Quelle: MEW 25 Das Kapital - Dritter Band
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#706#
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ZWEIUNDVIERZIGSTES KAPITEL
Die Differentialrente II - Zweiter Fall:
Fallender Produktionspreis
Der Produktionspreis kann fallen, wenn die zusätzlichen Anlagen
von Kapital stattfinden mit gleichbleibender, fallender oder
steigender Rate der Produktivität.
I. Bei gleichbleibender Produktivität der zuschüssigen Kapitalan-
lage
Dies unterstellt also, daß auf den verschiednen Bodenarten, ihrer
respektiven Qualität entsprechend, das Produkt in demselben Maß
wächst wie das auf ihnen angelegte Kapital. Dies schließt ein,
bei gleichbleibenden Differenzen der Bodenarten, ein dem Wachstum
der Kapitalanlage proportionelles Wachstum des Surplusprodukts.
Dieser Fall schließt also aus iede die Digerentialrente affizie-
rende Mehranlage von Kapital auf Boden A. Bei diesem ist die Rate
des Surplusprofits = 0; sie bleibt also = 0, da unterstellt ist,
daß die Produktivkraft des zuschüssigen Kapitals und daher die
Rate des Surplusprofits konstant bleiben.
Der regulierende Produktionspreis kann unter diesen Voraussetzun-
gen aber nur fallen, weil statt des Produktionspreises von A der
des nächstbessern Bodens B, oder überhaupt irgendeines bessern
Bodens als A, regulierend wird; das Kapital also von A entzogen
wird oder auch von A und B, wenn der Produktionspreis des Bodens
C der regulierende würde, also aller geringere Boden aus der Kon-
kurrenz der Weizen tragenden Bodenarten wegfiele. Die Bedingung
hierfür, unter den gegebnen Voraussetzungen, ist, daß das zu-
schüssige Produkt der zusätzlichen Kapitalanlagen den Bedarf be-
friedigt, daher die Produktion des geringem Bodens A etc. über-
flüssig für die Herstellung der Zufuhr wird.
#707# 42. Kapitel - Differentialrente II - Zweiter Fall
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Nehmen wir also z.B. Tabelle II, jedoch so, daß statt 20 qrs. 18
den Bedarf befriedigen. A würde wegfallen; B 1*) und mit ihm der
Produktionspreis von 30 sh. per qr. würde regulierend. Die Diffe-
rentialrente nimmt dann diese Form an:
Tabelle IV
Boden Kapi Profit Produk Ver- Rate
art tal tions Produkt kaufs- Ertrag Rente des
Acres Pfd Pfd. kosten preis Pfd. Surplus
per qr. Pfd profits
St. St. Pfd.St. qrs. Pfd.St. St. qrs St.
B 1 5 1 6 4 1 1/2 6 0 0 0
C 1 5 1 6 6 1 1/2 9 2 3 60%
D 1 5 1 6 8 1 1/2 12 4 6 120%
---------------------------------------------------------------
Total 3 15 3 18 18 27 6 9
Also die Gesamtrente, verglichen mit Tabelle II, wäre gefallen
von 36 Pfd. St. auf 9 und in Korn von 12 qrs. auf 6, die Gesamt-
produktion nur um 2 qrs., von 20 auf 18. Die Rate des Surpluspro-
fits, berechnet aufs Kapital, wäre auf ein Drittel gefallen, von
180 auf 60% 2*). Dem Fallen des Produktionspreises entspricht
hier also Abnahme der Korn- und Geldrente.
