so müssen
für 50c weitre 25v ausgelegt werden, diese sind zu nehmen von den
750m; wir erhalten also:
II. 1650c +825v + 725m.
Sub I ist zu kapitalisieren 550m; wenn das frühere Verhältnis
bleibt, so bilden davon 440 konstantes Kapital und 110 variables
Kapital. Diese 110 sind eventuell zu schöpfen aus 725 IIm, d.h.
Konsumtionsmittel zum Wert von 110 werden von den Arbeitern I
verzehrt statt von Kapitalisten II, diese letztren also gezwun-
gen, diese 110m, die sie nicht verzehren können, zu kapitallsie-
ren. Dies läßt von den 725 IIm übrig 615 IIm. Wenn aber so II
diese 110 in zusätzliches konstantes Kapital verwandelt, so
braucht es ein ferneres zusätzliches variables Kapital von 55;
dies muß wieder von seinem Mehrwert gestellt werden; abgezogen
von 615 IIm läßt es übrig 560 für Konsumtion der Kapitalisten II,
und wir erhalten nun, nach Vollziehung aller aktuellen und poten-
tiellen Übertragungen, an Kapitalwert:
I. (4400c + 440c) + (1100v + 110v) = 4840c + 1210v = 6050
II. (1600c + 50c + 110c) + (800v + 25v + 55v)
= 1760c + 880v = 2640
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8690.
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1*) 1. und 2. Auflage: 1100 Ic; geändert nach der Druckvorlage
von Engels
#508# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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Soll die Sache normal abgehn, so muß die Akkumulation in II sich
rascher vollziehn als in I, weil der Teil von I(v+m), der in Wa-
ren IIc umzusetzen ist, sonst rascher wächst als IIc, gegen das
allein er sich umsetzen kann.
Wird die Reproduktion auf dieser Grundlage und bei sonst gleich-
bleibenden Umständen fortgesetzt, so erhalten wir am Schluß des
folgenden Jahrs:
I. 4840c + 1210v + 1210m = 7260
} = 10 780.
II. 1760c + 880v + 880m = 3520
Bei gleichbleibender Teilungsrate des Mehrwerts ist zunächst als
Revenue zu verausgaben von I: 1210v und die Hälfte von m = 605,
zusammen = 1815. Dieser Konsumtionsfonds ist wieder größer um 55
als IIc. Die 55 sind abzuziehn von 880m, bleiben 825. 55 IIm in
IIc verwandelt, setzt fernern Abzug von IIm voraus für entspre-
chendes variables Kapital= 27 1/2; bleibt zu verzehren 797 1/2
IIm.
Es sind jetzt zu kapitalisieren in I: 605m; davon konstant 484
und variabel 121; letztre sind abzuziehn von IIm, das jetzt noch
= 797 1/2, läßt 676 1/2 IIm. II verwandelt also weitre 121 in
konstantes Kapital und braucht dafür weitres variables Kapital =
60 1/2. dies geht ebenfalls von 676 1/2 ab; bleiben 616 zu ver-
zehren.
Wir haben dann an Kapital:
I. Konstant 4840 + 484 = 5324.
Variabel 1210 + 121 = 1331.
II. Konstant 1760 + 55 + 121 = 1936.
Variabel 880 + 27 1/2 + 60 1/2 = 968.
Zusammen: I. 5324c + 1331v = 6655
} = 9559
II. 1936c + 968v = 2904
und Ende des Jahrs an Produkt:
I. 5324c + 1331v + 1331m = 7986
} = 11 858.
II. 1936c + 968v + 968m = 3872
Mit Wiederholung derselben Rechnung und Abrundung der Brüche er-
halten wir am Schluß des folgenden Jahrs ein Produla von:
I. 5856c + 1464v + 1464m = 8784
} = 13 043.
II. 2129c + 1065v + 1065m = 4259
Und am Schlusse des nächstfolgenden Jahres:
I. 6442c + 1610v + 1610m = 9662
} = 14 348.
II. 2342c + 1172v + 1172m = 4686
#509# 21. Kapitel - mulation und erweiterte Reproduktion
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Im Verlauf von fünfjähriger Reproduktion auf erweiterter Stufen-
leiter ist das Gesamtkapital von I und II gestiegen von 5500c+
1750v = 7250 auf 8784c +2782v = 11 566, also im Verhältnis von
100:160. Der Gesamtmehrwert war ursprünglich 1750, er ist 2782.
