Quelle: MEW 25 Das Kapital - Dritter Band


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       Siebenter Abschnitt
       Die Revenuen und ihre Quellen
       
       ACHTUNDVIERZIGSTES KAPITEL
       Die trinitarische Formel
       
       I 48)
       
       Kapital -  Profit (Unternehmergewinn  plus Zins),  Boden - Grund-
       rente, Arbeit - Arbeitslohn, dies ist die trinitarische Form, die
       alle Geheimnisse des gesellschaftlichen Produktionsprozesses ein-
       begreift.
       Da ferner,  wie früher gezeigt 1*), der Zins als das eigentliche,
       charakteristische Produkt  des Kapitals und der Unternehmergewinn
       im Gegensatz  dazu als  vom Kapital  unabhängiger Arbeitslohn er-
       scheint, reduziert sich jene trinitarische Form näher auf diese:
       Kapital -  Zins, Boden - Grundrente, Arbeit - Arbeitslohn, wo der
       Profit, die  die kapitalistische Produktionsweise spezifisch cha-
       rakterisierende Form des Mehrwerts, glücklich beseitigt ist.
       Sieht man  sich nun  diese ökonomische Dreieinigkeit näher an, so
       findet man:
       Erstens, die  angeblichen Quellen des jährlich disponiblen Reich-
       tums gehören  ganz disparaten  Sphären an und haben nicht die ge-
       ringste Analogie  untereinander. Sie  verhalten sich  gegenseitig
       etwa wie Notariatsgebühren, rote Rüben und Musik.
       Kapital, Boden,  Arbeit! Aber  das Kapital ist kein Ding, sondern
       ein bestimmtes, gesellschaftliches, einer bestimmten historischen
       Gesellschaftsformation  ungehöriges   Produktionsverhältnis,  das
       sich an  einem Ding  darstellt und diesem Ding einen spezifischen
       gesellschaftlichen Charakter gibt.
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       48) Die  folgenden drei  Fragmente finden  sich  an  verschiednen
       Stellen des Ms. zum VI. Abschnitt. - F. E.
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       1*) Siehe vorl. Band, Kapitel 23
       
       #823# 48. Kapitel - Die trinitarische Formel
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       Das Kapital  ist ncht  die Summe der materiellen und produzierten
       Produktionsmittel. Das  Kapital, das  sind die in Kapital verwan-
       delten Produktionsmittel,  die an sich so wenig Kapital sind, wie
       Gold oder Silber an sich Geld ist. Es sind die von einem bestimm-
       ten Teil  der Gesellschaft monopolisierten Produktionsmittel, die
       der lebendigen  Arbeitskraft gegenüber verselbständigten Produkte
       und Betätigungsbedingungen  eben dieser  Arbeitskraft, die  durch
       diesen Gegensatz  im Kapital personifiziert werden. Es sind nicht
       nur die,  in selbständige Mächte verwandelten Produkte der Arbei-
       ter, die  Produkte als  Beherrscher und Käufer ihrer Produzenten,
       sondern es  sind auch  die gesellschaftlichen  Kräfte und die zu-
       künftige... {?  unleserlich} Form  1*) dieser Arbeit, die als Ei-
       genschaften ihres Produkts ihnen gegenübertreten. Also hier haben
       wir eine  bestimmte, auf den ersten Blick sehr mystische, gesell-
       schaftliche Form eines der Faktoren eines historisch fabrizierten
       gesellschaftlichen Produktionsprozesses.
       Und nun daneben den Boden, die unorganische Natur als solche, ru-
       dis indigestaque  moles [121]  in ihrer  ganzen Waldursprünglich-
       keit. Wert ist Arbeit. Mehrwert kann daher nicht Erde sein. Abso-
       lute Fruchtbarkeit  des Bodens bewirkt nichts, als daß ein gewis-
       ses Quantum  Arbeit ein  gewisses, von der natürlichen Fruchtbar-
       keit des  Bodens bedingtes  Produkt gibt.  Die Differenz  in  der
       Fruchtbarkeit des Bodens bewirkt, daß dieselben Mengen von Arbeit
       und Kapital,  also derselbe Wert, sich in verschiednen Mengen von
       Bodenprodukten ausdrückt; daß diese Produkte also verschiedne in-
       dividuelle Werte  haben. Die  Ausgleichung  dieser  individuellen
       Werte zu Marktwerten bewirkt, daß die
       
       "advantages of fertile over inferior soil... are transferred from
       the cultivator  or  consumer  to  the  landlord"  2*).  (Ricardo,
       "Principles", p. 62.)
       
       Und endlich  als Dritten im Bunde ein bloßes Gespenst - "die" Ar-
       beit, die  nichts ist  als eine Abstraktion und für sich genommen
       überhaupt nicht  existiert oder  wenn wir  die....  {unleserlich}
       nehmen 3*),  die produktive Tätigkeit des Menschen überhaupt, wo-
       durch er  den Stoffwechsel  mit der  Natur vermittelt, entkleidet
       nicht nur eder gesellschaftlichen Form und Charakterbestimmtheit,
       sondern selbst  in ihrem  bloßen Naturdasein,  unabhängig von der
       Gesellschaft, allen Gesellschaften enthoben und als
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       1*) Wir  entziffern: die  gesellschaftlichen Kräfte und zusammen-
       hängende Form  - 2*) Vorteile von fruchtbarem über minderwertigen
       Boden... vom Bebauer oder dem Konsumenten auf den Grundeigentümer
       übertragen werden"  - 3*)  wir entziffern:  wenn wir das Gemeinte
       nehmen
       
       #824# VII. Abschnitt - Die Revenuen und ihre Quellen
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       Lebensäußerung und  Lebensbewährung dem  überhaupt noch nicht ge-
       sellschaftlichen Menschen  gemeinsam mit  dem  irgendwie  gesell-
       schaftlich bestimmten.

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