Quelle: MEW 25 Das Kapital - Dritter Band
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#589# 35. Kapitel - Edelmetall und Wechselkurs
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II. Der Wechselkurs
{Der Barometer für die internationale Bewegung der Geldmetalle
ist bekanntlich der Wechselkurs. Hat England mehr Zahlungen zu
machen an Deutschland als Deutschland an England, so steigt in
London der Preis von Mark, in Sterling ausgedruckt, und in Ham-
burg und Berlin fällt der Preis von Sterling, ausgedruckt in
Mark. Gleicht sich dies Übergewicht der Zahlungsverpflichtungen
Englands an Deutschland nicht wieder aus, z.B. durch
#590# V. Abschnitt - Das zinstragende Kapital
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überwiegende Einkäufe Deutschlands in England, so muß der Ster-
ling, Preis für MarkwechseT auf Deutschland bis zu dem Punkt
steigen, wo es sich lohnt, statt Wechseln Metall - Goldgeld oder
Barren - aus England in Zahlung nach Deutschland zu schicken.
Dies ist der typische Verlauf.
Nimmt dieser Export von Edelmetall stärkeren Umfang und längere
Dauer an, so wird die englische Bankreserve angegriffen, und der
englische Geldmarkt, voran die B. von E., muß Schutzmaßregeln er-
greifen. Diese bestehn wesentlich, wie wir schon gesehn, in Her-
aufsetzung des Zinsfußes. Bei bedeutendem Goldabfluß ist der
Geldmarkt regelmäßig schwierig, d.h. die Nachfrage nach Leihkapi-
tal in Geldform überwiegt bedeutend das Angebot, und der höhere
Zinsfuß ergibt sich hieraus ganz von selbst; die von der B. von
E. dekretierte Diskontorate entspricht der Sachlage und setzt Es
kommen aber auch Fälle vor, wo der Metallabfluß aus andern als
den gewöhnlichen Geschäftskombinationen entspringt (z.B. durch
Anleihen fremder Staaten, Kapitalanlage im Ausland usw.), wo der
Londoner Geldmarkt als solcher eine wirksame Zinsratenerhöhung
keineswegs rechtfertigt; die B. von E. hat dann durch starke An-
leihen in "offnen Markt" erst "Geld rar zu machen", wie der Aus-
druck lautet, um so künstlich die Lage zu schaffen, die eine Zin-
serhöhung rechtfertigt oder nötig macht; ein Manöver, das ihr von
Jahr zu Jahr schwerer wird. - F. E.}
Wie nun diese Heraufsetzung der Zinsrate auf die Wechselkurse
wirkt, zeigen folgende Aussagen vor dem Unterhausausschuß über
Bankgesetzgebung 1857 (zitiert als B. A. oder B. C., 1857).
John Stuart Mill:
2176. "Wenn das Geschäft schwierig geworden ist... tritt ein be-
trächtlicher Fall im Preis der Wertpapiere ein... Ausländer las-
sen hier in England Eisenbahnaktien kaufen, oder englische Eigner
auswärtiger Eisenbahnaktien verkaufen sie im Ausland... um so
viel wird die Übertragung von Gold beseitigt." - 2182. "Eine
große und reiche Klasse von Bankiers und Händlern in Wertpapie-
ren, durch weiche die Ausgleichung des Zinsfußes und die Ausglei-
chung des kommerziellen Barometerstandes (Pressure) zwichen den
verschiednen Ländern gewöhnlich bewirkt wird... ist immer auf der
Ausschau, um Wertpapiere zu kaufen, die eine Preissteigerung ver-
sprechen... der richtige Ort für sie, zum Einkauf, wird das Land
sein, das Gold ins Ausland schickt." 2183. "Diese Kapitalanlagen
fanden 1847 in bedeutendem Maßstab statt, hinreichend, den Gold-
abfluß zu vermindern."
J. G. Hubbard, Ex-Gouverneur und seit 1838 in der Direktion der
B. of E.:
2545. "Es gibt große Mengen europäischer Wertpapiere... die eine
europäische Zirkulation haben in allen den verschiednen Geldmärk-
ten, und diese Papiere, sobald
#591# 35. Kapitel - Edelmetall und Wechselkurs
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sie in einem markt um 1 oder 2% fallen, werden sofort aufgekauft
zur Übersendung nach den Märkten, wo ihr Wert sich noch gehalten
hat." - 2565. "Stehn nicht auswärtige Länder in bedeutender
Schuld gegenüber den Kaufleuten in England? -... Sehr bedeutend."
- 2566. "Die Einkassierung dieser Schulden könnte also allein
hinreichen, eine sehr große Akkumulation von Kapital in England
zu erklären? - Im Jahre 1847 wurde unsre Position schließlich da-
durch wiederhergestellt, daß wir einen Strich machten durch
soundso viel Millionen, die Amerika und Rußland früher an England
schuldeten."
{England schuldete eben denselben Ländern gleichzeitig soundso
viel Millionen" für Korn und verfehlte nicht, auch hierdurch
großenteils "einen Strich zu machen" vermittelst Bankerotts der
englischen Schuldner. Siehe den Bericht über die Bankakte von
1857, oben Kap. 30, S. 31 1*).}
2572. "1847 stand der Kurs zwischen England und Petersburg sehr
hoch. Als der Regierungsbrief erlassen wurde, der die Bank be-
vollmächtigte, Banknoten auszugeben, ohne sich an die vorge-
schriebne Grenze von 14 Mill." (über die Goldreserve hinaus) zu
binden, war die Bedingung, daß der Diskonto auf 8% gehalten wer-
den müsse. In jenem Augenblick, und bei jener Diskontorate, war
es ein profitliches Geschäft, Gold von Petersburg nach London
verschiffen zu lassen und es bei seiner Ankunft zu 8% auszuleihen
bis zum Verfall der Dreimonatswechsel, die gegen verkaufte Gold
gezogen waren." - 2573. "In allen Goldoperationen sind viele
Punkte in Erwägung zu ziehn; es kommt auf den Wechselkurs an und
auf den Zinsfuß, zu dem man das Geld anlegen kann bis zum Verfall
des" (dagegen gezognen) "Wechsels."
