Quelle: MEW 24 Das Kapital - Zweiter Band


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       ACHTES KAPITEL
       Fixes Kapital und zirkulierendes Kapital
       
       I. Die Formunterschiede
       
       Man sah Buch I, Kap. VI 1*): Ein Teil des konstanten Kapitals be-
       hält die bestimmte Gebrauchsform, worin es in den Produktionspro-
       zeß eingeht,  gegenüber den  Produkten, zu  deren Bildung es bei-
       trägt. Es  verrichtet also während einer kürzern oder längern Pe-
       riode in stets wiederholten Arbeitsprozessen stets wieder diesel-
       ben Funktionen.  So z.B. Arbeitsgebäude, Maschinen etc., kurz al-
       les, was  wir unter  der Bezeichnung  Arbeitttel  zusammenfassen.
       Dieser Teil  des konstanten  Kapitals gibt Wert an das Produkt ab
       im Verhältnis,  worin er  mit seinem  eignen Gebrauchswert seinen
       eignen Tauschwert  verliert. Diese  Wertabgabe oder dies Übergehn
       des Werts  eines solchen  Produktionsmittels auf  das Produkt, zu
       dessen Bildung  es mitwirkt,  wird  bestimmt  durch  eine  Durch-
       schnittsrechnung; es  wird gemessen  durch die Durchschnittsdauer
       seiner Funktion  von dem  Augenblick, worin das Produktionsmittel
       in den  Produktionsprozeß eingeht,  bis zu  dem Augenblick, wo es
       ganz abgenutzt, verstorben ist, und durch ein neues Exemplar der-
       selben Art ersetzt oder reproduziert werden muß.
       Das Eigentümliche  dieses Teils des konstanten Kapitals - der ei-
       gentlichen Arbeitsmittel - ist also dies:
       Ein Teil  des Kapitals  ist in  der Form  von konstantem Kapital,
       d.h. von  Produktionsmitteln vorgeschossen  worden, die  nun  als
       Faktoren des Arbeitsprozesses fungieren, solange die selbständige
       Gebrauchsgestalt ausdauert,  mit der  sie in denselben eintreten.
       Das fertige  Produkt, also auch die Produktbildner, soweit sie in
       Produkt verwandelt  worden, wird  aus dem Produktionsprozeß abge-
       stoßen, um  als Ware  aus der Produktionssphäre in die Zirkulati-
       onssphäre überzugehn. Die Arbeitsttel dagegen verlassen nie die
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       1*) Siehe Band 23 unserer Ausgabe. S. 218
       
       #159# 8. Kapitel - Fixes Kapital und zitierendes Kapital
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       Produktionssphäre, nachdem  sie einmal  in  dieselbe  eingetreten
       sind. Ihre  Funktion bannt  sie darin  fest. Ein  Teil des vorge-
       schoßnen Kapitalwerts  ist in  diese, durch  die Funktion der Ar-
       beitsmittel im  Prozeß bestimmte  Form   f i x i e r t.   Mit der
       Funktion und daher der Abnutzung des Arbeitsmittels geht ein Teil
       seines Werts  auf das  Produkt über, ein andrer bleibt fixiert im
       Arbeitsmittel und  daher im  Produktionsprozeß. Der  so  fixierte
       Wert nimmt beständig ab, bis das Arbeitsmittel ausgedient und da-
       her auch  sein Wert  sich in  einer längern  oder kürzern Periode
       über eine  Masse von  Produkten verteilt hat, die aus einer Reihe
       beständig wiederholter  Aibeitsprozesse  hervorgehn.  Solange  es
       aber noch  als Arbeitsmittel  wirksam ist,  also nicht  durch ein
       neues Exemplar  derselben Art  ersetzt werden  muß, bleibt  stets
       konstanter Kapitalwert  in ihm  fixiert, während  ein andrer Teil
       des ursprünglich  in ihm fixierten Werts auf das Produkt übergeht
       und daher  als Bestandteil des Warenvorrats zirkuliert. Je länger
       das Arbeitsmittel  ausdauert, je  langsamer es verschleißt, desto
       länger bleibt  der konstante  Kapitalwert in dieser Gebrauchsform
       fixiert. Welches  aber immer der Grad seiner Dauerhaftigkeit, die
       Proportion, worin es Wert abgibt, steht immer im umgekehrten Ver-
       hältnis zu seiner gesamten Funktionszeit. Wenn von zwei Maschinen
       von gleichem  Wert die eine in fünf Jahren verschleißt, die andre
       in zehn,  so gibt  die erste  in gleichem Zeitraum doppelt soviel
       Wert ab wie die zweite.
       Dieser im Arbeitsmittel fixierte Teil des Kapitalwerts zirkuliert
       so gut wie jeder andre. Wir haben überhaupt gesehn, daß der ganze
       Kapitalwert in  beständiger Zirkulation  begriffen und  in diesem
       Sinn daher  alles Kapital  zirkulierendes Kapital  ist. Aber  die
       Zirkulation des  hier betrachteten Kapitaltells ist eigentümlich.
       Erstens zirkuliert  er nicht in seiner Gebrauchsform, sondern nur
       sein Wert zirkuliert, und zwar allmählich, bruchweis, im Maß, wie
       er von  ihm auf  das Produkt  übergeht, das  als Ware zirkuliert.
       Während seiner ganzen Funktionsdauer bleibt ein Teil seines Werts
       stets in  ihm fixiert,  selbständig gegenüber  den Waren,  die es
       produzieren hilft.  Durch diese  Eigentümlichkeit  erhält  dieser
       Teil des konstanten Kapitals die Form:  F i x e s  K a p i t a l.
       Alle andern  stofflichen Bestandteile  des  im  Produktionsprozeß
       vorgeschoßnen  Kapitals   dagegen  bilden   im  Gegensatz   dazu:
       Z i r k u l i e r e n d e s         oder        f l ü s s i g e s
       K a p i t a l.
       Ein Teil  der Produktionsmittel - solche Hilfsstoffe nämlich, die
       von den  Arbeitsmitteln selbst  ährend ihrer  Funktion konsumiert
       werden, wie Kohle von der Dampfmaschine; oder die nur den Vorgang
       unterstützen, wie  Leuchtgas etc.  - gehn  nicht stofflich in das
       Produkt ein.  Nur ihr Wert bildet einen Teil des Produktwerts. In
       seiner eignen Zirkulation zirkuliert das Produkt ihren Wert. Dies
       haben sie gemein mit dem fixen Kapital. Aber in
       
