Quelle: MEW 25 Das Kapital - Dritter Band
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Zweiter Abschnitt
Die Verwandlung des Profits in Durchschnittsprofit
ACHTES KAPITEL
Verschiedne Zusammensetzung der Kapitale in verschiednen Produk-
tionszweigen und daher folgende Verschiedenheit der Profitraten
Im vorigen Abschnitt wurde unter anderm nachgewiesen, wie bei
gleichbleibender Rate des Mehrwerts die Profitrate variieren,
steigen oder fallen kann. In diesem Kapitel wird nun vorausge-
setzt, daß der Exploitationsgrad der Arbeit und daher die Rate
des Mehrwerts und die Länge des Arbeitstags in allen Produktions-
sphären, worin sich die gesellschaftliche Arbeit in einem gegeb-
nen Lande spaltet, von gleicher Größe, gleich hoch ist. Von
vielen Verschiedenheiten in der Exploitation der Arbeit in ver-
schiednen Produktionssphären hat schon A. Smith [22] ausführlich
nachgewiesen, daß sie sich durch allerlei wirkliche oder vom Vor-
urteil akzeptierte Kompensationsgründe ausgleichen und daher, als
nur scheinbare und verschwindende Verschiedenheiten, für die Un-
tersuchung der allgemeinen Verhältnisse nicht in Rechnung kommen.
Andre Unterschiede, z.B. in der Höhe des Arbeitslohns, beruhen
großenteils auf dem schon im Eingang zu Buch 1, S. 19 1*) erwähn-
ten Unterschied zwischen einfacher und komplizierter Arbeit und
berühren, obgleich sie das Los der Arbeiter in verschiednen Pro-
duktionssphären sehr verungleichen, keineswegs den Exploitations-
grad der Arbeit in diesen verschiednen Sphären. Wird z.B. die Ar-
beit eines Goldschmieds teurer bezahlt als die eines Taglöhners,
so stellt die Mehrarbeit des Goldschmieds in demselben Verhältnis
auch größern Mehrwert her als die des Taglöhners. Und wenn die
Ausgleichung der Arbeitslöhne und Arbeitstage und daher der Rate
des Mehrwerts zwischen
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1*) Siehe Band 23 unserer Ausgabe, S. 59
#152# II. Abschnitt - Verwandlung des Profits in Durchschnittspr.
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verschiednen Produktionssphären, ja selbst zwischen verschiednen
Kapitalanlagen in derselben Produktionssphäre durch vielerlei lo-
kale Hindernisse aufgehalten wird, so vollzieht sie sich doch
mehr und mehr mit dem Fortschritt der kapitalistischen Produktion
und der Unterordnung aller ökonomischen Verhältnisse unter diese
Produktionsweise. So wichtig das Studium solcher Friktionen für
jede Spezialarbeit über den Arbeitslohn, so sind sie doch für die
allgemeine Untersuchung der kapitalistischen Produktion als zu-
fällig und unwesentlich zu vernachlässigen. In solcher allgemei-
nen Untersuchung wird überhaupt immer vorausgesetzt, daß die
wirklichen Verhältnisse ihrem Begriff entsprechen, oder was das-
selbe, werden die wirklichen Verhältnisse nur dargestellt, soweit
sie ihren eignen allgemeinen Typus ausdrücken.
Der Unterschied der Raten des Mehrwerts in verschiednen Ländern
und daher der nationalen Exploitationsgrade der Arbeit ist für
die vorliegende Untersuchung durchaus gleichgültig. Wir wollen ja
eben in diesem Abschnitt darstellen, in welcher Weise eine allge-
meine Profitrate innerhalb eines Landes hergestellt wird. Es ist
jedoch klar, daß man bei Vergleichung der verschiednen nationalen
Profitraten nur das früher Entwickelte mit dem hier zu Entwic-
kelnden zusammenzustellen hat. Erst betrachte man die Verschie-
denheit in den nationalen Raten des Mehrwerts und dann vergleiche
man, auf Grundlage dieser gegehnen Raten des Mehrwerts, die Ver-
schiedenheit der nationalen Profitraten. Soweit ihre Verschieden-
heit nicht aus der Verschiedenheit der nationalen Raten des Mehr-
werts resultiert, muß sie Umständen geschuldet sein, worin, wie
in der Untersuchung in diesem Kapitel, der Mehrwert als überall
gleich, als konstant vorausgesetzt wird.
Es wurde im vorigen Kapitel gezeigt, daß, die Rate des Mehrwerts
als konstant vorausgesetzt, die Profitrate, die ein bestimmtes
Kapital abwirft, steigen oder fallen kann infolge von Umständen,
die den Wert eines oder des andern Teils des konstanten Kapitals
erhöhen oder erniedrigen und dadurch überhaupt das Verhältnis
zwischen den konstanten und variablen Bestandteilen des Kapitals
affizieren. Es wurde ferner bemerkt, daß Umstände, welche die Um-
schlagszeit eines Kapitals verlängern oder verkürzen, in ähnli-
cher Weise die Profitrate affizieren können. Da die Masse des
Profits identisch ist mit der Masse des Mehrwerts, mit dem Mehr-
wert selbst, so zeigte sich auch, daß die Masse des Profits - im
Unterschied von der Profitrate - nicht von den eben erwähnten
Wertschwankungen betroffen wird. Sie modifizierten nur die Rate,
worin sich ein gegebner Mehrwert und daher auch ein Profit von
gegebner Größe ausdrückt, d.h. seine verhältnismäßige Größe,
seine Größe verglichen mit der Größe des vorgeschoßnen
#153# 8. Kapitel - Verschiedenheit der Profitraten usw.