Der verzehrte Mehrwert war anfangs 500 für I und 600 für II, zu-
sammen = 1100; er war im letzten Jahr 732 für I und 745 für II,
zusammen = 1477. Er ist also gewachsen im Verhältnis von 100:134.
[25]
2. Zweites Beispiel
Nehmen wir nun das jährliche Produkt von 9000, das sich allzusamt
als Warenkapital in der Hand der industriellen Kapitalistenklasse
befindet, in einer Form, wo das allgemeine Durchschnittsverhält-
nis des variablen und konstanten Kapitals das von 1:5 ist. Es
setzt dies voraus: schon bedeutende Entwicklung der kapitalisti-
schen Produktion und, dementsprechend, der Produktivkraft der ge-
sellschaftlichen Arbeit; bedeutende, schon vorhergegangne Er-
weitrung der Produktionsleiter; endlich Entwicklung aller der Um-
stände, die eine relative rvölkerung in der Arbeiterklasse produ-
zieren. Das Jahresprodukt wird sich dann, nach Abrundung der Brü-
che, verteilen wie folgt:
I. 5000c + 1000v + 1000m = 7000
} = 9000.
II. 1430c + 285v + 285m = 2000
Gesetzt jetzt, die Kapitalistenklasse I konsumiere den halben
Mehrwert = 500 und akkumuliere die andre Hälfte. Dann wären
(1000v + 500m) I = 1500 umzusetzen in 1500 IIc. Da hier IIc nur =
1430, so ist vom Mehrwert 70 zuzusetzen; dies von 285 IIm abgezo-
gen läßt 215 IIm. Wir erhalten also:
I. 5000c + 500m (zu kapitalisieren) + 1500(v+m) in Konsumtions-
fonds der Kapitalisten und Arbeiter.
II. 1430c + 70m (zu kapitalisieren) + 285v + 215m.
Da hier 70 IIm. direkt annexiert werden an IIc, so ist erheischt,
um dies zuschüssige konstante Kapital in Bewegung zu setzen, ein
variables Kapital von 70/5 = 14; diese 14 gehn also weiter ab von
215 IIm; bleibt 201 IIm, und wir haben:
II. (1430c + 70c) + (285v + 14v) + 201m.Der Umsatz von 1500 I(v
+1/2m) gegen 1500 IIc ist ein Prozeß der
einfachen Reproduktion 1*) und sofern abgemacht. Indes sind hier
noch einige Eigentümlichkeiten
-----
1*) 1. und 2. Auflage: Akkumulation
#510# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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zu bemerken, die daraus entstehn, daß bei der akkumulierenden Re-
produktion nicht durch I(v+1/2m) nicht durch IIc allein ersetzt
wird, sondern durch IIc plus einem Teil von IIm.
Daß, Akkumulation vorausgesetzt, I(v+m) größer ist als IIc und
nicht gleich IIc, wie in der einfachen Reproduktion, versteht
sich von selbst; denn I inkorporiert I einen Teil seines Mehrpro-
dukts in sein eignes produktives Kapital und verwandelt davon 5/6
in konstantes Kapital, kann diese 5/6 also nicht gleichzeitig er-
setzen durch Konsumtionamittel II; 2. I hat aus seinem Mehrpro-
dukt für das zur Akkumulation innerhalb II nötige konstante Kapi-
tal den Stoff zu liefern, ganz wie II an I den Stoff zu liefern
hat für das variable Kapital, das den von I selbst als konstantes
Mehrkapital an gewandten Teil seines Mehrprodukts in Bewegung
setzen soll. Wir wissen: das wirkliche variable Kapital besteht
aus Arbeitskraft, also auch das zusätzliche. Es ist nicht der Ka-
pitalist I, der etwa von II notwendige Leben mittel auf Vorrat
kauft oder aufhäuft für die von ihm zu verwendende zusätzliche
Arbeitskraft, wie es der Sklavenhalter tun mußte. Es sind die Ar-
beiter selbst, die mit II handeln. Dies verhindert aber nicht,
daß vom Standpunkt des Kapitalisten aus die Konsumtionsmittel zu-
schüssiger Arbeitskraft nur Produktions- und Erhaltungsmittel
seiner eventuell zuüssigen Arbeitskraft, also die Naturalform
seines variablen Kapitals sind. Seine eigne nächste Operation,
hier die von I, besteht nur darin, daß er das nötige neue Geldka-
pital aufspeichert, das zum Kauf zuschüssiger Arbeitskraft nötig.
