Quelle: MEW 25 Das Kapital - Dritter Band


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       #270# III. Abschnitt - Gesetz des tendenziellen Falls...
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       IV. Nachträge
       
       Da die Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit sehr ungleich in
       verschiednen Industriezweigen  und nicht  nur dem  Grad nach  un-
       gleich, sondern oft in entgegengesetzter Richtung erfolgt, so er-
       gibt sich,  daß die  Masse des  Durchschnittsprofits (= Mehrwert)
       sehr unter  der Höhe stehn muß, die nach der Entwicklung der Pro-
       duktivkraft in den fortgeschrittensten Industriezweigen zu vermu-
       ten wäre.  Daß die  Entwicklung der  Produktivkraft in  den  ver-
       schiednen Industriezweigen nicht nur in sehr verschiednen Propor-
       tionen, sondern  oft in  entgegengesetzter Richtung vorgeht, ent-
       springt nicht  nur aus der Anarchie der Konkurrenz und der Eigen-
       tümlichkeit der  bürgerlichen Produktionsweise. Die Produktivität
       der Arbeit  ist auch an Naturbedingungen gebunden, die oft minder
       ergiebig werden im selben Verhältnis, wie die Produktivität - so-
       weit sie von gesellschaftlichen Bedingungen abhängt - steigt. Da-
       her entgegengesetzte  Bewegung in  diesen  verschiednen  Sphären,
       Fortschritt hier,  Rückschritt dort.  Man bedenke z.B. den bloßen
       Einfluß der Jahreszeiten, wovon die Menge des größten Teils aller
       Rohstoffe abhängt,  Erschöpfung von Waldungen, Kohlen- und Eisen-
       bergwerken etc.
       Wenn der  zirkulierende Teil  des konstanten  Kapitals,  Rohstoff
       etc., der  Masse nach  stets wächst  im Verhältnis der Produktiv-
       kraft der  Arbeit, so ist dies nicht der Fall mit dem fixen Kapi-
       tal, Gebäuden,  Maschinerie, Vorrichtungen  für Beleuchtung, Hei-
       zung etc.  Obgleich mit der anwachsenden Körpermasse die Maschine
       absolut teurer,  wird sie  relativ wohlfeiler. Wenn fünf Arbeiter
       zehnmal soviel  Waren produzieren  wie früher,  verzehnfacht sich
       deswegen nicht  die Auslage  an fixem  Kapital; obgleich der Wert
       dieses Teils  des konstanten  Kapitals wächst mit der Entwicklung
       der Produktivkraft,  wächst er bei weitem nicht in demselben Ver-
       hältnis. Es  wurde schon  mehrfach hervorgehoben  der Unterschied
       des Verhältnisses von konstantem
       
