Quelle: MEW 27 Briefe Februar 1842 bis Dezember 1851
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#542# 87 - Engels an Emil Blank - 3. Dezember 1850
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Engels an Emil Blank
in Barmen
Lieber Emil,
Das Paket habe ich erhalten und danke Dir für die schnelle Besor-
gung der Zigarren, die allgemeinen Beifall finden. Die Unterhosen
sind ebenfalls gut.
Der Vater schrieb mir vor ein paar Tagen. Er neigt mehr zu
Gottfr[ied] Ermen hin, mit dem er im Fall einer Trennung geneigt
ist zusammenzugehn; mit P[eter] will er unter keiner Bedingung
länger als nötig zusammenbleiben. Wegen des Geschäfts von E[rmen]
Bro[ther]s 1*) werde ich alle zugänglichen Notizen sammeln. Daß
sie ausgedehnte Geschäfte gemacht haben, ist gewiß, und
G[ottfried] E[rmen] behauptetem Durchschnitt mit einem Nutzen von
£ 600 pro Jahr, in den letzten Jahren mehr. Es ist bei diesem Ge-
schäft schwer, in Durchschnittsjahren Geld zu verlieren, sie ha-
ben und brauchen wenig Kapital, und der Artikel - schlechte Qua-
lität Näh- und Strickgarn - geht immer besser im Verhältnis zu
den guten Qualitäten, die sehr abnehmen.
Die Bilanz vom Jahr 1849/50 ist noch gar nicht gemacht; die De-
bits und Kredits sind noch in der schönsten Konfusion. Der Vater
scheint wieder gemahnt zu haben, wie ich höre, wird man sich mor-
gen daransetzen, dies in Ordnung zu bringen.
Herr Peter ist also heute morgen oder gestern abend hier angekom-
men. Er ließ den alten Hill rufen - er wohnt in einem Hotel zwei
Häuser von unserm Comptoir -, war sehr artig, frug nach gleich-
gültigen Gegenständen, ließ sich aber nicht, bis jetzt wenig-
stens, auf dem Comptoir sehn. Wenn er es darauf anlegt, mich zu
schikanieren, so kommt er an den Unrechten. Der Vater will sich
nicht in die Zänkereien der Brüder mischen, ich tue es auch
nicht. Aber Gottfr[ied] ist jetzt so zwischen Tür und Angel, daß
er sich mit mir halten muß, er wird mir alles erzählen, ohne daß
ich ihn darum zu fragen brauche.
Wenn P[eter] E[rmen], wie es schließlich doch wohl geschehen
wird, die Leitung des Comptoirs übernimmt, so wird dadurch meine
Prüfung
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1*) Gebrüder
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der Bücher sehr gestört. Bisher konnte ich dies nur in den din-
ner-hours 2*) 4 Tage die Woche tun, wo ich allein war, aber er
hat grade die Gewohnheit, während der dinner-hours auf dem Comp-
toir herumzuschnüffeln. Die Hauptauszüge habe ich indes gemacht,
und es bleibt mir fast nur noch die sehr verwickelte Vergleichung
der Preise, zu denen E[rmen] Bro[ther]s uns verkaufen, mit den
jedesmaligen laufenden Preisen, und die Durchsuchung alter Faktu-
ren pp., um zu sehn, ob man nicht vielleicht zufällig auf dies
und jenes stößt. Ich werde dem Vater in ein paar Tagen das ganze
Konto von E[rmen] Br[others] von 1849/50, gehörig klassifiziert
und geordnet, einschicken, sowie auch das von der Ermenschen
Bleicherei, damit er sehen kann, wie diese Gentlemen mit seinem
Kapital Geschäfte zu machen wissen.
Den Betrag der Zigarren belaste dem Vater, es wird das einfachste
sein.
Grüß Marie, Hermann und die Kinder herzlich
Dein Friedrich
M[ancheste]r, 3. Dez. 1850
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2*) Mittagsstunden
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