Wechselkurs mit Asien
Die folgenden Punkte sind wichtig, einerseits weil sie zeigen,
wie England, wenn sein Wechselkurs mit Asien ungünstig ist, sich
bei andern Ländern erholen muß, deren Import aus Asien durch eng-
lische Vermittlung bezahlt wird. Zweitens aber, weil Herr Wilson
hier wieder den törichten Versuch macht, die Wirkung einer Aus-
fuhr von Edelmetall auf die Wechselkurse zu identifizieren mit
der Wirkung eines Exports von Kapital überhaupt auf diese Kurse;
beides im Fall, wo es sich handelt um Export, nicht als Zahlungs-
oder Kaufmittel, sondern für Kapitalanlage. Zunächst ist es
selbstverständlich, daß, ob soundso viel Millionen Pfd.St. in
Edelmetall oder in Eisenschienen nach Indien geschickt werden, um
sie dort in Eisenbahnen anzulegen, dies beides nur verschiedne
Form ist, denselben Kapitalbelauf von einem Land auf ein andres
zu übertragen; und zwar eine Übertragung, die nicht in die Rech-
nung der gewöhnlichen merkantilen Geschäfte ein-
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1*) Siehe vorl. Band, S. 510
#592# V. Abschnitt - Das zinstragende Kapital
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geht, und wofür das exportierende Land keinen andern Rückfluß er-
wartet als spätre jährliche Revenue aus den Einkünften dieser Ei-
senbahnen. Geschieht dieser Export in Form von Edelmetall, so
wird er, weil Edelmetall, und als solches unmittelbar leihbares
Geldkapital und Basis des ganzen Geldsystems, nicht notwendig un-
ter allen Umständen, aber unter früher entwickelten, direkt auf
den Geldmarkt, und damit auf den Zinsfuß, des dies Edelmetall ex-
portierenden Landes wirken. Er wirkt auch eben, direkt auf den
Wechselkurs. Es wird nämlich nur deshalb Edelmetall versandt,
weil und soweit die Wechsel, z.B. auf Indien, die im Londoner
Geldmarkt angeboten werden, nicht hinreichen, um diese Extrari-
messen zu machen. Es findet also eine das Angebot übersteigende
Nachfrage für Wechsel auf Indien statt, und so wendet sich der
Kurs momentan gegen England, nicht weil es an Indien verschuldet
ist, sondern weil es außerordentliche Summen nach Indien zu
schicken hat. Auf die Dauer muß eine solche Versendung von Edel-
metall nach Indien dahin wirken, die indische Nachfrage nach eng-
lischen Waren zu vermehren, weil sie indirekt die Konsumtionsfä-
higkeit Indiens für europäische Waren steigert. Wird dagegen das
Kapital in der Form von Schienen usw. verschickt, so kann es gar
keinen Einfluß auf den Wechselkurs haben, da Indien keine Rück-
zahlung dafür zu machen hat. Ebendeshalb braucht es auch keinen
Einfluß auf den Geldmarkt zu haben. Einen solchen Einfluß sucht
Wilson dadurch herauszubringen, daß solche Extraauslage eine Ex-
tranachfrage nach Geldakkommodation hervorbringe und so auf den
Zinsfuß wirken werde. Dies kann der Fall sein; aber zu behaupten,
daß es unter allen Umständen stattfinden müsse, ist total ver-
kehrt. Wo immer die Schienen hingeschickt und festgelegt werden,
ob auf englischem Boden oder indischem, sie stellen nichts vor,
als eine bestimmte Ausdehnung englischer Produktion in einer be-
stimmten Sphäre. Zu behaupten, daß eine Ausdehnung der Produk-
tion, selbst innerhalb sehr weiter Grenzen, nicht stattfinden
könne ohne Herauftreibung des Zinsfußes, ist Torheit. Die Geldak-
kommodation mag wachsen, d.h. die Summe der Geschäfte, worin Kre-
ditoperationen eingehn; aber diese Operationen können zunehmen
bei gleichbleibendem gegebnem Zinsfuß. Dies war wirklich der Fall
während der Eisenbahnmanie in England in den 40er Jahren. Der
Zinsfuß stieg nicht. Und es ist augenscheinlich, daß, soweit
wirkliches Kapital, d.h. hier Waren, in Betracht kommt, die Wir-
kung auf den Geldmarkt ganz dieselbe ist, ob diese Waren fürs
Ausland bestimmt sind oder für innern Verbrauch. Es könnte nur
dann einen Unterschied machen, wenn Englands Kapitalanlagen im
Ausland beschränkend auf seinen kommerziellen Export wirkten -
den Export, der bezahlt werden muß,
#593# 35. Kapitel - Edelmetall und Wechselkurs
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also einen Rückfluß bringt - oder soweit diese Kapitalanlagen
überhaupt schon von Überanspannung des Kredits und beginnender
schon Schwindeloperationen wären.
Im folgenden fragt Wilson und antwortet Newmarch.
1786. Sie sagten früher, mit Bezug auf die Silbernachfrage für
Ostasien, daß nach Ihrer Ansicht die Wechselkurse mit Indien zu-
gunsten Englands seien, trotz der fortwährend nach Ostasien ge-
sandten bedeutenden Metallschätze, haben Sie Gründe hierfür? -
Allerdings... Ich finde, daß der wirkliche Wert der Ausfuhren des
Vereinigten Königreichs nach Indien 1851 sich auf 7 420 000
Pfd.St. belief; hierzu ist zu addieren der Betrag der Wechsel des
India House, d.h. der Fonds, die die Ostindische Kompanie von In-
dien zieht zur Bestreitung ihrer eignen Ausgaben. Diese Tratten
betrugen in jenem Jahr 3 200 000 Pfd.St.; so daß die Gesamtaus-
fuhr des Vereinigten Königreichs nach Indien 10 620 000 Pfd.St.
betrug. 1855... war der wirkliche Wert des Warenexports gestiegen
auf 10 350 000 Pfd.St.; die Tratten des India House waren
3 700 000 Pfd.St.; die Totalausfuhr also 14 050 000 Pfd.St. Für
1851, glaube ich, haben wir kein Mittel, den wirklichen Wert der
Wareneinfuhr von Indien nach England festzustellen; wohl aber für
1854 und 1855. 1855 war der gesamte wirkliche Wert der Warenein-
fuhr von Indien nach England 12 670 000 Pfd.St., und diese Summe,
verglichen mit den 14 050 000 Pfd.St., läßt eine Bilanz zugunsten
Englands im direkten Handel zwischen beiden Ländern von 1 380 000
Pfd.St."
Hierauf bemerkt Wilson, daß die Wechselkurse auch durch den indi-
rekten Handel berührt werden. So werden z.B. die Ausfuhren von
Indien nach Australien und Nordamerika durch Tratten auf London
gedeckt und wirken daher auf den Wechselkurs ganz so, als ob die
Waren direkt von Indien nach England gingen. Ferner, wenn Indien
und China zusammengenommen werden, so sei die Bilanz gegen Eng-
land, da China fortwährend bedeutende Zahlungen für Opium an In-
dien und England Zahlungen an China zu machen hat und die Beträge
auf diesem Umweg nach Indien gehn. (1787, 1788.) 1791 fragt nun
Wilson, ob der Effekt auf die Wechselkurse nicht derselbe sein
werde, einerlei ob das Kapital in Form von Eisenschienen und Lo-
komotiven, oder in Form von Metallgeld hinausginge". Hierauf ant-
wortet Newmarch ganz richtig: die 12 Mill. Pfd.St., die in den
letzten Jahren für Eisenbahnbau nach Indien gesandt, hätten ge-
dient zum Ankauf einer Jahresrente, die Indien in regelmäßigen
Terminen an England zu zahlen habe.
"Soweit unmittelbare Wirkung auf den Edelmetallmarkt in Betracht
kommt, kann die Anlage der 12 Mill. Pfd.St. eine solche nur aus-
üben, soweit Metall hinausgesandt werden mußte für wirkliche in
Geld."