       #271# 15. Kapitel - Entfaltung der innern Widersprüche...
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       Kapital zu  variablem, wie  es sich im Fallen der Profitrate aus-
       drückt, und desselben Verhältnisses, wie es sich, mit Entwicklung
       der Produktivität der Arbeit, mit Bezug auf die einzelne Ware und
       ihren Preis darstellt.
       {Der Wert der Ware ist bestimmt durch die Gesamtarbeitszeit, ver-
       gangne und lebendige, die in sie eingeht. Die Steigerung der Pro-
       duktivität der  Arbeit besteht eben darin, daß der Anteil der le-
       bendigen Arbeit  vermindert, der  der vergangnen  Arbeit vermehrt
       wird, aber  so, daß  die Gesamtsurnme  der in der Ware steckenden
       Arbeit abnimmt;  daß also  die lebendige  Arbeit um mehr abnimmt,
       als die  vergangne zunimmt.  Die im  Wert einer  Ware verkörperte
       vergangne Arbeit  - der konstante Kapitalteil - besteht teils aus
       Verschleiß von  fixem, teils aus zirkulierendem, ganz in die Ware
       eingegangnem, konstantem  Kapital -  Roh- und Hilfsstoff. Der aus
       Roh- und  Hilfsstoff entspringende  Wertteil muß  sich  mit  [der
       Steigerung] der  Produktivität der  Arbeit verringern, weil diese
       Produktivität mit  Bezug auf  diese Stoffe sich eben darin zeigt,
       daß ihr  Wert gesunken  ist. Dagegen ist es grade das Charakteri-
       stische der  steigenden Produktivkraft  der Arbeit,  daß der fixe
       Teil des konstanten Kapitals eine sehr starke Vermehrung erfährt,
       und damit  auch der  Wertteil desselben,  der sich durch den Ver-
       schleiß auf die Waren überträgt. Damit nun eine neue Produktions-
       methode sich  als wirkliche Steigerung der Produktivität bewähre,
       muß sie  auf die  einzelne Ware einen geringem zusätzlichen Wert-
       teil für  Verschleiß von fixem Kapital übertragen, als der abzüg-
       liche Wertteil  ist, der  infolge verminderter  lebendiger Arbeit
       erspart wird, muß sie in einem Wort den Wert der Ware vermindern.
       Sie muß dies selbstredend, auch wenn, wie in einzelnen Fällen ge-
       schieht, außer  dem zusätzlichen  Verschleißteil des  fixen Kapi-
       tals, ein  zusätzlicher Wertteil  für vermehrte oder teurere Roh-
       oder Hilfsstoffe  in die Wertbildung der Ware eingeht. Alle Wert-
       zuschläge müssen mehr als aufgewogen werden durch die Wertvermin-
       derung, die aus Verringerung der lebendigen Arbeit entsteht.
       Diese Verminderung des in die Ware eingehenden Gesamtarbeitsquan-
       tums scheint  hiernach das  wesentliche Kennzeichen  gesteigerter
       Produktivkraft der Arbeit zu sein, gleichgültig unter welchen ge-
       sellschaftlichen Bedingungen  produziert wird.  In einer  Gesell-
       schaft, worin  die Produzenten  ihre Produktion nach einem voraus
       entworfnen Plan  regeln, ja  selbst in der einfachen Warenproduk-
       tion würde  die Produktivität der Arbeit auch unbedingt nach die-
       sem Maßstab  gemessen. Wie  steht es aber in der kapitalistischen
       Produktion?
       Gesetzt, ein  bestimmter kapitalistischer Produktionszweig produ-
       ziere das  Normalstück seiner  Ware unter  folgenden Bedingungen:
       Der Verschleiß
       
       #272# III. Abschnitt - Gesetz des tendenziellen Falls...
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       des fixen  Kapitals beträgt per Stück 1/2 Schilling oder Mark; an
       Roh- nd Hilfsstoff geht ein 17 1/2 sh.; an Arbeitslohn 2 sh., und
       bei einer  Mehrwertsrate von  100% beträgt der Mehrwert 2 sh. Ge-
       samtwert =  22 Schilling  oder Mark.  Wir nehmen  der Einfachheit
       halber an,  daß in diesem Produktionszweig das Kapital die Durch-
       schnittszusammensetzung des  gesellschaftlichen Kapitals hat, daß
       also der  Produktionspreis der  Ware mit ihrem Wert zusammenfällt
       und der  Profit des Kapitalisten mit dem gemachten Mehrwert. Dann
       ist der Kostpreis der Ware = 1/2 + 17 1/2 + 2 = 20 sh., die urch-
       schnittsprofitrate 2/20  =  10%,  und  der  Produktionspreis  des
       Stücks Ware gleich seinem Wert = 22 sh. oder Mark.
       Nehmen wir  an, eine  Maschine werde  erfunden, die die für jedes
       Stück erforderliche  lebendige Arbeit  auf die  Hälfte reduziere,
       dafür aber  den aus  Verschleiß des  fixen  Kapitals  bestehenden
       Wertteil verdreifache.  Dann stellt sich die Sache so: Verschleiß
       = 1  1/2 sh., Roh- und Hilfsstoff wie früher 17 1/2 sh., Arbeits-
       lohn 1  sh., Mehrwert  1 sh., zusammen 21 sh. oder Mark. Die Ware
       ist nun 1 sh. im Wert gesunken; die neue Maschine hat die Produk-
       tivkraft der  Arbeit entschieden gesteigert. Für den Kapitalisten
       aber stellt sich die Sache so: sein Kostpreis ist jetzt 1 1/2 Sh.
       Verschleiß, 17  1/2 sh.  Roh- und  Hilfsstoff, 1 sh. Arbeitslohn,
       zusammen 20  sh., wie  vorher. Da  die Profitrate  sich durch die
       neue Maschine  nicht ohne  weiteres ändert,  muß er  10% über dem
       Kostpreis erhalten,  macht 2  sh.; der  Produktionspreis ist also
       unverändert =  22 sh.,  aber 1  sh. über dem Wert. Für eine unter
       kapitalistischen Bedingungen  produzierende Gesellschaft hat sich
       die Ware  nicht verwohlfeilert,  ist die neue Maschine  k e i n e
       Verbesserung. Der  Kapitalist hat  also kein Interesse daran, die
       neue Maschine  einzuführen. Und da er durch ihre Einführung seine
       bisherige, noch  nicht verschlissene  Maschinerie einfach wertlos
       machen, sie in bloßes altes Eisen verwandeln, also positiven Ver-
       lust erleiden  würde, hütet er sich sehr vor dieser, für ihn uto-
       pischen Dummheit.
       Für das  Kapital also gilt das Gesetz der gesteigerten Produktiv-
       kraft der Arbeit nicht unbedingt. Für das Kapital wird diese Pro-
       duktivkraft gesteigert,  nicht wenn  überhaupt an  der lebendigen
       Arbeit, sondern nur wenn an dem bezahlten Teil der lebendigen Ar-
       beit mehr  erspart als  an vergangner  Arbeit zugesetzt wird, wie
       dies bereits Buch I, Kap. XIII, 2, S. 409/398 1*) kurz angedeutet
       worden. Hier  fällt die kapitalistische Produktionsweise in einen
       neuen Widerspruch. Ihr historischer Beruf ist die rücksichtslose,
       in geometrischer  Progressive vorangetriebne  Entfaltung der Pro-
       duktivität der
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       1*) Siehe Band 23 unserer Ausgabe, S. 414
       
