Quelle: MEW 24 Das Kapital - Zweiter Band
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#138# I. Abschnitt - Die Metamorphosen des Kap. und ihr Kreislauf
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II. Aufbewahrungskosten
Zirkulationskosten, die aus dem bloßen Formwechsel des Werts, aus
der Zirkulation ideell betrachtet, hervorgehn, gehn nicht in den
Wert der Waren ein. Die in ihnen verausgabten Kapitalteile bilden
bloße Abzüge von dem produktiv verausgabten Kapital, soweit der
Kapitalist betrachtet wird. Von andrer Natur sind die Zirkulati-
onskosten, die wir jetzt betrachten. Sie können aus Produktions-
prozessen entspringen, die nur in der Zirkulation fortgesetzt
werden, deren produktiver Charakter also durch die Zirkulations-
form nur versteckt ist. Sie können andrerseits, gesellschaftlich
betrachtet, bloße Kosten, unproduktive Verausgabung, sei es le-
bendiger, sei es vergegenständlichter Arbeit sein, aber doch eben
dadurch für den individuellen Kapitalisten wertbildend wirken,
einen Zusatz zum Verkaufspreis seiner Ware bilden. Dies folgt
schon daraus, daß diese Kosten in verschiednen Produktionssphären
und stellenweise für verschiedne individuelle Kapitale innerhalb
derselben Produktionssphäre verschieden sind. Durch ihren
#139# 6. Kapitel - Die Zirkulationskosten
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Zusatz zum Preis der Ware werden sie in dem Maß verteilt, worin
sie auf die individuellen Kapitalisten fallen. Aber alle Arbeit,
die Wert zusetzt, kann auch Mehrwert zusetzen und wird auf kapi-
talistischer Grundlage immer Mehrwert zusetzen, da der Wert, den
sie bildet, von ihrer eignen Größe, der Mehrwert, den sie bildet,
von dem Umfang abhängt, worin der Kapitalist sie bezahlt, Kosten
also, die die Waren verteuern, ohne ihr Gebrauchswert zuzusetzen,
für die Gesellschaft also zu den faux frais der Produktion gehö-
ren, können für den individuellen Kapitalisten Quelle der Berei-
cherung bilden. Andrerseits, soweit der Zusatz, den sie dem Preis
der Ware hinzufügen, diese Zirkulationskosten nur gleichmäßig
verteilt, hört ihr unproduktiver Charakter dadurch nicht auf.
Z.B. Assekuranzgesellschaften verteilen die Verluste individuel-
ler Kapitalisten unter die Kapitalistenklasse. Dies verhindert
jedoch nicht, daß die so ausgeglichnen Verluste nach wie vor, das
gesellschaftliche Gesamtkapital betrachtet, Verluste sind.
1. Vorratbildung überhaupt
Während seines Daseins als Warenkapital oder seines Aufenthalts
auf dem Markt, also solange es sich in dem Intervall befindet
zwischen dem Produktionsprozeß, aus dem es herauskommt, und dem
Konsumtionsprozeß, in den es eingeht, bildet das Produkt Waren-
vorrat. Als Ware auf dem Markt, und daher in der Gestalt des Vor-
rats, erscheint das Warenkapital doppelt in jedem Kreislauf, ein-
mal als Warenprodukt des prozessierenden Kapitals selbst, dessen
Kreislauf betrachtet wird; das andre Mal dagegen als Warenprodukt
eines andren Kapitals, das sich auf dem Markt vorfinden muß, um
gekauft und in produktives Kapital verwandelt zu werden. Aller-
dings ist es möglich, daß dies letztre Warenkapital erst auf Be-
stellung produziert wird. Dann findet Unterbrechung statt, so-
lange bis es produziert ist. Der Fluß des Produktions- und Repro-
duktionsprozesses erheischt jedoch, daß eine Masse Waren
(Produktionsmittel) sich beständig auf dem Markt vorfindet, also
Vorrat bildet. Ebenso umfaßt das produktive Kapital den Ankauf
der Arbeitskraft, und die Geldform ist hier nur die Wertform von
Lebensmitteln, die der Arbeiter großenteils auf dem Markt vorfin-
den muß. Wir gehn im Fortgang dieses Paragraphen näher hierauf
ein. Hier ist bereits dieser Punkt gewonnen. Stellen wir uns auf
den Standpunkt des prozessierenden Kapitalwerts, der sich in Wa-
renprodukt verwandelt hat und nun verkauft oder in Geld rückver-
wandelt werden muß, der also jetzt als Warenkapital auf dem Markt
fungiert, so ist der Zustand, worin es Vorrat bildet, ein zweck-
widriger unfreiwilliger Aufenthalt auf dem
#140# I. Abschnitt - Die Metamorphosen des Kap. und ihr Kreislauf
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Markt. Je rascher verkauft, desto flüssiger der Reproduktionspro-
zeß. Der Aufenthalt in der Formverwandlung W'-G' hindert den re-
alen Stoffwechsel, der im Kreislauf des Kapitals vorgehn muß, wie
seine weitere Funktion als produktives Kapital. Andrerseits für
G-W erscheint das beständige Vorhandensein der Ware auf dem
Markt, der Warenvorrat, als Bedingung des Flusses des Reprodukti-
onsprozesses wie der Anlage von neuem oder zusätzlichem Kapital.
