Quelle: MEW 25 Das Kapital - Dritter Band
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EINUNDVIERZIGSTES KAPITEL
Die Differentialrente II - Erster Fall:
Konstanter Produktionspreis
Diese Voraussetzung schließt ein, daß der Marktpreis nach wie vor
durch das auf dem schlechtesten Boden A angelegte Kapital regu-
liert wird.
I. Wenn das auf irgendeiner der Rente tragenden Bodenatten B, C,
D angelegte zuschüssige Kapital nur soviel Produziert wie das-
selbe Kapital auf Boden A, d.h. wenn es zum regulierenden Produk-
tionspreis nur den Durchschnittsprofit abwirft, also keinen Sur-
plusprofit, so ist die Wirkung auf die Rente gleich Null. Es
bleibt alles beim alten. Es ist dasselbe, als wenn eine beliebige
Zahl Acres von der Qualität A, des schlechtesten Bodens, der bis-
her bebauten Fläche zugesetzt wäre.
II. Die zusätzlichen Kapitale bringen auf jeder verschiednen Bo-
denart ihrer Größe proportionelle, zuschüssige Produkte hervor;
d.h. die Größe der Produktion wächst, je nach der spezifischen
Fruchtbarkeit jeder Bodenart, proportionell zur Größe des zu-
schüssigen Kapitals. Wir gingen in Kapitel XXXIX aus von der fol-
genden Tabelle I:
Boden Kapi Profit Produk Ver- Rate
art tal tions Produkt kaufs- Ertrag Rente des
Acres Pfd Pfd. kosten preis Pfd. Pfd Surplus
St. St. Pfd.St. qrs. Pfd.St. St. qrs St. profits
A 1 2 1/2 1/2 3 1 3 3 0 0 0
B 1 2 1/2 1/2 3 2 3 6 1 3 120%
C 1 2 1/2 1/2 3 3 3 9 2 6 240%
D 1 2 1/2 1/2 3 4 3 12 3 9 360%
---------------------------------------------------------------
Total 4 10 12 10 30 6 18
#699# 41. Kapitel - Differentialtente II - Erster Fall
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Diese verwandelt sich jetzt in:
Tabelle II
Boden Kapi Profit Produk Ver- Rate
art tal tions Produkt kaufs- Ertrag Rente des
Acres Pfd Pfd. kosten preis Pfd. Pfd Surplus
St. St. Pfd.St. qrs. Pfd.St. St. qrs St. profits
A 1 2 1/2 1 6 2 3 6 0 0
+2 1/2
=5
B 1 2 1/2 1 6 4 3 12 2 6 120%
+2 1/2
=5
C 1 2 1/2 1 6 6 3 18 4 12 240%
+2 1/2
=5
D 1 2 1/2 1 6 8 3 24 6 18 360%
+2 1/2
=5
----------------------------------------------------------------
4 20 20 60 12 36
Es ist hier nicht nötig, daß, wie in der Tabelle, die Kapitalan-
lage sich auf allen Bodenarten verdoppelt. Das Gesetz ist das-
selbe, sobald nur auf irgendeiner oder mehreren der Rente tragen-
den Bodenatten zuschüssiges Kapital angewandt wird, gleichviel in
welcher Proportion. Was nötig ist, ist nur, daß auf jeder Boden-
art die Produktion sich im selben Verhältnis vermehrt wie das Ka-
pital. Die Rente steigt hier bloß infolge vermehrter Kapitalan-
lage auf den Boden und im Verhältnis zu dieser Kapitalvermehrung.
Diese Vermehrung des Produkts und der Rente infolge von und pro.
portionell zu vermehrter Kapitalanlage ist, was Quantum des Pro-
dukts und der Rente angeht, ganz dasselbe, als wenn die bebaute
Fläche der Rente tragenden Ländereien gleicher Bonität sich ver-
mehrt hätte und mit gleicher Kapitalanlage, wie früher auf den-
selben Bodenarten, der Kultur unterworfen wäre. Im Fall von Ta-
belle II z.B. bliebe das Resultat dasselbe, wenn das zuschüssige
Kapital von 2 1/2 Pfd.St. per Acre auf je einen zweiten Acre von
B, C und D angelegt wäre.