Mit Tabelle I verglichen, findet nur Abnahme der Geldrente statt;
die Kornrente ist beidemal 6 qrs., nur sind diese in dem einen
Fall= 18 Pfd.St., im andem = 9 Pfd.St. Für Boden C 3*) ist die
Kornrente gegen Tabelle I dieselbe geblieben. In der Tat hat sich
dadurch, daß die vermittelst gleichförmig wirkenden Zusatzkapi-
tals erzielte, zusätzliche Produktion das Produkt von A aus dem
Markt geworfen und damit den Boden A als konkurrierenden Produk-
tionsagenten beseitigt, eine neue Differentialrente I gebildet,
worin der bessere Boden B dieselbe Rolle spielt wie früher die
schlechtere Bodenart A. Dadurch fällt einerseits die Rente von B
weg; andrerseits ist vorausgesetztermaßen in den Differenzen zwi-
schen B, C und D durch die Anlage von Zusatzkapital nichts geän-
dert worden. Der Teil des Produkts, der sich in Rente verwandelt,
fällt daher. Wäre das obige Resultat - die Befriedigung der Nach-
frage mit Ausschluß von A - etwa dadurch hervorgebracht, daß auf
C oder D oder beiden mehr als das doppelte Kapital angelegt wor-
den, so gestaltete sich die Sache anders. Z.B. wenn die dritte
Kapitalanlage auf C gemacht wird:
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1*) 1. Auflage: D - 2*) 1. Auflage: wäre um die Hälfte gefallen,
von 180 auf 90% - 3*) 1. Auflage: C und D
#708# VI. Abschnitt - Verwandlung von Surplusprofit in Grundrente
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Tabelle IVa
Boden Kapi Profit Produk Ver- Rate
art tal tions Produkt kaufs- Ertrag Rente des
Acres Pfd Pfd. kosten preis Pfd. Pfd Surplus
St. St. Pfd.St. qrs. Pfd.St. St. qrs St. profits
B 1 5 1 6 4 1 1/2 6 0 0 0
C 1 7 1/2 1 1/2 9 9 1 1/2 13 1/2 3 4 1/2 60%
D 1 5 1 6 8 1 1/2 12 4 6 120%
----------------------------------------------------------------
Total 3 17 1/2 3 1/2 21 21 31 1/2 7 10 1/2
Auf C ist hier das Produkt, gegen Tab. IV, gestiegen von 6 qrs.
auf 9, das Surplusprodukt von 2 qrs. auf 3, die Geldrente von 3
Pfd.St. auf 4 1/2 Pfd.St. Gegen Tabelle II, wo die Geldrente 12
Pfd.St., und Tab. I, wo sie 6 Pfd.St. war, ist sie dagegen gefal-
len. Das Gesamtrental in Korn = 7 qrs. ist gefallen gegen Tab. II
(12 qrs.), gestiegen gegen Tab. I (6 qrs.); in Geld (10 1/2
Pfd.St.) ist es gefallen gegen beide (18 Pfd.St. und 36 Pfd.St.).
Wäre die dritte Kapitalanlage von 2 1/2 Pfd.St. auf den Boden B
verwandt worden, so hätte dies zwar die Masse der Produktion ge-
ändert, aber die Rente nicht berührt, da die sukzessiven Kapital-
anlagen als keine Differenz auf derselben Bodenart hervorbringend
unterstellt sind und Boden B keine Rente abwirft.
Nehmen wir dagegen an, die dritte Kapitalanlage habe auf D statt.
gefunden statt auf C, so haben wir:
Tabelle IVb
Boden Kapi Profit Produk Ver- Rate
art tal tions Produkt kaufs- Ertrag Rente des
Acres Pfd Pfd. kosten preis Pfd. Pfd Surplus
St. St. Pfd.St. qrs. Pfd.St. St. qrs St. profits
B 1 5 1 6 4 1 1/2 6 0 0 0
C 1 5 1 6 6 1 1/2 9 2 3 60%
D 1 7 1/2 1 1/2 9 12 1 1/2 18 6 9 120%
----------------------------------------------------------------
Total 3 17 1/2 3 1/2 21 22 33 8 12
Hier ist das Gesamtprodukt 22 qrs., mehr als doppelt das von Ta-
belle I, obgleich das vorgeschoßne Kapital nur 17 1/2 Pfd.St. ge-
gen 10 Pfd.St., also
#709# 42. Kapitel - Differentialrente II - Zweiter Fall
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nicht doppelt so groß ist. Das Gesamtprodukt ist ferner um 2 qrs.
