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VIERUNDDREISSIGSTES KAPITEL
Das Currency Principle und die englische Bankgesetzgebung von
1844
{In einer frühern Schrift} ist die Theorie Ricardos über den Wert
des Geldes im Verhältnis zu den Preisen der Waren untersucht wor-
den; wir können uns daher hier auf das Nötigste beschränken. Nach
Ricardo wird der Wert des - metallischen - Geldes bestimmt durch
die in ihm vergegenständlichte Arbeitszeit, aber nur solange die
Quantität des Geldes im richtigen Verhältnis steht zu Menge und
Preis der umzusetzenden Waren. Steigt die Quantität des Geldes
über dies Verhältnis, so sinkt sein Wert, die Warenpreise stei-
gen; fällt sie unter das richtige Verhältnis, so steigt sein
Wert, und die Warenpreise fallen - bei sonst gleichbleibenden Um-
ständen. Im ersten Fall wird das Land, wo dieser Überschuß von
Gold besteht, das unter seinen Wert gesunkene Gold ausführen und
Waren einführen; im zweiten wird Gold hinströmen zu den Ländern,
wo es über seinen Wert geschätzt wird, während die unterschätzten
Waren von dort zu andere Märkten fließen, wo sie normale Preise
erzielen können. Da unter diesen Voraussetzungen das Gold selbst,
sei es als Münze, sei es als Barre, Wertzeichen von größerem oder
geringerem Metallwert als seinem eignen werden kann, so versteht
es sich, daß etwa zirkulierende konvertible Banknoten dasselbe
Schicksal teilen. Obgleich die Banknoten konvertibel sind, also
ihr Realwert ihrem Nominalwert entspricht, kann die Gesamtmasse
des zirkulierenden Geldes, Gold und Noten (the Aggregate currency
consisting of metal and of convertible notes) appreziiert oder
depreziiert werden, je nachdem ihre Gesamtquantität, aus den vor-
her entwickelten Gründen, über oder unter das Niveau steigt oder
fällt, das durch den Tauschwert der zirkulierenden Waren und den
Metallwert des Goldes bestimmt ist... Diese Depreziation, nicht
des Papiers gegen Gold, sondern des Goldes und Papiers
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13) Marx, "Zur Kritik der politischen Oekonomie", Berlin 1859, S.
150 ff. 1*)
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1*) Siehe Band 13 unserer Ausgabe, S. 144 ff.
#563# 34. Kapitel - Das Currency Principle usw.
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zusammengenommen oder der gesamten Masse der Zirkulationsmittel
eines Landes ist eine der Haupterfindungen Ricardos, die Lord
Overstone & Co. in ihren Dienst preßten und zu einem Fundamental-
prinzip von Sir Robert Peels Bankgesetzgebung von 1844 und 1845
machten." (l.c.p. 155. 1*))
Den an derselben Stelle geführten Nachweis von der Verkehrtheit
dieser Ricardoschen Theorie brauchen wir hier nicht zu wiederho-
len. Uns interessiert nur die Art und Weise, wie Ricardos Lehr-
sätze verarbeitet wurden von der Schule von Banktheoretikern, die
die obigen Peelschen Bankakte diktierte.
"Die Handelskrisen während des 19. Jahrhunderts, namentlich die
großen Krisen von 1825 und 1836, riefen keine Fortentwicklung,
wohl aber neue Nutzanwendung der Ricardoschen Geldtheorie hervor.
Es waren nicht mehr einzelne ökonomische Phänomene, wie bei Hume
die Depreziation der edlen Metalle im 16. und 17. Jahrhundert
oder wie bei Ricardo die Depreziation des Papiergelds während des
18. und im Anfang des 19. Jahrhunderts, sondern die großen Welt-
marktsungewitter, worin der Widerstreit aller Elemente des bür-
gerlichen Produktionsprozesses sich entladet, deren Ursprung und
Abwehr innerhalb der oberflächlichsten und abstraktesten Sphäre
dieses Prozesses, der Sphäre der Geldzirkulation, gesucht wurden.
Die eigentlich theoretische Voraussetzung, wovon die Schule der
ökonomischen Wetterkünstler ausgeht, besteht in der Tat in nichts
andrem als dem Dogma, daß Ricardo die Gesetze der rein metalli-
schen Zirkulation entdeckt hat. Was ihnen zu tun Übrigblieb, war
die Unterwerfung der Kredit- oder Banknotenzirkulation unter
diese Gesetze.
Das allgemeinste und sinnfälligste Phänomen der Handelskrisen ist
plötzlicher, allgemeiner Fall der Warenpreise, folgend auf ein
längeres, allgemeines Steigen derselben. Allgemeiner Fall der Wa-
renpreise kann ausgedrückt werden als Steigen im relativen Wert
des Geldes, verglichen mit allen Waren, und allgemeines Steigen
der Preise umgekehrt als Fallen des relativen Werts des Geldes.
In beiden Ausdrucksweisen ist das Phänomen ausgesprochen, nicht
erklärt... Die verschiedene Phraseologie läßt die Auf gabe ebenso
unverändert, wie es ihre Übersetzung aus der deutschen in die
englische Sprache tun würde. Ricardos Geldtheorie kam daher unge-
mein gelegen, da sie einer Tautologie den Schein eines Kausalver-
hältnisses gibt. Woher das periodische allgemeine Fallen der Wa-
renpreise? Vom periodischen Steigen des relativen Werts des
Geldes. Woher umgekehrt das periodische, allgemeine Steigen der
Warenpreise? Von einem periodischen Fall
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1*) Siehe Band 13 unserer Ausgabe, S. 147/148
#564# V. Abschnitt - Das zinstragende Kapital
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im relativen Wert des Geldes. Es könnte ebenso richtig gesagt
werden, daß das periodische Steigen und Fallen der Preise von ih-
rem periodischen Steigen und Fallen herrührt... Die Verwandlung
der Tautologie in ein Kausalverhältnis einmal zugegeben, ergibt
sich alles andte mit Leichtigkeit. Das Steigen der Warenpreise
entspringt aus dem Fallen des Werts des Geldes. Das Fallen des
Geldwerts aber, wie wir von Ricardo wissen, aus übervoller Zirku-
lation, d.h. daher, daß die Masse des zirkulierenden Geldes über
das, durch seinen eignen immanenten Wert und die immanenten Werte
der Waren bestimmte Niveau steigt. Ebenso umgekehrt das allge-
meine Fallen der Warenpreise aus dem Steigen des Geldwerts über
seinen immanenten Wert infolge einer untervollen Zirkulation. Die
Preise steigen und fallen also periodisch, weil periodisch zu
viel oder zu wenig Geld zirkullert. Wird nun etwa nachgewiesen,
daß das Steigen der Preise mit einer verminderten Geldzirkulation
und das Fallen der Preise mit einer vermehrten Zirkulation zusam-
menfiel, so kann trotzdem behauptet werden, infolge irgendeiner,
wenn auch statistisch durchaus unnachweisbaren, Verminderung oder
Vermehrung der zirkullerenden Warenmasse sei die Quantität des
zirkulierenden Geldes, obgleich nicht absolut, doch relativ ver-
mehrt oder vermindert worden. Wir sahen nun, daß nach Ricardo
diese allgemeinen Schwankungen der Preise auch bei einer rein me-
tallischen Zirkulation stattfinden müssen, sich aber durch ihre
Abwechslung ausgleichen, indem z.B. untervolle Zirkulation Fallen
der Warenpreise, das Fallen der Warenpreise Ausfuhr der Waren ins
Ausland, diese Ausfuhr aber Einfuhr von Gold ins Inland, dieser
Einfluß von Geld aber wieder Steigen der Warenpreise hervorruft.