Das Verharren des Warenkapitals als Warenvorrat auf dem Markt
erheischt Baulichkeiten, Magazine, Reservoirs der Waren, Warenla-
ger, also Auslage von konstantem Kapital; ebenso Zahlung von Ar-
beitskräften zur Einmagazinierung der Waren in ihre Reservoirs.
Außerdem verderben die Waren und sind schädlichen elementaren
Einflüssen ausgesetzt. Zum Schutz davor ist zusätzliches Kapital
auszulegen, teils in Arbeitsmitteln, in gegenständlicher Form,
teils in Arbeitskraft. 14)
Das Dasein des Kapitals in seiner Form als Warenkapital und daher
als Warenvorrat verursacht also Kosten, die, da sie nicht der
Produktionssphäre angehören, zu den Zirkulationskosten zählen.
Diese Zirkulationskosten unterscheiden sich von den sub I aufge-
führten dadurch, daß sie in gewissem Umfang in den Wert der Waren
eingehn, also die Ware verteuern. Unter allen Umständen sind Ka-
pital und Arbeitskraft, die zur Erhaltung und Aufbewahrung des
Warenvorrats dienen, dem direkten Produktionsprozeß entzogen.
Andrerseits müssen die hier angewandten Kapitale, Arbeitskraft
eingerechnet, als Bestandteil des Kapitals, aus dem gesellschaft-
lichen Produkt ersetzt werden. Ihre Auslage wirkt daher wie eine
Verminderung der Produktionskraft der Arbeit, so daß ein grüßres
Quantum Kapital und Arbeit erheischt ist, um einen bestimmten
Nutzeffekt zu erzielen. Es sind U n k o s t e n.
Soweit nun die durch die Bildung des Warenvorrats bedingten Zir-
kulationskosten nur aus der Zeitdauer der Verwandlung vorhandner
Werte aus Warenform in Geldform, also nur aus der bestimmten ge-
sellschaftlichen
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14) Corbet berechnet 1841 die Kosten der Weizenaufspeicherung für
eine Saison von 9 Monaten auf 1/2 % Verlust an Quantität, 3% für
Zins auf den Weizenpreis, 2% für Lagermiete, 1% Schütteln und
Fuhrlohn, 1/2 % Ablieferungsarbeit, zusammen 7% oder, bei einem
Weizenpreis von 50 sh., 3 sh. 6 d. per Quarter. (Th. Corbet, "An
Inquiry into the Causes and Modes of the Wealth of Individuals
etc.", London 1841, [p. 140].) Nach den Aussagen von Liverpooler
Kaufleuten vor der Eisenbahnkommission betrugen die (reinen) Un-
kosten der Getreideaufspeicherung 1865 monatlich 2 d. per Qmrter
oder 9-10 d. per Tonne. ("Royal Commission on Railways", 1867,
Evidence, p. 19, Nr. 331.)
#141# 6. Kapitel - Die Zirkulationskosten
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Form des Produktionsprozesses entspringen (nur daraus, daß das
Produkt als Ware produziert wird und daher auch die Verwandlung
in Geld durchmachen muß) - teilen sie ganz den Charakter der sub
I aufgezählten Zirkulationskosten. Andrerseits wird der Wert der
Waren hier nur konserviert, resp. vermehrt, weil der Gebrauchs-
wert, das Produkt selbst, unter bestimmte gegenständliche Bedin-
gungen versetzt wird, die Kapitalauslage kosten, und Operationen
unterworfen wird, die zusätzliche Arbeit auf die Gebrauchswerte
wirken lassen. Die Berechnung der Warenwerte, die Buchführung
über diesen Prozeß, die Kauf- und Verkaufshändel dagegen wirken
nicht auf den Gebrauchswert, worin der Warenwert existiert. Sie
haben es nur mit seiner Form zu tun. Obgleich daher in dem vor-
ausgesetzten Fall diese Unkosten der Vorratbildung (die hier un-
freiwillig ist) bloß aus einem Aufenthalt der Formverwandlung und
aus der Notwendigkeit derselben entspringen, so unterscheiden sie
sich dennoch von den Unkosten sub I dadurch, daß ihr Gegenstand
selbst nicht die Formverwandlung des Werts, sondern die Erhaltung
des Werts ist, der in der Ware, als Produkt, Gebrauchswert, exi-
stiert und daher nur durch die Erhaltung des Produkts, des Ge-
brauchswerts selbst erhalten werden kann. Der Gebrauchswert wird
hier weder erhöht noch vermehrt, im Gegenteil, er nimmt ab. Aber
seine Abnahme wird beschränkt, und er wird erhalten. Auch der
vorgeschoßne, in der Ware existierende Wert wird hier nicht er-
höht. Aber neue Arbeit, vergegenständlichte und lebendige, wird
hinzugesetzt.
