Quelle: MEW 27 Briefe Februar 1842 bis Dezember 1851


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       1 Der vorliegende Brief ist von den uns bekannten Briefen Engels'
       an Marx  der früheste.  Er wurde  bald nach  Engels' Rückkehr aus
       England geschrieben.  Auf der  Reise nach  Deutschland war Engels
       Ende August 1844 in Paris eingetroffen, wo er sich zehn Tage auf-
       hielt. In  dieser Zeit  erfolgte seine  historische Begegnung mit
       Marx, die  zum Ausgangspunkt ihrer gemeinsamen wissenschaftlichen
       Tätigkeit und ihres Kampfes für die Sache des Proletariats wurde.
       Sie stellten ihre völlige Übereinstimmung auf allen theoretischen
       Gebieten fest  und gingen sofort an ihre erste gemeinsame Arbeit,
       die gegen  die Junghegelianer  gerichtet war.  Ursprünglich beab-
       sichtigten sie,  dieses Werk "Kritik der kritischen Kritik. Gegen
       Bruno Bauer und Consorten" zu nennen. Während der Drucklegung gab
       Marx der Schrift den Haupttitel "Die heilige Familie". 5
       2 Karl  Ludwig Bernays, einer der Redakteure der in Paris heraus-
       gegebenen deutschen  Zeitung "Vorwärts!", wurde auf Verlangen der
       preußischen Regierung im Herbst 1844 von den französischen Behör-
       den vor  Gericht gestellt und wegen Kritik des reaktionären Regi-
       mes in Preußen zu Gefängnis und einer Geldstrafe verurteilt. 6
       3 Die  "Deutsch-Französischen Jahrbücher" wurden unter der Redak-
       tion von  Karl Marx und Arnold Ruge in deutscher Sprache in Paris
       herausgegeben. Es  erschien nur  die erste Doppellieferung im Fe-
       bruar 1844.  In ihr  wurden veröffentlicht:  Karl Marx' Schriften
       "Zur Judenfrage"  und "Zur  Kritik der  Hegelschen Rechtsphiloso-
       phie. Einleitung",  ferner Friedrich Engels' Arbeiten "Umrisse zu
       einer Kritik  der Nationalökonomie" und "Die Lage Englands. 'Past
       and Present'  by Thomas Carlyle, London 1843" (siehe Band 1 unse-
       rer Ausgabe,  S. 347-377, 378-391,499-524, 525-549). Diese Arbei-
       ten kennzeichnen den endgültigen Übergang von Marx und Engels zum
       Materialismus und  Kommunismus. Die  Hauptursache dafür,  daß die
       Zeitschrift ihr  Erscheinen einstellte,  waren die  prinzipiellen
       Meinungsverschiedenheiten zwischen  Marx und dem bürgerlichen Ra-
       dikalen Ruge. 6
       4 Im  November 1842  übersiedelte Engels für fast zwei Jahre nach
       England. Neben  seiner Tätigkeit in der Baumwollspinnerei Ermen &
       Engels in  Manchester studierte  er die  ökonomischen und politi-
       schen Verhältnisse  in England  sowie die  Lebens-  und  Arbeits-
       bedingungen der englischen Arbeiter und machte sich mit der Char-
       tistenbewegung bekannt.  Anfang September (844 kehrte Engels nach
       Deutschland zurück. 6
       5 "Vorwärts!" - in Paris von Januar bis Dezember 1844 zweimal wö-
       chentlich erscheinende  Zeitung in  deutscher Sprache.  Unter dem
       Einfluß von Marx, der ab Sommer 1844 an der
       
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       Redaktion der  Zeitung beteiligt war, begann sie eine kommunisti-
       sche Haltung  einzunehmen; sie kritisierte schonungslos die reak-
       tionären Zustände  in Preußen.  Die Zeitung enthielt Beiträge von
       Karl Marx  und Friedrich Engels (siehe Band 1 unserer Ausgabe, S.
       392-409 und  550-592). Auf  Verlangen der  preußischen  Regierung
       verfügte das  Ministerium Guizot Mitte Januar 1845.die Ausweisung
       von Marx  und anderer Mitarbeiter des "Vorwärts!" aus Frankreich.
       7
       6 Engels  bezieht sich  hier auf  die von  Marx  geplante  Arbeit
       "Kritik der  Politik und  Nationalökonomie". Marx hatte sich seit
       Ende 1843  mit dem  Studium der  politischen Ökonomie beschäftigt
       und stellte  sich bereits im Frühjahr 1844 die Aufgabe, eine Kri-
       tik der bürgerlichen Nationalökonomie vom Standpunkt des Materia-
       lismus und Kommunismus zu veröffentlichen. Von den damals verfaß-
       ten Manuskripten  ist nur  ein Teil erhalten geblieben, der unter
       dem Titel  "Ökonomisch-philosophische Manuskripte  1844"  bekannt
       ist.  (Siehe   Karl  Marx/Friedrich  Engels:  Kleine  ökonomische
       Schriften. Bücherei  des Marxismus-Leninismus, Band 42, S. 42-166
       und Karl  Marx/Friedrich Engels:  Die heilige  Familie und andere
       philosophische Frühschriften.  Bücherei des Marxismus-Leninismus,
       Bd. 41, S. 67-98.) Seine Arbeit an der Schrift "Die heilige Fami-
       lie" unterbrach  vorübergehend die  Beschäftigung mit der politi-
       schen Ökonomie,  und erst  im Dezember 1844 konnte er sich wieder
       dieser Aufgabe  zuwenden. Es  sind zahlreiche,  von Marx 1845 und
       1846 angefertigte Konspekte, Auszüge und Notizen erhalten geblie-
       ben, die  während des Studiums der Arbeiten englischer, französi-
       scher und anderer Ökonomen entstanden sind. Jedoch gelang es Marx
       auch diesmal  nicht, sein  Vorhaben auszuführen.  Der Vertrag mit
       dem Verleger  Leske über die Herausgabe eines zweibändigen Werkes
       "Kritik der  Politik und  Nationalökonomie", der  von Marx  am 1.
       Februar 1845 abgeschlossen worden war (siehe Anm. 365), wurde von
       Leske im Februar 1847 annulliert. 8 16 23 462
       7  Im   Dezember  1844   veröffentlichte  Engels  anonym  in  dem
       "Deutschen Bürgerbuch  für 1845" die "Beschreibung der in neuerer
       Zeit entstandenen und noch bestehenden kommunistischen Ansiedlun-
       gen" (siehe  Band 2  unserer Ausgabe,  S. 521-535).  Diese Arbeit
       über die  in den  USA von Owen und seinen Anhängern im Geiste der
       Ideen des  utopischen Kommunismus  gegründeten Kolonien  ist eine
       Zusammenfassung von  Materialien aus den englischen Presseorganen
       "The New Moral World", "The Northern Star" und "The Morning Chro-
       nicle". 8
       8 Die  Meinungsverschiedenheiten zwischen  Marx und Engels einer-
       seits und  Arnold Ruge  andrerseits beginnen  bereits in der Zeit
       der gemeinsamen Arbeit an den "Deutsch-Französischen Jahrbüchern"
       (siehe Anm. 3). Sie hatten ihre Ursachen in Ruges Feindschaft ge-
       gen den Kommunismus als einer revolutionären Weltanschauung sowie
       in der  unüberwindbaren Kluft zwischen den Ansichten der proleta-
       rischen Revolutionäre Marx und Engels und den Ansichten des Jung-
       hegelianers Ruge,  der auf dem Boden des philosophischen Idealis-
       mus stand und revolutionäre Massenaktionen ablehnte. Das feindse-
       lige Verhalten  Ruges zu  dem 1844  ausgebrochenen  Aufstand  der
       schlesischen Weber  hob  diesen  prinzipiellen  Unterschied  noch
       deutlicher hervor.  Der endgültige  Bruch zwischen  Marx und Ruge
       erfolgte im  März  1844.  Marx  brandmarkte  im  August  1844  im
       "Vorwärts!" in  dem Aufsatz "Kritische Randglossen zu dem Artikel
       'Der König von Preußen und die Sozialreform. Von einem Preußen'."
       die bürgerlich-philisterhafte Haltung Ruges (siehe Band 1 unserer
       Ausgabe, S. 392-409). 9
       9 Vereine  zur Hebung  der Arbeiter  - Im  Anschluß an  die erste
       preußische Industrieausstellung  vom August  1844 in Berlin hatte
       sich am 29. Oktober ein Komitee, hauptsächlich
       
       #619# Anmerkungen
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       aus rheinischen  Industriellen bestehend,  zu einem Zentralverein
       zum Wohle  der arbeitenden  Klassen in  Berlin konstituiert.  Der
       Zentralverein wurde  zunächst vom  preußischen König  unterstützt
       und erließ  einen Aufruf  zur Gründung von Zweigvereinen in allen
       Städten.
       Die liberale  Bourgeoisie war vom Aufstand der schlesischen Weber
       im Sommer  1844 und  den seitdem stattfindenden Streikkämpfen und
       kleineren Erhebungen erschreckt worden. Der auf der Hand liegende
       krasse Gegensatz  von Hungerelend im schlesischen Gebirge und dem
       Glanz der  Berliner Industrieausstellung  ließ gerade  damals das
       Argument zusammenbrechen,  den Klassengegensatz zwischen Proleta-
       riat und  Bourgeoisie gäbe  es wohl  in England  und  Frankreich,
       nicht aber  in Deutschland. Ziel des Zentralvereins war es daher,
       die Arbeiter vom Kampf für ihre Klasseninteressen abzulenken. Die
       Gründung von Vereinen für das Wohl der arbeitenden Klassen in Aa-
       chen, Elberfeld,  Düsseldorf, Mülheim,  Breslau, Hamburg, Königs-
       berg und  anderen Städten verlief sehr unterschiedlich. Am weite-
       sten ging  die Entwicklung  in den Industriestädten der Rheinpro-
       vinz, namentlich  in Köln,  wo die  Widersprüche  zwischen  Bour-
       geoisie und  Proletariat besonders  stark entwickelt waren und wo
       schon eine radikal-demokratische Opposition gegen den preußischen
       Absolutismus bestand.
       Entgegen den  Bemühungen der  Bourgeoisie  und  der  herrschenden
       Kreise, den  Vereinen einen harmlosen philanthropischen Charakter
       zu verleihen,  wurde ihre Gründung zum Anstoß für das Wachsen der
       politischen Aufklärung  und der politischen Aktivität der städti-
       schen Volksmassen  im Vormärz  und lenkte die allgemeine Aufmerk-
       samkeit auf die soziale Frage. Die Vertreter der revolutionär-de-
       mokratischen Intelligenz benutzten die Gründungsversammlungen und
       die Diskussionen über die Statuten dieser Vereine zur Verbreitung
       fortschrittlicher Ideen.  Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken,
       begann die  preußische Regierung bereits Anfang 1845, die Vereine
       lahmzulegen, indem  sie die Statuten nicht bestätigte und weitere
       Versammlungen verbot.  Am 4.  April 1845  wurde das Gesuch um die
       Bestätigung  des  Berliner  Zentralvereins  von  der  preußischen
       Regierung endgültig abgelehnt. 10
       10 In  Köln wurde in einer von 500 Personen - Fabrikanten und Ar-
       beitern, Beamten,  Handwerkern und  Intellektuellen  -  besuchten
       Versammlung am  10. November 1844 gegen den Namen Verein zum Wohl
       der arbeitenden  Klassen polemisiert und die Initiative zur Grün-
       dung eines  Allgemeinen Hilfs-  und Bildungsvereins ergriffen. An
       dieser Versammlung  nahmen zahlreiche  Aktionäre und  Mitarbeiter
       der ehemaligen  "Rheinischen Zeitung" (1842 u. 1843) teil, wie G.
       Bergenroth, H.  Bürgers, Ludolf Camphausen, Gerhard Josef Compes,
       Karl d'Ester,  Georg Jung,  Gustav Mevissen,  Dagobert Oppenheim,
       Franz Raveaux und Rudolph Schramm. Einige Mitglieder dieses Krei-
       ses und  andere Vertreter  der radikaldemokratischen und soziali-
       stischen Intelligenz traten aktiv auf.
       Das gewählte  Komitee zur  Ausarbeitung der Statuten, von dem En-
       gels  schreibt,   veröffentlichte  am  12.Dezember  1844  in  der
       "Kölnischen Zeitung"  einen Statutenentwurf,  der eine große Wir-
       kung auf  ähnliche Bestrebungen in Deutschland ausübte. Als Ziele
       des Allgemeinen  Hilfs- und Bildungsvereins wurden in diesem Ent-
       wurf die Gründung von Unterstützungs- und Krankenkassen, die Ver-
       sorgung Obdachloser  und anderer  Notleidender, eine organisierte
       Arbeitsvermittlung, die  Gründung von  Wohnungsbau-, Konsum-  und
       Produktionsgenossenschaften, die  Schaffung von  Kreditkassen und
       Verkaufsmärkten für  kleine Handwerker  und für Produktionsgenos-
       senschaften, die  Einrichtung von  Handwerks- und  Gewerbeschulen
       sowie eine  bessere Berufsausbildung  für Arbeiter und Handwerker
       gestellt.  Die   Behörden  lehnten   diese  Statuten   ab;   eine
       Generalversammlung
       
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       des Vereins  mit über  1000 Anwesenden am 16. und 31. März und am
       13. April  1845 nahm sie jedoch einstimmig an. Der Regierungsprä-
       sident untersagte  daraufhin weitere  Versammlungen, gab die end-
       gültige Ablehnung der Statuten aber erst im Oktober 1845 bekannt.
       Da während  dieser Auseinandersetzungen  der  Verein  noch  nicht
       wirksam werden  konnte, die  Not in Köln aber im Winter 1844/1845
       immer größer  wurde und  im Frühjahr  1845  einen  Höhepunkt  er-
       reichte, gründeten  die aktivsten  und entschlossensten Vertreter
       des Komitees  gemeinsam mit einigen anderen kommunistisch gesinn-
       ten Demokraten  im März 1845 in Köln einen Verein zur Abhilfe au-
       genblicklicher Not. In ihm spielten die führende Rolle G. Bergen-
       roth, C.H.  Dahlen, Roland Daniels, Dr. Karl d'Ester, Georg Jung,
       J.A. Loellgen,  Carl Schneider und Joseph Weydemeyer - fast alles
       Bekannte bzw. enge Freunde von Marx und Engels. Vom 20. März 1845
       ab gab  der Verein  zur Abhilfe  augenblicklicher Not  täglich an
       mehrere tausend  Menschen kostenlos  Essen aus,  schuf  Notunter-
       künfte und  sorgte für  ärztliche Betreuung. Mitarbeiter des Ver-
       eins führten außerdem bis zum Sommer 1845 Untersuchungen über die
       Notlage des  Proletariats in Köln sowie die Willkür der Kapitali-
       sten durch  und traten  den Verleumdungen  in der Presse, u.a. im
       "Gesellschaftsspiegel", entgegen.
       In Elberfeld wurde am 17. November 1844 auf einer stark besuchten
       Versammlung ein  Volksbildungsverein geschaffen, dessen Organisa-
       toren von  Anfang an  den Kampf  gegen die Versuche der örtlichen
       Geistlichkeit führen  mußten, die  im Wuppertal  besonders  stark
       pietistisch-frömmelnd auftrat, den Verein ihrem Einfluß zu unter-
       werfen und  seiner Tätigkeit  einen religiösen Anstrich zu geben.
       Engels und seine Freunde waren bemüht, die Versammlungen des Ver-
       eins und  seines Komitees für die Verbreitung kommunistischer An-
       schauungen auszunutzen  (vgl. die  Elberfelder Reden  von Engels,
       Band 2 unserer Ausgabe, S. 536-557).
       Als "Rationalisten" bezeichnet Engels hier ironisch Vertreter der
       Industrie im  Wuppertal, die  noch stark  in der religiösen Atmo-
       sphäre befangen  waren, auf Grund ihrer kapitalistischen Interes-
       sen aber  gegen die weltfremde pietistische Schwärmerei auftreten
       mußten.
       Das Vereinsstatut wurde von den Behörden nicht bestätigt, und der
       Verein hörte im Frühjahr 1845 auf zu existieren. 10 21
       11 Engels  erwähnt hier die von ihm geplante Schrift über die so-
       ziale Geschichte  Englands, für die er während seines Aufenthalts
       in diesem  Lande (November  1842-August 1844)  Material gesammelt
       hatte. Ursprünglich  beabsichtigte Engels,  in dieser  Arbeit die
       Lage der  englischen Arbeiter in einem gesonderten Kapitel zu be-
       handeln. Die  Erkenntnis von der besonderen Rolle, die dem Prole-
       tariat in  der bürgerlichen  Gesellschaft zufällt,  bewog ihn je-
       doch, der  Lage der  englischen Arbeiterklasse  ein selbständiges
       Werk ("Die  Lage der  arbeitenden Klasse  in England") zu widmen,
       das er  nach seiner  Rückkehr nach  Deutschland im September 1844
       bis zum  März 1845  niederschrieb. Aus den von Engels im Juli und
       August 1845 angefertigten Konspekten sowie aus Briefen des Verle-
       gers Leske  an Marx vom 14. Mai und 7. Juli 1845 geht hervor, daß
       Engels im  Frühjahr und  Sommer 1845 an dem Buch über die soziale
       Geschichte Englands arbeitete. Er gab diese Absicht bis Ende 1847
       nicht auf,  wovon eine Notiz in der "Deutschen-Brüsseler-Zeitung"
       vom 14. November 1847 (Nr. 91) zeugt. Aus einer Reihe von Gründen
       gelang es  Engels jedoch  nicht, die Arbeit an dem Buche zu been-
       den. 10 15
       12 Eine  Broschüre über Friedrich List hat Engels nicht geschrie-
       ben. In  seiner zweiten  Elberfelder Rede  (am 15.  Februar 1845)
       setzt er sich aber mit den Ansichten der deutschen
       