       #273# 15. Kapitel - Entfaltung der innern Widersprüche...
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       menschlichen Arbeit.  Diesem Beruf  wird sie  untreu, sobald sie,
       wie hier, der Entfaltung der Produktivität hemmend entgegentritt.
       Sie beweist  damit nur  aufs neue, daß sie altersschwach wird und
       sich mehr und mehr überlebt.} 37)
       
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       In der Konkurrenz erscheint das steigende Minimum des mit Steige-
       rung der Produktivkraft für den erfolgreichen Betrieb eines selb-
       ständigen industriellen  Geschäfts nötig  werdenden Kapitals  so:
       Sobald die neue kostspieligere Betriebseinrichtung allgemein ein-
       geführt, werden kleinere Kapitale in Zukunft von dem Betrieb aus-
       geschlossen. Nur  im Beginn  mechanischer Erfindungen in den ver-
       schiednen Produktionssphären  können hier kleinere Kapitale selb-
       ständig fungieren.  Andrerseits werfen sehr große Unternehmungen,
       mit außerordentlich  hohem Verhältnis von konstantem Kapital, wie
       Eisenbahnen, nicht  die Durchschnittsprofitrate  ab, sondern  nur
       einen Teil derselben, einen Zins. Sonst sänke die allgemeine Pro-
       fitrate noch  tiefer. Dagegen  findet hier  auch eine große Kapi-
       talansammlung, in  Form von  Aktien, ein direktes Beschäftigungs-
       feld. Wachstum  des  Kapitals,  also  Akkumulation  des  Kapitals
       schließt nur  Verminderyng der  Profitrate ein, soweit mit diesem
       Wachstum die  oben betrachteten  Veränderungen im  Verhältnis der
       organischen Bestandteile  des Kapitals eintreten. Nun aber, trotz
       der  beständigen,  täglichen  Umwälzungen  der  Produktionsweise,
       fährt bald  dieser, bald jener größere oder kleinere Teil des Ge-
       samtkapitals für  gewisse Zeiträume fort, auf der Basis eines ge-
       gebnen Durchschnittsverhältnisses  jener Bestandteile  zu akkumu-
       lieren, so daß mit seinem Wachstum kein organischer Wechsel, also
       auch nicht  die Ursachen  des Falls  der Profitrate gegeben sind.
       Diese beständige  Vergrößerung des Kapitals, also auch Ausdehnung
       der Produktion,  auf Grundlage  der alten Produktionsmethode, die
       ruhig vorangeht,  während nebenan schon die neuen Methoden einge-
       führt werden,  ist wiederum  eine Ursache, weshalb die Profitrate
       nicht in  demselben Maß  abnimmt, worin das Gesamtkapital der Ge-
       sellschaft wächst.  Die Vermehrung  der absoluten Arbeiteranzakl,
       trotz der verhältnismäßigen Abnahme des variablen, in Arbeitslohn
       ausgelegten Kapitals,  geht nicht in allen Produktionszweigen und
       nicht gleichmäßig in allen vor. In
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       37 Obige  steht in  Klammern, weil es, obwohl aus einer Notiz des
       Originalrnanuskripts umredigiert,  in einigen  Ausen über  das im
       Original vorgefundene Material hinausgeht. - F.E.
       
