Quelle: MEW 27 Briefe Februar 1842 bis Dezember 1851


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       #611# 7 - Jenny Marx an Joseph Weydemeyer - um den 20. Juni 1850
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       Jenny Marx an Joseph Weydemeyer
       in Frankfurt a.M.
       
       [London, um den 20. Juni 1850]
       Lieber Herr Weydemeyer!
       Mein Mann  ist ganz  erstaunt, daß  Sie das Geld an Naut schicken
       konnten, ebenso wie das von den roten Nummern [396] an irgend je-
       mand als ihn.
       Es muß natürlich mit dem ganzen Vertrieb der "Revue" eine Ändrung
       gemacht werden.  Einstweilen bittet  Sie mein  Mann  durch  mich,
       Herrn N[aut]  nichts mehr  zu schicken, sondern alles, selbst die
       kleinste Summe  (in preußischen Taler Sch.) hierher. Die Verhält-
       nisse sind hier anders als in Deutschland. Wir wohnen alle in Ei-
       ner Stube  und einem ganz kleinen' Kabinett, 6 Menschen, und zah-
       len mehr als das größte Haus in Deutschland und dabei jede Woche.
       Sie können  daher denken, in welche Lage man kommt, wenn auch nur
       1 Reichstaler  um einen  Tag zu  spät kommt. Hier handelt es sich
       jetzt bei  uns allen ums tägliche Brot. Warten Sie also nicht auf
       Herrn N[auts]  Ordre und  dergl. Dann läßt Ihnen mein Mann sagen,
       es wäre  wirklich nicht wünschenswert, wenn Lüning ihn kritisiert
       1*), ein  starker Angriff  ginge, nur keine Anerkennung. Auch hat
       mein Mann  nie auf  eine tiefe  Kritik gewartet,  sondern auf das
       einfache Ding,  was alle  Zeitungen bei Revuen und Broschüren an-
       wenden, was  auch Ihre  Zeitung 2)  tut, wenn  Sie Schriften  be-
       kanntmachen und  verbreiten will.  Sie gibt  dann kleine passende
       Auszüge. Das erfordert wenig Arbeit.
       Grüßen Sie  ihre liebe  Frau vielmals  und sein  Sie auch von mir
       herzlich gegrüßt
       Ihre Jenny Marx
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       1*) Siehe vorl. Band, S. 536 - 2*) "Neue Deutsche Zeitung"

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