       #621# Anmerkungen
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       Anhänger des Protektionismus, in erster Linie mit List, auseinan-
       der (siehe Band 2 unserer Ausgabe, S. 549-557). 11
       13 Eine ausführliche Analyse des Buches "Der Einzige und sein Ei-
       genthum" von  Max Stirner und eine Kritik des reaktionären Wesens
       seiner philosophischen,  ökonomischen und soziologischen Anschau-
       ungen gaben  Marx und  Engels in ihrem Werk "Die deutsche Ideolo-
       gie" (siehe Band 3 unserer Ausgabe). 11
       14 Hinweis  auf die  von Ludwig  Buhl 1844 herausgegebene einzige
       Nummer der  "Berliner Monatsschrift",  in der  eine Rezension von
       Kaspar Schmidt (der wirkliche Name von Max Stirner) unter dem Na-
       men M. Schmidt über Eugène Sues Roman "Les mystères de Paris" er-
       schienen war;  der 1842/1843 in Paris in der Zeitschrift "Journal
       des Débats" veröffentlichte Roman ist im Geiste sentimentaler und
       kleinbürgerlicher sozialer Phantasterei geschrieben. 11 26
       15 In der Gesellschaft der "Freien" hatten sich Berliner Schrift-
       steller, unter ihnen die Junghegelianer Bruno Bauer, Edgar Bauer,
       Eduard Meyen,  Ludwig Buhl  und Max Stirner, zusammengeschlossen.
       Franz Mehring  schrieb in seinem Buch "Karl Marx. Geschichte sei-
       nes Lebens"  treffend, daß  sich in dieser Gesellschaft "so ziem-
       lich alle  vormärzlichen Literaten der preußischen Hauptstadt zu-
       sammenfanden, um  die politischen  und sozialen  Revolutionäre in
       der Gestalt  wildgewordener Philister zu spielen". Siehe auch die
       Marxsche Kritik  an den  "Freien" vom  Jahre 1842 im vorliegenden
       Band auf  den Seiten  406 und  412. Die vom Leben losgelösten und
       sich  in   abstrakten  philosophischen   Streitereien  ergehenden
       "Freien" sagten  sich 1843/1844  von dem "Radikalismus des Jahres
       1842" los,  sanken auf die Stufe des subjektiven Vulgäridealismus
       hinab und propagierten eine "Theorie", derzufolge nur auserwählte
       Persönlichkeiten,  Träger  des  "Geistes"  der  "reinen  Kritik",
       Schöpfer der  Geschichte seien,  während die Masse, das Volk, le-
       diglich als  träges Material,  als Ballast im historischen Prozeß
       diene. In  ihrem ersten  gemeinsamen Werk  "Die heilige  Familie"
       (siehe Band  2 unserer  Ausgabe) entlarvten  Marx und  Engels die
       schädlichen, reaktionären Ideen der Junghegelianer, die ihren An-
       sichten die  Bezeichnung "kritische Kritik" gegeben hatten. 13 17
       406 411
       16 Mit  den Worten "démocratie pacifique" (friedliche Demokratie)
       spielt Engels  auf die  Anschauungen der Epigonen der Schule Fou-
       riers an, die in ihrer Zeitung "La Démocratie pacifique" Fouriers
       Lehre  einen  ausgeprägten  sektiererisch-dogmatischen  Charakter
       verliehen. Marx  und Engels  kritisierten wiederholt den "verwäs-
       serten Fourierismus",  der in  dieser Zeitung gepredigt wurde und
       im wesentlichen  die Anschauungen  bürgerlicher Philanthropen zum
       Ausdruck brachte. 13 17 72
       17 Engels spricht hier von Moses Heß' Broschüre "Die letzten Phi-
       losophen" (erschien  1845 in Darmstadt), die sich gegen Max Stir-
       ners Buch  "Der Einzige  und sein  Eigenthum" richtet.  In dieser
       Broschüre kritisiert Heß Stirners philosophische Anschauungen vom
       Standpunkt des "wahren" Sozialismus. 14
       18 Das "Deutsche Bürgerbuch für 1845" gab Hermann Püttmann im De-
       zember 1844  in Darmstadt  heraus. Die  allgemeine  Richtung  des
       Jahrbuchs wurde  durch die  Mitarbeit der  Vertreter des "wahren"
       Sozialismus bestimmt. Es veröffentlichte jedoch auch Arbeiten von
       Vertretern der  revolutionär-demokratischen Bewegung, so von Wil-
       helm Wolff  und Georg  Weerth sowie  eine von Engels verfaßte Be-
       schreibung kommunistischer  Ansiedlungen in  England und  Amerika
       (siehe Anm. 7). 14
       19 "Gesellschaftsspiegel"  - Monatsschrift,  die unter der Redak-
       tion von Moses Heß 1845 und
       
       #622# Anhang und Register
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       1846 in  Elberfeld herausgegeben  wurde; insgesamt  erschienen 12
       Hefte. Engels  nahm in  der ersten Zeit an den Vorbereitungen für
       die Herausgabe  dieser Zeitschrift teil, trat jedoch nicht in die
       Redaktion ein.  Marx veröffentlichte  im Januar  1846 im "Gesell-
       schaftsspiegel" (Bd.  II, Heft  VII) seinen Artikel "Peuchet: vom
       Selbstmord"  (vgl.  Marx-Engels-Gesamtausgabe,  Erste  Abteilung,
       Band 3,  Berlin 1932, S. 391-407). In der Zeitschrift wurden auch
       Artikel der  "wahren" Sozialisten  veröffentlicht.  Der  "Gesell-
       schaftsspiegel" erwarb  sich einige  Verdienste durch  den publi-
       zistischen Nachweis  der Existenz  proletarischen Elends  auch in
       Deutschland. 15 20
       20 "Ein  Handwerker" - Unter diesem Pseudonym erschien am 24. Au-
       gust, 4.  September und  2. Oktober 1844 in der Pariser deutschen
       Zeitung "Vorwärts!"  der Gedichtzyklus  "Lebenslieder" und am 25.
       Dezember 1844 der Artikel "Handwerksunterricht". 15
       21 Die  "Rheinischen Jahrbücher  zur  gesellschaftlichen  Reform"
       wurden von Hermann Püttmann herausgegeben. Es erschienen nur zwei
       Bände, der  erste im  August 1845  in Darmstadt,  der zweite Ende
       1846 in  der Buchdruckerei  Bellevue in  der Nähe von Konstanz an
       der deutsch-schweizerischen Grenze. In dem Bestreben, Stützpunkte
       für die Propaganda ihrer kommunistischen Anschauungen in Deutsch-
       land zu  gewinnen, hielten  Marx und Engels es für notwendig, die
       Zeitschrift für  diesen Zweck auszunutzen. Der erste Band enthält
       die Reden von Engels auf den Versammlungen in Elberfeld am 8. und
       15. Februar  1845 und  der zweite  Band den Artikel "Das Fest der
       Nationen in London" (siehe Band 2 unserer Ausgabe, S. 536-557 und
       611-624). Die  allgemeine Richtung  der Jahrbücher  wurde  jedoch
       durch die  beteiligten Vertreter  des  "wahren"  Sozialismus  be-
       stimmt; im  Zusammenhang damit  haben Marx und Engels die Jahrbü-
       cher in  der "Deutschen Ideologie" (siehe Band 3 unserer Ausgabe)
       scharf kritisiert.
       Die in  einer Reihe deutscher Staaten existierenden Pressegesetze
       besagten, daß alle Zeitschriften, deren Umfang mehr als 20 Druck-
       bogen betrug,  von der  Vorzensur befreit waren. Die "Rheinischen
       Jahrbücher" gehörten zu diesen Zeitschriften; das hinderte jedoch
       die Polizei  des Großherzogtums  Hessen nicht daran, bereits nach
       dem Erscheinen  des ersten Bandes die "Rheinischen Jahrbücher" zu
       verbieten. 15 26
       22 "Rheinische  Zeitung für Politik, Handel und Gewerbe" - Tages-
       zeitung, die  vom 1.  Januar 1842  bis 31.  März 1843 in Köln er-
       schien. Sie  war von  Vertretern der  rheinischen Bourgeoisie ge-
       gründet worden,  die dem preußischen Absolutismus gegenüber oppo-
       sitionell eingestellt  waren. Zur  Mitarbeit wurden  auch  einige
       Junghegelianer herangezogen. Ab April 1842 wurde Karl Marx Mitar-
       beiter der "Rheinischen Zeitung" und ab Oktober des gleichen Jah-
       res ihr  Chefredakteur. Die  Zeitung  veröffentlichte  auch  eine
       Reihe von  Artikeln von  Friedrich Engels.  Unter Marx' Redaktion
       begann sie einen immer ausgeprägteren revolutionär-demokratischen
       Charakter anzunehmen. Die Richtung der "Rheinischen Zeitung", de-
       ren Popularität  in Deutschland ständig wuchs, rief Besorgnis und
       Unzufriedenheit in  Regierungskreisen und  eine wütende Hetze der
       reaktionären Presse  gegen sie hervor. Einem Beschluß des preußi-
       schen Staatsministeriums  vom 19.  Januar 1843  über  die  Unter-
       drückung der  "Rheinischen Zeitung"  folgte  am  21.  Januar  der
       entsprechende Erlaß  der drei  Zensurminister, mit  dem  das  Er-
       scheinen der Zeitung ab 1.April 1843 verboten wurde. 16
       23 "Telegraph  für Deutschland"  - literarische  Zeitschrift, ge-
       gründet von  Karl Gutzkow, erschien von 1838 bis 1848 in Hamburg.
       Ende der dreißiger und Anfang der vierziger Jahre vertrat sie die
       Anschauungen des  Jungen Deutschlands. Von März 1839 bis 1841 ar-
       beitete Engels  an der  Zeitschrift mit. Diese Zeitschrift veröf-
       fentlichte in  den Nummern  203 und  204 vom Dezember 1844 Arnold
       Ruges Aufsatz "An einen Patrioten". 17
       
       #623# Anmerkungen
       -----
       24 Marx  wurde wegen  redaktioneller  Mitarbeit  an  der  Zeitung
       "Vorwärts!" aus  Frankreich ausgewiesen. Unter dem Druck Preußens
       verfügte die  französische Regierung  diese Ausweisung  im Januar
       1845. Am  3. Februar  1845 übersiedelte Marx von Paris nach Brüs-
       sel. 19 433
       25 Cabinet  noir (Schwarzes  Kabinett) -  unter  Ludwig  XIV.  in
       Frankreich geschaffene Geheimbehörde bei der Post, die der Regie-
       rung Einblick  in die Privatkorrespondenz der Bürger verschaffte;
       bestand auch  in Preußen,  Österreich  und  anderen  europäischen
       Staaten. 22
       26 Hinweis  auf Fouriers  unvollendet gebliebene Arbeit - Section
       ébauchée des trois unités externes", die erst nach dessen Tode in
       der fourieristischen Zeitschrift "La Phalange" (1845.) veröffent-
       licht wurde.  In derselben Zeitschrift wurden auch Fouriers Manu-
       skripte über die Kosmogonie gedruckt. 24
       27 Auf  Friedrich Engels'  Karikatur sind  von links  nach rechts
       dargestellt: Arnold  Ruge,  Ludwig  Buhl,  Karl  Nauwerck,  Bruno
       Bauer, Otto  Wigand, Edgar Bauer, Max Stirner, Eduard Meyen, zwei
       unbekannte Personen  und Karl  Friedrich Koppen  (als  Leutnant).
       Bruno Bauer tritt mit Füßen die "Rheinische Zeitung". An der Wand
       ist die  Guillotine dargestellt  und in der linken Ecke ein Eich-
       hörnchen (Anspielung  auf den  preußischen Kultusminister  Johann
       Albrecht Friedrich Eichhorn). Gegenüber S. 400
       28 Der Bericht über die Versammlungen in Elberfeld vom 8. und 15.
       Februar 1845,  auf denen auch Engels sprach, wurde 1845 im ersten
       Band der  von Hermann Püttmann herausgegebenen Zeitschrift "Rhei-
       nische Jahrbücher  zur gesellschaftlichen Reform" (siehe Anm. 21)
       veröffentlicht.
       Die Kritik  der Ansichten  Friedrich Lists ist in der zweiten der
       "Elberfelder Reden"  von Engels  enthalten (siehe  Band 2 unserer
       Ausgabe, S. 549-557). 26
       29 preußisches  Bankprojekt - gemeint ist die 1846 von der Regie-
       rung Friedrich  Wilhelms IV. vorgenommene Reorganisation der 1765
       gegründeten Königlichen  Bank in  Berlin, aus welcher die Preußi-
       sche Bank  hervorging, die  jetzt eine  unter staatlicher Leitung
       stehende Aktiengesellschaft darstellte. Zweck und Ziel dieser Re-
       organisation, die durch den Erlaß vom 5. Oktober 1846 untermauert
       wurde, bestand  darin, zur  Deckung der  preußischen Staatsschuld
       privates Kapital  in Höhe von zehn Millionen Talern heranzuziehen
       (siehe Friedrich  Engels' Aufsatz  "Über die  Preußische Bank" in
       Band 4 unserer Ausgabe, S. 23). 30
       30 Engels  übersiedelte am 15. August 1846 nach Paris, um dort im
       Auftrage des Brüsseler kommunistischen Korrespondenz-Komitees den
       wissenschaftlichen Kommunismus  unter den  Arbeitern -  in erster
       Linie unter  den Mitgliedern der Pariser Gemeinden des Bundes der
       Gerechten (siehe  Anm. 34  und 42) - zu propagieren und um Mitar-
       beiter für ein in Paris zu bildendes Korrespondenz-Komitee zu ge-
       winnen. Ein  Teil der in Paris lebenden deutschen Handwerker ver-
       trat damals den utopischen Arbeiterkommunismus Wilhelm Weitlings.
       Einen bedeutenden  Einfluß auf  sie hatte auch Karl Grün, der auf
       Arbeiterversammlungen die  Ideen des "wahren" Sozialismus und die
       kleinbürgerlichen Utopien  Proudhons vertrat.  Die Propaganda des
       wissenschaftlichen Kommunismus  konnte daher  nur in beharrlichem
       Kampf gegen die utopischen Ideen Weitlings, den Proudhonismus und
       den "wahren"  Sozialismus erfolgen.  Engels' Tätigkeit  bewirkte,
       daß sich  die meisten Mitglieder der Pariser Gemeinden des Bundes
       der Gerechten von diesen dem wissenschaftlichen Kommunismus frem-
       den Auffassungen abwandten. 32
       
       #624# Anhang und Register
       -----
       31 Hinweis  auf den Versuch von Marx und Engels, in Westfalen mit
       Hilfe dortiger Unternehmer, der "wahren" Sozialisten Julius Meyer
       und Rudolph  Rempel, die  "Deutsche Ideologie" herauszugeben. Die
       von Joseph  Weydemeyer geführten  Verhandlungen begannen  im  Mai
       1846. In  einem uns  nicht erhaltenen Brief an Rudolph Rempel vom
       2. Juli  1846 verurteilten  Marx und Engels scharf die Verschlep-
       pungsmanöver, die Ausflüchte und Ausreden der westfälischen Kapi-
       talisten. Daraufhin  lehnten Meyer  und Rempel unter dem Vorwand,
       daß  die   Geldmittel  fehlten,   endgültig  ab,  den  Druck  der
       "Deutschen Ideologie" zu finanzieren und andere deutsche soziali-
       stische Literatur  herauszugeben. Die wahre Ursache der Ablehnung
       war jedoch,  daß Meyer und Rempel selbst Vertreter jener Richtung
       waren, gegen die Marx und Engels in ihrer Arbeit auftraten. 32 47
       446
       32 Es  handelt sich  hier um die 1846 in Birwinken in der Schweiz
       anonym  erschienene   Broschüre  "Die  preussischen  Landtags-Ab-
       schiede. Ein Wort zur Zeit" von Karl Grün. 32 42
       33 Karl  Grün, "Die  soziale Bewegung  in Frankreich und Belgien.
       Briefe und Studien", Darmstadt 1845. 33
       34 Gemeint ist das von Marx und Engels Anfang 1846 in Brüssel ge-
       schaffene kommunistische  Korrespondenz-Komitee, nach dessen Vor-
       bild sozialistische  Gruppen in  Deutschland, Frankreich, England
       und anderen Ländern gebildet werden sollten. Der Zweck der Korre-
       spondenz-Komitees, die  nach der  Absicht von Marx und Engels den
       Boden zur  Schaffung einer  internationalen proletarischen Partei
       vorbereiten sollten,  war der  ideologische und  organisatorische
       Zusammenschluß der  Sozialisten  und  fortschrittlichen  Arbeiter
       verschiedener Länder  sowie der  Kampf gegen  die dem Proletariat
       fremden Richtungen  in der Arbeiterbewegung. Mit der Gründung des
       Brüsseler Korrespondenz-Komitees schufen Marx und Engels eine or-
       ganisatorische, politische  und ideologische  Voraussetzung,  den
       wissenschaftlichen Kommunismus  mit dem  Vortrupp  der  Arbeiter-
       bewegung zu verschmelzen. Sie bemühten sich in Verbindung mit der
       Bildung von  Korrespondenz-Komitees in  London, Paris  und in den
       verschiedenen Gebieten  Deutschlands, angesehene  Sozialisten und
       Kommunisten der europäischen Länder zur Mitarbeit in diesen Komi-
       tees heranzuziehen.  Wie aus einem Brief George Julian Harneys an
       Engels vom  30. März  1846 und den Briefen Karl Schappers an Marx
       vom 6.  Juni und  17. Juli  1846 hervorgeht,  wurde in London ein
       Korrespondenz-Komitee gebildet, in dem die Führer des linken Flü-
       gels der  Chartisten sowie  Mitglieder des von Schapper geführten
       Deutschen Bildungsverein  für Arbeiter  in London (siehe Anm. 58)
       mitarbeiteten. Marx  und Engels  versuchten, auch  Étienne Cabet,
       Pierre-Joseph Proudhon  und andere  französische Sozialisten  für
       die Mitarbeit  zu gewinnen (siehe vorl. Band, S. 442/443). Dieser
       Versuch war  jedoch nicht  von Erfolg  gekrönt, wovon  ein  Brief
       Proudhons an Marx vom 17. Mai 1846 zeugt (siehe Anm. 48 und 360).
       In Deutschland  hielt Wilhelm Wolff die Verbindung mit den schle-
       sischen Arbeitern  aufrecht; aus  Kiel schrieb  Georg Weber  nach
       Brüssel, aus  Westfalen Joseph  Weydemeyer; in  der  Rheinprovinz
       wurde über  Stephan Naut  und Gustav  Köttgen mit den Elberfelder
       Sozialisten ein  Briefwechsel geführt, und die Kölner Kommunisten
       Roland Daniels,  Heinrich Bürgers und Karl d'Ester korrespondier-
       ten regelmäßig mit Marx und Engels. 33 442
       35 Engels  verweist hier  auf das erste Kapitel des I. Bandes des
       gemeinsam von Marx und Engels verfaßten Werks "Die deutsche Ideo-
       logie", das der Kritik an den philosophischen Anschauungen Ludwig
       Feuerbachs gewidmet  ist (siehe  Band 3 unserer Ausgabe). Die Ar-
       beit an diesem Kapitel dauerte wahrscheinlich noch in der zweiten
       Hälfte des Jahres 1846 an, wurde aber auch dann nicht beendet. 33
       