Umgekehrt bei einer übervollen Zirkulation, wo Waren importiert
und Gold exportiert werden. Da nun trotz dieser aus der Natur der
Ricardoschen Metallzirkulation selbst entspringenden allgemeinen
Preisschwankungen ihre heftige und gewaltsame Form, ihre Krisen-
form, den Perioden entwickelten Kreditwesens angehört, so wird es
sonnenklar, daß die Ausgabe von Banknoten nicht exakt nach den
Gesetzen der metallischen Zirkulation reguliert wird. Die metal-
lische Zirkulation besitzt ihr Heilmittel im Import und Export
der edlen Metalle, die sofort als Münze in Umlauf treten und so
durch ihren Einfluß oder Ausfluß die Warenpreise fallen oder
steigen machen. Dieselbe Wirkung auf die Warenpreise muß nun
künstlich durch Nachahmung der Gesetze der Metallzirkulation von
den Banken hervorgebracht werden. Fließt Geld vom Ausland ein, so
ist das ein Beweis, daß die Zirkulation untervoll ist, der Geld-
wert zu hoch und die Warenpreise zu niedrig stehn und folglich
Banknoten im Verhältnis zu dem neu importierten Gold in Zirkula-
tion geworfen werden müssen. Sie müssen umgekehrt
#565# 34. Kapitel - Das Currency Principle usw.
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der Zirkulation entzogen werden, im Verhältnis wie Gold aus dem
Land ausströmt. In andern Worten, die Ausgabe von Banknoten muß
reguliert werden nach dem Import und Export der edlen Metalle
oder nach dem Wechselkurs. Ricardos falsche Voraussetzung, daß
Gold nur Münze ist, daher alles importierte Gold das umlaufende
Geld vermehrt und darum die Preise steigen macht, alles expor-
tierte Gold die Münze vermindert und darum die Preise fallen
macht, diese theoretische Voraussetzung wird hier zum praktischen
Experiment, soviel Münze zirkulieren zu machen als jedesmal Gold
vorhanden ist. Lord Overstone (Bankier Jones Loyd), Oberst Tor-
rens, Norman, Clay, Arbuthnot und eine Anzahl andrer Schriftstel-
ler, in England bekannt unter dem Namen der Schule des Currency
Principle, haben diese Doktrin nicht nur gepredigt, sondern ver-
mittelst Sir R. Peels Bankakten von 1844 und 1845 zur Grundlage
der englischen und schottischen Bankgesetzgebung gemacht. Ihr
schmähliches Fiasko theoretisch wie praktisch, nach Experimenten
auf der größten nationalen Stufenleiter, kann erst in der Lehre
vom Kredit dargestellt werden." (l.c.p. 165-168. 1*)) Die Kritik
dieser Schule wurde geliefert von Thomas Tooke, James Wilson (im
"Economist" von 1844-1847) und John Fullarton. Wie mangelhaft
aber auch sie die Natur des Goldes durchschauten und wie unklar
sie über das Verhältnis von Geld und Kapital waren, haben wir
mehrfach, namentlich im Kapitel XXVIII dieses Buchs gesehn. Hier
nun noch einiges im Anschluß an die Verhandlungen des Unterhaus-
Ausschusses von 1857 über die PeeIschen Bankakte (B. C. 1857) -
F. E.}
J. G. Hubbard, ehemaliger Gouverneur der Bank v. E., sagt aus:
2400. "Die Wirkung der Goldausfuhr... bezieht sich absolut nicht
auf die Warenpreise. Dagegen sehr bedeutend auf die Preise der
Wertpapiere, weil im Maß wie der Zinsfuß wechselt, der Wert von
Waren, die diesen Zins verkörpern, notwendigerweise gewaltig af-
fiziert wird."
Er legt zwei Tabellen vor über die Jahre 1834-1843 und 1845-1856,
welche beweisen, daß die Preisbewegung von fünfzehn der bedeu-
tendsten Handelsartikel ganz unabhängig war vom Ab- und Zufluß
des Goldes und vom Zinsfuß. Dagegen aber beweisen sie einen engen
Zusammenhang zwischen dem Ab- und Zufluß des Goldes, das in der
Tat der Repräsentant unsres Anlage suchenden Kapitals ist, und
dem Zinsfuß
[2402] "1847 wurde ein sehr großer Betrag amerikanischer Wertpa-
piere nach Amerika zurückübertragen, ebenso russische Wertpapiere
nach Rußland und andre kontinentale Papiere nach den Ländern, von
denen wir unsre Kornzufuhr bezogen."
1*) Vgl. Band 13 unserer Ausgabe, S. 156-158
#566# V. Abschnitt - Das zinstragende Kapital
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Die in der folgenden Hubbardschen Tabelle zugrunde gelegten 15
Hauptartikel sind: Baumwolle, Baumwollengarn, ditto Gewebe,
Wolle, Wollentuch, Flachs, Leinwand, Indigo, Roheisen, WeißbIech,
Kupfer, Talg, Zuckr, Kaffee, Seide.
I. Von 1834-1843
Datum Metallschatz Marktrate Von 15 Hauptartikeln sind
der Bank des im Preis gefallen unver-
Pfd.St. Diskontos gestiegen ändert
1834, 1. März 9 104 000 2 3/4 % - - -
1835, 1. " 6 274 000 3 3/4 % 7 7 1
1836, 1. " 7 918 000 3 1/4 % 11 3 1
1837. 1. " 4 077 000 5 % 5 9 1
1838. 1. " 10 471 000 2 3/4 % 4 11 -
1839, 1. Sept. 2 684 000 6 % 8 5 2
1840, 1. Juni 4 571 000 4 3/4 % 5 9 1
1840, 1. Dez. 3 642 000 5 3/4 % 7 6 2
1841, 1. " 4 873 000 5 % 3 12 -
1842, 1. " 10 603 000 2 1/2 % 2 13 -
1843, 1. Juni 11 566 000 2 1/4 % 1 14 -
II. Von 1844-1853
Datum Metallschatz Marktrate Von 15 Hauptartikeln sind
der Bank des im Preis gefallen unver-
Pfd.St. Diskontos gestiegen ändert
1844, 1. März 16 162 000 2 1/4 % - - -
1845, 1. Dez. 13 237 000 4 1/2 % 11 4 -
1846, 1. Sept.16 366 000 3 % 7 8 -
1847, 1. " 9 140 000 6 % 6 6 3
1850, 1. März 17 126 000 2 1/2 % 5 9 1
1851, 1. Juni 13 705 000 3 % 2 11 2
1852, 1. Sept.21 853 000 1 3/4 % 9 5 1
1853, 1. Dez. 15 093 000 5 % 14 - 1
Hubbard macht dazu die Glosse:
"Wie in den 10 Jahren 1834-1843, so waren in 1844-1853 Schwankun-
gen im Gold der Bank in jedem Fall leitet von einer Zunahme oder
Abnahme des leihbaren Wertes des auf Diskonto vorgeschoßnen
Geldes; und andrerseits zeigen die Änderungen in den Warenpreisen
des Inlandes eine vollständige Unabhängigkeit von der Masse der
#567# 34. Kapitel - Das Currency Principle usw.