Diese Annahme unterstellt ferner keine fruchtbarere Anwendung des
Kapitals, sondern nur Anwendung von mehr Kapital auf derselben
Fläche mit demselben Erfolg wie bisher.
Es bleiben hier alle proportionellen Verhältnisse dieselben. Al-
lerdings, wenn man nicht die proportionellen Differenzen, sondern
die rein arithmetischen betrachtet, kann sich die Differential-
rente auf den verschiednen Bodenarten verändern. Nehmen wir z.B.
an, das zuschüssige Kapital sei nur auf B und D angelegt worden.
So ist dann der Unterschied von D und A = 7 qrs., früher = 3; der
von B und A = 3 qrs., früher = 1; der von C und B = -1, früher =
+1 usw. Aber diese arithmetische Differenz, die
#700# VI. Abschnitt - Verwandlung von Surplusprofit in Grundrente
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entscheidend ist bei der Differentialrente 1, soweit sich in ihr
der Unterschied in der Produktivität bei gleicher Kapitalanlage
ausdrückt, ist hier völlig gleichgültig, weil sie nur Folge ver-
schiedner Mehranlage oder NichtMehranlage von Kapital ist, bei
gleichbleibender Differenz für jeden gleichen KapitaltelI auf die
verschiednen Ländereien.
III. Die zuschüssigen Kapitale bringen überschüssiges Produkt
hervor und bilden daher Surplusprofite, aber mit abnehmender
Rate, nicht iin Verhältnis zu ihrer Vergrößerung.
Tabelle III
Boden Kapi Profit Produk Ver- Rate
art tal tions Produkt kaufs- Ertrag Rente des
Acres Pfd Pfd. kosten preis Pfd. Pfd Surplus
St. St. Pfd.St. qrs. Pfd.St. St. qrs St. profits
A 1 2 1/2 1/2 3 1 3 3 0 0 0
B 1 2 1/2 1 6 2 3 10 1/2 1 1/2 4 1/2 90%
+2 1/2 +1 1/2
=5 =3 1/2
C 1 2 1/2 1 6 1 3 + 2 3 15 3 9 180%
+2 1/2 =5
D 1 2 1/2 1 6 4 3 22 1/2 5 1/2 16 1/2 330%
+2 1/2 +3 1/2
=5 =7 1/2
-----------------------------------------------------------------
17 1/2 3 1/2 21 17 51 10 30
Es ist bei dieser dritten Annahme wieder gleichgültig, ob die zu-
schüssigen zweiten Kapitalanlagen gleichmäßig oder ungleichmäßig
auf die verschiednen Bodenarten fallen oder nicht; ob die abneh-
mende Produktion von Surplusprofit in gleichen oder ungleichen
Verhältnissen vor sich geht; ob die zusätzlichen Kapitalanlagen
alle auf dieselbe, Rente tragende, Bodenart fallen oder ob sie
sich verteilen, gleichmäßig oder ungleichmäßig, auf Rente tragen-
den Boden verschiedner Bonität. Alle diese Umstände sind für das
zu entwickelnde Gesetz gleichgültig. Die einzige Voraussetzung
ist, daß zuschüssige Kapitalanlagen auf irgendeiner der Rente
tragenden Bodenarten Surplusprofit abwerfen, aber in abnehmender
Proportion zum Maß der Kapitalvermehrung. Die Grenzen dieser Ab-
nahme bewegen sich 'n den Beispielen der vorliegenden Tabelle
zwischen 4 qrs. = 12 Pfd.St. dem Produkt der ersten Kapitalanlage
auf den besten Boden D, und 1 qt. = 3Pfd.St., dem Produkt dersel-
ben Kapitalanlage auf den schlechtesten Boden A. Das Produkt des
besten Bodens bei Anlage von Kapital I bildet die Maximalgrenze
und das Produkt des nicht Rente tragenden, keinen Surplusprofit
gebenden schlechtesten Bodens A, bei gleicher Kapitalanlage, die
Minimalgrenze des Produkts, welches die sukzessiven Kapitalanla-
gen auf irgendeinem der Surplusprofit abwerfenden Bodenatten bei
abnehmen-