       #160# II. Abschnitt - Der Umschlag des Kapitals
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       jedem Arbeitsprozeß,  worin sie  eingehn, werden  sie ganz konsu-
       miert und  müssen also für jeden neuen Arbeitsprozeß ganz ersetzt
       werden durch  neue Exemplare  derselben Art.  Sie bewahren  nicht
       ihre selbständige  Gebrauchsgestalt während  ihrer  Funktion.  Es
       bleibt also  auch während  ihrer Funktion  kein Teil des Kapital-
       werts in ihrer alten Gebrauchsgestalt, ihrer Naturalform fixiert.
       Der Umstand,  daß dieser  Teil der Hilfsstoffe nicht stofflich in
       das Produkt,  sondern nur  seinem Wert  nach als  Werttell in den
       Produktenwert eingeht,  und das  damit Zusammenhängende,  daß die
       Funktion dieser  Stoffe innerhalb  der Produktionssphäre  festge-
       bannt ist,  hat der  Ökonomen wie Ramsay (bei gleichzeitiger Ver-
       wechslung von  fixem und konstantem Kapital) verleitet, die Kate-
       gorie des fixen Kapitals auf sie anzuwenden. 1*)
       Der Teil der Produktionsmittel, der stofflich in das Produkt ein-
       geht, also  Rohstoff etc.,  erhält dadurch zum Teil Formen, worin
       er später  als Genußmittel in die individuelle Konsumtion eingehn
       kann. Die  eigentlichen Arbeitsmittel, die stofflichen Träger des
       fixen Kapitals, werden nur produktiv verzehrt und können nicht in
       die individuelle  Konsumtion eingehn,  weil sie nicht in das Pro-
       dukt oder den Gebrauchswert eingehn, den sie bilden helfen, viel-
       mehr ihm  gegenüber ihre selbständige Gestalt bis zu ihrem völli-
       gen Verschleiß  bewahren. Eine  Ausnahme bilden  Transportmittel.
       Der Nutzeffekt,  den sie während ihrer produktiven Funktion, also
       während ihres Aufenthalts in der Produktionssphäre hervorbringen,
       die Ortsveränderung,  geht gleichzeitig  in die individuelle Kon-
       sumtion, z.B.  des Reisenden,  ein. Er  zahlt den  Gebrauch  dann
       auch, wie er den Gebrauch andrer Konsumtionsmittel zahlt. Man hat
       gesehn, daß  z.B. in  der chemischen  Fabrikation Rohmaterial und
       Hilfsstoffe ineinander  verschwimmen. 2*)  So auch  Arbeitsmittel
       und Hilfsstoff  und Rohmaterial.  So gehn im Ackerbau z.B. die in
       Bodenmeliorationen zugesetzten Stoffe zum Teil als Produktbildner
       in das  Pflanzenprodukt ein.  Andrerseits ist  ihre Wirkung  über
       eine längre  Periode, z.B. 4-5 Jahre verteilt. Ein Teil derselben
       geht daher  stofflich in  das Produkt  ein  und  überträgt  damit
       zugleich seinen  Wert auf das Produkt, während ein andrer Teil in
       seiner alten  Gebrauchsform auch  seinen Wert  fixiert. Er dauert
       fort als  Produktionsmittel und  erhält daher  die Form von fixem
       Kapital. Als Arbeitsvieh ist ein Ochse fixes Kapital. Wird er ge-
       gessen, so  fungiert er  nicht als Arbeitsmittel, also auch nicht
       als fixes Kapital. Die Bestinunung, die einem Teil des in Produk-
       tionsmitteln ausgelegten Kapitalwerts den Charakter des fixen Ka-
       pitals gibt, liegt ausschließlich in
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       1*) Siehe  Rand 26  unserer Aus,  3. Teil, S. 323-325 - 2*) siehe
       Band 23 unserer Ausgabe S. 196.
       
