Quelle: MEW 25 Das Kapital - Dritter Band


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       VIERTES KAPITEL
       Wirkung des Umschlags auf die Profitrate
       
       {Die Wirkung  des Umschlags auf die Produktion von Mehrwert, also
       auch von  Profit, ist  im zweiten  Buch erörtert worden. Sie läßt
       sich kurz  dahin zusammenfassen, daß infolge der für den Umschlag
       erforderlichen Zeitdauer  nicht das ganze Kapital gleichzeitig in
       der Produktion verwendet werden kann; daß also ein Teil des Kapi-
       tals fortwährend  brachliegt, sei es in der Form von Geldkapital,
       von vorrätigen  Rohstoffen, von  fertigem, aber noch unverkauftem
       Warenkapital oder  von noch nicht fälligen Schuldforderungen; daß
       das in  der aktiven Produktion, also bei der Erzeugung und Aneig-
       nung von  Mehrwert tätige Kapital fortwährend um diesen Teil ver-
       kürzt und  der erzeugte  und angeeignete  Mehrwert fortwährend im
       selben Verhältnis  verringert wird.  Je kürzer die Umschlagszeit,
       desto kleiner  wird dieser brachliegende Teil des Kapitals, verg-
       lichen mit  dem Ganzen;  desto größer  wird also  auch, bei sonst
       gleichbleibenden Umständen, der angeeignete Mehrwert.
       Es ist  bereits im  zweiten Buch 1*) im einzelnen entwickelt, wie
       die Verkürzung  der Umschlagszeit  oder eines  ihrer  beiden  Ab-
       schnitte, der Produktionszeit und der Zirkulationszeit, die Masse
       des produzierten  Mehrwerts steigert.  Da aber die Profitrate nur
       das Verhältnis  der produzierten Masse von Mehrwert zu dem in ih-
       rer Produktion engagierten Gesamtkapital ausdrückt, so ist es au-
       genscheinlich, daß  jede solche  Verkürzung die  Profitrate stei-
       gert. Was vorher im zweiten Abschnitt des zweiten Buchs mit Bezug
       auf den  Mehrwert entwickelt,  gilt ebensosehr für den Profit und
       die Profitrate  und bedarf keiner Wiederholung hier. Nur ein paar
       Hauptmomente wollen wir hervorheben.
       Das Hauptmittel  der Verkürzung der Produktionszeit ist die Stei-
       gerung der Produktivität der Arbeit, was man gewöhnlich den Fort-
       schritt der
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       1*) Siehe Band 24 unserer Ausgabe, S. 296-301
       
       #81# 4. Kapitel - Wirkung des Umschlags auf die Profitrate
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       Industrie nennt.  Wird dadurch gleichzeitig nicht eine bedeutende
       Verstärkung der  gesamten Kapitalauslage durch Anlage kostspieli-
       ger Maschinerie usw. und damit eine Senkung der auf das Gesamtka-
       pital zu  berechnenden Profitrate  bewirkt, so muß diese letztere
       steigen. Und  dies ist  entschieden der Fall bei vielen der neue-
       sten Fortschritte  der Metallurgie  und chemischen Industrie. Die
       neuentdeckten Verfahrungsweisen der Eisen- und Stahlbereitung von
       Bessemer, Siemens,  Gilchrist-Thomas u.a. kürzen, bei relativ ge-
       ringen Kosten, früher höchst langwierige Prozesse auf ein Minimum
       ab. Die Bereitung des Allzarins oder Krappfarbstoffes aus Kohlen-
       teer bringt in wenig Wochen, und mit der schon bisher für Kohlen-
       teerfarben im  Gebrauch befindlichen  Fabrikeinrichtung, dasselbe
       Resultat zustande, das früher Jahre erforderte; ein Jahr brauchte
       der Krapp zum Wachsen, und dann ließ man die Wurzeln noch mehrere
       Jahre nachreifen, ehe man sie verfärbte.
       Das Hauptmittel  zur Verkürzung der Zirkulationszeit sind verbes-
       serte Kommunikationen. Und hierin haben die letzten fünfzig Jahre
       eine Revolution  gebracht, die sich nur mit der industriellen Re-
       volution der  letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts vergleichen
       läßt. Auf  dem Lande  ist die makadamisierte Straße durch die Ei-
       senbahn, auf  der See  das langsame und unregelmäßige Segelschiff
       durch die  rasche und regelmäßige Dampferlinie in den Hintergrund
       gedrängt worden, und der ganze Erdball wird umspannt von Telegra-
       phendrähten. Der  Suezkanal hat Ostasien und Australien dem Damp-
       ferverkehr erst  eigentlich erschlossen. Die Zirkulationszeit ei-
       ner Warensendung nach Ostasien, 1847 noch mindestens zwölf Monate
       (s. Buch II, S. 235 1*)), ist jetzt ungefähr auf ungefähr ebenso-
       viel Wochen  reduzierbar geworden.  Die beiden großen Krisenherde
       von 1825-1857, Amerika und Indien, sind durch diese Umwälzung der
       Verkehrsmittel den europäischen Industrieländern um 70-90% näher-
       gerückt und  haben damit einen großen Teil ihrer Explosionsfähig-
       keit verloren.  Die Umschlagszeit des gesamten Welthandels ist in
       demselben Maß verkürzt, und die Aktionsfähigkeit des darin betei-
       ligten Kapitals  um mehr  als das Doppelte oder Dreifache gestei-
       gert worden.  Daß dies  nicht ohne  Wirkung  auf  die  Profitrate
       geblieben, versteht sich von selbst.
       Um die  Wirkung des  Umschlags des  Gesamtkapitals auf  die  Pro-
       fitrate rein  darzustellen, müssen  wir bei den zu vergleichenden
       zwei Kapitalen  alle andern  Umstände als  gleich annehmen. Außer
       der Mehrwertsrate und dem Arbeitstag sei also namentlich auch die
       prozentige Zusammensetzung
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       1*) Siehe Band 24 unserer Ausgabe, S. 255
       
