Quelle: MEW 27 Briefe Februar 1842 bis Dezember 1851
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#500# 56 - Marx an Joseph Weydemeyer - 13. Juli 1849
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56
Marx an Joseph Weydemeyer
in Frankfurt a.M.
Paris, 13. Juli [1849]
45, rue de Lille
Adresse: M. Ramboz
Lieber Weydemeyer!
Dronke wird Dir schon geschrieben haben, daß Du zu jedem Preis
die roten Zeitungen [386] losschlagen sollst.
Ich bin hier mit meiner famille sans le sou 1*). Und doch hat
sich mir eine Gelegenheit geboten, wobei ich in ein paar Wochen
3-4000 fr. machen könnte. Meine Broschüre gegen Proudhon 2*), die
er durch alle möglichen Mittel zu unterdrücken suchte, fängt näm-
lich an hier zu ziehn, und es hängt von mir ab, in die wichtig-
sten Zeitungen Rezensionen darüber einzuschmuggeln, so daß eine
zweite Auflage nötig würde. Damit dies mir aber nütze, müßte ich
die noch vorrätigen Exemplare in Brüssel und Paris an mich kau-
fen, um einziger propriétaire 3*) zu werden.
Mit 3-400 Taler könnte ich diese Operation machen und gleichzei-
tig mich die erste Zeit hier halten. Du könntest mir vielleicht
hierzu behülflich sein.
Nämlich so.
Eine Dame in Rheda, mit der auch Lüning in Verbindung steht,
hatte schon 1000 Taler für die "N[eue] Rh[einische] Z[eitung]" an
Carl Post geschickt, sie aber zurückgenommen, als diese Zeitung
unterging. Könnte sie nicht vielleicht zu diesem Vorschuß durch
Deine Vermittlung bewogen werden? Ich glaube um so mehr Anspruch
auf derartigen Vorschuß zu haben, als ich über 7000 Taler für die
"N.Rh.Z.", die doch ein Parteiunternehmen war, zugesetzt habe.
Wenn es Dir möglich ist, betreibe diese Sache, aber ohne sie an-
dern mitzuteilen. Ich sage Dir, daß, wenn mir nicht Hülfe von ir-
gendeiner Seite wird, ich perdu 4*) bin, da auch meine Familie
hier ist, und schon der letzte Schmuck meiner Frau ins Pfandhaus
gewandert ist.
Ich erwarte umgehende Antwort.
Dein K. Marx
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1*) Familie ohne einen Pfennig - 2*) "Misère de la philosophie" -
3*) Eigentümer - 4*) verloren
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