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Kapitals. Insofern infolge jener Wertschwankungen Bindung oder
Freisetzung von Kapital stattfand, konnte auf diesem indirekten
Weg nicht nur die Profitrate, sondern der Profit selbst affiziert
werden. Indes galt dies dann immer nur von bereits engagiertem
Kapital, nicht von neuer Kapitalanlage; und außerdem hing die
Vergrößerung oder Verringerung des Profits selbst immer davon ab,
inwiefern infolge jener Wertschwankungen mit demselben Kapital
mehr oder weniger Arbeit in Bewegung gesetzt werden konnte, also
mit demselben Kapital - bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts -
eine größre oder geringre Masse von Mehrwert produziert werden
konnte. Weit entfernt, dem allgemeinen Gesetz zu widersprechen
oder eine Ausnahme davon zu bilden, war diese scheinbare Ausnahme
in der Tat nur ein besondrer Fall der Anwendung des allgemeinen
Gesetzes.
Wenn sich im vorigen Abschnitt zeigte, daß bei konstantem Ex-
ploitationsgrad der Arbeit, mit Wertwechsel der Bestandteile des
konstanten Kapitals und ebenso mit Wechsel in der Umschlagszeit
des Kapitals, die Profitrate sich änderte, so folgt daraus von
selbst, daß die Profitraten verschiedner gleichzeitig nebeneinan-
der existierenden Produktionssphären verschieden sein werden,
wann bei sonst gleichbleibenden Umständen die Umschlagszeit der
angewandten Kapitale eine verschiedne, oder wenn das Wertverhält-
nis zwischen den organischen Bestandteilen dieser Kapitale in den
verschiednen Produktionszweigen verschieden ist. Was wir früher
betrachteten als Änderungen, die zeitlich nacheinander mit dem-
selben Kapital vorgingen, betrachten wir jetzt als gleichzeitig
vorhandne Unterschiede zwischen nebeneinander bestehenden Kapi-
talanlagen in verschiednen Produktionssphären. Wir werden hierbei
zu untersuchen haben: 1. die Verschiedenheit in der
o r g a n i s c h e n Z u s a m m e n s e t z u n g der Kapi-
tale, 2. die Verschiedenheit ihrer Umschlagszeit.
Die Voraussetzung bei dieser ganzen Untersuchung ist selbstver-
ständlich die, daß, wenn wir von Zusammensetzung oder Umschlag
des Kapitals in einem bestimmten Produktionszweig sprechen, immer
das durchschnittliche Normalverhältnis des in diesem Produktions-
zweig angelegten Kapitals gemeint, überhaupt von dem Durchschnitt
des in der bestimmten Sphäre angelegten Gesamtkapitals, nicht von
den zufälligen Unterschieden der in dieser Sphäre angelegten Ein-
zelkapitale die Rede ist. Da ferner unterstellt ist, daß Rate des
Mehrwerts und Arbeitstag konstant, und da diese Unterstellung
ebenfalls Konstanz des Arbeitslohns einschließt, so drückt ein
gewisses Quantum variables Kapital ein gewisses Quantum in Bewe-
gung gesetzter Arbeitskraft und daher ein bestimmtes
#154# II. Abschnitt - Verwandlung des Profits in Durchschnittspr.
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Quantum sich vergegenständlichender Arbeit aus. Wenn also 100
Pfd.St. den WochenIohn von 100 Arbeitern ausdrückt, also in der
Tat 100 Arbeiterkraft anzeigt, so n x 100 Pfd.St. die von n x 100
Arbeitern und 100 Pfd.St./n die von 100/n Arbeitern. Das variable
Kapital dient hier also (wie bei gegebnem Arbeitslohn stets der
Fall) als Index der Masse der von einem bestimmten Gesamtkapital
in Bewegung gesetzten Arbeit; Verschiedenheiten in der Größe des
angewandten variablen Kapitals dienen daher als Indizes der Ver-
schiedenheit in der Masse der angewandten Arbeitskraft. Wenn 100
Pfd.St. 100 Arbeiter wöchentlich darstellen und daher bei 60
Stunden wöchentlicher Arbeit 6000 Arbeitsstunden repräsentieren,
so 200 Pfd.St. 12 000 und 50 Pfd.St. nur 3000 Arbeitsstunden.