       #161# 8. Kapitel - Fixes Kapital und zirkulierendes Kapital
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       der eigentümlichen  Weise, worin  dieser Wert  zirkuliert.  Diese
       eigne Weise  der Zirkulation  entspringt aus  der  eignen  Weise,
       worin das  Arbeitsmittel seinen  Wert an das Produkt abgibt, oder
       sich als  Wertbildner während  des Produktionsprozesses  verhält.
       Und diese  selbst wieder  entspringt aus  der besondren  Art  der
       Funktion der Arbeitsmittel im Arbeitsprozeß.
       Man weiß,  daß derselbe  Gebrauchswert, der  als Produkt  aus dem
       einen Arbeitsprozeß herauskommt, als Produktionsmittel in den an-
       dren eingeht.  Nur die  Funktion eines Produkts als Arbeitsmittel
       im Produktionsprozeß macht es zu fixem Kapital. Soweit es dagegen
       selbst erst aus einem Prozesse herauskommt, ist es keineswegs fi-
       xes Kapital.  Z.B. eine  Maschine, als Produkt resp. Ware des Ma-
       schinenfabrikanten, gehört  zu seinem Warenkapital. Fixes Kapital
       wird sie  erst in  der Hand  ihres Käufers, des Kapitalisten, der
       sie produktiv anwendet.
       Alle andren  Umstände gleichgesetzt,  wächst der Grad der Fixität
       mit der  Dauerbarkeit des Arbeitsmittels. Von dieser Dauerbarkeit
       hängt nämlich die Größe der Differenz ab zwischen dem in Arbeits-
       mitteln fixierten  Kapitalwert und dem Teil dieser Wertgröße, den
       es in  wiederholten Arbeitsprozessen  an das  Produkt abgibt.  Je
       langsamer diese  Wertabgabe stattfindet - und Wert wird abgegeben
       vom Arbeitsmittel bei jeder Wiederholung desselben Arbeitsprozes-
       ses -, um so größer das fixierte Kapital, um so größer die Diffe-
       renz zwischen dem im Produktionsprozeß angewandten und dem in ihm
       konsumierten Kapital.  Sobald diese  Differenz verschwunden  ist,
       hat das Arbeitsmittel ausgelebt und mit seinem Gebrauchswert sei-
       nen Wert  verloren. Es  hat aufgehört, Wertträger zu sein. Da das
       Arbeitsmittel, wie  jeder andre  stoffliche Träger von konstantem
       Kapital, nur  Wert an das Produkt abgibt in dem Maß, worin es mit
       seinem Gebrauchswert seinen Wert verliert, so ist es klar, daß je
       langsamer sein  Gebrauchswert verlorengeht,  je länger es im Pro-
       duktionsprozeß ausdauert,  um so  länger die  Periode, worin kon-
       stanter Kapitalwert in ihm fixiert bleibt.
       Verhält sich ein Produktionsmittel, welches kein Arbeitsmittel im
       eigentlichen Sinne  ist, z.B. Hilfsstoff, Rohmaterial, Halbfabri-
       kat etc.,  mit Bezug  auf Wertabgabe  und daher auf Zirkulations-
       weise seines  Werts, wie  die Arbeitsmittel,  so ist es ebenfalls
       stofflicher Träger,  Existenzform von fixem Kapital. Dies ist der
       Fall bei  solchen schon  erwähnten Bodenmeliorationen, welche dem
       Boden chemische  Bestandteile zusetzen,  deren Wirkung  sich  auf
       mehrere Produktionsperioden  oder Jahre erstreckt. Hier existiert
       noch ein Teil des Werts neben dem Produkt in seiner selbständigen
       Gestalt fort  oder in  Gestalt von  fixem  Kapital,  während  ein
       andrer Wertteil  an das  Produkt abgegeben  ist und daher mit ihm
       zirkuliert. In diesem Falle geht nicht
       