       #625# Anmerkungen
       -----
       36 Anspielung  auf den  zehnten Artikel  von Hugh  Dohertys Arti-
       kelserie "La  question religieuse",  der in  der Zeitschrift  "La
       Phalange", Band 4, S. 136-163, veröffentlicht worden war. 34
       37 Dem  Anfang 1846  von Marx  und Engels in Brüssel geschaffenen
       kommunistischen Korrespondenz-Komitee  (siehe Anm.  34)  gehörten
       auch Wilhelm Wolff und der belgische Sozialist Philippe Gigot an.
       Engels, der  sich im Auftrage des Komitees Mitte August 1846 nach
       Paris begeben hatte, berichtete dem Komitee regelmäßig in Briefen
       an Marx  über seine  Tätigkeit. Der  vorliegende Brief von Engels
       ist der erste aus dieser Serie. 36
       38 Engels  berichtet hier  über die  Pariser Gemeinden des Bundes
       der Gerechten (siehe Anm. 42), deren Leiter damals August Hermann
       Ewerbeck war.  In diesen Gemeinden war ein großer Teil der in Pa-
       ris lebenden deutschen Handwerker organisiert. Die Kerntruppe des
       Bundes waren  die Schneider, die, wie auch die Gerber und Schrei-
       ner, eine besondere Gemeinde bildeten.
       Weitlingianer -  Anhänger Wilhelm  Weitlings, die  damals  (Mitte
       1846) im Bund der Gerechten und überhaupt in der Arbeiterbewegung
       bereits eine negative Rolle spielten und die Formierung einer re-
       volutionären proletarischen Partei hemmten.
       Der Weitlingsche  Arbeiterkommunismus - in seiner Zielsetzung re-
       volutionär, in  seiner ideologischen Begründung und seinem utopi-
       schen Inhalt  aber noch  der bürgerlichen  Denkweise verhaftet  -
       hatte bei der Herausbildung des Bundes der Gerechten eine hervor-
       ragende Rolle gespielt. Weitling, eines der einflußreichsten Mit-
       glieder des  Bundes von  etwa 1837  bis 1844,  schrieb auch seine
       Programmschrift: "Die  Menschheit, wie  sie ist  und wie sie sein
       sollte" (1838). Dieses Werk war damals das revolutionärste, theo-
       retisch entwickeltste  Programm des  Kommunismus, es  ging  einen
       Schritt über den bisherigen utopischen Kommunismus hinaus: dieses
       Programm wie  auch andere Schriften Weitlings und seine Tätigkeit
       weckten das  Klassenbewußtsein der deutschen Arbeiter und förder-
       ten ihre Organisierung.
       Mit der  Entwicklung der  Arbeiterbewegung und besonders dem Ent-
       stehen des  Marxismus waren die Auffassungen Weitlings aber über-
       holt. Der utopische, religiöse und anarchistische, gleichmacheri-
       sche Charakter  seiner Lehre  trat immer stärker hervor und wurde
       1845 von der Londoner Leitung des Bundes der Gerechten und im Mai
       1846 vom  Brüsseler kommunistischen  Korrespondenz-Komitee verur-
       teilt. Marx  und Engels  und ihre Freunde traten 1846/1847 beson-
       ders deshalb gegen Weitling und die Weitlingianer auf, weil diese
       den revolutionären  Massenkampf ablehnten,  der Spontaneität hul-
       digten und  gegen die Vorbereitung des Proletariats auf die Revo-
       lution auftraten,  wobei sie  nicht sahen, daß in Deutschland zu-
       erst eine  bürgerlich-demokratische Revolution  auf der Tagesord-
       nung stehen mußte. 36 337
       39 1846/1847 veröffentlichte Pierre Leroux in der von ihm heraus-
       gegebenen Zeitschrift  "Revue Sociale" eine Artikelserie "Lettres
       sur le  fouriérisme". Engels  verweist hier  auf den  dritten und
       vierten Artikel  dieser Serie  ("Saint-Simon et  Fourier" und "Le
       plagiat de  Fourier"), die 1846 in der August- und September-Num-
       mer erschienen waren. 36
       40 Gemeint ist die Julirevolution 1830 in Frankreich. 37
       41 Otto Wigands Schreiben "An Arnold Ruge" ist im ersten Band der
       Zeitschrift "Die Epigonen" enthalten. 37
       
       #626# Anhang und Register
       -----
       42 Anspielung  auf den Bund der Gerechten, der, "halb Propaganda-
       verein, halb Verschwörung" (Engels), durch die 1836-1838 erfolgte
       Trennung proletarischer Handwerksgesellen vom kleinbürgerlich-de-
       mokratischen Bund  der Geächteten in Paris entstanden und die er-
       ste politische  Organisation der deutschen Arbeiter war. Der Bund
       der Gerechten besaß ein auf demokratischen Grundsätzen beruhendes
       Statut, das  jedoch auch  den Einfluß der französischen Geheimge-
       sellschaften zeigte, und ein selbständiges politisches Programm -
       Wilhelm Weitlings  Schrift "Die  Menschheit, wie  sie ist und wie
       sie sein  sollte" (1838). Dieses Programm war zwar noch utopisch-
       kommunistisch, besaß  aber eine  revolutionäre Zielstellung, übte
       scharfe Kritik  an den kapitalistischen Ausbeutungsverhältnissen,
       forderte -  aus moralischen Gründen - die Beseitigung der Ausbeu-
       tung des  Menschen- durch  den Menschen, die Vernichtung des Pri-
       vateigentums und  die Einführung der kommunistischen Gütergemein-
       schaft durch eine große soziale Revolution.
       Eine bestimmte  Anzahl von  Bundesmitgliedern  bildete  eine  Ge-
       meinde, die  Gemeinden vereinigten sich zum Gau, und die zentrale
       Leitung des  Bundes wurde durch die Volkshalle ausgeübt. Der Sitz
       der Volkshalle  war zuerst  in Paris,  später in  London. Bundes-
       gemeinden gab  es in  Deutschland, Frankreich, in der Schweiz und
       in England.
       In Paris  stand der  Bund nach Weitlings Weggang (1841) unter der
       Leitung von  August Hermann  Ewerbeck. Die  Tätigkeit beschränkte
       sich weitgehend  auf die  Propaganda unter  den in Paris lebenden
       deutschen Handwerkern, wobei zeitweise die kleinbürgerliche Ideo-
       logie wieder einen starken Einfluß ausüben konnte (Proudhon, Karl
       Grün u.a.).
       Seit 1843/1844  geriet mit der weiteren Entwicklung der Arbeiter-
       bewegung Weitlings  Lehre in  Widerspruch zu den Bedürfnissen der
       Arbeiterklasse. Die  Entwicklung im  Bund der Gerechten, die über
       den utopischen Arbeiterkommunismus hinausführte, vollzog sich vor
       allem in London, wo die deutschen Arbeiter mit den damals fortge-
       schrittensten kapitalistischen  Verhältnissen in Berührung kamen.
       Unter Führung  von Karl  Schapper, Heinrich  Bauer, Joseph  Moll,
       Carl Pfänder  und Johann  Georg Eccarius löste sich der Bund all-
       mählich sowohl vom verschwörerischen Charakter als vor allem auch
       von der  Überbetonung des Mittels der friedlichen Propaganda. Die
       allmähliche Annäherung  der Führer  des Bundes  an die  Lehre des
       wissenschaftlichen Kommunismus  führte zum  Eintritt von Marx und
       Engels in den Bund der Gerechten. Anfang Juni 1847 fand in London
       ein Bundeskongreß statt, auf dem der Bund der Gerechten reorgani-
       siert und in Bund der Kommunisten (siehe Anm.83) umbenannt wurde.
       Uber die  Geschichte des  Bundes der  Gerechten siehe  auch Marx'
       Streitschrift "Herr Vogt" und Engels' Aufsatz "Zur Geschichte des
       Bundes der  Kommunisten" (siehe  Band 14 unserer Ausgabe, S. 438-
       440 und Band 21, S. 206-215). 40 62
       43 Mit  "Schneiderkommunismus" bezeichnet  Engels die  Lehre  des
       utopischen Arbeiterkommunismus Weitlings (siehe Anm. 38). 41
       44 Karl Grün, der sich 1846/1847 in Paris befand, propagierte un-
       ter den deutschen Arbeitern die kleinbürgerlich-sentimentalen An-
       sichten des  "wahren" Sozialismus  und pries  auch in zunehmendem
       Maße die kleinbürgerlich-reformatorischen Ideen Proudhons an. Der
       seit 1844  in Deutschland propagierte "wahre" Sozialismus war ein
       Ausdruck der  reaktionären Ideologie  des deutschen  Kleinbürger-
       tums. Die  "wahren" Sozialisten  lehnten die politische Tätigkeit
       und den  Kampf für  die Demokratie ab. Ihre pseudosozialistischen
       Ideen, verbrämt  mit "Liebesduselei" und abstraktem "Menschentum"
       einerseits und mit Philistertum und politischer Feigheit anderer-
       seits, waren besonders im Deutschland der vierziger Jahre des 19.
       Jahrhunderts schädlich,  ab die  Vereinigung  der  demokratischen
       Kräfte im
       
       #627# Anmerkungen
       -----
       Kampfe gegen  Absolutismus und  feudalistisches  Regime  und  die
       Schaffung einer  selbständigen proletarischen  Bewegung  auf  der
       Grundlage des revolutionären Klassenkampfes die Hauptaufgaben wa-
       ren. Marx  und Engels  übten seit  der zweiten  Hälfte des Jahres
       1845 und besonders 1846/1847 scharfe Kritik am "wahren" Sozialis-
       mus. 41
       45 Hinweis  auf Pierre-Joseph Proudhons "Systeme des contradicti-
       ons économiques,  ou Philosophie de la misère", das 1846 in Paris
       erschien. 1847 brachte Karl Grün in Darmstadt eine deutsche Über-
       setzung  des   ersten  Bandes   dieses  Buches   mit  dem   Titel
       "Philosophie der  Staatsökonomie oder  Nothwendigkeit des Elends"
       heraus. 42 62 65 72 155
       46 Mit  labour-bazars oder  labour-markets sind die Equitable La-
       bour-Exchange-Bazars (Basare  für  gerechten  Austausch  von  Ar-
       beitsprodukten) gemeint, die in mehreren Städten Englands von Ar-
       beiter-Kooperativgenossenschaften geschaffen  wurden; den  ersten
       Arbeitsbasar gründete Robert Owen im September 1832 in London; er
       bestand bis  Mitte 1834. Auf diesen Arbeitsbasaren wurden die Ar-
       beitsprodukte vermittels  eines Arbeitspapiergeldes ausgetauscht,
       dessen Einheit  die Arbeitsstunde bildete. Diese Unternehmen, die
       einen utopischen Versuch darstellten, den geldlosen Austausch un-
       ter den Verhältnissen der kapitalistischen Warenwirtschaft zu or-
       ganisieren, machten bald bankrott, 42
       47 Straubinger - wandernde Handwerksgesellen in Deutschland. Marx
       und Engels bezeichneten so die deutschen Handwerker, die sich von
       überholten Zunftvorstellungen  und Vorurteilen  leiten ließen und
       sich der reaktionären kleinbürgerlichen Illusion hingaben, daß es
       möglich sei,  von der  kapitalistischen Großindustrie zum kleinen
       Handwerk zurückzukehren.  42 48 58 60 65 68 77 97 111 119 151 247
       283 351 357 371 378 596
       48 Hinweis  auf Pierre-Joseph  Proudhons Antwortbrief an Marx vom
       17. Mai  1846 auf  den Vorschlag, sich in den Korrespondenz-Komi-
       tees zu  betätigen (siehe Anm. 360). Siehe "Correspondance de P.-
       J. Proudhon", T. 2, Paris 1875, p. 198-202. 43
       49 Engels  erhielt durch  Karl Ludwig  Bernays und Heinrich Börn-
       stein falsche  Informationen, worauf er später in seinem Brief an
       Marx vom 15. Januar 1847 (siehe vorl. Band, S. 73/74) selbst hin-
       wies. In  der in der "Allgemeinen Zeitung" abgedruckten Notiz ist
       von dem zaristischen Spion Jakob Nikolajewitsch Tolstoi die Rede,
       nicht aber  von dem liberalen Gutsbesitzer Grigori Michailowitsch
       Tolstoi, den Marx und Engels in Paris kennengelernt hatten. 43
       50 In  Nr. 57  (Band 15) des "Journal des Économistes" vom August
       1846 wurde  die von  Th. Fix  geschriebene Rezension  des  Buches
       "Unsre Gegenwart und Zukunft" (2 Bde.) von Karl Biedermann veröf-
       fentlicht. 45
       51 Die  Besprechung von  Friedrich Engels'  Schrift "Die Lage der
       arbeitenden Klasse  in England" wurde ohne Unterschrift in Nr. 56
       des "Journal  des Économistes" (Band 14) vom Juli 1846 veröffent-
       licht. 46
       52 Hinweis  auf die  von Th.  Fix verfaßte Besprechung von Gustav
       Julius' Broschüre "Bankwesen. Ein neues Gespenst in Deutschland",
       Leipzig 1846,  die in  Nr. 58  des "Journal  des Économistes" vom
       September 1846 erschien. 46
       53 Hinweis auf Ludwig Feuerbachs Arbeit "Das Wesen der Religion",
       die 1846 im ersten Band der Zeitschrift "Die Epigonen" veröffent-
       licht wurde. 47
       54 Nach  dem mißglückten  Versuch von  Marx und  Engels und ihren
       Freunden, die  "Deutsche Ideologie"  mit Hilfe von Rudolph Rempel
       und Julius Meyer in Westfalen herauszugeben (siehe Anm. 31), for-
       derte Marx  durch Joseph Weydemeyer, daß das Manuskript von West-
       falen nach Köln an Roland Daniels geschickt wird. 47
       