Unter Zusammensetzung des Kapitals verstehn wir, wie schon in
Buch I gesagt, das Verhältnis seines aktiven und seines passiven
Bestandteils, des variabeln und des konstanten Kapitals. Es kom-
men hierbei zwei Verhältnisse in Betracht, die nicht von gleicher
Wichtigkeit sind, obgleich sie unter gewissen Umständen gleiche
Wirkung hervorbringen können. Das erste Verhältnis beruht auf
technischer Grundlage und ist auf einer bestimmten Entwicklungs-
stufe der Produktivkraft als gegeben zu betrachten. Eine be-
stimmte Masse Arbeitskraft, dargestellt durch eine bestimmte An-
zahl Arbeiter, ist erheischt, um eine bestimmte Masse Produkt,
z.B. in einem Tag zu produzieren und daher - was darin einge-
schlossen - eine bestimmte Masse Produktionsmittel, Maschinerie,
Rohstoffe etc. in Bewegung zu setzen, produktiv zu konsumieren.
Es kommt eine bestimmte Anzahl Arbeiter auf ein bestimmtes Quan-
tum Produktionsmittel und daher ein bestimmtes Quantum lebendiger
Arbeit auf ein bestimmtes Quantum von in den Produktionsmitteln
bereits vergegenständlichter Arbeit. Dies Verhältnis ist sehr
verschieden in verschiednen Produktionssphären, oft zwischen den
verschiednen Zweigen einer und derselben Industrie, obgleich es
zufällig wieder in sehr weit auseinanderliegenden Industriezwei-
gen ganz oder annähernd dasselbe sein kann.
Dies Verhältnis bildet die technische Zusammensetzung des Kapi-
tals und ist die eigentliche Grundlage seiner organischen Zusam-
mensetzung.
Es ist aber auch möglich, daß jenes Verhältnis in verschiednen
Industriezweigen dasselbe sei, soweit das variable Kapital bloßer
Index von Arbeitskraft und das konstante Kapital bloßer Index der
von der Arbeitskraft in Bewegung gesetzten Masse von Produktions-
mitteln ist. Z.B. gewisse Arbeiten in Kupfer und Eisen mögen
gleiches Verhältnis zwischen Arbeitskraft und Masse von Produkti-
onsmitteln voraussetzen. Da aber Kupfer
#155# 8. Kapitel - Verschiedenheit der Profitraten usw.
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teurer als Eisen, wird das Wertverhältnis zwischen variablem und
konstantem Kapital in beiden Fällen verschieden sein und darin
auch die Wertzusammensetzung der beiden Gesamtkapitale. Der Un-
terschied zwischen der technischen Zusammensetzung und der Wert-
zusammensetzung zeigt sich in jedem Industriezweig darin, daß bei
konstanter technischer Zusammensetzung das Wertverhältnis der
beiden Kapitaltelle wechseln und bei veränderter technischer Zu-
sammensetzung das Wertverhältnis dasselbe bleiben kann; letztres
natürlich nur, wenn der Wechsel in dem Verhältnis der angewandten
Massen von Produktionsmitteln und Arbeitskraft durch entgegenge-
setzten Wechsel in ihren Werten ausgeglichen wird.
Die Wertzusammensetzung des Kapitals, insofern sie durch seine
technische Zusammensetzung bestimmt wird und diese widerspiegelt,
nennen wir die o r g a n i s c h e Zusammensetzung des Kapi-
tals. 20)
Bei dem variablen Kapital setzen wir also voraus, daß es Index
einer bestimmten Menge Arbeitskraft, bestimmter Anzahl Arbeiter
oder bestimmter Massen in Bewegung gesetzter lebendiger Arbeit
ist. Man hat im vorigen Abschnitt gesehn, daß Wechsel in der
Wertgröße des variablen Kapitals möglicherweise nichts darstellt
als größern oder geringem Preis derselben Arbeitsrnasse; aber
hier, wo Mehrwertsrate und Arbeitstag als konstant, der Arbeits-
lohn für bestimmte Arbeitszeit als gegeben betrachtet wird, fällt
dies fort. Dagegen kann ein Unterschied in der Größe des konstan-
ten Kapitals zwar auch Index sein eines Wechsels in der Masse der
von einem bestimmten Quantum Arbeitskraft in Bewegung gesetzten
Produktionsmittel; aber er kann auch herrühren von dem Unter-
schied im Wert, den die in Bewegung gesetzten Produktionsmittel
in einer Produktionssphäre als unterschieden von der andren ha-
ben. Beide Gesichtspunkte kommen daher hier in Erwägung.
Endlich ist folgendes Wesentliche zu bemerken:
Gesetzt, 100 Pfd.St. sei der Wochenlohn von 100 Arbeitern. Ge-
setzt, die wöchentliche Arbeitszeit sei = 60 Stunden. Gesetzt
ferner die Rate des Mehrwerts sei = 100%. In diesem Falle arbei-
ten die Arbeiter von den 60 Stunden 30 für sich selbst und 30 um-
sonst für den Kapitalisten. In den 100 Pfd.St. Arbeitslohn sind
in der Tat nur 30 Arbeitsstunden der 100 Arbeiter
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20) Das Obige findet sich schon kurz entwickelt in der dritten
Auflage des ersten Buchs, S. 628, am Anfang von Kapitel XXIII
1*). Da die beiden ersten Auflagen jene Stelle nicht enthalten,
war ihre Wiederholung hier um so mehr geboten. - F. E.
