Quelle: MEW 27 Briefe Februar 1842 bis Dezember 1851
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#53# 11 - Engels an Marx - September 1846
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Engels an Marx
in Brüssel [62]
[Paris, September 1846]
... 7. sollten sie die §§ wegen Dividendenteilung in §§ wegen
Schadenteilung verwandeln, denn wenn a l l e s d a s n i c h t
w ä r e, so machen sie schon wegen des famosen Prinzips banke-
rott, den Schaden ganz zu tragen, aber den Profit zu teilen. Sie
müßten also doppelt so gute Geschäfte machen wie j e d e r
a n d r e Buchhändler, um sich zu halten - es ist aber ein Fak-
tum, daß alle bisherigen ausschließlich oder nur vorzugsweise mit
verbotnen Schriften handelnden Buchhändler - Fröbel, Wigand,
Leske - sich a u f d i e D a u e r ruiniert haben: 1. durch
Konfiskation, 2. durch Ausschließung von Märkten, die ± 1*) doch
immer stattfindet, 3. durch Bescheißung von Seiten der Kommissio-
näre und Sortimentshändler, 4. durch Polizeidrohungen, Prozesse
pp., 5. durch die Konkurrenz der Buchhändler, die nur von Zeit zu
Zeit etwas Anrüchiges drucken lassen, bei denen die Polizei also
seltner einspricht, und die dabei doch mehr Chance haben, Manu-
skripte zu bekommen, welche ziehen, während jenen stereotypen der
Schund und die nicht ziehenden Bücher blieben. Der buchhändleri-
sche Kampf mit der Polizei kann nur mit Profit geführt werden,
wenn viele Verleger sich darin beteiligen, es ist essentiellement
2*) ein Guerillakrieg, und man verdient nur, wenn man
s e l t e n so etwas riskiert. Der Markt ist nicht groß genug,
um eine spécialité 3*) aus dem Artikel zu machen.
Es ist übrigens Wurst, ob die Gesellschaft sich ruiniert, sie
ruiniert sich doch, mag sie's anfangen wie sie will; aber bei der
Garantie ruiniert sie sich zu rasch, das gibt ein hitziges Fieber
mit drei Krisen, von denen die dritte gewiß tödlich ist. Für die
zu erwartende Zufuhr von Manuskripten, die nicht übergroß sein
wird, wäre eine gelinde Schwindsucht passender. Es ist nur
schlimm, daß ihr Kapital zu sehr angegriffen wird, wenn sie
selbst druckt. Sie müßte so viel haben, daß sie ca. 1 1/2 Jahr
drucken könnte; denn gesetzt, das Kapital sei = 3000 Taler, das
sie im ersten J a h r verwendet; die Ostermessen-Abrechnung
bringt ihr bei erträglichen Geschäften ca. 2/3,
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1*) mehr oder weniger - 2*) im wesentlichen - 3*) Besonderheit
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also 2000 Taler mindestens. Sie muß also noch wenigstens 1000 Ta-
ler fürs zweite Jahr über jene 3000 Taler haben. So bleibt stets
ca. 1/3-1/4 des Kapitals engagiert, in Krebsen, schlechten Zah-
lern usw. Vielleicht ließe sich dies unter Vorwand von allmählich
abzahlbarem Vorschuß extra von den Aktionären aufbringen. Es ist
übrigens nötig, sich vorher mit einem Buchhändler zu benehmen, um
genau zu wissen, wieviel vom angelegten Kapital am Ende des 1.
Jahrs steckenbleibt, oder in wieviel Zeit man sein Gesamtkapital
einmal umschlagen kann. Ich weiß das so genau nicht, ich habe
aber Gründe, zu glauben, daß ich in den obigen Rechnungen eher
zuwenig als zuviel stets engagiertes Kapital angenommen.
Der Herr Gerant mit seinen 20% vom Gewinn wird reich werden. Wenn
in den Reservefonds auch 10% vom etwaigen Schaden kommen, so gibt
das ein hübsches Minus.
Was die Garantie für die S c h r i f t s t e l l e r für Folgen
hat, davon will ich gar nicht sprechen. Ich bin der Meinung, daß
man sie a b s c h l a g e n muß, wenn sie für größre Werke of-
feriert wird. Einmal die Gesellschaft auf dieser Basis etabliert,
können wir keinem andren Buchhändler mehr was antragen, ohne daß
er glaubt, die Gesellschaft habe es r e f ü s i e r t. Davon
abgesehen, daß dieselben Gründe, aus denen wir sie den Westfalen
[31] abschlugen, auch hier existieren. Weder unsre Ehre, noch un-
ser Interesse raten uns, darauf einzugehen.
Im einzelnen: 7 im Tendenzkomitee sind zuviel. Drei, höchstens 5,
sind genug. Man bekommt sonst Esel hinein oder gar Intriganten.
Das Tendenzkomitee muß doch ± in Brüssel wohnen. Wo ist da bei 7
Mitgliedern eine W a h l möglich? Ist auch gar kein Grund, daß
so viele sein sollen. Wir werden doch die Arbeit tun müssen, und
ich bin dabei für mein Teil, was sollen uns also all die Beisit-
zer? Übrigens, wenn es den Gutachten des Tendenzkomitees geht wie
denen der Provinziallandtage, wie dann? Es wird eine Heidenarbeit
werden, all diese schriftlichen Gutachten, indessen, daß wir uns
dem entziehen, daran ist kein Gedanke. Wie gesagt, ich bin dabei
für mein Teil. - Query 4*): Wenn die Bourgeois einen w a h r-
h a f t sozialistischen Aufsichtsrat ernennen, der unsre Gut-
achten outre passiert 5*), wie dann?
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4*) Frage - 5*) überschreitet
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