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Zirkulation, wie sie sich in den Goldschwankungen der Bank von
England zeigt." ("Bank Acts Report" 1857, II, p. 290 u. 291.)
Da die Nachfrage und Zufuhr von Waren deren Marktpreise regu-
liert, wird hier klar, wie falsch Overstones Identifikation der
Nachfrage nach leihbarem Geldkapital (oder vielmehr der Abwei-
chungen der Zufuhr davon), wie sie sich in der Diskontorate aus-
drückt, und der Nachfrage nach wirklichem "Kapital". Die Behaup-
tung, daß die Warenpreise durch die Schwankungen im Betrag der
Currency reguliert sind, versteckt sich jetzt unter der Phrase,
daß die Schwankungen der Diskontorate Schwankungen in der Nach-
frage nach wirklichem stofflichen Kapital ausdrucken, im Unter-
schied vom Geldkapital. Wir haben gesehn, wie sowohl Norman wie
Overstone dies in der Tat vor demselben Ausschuß behaupteten und
zu welchen lahmen Ausflüchten namentlich letzterer dabei gedrängt
wurde, bis er schließlich ganz festsaß. (Kapitel XXVI.) Es ist in
der Tat die alte Flause, daß die Änderungen in der Masse des vor-
handnen Goldes, indem sie die Menge des Umlaufsmittels im Lande
vermehren oder vermindern, innerhalb dieses Landes die Waren-
preise steigern oder senken müßten. Wird Gold ausgeführt, so müs-
sen nach dieser Currency-Theorie die Preise der Waren steigen in
dem Lande, wohin das Gold geht, und damit der Wert der Exporte
des Gold ausfahrenden Landes auf dem Markt des Gold einführenden;
der Wert der Exporte des letzteren auf dem Markt des ersteren
würde dagegen fallen, während er stiege in ihrem Ursprungsland,
wohin das Gold geht. In der Tat aber steigert die Verminderung
der Goldmenge nur den Zinsfuß, während ihre Vermehrung ihn senkt;
und kämen diese Schwankungen des Zinsfußes nicht in Rechnung bei
Feststellung der Kostpreise oder bei der Bestimmung von Nachfrage
und Angebot, so würden sie die Warenpreise gänzlich unberührt
lassen.
Im selben Bericht spricht sich N. Alexander, Chef eines großen
Hauses im indischen Geschäft, folgendermaßen aus über den starken
Abfluß von Silber nach Indien und China um die Mitte der 50er
Jahre, infolge teils des chinesischen Bürgerkriegs, der dem Ab-
satz englischer Gewebe in China Einhalt tat, teils der Seidenwür-
merkrankheit in Europa, die die italienische und französische
Seidenzucht stark einschränkte:
4337. "Ist der Abfluß nach China oder nach Indien? - Sie schicken
das Silber nach Indien, und mit einem guten Teil davon kaufen Sie
Opium, das alles nach China geht, um Fonds zu bilden zum Einkauf
für Seide; und der Stand der Märkte in Indien" (trotz der Akkumu-
lation von Silber dort) macht es profitlicher für den Kaufmann,
Silber hinzuschicken, als Gewebe oder andre britische Fabrikate."
- 4338. Fand nicht ein großer Abfluß aus Frankreich statt, wo-
durch wir das Silber bekamen? - Jawohl, ein
#568# V. Abschnitt - Das zinstragende Kapital
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sehr großer." - 4344. "Statt Seide von Frankreich und Italien
einzuführen, schicken wir sie in großen Quantität" hin, sowohl
bengalische wie chinesische." Also wurden nach Asien Silber - das
Geldmetall dieses Weltteils - geschickt statt Ware, nicht weil
die Preise dieser Waren gestiegen waren in dem Land, das sie pro-
duziert (England), sondern gefallen - gefallen durch Überimport -
in dem Land, wohin es sie importiert; obgleich dies Silber von
England aus Frankreich bezogen und teilweise mit Gold bezahlt
werden mußte. Nach der Currency-Theorie hätten bei solchem Import
die Preise in England fallen und in Indien und China steigen müs-
sen. Ein andres Beispiel. Vor dem Ausschuß der Lords (C.D.
1848/1857) sagt Wylle, einer der ersten Liverpooler Kaufleute,
aus wie folgt:
1994. "Ende 1845 gab es kein lohnenderes Geschäft und keins, das
so große Profite abwarf" (als die Baumwollspinnerei). Der Baum-
wollvorrat war groß, und gute brauchbare Baumwolle war zu 4 d.
das Pfund zu haben, und von solcher Baumwolle konnte gut secunda
mule twist Nr. 40 gesponnen werden mit einer Auslage ebenfalls
von 4 d., etwa zu 8 d. Gesamtauslage für den Spinner. Dieses Garn
wurde in großen Massen verkauft im September und Oktober 1845 und
ebenso große Lieferungskontrakte abgeschlossen, zu 10 1/2 und 11
1/2 d. pro Pfund, und in einigen Fällen haben die Spinner einen
Profit realisiert, der dem Einkaufspreis der Baumwolle gleich-
kam." - 1996. "Das Geschäft blieb lohnend bis Anfang 1846." -
2000. "Am 3. März 1844 war der Baumwollvorrat" (627 042 Ballen)
mehr als das Doppelte von dem, was er heute" {am 7. März 1848, wo
er 301 070 Ballen war}, und dennoch war der Preis 1 1/4 d. per
Pfund teurer" {6 1/4 d. gegen 5 d.}. "Gleichzeitig war Garn - gut
secunda mule twist Nr. 40 - von 11 1/2 - 12 d. gefallen auf 9 1/2
d. im Oktober und 7 3/4 d. Ende Dezember 1847; es wurde Garn ver-
kauft zum Einkaufspreis der Baumwolle, woraus es gesponnen
war.(ib., Nr. 2021, 2023.)
Dies zeigt die interessierte Weisheit Overstones, daß das Geld
"teuer" sein soll, weil Kapital "selten" ist. Am 3. März 1844
stand der Bankzinsfuß auf 3%; Okt. und Nov. 1847 ging er auf 8
und 9% und stand am 7. März 1848 noch auf 4%. Die Baumwollpreise
wurden durch die totale Absatzstockung und die Panik mit dem ihr
entsprechenden hohen Zinsfuß niedergeschlagen tief unter ihren
dem Stand der Zufuhr entsprechenden Preis. Die Folge davon war
einerseits ungeheure Abnahme der Einfuhr 1848 und andrerseits Ab-
nahme der Produktion in Amerika; daher neues Steigen der Baum-
wollpreise 1849. Nach Overstone waren die Waren zu teuer, weil
zuviel Geld im Lande war.
2002. "Die neuliche Verschlechterung in der Lage der Baumwollin-
dustrie ist nicht dem Mangel an Rohstoff geschuldet, da der Preis
niedriger ist, obwohl der Vorrat von Rohbaumwolle bedeutend ver-
mindert."
#569# 34. Kapitel - Das Currency Principle usw.