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1*) Siehe Band 23 unserer Ausgabe, S. 640
#156# II. Abschnitt - Verwandlung des Profits in Durchschnittspr.
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oder zusammen 3000 Arbeitsstunden verkörpert, während die andren
3000 Stunden, die sie arbeiten, verkörpert sind in den 100
Pfd.St. Mehrwert, resp. Profit, den der Kapitalist einsteckt. Ob-
gleich der Arbeitslohn von 100 Pfd.St. daher nicht den Wert aus-
drückt, worin sich die Wochenarbeit der 100 Arbeiter vergegen-
ständlicht, so zeigt er doch an (da Länge des Arbeitstags und
Rate des Mehrwerts gegeben), daß von diesem Kapital 100 Arbeiter
während zusammen 6000 Arbeitsstunden in Bewegung gesetzt worden
sind. Das Kapital von 100 Pfd.St. zeigt dies an, weil es erstens
die Anzahl der in Bewegung gesetzten Arbeiter anzeigt, indem 1
Pfd. St. = 1 Arbeiter per Woche, also 100 Pfd.St. = 100 Arbeiter;
und zweitens, weil jeder in Bewegung gesetzte Arbeiter, bei der
gegebnen Mehrwertsrate von 100%, noch einmal soviel Arbeit ver-
richtet als in seinem Lohn enthalten ist, also 1 Pfd.St., sein
Lohn, der der Ausdruck einer halben Woche Arbeit, eine ganze Wo-
che Arbeit in Bewegung setzt, und ebenso 100 Pfd.St., obgleich
sie nur 50 Wochen Arbeit enthalten, 100 Arbeitswochen. Es ist da
also ein sehr wesentlicher Unterschied zu machen zwischen dem va-
riablen, in Arbeitslohn ausgelegten Kapital, soweit sein Wert,
die Summe der Arbeitslöhne, ein bestimmtes Quantum vergegenständ-
lichter Arbeit darstellt und soweit sein Wert bloßer Index ist
der Masse lebendiger Arbeit, die es in Bewegung setzt. Diese
letztre ist immer größer als die in ihm enthaltne Arbeit und
stellt sich daher auch in einem höhern Wert dar als dem des vari-
ablen Kapitals; in einem Wert, der bestimmt ist einerseits durch
die Anzahl der vom variablen Kapital in Bewegung gesetzten Arbei-
ter und andrerseits durch das Quantum Mehrarbeit, das sie ver-
richten.
Es folgt aus dieser Betrachtungsweise des variablen Kapitals.
Wenn eine Kapitalanlage in der Produktionssphäre A auf Je 700 des
Gesamtkapitals nur 100 in variablem Kapital verausgabt und 600 in
konstantem, während in der Produktionssphäre B 600 in variablem
und nur 100 in konstantem verausgabt werden, so wird jenes Ge-
samtkapital A von 700 nur eine Arbeitskraft von 100 in Bewegung
setzen, also unter der frühern Annahme nur 100 Arbeitswochen oder
6000 Stunden lebendiger Arbeit, während das gleich große Gesamt-
kapital B 600 Arbeitswochen und daher 36 000 Stunden lebendiger
Arbeit in Bewegung setzt. Das Kapital in A würde daher nur 50 Ar-
beitswochen oder 3000 Stunden Mehrarbeit aneignen, während das
gleich große Kapital in B 300 Arbeitswochen oder 18 000 Stunden.
Das variable Kapital ist der Index nicht nur der in ihm selbst
enthaltnen Arbeit, sondern, bei gegebner Mehrwertsrate, zugleich
der von ihm über dies Maß hinaus in Bewegung gesetzten überschüs-
sigen oder Mehrarbeit. Bei gleichem Exploitationsgrad der Arbeit
wäre der
#157# 8. Kapitel - Verschiedenheit der Profitraten usw.
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Profit im ersten Fall 100/700 = 1/7 = 14 3/7 % und im zweiten =
600/700 = 85 5/7 %, die sechsfache Profitrate. Aber in der Tat
wäre in diesem Fall der Profit selbst sechsmal größer, 600 für B
gegen 100 für A, weil sechsmal soviel lebendige Arbeit mit dem-
selben Kapital in Bewegung gesetzt, also bei gleichem Exploitati-
onsgrad der Arbeit auch sechsmal soviel Mehrwert, daher sechsmal
soviel Profit gemacht wird.