#701# 41. Kapitel - Differentialtente II - Erster Fall
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der Produktivität sukzessiver Kapitalanlagen abwerfen. Wie die
Annahme II dem entspricht, daß von den bessern Bodenarten neue
Stücke gleicher Qualität der bebauten Fläche zugefügt werden, daß
die Quantität irgend einer der kultivierten Bodenarten sich ver-
mehrt, so entspricht die Annahme 111 dem, daß zusätzliche Boden-
stücke bebaut werden, deren verschiedne Grade von Fruchtbarkeit
sich verteilen zwischen D und A, zwischen denen des besten und
denen des schlechtesten Bodens. Finden die sukzessiven Kapitalan-
lagen ausschließlich auf dem Boden D statt, so können sie die
existierenden Differenzen zwischen D und A einbegreifen, ferner
Differenzen zwischen D und C, ebenso wie zwischen D und B. Finden
sie alle auf Boden C statt, so nur Differenzen zwischen C und A
resp. B; wenn auf B, nur Differenzen zwischen B und A.
Das Gesetz aber ist: daß die Rente auf allen diesen Bodenarten
absolut wächst, wenn auch nicht im Verhältnis zum zuschüssig an-
gelegten Kapital.
Die Rate des Surplusprofits, sowohl das zuschüssige Kapital wie
das gesamte auf den Boden angelegte Kapital betrachtet, nimmt ab;
aber die absolute Größe des Surplusprofits nimmt zu; ganz wie die
abnehmende Profitrate des Kapitals überhaupt meist mit zunehmen-
der absoluter Masse des Profits verbunden ist. So ist der Durch-
schnitts-Surplusprofit der Kapitalanlage auf B = 90% aufs Kapi-
tal, während er bei der ersten Kapital. anlage = 120% war. Aber
der gesamte Surplusprofit nimmt zu, von 1 qr. auf 1 1/2 qr. und
von 3 Pfd.St. auf 4 1/2. Die Gesamtrente für sich betrachtet -
und nicht mit Bezug auf die verdoppelte Größe des vorgeschoßnen
Kapitals - ist absolut gestiegen. Die Differenzen der Renten der
verschiednen Bodenarten und ihr Verhältnis zueinander mögen hier
wechseln; aber dieser Wechsel in der Differenz ist hier Folge,
nicht Ursache der Vermehrung der Renten gegeneinander.
IV. Der Fall, wo die zuschüssigen Kapitalanlagen auf den bessern
Boden, arten ein größeres Produkt erzeugen als die ursprüngli-
chen, verlangt keine weitre Analyse. Es versteht sich von selbst,
daß unter dieser Voraussetzung die Renten per Acre steigen, und
in größerm Verhältnis als das zuschüssige Kapital, auf welcher
Bodenart immer seine Anlage stattgefunden hat. In diesem Fall ist
die zuschüssige Kapitalanlage mit Verbesserung verbunden. Es ist
hierin eingeschlossen, wenn ein Zuschuß von weniger Kapital die-
selbe oder größre Wirkung produziert als früher Zuschuß von mehr
Kapital. Dieser Fall ist nicht ganz identisch mit dem frühem, und
es ist dies ein Unterschied, der bei allen Kapitalanlagen wichtig
ist. Wenn z.B. 100 einen Profit von 10 gibt und 200, in einer be-
stimmten Form angewandt, einen Profit von 40, so ist der Profit
von 10% auf 20% gestiegen, und insoweit ist
#702# VI. Abschnitt - Verwandlung von Surplusprofit in Grundrente
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dies dasselbe, als wenn 50, in einer wirksamern Form angewandt,
einen Profit von 10 statt 5 gibt. Wir unterstellen hier, daß der
Profit mit proportioneller Vermehrung des Produkts verbunden ist.