größer als das von Tabelle II, obwohl in letztrer das vorge-
schoßne Kapital größer ist, nämlich 20 Pfd.St. Auf Boden D ist
gegen Tabelle I die Kornrente gewachsen von 3 qrs. 1*) auf 6,
während die Geldrente mit 9 Pfd.St. dieselbe geblieben ist. Gegen
Tabelle II ist die Kornrente von D dieselbe von 6 qrs. geblieben,
aber die Geldrente ist gefallen von 18 Pfd.St. auf 9 Pfd.St. Die
Gesamtrenten betrachtet, ist die Kornrente von IVb = 8 qrs. grö-
ßer als die von I = 6 qrs. und als die von IVa = 7 qrs.; dagegen
kleiner als die von II = 12 qrs. Die Geldrente von IVb = 12
Pfd.St. ist größer als die von IVa = 10 1/2 Pfd.St. und kleiner
als die von Tabelle 1 = 18 Pfd.St. und von II = 36 Pfd.St.
Damit bei dem Wegfallen der Rente auf B unter den Bedingungen der
Tabelle IVb das Gesamtrental gleich dem von Tabelle I sei, müssen
wir noch für 6 Pfd.St. Surplusprofit haben, also 4 qrs. zu 1 1/2
Pfd.St., welches der neue Produktionspreis ist. Wir haben dann
wieder ein Gesamtrental von 18 Pfd.St. wie in Tabelle I. Die
Größe des hierzu erforderlichen Zuschußkapitals wird verschieden
sein, ie nachdem wir es auf C oder D anlegen oder zwischen beiden
verteilen.
Bei C ergeben 5 Pfd.St. Kapital 2 qrs. Surplusprodukt, also wer-
den 10 Pfd.St. Zusatzkapital 4 qrs. zusätzliches Surplusprodukt
ergeben. Bei D würden 5 Pfd.St. Zusatz genügen, um die 4 qrs. zu-
sätzliche Kornrente zu produzieren, unter der hier zugrunde lie-
genden Voraussetzung, daß die Produktivität der zusätzlichen Ka-
pitalanlagen dieselbe bleibt. Danach ergäben sich folgende Auf-
stellungen.
Tabelle IVc
Boden Kapi Profit Produk Ver- Rate
art tal tions Produkt kaufs- Ertrag Rente des
Acres Pfd Pfd. kosten preis Pfd. Pfd Surplus
St. St. Pfd.St. qrs. Pfd.St. St. qrs St. profits
B 1 5 1 6 4 1 1/2 6 0 0 0
C 1 15 3 18 18 1 1/2 27 6 9 60%
D 1 7 1/2 1 1/2 9 12 1 1/2 18 6 9 120%
----------------------------------------------------------------
Total 3 27 1/2 5 1/2 33 34 51 12 18
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1*) 1. Auflage: 2 qrs.
#710# VI. Abschnitt - Verwandlung von Surplusprofit in Grundrente
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Tabelle IVc
Boden Kapi Profit Produk Ver- Rate
art tal tions Produkt kaufs- Ertrag Rente des
Acres Pfd Pfd. kosten preis Pfd. Pfd Surplus
St. St. Pfd.St. qrs. Pfd.St. St. qrs St. profits
B 1 5 1 6 4 1 1/2 6 0 0 0
C 1 5 1 6 6 1 1/2 9 2 3 60%
D 1 12 1/2 2 1/2 15 20 1 1/2 30 10 15 120%
----------------------------------------------------------------
Total 3 22 1/2 4 1/2 27 30 45 12 18
Das Gesamtgeldrental wäre genau die Hälfte von dem, was es auf
Tabelle II war, wo die zuschüssigen Kapitale bei gleichbleibenden
Produktionspreisen angelegt wurden.