       #628# Anhang und Register
       -----
       55 Engels  bezieht sich  hier auf den Plan einer Gruppe von Teil-
       nehmern der  sozialistischen Bewegung  in Köln (Heinrich Bürgers,
       Karl d'Ester, Moses Heß), der vorsah, einen Verlag für die Veröf-
       fentlichung und  Verbreitung sozialistischer  und kommunistischer
       Literatur zu  schaffen. Dieser  Plan entstand  Juni-August  1846,
       nachdem der Versuch zur Herausgabe der "Deutschen Ideologie" miß-
       glückt war.  Zur Finanzierung  dieses Verlags,  der als Aktienge-
       sellschaft gegründet  werden sollte,  schlug man  vor, einige mit
       den sozialistischen  Ideen sympathisierende  Vertreter der  deut-
       schen Bourgeoisie heranzuziehen. Über diesen Plan., der ebenfalls
       nicht verwirklicht  werden konnte,  siehe  auch  vorl.  Band,  S.
       53/54. 47
       56 Im  Juli 1846  wurde in  der  Zeitschrift  "Das  Westphälische
       Dampfboot" das  von Marx  und  Engels  verfaßte  "Zirkular  gegen
       Kriege" (siehe  Band 4  unserer Ausgabe, S. 3-17) veröffentlicht.
       Der Redakteur  dieser Zeitschrift, Otto Lüning, ein Vertreter des
       "wahren" Sozialismus,  unterzog dieses Zirkular jedoch einer ten-
       denziösen Umarbeitung,  indem er  eigene Zusätze  einfügte und an
       einigen Stellen  den Text  willkürlich abänderte.  Obwohl  Lüning
       sich bemühte, den prinzipiell parteilichen Kampf mit Hilfe senti-
       mentaler Phrasen  abzuschwächen, war  er doch gezwungen, in einer
       Anmerkung anzuerkennen,  daß die  Veröffentlichung des "Zirkulars
       gegen Kriege" auch eine Selbstkritik der Zeitschrift sei. 47
       57 Aus Goethes Epigramm "Totalität". 47
       58 Engels  erwähnt hier die Adresse des Deutschen Bildungsvereins
       für Arbeiter in London an die deutschen Proletarier vom September
       1846 zur  schleswig-holsteinischen Frage  (veröffentlicht in  Nr.
       463 des "Northern Star" vom 26.September 1846). In diesem Schrei-
       ben wurde  die nationale  Frage unterschätzt und die konkrete so-
       zial-ökonomische Entwicklung ignoriert.
       Der Deutsche  Bildungsverein für  Arbeiter in  London wurde am 7.
       Februar 1840  von Karl  Schapper, Joseph Moll, Heinrich Bauer und
       anderen Mitgliedern  des Bundes  der Gerechten (siehe Anm. 42) in
       der Absicht gegründet, die Arbeiter politisch aufzuklären und un-
       ter ihnen sozialistische Ideen zu propagieren. Die führende Rolle
       in diesem  Verein spielten die Mitglieder des geheimen Bundes der
       Gerechten und  später die örtlichen Gemeinden des Bundes der Kom-
       munisten. In der zweiten Hälfte der vierziger Jahre des 19. Jahr-
       hunderts nahm  der Arbeiterbildungsverein internationalen Charak-
       ter an.  Viele Mitglieder  des Bundes der Kommunisten, die in der
       Folge angesehene  Funktionäre der kommunistischen und Arbeiterbe-
       wegung wurden,  sind aus  ihm hervorgegangen.  1847 und 1849/1850
       nahmen Marx  und Engels  an der Tätigkeit des Vereins aktiven An-
       teil. Am  17. September  1850 traten  Marx, Engels und eine Reihe
       ihrer Mitkämpfer  aus dem  Verein aus,  weil er im Kampf zwischen
       der von Marx und Engels geführten Mehrheit der Zentralbehörde des
       Bundes der  Kommunisten und  der sektiererischen,  zu  abenteuer-
       lichen Taktiken  neigenden Minderheit  (Willich-Schapper) für die
       letztere Partei  ergriff. Ende  der fünfziger Jahre begannen Marx
       und Engels  erneut an  der Tätigkeit  des Arbeiterbildungsvereins
       teilzunehmen. Der  Verein wurde 1918 von der englischen Regierung
       aufgelöst. 48 326 378
       59 Gemeint  ist der dänische König Christian VIII., dessen Regie-
       rung die  nationale Bewegung in Schleswig-Holstein auf jede Weise
       unterdrückte. Vor  der Revolution von 1848 ging die nationale Be-
       wegung unter  der deutschen Bevölkerung der Herzogtümer Schleswig
       und Holstein nicht über den Rahmen einer gemäßigten liberalen Op-
       position hinaus.  Sie war  in ihren Zielen separatistisch und auf
       die Gründung  eines weiteren  deutschen  Kleinstaates  im  Norden
       Deutschlands, eines Satelliten des reaktionären Preußens, gerich-
       tet. Während  der Revolution 1848/49 änderte sich die Lage. Unter
       dem Einfluß der
       
       #629# Anmerkungen
       -----
       revolutionären Ereignisse in Deutschland nahm die nationale Bewe-
       gung in Schleswig und Holstein den Charakter einer revolutionären
       Befreiungsbewegung an. Der Kampf um die Abtrennung Schleswigs und
       Holsteins von  Dänemark wurde  zum wesentlichen  Bestandteil  des
       Kampfes aller fortschrittlichen Kräfte in Deutschland für die na-
       tionale Einigung  des Landes  und wurde  von Marx und Engels ent-
       schieden unterstützt. 49
       60 droit  d'aubaine (das  Recht des  Staates auf  erbloses Gut) -
       eine im  mittelalterlichen Frankreich und in anderen Ländern ver-
       breitete feudale  Sitte, wonach sich der König das Eigentum eines
       verstorbenen Ausländers aneignete, wenn keine Erben vorhanden wa-
       ren, 50
       61 In  Frankreich waren eine Reihe anonymer Pamphlete gegen Roth-
       schild erschienen,  wovon eines  von dem  Arbeiter  Georges-Maria
       Dairnvaell verfaßt  worden war  (ein anderes Pamphlet gegen Roth-
       schild erschien  unter seinem  Namen). Das  Auftreten gegen einen
       der größten Finanzmagnaten Frankreichs zeugte von der zunehmenden
       politischen Opposition  gegen das  Regime der  Julimonarchie. Die
       von Engels  erwähnte gegen  Rothschild gerichtete  Broschüre  von
       Karl Ludwig  Bernays, die  1846 in  deutscher Sprache geschrieben
       und in  der Schweiz  gedruckt  wurde,  konnte  nicht  aufgefunden
       werden. 52
       62 Der  vorliegende Brief  von Engels ist nur als Fragment erhal-
       ten. Engels  kritisiert hier  den Plan zur Gründung eines Verlags
       für die  Veröffentlichung sozialistischer und kommunistischer Li-
       teratur. 53
       63 In der von deutschen "wahren" Sozialisten herausgegebenen New-
       Yorker Wochenzeitung  "Der Volks-Tribun"  (in den  Nummern 26, 27
       und 29 vom 27. Juni, 4. und 18. Juli 1846) wurde der Auszug eines
       Briefes von Wilhelm Weitling an Hermann Kriege und eine Reihe von
       Erklärungen   Krieges    und   seiner   Anhänger   veröffentlicht
       ("Bescheidene Erwiderung",  "An  unsere  Freunde",  "Adresse  der
       deutschen Sozialreformer"); diese enthielten feindselige Angriffe
       gegen Marx,  Engels und  andere Mitglieder des Brüsseler kommuni-
       stischen Korrespondenz-Komitees,  die im  Mai 1846  das lithogra-
       phierte "Zirkular gegen Kriege" verbreitet hatten. 58
       64 Genfer  Revolution -  Es handelt sich um den Aufstand in Genf,
       der im Oktober 1846 begann. Durch ihn kamen die Vertreter der ra-
       dikalen Bourgeoisie  an die  Macht, was  zum  Zusammenschluß  der
       fortschrittlichen Schweizer  Kantone  im  Kampf  gegen  die  Ver-
       einigung der reaktionären katholischen Kantone - den Sonderbund -
       beitrug. 62
       65 portugiesische  Konterrevolution -  Es handelt sich um die Un-
       terdrückung des  Volksaufstandes 1846/1847 in Portugal, der gegen
       das dortige  reaktionäre Regime gerichtet war. Der Aufstand wurde
       von dem  in Portugal herrschenden Zweig der Coburger Dynastie mit
       Unterstützung englischer und spanischer Interventen erbarmungslos
       niedergeschlagen. 64
       66 Engels  erwähnt hier das zweite von Marx geschriebene Zirkular
       gegen Hermann Kriege. Bisher ist es nicht geglückt, den Text die-
       ses Dokuments aufzufinden. 65
       67 Fraternal  Democrats (Brüderliche Demokraten) - internationale
       demokratische Gesellschaft,  die Ende 1845 in London mit dem Ziel
       gegründet wurde,  enge Verbindungen  zwischen den  demokratischen
       Bewegungen der verschiedenen Länder herzustellen (siehe Friedrich
       Engels' Artikel "Das Fest der Nationen in London", Band 2 unserer
       Ausgabe, S. 611-624). Hauptbeteiligt waren die Vertreter des lin-
       ken Flügels der Chartisten unter Führung von George Julian Harney
       sowie revolutionäre  deutsche und  französische Emigranten,  Mit-
       glieder des  Bundes der  Gerechten und  ehemalige Mitglieder ver-
       schiedener Pariser  Geheimgesellschaften. In der Organisation der
       Fraternal Democrats waren auch
       
       #630# Anhang und Register
       -----
       Italiener, Spanier,  Polen, Ungarn und andere Nationen vertreten.
       Marx und  Engels beteiligten  sich an der Vorbereitung der am 22.
       September 1845 von Demokraten der verschiedenen Nationen abgehal-
       tenen Versammlung  - die  den Grundstein  für diese  Gesellschaft
       legte -,  konnten jedoch  wegen ihrer  Abreise aus  London  nicht
       selbst daran  teilnehmen. Sie  unterhielten ständigen Kontakt mit
       den Fraternal  Democrats und  waren bestrebt,  deren Mitglieder -
       besonders den 1847 in den Bund der Kommunisten eingegangenen pro-
       letarischen Kern  - im Geiste des proletarischen Internationalis-
       mus und des wissenschaftlichen Kommunismus zu erziehen sowie über
       die Gesellschaft  der Fraternal Democrats auf den Chartismus ein-
       zuwirken. Theoretisch  unreife Ansichten  der Mitglieder der Fra-
       ternal Democrats  wurden von Marx und Engels kritisiert. Die 1847
       in Brüssel  gegründete Association démocratique, deren Vizepräsi-
       dent Marx  war, stellte  enge Verbindungen  zu den  Fraternal De-
       mocrats her.
       Nach der  Niederlage der Chartisten im Jahre 1848 ließ die Tätig-
       keit der  Fraternal Democrats  bedeutend nach, und 1859 hörte sie
       endgültig auf.
       Der erwähnte  Brief von  Engels an  Harney wurde  unseres Wissens
       bisher noch nicht aufgefunden. 66 85 189 199 206
       68 Nachstehende  Zeilen sind eine Nachschrift von Engels zu einem
       am 2.  November 1846  von Karl Ludwig Bernays an Marx gerichteten
       Brief. 67
       69 Der von Engels erwähnte Brief an Philippe-Charles Gigot konnte
       bisher nicht aufgefunden werden. 68
       70 In  den Tagen vom 30. September bis 2. Oktober 1846 kam es auf
       Grund einer  bevorstehenden Brotpreiserhöhung in dem Pariser Vor-
       ort Saint-Antoine zu Arbeiterunruhen. Die Arbeiter überfielen die
       Bäckerläden und  errichteten Barrikaden. Es kam zu Zusammenstößen
       der Arbeiter mit Truppeneinheiten. 68
       71 Hinweis  auf die  Beziehungen zwischen  Marx und Engels einer-
       seits und  den Führern  des Bundes  der Gerechten in London (Karl
       Schapper, Joseph  Moll, Heinrich  Bauer) andrerseits, die sich im
       November 1846  mit einer  Adresse an alle Bundesgemeinden gewandt
       hatten. Diese Adresse enthielt neben einer Reihe richtiger Gedan-
       ken auch  die unklaren  und fehlerhaften Ansichten der Führer des
       Bundes der  Gerechten in grundsätzlichen Fragen und widerspiegel-
       ten das unter dem Einfluß Wilhelm Weitlings entstandene Mißtrauen
       gegenüber den "Gelehrten" - den Theoretikern, d.h. also gegenüber
       der revolutionären  Intelligenz. Die Autoren dieses Schriftstücks
       glaubten, ein internationaler Kommunistenkongreß, den sie für den
       Mai 1847  vorschlugen, sei  das einzige Mittel zur Beendigung des
       ideologischen Kampfes  und der  Meinungsverschiedenheiten in  der
       kommunistischen Bewegung. Da sie diesen Plan ohne Wissen von Marx
       und Engels  vorgebracht hatten, handelten die Londoner Führer des
       Bundes der Gerechten im Widerspruch zum Brüsseler kommunistischen
       Korrespondenz-Komitee, um das sich in jener Zeit die Anhänger des
       wissenschaftlichen Kommunismus  scharten. Marx  und Engels  waren
       der Ansicht,  daß der  Einberufung eines  solchen Kongresses  die
       Konsolidierung der  bestehenden Organisationen der deutschen Kom-
       munisten vorausgehen  müsse sowie die Festigung ihrer internatio-
       nalen Verbindungen, in erster Linie mit den englischen Chartisten
       und ihrem  linken Flügel unter George Julian Harney, der das Kor-
       respondenz-Komitee in  England organisierte.  Marx und Engels er-
       läuterten im  Zusammenhang damit  unermüdlich die  Prinzipien des
       wissenschaftlichen Kommunismus  und unterzogen  die verschiedenen
       Systeme des  utopischen und  kleinbürgerlichen Sozialismus  einer
       unerbittlichen Kritik. Nachdem sich die Londoner Leitung des Bun-
       des der Gerechten von
       
       #631# Anmerkungen
       -----
       der Richtigkeit  der Ansichten  von  Marx  und  Engels  überzeugt
       hatte, schlug  sie ihnen Ende Januar 1847 vor, in den Bund einzu-
       treten, an  seiner Reorganisation  teilzunehmen und auch das Pro-
       gramm des  Bundes, das  auf den Prinzipien des wissenschaftlichen
       Kommunismus begründet  werden sollte, auszuarbeiten. Marx und En-
       gels gaben hierzu ihre Zustimmung. 69
       72 Die Adresse des Deutschen Bildungsvereins für Arbeiter in Lon-
       don vom  März 1845  an Johannes Ronge, den Gründer und Führer der
       bürgerlich-oppositionellen Bewegung  der  Deutschkatholiken  ("An
       den Apostel  Ronge"), zeugte  von der  theoretischen Unreife  der
       Führer des  Vereins und  des  Bundes  der  Gerechten.  In  dieser
       Adresse wurde  der Gedanke geäußert, daß die christliche Religion
       "gereinigt" und  reformiert werden  und dann der Sache des Kommu-
       nismus dienen  könnte. Während jedoch der damalige Leiter der Ge-
       meinden des  Bundes der  Gerechten in der Schweiz, August Becker,
       mit Ronges Deutschkatholizismus sympathisierte, grenzten sieh die
       Londoner scharf von ihm ab, da sie erkannten, daß diese Art Oppo-
       sition  in  keiner  Weise  die  bestehenden  Verhältnisse  ändern
       "konnte. Die Adresse erschien auszugsweise in "Rheinische Jahrbü-
       cher zur gesellschaftlichen Reform", 1845, S. 327/328.
       Über das  Schreiben des Deutschen Bildungsvereins für Arbeiter in
       London an  die deutschen  Arbeiter über  Schleswig-Holstein siehe
       vorl. Band, S. 48 und Anm. 58. 70
       73 Engels  bezieht sich auf die Theorie des englischen utopischen
       Sozialisten John  Francis Bray  über den  geldlosen Austausch der
       Produkte der  Arbeit. Marx  kritisiert diese  Ansichten Brays  in
       seiner Schrift  "Das Elend der Philosophie" (siehe Band 4 unserer
       Ausgabe, S. 98-105). 75
       74 Engels  zitiert hier  aus einer Arie Sarastros in Mozarts Oper
       "Die Zauberflote" (Zweiter Aufzug, 12. Auftritt). Die Zeilen sind
       bei Engels umgestellt. 75
       75 Hinweis  auf den  II.Band der  "Deutschen Ideologie",  der der
       Kritik des  deutschen "wahren"  Sozialismus gewidmet  ist  (siehe
       Band 3  unserer Ausgabe, S. 441-530). Engels setzte die Arbeit an
       den Abschnitten  dieses Bandes  bis etwa April 1847 fort; die Er-
       gebnisse sind  uns in  Form des  Manuskripts "Die wahren Soziali-
       sten" erhalten  geblieben (siehe  Band 4 unserer Ausgabe, S. 248-
       290). Nach  dem Schluß  dieses Manuskripts zu urteilen, ist anzu-
       nehmen, daß die Arbeit nicht vollendet wurde. 75
       76 Engels'  Aufsatz über  Karl Grüns  Buch "Ueber  Göthe vom men-
       schlichen Standpunkte"  wurde Anfang 1847 geschrieben und bildete
       die Grundlage  des zweiten  Aufsatzes der kritischen Abhandlungen
       "Deutscher Sozialismus in Versen und Prosa" (siehe Band 4 unserer
       Ausgabe, S.  207-247). Diesen  Aufsatz beabsichtigte  Engels  ur-
       sprünglich für  den zweiten  Band der  "Deutschen Ideologie", als
       Ergänzung zu  den Abschnitten, die der Kritik des "wahren" Sozia-
       lismus gewidmet sind, umzuarbeiten. 75
       77 Die  erwähnte Schrift  von Engels ist bisher nicht aufgefunden
       worden. 77
       78 Es  handelt sich  um Engels'  Abhandlung über die Verfassungs-
       frage in  Deutschland "Der Status quo in Deutschland" (siehe Band
       4 unserer  Ausgabe, S.  40-57), die  März/April 1847  geschrieben
       wurde. Engels  schlug vor,  diese Arbeit  in Deutschland als Bro-
       schüre herauszugeben.  Wegen der  Verhaftung des  Verlegers  C.G.
       Vogler konnte sie jedoch nicht gedruckt werden. (Siehe auch vorl.
       Band, S. 82.) 79
       79 Communistes  matérialistes  (materialistische  Kommunisten)  -
       Mitglieder einer  gleichnamigen geheimen Verschwörergesellschaft,
       die in  den vierziger  Jahren des  19. Jahrhunderts von französi-
       schen Arbeitern gegründet wurde. Sie stand unter dem Einfluß der
       