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Aber angenehme Verwechslung bei Overstone zwischen dem Preis
resp. Wert der Ware und dem Wert des Geldes, nämlich dem Zinsfuß.
In der Antwort auf Frage 2026 gibt Wylie sein Gesamturteil über
die Currency-Theorie, wonach Cardwell und Sir Charles Wood im Mal
1847 die Notwendigkeit behauptet hatten, den Bankakt von 1844 in
seinem ganzen Inhalt durchzuführen":
"Diese Prinzipien scheinen mir von einer Art zu sein, daß sie dem
Geld einen künstlichen hohen Wert und allen Waren einen künstli-
chen, ruinierend niedrigen Wert geben würden."
Er sagt ferner über die Wirkungen dieses Bankakts auf das allge-
meine Geschäft:
"Da Viermonatswechsel, die die regelmäßigen Tratten der Fabrik-
städte auf Kaufleute und Bankiers gegen gekaufte und für die Ver-
einigten Staaten bestimmte Waren sind, nur noch mit großen Opfern
diskontiert werden konnten, wurde die Ausführung von Aufträgen in
bedeutendem Maß gehemmt, bis nach dem Regierungsbrief vom 25. Ok-
tober" (Suspension des Bankakts), wo diese Viermonatswechsel wie-
der diskontierbar wurden." (2097.)
Also auch in der Provinz wirkte die Suspension dieses Bankakts
wie eine Erlösung.
2102. "Im vorigen Oktober" 1847) "haben fast alle amerikanischen
Einkäufer, die hier Waren kaufen, soviel wie möglich ihre Auf-
träge sofort eingeschränkt; und als die Nachricht von der Geld-
teuerung nach Amerika kam, hörten alle neuen Aufträge auf." -
2134. "Korn und Zucker waren Spezialfälle. Der Kornmarkt wurde
affiziert durch die Ernteaussichten, und Zucker wurde affiziert
durch die ungeheuren Vorräte und Einfuhren." - 2163. "Von unsern
Zahlungsverpflichtungen gegen Amerika... wurde vieles liquidiert
durch Zwangsverkäufe von konsignierter Ware, und vieles, fürchte
ich, wurde annulliert durch die Bankerotte hier." - 2196. "Wenn
ich mich recht erinnere, wurden auf unsrer Fondsbürse im
O k t o b e r 1 8 4 7 b i s 7 0% Z i n s e n g e z a h l t."
{Die Krisis von 1837 mit ihren langen Nachwehen, an die sich 1842
noch eine vollständige Nachkrise schloß, und die interessierte
Verblendung der Industriellen und Kaufleute, die platterdings
keine Überproduktion sehn wollten - diese war ja, nach der Vul-
gärökonornie, ein Unsinn und eine Unmöglichkeit! -, hatten end-
lich diejenige Verwirrung in den Köpfen verursacht, die der Cur-
rency-Schule erlaubte, ihr Dogma auf nationalem Maßstab in die
Praxis zu übersetzen. Die Bankgesetzgebung von 1844/45 ging
durch.
Der Bankakt von 1844 teilt die Bank von England in ein Notenaus-
gabe. Departement und ein Bankdepartement. Das erstere erhält Si-
cherheiten -
#570# V. Abschnitt - Das zinstragende Kapital
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größtenteils Regierungsschuld - für 14 Millionen und den gesamten
Metallschatz, der zu höchstens 1/4 aus Silber bestehn darf, und
gibt für den Gesamtbetrag beider eine gleiche Summe von Noten
aus. Soweit sich diese nicht in den Händen des Publikums befin-
den, liegen sie im Bankdepartement und bilden, mit der wenigen
zum täglichen Gebrauch nötigen Münze (etwa einer Million) dessen
stets bereite Reserve. Das Ausgabe-Departement gibt dem Publikum
Gold für Noten und Noten für Gold; den übrigen Verkehr mit dem
Publikum besorgt das Bankdepartement. Die 1844 zur Ausgabe eigner
Noten in England und Wales berechtigten Privatbanken behalten
dies Recht, doch wird ihre Notenausgabe kontingentiert; hört eine
dieser Banken auf, eigne Noten auszugeben, so kann die Bank von
England ihren ungedeckten Notenbetrag um 2/3 des eingegangnen
Kontingents erhöhen; auf diesem Weg ist derselbe bis 1892 von 14
auf 16 1/2 Millionen Pfd.St. (genau 16 450 000 Pfd.St.) gestie-
gen.
Für jede fünf Pfund in Gold also, die aus dem Bankschatz abflie-
ßen, geht eine Fünfpfundnote zurück an das Ausgabe-Departement
und wird vernichtet; für jede dem Schatz zusehenden fünf So-
vereigns kommt eine neue Fünfpfundnote in Umlauf. Damit ist Over-
stones ideale Papierzirkulation, die sich genau nach den Gesetzen
der metallischen Zirkulation richtet, praktisch ausgeführt, und
damit sind, nach den Behauptungen der Currency-Leute, die Krisen
für immer unmöglich gemacht.
In Wirklichkeit aber entzog die Trennung der Bank in zwei unab-
hängige Departements der Direktion die Möglichkeit, in entschei-
denden Momenten über ihre gesamten disponiblen Mittel frei zu
verfügen, so daß Fälle eintreten konnten, wo das Bankdepartement
vor dem Bankerott stand, während das Ausgabe-Departement mehrere
Millionen in Gold und außerdem noch seine 14 Millionen Sicherhei-
ten intakt besaß. Und zwar konnte dies um so leichter eintreten,
als in fast jeder Krise ein Abschnitt vorkommt, wo ein starker
Goldabfluß ins Ausland stattfindet, der in der Hauptsache durch
den Metallschatz der Bank zu decken ist. Für jede fünf Pfund
aber, die dann ins Ausland fließen, wird der Zirkulation des In-
lands eine Fünfpfundnote entzogen, also die Menge des Umlaufsmit-
tels grade in dem Augenblick verkleinert, wo am meisten davon,
und am nötigsten, gebraucht wird. Der Bankakt von 1844 provoziert
also die sämtliche Handelswelt direkt dazu, bei hereinbrechender
Krise sich einen Reserveschatz von Banknoten beizeiten anzulegen,
also die Krise zu beschleunigen und zu verschärfen; er treibt
durch diese, im entscheidenden Augenblick wirksam werdende,
künstliche Steigerung der Nachfrage nach Geldakkommodation, d.h.
nach Zahlungsmittel, bei gleichzeitiger Beschränkung der Zufuhr
davon, den Zinsfuß
#571# 34. Kapitel - Das Currency Principle usw.
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in Krisen zu bisher unerhörter Höhe; statt also die Krisen zu be-
seitigen, steigert er sie vielmehr bis auf den Punkt, wo entweder
die ganze industrielle Weit in die Brüche gehn muß oder der Ban-
kakt. Zweimal, am 25. Okt. 1847 und am 12. Nov. 1857, war die
Krisis auf diese Höhe gestiegen; da befreite die Regierung die
Bank von der Beschränkung ihrer Notenausgabe, indem sie den Akt
von 1844 suspendierte, und dies reichte beidemal hin, die Krise
zu brechen. 1847 genügte die Gewißheit, daß nun wieder Banknoten
gegen Sicherheit ersten Rangs zu haben seien, um die aufgeschatz-
ten 4-5 Millionen Noten wieder ans Tageslicht und in die Zirkula-
tion zu bringen; 1857 wurde bis nicht ganz eine Million in Noten
über das gesetzliche Quantum ausgegeben, aber nur für ganz kurze
Zeit.
