Quelle: MEW 27 Briefe Februar 1842 bis Dezember 1851
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#485# 46 - Marx an Eduard Müller-Tellering - 5. Dezember 1848
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Marx an Eduard von Müller-Tellering
in Wien
[Köln, 5. Dezember 1848]
Mein lieber Tellering,
Sie hätten die fehlenden Nummern 1*) schon erhalten, aber die
meisten fehlen. Ich bin also noch damit beschäftigt, Ihnen die
mangelnden Exemplare aufzutreiben.
Was Ihr Feuilleton betrifft, so entschuldigen Sie, wenn ich aus
übergroßer Beschäftigung es bisher noch nicht durchgelesen. Paßt
es nicht für unsre Zeitung, so erhalten Sie es zurück.
Was die A d r e s s e n betrifft, so sind alle Ihre Briefe an-
gekommen. Der Vorsicht wegen schreiben Sie an: Herrn Werres, Un-
ter Huthmacher 17. Die Adresse ist gänzlich unverdächtig.
Unsere Zeitung ist momentan sans sou 2*). Aber die Abonnenten
[...] 3*) Die Esel fühlen endlich, daß wir immer richtig prophe-
zeit; wenn die Regierung uns nicht unterdrückt, sind wir Anfang
Januar obenauf, und ich werde dann alles tun, um Sie Ihren Lei-
stungen gemäß zu honorieren. Ihre Korrespondenzen sind unstreitig
die besten, die wir erhalten, ganz unsrer Tendenz gemäß, und da
sie aus unsrer Zeitung in französische, italienische und engli-
sche Journale übergegangen, haben Sie viel zur Aufklärung des
europäischen Publikums beigetragen.
Ich kann Ihnen gar nicht schildern, welche Opfer an Geld und an
Geduld ich bringen mußte, um die Zeitung zu erhalten. Die Deut-
schen sind hirntolle Esel.
Grüßen Sie Ihre Frau aufs beste von mir und versichere Sie meiner
steten Freundschaft
Ihr
Nach: Volksstimme, Frankfurt a.M.,
Nr. 247 vom 22. Oktober 1897.
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1*) "Neue Rheinische Zeitung" - 2*) ohne einen Pfennig - 3*) hier
ist ein Wort nicht zu entziffern. Die "Volksstimme" hat an diese
Stelle in Klammern das Wort "träumen" mit einem Fragezeichen ge-
setzt.
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