       #632# Anhang und Register
       -----
       Ideen von Théodore Dézàmy, einem Vertreter der revolutionären und
       materialistischen Richtung innerhalb des französischen utopischen
       Kommunismus. Im  Juli 1847  fand ein  Prozeß gegen die Mitglieder
       der Gesellschaft der materialistischen Kommunisten statt, der mit
       ihrer Verurteilung zu langjährigen Gefängnisstrafen endete. 79
       80 Engels bezieht sich hier auf den 1847 erschienenen ersten Band
       von Louis Blancs "Histoire de la révolution française". 80 97 110
       Es handelt  sich um  die Karikatur  von Engels  auf die Thronrede
       Friedrich Wilhelms IV. bei der Eröffnung des Vereinigten Landtags
       in Berlin am 11. April 1847 (siehe Band 4 unserer Ausgabe, gegen-
       über S.  32). Diese  Karikatur wurde als besondere Beilage in der
       "Deutschen-Brüsseler-Zeitung" vom 6. Mai 1847 gebracht. 82
       "Deutsche-Brüsseler-Zeitung" - von deutschen politischen Emigran-
       ten in Brüssel gegründetes Blatt, erschien vom 3. Januar 1847 bis
       Februar 1848 zweimal wöchentlich. Ursprünglich wurde die Richtung
       dieser Zeitung durch ihren Herausgeber und Redakteur Adalbert von
       Bornstedt, einen kleinbürgerlichen Demokraten, bestimmt, der ver-
       suchte, die verschiedenen Strömungen des radikalen und demokrati-
       schen Lagers  miteinander zu  versöhnen. Die Zeitung wurde jedoch
       durch den  Einfluß von Marx und Engels und deren Mitkämpfer immer
       mehr zu  einem Sprachrohr  revolutionär-demokratischer und kommu-
       nistischer Ideen.  Schon seit  Ende Februar  1847 verstand es vor
       allem Wilhelm Wolff, durch seine Mitarbeit den marxistischen Ein-
       fluß in  der "Deutschen-Brüsseler-Zeitung" auszubauen. Ab Septem-
       ber 1847  wurden Marx  und Engels ständige Mitarbeiter und hatten
       in den  letzten Monaten  des Jahres 1847 faktisch die Redaktions-
       leitung inne. Unter ihrem Einfluß wurde die Zeitung zum Organ des
       sich herausbildenden Bundes der Kommunisten. 82
       83 Marx  bezieht sich auf die von ihm beabsichtigte Reise zum er-
       sten Kongreß  des Bundes  der Kommunisten, Engels in seinem Brief
       vom 14. Januar 1848 auf die Arbeiten zur Gründung der ersten Bun-
       desgemeinden in Paris.
       Der Bund  der Kommunisten (siehe Engels, "Zur Geschichte des Bun-
       des der Kommunisten", Band 21 unserer Ausgabe, S.206-224) war die
       erste revolutionäre  Partei der  Arbeiterklasse, und  zwar sowohl
       ihre erste  internationale Organisation  und damit  der Vorläufer
       der I.  Internationale, als  auch zugleich die erste deutsche Ar-
       beiterpartei. Programm  und Statut  des Bundes, dessen Mitglieder
       in der Mehrzahl proletarisierte deutsche Handwerksgesellen waren,
       standen auf  dem Boden  des wissenschaftlichen  Kommunismus.  Der
       Bund der  Kommunisten war hervorgegangen aus dem Bund der Gerech-
       ten (siehe Anm. 42 und 71) und dem von Marx und Engels geleiteten
       Brüsseler kommunistischen  Korrespondenz-Komitee (siehe Anm. 34).
       Die Gründung  des Bundes  vollzog sich auf dem ersten Kongreß An-
       fang Juni 1847 in London, dem sich Programmdiskussionen anschlös-
       sen (siehe  Anm. 95), und wurde vom zweiten Kongreß - Ende Novem-
       ber/Anfang Dezember 1847 in London (siehe Anm. 104) - abgeschlos-
       sen. Im  Auftrage des  Bundes der  Kommunisten schrieben Marx und
       Engels das  "Manifest der  Kommunistischen Partei"  (siehe Band 4
       unserer Ausgabe)  sowie bei  Ausbruch der Revolution von 1848 die
       17 "Forderungen  Kommunistischen Partei  in  Deutschland"  (siehe
       Band 5  unserer Ausgabe, S. 3-5). Während der Revolution spielten
       die Mitglieder  des Bundes  der Kommunisten  eine große Rolle bei
       der beginnenden  Formierung einer  politischen Massenbewegung des
       deutschen Proletariats und im revolutionären Kampf der demokrati-
       schen Kräfte  zur Weiterführung  der Revolution,  wobei die "Neue
       Rheinische Zeitung"  (siehe Anm.  120) das  leitende Zentrum bil-
       dete. Der  Bund bewährte  sich in den Revolutionsjahren "dadurch,
       daß seine Mitglieder
       
       #633# Anmerkungen
       -----
       an allen  Orten energisch  in die Bewegung eingriffen, daß sie in
       der Presse,  auf den  Barrikaden und Schlachtfeldern voranstanden
       in den  Reihen der  allein entschieden  revolutionären Klasse des
       Proletariats" (Marx/Engels).  Ende 1849 und Anfang 1850 wurde der
       Bund reorganisiert  (siehe die  von Marx und Engels verfaßten An-
       sprachen der  Zentralbehörde vom März und Juni 1850, Band 7 unse-
       rer Ausgabe, S. 244-254 und 306-312) und nach der Auseinanderset-
       zung mit  der Revolutionsspielerei der kleinbürgerlichen Fraktion
       Willich-Schapper im  September 1850 (vgl. "Sitzung der Zentralbe-
       hörde vom  15. September  1850", Band  8 unserer Ausgabe, S. 597-
       601) die  illegale Zentralbehörde  nach Köln verlegt. Der erneute
       Aufschwung der propagandistischen und organisatorischen Tätigkeit
       des Bundes  der Kommunisten im Frühjahr 1851 in Deutschland wurde
       durch die  im Mai  beginnende Verhaftungswelle  unterbrochen. Das
       Wirken des  Bundes schließt  faktisch mit dem Kölner Kommunisten-
       prozeß Ende 1852 (siehe Marx, "Enthüllungen über den Kommunisten-
       Prozeß zu  Köln", Band  8 unserer  Ausgabe, S.  405-470). Mit dem
       Bund der Kommunisten war der Grundstein für die ganze weitere Ge-
       schichte der  revolutionären Arbeiterbewegung  gelegt worden.  82
       111 324
       84 Ende  Juli 1847  fuhr Engels von Paris nach Brüssel, wo er bis
       Mitte Oktober  blieb und  zusammen mit Marx die Ideen des wissen-
       schaftlichen Kommunismus  in der  örtlichen Gemeinde und im Kreis
       des Bundes der Kommunisten sowie in den demokratischen und Arbei-
       tervereinen propagierte.  Den vorliegenden  Brief schrieb  Engels
       nach Holland,  wo Marx sich bei seinen Verwandten zwecks Regelung
       finanzieller Angelegenheiten aufhielt. 84
       85 Der Deutsche Arbeiterverein wurde von Marx und Engels Ende Au-
       gust 1847  in Brüssel  mit dem Ziel gegründet, die in Belgien le-
       benden deutschen Arbeiter politisch aufzuklären und mit den Ideen
       des wissenschaftlichen  Kommunismus bekannt  zu machen. Unter der
       Leitung von  Marx und  Engels sowie  deren Kampfgefährten entwic-
       kelte sich  der Verein zu einem legalen Zentrum der deutschen re-
       volutionären Arbeiter.  Er stand  in direkter  Verbindung mit den
       flämischen und  wallonischen Arbeitervereinen. Seine fortschritt-
       lichen Mitglieder  traten der  Brüsseler Gemeinde  des Bundes der
       Kommunisten bei.  Der Verein spielte eine hervorragende Rolle bei
       der Gründung  der Brüsseler  Demokratischen  Gesellschaft  (siehe
       Anm. 86). Bald nach der Februarrevolution 1848 in Frankreich, als
       die belgische Polizei die meisten Mitglieder des Deutschen Arbei-
       tervereins verhaftete  und auswies,  stellte der Verein seine Tä-
       tigkeit ein. 84 470
       86 Auf  dem hier erwähnten internationalen Bankett der Demokraten
       in Brüssel vom 27. September 1847 wurde beschlossen, die Demokra-
       tische Gesellschaft  zu gründen.  In die vorbereitende Kommission
       wurde auch Engels gewählt.
       Die Demokratische  Gesellschaft (Association démocratique) verei-
       nigte in  ihren Reihen proletarische Revolutionäre, hauptsächlich
       aus Kreisen  der deutschen revolutionären Emigranten, sowie fort-
       schrittliche bürgerliche  und kleinbürgerliche  Demokraten.  Marx
       und Engels  waren an  der Gründung  der Gesellschaft aktiv betei-
       ligt. Am  15. November  1847 wurde  Marx zu ihrem Vizepräsidenten
       gewählt, während  der belgische Demokrat Lucien Jottrand zum Prä-
       sidenten berufen  wurde. Dank  dem Einfluß  von Marx  entwickelte
       sich die Brüsseler Demokratische Gesellschaft zu einem der bedeu-
       tendsten Zentren  der  internationalen  demokratischen  Bewegung.
       Während der Februarrevolution in Frankreich wirkte der proletari-
       sche Flügel der Brüsseler Demokratischen Gesellschaft für die Be-
       waffnung der belgischen Arbeiter und trat für einen breiten Kampf
       um die  demokratische Republik  ein. Als  jedoch Anfang März 1848
       Marx aus Brüssel ausgewiesen
       
       #634# Anhang und Register
       -----
       wurde und  die belgischen  Behörden die revolutionärsten Elemente
       der Gesellschaft verfolgten, verstanden es die belgischen bürger-
       lichen Demokraten  nicht, die  antimonarchistische  Bewegung  der
       Werktätigen anzuführen.  Die Demokratische  Gesellschaft übte da-
       nach nur  noch eine  beschränkte, rein örtliche Tätigkeit aus und
       hörte bereits 1849 auf zu wirken. 85 469 470
       87 anniversaire da Ier vendémiaire an I de la république (Jahres-
       tag des  1. Vendémiaire des Jahres I der Republik) - d.h. der 22.
       September 1792, der Tag, an dem der neue republikanische Kalender
       in Frankreich in Kraft trat. 86
       88 Gemeint  ist das  von Sebastian  Seiler in  Brüssel gegründete
       Korrespondenzbüro. In  diesem Büro  arbeitete auch Wilhelm Wolff.
       87 97
       89 Georg  Weerth, Freund  und Mitkämpfer  von  Marx  und  Engels,
       sprach am  18. September 1847 auf dem internationalen Kongreß der
       Ökonomen über  die Frage des Freihandels. Die Rede ist abgedruckt
       in Georg  Weerth, Sämtliche  Werke in  fünf Bänden, Bd. 2, Berlin
       1956, S.  128-133. Der Kongreß fand vom 16. bis 18.September 1847
       in Brüssel  statt. Einen  ausführlichen Bericht  über den Kongreß
       gibt Engels in seinem Artikel "Der Freihandelskongreß in Brüssel"
       (siehe Band  4 unserer  Ausgabe, S.  299-308). Karl Marx, der auf
       dem Freihandelskongreß  ebenfalls sprechen  wollte, dem  aber das
       Wort nicht  erteilt wurde, hielt seine Rede am 9. Januar 1848 vor
       der Demokratischen  Gesellschaft zu Brüssel (siehe Band 4 unserer
       Ausgabe, S. 444-458). 87
       90 Laut  Vereinbarung mit  Adalbert von  Bornstedt waren Marx und
       Engels ab  September 1847 ständige Mitarbeiter an der "Deutschen-
       Brüsseler-Zeitung". In  den letzten Monaten des Jahres 1847 wurde
       die Zeitung zum Organ des Bundes der Kommunisten. 88
       91 Engels  bezieht sich  auf eine  Sitzung der Brüsseler Gemeinde
       des Bundes  der Kommunisten,  die am 5. August 1847 auf der Basis
       des kommunistischen  Korrespondenz-Komitees gegründet worden war.
       Zum Vorsitzenden der Gemeinde war Marx gewählt worden. 91
       92 Der  preußische Vereinigte  Landtag wurde  am 11.April 1847 in
       Berlin eröffnet.  Da der  Landtag sich  für die Bewilligung einer
       Staatsanleihe an  die preußische  Regierung nicht  kompetent  er-
       klärte, wurde  er von König Friedrich Wilhelm IV. im Juni dessel-
       ben Jahres nach Hause geschickt. 94
       93 Auf  dem Kongreß  der Ökonomen in Brüssel vom 16. bis 18. Sep-
       tember 1847  beabsichtigte Marx, eine Rede zur Frage des Freihan-
       dels zu  halten. Marx erhielt jedoch nicht das Wort und arbeitete
       nach dem  Kongreß seine  nicht gehaltene  Rede für die Presse um;
       sie wurde  in der  belgischen Zeitung  "Atelier démocratique" vom
       29. September 1847 veröffentlicht. Der Anfang der Rede wurde 1848
       in der  Übersetzung von  Joseph Weydemeyer  unter dem  Titel "Die
       Schutzzöllner, die  Freihandelsmänner und  die arbeitende Klasse"
       veröffentlicht (siehe  Band 4 unserer Ausgabe, S. 296-298). Marx'
       Rede wird  ferner in  Engels' Artikel  "Der Freihandelskongreß in
       Brüssel" (siehe  Band 4 unserer Ausgabe, S. 305-308) auszugsweise
       wiedergegeben. 94
       94 Affäre  Praslin -  Im August  1847 ermordete  Praslin, duc  de
       Choiseul, Pair von Frankreich, seine Frau. Dieses Verbrechen rief
       die Empörung  großer Kreise der französischen Bevölkerung hervor.
       95
       95 Nach dem ersten Kongreß des Bundes der Kommunisten (siehe Anm.
       83), auf  dem grundsätzliche  Programmfragen  diskutiert  wurden,
       sandte die Londoner Zentralbehörde des
       
       #635# Anmerkungen
       -----
       Bundes der  Kommunisten (Karl Schapper, Heinrich Bauer und Joseph
       Moll) den  Entwurf eines  "Kommunistischen Glaubensbekenntnisses"
       an die  Kreise und Gemeinden des Bundes. Dieses Dokument, das von
       den Einflüssen  des utopischen Sozialismus immer noch nicht voll-
       kommen frei  war, konnte  Marx und Engels nicht zufriedenstellen,
       ebenso nicht der "gottvoll verbesserte" Entwurf, der in Paris von
       dem "wahren"  Sozialisten Moses  Heß angefertigt  worden war. Auf
       der Sitzung  der Pariser  Kreisbehörde des Bundes der Kommunisten
       am 22. Oktober 1847 kritisierte Engels den Entwurf sehr eingehend
       und scharf  und erhielt  den Auftrag,  einen neuen auszuarbeiten.
       Dieser bald  darauf verfaßte  Entwurf waren  die "Grundsätze  des
       Kommunismus" (siehe  Band 4  unserer Ausgabe,  S.  361-380  sowie
       vorl. Band, S. 107). 98
       96 Stephan  Born, Mitglied  des Bundes  der Kommunisten, kam Ende
       Oktober 1847  in Brüssel  an und besuchte Marx, nahm jedoch nicht
       am zweiten  Kongreß des  Bundes der  Kommunisten in  London teil,
       sondern vertrat  Marx am  29.  November  1847  als  Referent  des
       Brüsseler Deutschen  Arbeitervereins auf  der internationalen Po-
       lenfeier in Brüssel. 98
       97 Anspielung  auf Karl  Heinzens Artikel "Ein 'Repräsentant' der
       Kommunisten" in  der "Deutschen-Brüsseler-Zeitung" Nr. 84 vom 21.
       Oktober 1847,  der als Antwort auf den von Engels in der gleichen
       Zeitung erschienenen  polemischen Aufsatz  "Die  Kommunisten  und
       Karl Heinzen"  (siehe Band  4 unserer Ausgabe, S. 309-324) veröf-
       fentlicht worden  war. Ende  Oktober 1847  schrieb Marx  für  die
       "Deutsche-Brüsseler-Zeitung" die  Arbeit "Die moralisierende Kri-
       tik und  die kritisierende  Moral. Beitrag  zur Deutschen Kultur-
       geschichte. Gegen Karl Heinzen" (siehe Band 4 unserer Ausgabe, S.
       331-359). 98
       98 Am  23. Oktober 1847 veröffentlichte "The Northern Star" einen
       Artikel des  Führers des  linken Flügels  der Chartisten  Feargus
       O'Connor gegen  sechs englische  radikale Blätter,  die gegen ihn
       einen Verleumdungsfeldzug führten. Siehe hierüber Engels' Artikel
       "Das Agrarprogramm  der Chartisten"  (Band 4  unserer Ausgabe, S.
       381-383). 98
       99 Die  "Deutsche-Brüsseler-Zeitung" brachte  in den  Monaten Ok-
       tober und  November 1847 die Artikelserie "Die Folgen einer Revo-
       lution des Proletariats" von Moses Heß. 99
       100 libre-échange-Artikel  - es handelt sich hier um Engels' Ver-
       such, in  der "Réforme" den Text der Rede zu veröffentlichen, die
       Marx auf  dem  internationalen  Kongreß  der  Ökonomen  (Freihan-
       delskongreß) in  Brüssel zu  halten beabsichtigte  (siehe Anm. 93
       sowie Band 4 unserer Ausgabe, S. 296-298 und 305 -308). 100
       101 Gemeint  sind die  Delegiertenwahlen des  Pariser Kreises des
       Bundes der  Kommunisten für den zweiten Kongreß des Bundes (siehe
       Anm. 104). 101
       102 Über das Bankett in Lille und über die antidemokratische Hal-
       tung der  Vertreter der  Liberalen und  der Partei des "National"
       auf diesem  Bankett siehe den Aufsatz von Engels über die Reform-
       bewegung in  Frankreich "Spaltung  innerhalb  des  Lagers  -  Die
       'Réforme' und  der 'National'  - Vormarsch der Demokratie" (siehe
       Band 4 unserer Ausgabe, S. 409-412). 101
       ' Polenanniüersaire  - Jahrestag  der polnischen  Revolution  von
       1830.
       Am 29.  November 1847  fand in  London zu Ehren dieses Jahrestags
       ein von den Fraternal Democrats (siehe Anm. 67) organisiertes in-
       ternationales Meeting  statt. Marx  überreichte den Fraternal De-
       mocrats eine  Adresse der  Brüsseler Demokratischen  Gesellschaft
       (siehe Anm. 86), die das Bestreben zum Ausdruck brachte, noch en-
       gere Beziehungen zwischen beiden Organisationen herzustellen. Auf
       dem Meeting sprachen Marx und Engels über Polen (siehe Band 4 un-
       serer Ausgabe, S. 416-418). 102
       