       #162# Il. Abschnitt - Der Umschlag des Kapitals
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       nur ein  Wertteil des  fixen Kapitals in das Produkt ein, sondern
       auch der  Gebrauchswert, die Substanz, worin dieser Wertteil exi-
       stiert.
       Abgesehn von  dem Grundirrtum  - der Verwechslung der Kategorien:
       fixes und  zirkulierendes Kapital, mit den Kategorien: konstantes
       und variables  Kapital -,  beruht die Konfusion in der bisherigen
       Begriffsbestimrnung bei den Ökonomen zunächst auf folgenden Punk-
       ten:
       Man macht bestinunte Eigenschaften, die den Arbeitsmitteln stoff-
       lich zukonunen,  zu unmittelbaren  Eigenschaften des  fixen Kapi-
       tals, z.B.  die physische  Unbeweglichkeit, etwa eines Hauses. Es
       ist dann  stets leicht nachzuweisen, daß andre Arbeitsmittel, die
       als solche  auch fixes  Kapital sind, die entgegengesetzte Eigen-
       schaft  haben,  z.B.  die  physische  Beweglichkeit,  etwa  eines
       Schiffs.
       Oder man  verwechselt die  ökonomische Formbestimmtheit,  die aus
       der Zirkulation des Werts hervorgeht, mit einer dinglichen Eigen-
       schaft; als  ob Dinge, die  a n  s i c h  überhaupt nicht Kapital
       sind, sondern es nur in bestinmten gesellschaftlichen Verhältnis-
       sen werden, an sich und von Natur schon Kapital in einer bestimm-
       ten Form, fixes oder zirkullerendes, sein könnten. Wir sahen Buch
       I, Kap.  V 1*), daß die Produktionsmittel in jedem Arbeitsprozeß,
       einerlei unter welchen gesellschaftlichen Bedingungen er vorgeht,
       sich einteilen  in Arbeitsmittel und Arbeitsgegenstand. Aber erst
       innerhalb der  kapitalistischen Produktionsweise  werden beide zu
       Kapital, und zwar zu "produktivem Kapital", wie es im vorigen Ab-
       schnitt bestimmt.  Damit spiegelt  sich der  in der Natur des Ar-
       beitsprozesses begründete  Unterschied von  Arbeitsttel  und  Ar-
       beitsgegenstand wider  in der  neuen Form  des  Unterschieds  von
       fixem Kapital  und zirkulierendem  Kapital. Erst hiermit wird ein
       Ding, das als Arbeitsmittel fungiert, fixes Kapital. Kann es sei-
       nen stofflichen  Eigenschaften nach auch in andren Funktionen als
       der des  Arbeitsmittels dienen,  so ist  es  fixes  Kapital  oder
       nicht, je nach Verschiedenheit seiner Funktion. Vieh als Arbeits-
       vieh ist  fixes Kapital;  als Mastvieh  ist es  Rohmaterial,  das
       schließlich als  Produkt in die Zirkulation tritt, also nicht fi-
       xes, sondern zirkulierendes Kapital.
       Das bloße  längre Fixiertsein eines Produktionsmittels in wieder-
       holten Arbeitsprozessen,  die aber  zusammenenhängen, kontinuier-
       lich sind und daher eine Produktionsperiode bilden - d.h. die ge-
       samte Produktionszeit,  die nötig ist, um das Produkt fertigzuma-
       chen -,  bedingt ganz wie fixes Kapital längern oder kürzern Vor-
       schuß für  den Kapitalisten,  macht aber  nicht sein  Kapital  zu
       fixem Kapital. Samen z.B. ist kein fixes Kapital, sondern nur
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       1*) Siehe Bmd 23 unserer Ausgabe S. 192-196.
       
       #163# 8. Kapitel - Fixes Kapital und zirkulierendes Kapital
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       Rohmaterial, das während ungefähr eines Jahres im Produktionspro-
       zeß fixiert  ist. Alles Kapital, solange es als produktives Kapi-
       tal fungiert,  ist im  Produktionsprozeß fixiert,  also auch alle
       Elemente des  produktiven Kapitals, welches immer ihre stoffliche
       Gestalt, ihre Funktion und die Zirkulationsweise ihres Werts. Ob,
       je nach  der Art  des Produktionsprozesses  oder  dem  bezweckten
       Nutzeffekt, dies  Fixiertsein länger  oder kürzer dauert, bewirkt
       nicht den Unterschied von fixem und zirkulierendem Kapital. 20)
       Ein Teil  der Arbeitsmittel,  worin die allgemeinen Arbeitsbedin-
       gungen eingeschlossen, wird entweder örtlich befestigt, sobald er
       als Arbeitsmittel  in den  Produktionsprozeß eintritt,  resp. zur
       produktiven Funktion  bereit gemacht  wird, wie  z.B.  Maschinen.
       Oder er  wird von  vornherein in dieser stehenden, an den Ort ge-
       bundnen Form  produziert, wie  z.B. Bodenmeliorationen, Fabrikge-
       bäude, Hochöfen, Kanäle, Eisenbahnen usw. Das fortwährende Gebun-
       densein des  Arbeitsmittels an  den Produktionsprozeß,  innerhalb
       dessen es  fungieren soll, ist hier zugleich durch ihre sinnliche
       Existenzweise bedingt.  Andrerseits kann  ein Arbeitsmittel  phy-
       sisch beständig  den Ort verändern, sich bewegen, und dennoch be-
       ständig sich  im Produktionsprozeß befinden, wie eine Lokomotive,
       ein Schiff,  Arbeitsvieh etc.  Weder gibt ihm, in dem einen Fall,
       die Unbeweglichkeit  den Charakter des fixen Kapitals, noch nimmt
       ihm, in  dem andern,  die Beweglichkeit diesen Charakter. Der Um-
       stand jedoch,  daß Arbeitsmittel  lokal fixiert  sind, mit  ihren
       Wurzeln im  Grund und en feststecken, weist diesem Teil des fixen
       Kapitals eine  eigne Rolle  in der  Ökonomie der Nationen zu. Sie
       können nicht  ins Ausland  geschickt werden,  nicht als Waren auf
       dem Weltmarkt zirkulieren. Die Eigentumstitel an diesem fixen Ka-
       pital können  wechseln, es  kann gekauft  und verkauft werden und
       sofern ideell  zirkulieren. Diese Eigentumstitel können sogar auf
       fremden Märkten  zirkulieren, z.B.  in der  Form von Aktien. Aber
       durch den  Wechsel der Personen, welche Eigentümer dieser Art von
       fixem Kapital  sind, wechselt nicht das Verhältnis des stehenden,
       materiell fixierten  Teils des  Reichtums in einem Lmd zu dem be-
       weglichen Teil desselben. 21)
       Die eigentümliche Zirkulation des fixen Kapitals ergibt einen ei-
       gentümlichen Umschlag. Der Wertteil, den es in seiner Naturalform
       durch Abnutzung  verliert zirkuliert  als Wertteil  des Produkts.
       Das Produkt verwandelt
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       20) Wegen  der Schwierigkeit, welche die Bestimmung des fixen und
       zirkulierenden Kapitals macht, meint Herr Lorenz Stein, diese Un-
       terscheidung sei nur für die leichtere Darstellung.
       21) Bis hierher Manuskript IV. - Von hier an Manuskript II.
       