Zu erwähnen ist auch, daß die Gesetzgebung von 1844 noch die Spu-
ren der Erinnerung an die ersten zwanzig Jahre des Jahrhunderts
aufweist, die Zeit der Einstellung der Barzahlungen der Bank und
der Notenentwertung. Die Furcht, die Banknoten möchten ihren Kre-
dit verlieren, ist noch sehr bemerkbar; eine sehr überflüssige
Furcht, da schon 1825 die Ausgabe eines vorgefundnen alten Vor-
rats außer Kurs gesetzter Einpfundnoten die Krise gebrochen und
damit bewiesen hatte, daß schon damals der Kredit der Noten,
selbst in der Zeit des allgemeinsten und stärksten Mißtrauens,
unerschüttert blieb. Es ist dies auch ganz begreiflich; steht
doch tatsächlich die gesamte Nation mit ihrem Kredit hinter die-
sen Wertzeichen. - F. E.}
Hören wir nun ein paar Zeugnisse über die Wirkung des Bankakts.
J. St. Mill glaubt, daß der Bankakt von 1844 die Überspekulation
niedergehalten habe. Dieser weise Mann sprach glücklicherweise am
12. Juni 1857. Vier Monate später war die Krisis losgebrochen. Er
gratuliert buchstäblich den Bankdirektoren und dem kommerziellen
Publikum im allgemeinen dazu, daß sie
"die Natur einer Handelskrisis weit besser verstehn als früher
und den sehr großen Schaden, den sie sich selbst und dem Publikum
durch Unterstützung der Überspekulation antun". (B.C. 1857, Nr.
2031.)
Der weise Mill meint, wenn 1-Pfund-Noten ausgegeben werden
"als Vorschüsse an Fabrikanten u.a. welche Arbeitslöhne auszah-
len... so können die Noten in die Hände von andren kommen, die
sie zu Konsumtionszwecken ausgeben, und in diesem Fall konstitu-
ieren die Noten in sich selbst eine Nachfrage nach Waren, und
können zeitweilig eine Preiserhöhung zu befördern streben". [Nr.
2066.]
Herr Mill nimmt also an, daß die Fabrikanten höhern Lohn zahlen
werden, weil sie ihn in Papier statt in Gold zahlen? Oder glaubt
er, wenn
#572# V. Abschnitt - Das zinstragende Kapital
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der Fabrikant seinen Vorschuß in 100-Pfund-Noten erhält, diese
auswechselt gegen Gold, so würde dieser Lohn weniger Nachfrage
bilden, als wenn sogleich in 5-Pfund-Noten bezahlt? Und weiß er
nicht, daß z.B. in gewissen Bergwerksbezirken Arbeitslohn gezahlt
wurde in Noten von Lokalbanken, so daß mehrere Arbeiter zusammen
eine 5-Pfund-Note erhielten? Vermehrt dies ihre Nachfrage? Oder
werden die Bankiers den Fabrikanten in kleinen Noten leichter und
mehr Geld vorschießen als in großen?
{Diese sonderbare Angst Mills vor Einpfundnoten wäre unerklär-
lich, zeigte nicht sein ganzes Werk über politische Ökonomie
einen Eklektizismus, der vor keinen widersprächen zurückschreckt.
Einerseits gibt er Tooke in vielen Dingen gegen Overstone recht,
andrerseits glaubt er an die Bestimmung der Warenpreise durch die
Menge des vorhandnen Geldes. Er ist also keineswegs überzeugt,
daß für jede ausgegebne Einpfundnote alle andren Umstände gleich-
gesetzt - ein Sovereign in den Schatz der Bank wandert; er fürch-
tet, die Masse des Zirkulationsmittels könne vermehrt und somit
entwertet werden, d.h. die Warenpreise steigern. Das ist es und
weiter nichts, was sich hinter obiger Bedenklichkeit verbirgt. -
F. E.}
Über die Zweiteilung der Bank und die übermäßige Vorsorge für Si-
cherstellung der Banknoteneinlösung spricht sich Tooke aus vor
dem C.D. 1848/1857:
Die größern Schwankungen des Zinsfußes 1847, verglichen mit 1837
und 1839, seien nur der Trennung der Bank in zwei Departements
geschuldet. (3010.) - Die Sicherheit der Banknoten wurde nicht
affiziert, weder 1825 noch 1837 und 1839. (3015.) - Die Nachfrage
nach Gold 1825 bezweckte nur, den leeren Raum auszufallen, ent-
standen durch die ganzliche Diskreditierung der 1-Pfund-Noten der
Provinzialbanken; dieser leere Raum konnte nur durch Gold ausge-
füllt werden, bis die Bank von England auch 1-Pfund-Noten ausgab.
(3022.) - Im November und Dezember 1825 existierte nicht die ge-
ringste Nachfrage nach Gold für Ausfuhr. (3023.)
"Was eine Diskreditierung der Bank im In- und Auslande betrifft,
wurde eine Suspension der Zahlung von Dividenden und Depositen
von viel schwereren Folgen sein, als eine Suspension der Zahlung
der Banknoten." (3028.)
3035. "Würden Sie nicht sagen, daß jeder Umstand, der in letzter
Instanz die Konvertibihtit der Banknoten gefährdete, in einem Au-
genblick der kommerziellen Klemme neue und ernstliche Schwierig-
keiten erzeugen könnte? - Ganz und gar nicht."
Im Lauf von 1847 würde eine vermehrte Notenausgabe vielleicht
dazu beigetragen haben, den Goldschatz der Bank wieder zu füllen,
wie sie dies 1825 tat". (3058.)
#573# 34. Kapitel - Das Currency Principle usw.
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Vor dem B.A. 1857 Newmarch aus:
1357. "Die erste schlimme Wirkung... dieser Trennung der beiden
Departements" (der Bank) und der daraus notwendig folgenden
Zweiteilung der Goldreserve war die, daß das Bankgeschäft der
B.v.E., also derjenge ganze Zweig ihrer Operationen, der sie in
direktere Verbindung mit dem Handel des ndes bringt, mit nur der
Hälfte des Betrags der frühern Reserve fortgeführt worden ist.
Infolge dieser Spaltung der Reserve ist es gekommen, daß, sobald
die Reserve des Bankdepartements nur im geringsten zusammen-
schmolz, die Bank gezwungen war, ihre Diskontrate zu erhöhen.
Diese verminderte Reserve hat daher eine Reihe stoßweiser Verän-
derungen in der Diskontrate verursacht. - 1358. "Solche Änderun-
gen sind seit 1844" (bis Juni 1857) "einige 60 in der Zahl gewe-
sen, während sie vor 184 in derselben Zeit kaum ein Dutzend be-
trugen."
Von besondrem Interesse ist auch die Aussage von Palmer, seit
1811 Direktor und eine Zeitlang Gouverneur der Bank von England,
vor dem C. D. Ausschuß der Lords (1848/1857):
828. "Im Dezember 1825 hatte die Bank nur noch ungefähr 1 100 000
Pfd.St. Gold übrigbehalten. Damals mußte sie ganz unfehlbar total
falliert haben, wenn dieser Akt" (von 1844) "damals bestanden
hätte. Im Dezember gab sie, glaube ich, 5 oder 6 Millionen Noten
in einer Woche aus, und das erleichterte die damalige Panik be-
deutend."