       #82# I. Abschnitt - Verwandlung des Mehrwerts in Profit usw.
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       gleich. Nehmen  wir nun ein Kapital A von der Zusammensetzung 80c
       + 20v = 100C, welches mit einer Mehrwertsrate von 100% zweimal im
       Jahr umschlägt. Dann ist das Jahresprodukt:
       160c +  40v +  40m. Aber  zur Ermittlung der Profitrate berechnen
       wir diese  40m nicht  auf den  umgeschlagnen Kapitalwert von 200,
       sondern auf den vorgeschoßnen von 100 und erhalten so p' = 40%.
       Vergleichen wir  damit ein Kapital B = 160c + 40v = 200C, das mit
       derselben Mehrwertsrate  von 100%,  aber nur  einmal im  Jahr um-
       schlage. Dann ist das Jahresprodukt wie oben:
       160c +  40v + 40m. Diesmal aber sind die 40m zu berechnen auf ein
       vorgeschoßnes Kapital von 200, dies ergibt für die Profitrate nur
       20%, also nur die Hälfte der Rate für A.
       Es ergibt sich also: bei Kapitalen gleicher prozentiger Zusammen-
       setzung, bei  gleicher Mehrwertsrate und gleichem Arbeitstag ver-
       halten sich  die Profitraten  zweier Kapitale  umgekehrt wie ihre
       Umschlagszeiten. Ist  entweder die Zusammensetzung oder die Mehr-
       wertsrate oder  der Arbeitstag oder Aeitslohn in den beiden verg-
       lichenen Fällen  nicht gleich,  so werden dadurch allerdings auch
       weitere Verschiedenheiten  in der  Profitrate erzeugt; diese aber
       sind unabhängig  vom Umschlag  und gehn uns daher hier nichts an;
       sie sind auch bereits in Kap. III erörtert.
       Die direkte  Wirkung der verkürzten Umschlagszeit auf die Produk-
       tion von  Mehrwert, also  auch von Profit, besteht in der gestei-
       gerten Wirksamkeie, die dem variablen Kapitalteil dadurch gegeben
       wird, worüber  nachzusehn Buch II, Kap. XVI: Der Umschlag des va-
       riablen Kapitals.  Es zeigte  sich da,  daß ein variables Kapital
       von 500, das zehnmal im Jahr umschlägt, in dieser Zeit ebensoviel
       Mehrwert aneignet  wie ein  variables Kapital  von 5000,  das bei
       gleicher Mehrwertsrate  und gleichem  Arbeitslohn nur  einmal  im
       Jahr umschlägt.
       Nehmen wir  ein Kapital  I, bestehend  aus 10 000  fixem Kapital,
       dessen jährlicher Verschleiß 10% = 1000 betrage, 500 zirkulieren-
       dem konstantem und 500 variablem Kapital. Bei einer Mehrwertsrate
       von 100%  schlage das  variable Kapital  zehnmal im Jahre um. Der
       Einfachheit wegen  nehmen wir  in allen  folgenden Beispielen an,
       daß das  zirkulierende konstante  Kapital in  derselben Zeit  um-
       schlägt wie  das variable,  was auch in der Praxis meist so ziem-
       lich der  Fall sein wird. Dann wird das Produkt einer solchen Um-
       schlagspetiode sein:
       100c (Verschleiß) + 500c + 500v + 500m = 1600
       und das des ganzen Jahres von zehn solchen Umschlägen:
       