Das Wichtigste ist, obige Tabellen mit der Tabelle I zu verglei-
chen. Wir finden, daß bei einem Fall des Produktionspreises um
die Hälfte, von 60 sh. auf 30 sh. per qr., das Gesamt-Geldrental
dasselbe geblieben, = 18 Pfd.St., und dementsprechend die Korn-
rente sich verdoppelt hat, nämlich von 6 qrs. auf 12. Auf B ist
die Rente weggefallen; auf C ist die Geldrente um die Hälfte ge-
stiegen in IVc, aber um die Hälfte gefallen in IVd; auf D ist sie
dieselbe geblieben = 9 Pfd.St. in IVc und von 9 Pfd.St. auf 15
Pfd.St. gestiegen in IVd. Die Produktion ist von 10 qrs. auf 34
gestiegen in IVc und auf 30 qrs. in IVd; der Profit von 2 Pfd.St.
auf 5 1/2 in IVc und 4 1/2 in IVd. Die Gesamtkapitalanlage ist
gestiegen in dem einen Fall von 10 Pfd.St. auf 27 1/2 Pfd.St., im
andern von 10 auf 22 1/2 Pfd.St., beidemal also um mehr als das
Doppelte. Die Rentrate, die Rente auf das vorgeschoßne Kapital
berechnet, ist in allen Tabellen IV bis IVd für jede Bodenart
überall dieselbe, was schon darin eingeschlossen war, daß die
Rate der Produktivität der beiden sukzessiven Kapitalanlagen auf
jeder Bodenart als gleichbleibend angenommen wurde. Gegen Tabelle
I ist sie jedoch für den Durchschnitt aller Bodenarten wie für
jede einzelne derselben gefallen. Sie war in I = 180% im Durch-
schnitt, sie ist in IVc = 18 / 27 1/2 x 100 = 65 5/11 % und in
IVd = 18 / 22 1/2 x 100 = 80%. Die Durchschnittsgeldrente per
Acre ist gestiegen. Ihr Durchschnitt war früher, in I, auf alle 4
Acres 4 1/2 Pfd.St. per Acre und ist jetzt, in IVc und d, auf die
3 Acres 6 Pfd.St. per Acre. Ihr Durchschnitt auf dem Rente tra-
genden Boden war früher 6 Pfd.St. und ist jetzt 9 Pfd.St. per
Acre. Der Geldwert der Rente per Acre ist also gestiegen und
stellt jetzt das doppelte Kornprodukt wie
#711# 42. Kapitel - Differentialrente II - Zweiter Fall
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früher dar; aber die 12 qrs. Kornrente sind jetzt weniger als
einhalb des Gesamtprodukts von 34 resp. 30 qrs. 1*), während in
Tabelle 1 die 6 qrs. 3/5 des Gesamtprodukts von 10 qrs. ausma-
chen. Obgleich also die Rente, als aliquoter Teil des Gesamtpro-
dukts betrachtet, gefallen ist, und ebenso, wenn auf das ausge-
legte Kapital berechnet, so ist ihr Geldwert, per Acre berechnet,
gestiegen und ihr Produktenwert noch mehr. Nehmen wir den Boden D
in Tabelle IVd, so sind hier die Produktionskosten 2*) = 15
Pfd.St., davon das ausgelegte Kapital = 12 1/2 Pfd.St. Die Geld-
rente ist = 15 Pfd.St. In Tabelle I waren auf demselben Boden D
die Produktionskosten = 3 Pfd.St., das ausgelegte Kapital = 2 1/2
Pfd.St., die Geldrente = 9 Pfd.St., diese letztere also das Drei-
fache der Produktionskosten und beinahe das Vierfache des Kapi-
tals. In Tabelle IVd ist für D die Geldrente von 15 Pfd.St. genau
gleich den Produktionskosten und nur um 1/5 größer als das Kapi-
tal. Dennoch ist die Geldrente per Acre um 2/3 größer, 15 Pfd.St.
statt 9 Pfd.St. In I ist die Kornrente von 3 qrs. = 3/4 des Ge-
samtprodukts von 4 qrs.; in IVd ist sie, mit 10 qrs., die Hälfte
des ganzen Produkts (20 qrs.) des Acre von D. Es zeigt dies, wie
Geldwert und Kornwert der Rente per Acre steigen kann, obgleich
sie einen geringem aliquoten Teil des Gesamtertrags bildet und im
Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital gefallen ist.