#594# V. Abschnitt - Das zinstragende Kapital
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1797. (Weguelin fragt:) "Wenn kein Rückfluß erfolgt für dies Ei-
sen" (die Schienen), .wie kann man sagen, daß es auf den Wechsel-
kurs wirkt? - Ich glaube nicht, daß der Teil der Auslage, der in
Form von Waren hinausgeschickt wird, den Stand des Wechselkurses
affiziert... der Stand des Kurses zwischen zwei Ländern wird, man
kann sagen ausschließlich, affiziert durch die Quantität der Ob-
ligationen oder Wechsel, die in dem einen Land angeboten werden,
verglichen mit der Quantität, die im andern Land da gegen angebo-
ten wird; das ist die rationelle Theorie des Wechselkurses. Was
die Übersendung der 12 Millionen betrifft, so sind diese 12 Mil-
lionen zunächst hier gezeichnet worden; wäre nun das Geschäft
derart, daß diese gesamten 12 Mill. in Kalkutta, Bombay und Ma-
dras in Hartgeld niedergelegt werden.... so wurde diese plötzli-
che Nachfrage gewaltsam auf den Silberpreis und den Wechselkurs
wirken, gradesogut als wenn die Ostindische Kompanie morgen an-
kündigte, daß sie ihre Tratten von 3 auf 12 Mill. erhöhe. Aber
die Hälfte dieser 12 Mill. wird ausgelegt... im Ankauf von Waren
in England... Eisenschlenen und Holz und andre Stoffe... es ist
eine Auslage von englischem Kapital in England selbst, für eine
gewisse Warensorte, die nach Indien geschickt wird, und damit hat
die Sache ein Ende." - 1798. (Weguelin:) "Aber die Produktion
dieser für die Eisenbahnen nötigen Waren von Eisen und Holz pro-
duziert eine starke Konsumtion auswärtiger Waren, und diese
könnte doch den Wechselkurs afgeren? - Sicherlich."
Wilson meint nun, das Eisen repräsentiere zum großen Teil Arbeit,
und der für diese Arbeit gezahlte Lohn repräsentiere großenteils
importierte Waren (1799), und fragt dann weiter:
1801. "Aber ganz allgemein gesprochen: wenn man die Waren, die
produziert worden sind vermittelst der Konsumtion dieser impor-
tierten Waren, derart hinausschickt, daß wir keine Retour dafür
erhalten, sei es in Produkten oder sonstwie; würde dies nicht die
Wirkung haben, die Kurse ungünstig für uns zu machen? - Dieses
Prinzip ist genau, was stattfand in England während der Zeit der
großen Eisenbahnanlagen" (1845). Drei oder vier oder fünf Jahre
hintereinander haben Sie auf Eisenbahnen 30 Mill. Pfd.St. ausge-
legt und fast das ganze in Arbeitslohn. Sie haben während drei
Jahren im Bau von Eisenbahnen, Lokomotiven, Wagen und Bahnhöfen
eine stärkre Volkszahl unterhalten als in allen Fabrikdistrikten
zusammen. Diese Leute... legten ihren Lohn aus im Ankauf von Tee,
Zucker, Spirituosen und andren auswärtigen Waren; diese Waren
mußten importiert werden; aber es steht fest, daß während der
Zeit, wo diese groi3e Auslage vor sich ging, die Wechselkurse
zwischen England und andren Ländern nicht wesentlich gestört wur-
den. Es fand kein Abfluß von Edelmetall statt, im Gegenteil, eher
ein Zufluß."
1802. Wilson besteht darauf, daß bei ausgeglichener Handelsbilanz
und Parikurs zwischen England und Indien die Extrasendung des Ei-
sens und der Lokomotiven den Wechselkurs mit Indien affizieren
müsse". Newmarch kann dies nicht einsehn, solange die Schienen
als Kapitalanlage
#595# 35. Kapitel - Edelmetall und Wechselkurs
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hinausgeschickt werden und Indien sie nicht in dieser oder jener
Form zu bezahlen hat; er fügt hinzu:
"Ich stimme mit dem Prinzip überein, daß kein Land auf die Dauer
einen ungünstigen Wechselkurs haben kann mit allen Ländern, womit
es handelt; ein ungünstiger Wechselkurs mit einem Land produziert
notwendig einen günstigen mit einem andern."
Hierauf wirft ihm Wilson die Trivialität ein:
1803. "Würde aber nicht eine Kapitalübertragung dieselbe sein, ob
das Kapital in dieser oder jener Form geschickt wird? - Soweit
die Schuldverpflichtung in Betracht kommt, jawohl." - 1804. Ob
Sie also Edelmetall herausschicken oder Waren, die Wirkung des
Eisenbahnbaus in Indien auf den Kapitalmarkt hier würde also die-
selbe sein und wurde den Wert des Kapitals ebenso erhöhen, als ob
das Ganze in Edelmetall hinausgesandt wäre?"
Wenn die Eisenpreise nicht stiegen, so war das jedenfalls ein Be-
weis, daß der "Wert" des in Schienen steckenden "Kapitals" nicht
vermehrt war. Worum es sich handelt, ist der Wert des Geldkapi-
tals, der Zinsfuß. Wilson möchte Geldkapital und Kapital über-
haupt identifizieren. Die einfache Tatsache ist zunächst die, daß
in England 12 Mill. für indische Eisenbahnen gezeichnet waren.
Dies ist eine Sache, die direkt nichts mit den Wechselkursen zu
tun hat, und die Bestimmung der 12 Mill. ist für den Geldmarkt
ebenfalls gleichgültig. Ist der Geldmarkt in günstiger Lage, so
braucht dies überhaupt keine Wirkung zu produzieren, wie die eng-
lischen Eisenbahnzeichnungen 1844 und 1845 den Geldmarkt eben-
falls unberührt ließen. Ist der Geldmarkt schon einigermaßen
schwierig, so könnte der Zinsfuß allerdings dadurch betroffen
werden, aber doch nur in der Richtung der Steigerung, und dies
müßte ja nach Wilsons Theorie günstig auf die Kurse für England
wirken, d.h. die Tendenz zur Ausfuhr von Edelmetall hemmen; wenn
nicht nach Indien, so doch woandershin. Herr Wilson springt von
einem zum andern. In Frage 1802 sollten die Wechselkurse affi-
ziert werden; in Nr. 1804 der Wert des Kapitals zwei sehr ver-
schiedne Dinge. Der Zinsfuß mag auf die Wechselkurse, und die
Kurse mögen auf den Zinsfuß wirken, aber bei wechselnden Kursen
kann der Zinsfuß, und bei wechselndem Zinsfuß können die Kurse
konstant sein. Es will Wilson nicht in den Kopf, daß bei der Ka-
pitalversendung ins Ausland, die bloße Form, in der es versandt
wird, einen solchen Unterschied in der Wirkung macht, d.h. daß
die Formverschiedenheit des Kapitals diese Wichtigkeit hat, und
nun gar erst seine Geldform, was der ökonomischen Aufklärung gar
sehr widerspricht. Newmarch antwortet dem Wilson sofern einsei-
tig, als er ihn gar nicht aufmerksam macht, daß er so plötzlich
und ohne Grund vom Wechselkurs
#596# V. Abschnitt - Das zinstragende Kapital
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auf den Zinsfuß übergesprungen ist. Newrnarch antwortet auf jene
Frage 1804 unsicher und schwankend:
"Kein Zweifel, wenn 12 Mill. aufgebracht werden sollen, so ist es
unwesentlich, soweit der allgemeine Zinsfuß in Betracht kommt, ob
diese 12 Mill. in Edelmetall oder in Materialien herausgeschickt
werden sollen. Ich glaube jedoch" (schöner Übergang dies jedoch,
um nun das direkte Gegenteil zu sagen), "dies ist nicht ganz un-
wesentlich" (es ist unwesentlich, aber jedoch ist es nicht unwe-
sentlich), "weil in dem einen Fall die 6 Mill. Pfd.St. sofort zu-
rückfließen würden; in dem andern Fall würden sie nicht so rasch
zurückfließen. Deshalb würde es einigen" (welche Bestimmtheit!)
