Quelle: MEW 27 Briefe Februar 1842 bis Dezember 1851


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       #540# 85 - Marx an Joseph Weydemeyer - 29. Oktober 1850
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       85
       
       Marx an Joseph Weydemeyer
       in Frankfurt a.M.
       
       29. Oktober 1850
       London, 64, Dean Street, Soho
       Lieber Weydemeyer!
       Ich ersuche Dich, folgendes Geschäft für mich zu machen:
       Pumpe Dir  von Schuster oder sonst einem das Geld, was zur Auslö-
       sung meines  Silbers in  dem Pfandhaus  von Frankfurt  nötig  ist
       [416],   v e r k a u f e   dann das  Silber bei einem Goldschmied
       oder wo  man es  sonst in  Frankfurt verkaufen  kann,  zahle  dem
       Manne, bei  dem Du  das Geld zur Auslösung geborgt hast, das Geld
       zurück und schicke mir den Überschuß hierhin.
       Du und  der andre Mann lauft dabei keine Gefahr, denn solltest Du
       die Sache  nicht zu  höherem Preise verkaufen können, so brauchst
       Du sie nur ins Pfandhaus zurückzutragen.
       Andrerseits ist  meine Lage jetzt so, daß ich unter allen Umstän-
       den Geld beitreiben muß, selbst um fortarbeiten zu können.
       Die einzigen  Gegenstände, die  ich Dich bitte, wieder ins Pfand-
       haus zurückzubringen,  da sie  keinen Verkaufswert haben, sind 1.
       ein kleiner  silberner Becher, 2. ein silberner Teller, 3. die in
       einem Futteral befindlichen kleinen Gabel und Messer - lauter Ef-
       fekten der kleinen Jenny.
       Deinen Plan einer populären Ökonomie billige ich sehr und wünsche
       nur, daß  Du ihn  bald ins Werk setzen möchtest. Grüße Deine Frau
       bestens von mir und Frau.
       Dein K. Marx

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