Es ist nun weiter zu untersuchen, wieweit diese Unkosten aus dem
eigentümlichen Charakter der Warenproduktion überhaupt und der
Warenproduktion in ihrer allgemeinen, absoluten Form hervorgehn,
d.h. der kapitalistischen Warenproduktion; wieweit sie andrer-
seits aller gesellschaftlichen Produktion gemeinsam sind und hier
nur innerhalb der kapitalistischen Produktion eine besondre Ge-
stalt annehmen, eine besondre Erscheinungsform.
A. Smith hat die fabelhafte Ansicht aufgestellt, daß die Vorrat-
bildung ein der kapitalistischen Produktion eigentümliches Phäno-
men sei. 15) Neuere Ökonomen, z.B. Lalor, behaupten umgekehrt,
daß sie mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktion ab-
nimmt. Sismondi betrachtet dies sogar als eine Schattenseite der
letztren. [10]
In der Tat existiert der Vorrat in drei Formen: in der Form des
produktiven Kapitals, in der Form des individuellen Konsumtions-
fonds und in Form des Warenvorrats oder Warenkapitals. Der Vorrat
in der einen Form
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15) Book II, Introduction.
#142# I. Abschnitt - Die Metamorphosen des Kap. und ihr Kreislauf
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nimmt relativ ab, wenn er in der andren Form zunimmt, obgleich er
seiner absoluten Größe nach in allen drei Formen gleichzeitig
wachsen mag.
Es ist von vornherein klar, daß, wo die Produktion direkt auf
dir, Befriedigung des Selbstbedarfs gerichtet ist und nur zum ge-
ringem Teil für den Austausch oder Verkauf produziert wird, also
das gesellschaftliche Produkt gar nicht oder nur zum kleinern
Teil die Form der Ware anninunt, der Vorrat in der Form der Ware
oder Warenvorrat nur einen geringen und verschwindenden Teil des
Reichtums bildet. Der Konsumtionsfonds ist aber hier relativ
groß, namentlich der eigentlichen Lebensmittel. Man hat nur al-
tertümliche Bauernwirtschaft anzusehn. Ein überwiegender Teil des
Produkts verwandelt sich hier unmittelbar, ohne Warenvorrat zu
bilden - eben weil er in der Hand seines Besitzers bleibt - in
vorrätige Produktionsmittel oder Lebensmittel. Er nimmt nicht die
Form des Warenvorrats an, und eben deswegen existiert in Gesell-
schaften, die auf solcher Produktions weise gegründet sind, nach
A. Smith kein Vorrat. A. Smith verwechselt die Form des Vorrats
mit dem Vorrat selbst und glaubt, daß die Gesellschaft bisher von
der Hand in den Mund lebte oder sich auf den Zufall des folgenden
Tages verließ. 16) Es ist ein kindisches Mißverständnis.
Vorrat in der Form des produktiven Kapitals existiert in der Form
von Produktionsmitteln, die sich bereits im Produktionsprozeß be-
finden oder wenigstens in der Hand des Produzenten, also latent
schon im Produktionsprozeß. Man hat früher gesehn, daß mit der:
Entwicklung der Produktivität
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16) Statt daß, wie A. Smith wähnt, die Vorratbildung erst ent-
springt aus der Verwandlung des Produkts in Ware und des Konsum-
tionsvorrats in Warenvorrat, verursacht umgekehrt dieser Form-
wechsel während des Übergangs aus der Produktion für den Selbst-
bedarf in die Warenproduktion die heftigsten Krisen in der Ökono-
mie der Produzenten. In Indien erhielt sich z.B. bis auf die al-
lerneueste Zeit die Gewohnheit, das Getreide, wofür in Jahren des
Überflusses wenig zu haben war, massenhaft aufzuspeichern".
("Return, Bengal and Orissa Famine. H. of C. 1867", I, p. 230,
231, Nr.74.) Die durch den Amerikanischen Bürgerkrieg plötzlich
gesteigerte Nachfrage nach Baumwolle, Jute etc. veranlaßte in
vielen Teilen Indiens große Einschränkung des Reisbaus, Steigen
der Reispreise und Verkauf der alten Reisvorräte der Produzenten.
Dazu kam noch 1864-1866 beispiellose Ausfuhr von Reis nach Au-
stralien, Madagaskar etc. Daher der akute Charakter der Hungers-
not von 1866, die im Distrikt von Orissa allein eine Million Men-
schen wegraffte. (l.c. 174, 175, 213, 214 und III: "Papers rela-
ting to the Famine in Behar", p. 32, 33, wo unter den Ursachen
der Hungersnot der drain of old stock 1*) betont wird. (Aus Manu-
skript II.)