"Unterschied machen, ob die 6 Mill. hier im Lande ausgelegt wer-
den oder ob sie ganz herausgeschickt werden."
Was soll das heißen, daß die 6 Mill. sofort zuirückfließen wür-
den? Soweit die 6 Mill. Pfd.St. in England verausgabt sind, exi-
stieren sie in Schienen, Lokomotiven etc., die nach Indien ge-
schickt werden, von wo sie nicht zurückkehren, und ihr Wert erst
durch Amortisation, also sehr langsam, während die 6 Mill. Edel-
metall vielleicht sehr rasch in natura retournieren. Soweit die 6
Mill. in Arbeitslohn verausgabt sind, sind sie aufgegessen; aber
das Geld, worin sie vorgeschossen waren, zirkuliert nach wie vor
im Lande oder bildet Reserve. Dasselbe gilt von den Profiten der
Schienenproduzenten und dem Teil der 6 Mill., der ihr konstantes
Kapital ersetzt. Die zweideutige Phrase vom Rückfluß wird also
von Newmarch nur gebraucht, um nicht direkt zu sagen: Das Geld
ist im Lande geblieben, und soweit es als leihbares Geldkapital
fungiert, ist der Unterschied für den Geldmarkt (abgesehn davon,
daß etwa die Zirkulation mehr Hartgeld verschluckt haben könnte)
nur der, daß es für Rechnung von A statt von B verausgabt wird.
Anlage dieser Art, wo das Kapital in Waren, nicht in Edelmetall
in fremde Länder übertragen wird, kann nur auf die Wechselkurse
wirken (und zwar nicht mit dem Land, worin angelegt wird), soweit
die Produktion dieser exportierten Waren Extraimport andrer aus-
wärtiger Waren erheischt. Diese Produktion ist dann nicht be-
stimmt, diesen Extraimport zu liquidieren. Dasselbe findet aber
bei jedem Export auf Kredit statt, einerlei, ob als Kapitalanlage
oder für gewöhnliche Handelszwecke. Außerdem kann dieser Extraim-
port auch rückwirkend Extranachfrage nach englischen Waren z.B.
auf seiten der Kolonien oder der Vereinigten Staaten hervorrufen.
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Vorher [1786] sagte Newmarch, infolge der Tratten der Ostindi-
schen Kompanie seien die Ausfuhren von England nach Indien größer
als die Einfuhren. Sir Charles Wood nimmt ihn über diesen Punkt
ins Kreuzverhör.
#597# 35. Kapitel - Edelmetall und Wechselkurs
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Dieser Überschuß englischer Ausfuhr nach, über die Einfuhr von,
Indien wird tatsächlich zustande gebracht durch eine Einfuhr von
Indien, wofür England kein Äquivalent zahlt: die Tratten der Ost-
indischen Kompanie (jetzt der ostindischen Regierung) lösen sich
auf in einen Tribut, der von Indien erhoben wird. Z.B. 1855: die
Einfuhr von Indien nach England von 12 670 000 Pfd.St; die engli-
schen Ausfuhren nach Indien 10 350 000 Pfd. St. Bilanz zugunsten
Indiens 2 250 000 Pfd.St.
"Wenn hiermit die Sachlage erschöpft wäre, so würden diese
2 250 000 Pfd.St. in irgendeiner Form nach Indien zu remittieren
sein. Aber dann kommen die Aufforderungen vom India House. Das
India House annonciert, daß es in der Lage ist, Tratten auf die
verschiednen Präsidentschaften in Indien auszugeben zum Betrage
von 3 250 000 Pfd.St." (Dieser Betrag wurde erhoben für die Lon-
doner Unkosten der Ostindien Kompanie und für die an die Aktio-
näre zu zahlenden Dividenden.) "Und dies liquidiert nicht nur die
Bilanz von 2 250 000 Pfd.St.. die im Handelsweg entstand, sondern
ergibt noch eine Million Überschuß." (1917.)
1922. (Wood:) "Dann ist also die Wirkung dieser Tratten des India
House, nicht die Ausfuhren nach Indien zu vermehren, sondern sie
pro tanto zu vermindern?"
(Soll heißen, die Notwendigkeit zu vermindern, die Einfuhr von
Indien durch Ausfuhr ebendorthin zu diesem Betrag zu decken.)
Dies erklärt Herr Newmarch dadurch, daß die Engländer für diese
3 700 000 Pfd. St. "gute Regierung" nach Indien importieren.
(1925.) Richtig und ironisch sagt Wood, der als Minister für In-
dien die von den Engländern importierte Sorte guter "Regierung"
sehr gut kannte, 1926:
"Dann ist die Ausfuhr, die, wie Sie sagen, durch die India-House-
Tratten verursacht wird, eine Ausfuhr von guter Regierung und
nicht von Waren."
Da England viel exportiert "in dieser Weise" für "gute Regierung"
und für Kapitalanlagen in auswärtigen Ländern - also Einfuhren
erhält, die ganz unabhängig sind vom gewöhnlichen Gang des Ge-
schäfts, Tribute, teils für exportierte "gute Regierung", teils
als Revenue von in den Kolonien und anderswo angelegtem Kapital,
Tribute, wofür es kein Äquivalent zu zahlen hat -, so ist klar,
daß die Wechselkurse nicht affiziert werden, wenn England diese
Tribute einfach aufißt, ohne Gegenexport; es ist also auch klar,
daß die Kurse nicht affiziert werden, wenn es diese Tribute wie-
der anlegt, nicht in England, sondern produktiv oder unproduktiv
im Ausland; wenn es z.B. Munition dafür nach der Krim schickt.
Zudem, soweit die Einfuhren vom Ausland in die Revenue von Eng-
land eingehn - bezahlt müssen sie natürlich sein, entweder als
Tribut, wo kein Äquivalent nötig, oder durch Austausch gegen
diese nicht bezahlten Tribute oder im gewöhnlichen Gang des Han-
dels -, kann England sie entweder konsumieren oder
#598# V. Abschnitt - Das zinstragende Kapital
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sie als Kapital wieder neu anlegen. Weder das eine noch das andre
berührt die Wechselkurse, und dies übersieht der weise Wilson. Ob
einheimisches oder fremdes Produkt einen Teil der Revenue bildet,
wo der letztere Fall nur Austausch heimischer Produkte gegen aus-
wärtige voraussetzt, - der Konsum dieser Revenue, produktiv oder
unproduktiv, ändert nichts an den Wechselkursen, wenn auch an der
Stufenleiter der Produktion. Danach ist das Folgende zu beurtei-
len.