825. "Die erste Periode" (seit 1. Juli 1825), wo die gegenwärtige
Bankgesetzgebung zusammengebrochen wäre, wenn die Bank versucht
hätte, die einmal in Angriff genommenen Transaktionen zu Ende zu
führen, war am 28. Februar 1837; damals waren 3 900 000 Pfd.St.
bis 4 Millionen Pfd.St. im Besitz der Bank, und sie würde dann
nur noch 650 000 Pfd. St. in Reserve behalten haben. Eine andre
Periode ist 1839 und dauerte vom 9. Juli bis 5. Dezember." - 826.
"Was war der Betrag der Reserve in diesem Fall? Die Reserve be-
stand in einem Defizit von insgesamt 200 000 Pfd.St. (the reserve
was minus altogether 200 000 Pfd.St.) am 5. September. Am 5. No-
vember stieg sie auf ungefähr 1 bis 1 1/2 Mill." - 830. Der Akt
von 1844 würde die Bank verhindert haben, dem amerikanischen Ge-
schäft 1837 beizustehn." - 831. Drei der hauptsichlichsten ameri-
kanischen Häuser fallierten... Fast jedes Haus im amerikanischen
Geschäft war außer Kredit gesetzt, und wäre damals die Bank nicht
zu Hilfe gekommen, so glaube ich nicht, daß mehr als 1 oder 2
Häuser sich hätten halten können." - 836. Die Klemme von 1837 ist
gar nicht zu vergleichen mit der von 1847. Die von 1837 be-
schränkte sich hauptsächlich auf das amerikanische Geschäft." -
838. (Anfangs Juni 1837 wurde in der Bankdirektion die Frage dis-
kutiert, wie der Klemme abzuhelfen sei.) Worauf einige Herren die
Meinung verteidigten,... das richtige Prinzip sei, den Zinsfuß zu
erhöhen, wodurch die Warenpreise fallen wurden; kurz, Geld teuer
imd Waren wohlfeil zu machen, wodurch die Zahlung ans Ausland zu-
stande gebracht de (by which the foreign payment would he accom-
plished)." - 906. "Die Einführung einer künstlichen Beschränkung
der Vollmachten der Bank durch den Akt von
#574# V. Abschnitt - Das zinstragende Kapital
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1844 statt der alten und natürlichen Schranke ihrer Vollmacht,
des wirklichen Betrags ihres MetalIvorrats, erzeugt künstliche
Geschäftserschwerung und damit eine Wirkung auf die Warenpreise,
die ganz unnötig war ohne diesen Akt." - 968. Unter der Wirkung
des Akts von 1844 kann man den Metallvorrat der Bank, unter ge-
wöhnlichen Umständen, nicht wesentlich unter 9 1/2 Mill. reduzie-
ren. Dies würde einen Druck auf Preise und Kredit verursachen,
der einen solchen Umschwung in den auswärtigen Wechselkursen her-
beiführen müßte, daß die Goldeinfuhr stiege und damit den Betrag
des Goldes im Ausgabe-Departement vermehrte." - 996. "Unter der
jetzigen Beschränkung haben Sie" {die Bank} nicht das Kommando
über Silber, das erforderlich ist zu Zeiten, wo man Silber
braucht, um auf den auswärtigen Kurs zu wirken." - 999. "Was war
der Zweck der Vorschrift, die den Silbervorrat der Bank auf 1/5
ihres Metallvorrats beschränkt? - Die Frage kann ich nicht beant-
worten."
Der Zweck war, Geld teuer zu machen; ganz wie, abgesehn von der
Currency-Theorie, die Trennung der beiden Bankdepartements und
der Zwang für die schottischen und irischen Banken, für Notenaus-
gabe über einen gewissen Satz hinaus Gold in Reserve zu halten.
Es entstand so eine Dezentralisation des nationalen Metallschat-
zes, der ihn weniger fähig machte, ungünstige Wechselkurse zu
korrigieren. Auf Steigerung des Zinsfußes laufen alle diese Be-
stimmungen hinaus: daß die B.v.E. nicht Noten ausgeben darf über
14 Mill. außer gegen Goldreserve, daß das Bankdepartement als ge-
wöhnliche Bank verwaltet werden soll, den Zinsfuß herabdrückend
in Zeiten des Geldüberflusses, ihn herauftreibend in Zeiten der
Klemme; die Beschränkung des Silbervorrats, des hauptsächlichen
Mittels, die Wechselkurse mit dem Kontinent und Asien zu rektifi-
zieren; die Vorschriften wegen der schottischen und irischen Ban-
ken, die nie Gold für Export brauchen und es jetzt halten müssen
unter dem Vorwand einer, tatsächlich rein illusorischen, Konver-
tibilität ihrer Noten. Die Tatsache ist, daß der Akt von 1844 zum
erstenmal einen Ansturm nach Gold auf die schottischen Banken
1857 produzierte. Die neue Bankgesetzgebung macht ebenfalls kei-
nen Unterschied zwischen Goldabfluß ins Ausland und dem fürs In-
land, obgleich deren Wirkungen selbstredend durchaus verschieden.
Daher die beständigen heftigen Schwankungen in der Marktrate des
Zinses. Mit Bezug auf Silber sagt Palmer zweimal, 992 und 994,
daß die Bank nur Silber gegen Noten kaufen kann, wenn der Wech-
selkurs günstig für England, das Silber also überflüssig ist;
denn:
1003. "Der einzige Zweck, weshalb ein beträchtlicher Teil des Me-
tallschatzes in Silber gehalten werden kann, ist der, ausländi-
sche Zahlungen zu erleichtern, während
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1*) 1. Auflage: Geld; geändert nach dem Manuskript von Marx
#575# 34. Kapitel - Das Currency Principle usw.
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der Zeit, wo die Wechselkurse gegen England sind." - 1004. Silber
ist eine Ware, die, weil sie Geld ist in der ganzen übrigen Welt,
deshalb die passendste Ware... für diesen Zweck ist" {Zahlung ans
Ausland}. Nur die Vereinigten Staaten haben in der letzten Zeit
ausschließlich Gold genommen."
Nach seiner Ansicht brauchte die Bank in Zeiten der Klemme, so-
lange keine ungünstigen Wechselkurse das Gold ins Ausland ziehn,
den Zinsfuß nicht über den alten Stand von 5% zu erhöhen. Wäre
nicht der Akt von 1844, so würde sie dabei ohne Schwierigkeit
alle Wechsel ersten Ranges (first class bills), die ihr präsen-
tiert würden, diskontieren können. (1018 bis 1020.) Aber mit dem
Akt von 1844 und in der Lage, in der die Bank im Oktober 1847
war,
"gab es keinen Zinsfuß, den die Bank kreditfähigen Häusern abver-
langen konnte, den sie nicht bereitwillig gezahlt hätten, um ihre
Zahlungen fortzuführen". [1022.]
Und dieser hohe Zinsfuß war grade der Zweck des Akts.