Aber der Unterschied ist, daß ich in dem einen Fall das Kapital
verdoppeln muß, dagegen in dem andern mit dem bisherigen Kapital
den doppelten Effekt hervorbringe. Es ist durchaus nicht das-
selbe, ob ich 1. mit halb soviel lebendiger und vergegenständ-
lichter Arbeit dasselbe Produkt wie früher, oder 2. mit dersel-
ben, Arbeit das doppelte Produkt gegen früher, oder 3. mit der
doppelten Arbeit das vielfache Produkt gegen früher hervorbringe.
Im ersten Fall wird Arbeit - in lebendiger oder vergegenständ-
lichter Form - frei, die anderswie verwandt werden kann; das Dis-
positionsvermögen über Arbeit und Kapital wächst. Die Freisetzung
von Kapital (und Arbeit) ist an sich eine Vermehrung des Reich-
tums; sie hat ganz denselben Effekt, als ob dies zuschüssige Ka-
pital durch Akkumulation erzielt worden sei, spart aber die Ar-
beit der Akkumulation.
Gesetzt, ein Kapital von 100 habe ein Produkt von 10 Meter produ-
ziert. In den 100 sei sowohl konstantes Kapital als lebendige Ar-
beit und Profit eingeschlossen. So kostet der Meter 10. Kann ich
mit demselben Kapital von 100 jetzt 20 Meter produzieren, so ko-
stet der Meter 5. Kann ich dagegen mit 50 Kapital 10 Meter produ-
zieren, so kostet der Meter auch 5, und es wird ein Kapital von
50 freigesetzt, soweit die alte Warenzufuhr genügt. Muß ich 200
Kapital anlegen, um 40 Meter zu produzieren, so kostet der Meter
ebenfalls 5. Die Wert- oder auch Preisbestimmung läßt hier keinen
Unterschied erkennen, ebensowenig wie die dem Kapitalvorschuß
proportionelle Produktenmasse. Aber im ersten Fall wird Kapital
freigesetzt; im zweiten Fall wird zuschüssiges Kapital erspart,
soweit etwa doppelte Produktion nötig wäre; im dritten Fall kann
das vermehrte Produkt nur erhalten werden, indem das vorgeschoßne
Kapital wächst, obgleich nicht in demselben Verhältnis, wie wenn
das vermehrte Produkt von der alten Produktivkraft hätte gelie-
fert werden sollen. (Gehört in Abschnitt I.)
Vom Standpunkt der kapitalistischen Produktion aus betrachtet,
nicht mit Rücksicht auf Steigerung des Mehrwerts, sondern auf
Senkung des Kostpreises - und Ersparung der Kosten auch im Mehr-
wert bildenden Element, der Arbeit, tut dem Kapitalisten diesen
Dienst und bildet Profit für ihn, solange der regulierende Pro-
duktionspreis derselbe bleibt - ist die Anwendung von konstantem
Kapital stets wohlfeiler als die von variablern. Es setzt dies in
der Tat die der kapitalistischen Produktionsweise entsprechende
Kreditentwicklung und Reichlichkeit von Leihkapital voraus. Auf
der einen Seite wende ich 100 Pfd.St. zusätzliches konstantes Ka-
pital an,
#703# 41. Kapitel - Differentialrente II - Erster Fall
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wenn 100 Pfd.St. das Produkt von 5 Arbeitern während des Jahrs;
auf der andern 100 Pfd.St; In variablem Kapital. Ist die Rate des
Mehrwerts = 100%, so der Wert, den die 5 Arbeiter geschaffen ha-
ben = 200 Pfd.St.; dagegen der Wert von 100 Pfd.St. konstantem
Kapital ist = 100 Pfd.St. und als Kapital vielleicht = 105
Pfd.St., wenn der Zinsfuß = 5%. Dieselben Geldsummen, je nachdem
sie der Produktion vorgeschossen werden als Wertgrößen von kon-
stantem oder von variablem Kapital, drücken sehr verschiednc
Werte aus, in ihrem Produkt betrachtet. Was ferner die Kosten der
Waren vom Standpunkt des Kapitalisten angeht, findet noch der Un-
terschied statt, daß von den 100 Pfd.St. konstantes Kapital, so-
weit dies in fixem Kapital angelegt, nur der Verschleiß in den
Wert der Ware eingeht, während die 100 Pfd.St. für Arbeitslohn
ganz darin reproduziert sein müssen.