1934. Wood fragt ihn, wie die Sendung von Kriegsvorräten nach der
Krim den Wechselkurs mit der Türkei affizieren würde. Newmarch
antwortet:
"Ich sehe nicht ein, wie die bloße Versendung von Kriegsvorräten
den Wechselkurs notwendig affizieren werde, aber die Versendung
von Edelmetall wurde den Kurs sicherlich affizieren."
Hier unterscheidet er also Kapital in Geldform von andrem Kapi-
tal. Aber nun fragt Wilson:
"1935. "Wenn Sie einen Export veranstalten in großer Ausdehnung
von irgendeinem Artikel, wofür kein korrespondierender Import
stattfindet",
(Herr Wilson vergißt, daß in Beziehung auf England sehr bedeuten-
der Import stattfindet, wofür nie ein entsprechender Export
stattgefunden hat, ausgenommen in der Form von "guter Regierung"
oder von früher exportiertem Anlagekapital; jedenfalls kein Im-
port, der in die regelmäßige Handelsbewegung eingeht. Aber dieser
Import wird wieder ausgetauscht z.B. mit amerikanischem Produkt,
und daß amerikanisches Produkt exportiert wird ohne entsprechen-
den Import, ändert nichts an der Sache, daß der Wert dieses Im-
ports konsumiert werden kann ohne einen äquivalenten Abfluß nach
außen; es ist empfangen worden ohne Gegenexport, und es kann da-
her auch verbraucht werden, ohne in die Handelsbilanz einzugehn)
"so bezahlen Sie nicht die auswärtige Schuld, die Sie durch ihre
Einfuhr kontrahiert haben."
(Aber wenn Ihr diesen Import schon vorher bezahlt habt, z.B.
durch den im Ausland gegebnen Kredit, so wird keine Schuld da-
durch kontrahiert, und die Frage hat gar nichts zu tun mit der
internationalen Bilanz; sie löst sich auf in produktive oder un-
produktive Ausgabe, einerlei ob die so verbrauchten Produkte in-
ländisches oder ausländisches Produkt sind.)
"Und deshalb müssen Sie durch diese Transaktion die Wechselkurse
affizieren, indem die ausländische Schuld nicht bezahlt wird,
weil Ihr Export keinen korrespondierenden Import hat. - Das ist
richtig von Ländern im allgemeinen."
Der Vortrag des Wilson kommt darauf hinaus, daß jeder Export ohne
entsprechenden Import zugleich ein Import ohne entsprechenden Ex-
port
#599# 35. Kapitel - Ed--Imetall und Wechselkurs
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ist; weil in die Produktion des exportieren Artikels fremde, also
importierte Waren eingehn. Die Unterstellung ist, daß jeder sol-
cher Export begründet ist auf einen nicht bezahlten Import oder
ihn erzeugt -, also Schuld ans Ausland. Dies ist falsch, selbst
abgesehn von den zwei Umständen, daß England 1. Gratisimporte
hat, wofür es kein Äquivalent zahlt; z.B. einen Teil seiner indi-
schen Importe. Es kann diese austauschen gegen amerikanjsche Im-
porte, und letztre exportieren ohne Gegenimport; jedenfalls, was
den Wert betrifft, hat es nur exportiert, was ihm nichts gekostet
hat. Und 2. es mag Importe bezahlt haben, z.B. amerikanische, die
zuschüssiges Kapital bilden; wenn es diese unproduktiv, z.B. in
Kriegsmunitionkonsumiert, so bildet dies keine Schuld gegen Ame-
rika und affiziert nicht den Wechselkurs mit Amerika. Newmarch
widerspricht sich 1934 und 193 und wird hierauf aufmerksam ge-
macht durch Wood, 1938:
"Wenn kein Teil der Waren, angewandt in der Anfertigung der Arti-
kel, die wir ausführen, ohne daß Rückfluß erfolgt"
(Kriegsausgabe), herkommt von dem Lande, wohin diese Artikel ge-
schickt werden, wie berührt dies den Wechselkurs mit diesem
Lande? Angenommen, der Handel mit der Türkei sei im gewöhnlichen
Zustand des Gleichgewichts; wie wird der Wechselkurs zwischen
Englance und der Türkei affiziert durch die Ausfuhr von Kriegs-
vorräten nach der Krim?"
Hier verliert Newmarch seinen Gleichmut; er vergißt, daß er die-
selbe einfache Frage unter Nr. 1934 bereits richtig beantwortet
hat, und sagt:
"Wir haben, scheint mir, die praktische Frage erschöpft und kom-
men jetzt in eine sehr erhabne Region metaphysischer Diskussion."
"Wilson hat noch eine andre Fassung seiner Behauptung, daß der
Wechselkurs affiziert werde durch jede Kapitalübertragung von ei-
nem Land auf ein andres, gleichviel ob diese stattfinde in Form
von Edelmetall oder von Waren. Wilson weiß natürlich, daß der
Wechselkurs affiziert wird durch den Zinsfuß, speziell durch das
Verhältnis der in den beiden Ländern, deren gegenseitiger Wech-
selkurs in Frage ist, geltenden Zinsraten. Kann er nun nachwei-
sen, daß Überschuß an Kapital überhaupt, also zunächst an Waren
aller Art, mit Einschluß von Edelmetall, eine mitbestimmende Wir-
kung auf den Zinsfuß ausübt, so kommt er seinem Ziel schon einen
Schritt näher; Übertragung eines bedeutenden Teils dieses Kapi-
tals auf ein andres Land muß dann in beiden Ländern den Zinsfuß
ändern, und zwar in entgegengesetzter Pichtung und damit in zwei-
ter Instanz auch den Wechselkurs zwischen beiden Ländern. - F.
E.}
#600# V. Abschnitt - Das zinstragende Kapital
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Er sagt nun in dem, damals von ihm redigierten "Economist" 1847,
p. 574:
"Es ist klar, daß ein solcher Überschuß von Kapital, angezeigt
durch große Vorräte aller Art, Edelmetall eingeschlossen, notwen-
dig führen muß nicht allein zu niedrigen Preisen der Waren über-
haupt, sondern zu einem niedrigeren Zinsfuß für den Gebrauch von
Kapital (1). Wenn wir einen Vorrat von Waren zur Hand haben, hin-
reichend, dem Land für zwei kommende Jahre zu dienen, so wird
Kommando über diese Waren für eine gegebne Periode zu viel nied-
rigerer Rate erhalten, als wenn der Vorrat kaum für zwei Monate
ausreicht (2). Alle Anleihen von Geld, in welcher Form immer ge-
macht, sind nur Übertragung des Kommandos über Waren von dem
einen auf den andern. Sind Waren daher überflüssig vorhanden, so
muß der Geldzins niedrig, sind sie selten, so muß er hoch sein
(3). Wenn die Waren reichlicher zufließen, wird die Zahl der Ver-
käufer im Vergleich mit der Zahl der Käufer zunehmen, und im Maß,
wie die Quantität die Bedürfnisse er unmittelbaren Konsumtion
übersteigt, muß ein stets größerer Teil für spätern Gebrauch auf-
bewahrt werden. Unter diesen Umständen wird ein Warenbesitzer zu
niedrigeren Bedingungen auf künftige Zahlung oder auf Kredit ver-
kaufen, als wenn er sicher wäre, daß sein ganzer Vorrat in weni-
gen Wochen zum Verkauf käme" (4).