       #274# III. Abschnitt - Gesetz des tendenziellen Falls...
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       der Agrikultur  kann die  Abnahme des Elements der lebendigen Ar-
       beit absolut sein.
       Übrigens ist  es nur das Bedürfnis der kapitalistischen Produkti-
       onsweise, daß  die Anzahl der Lohnarbeiter sich absolut vermehre,
       trotz ihrer relativen Abnahme. Für sie werden schon Arbeitskräfte
       überflüssig, sobald  es n'icht  mehr notwendig, sie 12-15 Stunden
       täglich zu  beschäftigen. Eine  Entwicklung der  Produktivkräfte,
       welche die  absolute Anzahl  der Arbeiter  verminderte, d. h., in
       der Tat  die ganze  Nation befähigte,  in einem geringem Zeitteil
       ihre Gesamtproduktion  zu vollziehn,  würde Revolution herbeifüh-
       ren, weil  sie die  Mehrzahl der  Bevölkerung außer  Kurs  setzen
       würde. Hierin erscheint wieder die spezifische Schranke der kapi-
       talistischen Produktion,  und daß  sie keineswegs  eine  absolute
       Form für  die Entwicklung  der Produktivkräfte  und Erzeugung des
       Reichtums ist,  vielmehr mit  dieser auf  einem gewissen Punkt in
       Kollision tritt.  Partiell erscheint  diese Kollision in periodi-
       schen Krisen,  die aus  der Überflüssigmachung  bald dieses, bald
       jenes Teils  der Arbeiterbevölkerung  in ihrer  alten  Beschäfti-
       gungsweise hervorgehn.  Ihre Schranke  ist die überschüssige Zeit
       der Arbeiter.  Die absolute  Überschußzeit, die  die Gesellschaft
       gewinnt, geht  sie nichts  an. Die Entwicklung der Produktivkraft
       ist ihr nur wichtig, sofern sie die Mehrarbeitszeit der Arbeiter-
       klasse vermehrt, nicht die Arbeitszeit für die materielle Produk-
       tion überhaupt vermindert; sie bewegt sich so im Gegensatze.
       Man hat  gesehn, daß die wachsende Akkumulation des Kapitals eine
       wachsende Konzentration  desselben  einschließt.  So  wächst  die
       Macht des  Kapitals, die im Kapitalisten personifizierte Verselb-
       ständigung der  gesellschaftlichen Produktionsbedingungen  gegen-
       über den  wirklichen Produzenten.  Das Kapital  zeigt sich  immer
       mehr als gesellschaftliche Macht, deren Funktionär der Kapitalist
       ist und  die in  gar keinem  möglichen Verhältnisse  mehr zu  dem
       steht, was die Arbeit eines einzelnen Individuums schaffen kann -
       aber als  entfremdete, verselbständigte  gesellschaftliche Macht,
       die als  Sache, und als Macht des Kapitalisten durch diese Sache,
       der Gesellschaft  gegenübertritt. Der  Widerspruch  zwischen  der
       allgemeinen gesellschaftlichen Macht, zu der sich das Kapital ge-
       staltet, und  der Privatmacht  der  einzelnen  Kapitalisten  über
       diese gesellschaftlichen  Produktionsbedingungen entwickelt  sich
       immer schreiender und sehließt die Auflösung dieses Verhältnisses
       ein, indem sie zugleich die Herausarbeitung der Produktionsbedin-
       gungen  zu  allgemeinen,  gemeinschaftlichen,  gesellschaftlichen
       Produktionsbedingungen einschließt. Diese Herausarbeitung ist ge-
       geben durch die Entwicklung der Produktivkräfte unter der kapita-
       listischen
       
       #275# 15. Kapitel - Entfaltung der innem Widersprüche...
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       Produktion und durch die Art und Weise, worin sich diese Entwick-
       lung vollzieht.
       