Der Wert des Gesamtprodukts in I ist = 30 Pfd.St., die Rente = 18
Pfd.St., mehr als die Hälfte davon. Der Wert des Gesamtprodukts
von IVd ist 45 Pfd.St., wovon 18 Pfd.St. die Rente, weniger als
die Hälfte.
Der Grund nun, warum trotz des Preisfalls von 1 1/2 Pfd.St. per
qr., also um 50%, und trotz der Verringerung des konkurrierenden
Bodens von 4 Acres auf 3, die Gesamtgeldrente dieselbe bleibt und
die Kornrente sich verdoppelt, während Kornrente und Geldrente,
per Acre gerechnet, steigen, liegt darin, daß mehr qrs. Sur-
plusprodukt produziert werden. Der Getreidepreis fällt um 50%,
das Surplusprodukt wächst um 100%. Aber um dies Resultat zustande
zu bringen, muß die Gesamtproduktion unter unsern Bedingungen auf
das Dreifache wachsen und die Kapitalanlage auf den bessern Bo-
denlagen sich mehr als verdoppeln. In welchem Verhältnis die
letztere wachsen muß, hängt zunächst davon ab, wie die zuschüssi-
gen Kapitalanlagen zwischen den bessern und besten Bodenarten
sich verteilen, stets vorausgesetzt, daß die Produktivität des
Kapitals auf jeder Bodenart proportionell zu seiner Größe wächst.
Wäre der Fall des Produktionspreises geringer, so wäre weniger
zuschüssiges Kapital erfordert, um dieselbe Geldrente zu produ-
zieren. Wäre
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1*) 1. Auflage: 33 resp. 27 qrs. - 2*) 1. Auflage: ausgelegten
Produktionskosten
#712# VI. Abschnitt - Verwandlung von Surplusprofit in Grundrente
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die Zufuhr, die nötig ist, um A außer Bebauung zu werfen - und es
hängt dies ab nicht nur von dem Produkt per Acre von A, sondern
auch von dem proportionellen Anteil, den A von der ganzen bebau-
ten Räche einnimmt -, wäre also die hierfür nötige Zufuhr größer,
also auch die erforderliche Masse von Zuschußkapital auf besserm
Boden als A, so wären bei sonst gleichbleibenden Verhältnissen
Geldrente und Kornrente noch mehr gewachsen, obgleich beide auf
dem Boden B wegfielen.
Wäre das wegfallende Kapital von A = 5 Pfd.St. gewesen, so wären
für diesen Fall die beiden zu vergleichenden Tabellen: II und
IVd. Das Gesamtprodukt wäre gewachsen von 20 auf 30 qrs. Die
Geldrente wäre nur halb so groß, 8 Pfd.St. statt 36 Pfd.St.; die
Kornrente wäre dieselbe 12 qrs. Könnte auf D ein Gesamtprodukt
von 44 qrs. = 66 Pfd.St. mit einem Kapital von = 27 1/2 Pfd.St.
produziert werden - entsprechend dem alten Satz für D, von 4 qrs.
auf 2 1/2 Pfd.St. Kapital -, so käme das Gesamtrental wieder auf
die Höhe von II, und die Tabelle stände so:
Bodenart Kapital Produkt Kornrente Geldrente
Pfd.St. qrs. qrs. Pfd.St.