       #83# 4. Kapitel - Wirkung des Umschlags auf die Profitrate
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       1000c (Verschleiß) + 5000c + 5000v + 5000m = 16 000,
       C = 11 000, m = 5000, p' = 5000/11 000 = 45 5/11 %.
       Nehmen wir  nun ein  Kapital II:  fixes Kapital  9000, jährlicher
       Verschleiß  desselben  1000,  zirkulierendes  konstantes  Kapital
       1000, variables  Kapital 1000, Mehrwertsrate 100%, Zahl der jähr-
       lichen Umschläge des variablen Kapitals: 5.
       Das Produkt  einer jeden  Umschlagsperiode des variablen Kapitals
       wird also sein:
       200c (Verschleiß) + 1000c + 1000v + 1000m = 3200,
       und das Gesamtjahresprodukt bei fünf Umschlägen:
       1000c (Verschleiß) + 5000c + 5000v + 5000m = 16 000,
       C = 11 000, m = 5000, p' = 5000/11 000 = 45 5/11 %.
       Nehmen wir  ferner ein Kapital III, worin gar kein fixes Kapital,
       dagegen 6000  zirkulierendes konstantes  und 5000 variables Kapi-
       tal. Bei 100% Mehrwertsrate schlage es einmal im Jahr um. Das Ge-
       samtprodukt im Jahr ist dann:
       6000c + 5000v + 5000m = 16 000.
       C = 11 000, m = 5000, p' = 5000/11 000 = 45 5/11%.
       Wir haben  also in allen drei Fällen dieselbe jährliche Masse von
       Mehrwert, =  5000, und da das Gesarntkapital in allen drei Fällen
       ebenfalls gleich,  nämlich =  11 000 ist, dieselbe Profitrate von
       45 5/11 %.
       Haben wir dagegen bei dem obigen Kapital I, statt 10, nur 5 jähr-
       liche Umschläge des variablen Teils, so stellt sich die Sache an-
       ders. Das Produkt eines Umschlags ist dann:
       200c (Verschleiß) + 500c + 500v + 500m = 1700.
       Oder Jahresprodukt:
       1000c (Verschleiß) + 2500c + 2500v + 2500m = 8500,
       C = 11 000, m = 2500; p' = 2500/11 000 = 22 8/11%.
       Die Profitrate  ist auf  die Hälfte gesunken, weil die Umschlags-
       zeit verdoppelt  worden ist.  Die im  Lauf des  Jahrs angeeignete
       Masse Mehrwert  ist also  gleich  der  Masse  des  in  einer  Um-
       schlagsperiode des    v a r i a b l e n    Kapitals  angeeigneten
       Mehrwerts, multipliziert  durch die  Anzahl solcher  Umschläge im
       Jahr. Nennen  wir den  jährlich angeeigneten Mehrwert oder Profit
       M, den in einer
       
