Quelle: MEW 27 Briefe Februar 1842 bis Dezember 1851


       zurück

       #245# 85 - Marx an Engels - 5. Mai 1851
       -----
       85
       
       Marx an Engels
       in Manchester
       
       [London] 5. Mai [1851]
       Lieber Engels!
       Ich schicke  Dir, hier  nachfolgend, eine Kopie des Artikels über
       die Anwendung der Elektrizität auf die Agrikultur [327], wörtlich
       englisch. Du bist so gut und schreibst mir umgehend,
       1. was Du von der Sache hältst.
       2. Erkläre mir  die Geschichte,  da ich  nicht  ganz  klug  draus
       werde, in plain German 1*).
       
               A                   G                    D
               +----------------------------------------+
               ¦                   ¦s                   ¦
               ¦                   ¦d                   ¦
               ¦                   ¦r                   ¦
               ¦                   ¦a                   ¦
               ¦                   ¦Y                   ¦
       North E ¦-------------------+--------------------¦ F South
               ¦      Seventy Six  ¦y   Yards           ¦
               ¦                   ¦t                   ¦
               ¦                   ¦r                   ¦
               ¦                   ¦o                   ¦
               ¦                   ¦F                   ¦
               +----------------------------------------
               B                   H                    C
       
       A field  is divided  into oblong  squares, 76  yards long  and 40
       yards wide,  and containing  therefore, just  one acre  each. Das
       Obenstehende ist der Plan eines solchen square.
       An jedem  der Punkte  A, B,  C und  D pegs  are driven  into  the
       ground; the external lines represent strong iron wires, extending
       from and  fastened to  each of the 4 pegs, and communicating with
       each other,  so as  to form a square of wire, sunk 3 inches below
       the surface;  at the Points E and F Poles are fixed in the ground
       15 feet high; a wire is connected with the cross wire beneath the
       surface at  the Point E, - carried up the pole and along the cen-
       tre of  the square  to the top of the pole at F, down which it is
       conducted and fixed to the cross wire beneath the surface at that
       point. We  must here remark that the square must be so formed, to
       run from North
       -----
       1*) auf gut deutsch
       
       #246# 85 - Marx an Engels - 5. Mai 1851
       -----
       to South,  so that the wire passing from E to F shall be at right
       angles with  the Equator.  It is  well known  that a considerable
       body of  electricity is  generated in  the atmosphere,  and  con-
       stantly travelling  from east  to west  with the  motion  of  the
       earth. This electricity is attracted by the wire suspended from E
       to F,  and communicated to the wires forming the square under the
       surface of  the ground,  from the  points A,  B, C  and D ... any
       quantity of  electricity could  be generated,  that might  be re-
       quired, by  placing under  the ground  at the  point G,  a bag of
       charcoal, and  plates of  Zink at  the Point H, et to connect the
       two by  a wire passing over two poles similar to those at E and F
       and crossing the longitudinal wire passing from those points. The
       cost at  which this  application can  be made  is computed at one
       pound per acre, and it is reckoned to last 10-15 years, the wires
       being carefully taken up and replaced each year.
       Die poles  werden aus dry wood gemacht. As the area increases the
       cost
       diminishes.....The mode  in which the plot is laid out is as fol-
       lows. With
       a mariners'  compass and  measured lengths  of common string, lay
       out the  places for  the wooden  pins, to  which the  b u r i e d
       wire is  attached (by  passing through a small staple). Care must
       be taken to lay the length of the buried wire due north and south
       by compass,  and the breadth due east and west. This wire must be
       placed from two to three inches degrees in the soil. The lines of
       the buried  wire are then completed. The  s u s p e n d e d  wire
       must be  attached and in contact with the buried wires at both of
       its ends. A wooden pin with a staple must therefore be driven in,
       and thé  two poles (one 14 feet and the other 15 feet) being pla-
       ced by  the compass  due north and south, the wire is placed over
       them, and  fastened to the wooden stake, but touching likewise at
       this point  the buried  wire. The  suspended wire  must [not]  be
       drawn too tight, otherwise the wind will break it.
       Voilà l'affaire. 2*)
       -----
       2*) Ein Feld  ist in längliche Vierecke geteilt, 76 Yard lang und
       40 Yard  breit, so  daß also  jedes Viereck  gerade ein Acre groß
       ist. Das Obenstehende ist der Plan eines solchen Vierecks.
       An jedem  der Punkte  A, B,  C und D sind Pflöcke in die Erde ge-
       trieben; die  äußeren Linien  stellen starke Eisendrähte dar, die
       von einem der 4 Pflöcke zum andern gehend und an ihnen befestigt,
       so miteinander  verbunden sind, daß sie ein drei Zoll tief in die
       Erde eingesenktes  Drahtviereck bilden.  Bei den  Punkten E und F
       sind 15 Fuß hohe Pfähle in den Boden eingelassen; bei Punkt E ist
       ein Draht  mit dem unterirdischen Querdraht verbunden - den Pfahl
       hinauf durch  die Mitte des Vierecks zur Spitze des Pfahles bei F
       gezogen, dann  den Pfahl  hinunter geführt und hier wieder an dem
       unterirdischen Querdraht  befestigt. Hierbei ist zu beachten, daß
       das Viereck  so gerichtet  sein muß,  daß es  von Nord  nach  Süd
       liegt, so  daß der von E nach F gezogene Draht einen rechten Win-
       kel mit dem Äquator bildet. Es ist bekannt, daß in der Atmosphäre
       eine beträchtliche Menge Elektrizität erzeugt wird und mit
       
