Quelle: MEW 27 Briefe Februar 1842 bis Dezember 1851
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#495# 52 - Engels an Daniel Fenner von Fenneberg - 1. März 1849
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Engels an Daniel Fenner von Fenneberg
Sehr geehrter Herr!
Ich würde Ihnen bereits eher geantwortet haben, hätte ich nicht
in Ihrer Angelegenheit erst noch verschiedne andre Leute befragen
müssen. Ich halte es nicht für geraten, daß Sie hier irgendwie
öffentlich auftreten; der hiesige Polizeidirektor ist aus Avan-
cierungslust capable de tout 1*), wie wir noch heute an einem von
hier ohne Grund ausgewiesnen polnischen Flüchtling erfahren. Ich
würde Ihnen ferner raten, falls Ihr Paß nicht g a n z u n t a-
d e l h a f t ist, lieber jede andre Route nach Paris als die
über Köln und Brüssel zu wählen. Durch Köln kämen Sie schon, aber
an der belgischen Grenze würden Sie unzweifelhaft arretiert und
per Zellenwagen, vielleicht erst nach mehrtägigem Gefängnis, nach
der französischen Grenze transportiert. Mir selbst ist es vor 5
Monaten so gegangen[393!, und täglich kommen uns neue Berichte
über diese belgischen Infamien gegen Flüchtlinge zu. Sie riskie-
ren sogar, daß die Kanaillen Ihnen, wie dem Flüchtling v. Hoch-
stetter, Ihr ganzes Geld abnehmen, ohne daß Sie einen Groschen
zurückerhalten.
Kann ich Ihnen sonst dienen, so geschieht's mit Vergnügen.
Ihr ergebner F. Engels
Köln, 1. März 49
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1*) zu allem fähig
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