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1*) Abfluß des alten Vorrats
#143# 6. Kapitel - Die Zirkulationskosten
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der Arbeit, also auch mit der Entwicklung der kapitalistischen
Produktionsweise - welche die gesellschaftliche Produktivkraft
der Arbeit mehr entwickelt als alle früheren Produktionsweisen -,
die Masse der in der Form von Arbeitsmitteln dem Prozeß ein für
allemal einverleibten und stets wiederholt, während längrer oder
kürzrer Periode in ihm fungierenden Produktionsmittel (Gebäude,
Maschinen etc.) beständig wächst, und daß ihr Wachstum sowohl
Voraussetzung wie Wirkung der Entwicklung der gesellschaftlichen
Produktivkraft der Arbeit ist. Das nicht nur absolute, sondern
relative Wachstum des Reichtums in dieser Form (vergl. Buch I,
Kap. XXIII, 2.) charakterisiert vor allem die kapitalistische
Produktionsweise. Die stofflichen Existenzformen des konstanten
Kapitals, die Produktionsmittel, bestehn aber nicht nur aus der-
artigen Arbeitsmitteln, sondern auch aus Arbeitsmaterial auf den
verschiedensten Stufen der Verarbeitung und aus Hilfsstoffen. Mit
der Stufenleiter der Produktion und der Steigerung der Produktiv-
kraft der Arbeit durch Kooperation, Teilung, Maschinerie usw.
wächst die Masse des Rohmaterials, der Hilfsstoffe etc., die in
den täglichen Reproduktionsprozeß eingehn. Diese Elemente müssen
in der Produktionsstätte bereitliegen. Der Umfang dieses in der
Form von produktivem Kapital existierenden Vorrats wächst also
absolut. Damit der Prozeß fließe - ganz davon abgesehn, ob dieser
Vorrat täglich oder nur in bestimmten Terminen erneuert werden
kann -, muß stets mehr Anhäufung von Rohstoff etc. in der Produk-
tionsstätte bereitliegen, als z.B. täglich oder wöchentlich ver-
braucht wird. Die Kontinuität des Prozesses erheischt, daß das
Dasein seiner Bedingungen weder abhänge von möglicher Unterbre-
chung bei täglichen Einkäufen, noch davon, daß das Warenprodukt
täglich oder wöchentlich verkauft werde und daher nur unregelmä-
ßig in seine Produktionselemente rückverwandelbar sei. Indes kann
offenbar das produktive Kapital in sehr verschiednem Umfang la-
tent sein oder Vorrat bilden. Es macht z.B. großen Unterschied,
ob der Spinner Baumwolle oder Kohlen für drei Monate oder für
einen parat liegen haben muß. Man sieht, daß dieser Vorrat rela-
tiv abnehmen kann, obgleich er absolut zunimmt.
Es hängt dies von verschiednen Bedingungen ab, die alle im we-
sentlichen hinauskommen auf die größre Geschwindigkeit, Regelmä-
ßigkeit und Sicherheit, womit die nötige Masse von Rohstoff stets
so zugeführt werden kann, daß nie Unterbrechung entsteht. Je we-
niger diese Bedingungen erfüllt sind, je geringer also Sicher-
heit, Regelmäßigkeit und Geschwindigkeit der Zufuhr, desto größer
muß der latente Teil des produktiven Kapitals, d.h. der noch
seine Verarbeitung erwartende Vorrat von Rohstoffen usw. in der
Hand des Produzenten sein. Diese Bedingungen stehn im umgekehrten
#144# I. Abschnitt - Die Metamorphosen des Kap. und ihr Kreislauf
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Verhältnis zur Entwicklungshöhe der kapitalistischen Produktion
und daher der Produktivkraft der gesellschaftlichen Arbeit. Also
auch der Vorrat in dieser Form.
Indes ist das, was hier als Abnahme des Vorrats erscheint (z.B.
bei Lalor), zum Teil nur Abnahme des Vorrats in der Form des Wa-
renkapitals oder des eigentlichen Warenvorrats; also bloß Form-
wechsel desselben Vorrats. Ist z.B. die Masse Kohlen, die täglich
im Lande selbst produziert wird, also Umfang und Energie der Koh-
lenproduktion, groß, so braucht der Spinner kein großes Kohlenla-
ger, um die Kontinuität seiner Produktion zu sichern. Die bestän-
dige sichere Erneuerung der Kohlenzufuhr macht dies überflüssig.
Zweitens: Die Geschwindigkeit, womit das Produkt eines Prozesses
als Produktionsmittel in einen andren Prozeß übergehn kann, hängt
ab von der Entwicklung der Transport- und Kommunikationsmittel.
