Quelle: MEW 25 Das Kapital - Dritter Band
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#824# VII. Abschnitt - Die Revenuen und ihre Quellen
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II
Kapital - Zins; Grundeigentum, Privateigentum am Erdball, und
zwar modernes, der kapitalistischen Produktionsweise entsprechen-
des - Rente; Lohnarbeit - Arbeitslohn. In dieser Form soll also
Zusammenhang zwischen den Quellen der Revenue bestehn. Wie das
Kapital, so sind Lohnarbeit und Grundeigentum geschichtlich be-
stimmte gesellschaftliche Formen; die eine der Arbeit, das andre
des monopolisierten Erdballs, und zwar sind sie beide dem Kapital
entsprechende und derselben ökonomischen Gesellschaftsformation
angehörende Formen.
Das erste Auffällige an dieser Formel ist, daß neben dem Kapital,
neben dieser, einer bestimmten Produktionsweise, einer bestimmten
historischen Gestalt des gesellschaftlichen Produktionsprozesses
angehörigen Form eines Produktionselements, neben einem Produkti-
onselement verquickt- mit und dargestellt in einer bestimmten so-
zialen Form, ohne weitres rangiert werden: die Erde auf der einen
Seite, die Arbeit auf der andern, zwei Elemente des realen Ar-
beitsprozesses, die in dieser stofflichen Form allen Produktions-
weisen gemeinsam, die die stofflichen Elemente jedes Produktions-
prozesses sind und mit der gesellschaftlichen Form desselben
nichts zu schaffen haben.
Zweitens. In der Formel: Kapital - Zins, Erde - Bodenrente, Ar-
beit Arbeitslohn, erscheinen Kapital, Erde, Arbeit, respektive
als Quellen von Zins (statt Profit), Grundrente und Arbeitslohn
als ihren Produkten, Früchten; sie der Grund, jene die Folge, sie
die Ursache, jene die Wirkung; und zwar so, daß jedeeinzelne
Quelle auf ihr Produkt als das von ihr abgestoßene und Produ-
zierte bezogen ist. Alle drei Einkommen, Zins (statt Profit),
Rente, Arbeitslohn, sind drei Teile vom Wert des Produkts, also
überhaupt Wertteile, oder in Geld ausgedruckt, gewisse Geldteile,
Preistelle. Die Formel: Kapital - Zins, ist nun zwar die be-
griffsloseste Formel des Kapitals, aber sie ist eine Formel des-
selben. Aber wie soll die Erde einen Wert, d.h. ein gesellschaft-
lich bestimmtes Quantum Arbeit schaffen, und nun gar den besond-
ren Wertteil ihrer eignen Produkte, der die Rente bildet? Die
Erde ist z.B. als Produktionsagent bei der Herstellung eines Ge-
brauchswerts, eines materiellen Produkts, des Weizens, tätig.
Aber sie hat nichts zu tun mit der Produktion des Weizenwerts.
Soweit sich Wert im Weizen darstellt, wird der Weizen nur als ein
bestimmtes Quantum vergegenständlichter gesellschaftlicher
#825# 48. Kapitel - Die trinitarische Formel
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Arbeit betrachtet, ganz gleichgültig gegen den besondren Stoff,
worin sich diese Arbeit darstellt, oder den besondren Gebrauchs-
wert dieses Stoffs. Es widerspricht dem nicht, 1. daß bei sonst
gleichen Umständen die Wohlfellheit oder Teuerkeit des Weizens
von der Produktivität der Erde abhängt. Die Produktivität der
agrikolen Arbeit ist an Naturbedingungen geknüpft, und je nach
der Produktivität derselben stellt sich dasselbe Quantum Arbeit
in viel oder wenig Produkten, Gebrauchswerten dar. Wie groß das
Quantum Arbeit ist, das sich in einem Scheffel darstellt, hängt
ab von der Masse der Scheffel, die dasselbe Quantum Arbeit lie-
fert. Es hängt hier von der Produktivität der Erde ab, in welchen
Mengen von Produkt der Wert sich darstellt; aber dieser Wert ist
gegeben, unabhängig von dieser Verteilung. Wert stellt sich in
Gebrauchswert dar; und Gebrauchswert ist eine Bedingung der Wert-
schöpfung; aber es ist Narrheit, einen Gegensatz zu bilden, wo
auf der einen Seite ein Gebrauchswert, die Erde, steht und auf
der andern ein Wert, und noch dazu ein besondrer Wertteil. 2.
{Hier bricht das Ms. ab.}
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