       #164# II. Abschnitt - Der Umschlag des Kapitals
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       sich durch  seine Zirkulation aus Ware in Geld; also auch der vom
       Produkt zirkulierte  Wertteil des Arbeitsmittels, und zwar tropft
       sein Wert  aus dem Zirkulationsprozeß als Geld nieder, in dersel-
       ben Proportion,  worin dies  Arbeitsmittel aufhört, Wertträger im
       Produktionsprozeß zu sein. Sein Wert erhält also jetzt Doppelexi-
       stenz. Ein  Teil desselben bleibt an seine, dem Produktionsprozeß
       angehörige Gebrauchs-  oder Naturalform gebunden, ein andrer Teil
       löst sich  von ihr  ab als Geld. Im Verlauf seiner Funktion nimmt
       der in  der Naturalform  existierende Wertteil des Arbeitsmittels
       beständig ab,  während sein  in Geldform umgesetzter Wertteil be-
       ständig zunimmt,  bis es  schließlich ausgelebt  hat und sein Ge-
       samtwert, von  seiner Leiche  getrennt, in  Geld verwandelt  ist.
       Hier zeigt  sich die Eigentümlichkeit im Umschlag dieses Elements
       des produktiven  Kapitals. Die  Verwandlung seines  Werts in Geld
       geht gleichen  Schritt mit  der Geldverpuppung der Ware, die sein
       Wertträger ist.  Aber seine  Rückverwandlung aus  Geldform in Ge-
       brauchsform trennt  sich von der Rückverwandlung der Ware in ihre
       sonstigen Produktionselemente  und ist  vielmehr  bestimmt  durch
       seine eigne  Reproduktionsperiode, d.h.  durch die  Zeit, während
       deren das Arbeitsmittel sich verlebt hat und durch ein andres Ex-
       emplar derselben  Art ersetzt  werden muß. Beträgt die Funktions-
       dauer einer  Maschine, sage  zum Wert  von 10000 Pfd.St., z.B. 10
       Jahre, so  beträgt die Umschlagszeit des in ihr ursprünglich vor-
       geschoßnen Werts  10 Jahre.  Vor Ablauf dieser Zeit ist sie nicht
       zu erneuern,  sondern wirkt  in ihrer  Natutalform fort. Ihr Wert
       zirkuliert unterdes  stückweis als  Wertteil der  Waren, zu deren
       kontinuieirlicher Produktion sie dient, und wird so allmählich in
       Geld umgesetzt,  bis er  schließlich am Ende der 10 Jahre ganz in
       Geld verwandelt und aus Geld in eine Maschine rückverwandelt wor-
       den ist,  also seinen  Umschlag vollzogen  hat. Bis  zum Eintritt
       dieser Reproduktionszeit wird ihr Wert allmählich zunächst in der
       Form eines Geldreservefonds akkumuliert.
       Die übrigen  Elemente des  produktiven Kapitals bestehn teils aus
       den in  Hilfsstoffen und  Rohstoffen existierenden  Elementen des
       konstanten Kapitals,  teils aus variablem, in Arbeitskraft ausge-
       legtem.
       Die Analyse  des Arbeits-  und Verwertungsprozesses (Buch I, Kap.
       V) zeigte,  daß diese  verschiednen Bestandteile  sich  als  Pro-
       duktbildner und  Wertbildner ganz verschieden verhalten. Der Wert
       des aus  Hilfsstoffen und  Rohstoffen bestehenden  Teils des kon-
       stanten Kapitals  - ganz  wie der  Wert seines aus Arbeitsmitteln
       bestehenden Teils - erscheint wieder im Wert des Produkts als nur
       übertragner Wert,  während die  Arbeitskraft vermittelst  des Ar-
       beitsprozesses dem  Produkt ein  Äquivalent ihres  Werts  zusetzt
       oder ihren  Wert wirklich  reproduziert.  Ferner.  Ein  Teil  der
       Hilfsstoffe,
       