Die Wohlfeilheit des Transports spielt große Rolle dabei. Der be-
ständig erneuerte Transport z.B. von Kohlen von der Grube zur
Spinnerei wäre teurer als die Versorgung mit einer größren Koh-
lenmasse für längre Zeit bei relativ wohlfeilerm Transport. Diese
beiden bisher betrachteten Umstände gehn aus dem Produktionspro-
zeß selbst hervor. Drittens wirkt ein die Entwicklung des Kredit-
systems. Je weniger der Spinner für Erneuerung seiner Vorräte an
Baumwolle, Kohle etc. vom unmittelbaren Verkauf seines Garns ab-
hängt und je entwickelter das Kreditsystem, je geringer ist diese
unmittelbare Abhängigkeit -, desto kleiner kann die relative
Größe dieser Vorräte sein, um eine von den Zufallen des Garnver-
kaufs unabhängige kontinuierliche Garnproduktion auf gegebener
Stufenleiter zu sichern. Viertens aber bedürfen viele Rohstoffe,
Halbfabrikate etc. der Zeitperioden zu ihrer Produktion, und na-
mentlich gilt dies von allen Rohstoffen, die die Agrikultur lie-
fert. Soll keine Unterbrechung des Produktionsprozesses stattfin-
den, so muß also ein bestimmter Vorrat derselben vorhanden sein
für den ganzen Zeitabschnitt, worin Neuprodukt nicht die Stelle
des alten ersetzen kann. Nimmt dieser Vorrat ab in der Hand des
industriellen Kapitalisten, so beweist das nur, daß er in der
Form des Warenvorrats in der Hand des Kaufmanns zunimmt. Die Ent-
wicklung der Transportmittel z.B. gestattet, die im Importhafen
liegende Baumwolle rasch von Lverpool nach Manchester überzufüh-
ren, so daß der Fabrikant, je nach Bedarf, in relativ kleinen
Portionen seinen Baumwollvorrat erneuern kann. Aber dann liegt
dieselbe Baumwolle in um so größren Massen als Warenvorrat in der
Hand von Kaufleuten zu Liverpool. Es ist also bloßer Formwechsel
des Vorrats, was Lalor und andre übersehn haben. Und das gesell-
schaftliche Kapital betrachtet, der sich hier nach wie vor die-
selbe Produktmuse in der Form des Vorrats. Für ein
#145# 6. Kapitel - Die Zirkulationskosten
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einzelnes Land nimmt der Umfang, worin z.B. die für das Jahr nö-
tige Masse bereit sein muß, ab mit der Entwicklung der Transport-
mittel. Gehn viele Dampf- und Segelschiffe zwischen Amerika und
England, so vermehren sich die Gelegenheiten der Erneuerung des
Baumwollvorrats für England und nimmt also die Masse des Baum-
wollvorrats ab, die durchschnittlich in England lagern muß.
Ebenso wirkt die Entwicklung des Weltmarkts und daher die Ver-
vielfachung der Bezugsquellen desselben Artikels. Der Artikel
wird stückwels von verschiednen Ländern und in verschiednen Zeit-
terminen zugeführt.
2. Eigentlicher Warenvorrat
Man hat bereits gesehn: Auf Grundlage der kapitalistischen Pro-
duktion wird die Ware zur allgemeinen Form des Produkts, und je
mehr jene sich nach Umfang und Tiefe entwickelt, desto mehr. Es
existiert also - selbst bei gleichem Umfang der Produktion - ein
ungleich größrer Teil des Produkts als Ware, im Vergleich, sei es
zu frühern Produktionsweisen, sei es zur kapitalistischen Produk-
tionsweise auf minder entwickeltem Grad. Alle Ware aber - also
auch alles Warenkapital, welches nur Ware ist, aber Ware als Da-
seinsform des Kapitalwerts -, soweit sie aus ihrer Produktions-
sphäre nicht unmittelbar in die produktive oder individuelle Kon-
sumtion eingeht, also im Intervall auf dem Markt sich befindet,
bildet ein Element des Warenvorrats. An und für sich - bei
gleichbleibendem Umfang der Produktion - wächst daher der Waren-
vorrat (d.h. diese Verselbständigung und Fixierung der Warenform
des Produkts) mit der kapitalistischen Produktion. Man hat be-
reits gesehn, daß dies nur Formwechsel des Vorrats ist, d.h. daß
auf der einen Seite der Vorrat in Warenform zunimmt, weil er auf
der andren Seite in der Form von direktem Produktions- oder Kon-
sumtionsvorrat abnimmt. Es ist nur eine veränderte gesellschaft-
liche Form des Vorrats. Wenn zugleich nicht nur die relative
Größe des Warenvorrats im Verhältnis zum gesellschaftlichen Ge-
samtprodukt zunimmt, sondern auch seine absolute Größe, so, weil
mit der kapitalistischen Produktion die Masse des Gesamtprodukts
wächst.
Mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktion wird die Stu-
fenleiter der Produktion in stets geringrem Grad durch die unmit-
telbare Nachfrage nach dem Produkt bestimmt, und in stets größrem
durch den Umfang des Kapitals, worüber der individuelle Kapita-
list verfügt, durch den Verwertungstrieb seines Kapitals und die
Notwendigkeit der Kontinuität und der Ausdehnung seines Produkti-
onsprozesses. Damit wächst notwendig in jedem besondren Produkti-
onszweig die Produktmasse, die sich als Ware
#146# I. Abschnitt - Die Metamorphosen des Kap. und ihr Kreislauf
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auf dem Markt befindet oder nach Absatz sucht. Es wächst die in
der Form des Warenkapitals kürzer oder länger fixierte Kapital-
masse. Es wächst daher der Warenvorrat.
Endlich wird der größte Teil der Gesellschaft in Lohnarbeiter
verwandelt, Leute, die aus der Hand in den Mund leben, ihren Lohn
wöchentlich empfangen und täglich ausgeben, die also ihre Lebens-
mittel als Vorrat vorfinden müssen. So sehr die einzelnen Ele-
mente dieses Vorrats fließen mögen, muß ein Teil derselben be-
ständig stocken, damit der Vorrat stets in Fluß bleiben kann.
Alle diese Momente gehn hervor aus der Form der Produktion und
der in ihr einbegriffenen Formverwandlung, die das Produkt im
Zirkulationsprozeß durchlaufen muß.
Welches immer die gesellschaftliche Form des Produktenvorrats,
seine Aufbewahrung erfordert Kosten: Baulichkeiten, Gefäße usw.,
welche die Behälter des Produkts bilden; ebenso Produktionsmittel
und Arbeit, mehr oder weniger je nach der Natur des Produkts, die
verausgabt werden müssen zur Abwehr störender Einflüsse. Je mehr
die Vorräte gesellschaftlich konzentriert, desto relativ kleiner
sind diese Kosten. Diese Auslagen bilden stets einen Teil gesell-
schaftlicher Arbeit, sei es in vergegenständlichter oder lebendi-
ger Form - also in der kapitalistischen Form Kapitalauslagen -,
die nicht in die Produktbildung selbst eingehn, also Abzüge vom
Produkt. Sie sind notwendig, Unkosten des gesellschaftlichen
Reichtums. Sie sind die Erhaltungskosten des gesellschaftlichen
Produkts, ob seine Existenz als Element des Warenvorrats nun bloß
der gesellschaftlichen Form der Produktion, also der Warenform
und ihrer notwendigen Formverwandlung entspringe, oder ob wir den
Warenvortat nur als eine Spezialform des Produktenvorrats be-
trachten, der allen Gesellschaften gemeinsam, wenn auch nicht in
der Form des W a r e n vorrats, dieser dem Zirkulationsprozeß
angehörigen Form des Produktenvorrats.
Es fragt sich nun, wieweit diese Kosten in den Wert der Waren
eingehn.
Wenn der Kapitalist sein in Produktionsmitteln und Arbeitskraft
vorgeschoßnes Kapital in Produkt verwandelt hat, in eine fertige
zum Verkauf bestimmte Warenmasse, und diese bleibt unverkäuflich
lagern, so stockt nicht nur der Verwertungsprozeß seines Kapitals
während dieser Zeit. Die Ausgaben, welche die Erhaltung dieses
Vorrats in Baulichkeiten, zusätzlicher Arbeit etc. erheischt,
bilden positiven Verlust. Der schließliche Käufer würde ihn aus-
lachen, wenn er sagte: Meine Ware war während sechs Monaten un-
verkaufbar, und ihre Erhaltung während dieser sechs Monate
#147# 6. Kapitel - Die Zirkulationskosten
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hat mir nicht nur soundso viel Kapital brachgelegt, sondern au-
ßerdem x Unkosten verursacht. Tant pis pour vous 1*), sagt der
Käufer. Da neben Euch steht ein andrer Verkäufer, dessen Ware
erst vorgestern fertig geworden ist. Eure Ware ist ein Ladenhüter
und wahrscheinlich mehr oder minder angenagt vom Zahn der Zeit.
Ihr müßt also wohlfeller verkaufen als Euer Rival. - Ob der Wa-
renproduzent der wirkliche Produzent seiner Ware oder ihr kapita-
listischer Produzent, in der Tat also nur Repräsentant ihrer
wirklichen Produzenten, ändert nichts an den Lebensbedingungen
der Ware. Er hat seine Sache in Geld zu verwandeln. Die Unkosten,
die ihre Fixierung in ihrer Warenform ihm verursacht, gehören zu
seinen individuellen Abenteuern, die den Käufer der Ware nichts
angehn. Dieser zahlt ihm nicht die Zirkulationszeit seiner Ware.