1029. "Ich muß einen großen Unterschied machen zwischen der Wir-
kung des Zinsfußes auf ausländische Nachfrage" {für Edelmetall}
und einer Zinserhöhung zum Zweck der Hemmung eines Andrangs auf
die Bank während einer Periode inländischen Kreditmangels." -
1023. "Vor dem Akt von 1844, wenn die Kurse zugunsten Englands
waren und Beunruhigung, ja positive Panik im Lande herrschte, war
keine Grenze gesetzt auf die Notenausgabe, durch die allein die-
ser Zustand der Klemme erleichtert werden konnte."
So spricht ein Mann sich aus, der 39 Jahre lang in der Direktion
der Bank von England gesessen. Hören wir nun einen Privatbankier,
Twells, seit 1801 Associé von Spooner, Attwoods & Co. Er ist der
einzige unter sämtlichen Zeugen vor dem B.C. 1857, der einen
Blick in den wirklichen Zustand des Landes tun läßt und die Kri-
sis herannahen sieht. Im übrigen ist er eine Art von Birminghamer
Little-Shilling-Mann {75}, wie denn seine Associes, die Brüder
Attwood, die Stifter dieser Schule sind (s. Zur Kritik der Pol.
Oek.", S. 59 1*)). Er sagt aus:
4488. "Wie glauben Sie, daß der Akt von 1844 gewirkt hat? -
Sollte ich Ihnen als Bankier antworten, so würde ich sagen, daß
er ganz ausgezeichnet gewirkt hat, denn er hat den Bankiers und
{Geld-} Kapitalisten aller Art eine reiche Ernte geliefert. Aber
er hat sehr schlecht gewirkt für den ehrlichen fleißigen Ge-
schäftsmann, der Stetigkeit in der Diskontorate bedarf, so daß er
seine Arrangements mit Zuversicht machen kann... er hat das Geld-
verleihen zu einem höchst profitlichen Ceschäft gemacht." - 4489.
"Er" {der Bankakt} "befähigt die Londoner Aktienbanken, den Ak-
tionären 20 bis 22% zu zahlen? - Eine zahlte neulich 18%, und ich
glaube, eine andre 20%; sie haben
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1*) Siehe Band 13 unserer Ausgabe, S. 64/65
#576# V. Abschnitt - Das zinstragende Kapital
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allen Crund, sehr entschieden für den Akt einzutreten." - 4490.
"Kleine Geschäftsleute und respektable Kaufleute, die kein großes
Kapital haben... er kneift sie sehr... Das einzige Mittel, das
ich habe, um dies zu erfahren, ist,daß ich eine so erstaunliche
Masse ihrer Akzepte sehe, die nicht bezahlt werden. Diese Akzepte
sind immer klein, etwa von 20-100 Pfd.St., viele von ihnen werden
nicht bezahlt und gehn zurück mit Mangelzahlung nach allen Teilen
des Landes, und dies ist immer ein Zeichen der Gedrücktheit un-
ter... den Kleinhändlern."
4494 erklärt er, das Geschäft sei jetzt nicht profitabel. Seine
folgenden Bemerkungen sind wichtig, weil er das latente Dasein
der Krise sah, als noch keiner der übrigen es ahnte.
4494. "Die Preise in Mincing Lane [67] halten sich noch ziemlich,
aber es wird nichts verkauft, man kann zu keinem Preise verkau-
fen; man hält sich auf dem nominellen Preis."
4495. Er erzählt einen Fall. - Ein Franzose schickt einem Makler
in Mincing Lane Waren für 3000 Pfd.St. zum Verkauf für einen ge-
wissen Preis. Der Makler kann den Preis nicht machen, der Fran-
zose kann unter dem Preise nicht verkaufen. Die Ware bleibt lie-
gen, aber der Franzose braucht Geld. Der Makler schießt ihm also
1000 Pfd.St. vor, derart, daß der Franzose auf Sicherheit der Wa-
ren einen Wechsel für 1000 Pfd.St. für 3 Monate auf den Makler
zieht. Nach 3 Monaten verfällt der Wechsel, aber die Waren sind
noch immer unverkäuflich. Der Makler muß dann den Wechsel zahlen,
und obgleich er Deckung für 3000 Pfd.St. hat, kann er sie nicht
flüssigmachen und gerät in Schwierigkeiten. So zieht einer den
andern mit herunter.
4496 "Was die starken Ausfuhren betrifft... wenn das Geschäft im
Innern gedrückt ist, so ruft dies mit Notwendigkeit auch eine
starke Ausfuhr hervor." - 4497. "Glauben Sie, daß die inländische
Konsumtion abgenommen hat? - Sehr bedeutend... ganz ungeheuer...
die Kleinhändler sind hier die beste Autorität." - 4498. "Und
doch sind die Einfuhren sehr groß; zeigt das nicht eine starke
Konsumtion an? - Jawohl, wenn Sie verkaufen können; aber viele
Warenlager sind voll von diesen Sachen; in dem Beispiel, das ich
soeben erzählt habe, sind für 3000 Pfd.St. Waren importiert wor-
den, die unverkäuflich sind."
4514. "Wenn Geld teuer ist, würden Sie sagen, daß dann Kapital
wohlfeil ist? Jawohl."
Der Mann ist also keineswegs der Meinung Overstones, daß hoher
Zinsfuß dasselbe sei wie teures Kapital.
Wie das Geschäft jetzt betrieben wird:
4516 "... Andre gehn sehr bedeutend ins Geschirr, machen ein rie-
siges Geschäft in Ausfuhren und Einfuhren, weit über das Maß hin-
aus, wozu ihr Kapital sie berechtigt; daran kann nicht der ge-
ringste Zweifel sein. Das kann diesen Leuten glücken;
#577# 34. Kapitel - Das Currency Principle usw.
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sie können durch irgendwelchen Glücksfall große Vermögen machen
und alles abzahlen. Das ist in großem Maß das System, auf dem
heutzutage ein bedeutender Teil des Geschäfts geführt wird. Sol-
che Uute verlieren willig 20, 30 und 40% auf eine Verschiffung;
das nächste Geschäft kann es ihnen zurückbringen. Schlägt ihnen
eins nach dem andern fehl, dann sind sie kaputt; und das ist ge-
rade der Fall, den wir in der letzten Zeit oft gesehn haben; Ge-
schäftshäuser haben fafliert, ohne daß für einen Schilling
Akiva übrigblieben."
4791. "Der niedrigere Zinsfuß" {während der letzten 10 Jahre}
wirkt allerdings gegen die Bankiers, aber ohne Ihnen die Ge-
schäftsbücher vorzulegen, würde ich Ihnen nur sehr schwer erklä-
ren können, um wieviel höher der Profit" (sein eigner) "jetzt ist
gegen früher. Wenn der Zinsfuß niedrig ist, infolge übermäßiger
Notenausgabe, haben wir bedeutende Depositen; wenn der Zinsfuß
hoch ist, so bringt uns das direkten Gewinn." - 4794. "Wenn Geld
zu mäßigem Zinsfuß zu haben ist, haben wir mehr Nachfrage dafür;
wir leihen mehr aus; es wirkt" {für uns, die Bankiers} "auf die-
sem Wege. Wenn er steigt, so bekommen wir mehr dafür als billig
ist; wir bekommen mehr, als wir haben sollten."