Würden in A nicht 700, sondern 7000 Pfd.St., in B dagegen nur 700
Pfd.St. Kapital angewandt, so würde das Kapital A, bei gleich-
bleibender organischer Zusammensetzung, 1000 Pfd.St. von den 7000
Pfd.St. als variables Kapital anwenden, also 1000 Arbeiter wö-
chentlich = 60 000 Stunden lebendiger Arbeit, wovon 30 000 Stun-
den Mehrarbeit. Aber nach wie vor würde A mit je 700 Pfd.St. nur
1/6 soviel lebendige Arbeit und daher auch nur 1/6 soviel Mehrar-
beit in Bewegung setzen wie B, also damit auch nur 1/6 soviel
Profit produzieren. Wird die Profitrate betrachtet, so ist
1000/7000 = 100/700 = 14 3/7 % gegen 600/700 oder 85 5/7 % des
Kapitals B. Gleich große Kapitalbeträge genommen, ist hier die
Profitrate verschieden, weil bei gleicher Mehrwertsrate, infolge
der verschiednen Massen in Bewegung gesetzter lebendiger Arbeit,
die Massen der produzierten Mehrwerte und daher die Profite ver-
schieden sind.
Dasselbe Resultat folgt tatsächlich, wenn die technischen Ver-
hältnisse in der einen Produktionssphäre dieselben sind wie in
der andern, aber der Wert der angewandten konstanten Kapitalele-
mente größer oder kleiner ist. Nehmen wir an, beide wenden 100
Pid.St. als vatiables Kapital an und brauchen also 100 Arbeiter
wöchentlich, um dasselbe Quantum Maschinerie und Rohstoff in Be-
wegung zu setzen, aber letztre seien teurer in B als in A. In
diesem Falle kämen auf 100 Pfd.St. variables Kapital in A z.B.
200 Pfd.St. konstantes und in B 400. Dann ist bei einer Mehr-
wertsrate von 100% der produzierte Mehrwert beidemal gleich 100
Pfd.St.; also auch der 100 Profit beidemal gleich 100 Pfd.St.
Aber in A 100/(200c + 100v) = 1/3 = 33 1/3 %; dagegen in B
100/(400c + 100v) = 1/5 = 20%. In der Tat, nehmen wir in beiden
Fällen einen bestimmten aliquoten Teil des Gesamtkapitals, so
bildet in B von je 100 Pfd. St. nur 20 Pfd.St. oder 1/5 variables
Kapital, während in A von je 100 Pfd. St. 33 1/3 Pfd.St. oder 1/3
variables Kapital ist. B produziert auf je 100 Pfd.St. weniger
Profit, weil es weniger lebendige Arbeit in Bewegung setzt als A.
Die Verschiedenheit der Profitraten löst sich hier also wieder
auf in Verschiedenheit der auf je 100 der Kapitalanlagen erzeug-
ten Profitmassen, weil Massen des Mehrwerts.
#158# II. Abschnitt - Verwandlung des Profits in Durchschnittspr.
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Der Unterschied dieses zweiten Beispiels vom vorhergehenden ist
nur der: Die Ausgleichung zwischen A und B würde im zweiten Fall
nur einen Wertwechsel des konstanten Kapitals, sei es von A oder
B, bei gleichbleibender technischer Grundlage erfordern; im er-
sten Fall dagegen ist die technische Zusammensetzung selbst in
den beiden Produktionssphären verschieden und müßte zur Ausglei-
chung umgewälzt werden.
Die verschiedne organische Zusammensetzung der Kapitale ist also
unabhängig von ihrer absoluten Größe. Es fragt sich stets nur,
wieviel von je 100 variables und wieviel konstantes Kapital ist.
Kapitale von verschiedner Größe prozentig berechnet, oder was
hier auf dasselbe herauskommt, Kapitale von gleicher Größe erzeu-
gen also bei gleichem Arbeitstag und gleichem Exploitationsgrad
der Arbeit sehr verschiedne Mengen von Profit, weil von Mehrwert,
und zwar weil, nach der verschiednen organischen Kapitalzusammen-
setzung in verschiednen Produktionssphären ihr variabler Teil
verschieden ist, also die Quanta der von ihnen in Bewegung ge-
setzten lebendigen Arbeit verschieden, also auch die Quanta der
von ihnen angeeigneten Mehrarbeit, der Substanz des Mehrwerts und
daher des Profits. Gleich große Stücke des Gesamtkapitals in den
verschiednen Produktionssphären schließen ungleich große Quellen
des Mehrwerts ein, und die einzige Quelle des Mehrwerts ist die
lebendige Arbeit. Bei gleichem Exploitationsgrad der Arbeit hängt
die Masse der von einem Kapital = 100 in Bewegung gesetzten Ar-
beit, und daher auch der von ihm angeeigneten Mehrarbeit, von der
Größe seines variablen Bestandteils ab. Wenn ein Kapital, das
prozentig aus 90c + 10v besteht, bei gleichem Exploitationsgrad
der Arbeit ebensoviel Mehrwert oder Profit erzeugte wie ein Kapi-
tal, das aus 10c + 90v besteht, dann wäre es sonnenklar, daß der
Mehrwert und daher der Wert überhaupt eine ganz andre Quelle ha-
ben müßte als die Arbeit und daß damit jede rationelle Grundlage
der polltischen Ökonomie wegfiele. Setzen wir fortwährend 1
Pfd.St. gleich dem Wochenlohn eines Arbeiters für 60 Arbeitsstun-
den und die Mehrwertsrate = 100%, so ist klar, daß das Gesamt-
wertprodukt, das ein Arbeiter in einer Woche liefern kann = 2
Pfd.St.; 10 Arbeiter könnten also nicht mehr liefern als 20
Pfd.St.; und da von diesen 20 Pfd. St. 10 Pfd.St. den Arbeitslohn
ersetzen, so könnten die 10 keinen größern Mehrwert schaffen als
10 Pfd.St.; während die 90, deren Gesamtprodukt = 180 Pfd.St.,
und deren Arbeitslohn = 90 Pfd.St., einen Mehrwert von 90 Pfd.St.