Selbst wenn der Kapitalist seine Ware absichtlich vom Markt zu-
rückhält, in Zeiten wirklicher oder vermuteter Wertrevolution, so
hängt es ab vom Eintreffen dieser Wertrevolution, von der Rich-
tigkeit oder Unrichtigkeit seiner Spekulation, ob er die zusätz-
lichen Unkosten realisiert. Aber die Wertrevolution ist keine
Folge seiner Unkosten. Soweit also die Vorratbildung Zirkulati-
onsstockung, setzen die dadurch verursachten Kosten der Ware kei-
nen Wert zu. Andrerseits kann kein Vorrat vorhanden sein ohne
Aufenthalt in der Zirkulationssphäre, ohne Verharren, länger oder
kürzer, des Kapitals in seiner Warenform; also kein Vorrat ohne
Zirkulationsstockung, ganz wie kein Geld zirkulieren kann ohne
Geldreservebildung. Also ohne den Warenvorrat keine Warenzirkula-
tion. Tritt diese Notwendigkeit dem Kapitalisten nicht in W'-G',
so tritt sie ihm in G-W entgegen, nicht für sein Warenkapital,
aber für das Warenkapital andrer Kapitalisten, die Produktions-
mittel für ihn und Lebensmittel für seine Arbeiter produzieren.
Ob die Vorratbildung freiwillig oder unfreiwillig, d.h. ob der
Warenproduzent absichtlich einen Vorrat hält oder ob seine Waren
Vorrat bilden infolge des Widerstands, den die Umstände des Zir-
kulationsprozesses selbst ihrem Verkauf entgegenstellen, scheint
an dem Wesen der Sache nichts ändern zu können. Doch ist zur Lö-
sung dieser Frage nützlich zu wissen, was die freiwillige von der
unfreiwilligen Vorrathildung unterscheidet. Die unfreiwillige
Bildung des Vorrats entspringt aus, oder ist identisch mit einer
Zirkulationsstockung, die vom Wissen des Warenproduzenten unab-
hängig ist und seinem Willen in die Quere kommt. Was charakteri-
siert die freiwillige Vorratbildung? Nach wie vor sucht der Ver-
käufer seine Ware so rasch wie möglich loszuschlagen. Er bietet
stets das Produkt als
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1*) Um so schlimmer für Euch
#148# I. Abschnitt - Die Metamorphosen des Kap. und ihr Kreislauf
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Ware feil. Entzöge er es dem Verkauf, so bildete es nur mögliches
kein effektives (???????) Element des Warenvorrats. Die Ware als
solche ist ihm nach wie vor nur Träger ihres Tauschwerts, und als
solcher kann sie nur wirken durch und nach Abstreifung ihrer Wa-
renform und Annahme der Geldform. Der Warenvorrat muß einen ge-
wissen Umfang haben, um während einer gegebnen Periode zu genügen
für den Umfang der Nachfrage. Es wird dabei gerechnet auf bestän-
dige Ausdehnung des Kreises der Käufer. Um z.B. während eines
Tags auszureichen, muß ein Teil der auf dem Markt befindlichen
Waren beständig in der Warenform ausharren, während der andre
fließt, sich in Geld verwandelt. Der Teil, der stockt, während
der andre fließt, nimmt zwar beständig ab, wie der Umfang des
Verrats selbst abnimmt, bis er schließlich ganz verkauft ist. Die
Warenstockung ist hier also berechnet als notwendige Bedingung
des Verkaufs der Ware. Der Umfang muß ferner größer sein als der
mittlere Verkauf oder der Umfang der nuttleren Nachfrage. Die
Überschüsse über dieselben könnten sonst nicht befriedigt werden.
Andrerseits muß der Vorrat beständig erneuert werden, weil er
sich beständig auflöst. Diese Erneuerung kann in letzter Innz nur
aus der Produktion herkommen, aus einer Zufuhr von Ware. Ob diese
vom Ausland kommt oder nicht, ändert nichts an der Sache. Die Er-
neuerung hängt ab von den Perioden, die die Waren zu ihrer Repro-
duktion brauchen. Während dieser Zeit muß der Warenvorrat ausrei-
chen. Daß er nicht in der Hand des ursprünglichen Produzenten
bleibt, sondern durch verschiedne Reservoirs läuft, vom großen
Kaufmann bis zum Detallverkäufer, ändert nur die Erscheinung,
nicht die Sache selbst. Gesellschaftlich betrachtet, befindet
sich nach wie vor ein Teil des Kapitals in der Form des Warenvor-
rats, solange die Ware nicht in die produktive oder individuelle
Konsumtion eingegangen ist. Der Produzent selbst sucht einen sei-
ner durchschnittlichen Nachfrage entsprechenden Lagerbestand zu
haben, um nicht un mittelbar von der Produktion abzuhängen, und
um sich einen beständigen Kreis von Kunden zu sichern. Den Pro-
duktionsperioden entsprechend bilden sich Kauftermine und bildet
die Ware während längrer oder kurzrer Zeit Vorrat, bis sie durch
neue Exemplare derselben Art ersetzt werden kann. Nur durch diese
Vorratbildung ist die Beständigkeit und Kontinuität des Zirkula-
tionsprozesses, und daher des Reproduktionsprozesses, der 1*) den
Zirkulationsprozeß einschließt, gesichert.