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       Kein Kapitalist  wendet eine  neue Produktionsweise, sie mag noch
       soviel produktiver  sein oder  um noch  soviel die Rate des Mehr-
       werts vermehren, freiwillig an, sobald sie die Profitrate vermin-
       dert. Aber  jede solche  neue Produktionsweise verwohlfeilert die
       Waren. Er verkauft sie daher ursprünglich über ihrem Produktions-
       preis, vielleicht  über ihrem  Wert. Er steckt die Differenz ein,
       die zwischen ihren Produktionskosten und dem Marktpreis der übri-
       gen, zu  höheren Produktionskosten produzierten Waren besteht. Er
       kann dies,  weil der Durchschnitt der zur Produktion dieser Waren
       gesellschaftlich erheischten  Arbeitszeit größer  ist als die mit
       der neuen  Produk. tionsweise  erheischte Arbeitszeit. Seine Pro-
       duktionsprozedur steht  über dem Durchschnitt der gesellschaftli-
       chen. Aber  die Konkurrenz verallgemeinert sie und unterwirft sie
       dem allgemeinen  Gesetz. Dann tritt das Sinken der Profitrate ein
       - vielleicht zuerst in dieser Produktionssphäre, und gleicht sich
       nachher mit  den andren  aus -,  das also ganz und gar unabhängig
       ist vom Willen der Kapitalisten.
       Zu diesem  Punkt ist noch zu bemerken, daß dies selbe Gesetz auch
       in den  Produktionssphären herrscht,  deren Produkt  weder direkt
       noch indirekt in die Konsumtion des Arbeiters oder in die Produk-
       tionsbedingungen seiner  Lebensmittel eingeht;  also auch  in den
       Produktionssphären, worin  keine Verwohlfellerung  der Waren  den
       relativen Mehrwert  vermehren,  die  Arbeitskraft  verwohlfeilern
       kann. (Allerdings  kann Verwohlfeilerung  des konstanten Kapitals
       in allen diesen Zweigen die Profitrate erhöhen bei gleichbleiben-
       der Exploitation des Arbeiters.) Sobald die neue Produktionsweise
       anfängt, sich  auszubreiten, und damit der Beweis tatsächlich ge-
       liefert ist, daß diese Waren wohlfeiler produziert werden können,
       müssen die Kapitalisten, die unter den alten Produktionsbedingun-
       gen arbeiten,  ihr Produkt  unter ihrem  vollen  Produktionspreis
       verkaufen, weil  der Wert dieser Ware gefallen ist, die von ihnen
       zur Produktion erheischte Arbeitszeit über der gesellschaftlichen
       steht. Mit einem Wort - es erscheint dies als Wirkung der Konkur-
       renz -, sie müssen ebenfalls die neue Produktionsweise einführen,
       worin das  Verhältnis des  variablen Kapitals zum konstanten ver-
       mindert ist.  Alle Umstände,  die bewirken, daß die Anwendung der
       Maschinerie den  Preis der  damit produzierten  Waren verwohlfei-
       lert, reduzieren sich stets auf Verringerung des Quantums Arbeit,
       das von  einer einzelnen  Ware absorbiert wird; zweitens aber auf
       Verringerung des Verschleißteils der
       
       #276# III. Abschnitt - Gesetz des tendenziellen Falls...
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       Maschinerie, dessen Wert in die einzelne Ware eingeht. Je weniger
       rasch der  Verschleiß der  Maschinerie, auf desto mehr Waren ver-
       teilt er sich, desto mehr lebendige Arbeit ersetzt sie bis zu ih-
       rem Reproduktionstermin.  In beiden  Fällen vermehrt sich Quantum
       und Wert des fixen konstanten Kapitals gegenüber dem variablen.
       
