Quelle: MEW 27 Briefe Februar 1842 bis Dezember 1851
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#139# 41 - Marx an Engels - um den 1. August 1849
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41
Marx an Engels
in Vevey [143]
[Paris, um den 1. August 1849]
Lieber Engels!
Ich habe sehr viele Unruhe für Dich ausgestanden und war wirklich
erfreut, gestern einen Brief von Deiner Hand zu empfangen. 1*)
Ich hatte Dronke (der hier ist) an Deinen Schwager 2*) schreiben
lassen, um Auskunft zu erhalten. Der wußte natürlich nichts.
Meine ganze Familie ist hier; die Regierung hat mich nach Morbi-
han, den Pontinischen Sümpfen der Bretagne, ausweisen wollen.
Bisher habe ich die Exekution verhindert. Soll ich Dir aber näher
sowohl über meine Verhältnisse hier als über die allgemeinen
schreiben, so mußt Du mir eine sicherere Adresse schicken, denn
hier ist's sehr ungeheuer.
Du hast jetzt die schönste Gelegenheit, eine Geschichte oder ein
Pamphlet über die badisch-pfälzische Revolution zu schreiben.
[144] Ohne Deine Teilnahme an dem Krieg selbst hätten wir mit un-
sern Ansichten über diesen Ulk nicht hervortreten können. Du
kannst dabei die Stellung der "N[euen] Rh[einischen] Z[eitung]"
zur demokratischen Partei überhaupt glänzend herausbeißen . Ich
bin überzeugt, daß die Sache ziehn und Dir Geld einbringen wird.
Ich habe Unterhandlungen eingeleitet, um eine politisch-ökonomi-
sche Zeit (Monats-)schrift zu Berlin zustande zu bringen, die
hauptsächlich von uns beiden geschrieben werden müßte. [145]
Lupus ist auch in der Schweiz, ich glaube in Bern. Weerth war ge-
stern hier, er etabliert eine Agentur zu Liverpool. Der rote
Wolff 3*) wohnt hier bei mir. Die finanziellen Verhältnisse sind
natürlich sehr zerrüttet.
Freiligrath ist nach wie vor in Köln. Wäre meine Frau nicht in
einem état par trop intéressant 4*), so würde ich Paris gern,
sobald es pekuniär möglich, verlassen.
Leb wohl. Grüß W[illic]h bestens und schreib umgehend unter der
Adresse: M. Ramboz, rue de Lille 45.
Dein K. M.
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1*) Siehe vorl. Band, S. 501/502 - 2*) Emil Blank - 3*) Ferdinand
Wolff - 4*) allzu interessanten Zustand
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