Man muß sich erinnern: W'-G' kann für den Produzenten von W
vollzogen
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1*) 1. und 2. Auflage: die
#149# 6. Kapitel - Die Zirkulationskosten
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sein, obgleich W sich noch auf dem Markt befindet. Wollte der
Produzent selbst seine eigne Ware auf Lager halten, bis sie an
den definitiven Konsumenten verkauft ist, so müßte er ein doppel-
tes Kapital in Bewegung setzen, eins als Produzent der Ware, das
andre als Kaufmann. Für die Ware selbst - betrachtet, sei es als
einzelne Ware oder als Bestandteil des gesellschaftlichen Kapi-
tals - ändert es nichts an der Sache, ob die Kosten der Vorrat-
bildung auf ihren Produzenten fallen oder auf eine Reihe Kauf-
leute von A bis Z.
Soweit der Warenvorrat nichts ist als die Warenform des Vorrats,
der auf gegebner Stufenleiter der gesellschaftlichen Produktion
entweder als produktiver Vorrat (latenter Produktionsfonds) oder
als Konsumtionsfonds (Reserve von Konsumtionsmitteln) existieren
würde, wenn er nicht als Warenvorrat existierte, sind auch die
Kosten, die die Erhaltung des Vorrats erheischt, also die Kosten
der Vorratbildung - d.h. die hierauf verwandte vergegenständ-
lichte oder lebendige Arbeit - bloß transportierte Kosten der Er-
haltung, sei es des gesellschaftlichen Produktionsfonds, sei es
des gesellschaftlichen Konsumtionsfonds. Die Erhöhung des Werts
der Ware, die sie verursachen, verteilt diese Kosten nur pro rata
auf die verschiednen Waren, da dieselben für verschiedne Waren-
sorten verschieden sind. Nach wie vor bleiben Kosten der Vorrat-
bildung Abzüge von dem gesellschaftlichen Reichtum, obgleich sie
eine Existenzbedingung desselben sind.
Nur soweit der Warenvorrat Bedingung der Warenzirkulation und
selbst eine in der Warenzirkulation notwendig entstandne Form
ist, soweit diese scheinbare Stagnation also Form des Flusses
selbst, ganz wie Bildung von Geldreserve Bedingung der Geldzirku-
lation ist - nur soweit ist sie normal. Sobald dagegen die in ih-
ren Zirkulationsreservoirs verweilenden Waren der nacheilenden
Welle der Produktion nicht Platz machen, die Reservoirs also
überfüllt werden, dehnt sich der Warenverrat aus infolge der Zir-
kulationsstockung, ganz wie die Schätze wachsen, wenn die Geld-
zirkulation stockt. Es ist dabei gleichgültig, ob diese Stockung
in den Speichern des industriellen Kapitalisten oder in den La-
gerhäusern des Kaufmanns stattfindet. Der Warenvorrat ist dann
nicht Bedingung des ununterbrochnen Verkaufs, sondern Folge der
Unverkäuflichkeit dei Waren. Die Kosten bleiben dieselben, aber,
da sie jetzt rein aus der Form entspringen, nämlich aus der Not-
wendigkeit, die Waren in Geld zu verwandeln, und der Schwierig-
keit dieser Metamorphose, so gehn sie nicht ein in den Wert der
Ware, sondern bilden Abzüge, Wertverlust in der Realisierung des
Werts. Da die normale und die anormale Form des Vorrats sich der
Form nach nicht unterscheiden, und beides Zirkulationsstockungen
sind, so können die Phänomene verwechselt
#150# I. Abschnitt - Die Metamorphosen des Kap. und ihr Kreislauf
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werden und um so mehr den Produktionsagenten selbst täuschen, als
für den Produzenten der Zirkulationsprozeß seines Kapitals flie-
ßen kann, obgleich der Zirkulationsprozeß seiner Waren, die in
die Hände der Kaufleute übergegangen sind, stockt. Schwillt der
Umfang der Produktion und Konsumtion, so, bei sonst gleichblei-
benden Umständen, der Umfang des Varenvorrats. Er wird ebenso
rasch erneuert und absorbiert, aber sein Umfang ist größer. Der
durch die Zirkulationsstockung schwellende Umfang des Warenvor-
rats kann also für ein Symptom der Erweitrung des Reproduktions-
prozesses versehn werden, namentlich, sobald mit der Entwicklung
des Kreditsystems die wirkliche Bewegung mystifiziert werden
kann.
Die Kosten der Vorratbildung bestehn 1. aus quantitativer Abnahme
der Produktmasse (z.B. bei Mehlvorrat), 2. Verderb der Qualität;
3. aus der vergegenständlichten und lebendigen Arbeit, welche die
Erhaltung des Vorrats erheischt.
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