Zu dem Satz ad (1) ist zu bemerken, daß ein starker Z u f l u ß
von Edelmetall stattfinden kann gleichzeitig mit einer Einschrän-
kung der Produktion, wie dies stets der Fall ist in der Zeit nach
einer Krise. In der folgenden Phase mag Edelmetall zufließen von
Ländern, die vorwiegend Edelmetall produzieren; die Einfuhr der
andern Waren wird in dieser Periode gewöhnlich durch die Ausfuhr
ausgeglichen. In diesen beiden Phasen ist der Zinsfuß niedrig und
nur langsam steigend; warum, haben wir gesehn. Dieser niedrige
Zinsfuß ließ sich überall erklären ohne irgendwelche Einwirkung
irgendwelchen "großen Vorräte aller Art". Und wie soll diese Ein-
wirkung stattfinden? Der niedrige Preis von Baumwolle z.B. ermög-
licht hohe Profite der Spinner usw. Warum ist nun der Zinsfuß
niedrig? Sicher nicht, weil der Profit, der mit geliehenem Kapi-
tal gemacht werden kann, hoch ist. Sondern einzig und allein,
weil unter den bestehenden Umständen die Nachfrage nach Leihkapi-
tal nicht wächst im Verhältnis zu diesem Profit; also das Leihka-
pital andre Bewegung hat als das industrielle Kapital. Was der
"Economist" beweisen will, ist gerade das Umgekehrte.- daß seine
Bewegung identisch sei mit der Bewegung des industriellen Kapi-
tals.
Der Satz ad (2), wenn wir die absurde Voraussetzung eines Vorrats
für zwei Jahre im voraus bis zur Ermöglichung eines Sinns herab-
mindern, unterstellt eine Überführung des Warenmarkts. Dies würde
ein Sinken der Preise verursachen. Es wäre weniger zu zahlen für
einen Ballen Baumwolle. Daraus folgt keineswegs, daß das Geld, um
einen Ballen Baumwolle zu kaufen, wohlfeiler aufzunehmen wäre.
Dies hängt ab vom Stand des Geld-
#601# 35. Kapitel - Edelmetall und Wechselkurs
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markts. Wenn es wohlfeiler aufzunehmen ist, dann nur, weil der
kommerzielle Kredit in solcher Lage ist, daß er den Bankkredit
weniger in Anspruch zu nehmen genötigt ist als gewöhnlich. Die
den Markt über führenden Waren sind Lebensmittel oder Produkti-
onsmittel. Der niedrige Preis bei der erhöht den Profit des indu-
striellen Kapitalisten. Warum soll er den Zins erniedrigen, außer
durch den Gegensatz, statt der Identität, zwischen Reichlichkeit
von industriellem Kapital und Nachfrage nach Geldakkommodation?
Die Umstände liegen so, daß der Kaufmann und der Industrielle
einander leichter Kredit geben können; wegen dieser Erleichterung
des kommerziellen Kredits braucht der Industrielle wie der Kauf-
mann weniger Bankkredit, daher kann der Zinsfuß niedrig sein.
Dieser niedrige Zinsfuß hat nichts zu tun mit dem Zufluß von
Edelmetall, obgleich beide nebeneinander gehn können, und diesel-
ben Ursachen, die die niedrigen Preise der Einfuhrartikel, auch
den Überschuß des zugeführten Edelmetalls produzieren mögen. Wäre
der Importmarkt wirklich überführt, so bewiese dies Abnahme der
Nachfrage für Importwaren, die bei niedrigen Preisen unerklärlich
wäre, außer als Folge von Einschränkung der heimischen industri-
ellen Produktion; dies aber wäre wieder unerklärlich bei über-
großen Einfuhren zu niedrigen Preisen. Lauter Absurditäten, um zu
beweisen, daß Fallen der Preise = Fallen des Zinses. Beides mag
gleichzeitig nebeneinander bestehn. Dann aber als Ausdruck des
Gegensatzes der Richtungen, worin die Bewegung von industriellem
Kapital und die Bewegung von leihbarem Geldkapital erfolgt, nicht
als Ausdruck ihrer Identität.
Warum, ad (3), der Geldzins niedrig sein soll, wenn Waren im
Überfluß vorhanden, ist auch nach dieser weiteren Ausführung
nicht abzusehn. Sind Waren wohlfeil, so brauche ich, um ein be-
stimmtes Quantum zu kaufen, sage 1000 Pfd.St. statt früher 2000.
Vielleicht aber lege ich auch jetzt 2000 Pfd.St. an und kaufe da-
für das Doppelte der Waren gegen früher und erweitre mein Ge-
schäft durch Vorschuß desselben Kapitals, das ich vielleicht auf-
nehmen muß. Ich kaufe jetzt wie früher für 2000 Pfd.St. Meine
Nachfrage auf dem Geldmarkt bleibt also dieselbe, wenn auch meine
Nachfrage auf dem Warenmarkt mit dem Sinken der Warenpreise
steigt. Fällt aber diese letztre, d.h. erweitert sich die Produk-
tion nicht mit dem Sinken der Warenpreise, was allen Gesetzen des
"Economist" widersprechen würde, so nähme die Nachfrage nach
leihbarem Geldkapital ab, obgleich der Profit zunähme; dieser zu-
nehmende Profit würde aber Nachfrage nach Leibkapital schaffen.
Übrigens mag die Niedrigkeit der Warenpreise aus drei Ursachen
herrühren. Erstens aus Mangel an Nachfrage. Dann ist der Zinsfuß
niedrig, weil die Produktion gelähmt, nicht weil die Waren wohl-
feil, da diese
#602# V. Abschnitt - Das zinstragende Kapital
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Wohlfellheit bloß Ausdruck jener Lähmung. Oder weil die Zufuhr
übergroß im Verhältnis zur Nachfrage. Dies mag der Fall sein in-
folge von Überführung der Märkte etc., die zur Krise führt, und
mag in der Krise selbst zusammenfallen mit hohem Zinsfuß; oder es
mag der Fall sein, weil der Wert der Waren gesunken, also die-
selbe Nachfrage zu niedrigerem Preis befriedigt werden kann.
Warum soll im letzten Fall der Zinsfuß sinken? Weil der Profit
wächst? Wenn, weil weniger Geldkapital nötig, um dasselbe produk-
tive oder Warenkapital zu erhalten, so bewiese dies nur, daß Pro-
fit und Zins in umgekehrtem Verhältnis zueinander stehn. Jeden-
falls ist der allgemeine Satz des Economist falsch. Niedrige
Geldpreise der Waren und niedriger Zinsfuß gehören nicht notwen-
dig zusammen. Sonst müßte in den ärmsten Ländern, wo die Geld-
preise der Produkte am niedrigsten, auch der Zinsfuß am niedrig-
sten, und in den reichsten Ländern, wo die Geldpreise der Agri-
kulturprodukte am höchsten, auch der Zinsfuß am höchsten stehn.