schüfen. Die Profitrate wäre also im einen Fall 10%, im andern
90%. Sollte es anders sein, so müßten Wert und Mehrwert etwas an-
dres sein als vergegenständlichte Arbeit. Da also Kapitale in
verschiednen Produktionssphären, prozentig
#159# 8. Kapitel - Verschiedenheit der Profitraten usw.
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betrachtet - oder gleich große Kapitale -, sich ungleich eintei-
len in gleich viel lebendige Arbeit in konstantes und variables
Element, ungleich viel lebendige Arbeit in Bewegung setzen und
daher ungleich viel Mehrwert, also Profit erzeugen, so ist die
Rate des Profits, die eben in der prozentigen Berechnung des
Mehrwets auf das Gesamtkapital besteht, in ihnen verschieden.
Wenn aber die Kapitale verschiedner Produktionssphären, prozentig
berechnet, also gleich große Kapitale in verschiednen Produkti-
onssphären ungleiche Profite erzeugen, infolge ihrer verschiednen
organischen Zusammensetzung, so folgt, daß die Profite ungleicher
Kapitale in verschiednen Produktionssphären nicht im Verhältnis
zu ihren respektiven Größen stehn können, daß also die Profite in
verschiednen Produktionssphären nicht den Größen der respektiven
ihnen angewandten Kapitale proportional sind. Denn solches Wach-
sen des Profits pro rata der Größe des angewandten Kapitals würde
unterstellen, daß prozentig betrachtet die Profite gleich sind,
daß also gleich große Kapitale in verschiednen Produktionssphären
die gleiche Profitraten haben, trotz ihrer verschiednen organi-
schen Zusammensetzung. Nur innerhalb derselben Produktionssphäre,
wo also die organische Zusammensetzung des Kapitals gegeben ist,
oder zwischen verschiednen Produktionssphären von gleicher orga-
nischer Zusammensetzung des Kapitals, stehn die Massen der Pro-
fite in geradem Verhältnis zur Masse der angewandten Kapitale.
Daß die Profite ungleich großer Kapitale im Verhältnis ihrer Grö-
ßen sind, heißt überhaupt nichts, als daß gleich große Kapitale
gleich große Profite abwerfen oder daß die Profitrate für alle
Kapitale gleich ist, welches immer ihre Größe und ihre organische
Zusammensetzung.
Es findet das Entwickelte statt unter der Voraussetzung, daß die
Waren zu ihren Werten verkauft werden. Der Wert einer Ware ist
gleich dem Wert des in ihr enthaltnen konstanten Kapitals, plus
dem Wert des in ihr reproduzierten variablen Kapitals, plus dem
Inkrement dieses variablen Kapitals, dem produzierten Mehrwert.
Bei gleicher Rate des Mehrwerts hängt seine Masse offenbar ab von
der Masse des variablen Kapitals. Der Wert des Produkts des Kapi-
tals von 100 ist in dem einen Fall 90c + 10v + 10m = 110; im an-
dern Fall 10c + 90v + 90m = 190. Werden die Waren zu ihren Werten
verkauft, so das erste Produkt zu 110, wovon 10 Mehrwert oder un-
bezahlte Arbeit darstellt; das zweite Produkt dagegen zu 190, wo-
von 90 Mehrwert oder unbezahlte Arbeit.
Es ist dies namentlich wichtig, wenn nationale 1*) Profitraten
miteinander
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1*) 1. Auflage: internationale
#160# II. Abschnitt - Verwandlung des Profits in Durchsttspr.
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verglichen werden. In einem europäischen Land sei die Rate des
Mehrwerts 100%, d.h., der Arbeiter arbeite den halben Tag für
sich und den halben Tag für seinen Beschäftiger; in einem asiati-
schen Land sei sie 25 %, d.h., der Arbeiter arbeite 4/5 des Tages
für sich und 1/5 für seinen Beschäftiger. In dem europäischen
Land aber sei die Zusammensetzung des nationalen Kapitals 84c +
16v und im asiatischen Land, wo wenig Maschinerie etc. angewandt
und in einer gegebnen Zeit von einer gegebnen Menge Arbeitskraft
relativ wenig Rohmaterial produktiv konsumiert wird, sei die Zu-
sammensetzung 16c + 84v. Wir haben dann folgende Rechnung:
Im europäischen Land Produktwert = 84c + 16v + 16m = 116; Pro-
fitrate 16/100 = 16%.