       #84# I. Abschnitt - Verwandlung des Mehrwerts in Profit usw.
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       Umschlagsperiode angeeigneten  Mehrwert m, die Anzahl der jährli-
       chen Umschläge  des variablen  Kapitals n,  so ist  M mn  und die
       jährliche Mehrwertsrate  M' =m'n, wie bereits entwickelt Buch II,
       Kap. XVI, 1 1*).
       Die Formel der Profitrate p' = m'v/C = m'v/(c+v) ist selbstredend
       nur richtig, wenn das v des Zählers dasselbe ist wie das des Nen-
       ners. Im Nenner ist v der gesamte, durchschnittlich als variables
       Kapital, für Arbeitslohn verwandte Teil des Gesamtkapitals. Das v
       des Zählers  ist zunächst nur bestimmt dadurch, daß es ein gewis-
       ses Quantum  Mehrwert =  m produziert  und angeeignet hat, dessen
       Verhältnis zu  ihm m/v  die Mehrwertsrate  m' ist. Nur auf diesem
       Wege hat  sich die  Gleichung p' = m/(c+v+) verwandelt in die an-
       dre: p'  =m'v/(c+v). Das  v des  Zählers wird nun näher dahin be-
       stimmt, daß  es gleich  sein muß  dem v des Nenners, d.h. dem ge-
       samten variablen Teil des Kapitals C. In andern Worten, die Glei-
       chung p'  = m/C  läßt sich nur dann ohne Fehler in die andre p' =
       m'v/(c+v) verwandeln,  wenn m den in  e i n e r  Umschlagsperiode
       des variablen  Kapitals produzierten Mehrwert bedeutet. Umfaßt in
       nur einen Teil dieses Mehrwerts, so ist in m'v zwar richtig, aber
       dies v  ist hier kleiner als das v in C = c + v, weil weniger als
       das ganze  variable Kapital  in Arbeitslohn ausgelegt worden. Um-
       faßt in aber mehr als den Mehrwert eines Umschlags von v, so fun-
       giert ein  Teil dieses  v oder  auch das Ganze zweimal, zuerst im
       ersten, dann  im zweiten, resp. zweiten und fernern Umschlag; das
       v, das  den Mehrwert produziert und das die Summe aller gezahlten
       Arbeitslöhne ist,  ist also  größer als  das v  in c + v, und die
       Rechnung wird unrichtig.
       Damit die  Formel für  die Jahresprofitrate  exakt richtig werde,
       müssen wir  statt der  einfachen Mehrwertsrate die Jahresrate des
       Mehrwerts einsetzen, also statt m' setzen M' oder m'n. Mit andern
       Worten, wir  müssen m', die Mehrwertsrate - oder was auf dasselbe
       herauskommt, den in C enthaltnen variablen Kapitaltell v - mit n,
       der Anzahl  der Umschläge dieses variablen Kapitals im Jahr, mul-
       tiplizieren, und wir erhalten so: p' = m'nv/C, welches die Formel
       zur Berechnung der Jahresprofitrate ist.
       Wie groß  aber das  variable Kapital  in einem  Geschäft ist, das
       weiß in  den allermeisten Fällen der Kapitalist selbst nicht. Wir
       haben im  achten Kapitel  des zweiten  Buchs gesehn und werden es
       noch weiterhin sehn, daß
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       1*) Siehe Band 24 unserer Ausgabe, S. 307
       
       #85# 4. Kapitel - Wirkung des Umschlags auf die Profitrate
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       der einzige  Unterschied innerhalb  seines Kapitals, der sich dem
       Kapitalisten als  wesentlich aufdrängt, der Unterschied von fixem
       und zirkulierendem  Kapital ist.  Aus der Kasse, die den in Geld-
       form in  seinen Händen befindlichen Teil des zirkullerenden Kapi-
       tals enthält, soweit dieser nicht auf der Bank liegt, holt er das
       Geld für  Arbeitslohn, aus  derselben Kasse das Geld für Roh- und
       Hilfsstoffe und  schreibt beides  einem und  demselben Kassakonto
       gut. Und  sollte er  auch ein besonderes Konto über die gezahlten
       Arbeitslöhne führen, so würde dies am Jahresschluß zwar die dafür
       gezahlte Summe, also vn, aufweisen, aber nicht das variable Kapi-
       tal v  selbst. Um  dies zu ermitteln, müßte er eine eigne Berech-
       nung anstellen, von der wir hier ein Beispiel geben wollen.
       Wir nehmen  dazu die  in Buch I, S. 209/201 1*) beschriebne Baum-
       wollspinnerei von  10 000 Mulespindeln  und nehmen  dabei an, daß
       die für  eine Woche  des April  1871 gegebnen Daten für das ganze
       Jahr Geltung behielten. Das in der Maschinerie steckende fixe Ka-
       pital war  10 000 Pfd.St. Das zirkullerende Kapital war nicht an-
       gegeben; wir  nehmen an,  es sei 2500 Pfd. St. gewesen, ein ziem-
       lich hoher Ansatz, der aber gerechtfertigt ist durch die Annahme,
       die wir  hier immer  machen müssen,  daß keine  Kreditoperationen
       stattfinden, also  keine dauernde  oder zeitweilige Benutzung von
       fremdem Kapital. Das Wochenprodukt war seinem Wert nach zusammen-
       gesetzt aus  20  Pfd.St.  für  Verschleiß  der  Maschinerie,  358
       Pfd.St.  zirkulierendem   konstantem  Kapitalvorschuß   (Miete  6
       Pfd.St., Baumwolle  342 Pfd.St.,  Kohlen, Gas, Öl 10 Pfd.St.), 52
       Pfd.St. in  Arbeitslohn  ausgelegtem  variablem  Kapital  und  80
       Pfd.St. Mehrwert, also:
       20c (Verschleiß) + 358c + 52v + 80m = 510.
       Der wöchentliche Vorschuß an zirkulierendem Kapital war also 358c
       + 52v  = 410,  und seine  prozentige Zusammensetzung  =  87,3c  +
       12,7v. Dies  auf das ganze zirkulierende Kapital von 2500 Pfd.St.
       berechnet, ergibt  2182 Pfd.St.  konstantes und  318 Pfd.St.  va-
       riables Kapital.  Da die  Gesamtauslage für  Arbeitslohn im  Jahr
       52mal 52 Pfd.St. war, also 2704 Pfd.St., ergibt sich, daß das va-
       riable Kapital  von 318  Pfd.St. im  Jahr fast genau 8 1/2mal um-
       schlug. Die  Rate des Mehrwerts war 80/52 = 153 11/13 %. Aus die-
       sen Elementen berechnen wir die Profitrate, indem wir in der For-
       mel p' = m'nv/C die Werte einsetzen: m' = 153 11/13, n = 8 1/2, v
       = 318, C = 12 500; also:
       p' = 153 11/13 x 8 1/2 x 318/12 500 = 33,27%.
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       1*) Siehe Band 23 unserer Ausgabe, S. 233
       