       #636# Anhang und Register
       -----
       104 Es  handelt sich um den zweiten Kongreß des Bundes der Kommu-
       nisten, der  vom 29.  November bis  8. Dezember  1847  in  London
       stattfand. Marx und Engels nahmen an diesem Kongreß teil und ver-
       teidigten in  mehrtägigen Diskussionen die Prinzipien des wissen-
       schaftlichen Kommunismus,  die der  Kongreß einstimmig  billigte.
       Der zweite  Kongreß beschloß auch endgültig das Statut des Bundes
       der Kommunisten,  das erste  marxistische, auf den Prinzipien des
       demokratischen Zentralismus  beruhende Statut  in der  Geschichte
       der Arbeiterbewegung  (siehe Band 4 unserer Ausgabe, S. 596-601).
       Im Auftrage des zweiten Kongresses schrieben Marx und Engels dann
       das Parteiprogramm,  das "Manifest  der  Kommunistischen  Partei"
       (siehe Band  4 unserer  Ausgabe), das  im Februar  1848 in London
       veröffentlicht wurde. 104
       105 Engels  verweist auf den Kongreß der Ökonomen in Brüssel, auf
       dem Georg Weerth sprach (siehe Anm. 89). 108
       106 Engels  bezieht sich auf den zweiten Band von Jules Michelets
       "Histoire de  la révolution  française", der  1847 in  Paris  er-
       schien. 110
       107 Gemeint  sind die  ständischen Ausschüsse der Provinzialland-
       tage, die,  von den  Provinziallandtagen aus  ihrer  Mitte  (nach
       Ständen)  gewählt,   ein  gemeinsames   beratendes   Organ,   die
       "Vereinigten Ausschüsse"  bildeten. Der von Engels erwähnte Arti-
       kel wurde nicht aufgefunden. 111
       108 Am  1-9. Januar  1848 erschien in "La Réforme" eine nicht un-
       terzeichnete Notiz,  in der über die von Marx am 9. Januar in der
       Demokratischen Gesellschaft  zu Brüssel  gehaltene Rede  über den
       Freihandel (siehe  Band 4 unserer Ausgabe, S. 444-458) Mitteilung
       gemacht wird.
       Mit Chartistengeschichten  meint Engels  seine  unter  dem  Titel
       "Mouvement chartiste"  am 10.  und 19.Januar 1848 in "La Réforme"
       erschienene Korrespondenz (siehe Marx-Engels-Gesamtausgabe, Erste
       Abteilung, Band  6, S.  576-582), in  der er die in "The Northern
       Star" veröffentlichte  Adresse der  "Fraternal Democrats"  (siehe
       Anm. 67)  an die Arbeiter Großbritanniens und Irlands und den Be-
       richt von einem Meeting der Chartisten wiedergibt. 113
       109 Ende Januar 1848 wurde Engels wegen seiner revolutionären Tä-
       tigkeit unter  den Pariser  Arbeitern aus  Frankreich ausgewiesen
       und kehrte nach Brüssel zurück. 115
       110 Am  3. März  1848 erhielt Marx die königliche Verfügung, Bel-
       gien innerhalb  von 24  Stunden zu verlassen. In der Nacht zum 4.
       März, während sich Marx auf die Abreise vorbereitete, drang Poli-
       zei in  seine Wohnung  in Brüssel  ein und  verhaftete ihn. Am 4.
       März wurde  auch seine Frau verhaftet. Nach 18stündiger Haft wur-
       den Marx  und seine  Familie gezwungen,  Belgien unverzüglich  zu
       verlassen; auf Einladung Ferdinand Flocons, Mitglied der proviso-
       rischen Regierung  der Französischen  Republik, begab  sich  Marx
       nach Paris. 115
       111 Am  3. März 1848 fand in Köln vor dem Rathaus als erste große
       revolutionäre politische  Massenkundgebung der deutschen Arbeiter
       in der  Revolution eine  Versammlung von  ca. 5000  Arbeitern und
       proletarisierten Handwerkern  statt. Sie  war von  der Kölner Ge-
       meinde des  Bundes der  Kommunisten (siehe  Anm. 112) vorbereitet
       worden. Die  "Forderungen des  Volkes", die  von Mitgliedern  des
       Bundes ausgearbeitet  worden waren und als Petition der Massende-
       monstration durch  Andreas Gottschalk,  August Willich und Fried-
       rich Anneke  vor dem Kölner Stadtrat vertreten wurden, beinhalte-
       ten: Gesetzgebung  und Verwaltung  durch das Volk und allgemeines
       Wahlrecht, unbedingte Rede-, Presse-
       
       #637# Anmerkungen
       -----
       und Versammlungsfreiheit,  Volksbewaffnung, Schutz der Arbeit und
       Erziehung aller  Kinder auf Staatskosten. Die Demonstration wurde
       durch Truppen  brutal auseinandergejagt,  die drei Führer der De-
       monstration wurden verhaftet und vor Gericht gestellt, fielen je-
       doch am 21. März unter die allgemeine Amnestie.
       Die Demonstration  vom 3.  März erlangte Bedeutung weit über Köln
       hinaus: Sie  eröffnete die  Revolutionskämpfe in Preußen. Zum er-
       sten Mal  traten Arbeiter selbständig mit revolutionär-demokrati-
       schen Forderungen  hervor und  bekundeten, daß  sie nicht gewillt
       waren, sich von der gemäßigten und kompromißlerischen Bourgeoisie
       abwiegeln zu lassen. 115
       112 In  Köln bestand bereits vor der Märzrevolution 1848 eine Ge-
       meinde des  Bundes der  Kommunisten, der Heinrich Bürgers, Roland
       Daniels, Karl  d'Ester ("alte Freunde" von Marx und Engels) sowie
       Friedrich Anneke,  Andreas Gottschalk,  August Willich und andere
       angehörten. Ein bedeutender Teil der neuen Mitglieder stand unter
       dem Einfluß  der "wahren"  Sozialisten und  lehnte die Taktik von
       Marx und Engels für die Teilnahme des Proletariats an der bürger-
       lich-demokratischen Revolution ab. 116
       113 Im  Jahre 1797  entstand in  den von den Armeen der Französi-
       schen Republik  eroberten linksrheinischen Gebieten eine Bewegung
       zur Schaffung  einer rheinischen Republik. Die Teilnehmer an die-
       ser Bewegung,  Republikaner aus  einer Reihe  rheinischer  Städte
       (darunter Köln),  strebten danach,  die feudalen  Verhältnisse in
       den linksrheinischen  Gebieten zu beseitigen und bürgerlich-demo-
       kratische Reformen  durchzusetzen. Die Grenze dieser Bewegung be-
       stand jedoch  darin, daß  sie als einzigen Weg zur Verwirklichung
       ihrer  fortschrittlichen  Ziele  die  endgültige  Abtrennung  der
       linksrheinischen Gebiete  vom Reichsverband  sahen  und  aus  dem
       gleichen Grunde sogar die französischen Annexionsbestrebungen un-
       terstützten. Mit Zustimmung des Oberkommandierenden der französi-
       schen Armee, des Generals Hoche, wurde im September 1797 der Plan
       gefaßt, eine  linksrheinische Republik (Cisrhenanische Republik),
       nach dem  Muster der  Batavischen Republik  (Niederlande) und der
       Cisalpinischen Republik, zu schaffen.
       Die stärker  werdende aggressive  Tendenz in der Außenpolitik des
       Direktoriums verhinderte jedoch die Verwirklichung dieses Planes.
       Im Oktober  1797 wurde der Friede von Campo Formio unterzeichnet,
       dessen Geheimartikel  Frankreich das  linke Rheinufer  zugestand.
       116
       114 Das  Mitglied des Bundes der Kommunisten Victor Tedesco sowie
       eine Reihe anderer belgischer Demokraten wurden Ende Februar 1848
       als Teilnehmer  an der  republikanischen Bewegung in Belgien, die
       unter dem Einfluß der bürgerlich-demokratischen Februarrevolution
       in Frankreich entstanden war, verhaftet. 116
       115 Marx  unterrichtet Engels über die Bildung der Zentralbehörde
       des Bundes der Kommunisten in Paris. Sofort nach Ausbruch der Fe-
       bruarrevolution in  Frankreich wurde  die Leitung  des Bundes von
       der Zentralbehörde  in London an die von Marx geleitete Brüsseler
       Kreisbehörde übertragen. Am 3. März wurde Marx aus Brüssel ausge-
       wiesen und übersiedelte nach Paris (siehe Anm. 110). Gleichzeitig
       wurde Paris Sitz der neuen Zentralbehörde, in die auch Engels ge-
       wählt wurde. Die Zentralbehörde organisierte die Rückkehr einiger
       hundert deutscher Arbeiter, darunter vieler Mitglieder des Bundes
       der Kommunisten (vgl. auch Anm. 447), zur Teilnahme an der begin-
       nenden deutschen Revolution. Mit den 17 "Forderungen der Kommuni-
       stischen Partei in Deutschland" (siehe Band 5 unserer Ausgabe, S.
       3-5), die Marx und Engels in der zweiten Märzhälfte ausarbeiteten
       und  die  von  der  neuen  Zentralbehörde  unterzeichnet  wurden,
       schufen die Kommunisten
       
       #638# Anhang und Register
       -----
       ein eigenes politisches Programm der deutschen Arbeiterklasse für
       die bürgerlich-demokratische Revolution. 118
       116 Nach  der Februarrevolution  1848 wurde in Paris die Deutsche
       demokratische Gesellschaft  gegründet, an deren Spitze die klein-
       bürgerlichen Demokraten  Georg Herwegh und Adalbert von Bornstedt
       standen. Ihr Plan war, mit Hilfe einer in Frankreich zu schaffen-
       den bewaffneten  Legion deutscher  Emigranten die Revolution nach
       Deutschland hineinzutragen  und eine  republikanische Ordnung  zu
       errichten. Marx  und Engels traten entschieden gegen dieses aben-
       teuerliche Unternehmen  auf. Nach dem Grenzübergang wurde die Le-
       gion Herweghs  im April 1848 auf badischem Gebiet durch die Trup-
       pen süddeutscher Staaten zerschlagen.
       Die schwarzrotgoldenen Farben waren zum Symbol der bürgerlich-de-
       mokratischen Einigungsbewegung  in  Deutschland  geworden,  wobei
       sich jedoch selbst die fortgeschrittenen kleinbürgerlichen Kräfte
       darauf beschränkten, einen föderativen Bundesstaat nach schweize-
       rischem Muster  zu fordern  (Offenburger Programm  vom  September
       1847). Die überkommene feudale Kleinstaaterei wäre damit erhalten
       geblieben. 119 479 604
       117 Die  offizielle Brüsseler  Zeitung "Le Moniteur Belge" veröf-
       fentlichte am  12. März 1848 eine tendenziöse Notiz über die Aus-
       weisung von  Marx aus Belgien (siehe Anm. 110), in der die Tatsa-
       che böswillig  verfälscht und  die ungesetzlichen  Maßnahmen  der
       belgischen Behörden zu rechtfertigen versucht wurden. Eine Wider-
       legung dieser  Notiz brachte  die belgische demokratische Zeitung
       "Le Débat social" am 19. März 1848. 121
       118 Engels traf aus Brüssel kommend etwa am 2I.März 1848 in Paris
       ein. 122
       119 Anfang  April 1848 kehrten Marx und Engels aus der Emigration
       nach Deutschland  zurück, um an der begonnenen Revolution teilzu-
       nehmen. Am  11. April trafen Marx und Engels in Köln ein und gin-
       gen sofort  an die Vorbereitung der Herausgabe einer großen poli-
       tischen Tageszeitung  - der  "Neuen Rheinischen Zeitung", die das
       lenkende und  leitende Organ  für die  Mitglieder des  Bundes der
       Kommunisten wurde.  Etwa am  15. April reiste Engels nach Barmen,
       Elberfeld und  anderen Städten  der Rheinprovinz,  um Aktien  der
       Zeitung abzusetzen  und neue Gemeinden des Bundes der Kommunisten
       ins Leben  zu rufen.  Marx und Engels unternahmen bei ihrer Rück-
       kehr nach  Deutschland sofort  große Anstrengungen zur Organisie-
       rung der Arbeiterklasse, aber unter den damaligen Bedingungen ge-
       lang es  nicht, eine  selbständige politische  Massenorganisation
       der Arbeiter zu bilden, auf die sich Marx und Engels hätten stüt-
       zen können. Sie hielten es daher für notwendig, auf dem äußersten
       linken, dem faktisch proletarischen Flügel der demokratischen Be-
       wegung aufzutreten. Sie traten der Demokratischen Gesellschaft in
       Köln bei und empfahlen ihren Anhängern, sich demokratischen Orga-
       nisationen anzuschließen,  um in ihnen die Positionen des revolu-
       tionären Proletariats  zu verteidigen,  die Inkonsequenz  und die
       Schwankungen der  kleinbürgerlichen Demokraten zu kritisieren und
       sie zu entschlossenen Handlungen zu drängen. Gleichzeitig lenkten
       Marx und  Engels die  Aufmerksamkeit ihrer Anhänger auf die Grün-
       dung von  Arbeitervereinen, auf die Notwendigkeit der politischen
       Erziehung des  Proletariats und der Schaffung von Voraussetzungen
       zur Bildung einer proletarischen Massenpartei. 124 481
       120 Gemeint  sind die Aktien der "Neuen Rheinischen Zeitung", die
       Marx und  Engels und ihre Anhänger im April/Mai 1848 in verschie-
       denen Städten Deutschlands absetzten.
       "Neue Rheinische  Zeitung. Organ  der Demokratie" - Tageszeitung,
       die unter  der Redaktion  von Karl  Marx vom 1. Juni 1848 bis zum
       19. Mai  1849 in Köln herausgegeben wurde. Zur Redaktion gehörten
       Friedrich Engels, Wilhelm Wolff, Georg Weerth, Ernst Dronke,
       
       #639# Anmerkungen
       -----
       Ferdinand Wolff,  Heinrich Bürgers  und ab Oktober 1848 Ferdinand
       Freiligrath -  durchweg Mitglieder und Funktionäre des Bundes der
       Kommunisten. Die Zeitung wurde geschaffen, um im Rahmen der brei-
       ten demokratischen Bewegung jederzeit eine selbständige Position,
       eine "eigene  unterschiedliche Stellung  und sogar  Organisation"
       (Engels) der Kommunisten zu gewährleisten. Unter den neuen Bedin-
       gungen des Klassenkampfes, nach der Eroberung bürgerlich-demokra-
       tischer Rechte  in den  Märztagen, bot  die "Neue Rheinische Zei-
       tung" die  Möglichkeit, die  politischen Ansichten  und Ziele des
       Bundes der  Kommunisten in  aller Öffentlichkeit zu vertreten und
       "das Ohr  der Arbeiterklasse"  zu gewinnen (Engels). Eine politi-
       sche Tageszeitung  war außerdem  das einzig brauchbare Mittel, um
       den in den verschiedenen Teilen Deutschlands weitgehend selbstän-
       dig handelnden  Bundesmitgliedern eine  wirksame Anleitung zu ge-
       ben. Der Redaktion der Zeitung fielen jetzt faktisch die Aufgaben
       der Zentralbehörde des Bundes der Kommunisten zu.
       Die politische  Grundlage der "Neuen Rheinischen Zeitung" war das
       selbständige proletarische Programm für die demokratische Revolu-
       tion in  Deutschland, das  Karl  Marx,  Karl  Schapper,  Heinrich
       Bauer, Friedrich  Engels, Joseph Moll und Wilhelm Wolff in den 17
       "Forderungen der  Kommunistischen Partei"  (siehe Band  5 unserer
       Ausgabe, S.  3-5) entwickelt hatten. Die wegweisenden Leitartikel
       zu den  wichtigsten Fragen der deutschen und europäischen Revolu-
       tion wurden  in der  Regel von Marx und Engels verfaßt. Die "Neue
       Rheinische Zeitung"  war "das  beste,  unübertroffene  Organ  des
       revolutionären Proletariats" (W.I. Lenin).
       Die entschlossene  und unversöhnliche  Haltung der "Neuen Rheini-
       schen Zeitung", ihr kämpferischer Internationalismus und ihre ge-
       gen die  preußische Regierung  und gegen die örtlichen Kölner Be-
       hörden gerichteten  Enthüllungen riefen bereits in den ersten Mo-
       naten ihres  Erscheinens den wütenden Haß der feudal-monarchisti-
       schen und  bürgerlichliberalen Presse  und Verfolgungen durch die
       preußische Regierung  hervor. Aus  Anlaß der September-Ereignisse
       in Köln  verhängten die Militärbehörden am 26. September 1848 den
       Belagerungszustand und verboten das Erscheinen der demokratischen
       Zeitungen, darunter  vor allem  der "Neuen  Rheinischen Zeitung".
       Engels, Dronke, W. Wolff und F. Wolff mußten zeitweilig Köln ver-
       lassen (siehe  Anm. 393). Am 12. Oktober begann die "Neue Rheini-
       sche Zeitung"  wieder zu erscheinen. Im Mai 1849, als die Konter-
       revolution allgemein  zum Angriff überging, erließ die preußische
       Regierung, die  Marx bereits  die  Wiedereinbürgerung  verweigert
       hatte, den  Befehl, ihn aus Preußen auszuweisen. Seine Ausweisung
       und die  Repressalien gegen  die anderen  Redakteure  der  "Neuen
       Rheinischen Zeitung"  zwangen die  Redaktion, das  Erscheinen des
       Blattes einzustellen.  Die letzte  Nummer der  "Neuen Rheinischen
       Zeitung" (Nr.  301 vom  19. Mai 1849) erschien in rotem Druck. In
       ihrem Abschiedsaufruf  an die Arbeiter Kölns erklärten die Redak-
       teure: "Ihr  letztes Wort  wird überall und immer sein: Emanzipa-
       tion der arbeitenden Klasse!"
       Zur Geschichte  der "Neuen Rheinischen Zeitung" vgl. auch Engels'
       Aufsatz "Marx und die 'Neue Rheinische Zeitung'", Band 21 unserer
       Ausgabe, S. 16-24. 124
       121 Es  handelt sich  um einen Prospekt über die "Neue Rheinische
       Zeitung", der bisher nicht aufgefunden wurde. 124
       122 Engels  bezieht sich  hier auf  die Versammlung der Aktionäre
       der "Neuen  Rheinischen Zeitung",  die vor Beginn des Erscheinens
       der Zeitung,  im Mai 1848, in Köln stattfinden sollte. Die Aktio-
       näre aus  anderen Städten,  die auf dieser Versammlung nicht per-
       sönlich
       