Sobal der diese inkorporiert, wird das Geld Kaufmittel der Waren
II für diese Arbeitskraft, muß also ihre Konsumtionsmittel vor-
finden.
Nebenbei. Der Herr Kapitalist, wie seine Presse, ist oft unzu-
frieden mit der Art, wie die Arbeitskraft ihr Geld verausgabt,
und mit den Waren II, worin sie sel realisiert. Bei dieser Gele-
genheit philosophiert, kulturschwatzt und philanthropisiert er,
wie z.B. Herr Drummond, englischer Gesandtschaftssekretär in
Washington: "The Nation" {ein Blatt} habe letzten Oktober 1879
einen interessanten Artikel gebracht, worin es unter andrem
heiße:
"Die Arbeiter haben in der Kultur nicht Schritt gehalten mit dem
Fortschritt der Erfindungen; es sind ihnen Massen von Gegenden
zugänglich geworden, die sie nicht zu gebrauchen wissen und für
die sie also keinen Markt schaffen." {Jeder Kapitalist wünscht
natürlich, daß der Arbeiter seine Ware kaufen soll.} "Es liegt
kein Grund vor, warum der Arbeiter sich nicht ebensoviel Komforts
wünschen sollte wie der Geistliche, Advokat und Arzt, der densel-
ben Betrag erwirbt wie er." {Diese Sorte Advokaten, Geistliche
und Ärzte müssen es in der Tat bei dem Wunsch vieler Komforts ge-
währen lassen!} "Aber er tut es nicht. Die Frage ist noch immer,
wie er als
#511# 21. Kapitel - Akkumulation und erweiterte Reproduktion
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Konsument durch ein rationelles und gesundes Verfahren höher zu
stellen ist, keine leichte Frage, da sein ganzer Ehrgeiz nicht
über eine Verkürzung seiner Arbeitsstunden hinausgeht, und der
Demagog ihn hierzu viel mehr aufreizt als zur Erhebung seiner
Lage durch Verbeßrung seiner geistigen und moralischen Fähigkei-
ten." ("Reports of H. M.'s Secretaries of Embassy and Legation on
the Manufactures, Commerce etc. of the Countries in which they
reside", London 1879, p. 404.)
Lange Arbeitsstunden scheinen das Geheimnis des rationellen und
gesunden Verfahrens, welches die Lage des Arbeiters durch Verbeß-
rung seiner geistigen und moralischen Fähigkeit heben und ihn zu
einem rationellen Konsumenten machen soll. Um ein rationeller
Konsument der Ware der Kapitalisten zu werden, muß er vor allem -
aber der Demagog hindert ihn daran! - damit beginnen, seine eigne
Arbeitskraft irrationell und gesundheitswidrig von seinem eignen
Kapitalisten konsumieren zu lassen. Was der Kapitalist unter ra-
tionellem Konsum versteht, zeigt sich dort, wo er so herablassend
ist, sich direkt in den Konsumtionshandel seiner Arbeiter einzu-
lassen - im Trucksystem, wovon auch das Wohnungsliefern an die
Arbeiter, so daß sein Kapitalist zugleich sein Hausvermieter, ein
Zweig unter vielen ist.
Derselbe Drummond, dessen schöne Seele für die kapitalistischen
Hebungsversuche der Arbeiterklasse schwärmt, erzählt in demselben
Bericht unter andrern über die Baumwollmusterfabriken der Lowell
und Lawrence Mills. Die Kost- und Logierhäuser für die Fabrikmäd-
chen gehören der Aktiengesellschaft, die die Fabrikbesitzerin
ist; die Vorsteherinnen dieser Häuser stehn im Dienst dieser sel-
ben Gesellschaft, die ihnen Verhaltungsregeln vorschreibt; kein
Mädchen darf nach 10 Uhr nachts nach Haus kommen. Aber nun die
Perle: Eine Spezialpolizei der Gesellschaft patrouilliert die Ge-
gend ab, um die Übertretung dieser Hausordnung zu verhindern.