B 5 4 0 0
C 5 6 2 3
D 27 1/2 44 22 33
-------------------------------------------------------
Total 37 1/2 54 24 36
Die Gesamtproduktion wäre 54 qrs. gegen 20 qrs. in Tabelle II,
und die Geldrente wäre dieselbe, = 36 Pfd.St. Das Gesamtkapital
aber wäre 37 1/2 Pfd.St., während es bei Tabelle II = 20 war. Das
vorgeschoßne Gesamtkapital hätte sich beinahe verdoppelt, während
die Produktion sich fast verdreifachte; die Kornrente hätte sich
verdoppelt, die Geldrente wäre dieselbe geblieben. Fällt also der
Preis infolge der Anlage von zuschüssigem Geldkapital, bei
gleichbleibender Produktivität, auf die bessern Rente tragenden
Bodenarten, also auf alle über A, so hat das Gesamtkapital die
Tendenz, nicht in demselben Verhältnis zu wachsen, wie Produktion
und Kornrente; so daß durch Wachsen der Kornrente der durch den
fallenden Preis entstehende Ausfall In der Geldrente wieder aus-
geglichen werden kann. Dasselbe Gesetz zeigt sich auch darin, daß
das vorgeschoßne Kapital größer sein muß im Verhältnis, wie es
mehr auf C als auf D, auf den minder Rente tragenden, als auf den
mehr Rente tragenden Boden angewandt wird. Es ist einfach dies:
damit die Geldrente dieselbe bleibt oder steigt, muß ein
#713# 42. Kapitel - Differentialrente II - Zweiter Fall
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bestimmtes zusätzliches Quantum Surplusprodukt produziert werden,
und dies erheischt um so weniger Kapital, je größer die Frucht-
barkeit der Surplusprodukt abwerfenden Ländereien. Wäre die Dif-
ferenz zwischen B und C, C und D noch größer, so wäre noch weni-
ger Zuschußkapital erheischt. Das bestimmte Verhältnis hängt ab
1. von dem Verhältnis, worin der Preis fällt, also von der Diffe-
renz zwischen 13, dem jetzt rentelosen, und A, dem früher rente-
losen Boden; 2. von dem Verhältnis der Differenzen zwischen den
bessern Bodenarten von B aufwärts; 3. von der Masse des neu ange-
legten zuschüssigen Kapitals und 4. von seiner Verteilung auf die
verschiednen Bodenqualitäten. In der Tat sieht man, daß das Ge-
setz nichts ausdrückt als das bereits beim ersten Fall Entwic-
kelte: daß, wenn der Produktionspreis gegeben ist, welches auch
immer seine Größe, infolge zuschüssiger Kapitalanlage die Rente
steigen kann. Denn infolge des Herauswerfens von A ist nun eine
neue Differentialrente 1 mit B als dem jetzt schlechtesten Boden
und 1 1/2 Pfd.St. per qr. als dem neuen Produktionspreis gegeben.
Es gilt dies für die Tabellen IV so gut wie für Tabelle II. Es
ist dasselbe Gesetz, bloß daß Boden B statt A und der Produkti-
onspreis von 1 1/2 Pfd.St. statt dem von 3 Pfd.St. als Ausgangs-
punkt genommen ist.
Die Sache hat hier nur diese Wichtigkeit: Soweit soundso viel zu-
schüssiges Kapital nötig war, um das Kapital von A dem Boden zu
entziehn und die Zufuhr ohne es zu befriedigen, zeigt sich, daß
dies von gleichbleibender, steigender oder fallender Rente per
Acre, wenn nicht auf allen Ländereien, so doch auf einigen und
für den Durchschnitt der bebauten Ländereien, begleitet sein
kann. Man hat gesehn, daß sich Kornrente und Geldrente nicht
gleichmäßig verhalten. Indes ist es nur Tradition, daß überhaupt
noch die Kornrente in der Ökonomie eine Rolle spielt. Gradesogut
könnte man nachweisen, daß z.B. ein Fabrikant mit seinem Profit
von 5 Pfd.St. viel mehr von seinem eignen Garn kaufen kann als
früher mit einem Profit von 10 Pfd.St. Es zeigt dies aber aller-
dings, daß die Herren Grundeigentümer, wenn sie gleichzeitig Be-
sitzer oder Teilhaber von Manufakturen, Zuckersieder, Schnaps-
brenner usw. sind, bei fallender Geldrente als Produzenten ihrer
eignen Rohstoffe immer noch sehr bedeutend gewinnen können. 34)
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Die obigen Tabellen IVa bis IVd mußten infolge eines durchgehen-
den Rechenfehlers umgerechnet werden. Dies berührte zwar nicht
die aus den Tabellen entwickelten theoretischen Gesichtspunkte,
brachte aber teilweise ganz monströse Zahlen. verhältnisse der
Produktion per Acre hinein. Auch diese sind im Grunde nicht an,
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