       #247# 85 - Marx an Engels - 5. Mai 1851
       -----
       Die deutschen  Zentralmänner haben  sich zum  xtenmal wieder ver-
       eint, und so erscheint eine Annonce von General Haug, die für den
       10. Mai  die Erscheinung  seines "Kosmos" ankündigt, unter Mitar-
       beit der Herrn Ruge, Kinkel, Ronge etc. Das wird schön werden.
       Eben bringt Tupman 3*) einen Brief von Miquel, woraus hervorgeht,
       daß die  deutschen Demokraten  - auch einige Kommunisten - an der
       Spitze das  Bremer Scheißblatt 4*) von Ruge, unermüdlich in ihren
       Verleumdungen gegen mich sind, und derartiges frißt natürlich bei
       dem deutschen Philister und Straubinger [47] reißend um sich. Die
       Kerls müssen  doch eine  Heidenangst vor mir haben, daß sie jetzt
       schon alle Mittel aufbieten, um mir den Aufenthalt in Deutschland
       unmöglich zu machen.
       Dein K. M.
       Jones hielt  gestern eine wirklich famose Vorlesung gegen das co-
       operative movement  5*), worin er de front 6*) sein eignes Publi-
       kum attackierte.  Er sagte mir, daß aus dem Blatt mit Harney wohl
       nichts werden  wird, da mit dessen Frau kein Geschäft abzuschlie-
       ßen ist.  Er wird  einstweilen auf  seine Faust ein Magazin [228]
       herausgeben.
       -----
       der Bewegung  der Erde  ständig von  Ost nach West wandert. Diese
       Elektrizität wird durch den von E nach F gespannten Draht angezo-
       gen und  dem unterirdischen  Drahtviereck ABCD mitgeteilt... jede
       Menge Elektrizität, die benötigt wird, könnte erzeugt werden, in-
       dem man  bei Punkt G unter der Erdoberfläche einen Sack Holzkohle
       und bei  Punkt H  Zinkplatten plaziert und beide durch einen über
       zwei Pfähle,  ähnlich denen  bei E und F, gezogenen Draht verbin-
       det, der den zwischen diesen Punkten gezogenen Längsdraht kreuzt.
       Die Kosten  für diese  Vorrichtung sind auf ein Pfund pro Acre zu
       berechnen, sie  kann 10-15 Jahre halten, wenn die Drähte sorgfäl-
       tig aufgehoben und jedes Jahr an ihren Platz gesetzt werden.
       Die Pfähle  werden aus  trockenem Holz gemacht. Je größer die Bo-
       denfläche, um so geringer die Kosten.... Der Platz wird wie folgt
       angelegt. Mit  einem Seemannskompaß und abgemessenen Längen Bind-
       faden werden  die Punkte  für die  Holzpflöcke bestimmt, an denen
       der  u n t e r i r d i s c h e  Draht (durch schmale Schließhaken
       laufend) befestigt  werden soll.  Dabei ist  zu beachten, daß die
       Längsseite des  unterirdischen Drahtvierecks  genau in  der Nord-
       Süd-Richtung des  Kompasses verläuft,  und die Querseite genau in
       Ost-West-Richtung. Dieser Draht wird dann zwei bis drei Inch tief
       in die  Erde versenkt.  Damit sind  die  Linien  für  den  unter-
       irdischen  Draht  fertig.  Der    ü b e r    d i e    P f ä h l e
       g e z o g e n e   Draht muß an seinen beiden Enden mit dem unter-
       irdischen Draht  verbunden sein.  Zu diesem  Zweck wird ein Holz-
       pflock mit  einem Schließhaken eingetrieben und die beiden Pfähle
       (der eine  14, der  andere 15  Fuß hoch) genau nach dem Kompaß in
       der Nord-Süd-Richtung plaziert, über sie der Draht gezogen und an
       dem Holzpflock  befestigt, wobei er jedoch gleichzeitig an diesem
       Punkt den  unterirdischen Draht  berühren muß. Der oben gespannte
       Draht ist  [nicht] zu  fest anzuziehen,  damit ihn der Wind nicht
       zerreißt.
       Das ist die Geschichte. - 3*) Wilhelm Pieper - 4*) "Bremer Tages-
       Chronik" - 5*) die Genossenschaftsbewegung - 6*) ins Gesicht

       zurück