       #165# 8. Kapital - Fixes Kapital und zirkuliemndes Kapital
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       Heizkohlen, Leuchtgas usw. wird im Arbeitsprozeß aufgezehrt, ohne
       stofflich in  das Produkt einzugehn, während ein andrer Teil der-
       selben körperlich  in das Produkt eingeht und das Material seiner
       Substanz bildet. Alle diese Verschiedenheiten sind jedoch gleich-
       gültig für  die Zirkulation und daher für die Umschlagsweise. So-
       weit Hilfs-  und Rohstoffe  ganz verzehrt  werden in  der Bildung
       ihres Produkts, übertragen sie ihren ganzen Wert auf das Produkt.
       Er wird  daher auch ganz durch das Produkt zirkuliert, verwandelt
       sich in  Geld und  aus Geld zurück in die Produktionselemente der
       Ware. Sein  Umschlag wird  nicht unterbrochen,  wie der des fixen
       Kapitals, sondern  durchläuft fortwährend  den  ganzen  Kreislauf
       seiner Formen, so daß diese Elemente des produktiven Kapitals be-
       ständig in natura erneuert werden.
       Was den  variablen, in  Arbeitskraft ausgelegten  Bestandteil des
       produktiven Kapitals betrifft: Die Arbeitskraft wird für eine be-
       stimmte Zeitfrist  gekauft. Sobald der Kapitalist sie gekauft und
       dem Produktionsprozeß  einverleibt hat, bildet sie einen Bestand-
       teil seines  Kapitals, und zwar dessen variablen Bestandteil. Sie
       wirkt täglich  während eines Zeitraums, worin sie nicht nur ihren
       ganzen Tageswert, soidern noch einen überschüssigen Mehrwert, von
       dem wir  hier zunächst  absehn, dem  Produkt zusetzt. Nachdem die
       Arbeitskraft, für  eine Woche  z.B., gekauft ist und gewirkt hat,
       muß der  Kauf beständig in den gewohnheitsmäßigen Terminen erneu-
       ert werden. Das Äquivalent ihres Werts, das die Arbeitskraft wäh-
       rend ihrer  Funktion dem Produkt zusetzt und das mit der Zirkula-
       tion des Produkts in Geld verwandelt wird, muß aus Geld beständig
       in Arbeitskraft  rückverwandelt werden  oder beständig  den voll-
       ständigen Kreislauf  seiner Formen  beschreibend d.h. umschlagen,
       wenn der  Kreislauf der  kontinuierlichen Produktion nicht unter-
       brochen werden soll.
       Der in  Arbeitskraft vorgeschoßne  Wertteil des produktiven Kapi-
       tals geht  also ganz auf das Produkt über (wir sehn hier fortwäh-
       rend vom Mehrwert ab), beschreibt mit ihm die beiden der Zirkula-
       tionssphäre angehörigen  Metamorphosen und bleibt durch diese be-
       ständige Erneuerung  stets dem Produktionsprozeß einverleibt. Wie
       verschieden die  Arbeitskraft sich also auch sonst, mit Bezug auf
       die Wertbildung,  zu den   k e i n   f i x e s  Kapital bildenden
       Bestandteilen des  konstanten Kapitals verhält, diese Art des Um-
       schlags ihres Werts hat sie mit ihnen gemein im Gegensatz zum fi-
       xen Kapital. Diese Bestandteile des produktiven Kapitals - die in
       Arbeitskraft und  in nicht  fixes Kapital bilden den Produktions-
       mitteln ausgelegten  Wertteile desselben stehn durch diesen ihren
       gemeinschaftlichen Charakter  des Umschlags dem fixen Kapital als
       z i r k u l i e r e n d e s   oder   f l ü s i g e s  Kapital ge-
       genüber.
       
       #166# II. Abschnitt - Der Umschlag des Kapitals
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       Wie man  früher sah 1*), ist das Geld, welches der Kapitalist dem
       Arbeiter für  den Gebrauch der Arbeitskraft zahlt, in der Tat nur
       die allgemeine  Äquivalentform für  die notwendigen  Lebensmittel
       des Arbeiters.  Insofern besteht  das variable  Kapital stofflich
       aus Lebensmitteln. Aber hier, bei Betrachtung des Umschlags, han-
       delt es  sich um  die Form.  Was der Kapitalist kauft, sind nicht
       die  Lebensmittel   des  Arbeiters,  sondern  seine  Arbeitskraft
       selbst. Was den variablen Teil seines Kapitals bildet, sind nicht
       die Lebensmittel  des Arbeiters,  sondern seine  sich betätigende
       Arbeitskraft. Was  der Kapitalist produktiv im Arbeitsprozeß kon-
       sumiert, ist  die Arbeitskraft  selbst und nicht die Lebensmittel
       des Arbeiters.  Es ist der Arbeiter selbst, der das für seine Ar-
       beitskraft erhaltne  Geld in  Lebensmittel umsetzt, um sie in Ar-
       beitskraft rückzuverwandeln,  um sich  am Leben zu erhalten, ganz
       wie z.B. der Kapitalist einen Teil des Mehrwerts der Ware, die er
       für Geld  verkauft, in Lebensmittel für sich selbst umsetzt, ohne
       daß man  deswegen sagen  wird, daß  der Käufer seiner Ware ihn in
       Lebensmitteln zahlt.  Selbst wenn  dein Arbeiter  ein Teil seines
       Lohns in  Lebensmitteln, in  natura, gezahlt  wird, so  ist  dies
       heutzutage eine  zweite Transaktion.  Er verkauft  seine Arbeits-
       kraft für  einen bestimmten  Preis, und es wird dabei akkordiert,
       daß er  einen Teil dieses Preises in Lebensmitteln erhält. Es än-
       dert dies  nur die  Form der Zahlung, aber nicht, daß das, was er
       wirklich verkauft,  seine Ar  beitskraft ist.  Es ist eine zweite
       Transaktion, die  nicht mehr  zwischen Arbeiter  und  Kapitalist,
       sondern zwischen dem Arbeiter als Käufer von Ware und dem Kapita-
       listen als  Verkäufer von  Ware vorgeht;  während in  der er sten
       Transaktion der Arbeiter Verkäufer von Ware (seiner Arbeitskraft)
       und der  Kapitalist ihr  Käufer ist. Ganz wie wenn der Kapitalist
       seine Ware  sich durch Ware, z.B. die Maschine, die er an die Ei-
       senhütte verkauft,  durch Eisen ersetzen läßt. Es sind also nicht
       die Lebensmittel des Arbeiters, welche die Bestimmtheit des flüs-
       sigen Kapitals  im Gegensatz  zum fixen  Kapital erhalten. Es ist
       auch nicht  seine Arbeitskraft,  sondern es ist der in ihr ausge-
       legte Wertteil  des produktiven Kapitals, der durch die Form sei-
       nes Umschlags  diesen Charakter gemeinschaftlich mit einigen, und
       im Gegensatz zu andren, Bestandteilen des konstanten Kapitalteils
       erhält.
       Der Wert  des flüssigen  Kapitals - in Arbeitskraft und Produkti-
       onsmitteln -  ist vorgeschossen nur für die Zeit, während welcher
       das Produkt fertiggemacht wird, je nach der Stufenleiter der Pro-
       duktion, welche  mit dem  Umfang des  fixen Kapitals gegeben ist.
       Dieser Wert  geht ganz  in das  Produkt ein, kehrt also durch den
       Verkauf des Produkts ganz wieder aus der Zirkulation
       ---
       1*) Siehe Band 23 unsere Ausgabe, S. 181-191
       