Im asiatischen Land Produktwert = 16c + 84v + 21m = 121; Pro-
fitrate = 21/100 = 21%.
Die Profitrate ist also im asiatischen Land um mehr als 25% grö-
ßer als im europäischen, obgleich die Mehrwertsrate in jenem
viermal kleiner ist als in diesem. Die Careys, Bastlats und tutti
quanti werden gerade auf das Umgekehrte schließen.
Dies beiläufig; verschiedne nationale Profitraten werden meist
auf verschiednen nationalen Mehrwertsraten beruhen; wir verglei-
chen aber in diesem Kapitel ungleiche Profitraten, die aus einer
und derselben Mehrwertsrate entspringen.
Außer der verschiednen organischen Zusammensetzung der Kapitale,
also außer den verschiednen Massen von Arbeit und damit auch, bei
sonst gleichen Umständen, von Mehrarbeit, die Kapitale von glei-
cher Cröße in verschiednen Produktionssphären in Bewegung setzen,
besteht noch eine andre Quelle der Ungleichheit der Profitraten:
die Verschiedenheit in der Länge des Umschlags des Kapitals in
den verschiednen Produktionssphären. Wir haben im IV. Kapitel ge-
sehn, daß bei gleicher Zusammensetzung der Kapitale und bei sonst
gleichen Umständen die Profitraten sich umgekehrt verhalten wie
die Umschlagszeiten, und ebenso, daß dasselbe variable Kapital,
wenn es in verschiednen Zeiträumen umschlägt, ungleiche Massen
von jährlichem Mehrwert zuwege bringt. Die Verschiedenheit der
Umschlagszeiten ist also ein andrer Grund, warum gleich große Ka-
pitale in v,erschiednen Produktionssphären nicht gleich große
Profite in gleichen Zeiträumen produzieren und warum daher die
Profitraten in diesen verschiednen Sphären verschieden sind. Was
dagegen das Verhältnis der Zusammensetzung der Kapitale aus fixem
und zirkurendem Kapital betrifft, so affiziert es, an und für
sich betrachtet, die Profitrate durchaus nicht. Es kann sie nur
affizieren,
#161# 8. Kapitel - Verschiedenheit der Profitraten usw.
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wenn entweder diese verschiedne Zusammensetzung zusammenfällt mit
wenn entweder verschiednem Verhältnis zwischen dem variablen und
konstanten Teil, wo also diesem Unterschied, und nicht dem von
zirkulierendem und fixem, die Verschiedenheit der Profitrate ge-
schuldet ist; oder wenn das verschiedne Verhältnis zwischen fixen
und zirkulierenden Bestandteilen eine Verschiedenheit bedingt in
der Umschlagszeit, während welcher ein bestimmter Profit reali-
siert wird. Wenn Kapitale in verschiedner Proportion in fixes und
zirkulierendes zerfallen, wird dies zwar stets Einfluß auf ihre
Umschlagszeit haben und eine Verschiedenheit derselben hervorru-
fen; es folgt daraus aber nicht, daß die Umschlagszeit, worin
dieselben Kapitale Profit realisieren, verschieden ist. Ob A z.B.
beständig einen großem Teil des Produkts in Rohstoff etc. umset-
zen muß, während B für längre Zeit dieselben Maschinen etc. bei
weniger Rohstoff braucht, beide haben, soweit sie produzieren,
stets einen Teil ihres Kapitals engagiert; der eine in Rohstoff,
also zirkullerendem Kapital, der andre in Maschinen etc., also in
fixem Kapital. A verwandelt beständig einen Teil seines Kapitals
aus Warenform in Geldform und aus dieser zurück in die Form des
Rohstoffs; während B einen Teil seines Kapitals ohne solche Ver-
änderung für längren Zeitraum als Arbeitsinstrument benutzt. Wenn
beide gleich viel Arbeit anwenden, so werden sie im Lauf des
Jahrs zwar Produktenmassen von ungleichem Wert verkaufen, aber
beide Produktenmassen werden gleich viel Mehrwert enthalten, und
ihre Profitraten, die auf das gesamte vorgeschoßne Kapital be-
rechnet werden, sind dieselben, obgleich ihre Zusammensetzung aus
fixem und zirkulierendem Kapital und ebenso ihre Umschlagszeit
verschieden ist. Beide Kapitale realisieren in gleichen Zeiten
gleiche Profite, obgleich sie in verschiednen Zeiten umschlagen.