Wir haben gesehn, wie der Kredit der Noten der Bank von England
bei allen Sachverständigen als unerschütterlich gilt. Trotzdem
legt der Bankakt 9-10 Millionen in Gold zu ihrer Einlösbarkeit
absolut fest. Die Heiligkeit und Unantastbarkeit des Schatzes
wird damit ganz anders durchgeführt als bei den alten Schatzbild-
nern. W.Brown (Liverpool) sagt aus, C.D. 1847/1857, 2311:
"In Beziehung auf den Nutzen, den dies Geld" (der Metallschatz im
Ausgabe-Departement) damals brachte, so hätte man es ebensogut in
die See werfen können; man konnte ja nicht das geringste davon
verwenden, ohne den Parlamentsakt zu brechen."
Der Bauunternehmer E. Capps, derselbe, der schon früher angeführt
und dessen Aussage auch die Schilderung des modernen Londoner
Bausystems (Buch II, Kap. XII) entlehnt ist, faßt seine Ansicht
über den Bankakt von 1844 zusammen wie folgt (B. A. 1857):
5508. "Sie sind also im allgemeinen der Ansicht, daß das gegen-
wärtige System" (der Bankgesetzgebung) "eine recht geschickte
Einrichtung ist, um die Profite der Industrie periodisch in den
Geldsack des Wucherers zu bringen? - Das ist meine Ansicht. Ich
weiß, daß es im Baugeschäft so gewirkt hat."
Wie schon erwähnt, wurden die schottischen Banken durch den Ban-
kakt von 1845 in ein System gezwängt, das sich dem englischen an-
näherte. Es wurde ihnen die Verpflichtung auferlegt, für ihre No-
tenausgabe über einen für jede Bank festgesetzten Betrag hinaus
Gold in Reserve zu halten. Welche Wirkung dies gehabt, darüber
hier einige Zeugnisse vor dem B. C. 1857.
#578# V. Abschnitt - Das zinstragende Kapital
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Kennedy, Dirigent einer schottischen Bank:
3375. "Gab es irgend etwas in Schottland, das man eine Goldzirku-
lation nennen könnte, vor Einführung des Akts von 1845? - Nichts
derart." - 3376. "Ist seitdem eine zusätzliche Zirkulation von
Gold eingetreten? - Nicht im geringsten; die Lute wollen kein
Gold haben (the people dislike gold)." - 3450. Die ungefähr
900 000 Pfd.St. in Gold, die die schottischen Banken halten müs-
sen seit 1845, sind nach seiner Ansicht nur schädlich und absor-
bieren unprofitfich einen gleichen Teil des Kapitals von Schott-
land."
Ferner Anderson, Dirigent der Union Bank of Scotland:
3558. "Die einzige starke Nachfrage für Gold, die bei der Bank
von England von seiten der schottischen Banken stattfand, fand
statt wegen der auswen Wechselkurse? - Dem ist so; und diese
Nachfrage wird nicht vermindert dadurch, daß wir Gold in Edin-
burgh halten." - 3590. "Solange wir denselben Betrag von Wertpa-
pieren in der Bank von England" (oder bei den Privatbanken in
England) "liegen haben, haben wir dieselbe Macht wie vorher,
einen Goldabfluß bei der B.v.E. herbeizuführen."
Endlich noch ein Artikel des "Economist" (Wilson):
"ie schottischen Banken halten unbeschiftigte Barbeträge bei ih-
ren Londoner Agenten; diese halten sie bei der Bank von England.
Dies gibt den schottischen Banken, innerhalb der Grenzen dieser
Beträge, Kommando über den Metalischatz in der Bank, und hier ist
er immer auf der Stelle, wo er gebraucht wird, wenn auswärtige
Zahlungen zu machen sind."
Dies System wurde gestört durch den Akt von 1845:
"Infolge des Akts von 1845 für Schottland hat in der letzten Zeit
ein starker Abfluß von Goldmünze aus der Bank v. E. stattgefun-
den, um einer bloß möglichen Nachfrage in Schottland zu begegnen,
die vielleicht nie eintreten würde... Seit dieser Zeit findet
sich eine bedeutende Summe regelmäßig festgelegt in Schottland,
und eine andre beträchtiiche Summe ist beständig auf der Reise
hin und her zwischen London und Schottland. Tritt eine Zeit ein,
wo ein schottischer Bankier vermehrte Nachfrage nach seinen Noten
erwartet, so wird eine Kiste mit Gold von London hinüberge-
schickt; ist diese Zeit vorbei, so geht dieselbe Kiste, meist
ohne je geöffnet worden zu sein, nach London zurück."
("Economist", 23. Okt. 1847.)
{Und was sagt der Vater des Bankakts, Bankier Samuel Jones Loyd,
alias Lord Overstone, zu alledem?
Er hat bereits 1848 vor dem C. D. Ausschuß der Lords wiederholt,
daß
"Geldklemme und hoher Zinsfuß, verursacht durch Mangel an hinrei-
chendem Kapital, nicht erleichtert werden kann durch vermehrte
Ausgabe von Banknoten", (1514)
#579# 34. Kapitel - Das Currency Principle usw.
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obwohl die bloße Erlaubnis der vermehrten Notenausgabe durch den
Regierungsbrief vom 25. Okt. 1847 hingereicht hatte, der Krise
die Spitze abzubrechen.
Er bleibt dabei, daß
"die hohe Rate des Zinsfußes und die gedruckte Lage der Fabrikin-
dustrie die notwendige Folge war der Verminderung des materiellen
Kapitals, das für industrielle und kommerzielle Zwecke verwendbar
war". (1604.)
Und doch bestand die gedruckte Lage der Fabrikindustrie seit Mo-
naten darin, daß das materielle Warenkapital im Überfluß die
Speicher füllte und gradezu unverkäuflich war und daß ebendeshalb
das materielle produktive Kapital ganz oder halb brachlag, um
nicht noch mehr unverkäufliches Warenkapital zu produzieren. Und
vor dem Bankausschuß 1857 sagt er:
"Durch strenge und prompte Einhaltung der Grundsätze des Akts von
1844 ist alles mit Regelmäßigkeit und Leichtigkeit verlaufen, das
Geldsystem ist sicher und unerschüttert, die Prosperität des ndes
ist unbestritten, das öffentliche Vertrauen in den Akt von 184
gewinnt täglich an Stärke. Wünscht der Ausschuß noch weitere
praktische Belege für die Gesundheit der Prinzipien, auf denen
dieser Akt beruht, und der wohltätigen Folgen, die er sicherge-
stellt hat, so ist die wahre und hinreichende Antwort diese:
Schauen Sie um sich; betrachten Sie die gegenwärtige Lage des Ge-
schäfts unsres Landes, betrachten Sie die Zufriedenheit des
Volks; betrachten Sie den Reichtum und die Prosperität aller
Klassen der Gesellschaft; und dann, nachdem dies geschehn, wird
der Ausschuß imstande sein, zu entscheiden, ob er die Fortdauer
eines Akts verhindern will, unter dem solche Erfolge erreicht
worden sind." (B.C. 1857, Nr. 4189.)
Auf diesen Dithyrambus, den Overstone dem Ausschuß am 14. Juli
vorsang, antwortete die Gegenstrophe am 12. November desselben
Jahrs, der Brief an die Bankdirektion, worin die Regierung das
wundertätige Gesetz von 1844 suspendierte, um zu retten, was noch
zu retten war. - F. E.}
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