Nach 10 Uhr abends wird kein Mädchen weder aus- noch eingelassen.
Kein Mädchen darf anderswo logieren als auf dem der Gesellschaft
gehörigen Terrain, auf dem jedes Haus ihr ungefähr 10 Doll. Wo-
chenmiete einbringt; und nun sehn wir in voller Glorie den ratio-
nellen Konsumenten:
"Da sich jedoch das allgegenwärtige Piano in vielen der besten
Logierhäuser für Arbeiterinnen vorfindet, spielt Musik, Gesang
und Tanz eine bedeutende Rolle wenigstens bei denen, die nach
zehnstündiger stetiger Arbeit am Webstuhl mehr Abwechslung nach
der Monotonie nötig haben als wirkliches Ausruhn." (p. 412.)
Das Hauptgeheis aber, wie aus dem Arbeiter ein rationeller Konsu-
ment zu machen, kommt erst. Herr Drummond besucht die Messerwa-
renfabrik von Turner's Falls (Connecticut River), und Herr Oak-
man, der Schatzmeister der Aktiengesellschaft, nachdem er ihm er-
zählt, daß namentlich
#512# III. Abschnitt - Die Reproduktion i. Zirkulation...
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die amerikanische Tischmesserware die englische in der Qualität
schlägt, fährt fort:
"Auch in den Preisen werden wir England schlagen; wir sind ihm
voraus in der Qualität schon jetzt, das ist anerkannt; aber wir
müssen niedrigere Preise haben, und die bekommen wir, sowie wir
unsern Stahl wohlfeiler erhalten und unsre Arbeit herunterge-
bracht haben!" (p. 427.)
Herabsetzung des Arbeitslohns und lange Arbeitsstunden, das ist
der Kern des rationellen und gesunden Verfahrens, das den Arbei-
ter erheben soll zur Würde eines rationellen Konsumenten, damit
er einen Markt schaffe für die Masse von Gegenständen, die die
Kultur und der Fortschritt der Erfindung ihm zugänglich gemacht
haben.
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Wie also I das zusätzliche konstante Kapital von II aus seinem
Mehrprodukt zu liefern hat, so liefert II in diesem Sinn das zu-
schüssige variable Kapital für I. II akkumuliert für I und für
sich selbst, soweit das variable Kapital in Betracht kommt, indem
es einen großem Teil seiner Gesamtproduktion, also auch nament-
lich seines Mehrprodukts, in Form von notwendigen Konsumtionsmit-
teln reproduziert.
I(v+m) muß bei Produktion auf wachsender Kapitalbasis sein = IIc
plus dem Teil des Mehrprodukts, der als Kapital wieder inkorpo-
riert wird, plus dem zuschüssigen Teil von konstantem Kapital,
nötig zur Erweiterung der Produktion in II; und das Minimum die-
ser Erweiterung ist das, ohne welches die wirkliche Akkumulation,
d.h. die wirkliche Produktionsausdehnung in I selbst nicht aus-
führbar ist.
Kommen wir nun zu dem oben zuletzt betrachteten Fall zurück, so
hat er die Eigentümlichkeit, daß IIc kleiner als I(v+1/2m), als
der in Konsumtionsmitteln als Revenue verausgabte Teil des Pro-
dukts von I, so daß, um die 1500 I(v+m) umzusetzen, sofort ein
Teil des Mehrprodukts II = 70 dadurch realisiert wird. Was IIc =
1430 betrifft, so muß es, bei sonst gleichbleibenden Umständen,
ersetzt werden aus I(v+m) zum selben Wertbetrag, damit einfache
Reproduktion in II stattfinden könne, und ist insoweit hier nicht
weiter zu betrachten. Anders mit den ergänzenden 70 IIm. Was für
I bloßer Ersatz von Revenue durch Konsumtionsmittel, bloß auf die
Konsumtion gerichteter Warenaustausch, ist für II hier nicht -
wie innerhalb der einfachen Reproduktion - bloße Rückverwandlung
seines konstanten Kapitals aus der Form von Warenkapital in seine
Naturalform, sondern direkter Akkumulationsprozeß, Verwandlung
eines Teils seines Mehrprodukts
#513# 21. Kapitel - Akkumulation und emeiterte Reproduktion
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aus der Form von Konsumtionsmitteln in die von konstantem Kapi-
tal. Kauft I mit 70 Pfd.St. Geld (Geldreserve zum Umsatz von
Mehrwert) die 70 IIm, und kauft II nicht dafür 70 Im, sondern ak-
kumuliert die 70 Pfd.St. als Geldkapital, so ist letztres zwar
immer Ausdruck von zuschüssigem Produkt (eben des Mehrprodukts
von II, wovon es Aliquote), obgleich nicht von einem in die Pro-
duktion wieder eingehenden Produkt; aber dann wäre diese Geldak-
kumulation auf Seite II zugleich Ausdruck von unverkaufbaren 70
Im in Produktionsmitteln. Es fände also relative Überproduktion
in I statt, entsprechend dieser gleichzeitigen Nichterweiterung
der Reproduktion auf Seite II.