       "All other things being equal, the power of a nation to save from
       its profits  varies with  the rate of profits, is great when they
       are high, less, when low; but aß the rate of profit dectines, all
       other things do not remain equal... A low rate of profit is ordi-
       narily accompanied  by a rapid rate of accumulation, relativen to
       the numbers of the people, as in England... a high rate of profit
       by as  lower rate  of accumulation,  relatively to the numbers of
       the people."  1*) Beispiele: Polen, Rußland, Indien etc. (Richard
       Jones, "An  Introductory Lecture  on Pol. Econ.", London 1833, p.
       50 et seq.)
       
       Jones hebt richtig hervor, daß trotz der fallenden Profitrate die
       inducements and  faculties to  accumulate 2*) sich vermehren. Er-
       stens wegen  der wachsenden  relativen Überbevölkerung. Zweitens,
       weil mit  der wachsenden  Produktivität der  Arbeit die Masse der
       von demselben Tauschwert dar. gestellten Gebrauchswerte, also der
       sachlichen Elemente des Kapitals wachsen. Drittens, weil sich die
       Produktionszweige vermannigfachen. Viertens durch Entwicklung des
       Kreditsystems, der Aktiengesellschaften etc. und der damit gegeb-
       nen Leichtigkeit,  Geld in Kapital zu verwandeln, ohne selbst in-
       dustrieller Kapitalist  zu werden.  Fünftens Wachsen  der Bedürf-
       nisse und  der Bereicherungssucht.  Sechstens wachsende Massenan-
       lage von fixem Kapital usw.
       
                                     ---
       
       Drei Haupttatsachen der kapitalistischen Produktion:
       1. Konzentration der Produktionsmittel in wenigen Händen, wodurch
       sie aufhören, als Eigentum der unmittelbaren Arbeiter zu erschei-
       nen, und  sich dagegen  in gesellschaftliche Potenzen der Produk-
       tion verwandeln.  Wenn auch zuerst als Privateigentum der Kapita-
       listen. Diese  sind Trustees  der bürgerlichen Gesellschaft, aber
       sie sacken alle Früchte dieser Trusteeschaft ein.
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       1*) Wenn  alle anderen  Umstände gleich  sind, wechselt die Kraft
       einer Nation,  von ihren  Profiten zu sparen, mit der Profittate;
       sie ist  groß, wenn der Profit hoch ist, kleiner, wenn er niedrig
       ist; aber  wenn die  Profitrate fällt,  bleibt nicht alles andere
       gleich... Eine  niedrige Profitrate  ist gewöhnlich begleitet von
       einer im  Verhältnis zu den Bevölkerungsziffern schnellen Akkumu-
       lationsrate wie  in England... und eine hohe Profitrate von einer
       im Verhältnis  zu den Bevölkerungsziffern langsameren Akkumulati-
       onsrate." - 2*) Anlässe und Möglichkeiten zu akkumulieren
       
       #277# 15. Kapitel - Entfaltung der inneren Widersprüche...
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       2. Organisation  der Arbeit selbst, als gesellschaftlicher: durch
       Kooperation, Teilung der Arbeit und Verbindung der Arbeit mit der
       Naturwissenschaft.
       Nach beiden  Seiten hebt die kapitalistische Produktionsweise das
       Privateigentum und  die Privatarbeit auf, wenn auch in gegensätz-
       lichen Formen. 3. Herstellung des Weltmarkts.
       Die ungeheure  Produktivkraft, im Verhältnis der Bevölkerung, die
       innerhalb der  kapitalistischen Produktionsweise  sich entwickelt
       und, wenn  auch nicht im selben Verhältnis, das Wachsen der Kapi-
       talwerte (nicht  nur ihres  materiellen Substrats),  die viel ra-
       scher wachsen  als die Bevölkerung, widerspricht der, relativ zum
       wachsenden Reichtum,  immer schmaler  werdenden  Basis,  für  die
       diese ungeheure Produktivkraft wirkt, und den Verwertungsverhält-
       nissen dieses schwellenden Kapitals. Daher die Krisen.
       
                                     ---

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