       #640# Anhang und Register
       -----
       anwesend sein  konnten, schickten  Vollmachten auf  den Namen der
       Redakteure der Zeitung oder auf andere Personen in Köln. 127
       123 Ende September 1848 verließ Engels wegen drohender Verhaftung
       Köln (siehe  Band 5  unserer Ausgabe,  S. 499/500). Er emigrierte
       nach Belgien; dort verhaftete ihn die Brüsseler Polizei am 4. Ok-
       tober und  wies ihn aus Belgien aus. Einen Tag später traf Engels
       in Paris  ein, und nach kurzem Aufenthalt begab er sich zu Fuß in
       die Schweiz,  wo er Ende Oktober 1848 eintraf (siehe Band 5 unse-
       rer Ausgabe,  S. 463  -480). Nachdem  er einige Tage in Genf ver-
       bracht hatte,  übersiedelte er  nach Lausanne und dann nach Bern,
       wo er  sich bis  zu seiner Rückkehr nach Deutschland Mitte Januar
       1849 aufhielt. 128
       124 Die  Herausgabe der  "Neuen Rheinischen  Zeitung"  und  einer
       Reihe anderer  demokratischer Zeitungen  wurde am  26.  September
       1848 für  eine kurze  Zeit verboten.  Die Kölner Militärbehörden,
       vom Aufschwung  der revolutionär-demokratischen  Bewegung in Köln
       erschreckt, verhängten über die Stadt den Belagerungszustand. Ge-
       gen Marx,  Engels und  andere Redakteure  der "Neuen  Rheinischen
       Zeitung" wurde wegen ihrer Teilnahme an den Volksversammlungen in
       Köln eine  Reihe gerichtlicher  Verfahren eingeleitet.  Nach  der
       Aufhebung des  Belagerungszustandes im  Oktober 1848  ging  Marx,
       nach  Überwindung   großer  finanzieller   und  organisatorischer
       Schwierigkeiten, von  neuem an die Herausgabe der Zeitung. Er in-
       vestierte alle  seine persönlichen  Mittel in die Zeitung, um die
       Schulden zu  begleichen und  die Kosten  der  Zeitung  zu  decken
       (siehe vorl. Band, S. 607/608). 128
       125 Im  August-September 1848 unternahm Marx eine Reise nach Ber-
       lin und  Wien mit dem Ziel, Mittel für das weitere Erscheinen der
       "Neuen Rheinischen  Zeitung" zu  erlangen. Nach Verhandlungen mit
       polnischen Demokraten erhielt Marx von Wladislav Koácielski zwei-
       tausend Taler. 129
       126 Anfang  Juli 1848 wurde gegen Marx wegen der Veröffentlichung
       des Artikels  "Verhaftungen" in  der "Neuen  Rheinischen Zeitung"
       (siehe Band  5 unserer  Ausgabe, S. 166 bis 168) ein Gerichtsver-
       fahren  eingeleitet.   Anfang  Oktober  1848  begann  der  Kölner
       Prokurator eine  gerichtliche Untersuchung gegen Marx, Engels und
       andere Redakteure  der "Neuen Rheinischen Zeitung" wegen der Ver-
       öffentlichung der  anonymen Feuilletons  "Leben und Taten des be-
       rühmten Ritters  Schnapphahnski", deren  Verfasser  Georg  Weerth
       war. Ende  Oktober 1848  erhob der Kölner Prokurator eine weitere
       Anklage gegen  Marx als den Chefredakteur der Zeitung, in der der
       Aufruf des  kleinbürgerlichen Demokraten  Friedrich Hecker veröf-
       fentlicht worden war (vgl. dazu Marx' Artikel "Der Staatsprokura-
       tor 'Hecker'  und die  'Neue Rheinische Zeitung'", Band 5 unserer
       Ausgabe, S. 440-444). 129
       127 Marx  verweist auf  die redaktionelle  Notiz, die  in dem Ex-
       trablatt der "Neuen Rheinischen Zeitung" Nr. 155 vom 29. November
       1848 veröffentlicht wurde. 131
       128 In  dem für die "Neue Rheinische Zeitung" geschriebenen Arti-
       kel "Proudhon"  (siehe Band  6 unserer  Ausgabe, S. 562-565), der
       aber seinerzeit  unveröffentlicht  blieb,  erwähnt  Engels  Marx'
       Schrift "Misère de la philosophie" (siehe Band 4 unserer Ausgabe,
       S. 63 bis 182). 131
       129 Anfang  Dezember 1848  schrieb Engels den Artikel "Der Natio-
       nalrat" (siehe Band 6 unserer Ausgabe, S. 85 -100); in diesem Ar-
       tikel gibt  er ein  anschauliches Bild  von dem  lokalen und  be-
       schränkten Charakter  der politischen  Zustände in  der damaligen
       Schweiz, die in
       
       #641# Anmerkungen
       -----
       jener Zeit als nachahmenswertes Beispiel einer bürgerlichen Föde-
       rativrepublik angesehen wurde. 131
       130 Karl  Heinzen, "Die  Helden des  teutschen Kommunismus", Bern
       1848. 131
       131 In dem Bestreben, ihre Leser unverzüglich über alle wichtigen
       Ereignisse der  deutschen und europäischen Revolution in Kenntnis
       zu setzen,  gab die Redaktion der "Neuen Rheinischen Zeitung" oft
       eine zweite Tagesausgabe heraus. Wenn vier Druckseiten nicht aus-
       reichten, fügte  man Beilagen hinzu und bei neuen wichtigen Nach-
       richten Extrabeilagen  und Extrablätter in Form von Flugblättern.
       131
       132 Andreas  Gottschalk und  Friedrich Anneke,  die man Ende März
       1848 aus  dem Gefängnis  freigelassen  hatte  (siehe  Anm.  III),
       wurden am  3. Juli 1848 wegen ihrer Reden auf der Versammlung des
       Kölner Arbeitervereins  am 25.  Juni erneut verhaftet. Das Kölner
       Schwurgericht sprach sie am 23. Dezember 1848 frei. 132
       133 Am  25. September  1848 erhob die Kölner Prokuratur gegen En-
       gels, Wilhelm  Wolff und  Heinrich  Bürgers  als  Redakteure  der
       "Neuen Rheinischen  Zeitung" Anklage wegen Verschwörung gegen die
       bestehende Ordnung  und wegen  ihres Auftretens auf den Volksver-
       sammlungen in  Köln. Nach  der Verhängung des Belagerungszustands
       über Köln  (siehe Anm.  120 und  124) war  Engels gezwungen,  die
       Stadt zu  verlassen; ungeachtet  der Aufhebung des Belagerungszu-
       stands erließ der Staatsprokurator am 3. Oktober einen Befehl zur
       Fahndung nach Engels und zu seiner Verhaftung. Engels kehrte erst
       Mitte Januar 1849 nach Köln zurück (vgl. Anm. 123). 132
       134 "oktroyiertes Preußen" nennt Engels Preußen ironisch nach dem
       konterrevolutionären Staatsstreich  vom 5. Dezember 1848, in des-
       sen Verlauf  die preußische Nationalversammlung auseinandergejagt
       und die  oktroyierte (vom König "geschenkte") Verfassung in Kraft
       gesetzt wurde. 133
       135 Hinweis auf die Korrespondenz unter dem Titel "Ein Aktenstück
       des Märzvereins",  die in Nr. 181 der "Neuen Rheinischen Zeitung"
       vom 29. Dezember 1848 gedruckt wurde.
       Die Märzvereine, an ihrer Spitze der Zentral-Märzverein in Frank-
       furt a.M.,  wurden Ende November 1848 von Abgeordneten des linken
       Flügels der  Frankfurter Nationalversammlung  gegründet. Als  ihr
       Ziel  proklamierten   die  Vereine   die  Verteidigung   der  Er-
       rungenschaften der Märzrevolution 1848 in Deutschland. Die Führer
       der Märzvereine - die kleinbürgerlichen Demokraten Julius Fröbel,
       Ludwig Simon,  Arnold Ruge, Karl Vogt u.a. - ersetzten revolutio-
       näres Handeln  durch Phrasen, betrieben eine zwiespältige und un-
       entschlossene Politik.  In mehreren  Arbeiten geißelten  Marx und
       Engels die Tätigkeit der kleinbürgerlichen Führer der Märzvereine
       und zeigten  auf, daß  ihre Politik nur der Konterrevolution Vor-
       teile brachte. 134
       136 Es handelt sich um den von Heinrich Bürgers verfaßten Artikel
       "Hr. v.  Ladenberg und  die Volksschullehrer", der in Nr. 182 der
       "Neuen Rheinischen  Zeitung" vom 30. Dezember 1848 veröffentlicht
       wurde. Die  von der  Redaktion versprochene Fortsetzung des Arti-
       kels wurde jedoch in der Zeitung nicht veröffentlicht. 134
       137 Wahrscheinlich  meint Engels die "Mitteilung betreffs Bestel-
       lung der  'Neuen Rheinischen  Zeitung' für  das 1.  Quartal 1849"
       (siehe Band 6 unserer Ausgabe, S. 576). 134
       138 Von Mitte April bis Anfang Mai 1849 unternahm Marx eine Reise
       durch mehrere Städte Nordwestdeutschlands und Westfalens. Er traf
       mit Mitgliedern des Bundes der Kommunisten und mit Demokraten zu-
       sammen, unterrichtete  sich über  die revolutionäre  Situation in
       den einzelnen Orten und ergriff Maßnahmen, um Geldmittel zur wei-
       teren Herausgabe
       
       #642# Anhang und Register
       -----
       der "Neuen  Rheinischen Zeitung" zu erlangen. Während Marx' Abwe-
       senheit wurde die Zeitung von Engels geleitet. 135
       139 Nachdem die "Neue Rheinische Zeitung" am 19. Mai 1849 ihr Er-
       scheinen eingestellt  hatte, begaben  sich Marx und Engels sofort
       nach Frankfurt  a.M., wo  sie versuchten, die linken Abgeordneten
       der Nationalversammlung  zu entschlossenen Handlungen zur Vertei-
       digung der  Errungenschaften der  Revolution zu  bewegen. Vom 21.
       bis etwa  26. Mai hielten sie sich danach in Mannheim, Ludwigsha-
       fen, Karlsruhe,  Speyer und  Kaiserslautern auf. Auf dem Wege von
       Kaiserslautern nach  Bingen wurden  Marx und Engels Ende Mai, der
       Teilnahme an  dem Aufstand  für die  Reichsverfassung verdächtig,
       von hessischen  Soldaten verhaftet,  nach Darmstadt und dann nach
       Frankfurt a.  M. gebracht. Nach ihrer Freilassung setzten sie ge-
       meinsam ihre Reise nach Bingen fort, wo sie sich trennten. Engels
       begab sich  für kurze  Zeit nach  Kaiserslautern, derzeit die Re-
       sidenz der  provisorischen Regierung der Pfalz, und von dort nach
       Offenbach, um  in die  badisch-pfälzische Revolutionsarmee einzu-
       treten (siehe  Band 7 unserer Ausgabe, S. 146 bis 161). Marx ver-
       weilte einige Tage in Bingen und reiste etwa 3. Juni 1849 mit ei-
       nem Mandat des Zentralausschusses der Demokraten (siehe Anm. 142)
       nach Paris. 137
       140 pfälzisch-badischen  Gesandten -  Gemeint sind die diplomati-
       schen Vertreter  der im  Frühjahr 1849 während des Aufstandes zur
       Verteidigung der  Reichsverfassung in Südwestdeutschland gebilde-
       ten provisorischen  Regierung der  Pfalz und  Badens. Die von der
       Frankfurter Nationalversammlung am 28. März 1849 angenommene Ver-
       fassung wurde  von einer  Reihe deutscher  Staaten, darunter  von
       Preußen, abgelehnt.  Im Mai  1849 flammten  Aufstände in Sachsen,
       Rheinpreußen, Baden  und der  Pfalz unter  der  Losung  der  Ver-
       teidigung der Verfassung auf. Die Frankfurter Nationalversammlung
       leistete jedoch  den Aufständischen  keinerlei Unterstützung.  Im
       Juli 1849  wurde die  Bewegung endgültig  unterdrückt. Eine  Ein-
       schätzung dieser  revolutionären Bewegung  gibt Engels  in seinen
       Arbeiten "Die deutsche Reichsverfassungskampagne" und "Revolution
       und Konterrevolution  in Deutschland"  (siehe Band 7 unserer Aus-
       gabe, S.  109-197 und  Band 8, S. 85-108). Über Blinds diplomati-
       sche Mission  in Paris  und ihren Mißerfolg siehe den Artikel von
       Marx und  Engels "Über  Karl Blind"  (Band 17 unserer Ausgabe, S.
       266/267). 137
       141 Montagnards,  d.h. Mitglieder der Montagne (Berg) - so nannte
       man 1848-1851  eine von Ledru-Rollin geführte politische Gruppie-
       rung kleinbürgerlicher Demokraten und Republikaner. Ihr Organ war
       die Pariser Tageszeitung "La Réforme". 137 546
       142 demokratisches  Zentralkomitee -  Hinweis auf den Zentralaus-
       schuß der Demokraten Deutschlands, der auf dem zweiten demokrati-
       schen Kongreß  in Berlin  Ende Oktober  1848 gewählt  worden war.
       Marx, der  den Beginn entscheidender revolutionärer Ereignisse in
       Frankreich erwartete, wurde Anfang Juni 1849 mit einem Mandat des
       Zentralausschusses der  Demokraten nach  Paris entsandt,  um  die
       deutsche revolutionäre  Partei  bei  der  französischen  soziali-
       stisch-demokratischen Partei zu vertreten. 138
       143 Nach  der Niederlage  des badisch-pfälzischen  Aufstands ging
       Engels mit  einer Gruppe  von Freiwilligen, in deren Reihen er an
       den Kampfhandlungen  gegen die  preußischen Truppen  teilgenommen
       hatte, am  12. Juli  1849 über die Grenze in die Schweiz und fuhr
       am 24.  Juli nach  Vevey (Kanton  Waadt), wo  er sich einen Monat
       aufhielt (siehe vorl. Band, S. 501/502). 139
       144 Ende  August 1849  begann Engels mit der Niederschrift seiner
       Arbeit "Die deutsche Reichsverfassungskampagne" (siehe Band 7 un-
       serer Ausgabe). 139
       