Aber abgesehn hiervon: Während der Zeit, worin die 70 Geld, die
von I kamen, noch nicht oder nur teilweis durch Ankauf von 70 I.
seitens II zu I zurückgekehrt, figuriert 70 in Geld ganz oder
teilweis als zusätzliches virtuelles Geldkapital in der Hand von
II. Dies gilt von jedem Umsatz zwischen I und II, bevor wechsel-
seitige Ersetzung der beiderseitigen Waren den Rückfluß des
Geldes zu seinem Ausgangspunkt bewirkt hat. Aber das Geld, bei
normalem Verlauf der Dinge, figuriert hier nur vorübergehend in
dieser Rolle. Im Kreditsystem nun, wo jedes momentan zusätzlich
freigesetzte Geld sofort aktiv als zusätzliches Geldkapital fun-
gieren soll, kann solches nur vorübergehend freie Geldkapital
festgeritten werden, z.B. zu neuen Unternehmungen sub I dienen,
während es daselbst noch festliegendes Zusatzprodukt in andren
Unternehmungen flüssig zu machen hätte. Es ist ferner zu bemer-
ken, daß die Annexation von 70 Im an das konstante Kapital II
zugleich Erweiterung des variablen Kapitals II erheischt zum Be-
trag von 14. Dies setzt voraus - ähnlic wie in I bei direkter In-
korporation von Mehrprodukt Im in Kapital Ic -, daß die Reproduk-
tion in II schon vor sich geht mit der Tendenz auf fernere Kapi-
talisation; daß sie also Erweiterung des Teils des Mehrprodukts
einschließt, der aus notwendigen Lebensmitteln besteht.
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Das Produkt von 9000 im zweiten Beispiel muß zum Zweck der Repro-
duktion, wie wir sahn, folgende Verteilung annehmen, wenn 500 Im
kapitallsiert werden sollen. Wir ziehn dabei bloß die Waren in
Betracht und vernachlässigen die Geldzirkulation.
I. 5000c + 500m (zu kapitalisieren) + 1500(v+m) Konsumtionsfonds
= 7000 in Waren.
II. 1500c + 299v + 201m =2000 in Waren. Gesaintsumme 9000 in Wa-
renprodukt.
#514# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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Die Kapitalisation geht nun vor sich wie folgt:
In I teilen sich die 500m, die kapitalisiert werden, in 5/6 =
417c + 1/6 = 83v. Die 83v entziehn einen gleichen Betrag von IIm,
der Elemente des konstanten Kapitals kauft, also zu IIc geschla-
gen wird. Eine Vermehrung von IIc um 83 bedingt eine Vermehrung
von IIv um 1/5 von 83 = 17. Wir haben also nach dem Umsatz:
I. (5000c + 417m)c + (1000v + 83m)v = 5417c + 1083v = 6500
II. (1500c + 83m)c + ( 299v + 17m)v = 1583c + 316v = 1899
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Zusammen: 8399.
Das Kapital in I ist gewachsen von 6000 auf 6500, also um 1/12.
In II von 1715 auf 1899, also um nicht ganz 1/9.