Bei Kolonisten und überhaupt selbständigen Kleinproduzenten, die
über Kapital gar nicht oder nur zu hohen Zinsen verfügen können,
ist der Produktenteil, der den Arbeitslohn vertritt, ihre Reve-
nue, während er für den Kapitalisten Kapitalvorschuß ist. Jener
betrachtet diese Arbeitsauslage daher als unumgängliche Vorbedin-
gung für den Arbeitsertrag, um den es sich zunächst handelt. Was
aber seine überschüssige Arbeit betrifft, nach Abzug jener not-
wendigen Arbeit, so realisiert sie sich jedenfalls in einem über-
schüssigen Produkt; und sobald er dies verkaufen oder auch selbst
verwenden kann, betrachtet er dies als etwas, was ihm nichts ge-
kostet hat, weil keine vergegenständlichte Arbeit. Es ist diese
allein, deren Verausgabung ihm als Veräußerung von Reichtum gilt.
Er sucht natürlich so hoch zu verkaufen als möglich; aber selbst
der Verkauf unter dem Wert und unter dem kapitalistischen Produk-
tionspreis gilt ihm immer noch als Profit, soweit dieser Profit
nicht durch Verschuldung, Hypothek usw. antizipiert ist. Für den
Kapitalisten dagegen ist sowohl die Auslage von variablem wie
konstantern Kapital Vorschuß von Kapital. Der relativ größre Vor-
schuß des Letztem verringert unter sonst gleichbleibenden Umstän-
den den Kostpreis, wie wirklich auch den Wert der Waren. Obgleich
daher der Profit bloß aus der Mehrarbeit, also bloß aus der An-
wendung von variablem Kapital entspringt, kann es dem einzelnen
Kapitalisten doch so scheinen, daß die lebendige Arbeit das kost-
spieligste und am meisten aufs Minimum zu reduzierende Element
seiner Produktionskosten ist. Es ist dies nur eine kapitalistisch
verdrehte Form des Richtigen, daß die verhältnismäßig größre An-
wendung vergangner Arbeit, verglichen mit lebendiger, gesteigerte
Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit und größren gesell-
schaftlichen Reichtum bedeutet. So falsch ist alles und so, auf
den Kopf gestellt, bietet sich alles dar vom Standpunkt der Kon-
kurrenz. -
#704# VI. Abschnitt - Verwandlung von Surplusprofit in Grundrente
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Bei der Voraussetzung gleichbleibender Produktionspreise können
die zuschüssigen Kapitalanlagen mit gleichbleibender, zunehmender
oder abnehmender Produktivität auf den bessern Ländereien, d.h.