Im allgemeinen gibt der "Economist" zu: fällt der Wert des
Geldes, so übt das keinen Einfluß auf den Zinsfuß. 100 Pfd.St.
bringt nach wie vor 105 Pfd. St.; sind die 100 weniger wert, so
auch die 5 Zins. Das Verhältnis wird nicht affiziert durch Wert-
steigerung oder Entwertung der Originalsumme. Als Wert betrach-
tet, ist ein bestimmtes Warenquantum gleich einer gewissen Geld-
summe. Steigt sein Wert, so ist er gleich einer größern Geld-
summe; umgekehrt, wenn er fällt. Ist er = 2000, so 5% = 100; ist
er 1000, so 5% = 50. Dies ändert aber nichts am Zinssatz. Das Ra-
tionale an der Sache ist nur, daß mehr Geldakkommodation
erheischt, wenn 2000 Pfd.St. nötig, um dasselbe Quantum Waren zu
verkaufen, als wenn nur 1000 Pfd.St. nötig. Aber dies zeigt hier
nur umgekehrtes Verhältnis zwischen Profit und Zins. Denn der
Profit wächst mit der Wohlfeilheit der Elemente des konstanten
und variablen Kapitals, und der Zins fällt. Aber das Umgekehrte
kann auch der Fall sein und ist häufig der Fall. Baumwolle z.B.
kann wohlfeil sein, weil keine Nachfrage für Garn und Gewebe be-
steht, sie kann relativ teuer sein, weil großer Profit in der
Baumwollindustrie große Nachfrage für sie erzeugt. Andrerseits
kann der Profit der Industriellen hoch sein, grade weil der Preis
von Baumwolle niedrig ist. Die Liste von Hubbard beweist, daß der
Zinsfuß und die Warenpreise durchaus voneinander unabhängige Be-
wegungen vollführen; während die Bewegungen des Zinsfußes sich
genau den Bewegungen des Metallschatzes und der Wechselkurse an-
passen.
"Sind Waren daher im Überfluß vorhanden, so muß der Geldzins
niedrig sein",
sagt der "Economist". Grade das Umgekehrte findet statt in den
Krisen; die Waren sind überschüssig, inkonvertibel in Geld, und
daher der Zinsfuß
#603# 35. Kapitel - Edelmetall und Wechselkurs
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hoch; in einer andren Phase des Zyklus herrscht große Nachfrage
nach waren, daher leichte Rückflüsse, aber zugleich Steigen der
Warenpreise, und wegen der leichten Rückflüsse niedriger Zinsfuß.
Sind sie" (die Waren) "selten, so muß er hoch sein." Wieder fin-
det das Umgekehrte statt in Zeiten der Abspannung nach der Krise.
Waren sind selten, absolut gesprochen, nicht mit Rücksicht auf
die Nachfrage; und der Zinsfuß ist niedrig.
Daß, ad (4), bei überführtem Markt ein Warenbesitzer wohlfeiler
losschlagen wird - wenn er überhaupt verkaufen kann - als bei
voraussichtlich rascher Erschöpfung der vorhandnen Vorräte, ist
ziemlich klar. Weniger aber, weshalb deswegen der Zinsfuß fallen
soll. Ist der Markt mit der importierten Ware überführt, so mag
der Zinsfuß steigen infolge gesteigerter Nachfrage nach Leihkapi-
tal von seiten der Eigner, um die Waren nicht auf den Markt wer-
fen zu müssen. Er mag fallen, weil die Flüssigkeit des kommer-
ziellen Kredits die Nachfrage für Bankkredit noch relativ niedrig
hält.
Der "Economist" erwähnt die rasche Wirkung auf die Kurse 1847 in-
folge der Erhöhung des Zinsfußes und andern Drucks auf den Geld-
markt. Aber es ist nicht zu vergessen, daß trotz der Wendung der
Kurse das Gold fortfuhr abzufliegen bis Ende April; die Wendung
tritt hier erst ein mit Anfang Mai.
Am 1. Januar 1847 war der Metallschatz der Bank 15 066 691
Pfd.St.; Zinsfuß 3 1/2 %; Dreimonatskurs auf Paris 25.75; auf
Hamburg 13.10; auf Amsterdam 12.3 1/4. Am 5. März war der Metall-
schatz gefallen auf 11 595 535 Pfd. St.; Diskonto gestiegen auf
4%; der Wechselkurs fiel auf Paris 25.67 1/2, Hamburg 13.9 1/4,
Amsterdam 12.2 1/2. Goldabfluß dauert fort; s. folgende Tabelle:
Datum Edelmetallschatz Höchste Dreimonatskurse
1847 der Bank Geldmarkt
von England
Pfd.St. Paris Hamburg Amsterdam
März 20. 11231630 Bankdiskont 4% 25.67 1/2 13.09 3/4 12.2 1/2
April 3. 10246410 " 5% 25.80 13.10 12.3 1/2
" 10. 9867053 Geld sehr rar 25.90 13.10 1/3 12.4 1/2
" 17. 9329841 Bankdiskont 26.02 1/2 13.10 3/4 12.5 1/2
1*) 5 1/2%
" 24. 9213890 Druck 26.05 13.12 2*) 12.6
Mai 1. 9337716 Steigender 26.15 13.12 3/4 12.6 1/2
Druck
" 8. 9588759 Größter Druck 26.27 1/2 13.15 1/2 12.7 3/4
-----
1*) 1. Auflage: 9 329 941 - 2*) 1. Auflage: 13.13
#604# V. Abschnitt - Das zinstragende Kapital
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Im Jahr 1847 betrug der Gesamtexport von Edelmetall aus England
8 602 597 Pfd.St.
Davon ging nach den Vereinigten Staaten 3 226 411 Pfd.St.
" " " Frankreich 2 479 892 "
" " " " Hansestädten 958 781 "
" " " Holland 247 743 "
Trotz der Wendung der Kurse Ende März dauert der Goldabfluß noch
einen vollen Monat fort, wahrscheinlich nach den Vereinigten
Staaten.
"Wir sehn hier", (sagt der "Economist", 1847, p. 954) wie schnell
und schlagend die Wirkung eines gesteigerten Zinsfußes und der
darauffolgenden Geldklemme war in der Korrektion eines ungünsti-
gen Kurses und in der Wendung der Goldflut, so daß sie wieder
nach England floß. Die Wirkung wurde hervorgebracht ganz unabhän-
gig von der Zahlungsbilanz. Ein höherer Zinsfuß erzeugte einen
niedrigem Preis der Wertpapiere, englischer wie auswärtiger, und
veranlaßte große Einkäufe davon für ausländische Rechnung. Dies
vermehrte die Summe der von England aus gezogenen Wechsel, wäh-
rend andrerseits bei hohem Zinsfuß die Schwierigkeit, Geld zu er-
halten, groß war, daß die Nachfrage nach diesen Wechsel fiel,
während ihre Summe stieg. Es geschah aus derselben Ursache, daß
Aufträge für fremde Waren annulliert und englische Kapitalanlagen
in auswärtigen Wertpapieren realisiert und das Geld nach England
zur Anlage gebracht wurde. So lesen wir z.B. im 'Rio de Janeiro
Price Current' vom 10. Mai: 'Der Wechselkurs' (auf England) 'hat
einen neuen Rückgang erfahren, verursacht hauptsächlich durch
einen Druck auf den Markt für Rimessen gegen den Erlös bedeuten-
der Verkäufe von' {brasilischen} 'Staatsfonds für englische Rech-
nung.' Englisches Kapital, das im Ausland in verschiednen Wertpa-
pieren angelegt worden, als der Zinsfuß hier sehr niedrig, wurde
so zurückgebracht, als der Zinsfuß gestiegen war."