       #167# 8. Kapitel - Fixes Kapital und zirkulierenden Kapital
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       zurück und  kann von neuem vorgeschossen werden. Die Arbeitskraft
       und die  Produktionsmittel, worin der flüssige Kapitalbestandteil
       existiert, werden in dem Umfang, der für die Bildung und den Ver-
       kauf des  fertigen Produkts  nötig ist, der Zirkulation entzogen,
       aber sie  müssen beständig  durch Rückkauf  durch Rückverwandlung
       aus der Geldform in die Produktionselemente, ersetzt und erneuert
       werden. Sie werden in geringren Massen als die Elemente des fixen
       Kapitals auf einmal dem Markt entzogen, aber sie müssen ihm um so
       häufiger wieder  entzogen werden,  und der  Vorschuß des in ihnen
       ausgelegten Kapitals erneuert sich in karzren Perioden. Diese be-
       ständige Erneuerung  ist vermittelt  durch den beständigen Umsatz
       des Produkts, das ihren gesamten Wert zirkuliert. Sie beschreiben
       endlich fortwährend den ganzen Kreislauf der Metamorphosen, nicht
       nur ihrem  Wert nach, sondern auch in ihrer stofflichen Form; sie
       werden beständig  rückverwandelt aus  Ware in die Produktionsele-
       mente derselben Ware.
       Mit ihrem  eignen Wert setzt die Arbeitskraft dem Produkt bestän-
       dig Mehrwert  zu, die Verkörperung unbezahher Arbeit. Dieser wird
       also ebenso beständig vom fertigen Produkt zirkuliert und in Geld
       verwandelt, wie  dessen übrige  Wertelemente. Hier  jedoch, wo es
       sich zunächst um den Umschlag des Kapitalwerts, nicht des gleich-
       zeitig mit  ihm umschlagenden  Mehrwerts handelt, wird vorderhand
       von letztrem abgesehn.
       Aus dem Bisherigen ergibt sich folgendes:
       I. Die  Formbestimmtheiten von  fixem und  flüssigem Kapital ent-
       springen nur aus dem verschiednen Umschlag des im Produktionspro-
       zeß  fungierenden   Kapitalwerts  oder      p r o d u k t i v e n
       K a p i t a l s.   Diese Verschiedenheit des Umschlags entspringt
       ihrerseits aus der verschiednen Weise, worin die verschiednen Be-
       standteile des  produktiven Kapitals  ihren Wert  auf das Produkt
       übertragen, aber  nicht aus ihrem verschiednen Anteil an der Pro-
       duk tion  des Produktweirts oder ihrem charakteristischen Verhal-
       ten im  Verwertungsprozeß. Die  Verschiedenheit  der  Abgabe  des
       Werts an  das Produkt  endlich -  und daher  auch die verschiedde
       Weise, worin  dieser Wert  durch das Produkt zirkuliert und durch
       dessen Metamorphosen  in seiner ursprünglichen Naturalform erneu-
       ert wird - entspringt aus der Verschiedenheit der stofflichen Ge-
       stalten, worin  das produktive  Kapital existiert,  und wovon ein
       Teil während  der Bildung des einzelnen Produkts ganz konsumiert,
       ein andrer nur allmählich vernutzt wird. Es ist also nur das pro-
       duktive Kapital,  das sich  in fixes  und flüssiges spalten kann.
       Dagegen existiert  dieser Gegensatz  nicht für  die beiden andren
       Daseinsweisen des  industriellen Kapitals, also weder für das Wa-
       renkapital, noch  für das  Geldkapital, noch als Gegensatz beider
       gegen das produktive Kapital. Er existiert nur
       
