Quelle: MEW 25 Das Kapital - Dritter Band
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#246# III. Abschnitt - Gesetz des tendenziellen Falls...
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IV. Die relative Überbevölkerung
Ihre Erzeugung ist unzertrennlich von der und wird beschleunigt
durch die Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, die sich in
der Abnahme der Profitrate ausdrückt. Die relative Überbevölke-
rung zeigt sich um so auffallender in einem Lande, je mehr die
kapitalistische Produktionsweise in ihm entwickelt ist. Sie ist
wiederum Grund, einerseits, daß in vielen Produktionszweigen die
mehr oder minder unvollständige Unterordnung der Arbeit unter das
Kapital fortdauert und länger fortdauert, als dies dem allgemei-
nen Stand der Entwicklung auf den ersten Blick entspricht; es ist
dies Folge der Wohlfellheit und Masse der disponiblen oder frei-
gesetzten Lohnarbeiter und des größern Widerstandes, den manche
Produktionszweige, ihrer Natur nach, der Verwandlung von Handar-
beit in Maschinenarbeit entgegensetzen. Andrerseits öffnen sich
neue Produktionszweige,
#247# 14. Kapitel - Entgegenwirkende Ursachen
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besonders auch für Luxuskonsumtion, die eben jene relative, oft
durch Überwiegen des konstanten Kapitals in andren Produktions-
zweigen freigesetzte Bevölkerung als Basis nehmen, ihrerseits
wieder auf überwiegen des Elements der lebendigen Arbeit beruhn
und erst nach und nach dieselbe Karriere wie die andren Produkti-
onszweige durchmachen. In beiden Fällen nimmt das variable Kapi-
tal eine bedeutende Proportion des Gesamtkapitals ein und ist der
Arbeitslohn unter dem Durchschnitt, so daß sowohl Mehrwertsrate
wie Mehrwertsmasse in diesen Produktionszweigen ungewöhnlich hoch
sind. Da nun die allgemeine Profitrate durch die Ausgleichung der
Profitraten in den besondren Produktionszweigen gebildet wird,
bringt hier wieder dieselbe Ursache, die die fallende Tendenz der
Profitrate er zeugt, ein Gegengewicht gegen diese Tendenz hervor,
das ihre Wirkung mehr oder minder paralysiert.
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