Quelle: MEW 27 Briefe Februar 1842 bis Dezember 1851
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#521# 69 - Marx an Ferdinand Freiligrath - 10. Januar 1850
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Marx an Ferdinand Freiligrath
in Köln
London, 10. Januar [1850]
Lieber Freiligrath!
Ich schreibe Dir heut nur ein paar Zeilen in einer dringenden
Angelegenheit.
Sowohl für unsre "Revue", wie für ihre allmähliche Verwandlung in
eine 14tägige- und Wochenschrift und, je nach den Verhältnissen,
wieder in eine tägliche Zeitung - ebenso für unsre sonstigen
p r o p a g a n d i s t i s c h e n Interessen - brauchen wir
Geld. Geld ist nur in Amerika zu haben, wo jetzt alle die Halbre-
volutionäre - z.B. ein Anneke, der schmählich in der Pfalz aus-
gekniffen und bewiesen hat, daß er selbst nicht einmal Militär
ist - die goldnen Äpfel brechen.
Wir haben daher beschlossen, C. Schramm nach Amerika sofort als
Emissär zu schicken. Wir brauchen zu der Reise in der Ausdehnung,
wie wir sie bezwecken, wenigstens 150 Taler. Indem wir Dich ersu-
chen, Beiträge dafür in möglichster Kürze zu sammeln, ersuchen
wir Dich zugleich, umgehend die Empfehlungsbriefe für C. Schramm,
Gérant der "N.Rh.Z." 1*) (durch seine kühne Flucht von der Fe-
stung Wesel unsrer Partei wiedergegeben) einzuschicken.
Wegen der Geldgeschichte habe ich auch an G. Jung geschrieben.
Auf baldige Antwort harrend
Dein K. Marx
Die hiesigen Chartisten und französischen Réfugiés 2*) werden un-
serem Emissär ebenfalls Mandate geben.
Es ist dies eine Bundesangelegenheit.
Es ist nötig, lieber Freiligrath, daß Du in Deinem Empfehlungs-
schreiben Dich klar über die Stellung der "N.Rh.Z." in Deutsch-
land und ihre revolutionäre Bedeutung aussprichst.
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1*) "Neue Rheinische Zeitung. Politisch-ökonomische Revue" -
2*) Flüchtlinge
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