auf allen von B aufwärts gemacht werden. Auf A selbst wäre dies
unter unsrer Voraussetzung nur möglich entweder bei gleichblei-
bender Produktivität, wo das Land dann nach wie vor keine Rente
trägt, oder auch wenn die Produktivität zunimmt; ein Teil des auf
den Boden A angelegten Kapitals würde dann Rente tragen, der an-
dre nicht. Aber es wäre unmöglich bei Annahme abnehmender Produk-
tivkraft für A, denn sonst würde der Produktionspreis nicht kon-
stant bleiben, sondern steigen. Unter allen diesen Umständen
aber, d.h. ob das Surplusprodukt, das sie bringen, ihrer Größe
proportionell oder über oder unter dieser Proportion - ob daher
die Rate des Surplusprofits des Kapitals, beim Wachstum dieses
letzteren, konstant bleibt, steigt oder fällt -, das Surpluspro-
dukt und der ihm entsprechende Surplusprofit per Acre wächst,
also auch eventuell die Rente, Korn- und Geldrente. Das Wachsen
in der bloßen Masse des Surplusprofits, resp. der Rente, per Acre
berechnet, d.h. wachsende Masse auf eine gleichbleibende Einheit
berechnet, also hier auf irgendein bestimmtes Bodenquantum, Acre
oder Hektare, drückt sich als wachsende Proportion aus. Die Höhe
der Rente, per Acre berechnet, wächst daher unter diesen Umstän-
den einfach infolge der Vermehrung des auf den Boden angelegten
Kapitals. Und zwar findet dies statt bei gleichbleibenden Produk-
tionspreisen, und gleichgültig dagegen, ob die Produktivität des
zuschüssigen Kapitals gleichbleibend, abnehmend oder zunehmend
ist. Die letzteren Umstände modifizieren den Umfang, worin die
Höhe der Rente per Acre wächst, aber nicht die Tatsache dieses
Wachsens selbst. Dies ist ein Phänomen, welches der Differential-
rente II eigentümlich ist und sie von Differentialrente I unter-
scheidet. Wären die zusätzlichen Kapitalanlagen, statt zeitlich
nacheinander auf denselben Boden, räumlich nebeneinander auf
neuen zusätzlichen Boden der entsprechenden Qualität gemacht wor-
den, so wäre die Masse des Rentals gewachsen und, wie früher ge-
zeigt, auch die Durchschnittsrente der bebauten Gesamtfläche,
aber nicht die Höhe der Rente per Acre. Bei gleichbleibendem Re-
sultat, soweit Masse und Wert der Gesamtproduktion und des Sur-
plusprodukts in Betracht kommen, entwickelt die Konzentration des
Kapitals auf engerer Bodenfläche die Höhe der Rente per Acre, wo
unter denselben Umständen seine Zerstreuung über eine größre Flä-
che, bei sonst gleichbleibenden Umständen, nicht diese Wirkung
hervorbringt. je mehr sich aber die kapitalistische Produktions-
weise entwickelt, desto mehr auch die Konzentration von Kapital
auf derselben Bodenfläche, desto höher steigt also die Rente, per
#705# 41. Kapitel - Differentialrente II - Erster Fall
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Acre berechnet. In zwei Ländern daher, wo die Produktionspreise
identisch, die Differenzen der Bodenarten identisch und dieselbe
Masse Kapital angelegt wäre, aber in dem einen mehr in der Form
sukzessiver Anlagen auf beschränkter Bodenfläche, in der andren
mehr in der Form koordinierter Anlagen auf breiterer Fläche, wäre
die Rente per Acre und damit der Bodenpreis höher in dem ersten
und niedriger im zweiten Land, obgleich die Masse der Rente in
beiden Ländern dieselbe wäre. Der Unterschied in der Höhe der
Rente wäre hier also weder aus Unterschied in der natürlichen
Fruchtbarkeit der Bodenarten, nach der Menge der angewandten Ar-
beit, sondern ausschließlich aus der verschiednen Art der Kapi-
talanlagen zu erklären.
Wenn wir hier von Surplusprodukt sprechen, so ist darunter immer
zu verstehn der aliquote Teil des Produkts, worin sich der Sur-
plusprofit darstellt. Sonst verstehn wir unter Mehrprodukt oder
Surplusprodukt den Produktenteil, worin sich der Gesamtmehrwert,
oder auch in einzelnen Fällen denjenigen, worin sich der Durch-
schnittsprofit darstellt. Die spezifische Bedeutung, die das Wort
beim Rente tragenden Kapital erhält, gibt, wie früher gezeigt, zu
Mißverständnissen Anlaß.
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