Die Reproduktion auf dieser Grundlage im zweiten Jahr ergibt am
Jahresschluß an Kapital:
I. (5417c + 452m)c + (1083v + 90m)v = 5869c + 1173v = 7042.
II. (1583c + 42m + 90m)c + (316v + 8m + 18m)v = 1715c + 342v =
2057
und am Ende des dritten Jahres an Produkt:
I. 5869c + 1173v + 1173m.
II. 1715c + 342v + 342m.
Akkumuliert hier I wie bisher die Hälfte des Mehrwerts, so ergibt
I(v+1/2m) 1173v + 587(1/2m) = 1760, ist also größer als das ge-
samte 1715 IIc, und zwar um 45. Diese müssen also wieder durch
Übernahme eines gleichen Betrags von Produktionsmitteln auf IIc
ausgeglichen werden. IIc wächst also um 45, was einen Zuwachs von
1/5 = 9 in IIv, bedingt. Ferner teilen sich die kapitalisierten
587 Im zu 5/6 und 1/6 in 489c und 98v; diese 98 bedingen in II
einen neuen Zuschlag zum konstanten Kapital von 98 und dieser
wieder eine Vermehrung des variablen Kapitals von II um 1/5 = 20.
Wir haben dann:
I. (5869c + 489m)c + (1173c + 98m)v = 6358c + 1271v = 7629
II. (1715c + 45m + 98m)c + (342v + 9m + 20m)v = 1858c
+ 371, = 2229
Total Kapital = 9858.
In drei Jahren wachsender Reproduktion ist also das Gesamtkapital
von I gewachsen von 6000 auf 7629, das von II von 1715 auf 2229,
das gesellschaftliche Gesamtkapital von 7715 auf 9858.
#515# 21. Kapitel - Akkumulation und erweiterte Reproduktion
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3. Umsatz von IIc bei Akkumulation
Im Austausch von I(v+m) mit IIc finden also verschiedne Fälle
statt.
Bei der einfachen Reproduktion müssen beide gleich sein und ein-
ander ersetzen, da sonst, wie oben gesehn, die einfache Reproduk-
tion nicht ohne Störung vor sich gehn kann. Bei der Akkumulation
kommt vor allem die Akkumulationsrate in Betracht. In den bishe-
rigen Fällen nahmen wir an, daß die Akkumulationsrate in I = 1/2m
I war und ebenfalls, daß sie in den verschiednen Jahren konstant
blieb. Wir ließen nur die Proportion wechseln, nach welcher dies
akkumulierte Kapital sich in variables und konstantes teilt. Da-
bei ergaben sich drei Fälle:
1. I(v+1/2m) = IIc, welches also kleiner ist als I(v+m). Dies muß
es immer sein, sonst akkumulierte I nicht.
2. I(v+1/2m) ist größer als IIc. In diesem Fall wird der Ersatz
dadurch bewirkt, daß zu IIc ein entsprechender Teil von IIm hin-
zugefügt wird, so daß diese Summe = I(v+1/2m). Hier ist der Um-
satz für II nicht einfache Reproduktion seines konstanten Kapi-
tals, sondern schon Akkumulation, Vermehrung desselben um den
Teil seines Mehrprodukts, den es austauscht gegen Produktionsmit-
tel I; diese Vermehrung schließt zugleich ein, daß II außerdem
sein variables Kapital aus seinem eignen Mehrprodukt entsprechend
vergrößert.
3. I(v+1/2m) ist kleiner als IIc. In diesem Fall hat II durch den
Umsatz sein konstantes Kapital nicht vollständig reproduziert,
muß also das Defizit durch Kauf von I ersetzen. Dies ernötigt
aber keine weitre Akkumulation von variablem Kapital II, da sein
konstantes Kapital der Größe nach durch diese Operation erst
vollständig reproduziert wird. Andrerseits hat durch diesen Um-
satz der Teil der Kapitalisten von I, der nur zusätzliches Geld-
kapital aufhäuft, schon einen Teil dieser Sorte Akkumulation
vollbracht.
Die Voraussetzung der einfachen Reproduktion, daß I(v+m) = IIc
sei, ist nicht nur unverträglich mit der kapitalistischen Produk-
tion, was übrigens nicht ausschließt, daß im industriellen Zyklus
von 10-11 Jahren ein Jahr oft geringre Gesamtproduktion hat als
das vorhergehende, also nicht einmal einfache Reproduktion statt-
findet im Verhältnis zum vorhergehenden Jahr. Sondern auch, bei
dem natürlichen jährlichen Wachstum der Bevölkerung könnte einfa-
che Reproduktion nur insofern stattfinden, als von den 1500, die
den Gesamtmehrwert repräsentieren, eine entsprechend größre Zahl
unproduktiver Dienstleute mitzehrten. Akkumulation von Kapital,
also wirkliche kapitalistische Produktion, wäre dagegen hierbei
unmöglich. Die
#516# III. Abschnitt - Die Reproduktion u. Zirkulation...