       #86# I. Abschnitt - Verwandlung des Mehrwerte in Profit usw.
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       Die Probe  hierauf machen  wir durch  den Gebrauch  der einfachen
       Formel p'  x m/C.  Der Gesamtmehrwert oder Profit im Jahr beläuft
       sich auf 80 Pfd.St. + 52 = 4160 Pfd.St., dies dividiert durch das
       Gesamtkapital von  12 500 Pfd.  St. ergibt  fast wie oben 33,28%,
       eine abnorm  hohe Profitrate,  die nur  aus den  momentan äußerst
       günstigen Verhältnissen (sehr wohlfeile Baumwollpreise neben sehr
       hohen Garnpreisen)  sich erklärt und in Wirklichkeit sicher nicht
       das ganze Jahr durch gegolten hat.
       In der Formel p' = m'nv/C ist m'n, wie gesagt, das was im zweiten
       Buch als  die Jahresrate  des Mehrwerts bezeichnet wurde. Sie be-
       trägt im  obigen Fall  153 11/13%  x 8  1/2, oder genau gerechnet
       1307 9/13%. Wenn also ein gewisser Biedermann über die im zweiten
       Buch in  einem Beispiel aufgestellte Ungeheuerlichkeit einer Jah-
       resrate des Mehrwerts von 1000% die Hände über dem Kopf zusammen-
       geschlagen hat,  so wird er sich vielleicht beruhigen bei der ihm
       hier aus der lebendigen Praxis von Manchester vorgeführten Tatsa-
       che einer  Jahresrate des  Mehrwerts von  über 1300%.  In  Zeiten
       höchster Prosperität, wie wir sie freilich schon lange nicht mehr
       durchgemacht, ist eine solche Rate keineswegs eine Seltenheit.
       Beiläufig haben  wir hier  ein Beispiel von der tatsächlichen Zu-
       sammensetzung des  Kapitals innerhalb  der modernen  großen Indu-
       strie. Das  Gesamtkapital teilt sich in 12 182 Pfd.St. konstantes
       und 318  Pfd.St. variables  Kapital, zusammen 12 500 Pfd.St. Oder
       prozentig: 97  1/2c +  2 1/2v = 100C. Nur der vierzigste Teil des
       Ganzen dient,  aber in  mehr als  achtmaliger Wiederkehr im Jahr,
       zur Bestreitung von Arbeitslohn. Da es wohl nur wenigen Kapitali-
       sten einfällt,  derartige Berechnungen  über ihr  eignes Geschäft
       anzustellen, so schweigt die Statistik fast absolut über das Ver-
       hältnis des  konstanten Teils  des gesellschaftlichen Gesamtkapi-
       tals zum  variablen Teil.  Nur der amerikanische Zensus gibt, was
       unter den  heutigen Verhältnissen möglich: die Summe der in jedem
       Geschäftszweig gezahlten  Arbeitslöhne und der gemachten Profite.
       So anrüchig  diese Daten auch sind, weil nur auf unkontrollierten
       Angaben der  Industriellen selbst  beruhend, so sind sie doch äu-
       ßerst wertvoll  und das  einzige, was wir über den Gegenstand ha-
       ben. In  Europa sind wir viel zu zattfühlend, um unsern Großindu-
       striellen dergleichen Enthüllungen zuzumuten. - F. E.}

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