21) Die Verschiedenheit der Umschlagszeit hat an und für sich nur
Bedeutung, soweit sie die Masse der Mehrarbeit affiziert, die von
demselben Kapital in einer gegebnen Zeit
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21) {Wie aus Kap. IV folgt, ist das Obige nur richtig für den
Fall, daß die Kapitale A und B verschiedne Wertzusammensetzung
haben, daß aber ihre prozentigen variablen Bestandteile sich ver-
halten wie ihre Umschlagszeiten, resp. umgekehrt wie ihre Um-
schlagzahlen. Kapital A sei prozentig zusammengesetzt aus 20c fix
+ 70c zirkulierend, also 90c + 10v = 100. Bei einer Mehrwertsrate
von 100% erzeugen die 10v in einem Umschlag 10m, Profitrate für
den Umschlag = 10%. Kapital B dagegen sei = 60c fix + 20c zirku-
lierend, also 80c + 20v = 100. Die 20v erzeugen bei einem Um-
schlag bei obiger Mehrwertsrate 20m, Profitrate für den Umschlag
= 20%, also die doppelte gegen A. Schlägt aber A zweimal um in
einem Jahr und B nur einmal, so ergibt es für das Jahr ebenfalls
2 x 10 = 20m, und die Jahresprofitrate ist bei beiden gleich,
nämlich 20%. - F. E.}
#162# II. Abschnitt - Verwandlung des Profits in Durchschittspr.
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angeeignet und realisiert werden kann.Wenn also eine ungleiche
Zusammensetzung aus zirkulierendem und fixem Kapital nicht not-
wendig eine Ungleichheit der Umschlagszeit einschließt, die ih-
rerseits Ungleichheit der Profitrate bedingt, so ist klar, daß,
soweit letztre stattfindet, dies nicht aus der ungleichen Zusam-
mensetzung von zirkulierendem und fixem Kapital an sich herrührt,
sondern vielmehr daraus, daß diese letztre hier
nur eine die Profitrate affizierende Ungleichheit der Umschlags-
zeiten anzeigt.
Die verschiedne Zusammensetzung des konstanten Kapitals aus zir-
kulierendem und fixem in verschiednen Industriezweigen hat an
sich also keine Bedeutung für die Profitrate, da das Verhältnis
des variablen Kapitals zum konstanten entscheidet und der Wert
des konstanten Kapitals, also auch seine relative Größe im Ver-
hältnis zum variablen, durchaus unabhängig ist von dem fixen oder
zirkulierenden Charakter seiner Bestandteile. Wohl aber wird sich
finden - und dies leitet mit zu falschen Schlüssen daß da, wo das
fixe Kapital bedeutend entwickelt, dies nur Ausdruck davon ist,
daß die Produktion auf großer Stufenleiter betrieben wird und da-
her das konstante Kapital sehr überwiegt über das variable, oder
daß die angewandte lebendige Arbeitskraft gering ist im Verhält-
nis zur Masse der von ihr in Bewegung gesetzten Produktionsmit-
tel.
Wir haben also gezeigt: daß in verschiednen Industriezweigen,
entsprechend der verschiednen organischen Zusammensetzung der Ka-
pitale, und innerhalb der angegebnen Grenzen auch entsprechend
ihren verschiednen Umschlagszeiten, ungleiche Profitraten herr-
schen und daß daher auch bei gleicher Mehrwertsrate nur für Kapi-
tale von gleicher organischer Zusammensetzung - gleiche Um-
schlagszeiten vorausgesetzt - das Gesetz (der allgemeinen Tendenz
nach) gilt, daß die Profite sich verhalten wie die Größen der Ka-
pitale und daher gleich große Kapitale in gleichen Zeiträumen
gleich große Profite abwerfen. Das Entwickelte gilt auf der Ba-
sis, welche überhaupt bisher die Basis unsrer Entwicklung war:
daß die Waren zu ihren Werten verkauft werden. Andrerseits unter-
liegt es keinem Zweifel, daß in der Wirklichkeit, von unwesentli-
chen, zufälligen und sich ausgleichenden Unterschieden abgesehn,
die Verschiedenheit der durchschnittlichen Profifraten für die
verschiednen Industriezweige nicht existiert und nicht existieren
könnte, ohne das ganze System der kapitalistischen Produktion
aufzuheben. Es scheint also, daß die Werttheorie hier unvereinbar
ist mit der wirklichen Bewegung, unvereinbar mit den tatsächli-
chen Erscheinungen der Produktion und daß daher überhaupt darauf
verzichtet werden muß, die letztren zu begreifen.
#163# 8. Kapitel - Verschiedenheit der Profitraten usw.
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Aus dem ersten Abschnitt dieses Buchs ergibt sich, daß die Kost-
preise dieselben sind für Produkte verschiedner Produktionssphä-
ren, in deren Produktion gleich große Kapitalteile vorgeschossen
sind, wie verschieden immer die organische Zusammensetzung dieser
Kapitale sein möge. Im Kostpreis fällt der Unterschied von varia-
blem und konstantem Kapital für den Kapitalisten fort. Ihm kostet
eine Ware, zu deren Produktion er 100 Pfd.St. auslegen muß,
gleich viel, lege er nun 90c + 10v oder 1Oc + 90v aus. Sie kostet
ihm stets 100 Pfd.St., weder mehr noch weniger. Die Kostpreise
sind dieselben für gleich große Kapitalauslagen in verschiednen
Sphären, so sehr auch die produzierten Werte und Mehrwerte ver-
schieden sein mögen. Diese Gleichheit der Kostpreise bildet die
Basis der Konkurrenz der Kapitalanlagen, wodurch der Durch-
schnittsprofit hergestellt
wird.
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