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Tatsache der kapitalistischen Akkumulation schließt demnach aus,
daß IIc, = I(v+m). Dennoch könnte selbst bei kapitalistischer Ak-
kumulation der Fall eintreten, daß, infolge des Gangs der in der
frühern Reihe von Produktionsperioden vollzognen Akkumulations-
prozesse, IIc nicht nur gleich, sondern selbst größer würde als
I(v+m). Dies wäre eine Überproduktion in II und nur auszugleichen
durch einen großen Krach, infolgedessen Kapital von II auf I sich
übertrüge. - Es ändert auch nichts an dem Verhältnis von I(v+m)
zu IIc, wenn ein Teil des konstanten Kapitals von II sich selbst
reproduziert, wie z.B. in der Agrikultur die Anwendung von selbst
erzeugtem Samen. Dieser Teil von IIc kommt mit Bezug auf den Um-
satz zwischen I und II ebensowenig in Betracht, wie Ic dabei in
Betracht kommt. Es ändert auch nichts an der Sache, wenn ein Teil
der Produkte von II seinerseits fähig ist, als Produktionsmittel
in I einzugehn. Sie werden gedeckt durch einen Teil der von I ge-
lieferten Produktionsmittel, und dieser Teil ist von vornherein
auf beiden Seiten in Abzug zu bringen, wenn wir den Austausch
zwischen den beiden großen Klassen der gesellschaftlichen Produk-
tion, den Produzenten von Produktionsmitteln und den Produzenten
von Konsumtionsmitteln, rein und ungetrübt untersuchen wollen.
Also bei kapitalistischer Produktion kann I(v+m) nicht gleich IIc
sein, oder beide können sich nicht im Umsatz gegeneinander dec-
ken. Dagegen kann, wenn Im/x der Teil von Im ist, der als Revenue
von den Kapitalisten I ausgegeben wird, I(v+m/x) gleich, größer
oder kleiner sein als IIc; I(v+m/x) muß aber immer kleiner sein
als II(c+m), und zwar um so viel kleiner als der Teil von IIm,
den die Kapitalistenklasse II unter allen Umständen selbst ver-
zehren muß.
Es ist zu bemerken, daß bei dieser Darstellung der Akkumulation
der Wert des konstanten Kapitals, sofern es Wertteil des Warenka-
pitals ist, zu dessen Produktion es mitwirkt, nicht exakt darge-
stellt ist. Der fixe Teil des neuakkumullerten konstanten Kapi-
tals geht nur allmählich und periodisch, je nach der Natur dieser
fixen Elemente verschieden, in das Warenkapital ein; dies besteht
daher da, wo Rohstoff und Halbfahrikat etc. massenhaft in die Wa-
renproduktion eingeht, zum größren Teil aus Ersatz der zirkulie-
renden konstanten Bestandteile und des variablen Kapitals. (Des
Umschlags der zirkulierenden Bestandteile wegen kann doch so ver-
fahren werden, es ist damit angenommen, daß innerhalb des Jahres
der zirkulierende Teil zusammen mit dem an ihn abgegebnen Wert-
teil des fixen Kapitals so oft umschlägt, daß die Gesamtsumme der
gelieferten Waren gleich dem Wert des gesamten in die jährliche
Produktion eingehenden Kapitals.) Wo
#517# 21. Kapitel - Akkumulation und erweiterte Reproduktion
-----
aber für den Maschinenbetrieb nur Hilfsstoffe eingehn, kein
Rohmaterial, muß das Arbeitselement = v als größrer Bestandteil
in Warenkapital wieder erscheinen. Während in der Profitrate der
Mehrwert berechnet wird auf das Gesamtkapital, unabhängig davon,
ob die fixen Bestandteile viel oder wenig Wert periodisch an das
Produkt abgeben, ist für den Wert jedes periodisch erzeugten Wa-
renkapitals der fixe Teil des konstanten Kapitals nur soweit mit
einzurechnen, als er durch Verbrauch im Durchschnitt Wert an das
Produkt selbst abgibt.
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