       #168# II. Abschnitt - Der Umschlag des Kapitals
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       f ü r     d a s     p r o d u k t i v e    K a p i t a l    u n d
       i n n e r h a l b  d e s s e l b e n.  Geldkapital und Warenkapi-
       tal mögen  noch so sehr als Kapital fungieren und noch so flüssig
       zirkulieren, sie  können erst dann flüssiges Kapital im Gegensatz
       zu fixem  werden, sobald  sie sich  in flüssige  Bestandteile des
       produktiven Kapitals  verwandelt. Weil  aber diese  beiden Formen
       des Kapitals die Zirkulationssphäre behausen, hat sich die Ökono-
       mie seit A. Smith, wie wir sehn werden, verleiten lassen, sie mit
       dem flüssigen  Teil des produktiven Kapitals unter der Kategorie:
       zirkulierendes Kapital zusammenzuwerfen. Sie sind in der Tat Zir-
       kulationskapital im  Gegensatz zum  produktiven,  aber  sie  sind
       nicht zirkulierendes Kapital im Gegensatz zum fixen.
       2. Der Umschlag des fixen KapitaIbestandteils, also auch die dazu
       nötige Umschlagszeit,  umfaßt mehrere Umschläge der flüssigen Ka-
       pitalbestandtelle. In derselben Zeit, worin das fixe Kapital ein-
       mal umschlägt,  schlägt das flüssige Kapital mehrmal um. Der eine
       Wertbestandteil des  produktiven Kapitals erhält die Formbestheit
       des fixen  Kapitals nur,  soweit das  Produktionsmittel, worin er
       existiert, nicht in dem Zeitraum ab. genutzt wird, worin das Pro-
       dukt fertiggemacht  und aus  dem Produktionsprozeß als Ware abge-
       stoßen wird. Ein Teil seines Werts muß in der alten fortdauernden
       Gebrauchsform gebunden bleiben, während ein andrer von dem ferti-
       gen Produkt  zirkuliert wird,  dessen Zirkulation dagegen gleich-
       zeitig den  Gesamtwert der  flüssigen Kapitalbestandteile  zirku-
       liert.
       3. Der im fixen Kapital ausgelegte Wertteil des produktiven Kapi-
       tals ist ganz, auf einmal vorgeschossen worden, für die ganze Fu-
       nonsdauer denjenigen Teils der Produktionsmittel, woraus das fixe
       Kapital besteht.  Dieser Wert  wird also auf einmal vom Kapitali-
       sten in  die Zirkulation  geworfen; er  wird aber der Zirkulation
       nur stückweis  und allmählich wieder entzogen durch die Realisie-
       rung der  Wertteile, die das fixe Kapital den Waren stückweis zu-
       setzt. Andrerseits:  Die Produktionsmittel  selbst, worin ein Be-
       standteil des  produktiven Kapitals fixiert wird, werden auf ein-
       mal der  Zirkulation entzogen,  um dem Produktionsprozeß für Ihre
       ganze Funktionsdauer einverleibt zu werden, aber sie bedürfen für
       dieselbe Zeit  nicht des  Ersatzes durch neue Exemplare derselben
       Art nicht  der Reproduktion.  Sie fahren  während er oder kürzrer
       Zeit fort, zur Bildung der in Zirkulation geworfenen Waren beizu-
       tragen, ohne selbst der Zirkulation die Elemente ihrer eignen Er-
       neuerung zu  entziehn. Während  dieser Zeit  erheischen sie  also
       auch ihrerseits  keine Erneuerung  des Vorschusses von seiten des
       Kapitalisten. Endlich:  Der im  fixen Kapital ausgelegte Kapital-
       wert durchläuft  den Kreislauf  seiner Formen während der Funkti-
       onsdauer der  Produktionsmitels, worin er existiert, nicht stoff-
       lich, sondern nur für seinen Wert, und
       
       #169# 8. Kapitel - Fixes Kapital und zirkulierendes Kapitals
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       auch das nur teilweise und allmählich. D.h. ein Teil seines Werts
       wird fortwährend  als Wertteil  der Ware  zirkuliert und  in Geld
       verwandelt, ohne sich aus Geld in seine ursprüngliche Naturalform
       rückzuverwandeln. Diese Rückverwandlung des Gelds in die Natural-
       form des  Produktionsmittels findet  erst statt  am Schluß seiner
       Funktionsperiode, wenn  das Produktionsmittel gänzlich verbraucht
       ist
       4. Die  Elemente des  flüssigen Kapitals sind ebenso beständig im
       Produktionsprozeß - soll er kontinuierlich sein - fixiert wie die
       Elemente des  fixen Kapitals.  Aber die so fixierten Elemente des
       erstren werden  beständig in natura erneuert (die Produktionsmit-
       tel durch  neue Exemplare  derselben Art,  die Arbeitskraft durch
       stets erneuerten Kauf); während bei den Elementen des fixen Kapi-
       tals während  ihrer Fortdauer  weder sie  selbst erneuert werden,
       noch ihr  Kauf zu  erneuern ist.  Es befinden sich beständig Roh-
       und Hilfsstoffe  im Produktionsprozeß,  aber immer neue Exemplare
       derselben Art, nachdem die alten in der Bildung des fertigen Pro-
       dukts verzehrt sind. Es findet sich ebenso beständig Arbeitskraft
       im Produktionsprozeß,  aber nur durch beständige Erneuerung ihres
       Kaufs, und oft mit Wechsel der Personen. Dagegen fahren dieselben
       identischen Gebäude,  Maschinen etc.  fort, während  wiederholter
       Umschläge des  flüssigen Kapitals  in denselben wiederholten Pro-
       duktionsprozessen zu fungieren.

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