Handelsbilanz von England
Indien allein hat an 5 Mill. Tribut zu zahlen, für "gute Regie-
rung", Zinsen und Dividenden von britischem Kapital etc, wobei
gar nicht berechnet sind die Summen, die jährlich heimgesandt
werden, teils von Beamten als Ersparnisse aus ihrem Gehalt, teils
durch englische Kaufleute als Teil ihrer Profite, um in England
angelegt zu werden. Von jeder britischen Kolonie sind aus densel-
ben Gründen fortwährend große Rimessen zu machen. Die meisten
Banken in Australien, Westindien, Kanada sind mit britischem Ka-
pital gegründet, die Dividenden sind in England zu zahlen. Ebenso
besitzt England viel auswärtige Staatspapiere, europäische, nord
und südamerikanische, wovon es die Zinsen zu empfangen hat. Dazu
kommt dann noch seine Beteiligung bei ausländischen Eisenbahnen,
Kanälen,
#605# 35. Kapitel - Edelmetall und Wechselkurs
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Bergwerken etc., mit den entsprechenden Dividenden. Die Rimessen
gegen alle diese Posten werden fast ausschließlich in Produkten
gemacht, über den Betrag der englischen Ausfuhr hinaus. Was
andrerseits von England ins Ausland geht an Besitzer englischer
Wertpapiere und an Verzehr für Engländer im Ausland, ist dagegen
verschwindend.
Die Frage, soweit sie die Handelsbilanz und die Wechselkurse be-
trifft, ist
"in jedem gegebnen Moment eine Frage der Zeit. In der Regel...
gibt England lange Kredite auf seine Ausfuhr, während die Einfuh-
ren bar bezahlt werden. In gewissen Momenten hat dieser Unter-
schied der Usance eine bedeutende Wirkung auf die Kurse. Zu einer
Zeit, wo unsre Ausfuhren sehr beträchtlich zunehmen, wie 1850,
muß eine fortwährende Ausdehnung der Anlage von britischem Kapi-
tal im Gang sein... so können die Rimessen von 1850 gegen Waren
gemacht werden, die 1849 exportiert wurden. Aber wenn 1850 die
Ausfuhren die von 1849 um 6 Mill. übersteigen, so muß die prakti-
sche Wirkung sein, daß mehr Geld außer Landes gesandt ist, zu
diesem Betrag, als im selben Jahr zurückgeflossen; und in dieser
Weise wird eine Wirkung hervorgebracht auf die Kurse und den
Zinsfuß. Sobald dagegen unser Geschäft in einer Krise deprimiert
und unsre Ausfuhr sehr eingeschränkt ist, so übersteigen die für
die graßren Exporte früherer Jahre verfallenden Rimessen sehr be-
deutend den Wert unsrer Einfuhr; die Kurse drehn sich dementspre-
chend zu unsern Cunsten, das Kapital akkumuliert rasch im Inland,
und der Zinsfuß fällt." ("Economist", 11. Januar 1851.)
Der auswärtige Wechselkurs kann sich ändern
1. infolge der augenblicklichen Zahlungsbilanz, durch welche Ur-
sachen immer diese bestimmt sei: durch rein merkantilische, durch
Kapitalanlage im Ausland oder aber durch Staatsausgaben, bei
Kriegen usw., soweit Barzahlungen im Ausland dabei gemacht wer-
den.
2. Infolge von Entwertung des Geldes in einem Land, sei dies nun
Metall- oder Papiergeld. Dies ist rein nominell. Wenn 1 Pfd.St.
nur noch halb soviel Geld repräsentierte wie früher, wurde es
selbstredendzu 12 1/2 Fr. statt zu 25 Fr. berechnet.
3. Wo es sich um den Kurs zwischen Ländern handelt, von denen das
eine Silber, das andre Gold als "Geld" verwendet, ist der Wech-
selkurs abhängig von den relativen Wertschwankungen dieser beiden
Metalle, da diese Schwankungen offenbar das Pari zwischen beiden
alterieren. Ein Beispiel vom letztren waren die Kurse 1850; sie
waren gegen England, obgleich sein Export enorm stieg; aber den-
noch fand kein Goldabfluß statt. Es war Wirkung des momentanen
Steigens des Silberwerts gegen den Goldwert. (Siehe "Economist",
30. November 1850.) Das Pari des Wechselkurses ist für 1 Pfund
Sterling: auf Paris 25 Fr. 20 cent.; Hamburg 13 Mark Banko 10 1/2
Sch.; Amsterdam 11 fl. 97 cents.
#606# V. Abschnitt - Das zinstragende Kapital
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Im Verhältnis wie der Wechselkurs auf Paris über 25.20 steigt,
wird er günstiger für den englischen Schuldner an Frankreich oder
den Käufer französischer Waren. In beiden Fällen braucht er weni-
ger Pfund Sterling, um seinen Zweck zu erreichen. - In entlegne-
ren Ländern, wo Edelmetall nicht leicht zu erlangen, wenn Wechsel
selten und ungenügend sind, für die nach England zu machenden Ri-
messen, ist. die natürliche Wirkung Herauftreibung der Preise
derjenigen Produkte, die gewöhnlich nach England verschifft wer-
den, indem für diese nun größre Nachfrage entsteht, um sie an-
statt Wechsel nach England zu senden; dies ist oft der Fall in
Indien.
Ein ungünstiger Wechselkurs und selbst ein Goldabfluß kann statt-
finden, wenn in England sehr großer Überfluß an Geld, niedriger
Zinsfuß und hoher Preis der Wertpapiere herrscht.
Im Laufe von 1848 erhielt England große Quantitäten Silber von
Indien, da gute Wechsel selten waren und mittelmäßige ungern ge-
nommen wurden, infolge der Krisis von 1847 und der großen Kredit-
losigkeit im indischen Geschäft. Dies ganze Silber, kaum angekom-
men, fand bald den Weg nach dem Kontinent, wo die Revolution
Schatzbildung an allen Ecken herbeiführte. Dasselbe Silber machte
1850 großenteils die Reise nach Indien zurück, da der Stand des
Wechselkurses dies nun profitlich machte.
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Das Monetarsystem ist wesentlich katholisch, das Kreditsystem we-
sentlich protestantisch. "The Scotch hate gold." 1*) Als Papier
hat das Gelddasein der Waren ein nur gesellschaftliches Dasein.
Es ist der Glaube, der selig macht. Der Glaube in den Geldwert
als immanenten Geist der Waren, der Glaube in die Produktions-
weise und ihre prädestinierte Ordnung, der Glaube in die einzel-
nen Agenten der Produktion als bloße Personifikationen des sich
selbst verwertenden Kapitals. So wenig aber der Protestantismus
von den Grundlagen des Katholizismus sich emanzipiert, so wenig
das Kreditsystem von der Basis des Monetarsystems.
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1*) "Die Schotten hassen Gold."
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