       #643# Anmerkungen
       -----
       145 Die in dem Briefe erwähnten Verhandlungen endeten im Dezember
       1849 mit  der Gründung  der Zeitschrift "Neue Rheinische Zeitung.
       Politisch-ökonomische Revue", die von Marx und Engels bis zum No-
       vember 1850 herausgegeben wurde.
       Diese Zeitschrift  war das  theoretische und politische Organ des
       Bundes der  Kommunisten, die  Fortsetzung der von Marx und Engels
       während der  Revolution  1848/49  herausgegebenen  Kölner  "Neuen
       Rheinischen Zeitung".  Insgesamt erschienen von März bis November
       1850 sechs  Hefte der  Zeitschrift, davon als letztes das Doppel-
       heft 5/6.  Die Zeitschrift  wurde in London redigiert und in Ham-
       burg gedruckt.  Auf dem  Titelblatt war außerdem New York angege-
       ben, weil  Marx und  Engels mit ihrer Verbreitung unter den deut-
       schen Emigranten  in Amerika rechneten. Der überwiegende Teil der
       Materialien (Artikel, Revuen, Literaturkritiken) ist von Marx und
       Engels geschrieben,  die auch  ihre Anhänger - Wilhelm Wolff, Jo-
       seph Weydemeyer und Georg Eccarius - zur Mitarbeit heranzogen.
       Von den  Schriften der Begründer des Marxismus wurden u.a. in der
       Zeitschrift veröffentlicht: "Die Klassenkämpfe in Frankreich 1848
       bis 1850"  von Marx, "Die deutsche Reichsverfassungskampagne" und
       "Der deutsche Bauernkrieg" von Engels sowie mehrere andere Arbei-
       ten. Wegen  der polizeilichen Repressalien in Deutschland und fi-
       nanzieller Schwierigkeiten war die Zeitschrift gezwungen, ihr Er-
       scheinen einzustellen. 139
       146 Am  13. Juni  1849 organisierten die kleinbürgerlichen Monta-
       gnards (siehe  Anm. 141)  in Paris  eine friedliche Protestdemon-
       stration gegen  die Verletzung  der Verfassung  der Französischen
       Republik durch  den Präsidenten und die Mehrheit der gesetzgeben-
       den Versammlung.  Diese Demonstration  wurde fast mühelos von den
       Truppen auseinandergejagt  und bestätigte den Bankrott der klein-
       bürgerlichen Demokratie in Frankreich. (Siehe ausführlicher hier-
       über Karl  Marx, "Der  13. Juni",  Band  6  unserer  Ausgabe,  S.
       527/528 und "Die Klassenkämpfe in Frankreich 1848 bis 1850", Band
       7 unserer  Ausgabe.) Nach  dem 13.  Juni wurden  viele Führer der
       Montagne und  ausländische kleinbürgerliche  Demokraten verhaftet
       oder mußten emigrieren. 140
       147 Marx  verweist auf den Zerfall der Majorität in der französi-
       schen gesetzgebenden  Versammlung, der  Partei der Ordnung (siehe
       Anm. 238), in miteinander rivalisierende monarchistische Fraktio-
       nen.
       Die Zusatzsteuer von 45 Centimes je Franc der vier direkten Steu-
       ern, die  am 16.  März 1848  von der französischen provisorischen
       Regierung der  Zweiten Republik  eingeführt wurde, traf vor allem
       die Bauern, die große Mehrheit des französischen Volkes, und rief
       bei ihnen  große Unzufriedenheit  hervor.  Diese  Unzufriedenheit
       wurde von den Großgrundbesitzern und den katholischen Geistlichen
       zur Agitation  gegen die  Demokraten und  die Arbeiter  von Paris
       ausgenutzt und hatte zur Folge, daß sich die Bauernschaft von der
       Revolution abwandte und bei den Präsidentschaftswahlen am 10. De-
       zember 1848 für Louis Bonaparte stimmte. 140
       148 Anti-Cornleague-Agilation (Agitation der Anti-Corn-Law League
       - Antikorngesetz-Liga)  - eine  freihändlerische Vereinigung, die
       1838 von  den Fabrikanten Cobden und Bright in Manchester gegrün-
       det wurde. Die Korngesetze, die die Einschränkung bzw. das Verbot
       der Getreideeinfuhr  aus dem  Ausland zum  Ziel hatten,  waren in
       England 1815  im Interesse  der Großgrundbesitzer eingeführt wor-
       den. Die  Liga erhob  die Forderung nach völliger Handelsfreiheit
       und kämpfte für die Abschaffung der Korngesetze mit dem Ziel, die
       Löhne der Arbeiter zu senken und die ökonomischen und politischen
       Positionen der Grundaristokratie zu schwächen. In ihrem Kampf ge-
       gen die Grundbesitzer versuchte die
       
       #644# Anhang und Register
       -----
       Liga, die  Arbeitermassen auszunutzen. Aber gerade zu dieser Zeit
       schlugen die  fortgeschrittensten Arbeiter Englands den Weg einer
       selbständigen politisch  ausgeprägten Arbeiterbewegung  (Chartis-
       mus) ein.  Der Kampf  zwischen der  industriellen Bourgeoisie und
       der Grundaristokratie  endete 1846  mit der Annahme der Bill über
       die Abschaffung  der Korngesetze. Danach löste sich die Liga auf.
       141
       149 Navigationsakte  - von  Cromwell 1651  erlassene  und  später
       mehrmals erneuerte bzw. ergänzte Schiffahrtsgesetze, die sich be-
       sonders gegen  den holländischen Zwischenhandel richteten und das
       Ziel verfolgten,  die englische  Kolonialherrschaft zu  festigen.
       Sie bestimmten,  daß die  wichtigsten Waren aus Europa sowie alle
       Waren aus Rußland und der Türkei nur auf englischen Schiffen oder
       auf denen  des Ursprungslandes  eingeführt werden durften und daß
       die englische  Küstenschiffahrt gänzlich englischen Schiffen vor-
       behalten bleiben sollte. Die Gesetze wurden in den zwanziger Jah-
       ren des 19. Jahrhunderts bedeutend eingeschränkt und 1849 bis auf
       geringe Überbleibsel, die 1854 beseitigt wurden, aufgehoben. 141
       150 Aus  Heinrich Heine,  "Deutschland. Ein Wintermärchen", Kaput
       VIII. 141
       151 Im  Juni-Juli 1849  nahm Engels an den revolutionären Kämpfen
       in der  Pfalz und in Baden teil (siehe vorl. Band, S. 501/502 so-
       wie Engels'  Schrift "Die  deutsche Reichsverfassungskampagne" in
       Band 7 unserer Ausgabe).
       Im Mai  1849 leitete  Engels die  Vorbereitung  zum  Aufstand  in
       Elberfeld (siehe  Engels' Artikel  "Elberfeld" in  Band 6 unserer
       Ausgabe, S. 500-502). 142 554
       152 Marx traf Ende August 1849 in London ein, wo er bis zu seinem
       Lebensende blieb.  Im Herbst 1849 versammelte sich dort die Mehr-
       zahl der führenden Kräfte des Bundes der Kommunisten. Im November
       1849 kam  Engels nach  London. Die  Anstrengungen der  neuen, von
       Marx und  Engels geleiteten  und  reorganisierten  Zentralbehörde
       führten zur  Wiederherstellung der  früheren Organisation und zur
       Belebung der  Tätigkeit des  Bundes der  Kommunisten im  Frühjahr
       1850. Die  im März  1850 von  Marx und Engels verfaßte "Ansprache
       der Zentralbehörde an den Bund" (siehe Band 7 unserer Ausgabe, S.
       244-254) zog  die Bilanz  aus der  Revolution 1848/49 und stellte
       die Aufgabe,  eine selbständige,  von der kleinbürgerlichen Demo-
       kratie unabhängige Partei des Proletariats zu schaffen.
       Mitte November  1850 siedelte  Engels von  London nach Manchester
       über und  nahm die Arbeit in der Firma Ermen & Engels wieder auf,
       was hauptsächlich aus dem Wunsche heraus geschah, Marx finanziell
       zu unterstützen  und ihm  die Möglichkeit zu geben, die Ausarbei-
       tung der  ökonomischen Theorie  fortzusetzen. Von  dieser Zeit an
       wurde der  Briefwechsel zwischen Marx und Engels regelmäßig, häu-
       fig Tag für Tag, geführt. 143 554
       153 Föxchen  (Fawksy) wurde  Marx' am  5. November 1849 geborener
       Sohn Heinrich Guido genannt, und zwar nach Guy Fawkes, dem Anfüh-
       rer der  gegen das  englische Parlament  gerichteten  "Pulverver-
       schwörung" vom 5. November 1605. 143 606
       154 verseilert - Anspielung auf Sebastian Seiler. 144
       155 Es  handelt sich  um die von George Julian Harney herausgege-
       bene chartistische Wochenzeitung "The Red Republican", in der die
       erste englische  Übersetzung des  "Manifests der  Kommunistischen
       Partei" veröffentlicht wurde.
       Stempelsteuer - eine 1712 zwecks Erhöhung der Staatseinnahmen und
       als  Kampfmittel  gegen  die  oppositionelle  Presse  eingeführte
       Steuer auf  Zeitungen. Die  Stempelsteuer erhöhte  die Kosten der
       Zeitungen außerordentlich, beschränkte die Verbreitung und machte
       sie den  breiten Massen  unzugänglich." 1836  mußte das Parlament
       die Stempelsteuer herabsetzen und 1855 ganz aufheben. 144 145
       
       #645# Anmerkungen
       -----
       156 Hinweis  auf den Prozeß, der nach der Spaltung des Bundes der
       Kommunisten von  der Mehrheit  des Deutschen  Bildungsvereins für
       Arbeiter in  London gegen  die Anhänger von Marx - Heinrich Bauer
       und Carl  Pfänder -  angezettelt wurde. Die Umstände dieses Falls
       sind in der folgenden Erklärung für die Presse dargelegt, die aus
       der Feder Carl Pfänders stammt:
       "An den  Präsidenten des  Bildungsvereins für Arbeiter in London.
       Am 17.  Sept. schickten  wir (H.  Bauer und ich als zwei der Tru-
       stees für einen Teil der Vereinsgelder) zugleich mit unserer Aus-
       trittserklärung einen Brief an die Great-Wind-mill-Street-Gesell-
       schaft" (siehe  Anm. 157),  "worin wir sie aufforderten, am näch-
       sten Tag  ihren dritten  Trustee Franz  Bauer behufs Regelung der
       Geldangelegenheiten zu  uns zu  schicken. Mehrere  Tage vergingen
       ohne Antwort.  Später erhielt H. Bauer einen Brief, durch den wir
       in das Great-Windmill-Street-Lokal zitiert wurden. Diese imperti-
       nente Aufforderung ließen wir natürlich unbeachtet. Vierzehn Tage
       darauf wiederholte  die Gesellschaft jene Aufforderung, indem sie
       Drohungen von Übeln Folgen etc. hinzufügte. Auf diese wiederholte
       Anmaßung beschlossen  H. Bauer und ich, das Geld nunmehr bloß ra-
       tenweise zurückzuzahlen.  Unsere politischen Freunde stimmten dem
       um so  mehr bei,  als bekannt geworden war, daß das Geld zur Aus-
       sendung von  Emissären nach Deutschland benützt werden sollte, um
       dort gegen  die aus  der Gesellschaft  Ausgetretenen alberne Ver-
       leumdungen zu  verbreiten, also  um das  Geld zu statutenwidrigen
       Zwecken und bloß im Interesse einzelner Intriganten zu verwenden.
       Endlich kam der dritte Trustee zu uns, und es wurde mit ihm fest-
       gesetzt, daß  Ratenzahlung stattfinden  und den  1. Dezember 1850
       der erste  Zahlungstermin sein  solle. Statt  nun diesen  Termin,
       worüber man  übereingekommen war,  abzuwarten, erhielten wir eine
       Ladung, am  20. November  vor Gericht zu erscheinen. Wir erschie-
       nen, und wie sich von selbst verstand, wurde die Gesellschaft mit
       ihrer Geldforderung  abgewiesen. Am  1. Dezember zeigte sich sei-
       tens der  Gesellschaft niemand,  um die privatim verabredete Rate
       abzuholen, dagegen  wurden in Schweizer, deutschen und amerikani-
       schen Blättern Erklärungen der Gesellschaft veröffentlicht, worin
       man versuchte, uns der Unterschlagung von Geldern zu bezichtigen.
       Vor einigen  Wochen kam einer der Präsidenten der Gesellschaft zu
       mir mit  der Erklärung,  er habe  gehört, daß ich das Geld zahlen
       wolle. Ich  erwiderte, daß  es stets  bereitgelegen habe  und  es
       seine eigene  Schuld sei,  wenn sie  zu gerichtlichen  Klagen und
       Verleumdungen in der Presse statt zur Einhaltung der gesetzlichen
       Termine ihre  Zuflucht genommen  hatten. Inzwischen mußt' ich je-
       doch mit H. Bauer Rücksprache nehmen. Letzterer erklärte mir nun,
       daß er  in Betracht des von der Gesellschaft verlorenen Prozesses
       ihr gesetzlich  nichts mehr  schulde und nach ihren uns provozie-
       renden Verleumdungen  an seinem  bürgerlichen  Rechte  festhalten
       werde. Was  mich anbelangt,  so kann  die Gesellschaft gegen eine
       vom Präsidenten,  Schriftführer und  Kassierer ausgestellte Quit-
       tung 5  Pfd. St. jederzeit bei mir erheben, indem ich ihr die Ge-
       richtskosten von  18 Schilling  4 Pence sowie das Honorar für das
       von der  Gesellschaft bei  mir bestellte  Porträt  Molls  hiermit
       schenke.
       London 21. Jan. 1852  C. Pfänder.
       Am anderen  Tage erschienen die obengenannten 3 Beamten der Wind-
       mill-Street-Gesellschaft, nahmen  das Geld gegen Quittung in Emp-
       fang und  hüteten sich sehr wohl, irgendeine der in meinem Briefe
       aufgestellten Tatsachen,  unter anderem  über Schuld  der Gesell-
       schaft an mich, in Frage zu stellen. C. Pfänder "
       Wie aus  dem Briefe  von Schabelitz an Marx vom 6. März 1852 her-
       vorgeht, wurde  dieses Dokument in der "Schweizerischen National-
       Zeitung" veröffentlicht. 144 360
       
       #646# Anhang und Register
       -----
       157 In  der Great Windmill Street war das Büro des Deutschen Bil-
       dungsvereins für  Arbeiter in London (siehe Anm. 58), um das sich
       nach der  Spaltung des Bundes der Kommunisten (siehe Anm. 83) die
       Anhänger von  August Willich  und Karl  Schapper gruppierten.  Im
       Sommer 1850  verschärften sich  in der  Zentralbehörde des Bundes
       der Kommunisten  die prinzipiellen Meinungsverschiedenheiten über
       Fragen der Taktik. Gegen August 1850 waren Marx und Engels zu der
       Überzeugung gekommen,  daß angesichts des beginnenden wirtschaft-
       lichen Aufschwungs  in der nächsten Zeit keine neue Revolution zu
       erwarten sei.  Daher zogen sie die Schlußfolgerung, daß unter den
       neuen Bedingungen  die Hauptaufmerksamkeit auf die Propaganda der
       Ideen des  wissenschaftlichen Kommunismus sowie auf die Vorberei-
       tung proletarischer  revolutionärer Kader für die künftigen revo-
       lutionären Kämpfe  zu richten  sei. Gegen diese nüchterne Analyse
       und sich auf wissenschaftliche Schlußfolgerungen stützende Taktik
       traten die  Mitglieder der Zentralbehörde des Bundes der Kommuni-
       sten Willich  und Schapper auf, die ihre sektiererische, abenteu-
       erliche Taktik verteidigten, die auf eine unverzügliche Entfesse-
       lung der  Revolution ohne Rücksicht auf die reale politische Lage
       in Europa abzielte. Die dadurch entstandenen prinzipiellen Gegen-
       sätze in  der Zentralbehörde  des Bundes  traten schon  auf ihren
       Sitzungen im August und in der ersten Septemberhälfte kraß hervor
       und nahmen  den schärfsten  Charakter auf der Sitzung am 15. Sep-
       tember an, auf der die Spaltung des Bundes vollzogen wurde (siehe
       Band 8  unserer Ausgabe,  S. 597-601).  Die Mehrheit der von Marx
       und Engels  geführten Zentralbehörde  verurteilte entschieden die
       Spalter-Fraktion Willich-Schapper.  Auf dieser Sitzung wurden auf
       Vorschlag von Marx die Vollmachten der Zentralbehörde an die Köl-
       ner Kreisbehörde übergeben. Die Gemeinden des Bundes der Kommuni-
       sten in  Deutschland billigten  überall den Beschluß der Mehrheit
       der Londoner  Zentralbehörde. Am  17. September 1850 traten Marx,
       Engels und ihre Anhänger aus dem Deutschen Bildungsverein für Ar-
       beiter in  London aus,  da die Mehrheit seiner Mitglieder auf der
       Seite der  Fraktion Willich-Schapper stand. Auf der Grundlage von
       Hinweisen von Marx und Engels verfaßte die neue Zentralbehörde in
       Köln im  Dezember 1850 ein neues Bundesstatut (siehe Band 7 unse-
       rer Ausgabe,  S. 565-567). Die polizeilichen Verfolgungen und die
       Verhaftungen von  Mitgliedern des Bundes führten im Mai 1851 fak-
       tisch zur Einstellung der Tätigkeit des Bundes der Kommunisten in
       Deutschland. Am  17. November 1852, bald nach dem Kölner Kommuni-
       stenprozeß, löste  sich der  Bund auf Vorschlag von Marx auf. 147
       180 182 184 187 189 198 210 237 258 262 265 274 279 325 360
       158 Es  handelt sich um das Sozial-demokratische Flüchtlingskomi-
       tee beim  Deutschen Bildungsverein für Arbeiter in London, das im
       September 1849  unter der  Bezeichnung Ausschuß zur Unterstützung
       deutscher politischer  Flüchtlinge in  London  geschaffen  worden
       war. Um  die Versuche der kleinbürgerlich-demokratischen Emigran-
       ten, die  proletarischen Elemente  der Londoner  Emigration unter
       ihren Einfluß  zu bringen, zunichte zu machen, wurde am 3. Dezem-
       ber 1849 auf Vorschlag von Marx und anderer Führer des Bundes der
       Kommunisten der Ausschuß in das Sozial-demokratische Flüchtlings-
       komitee umgewandelt,  in dessen  Leitung nun auch Engels eintrat.
       Das Komitee  spielte eine bedeutende Rolle bei der Wiederherstel-
       lung der  Verbindungen zwischen  den Mitgliedern  des Bundes  der
       Kommunisten, bei  der Festigung  der Geschlossenheit der Anhänger
       von Marx und Engels in London und bei der Reorganisation des Bun-
       des der  Kommunisten in  den Jahren  1849-1850. Am  17. September
       1850 erklärten  Marx und  Engels und ihre Anhänger ihren Austritt
       aus dem  Deutschen Bildungsverein  für Arbeiter  und zugleich aus
       dem Flüchtlingskomitee,  weil nach  der Spaltung  des Bundes  der
       Kommunisten die Mehrheit der
       
       #647# Anmerkungen
       -----
       Mitglieder des Flüchtlingskomitees unter den Einfluß der Fraktion
       Willich-Schapper geraten war. 149 325 330 514 524 528
       159 Marx verweist auf das Manifest des Zentralausschusses der Eu-
       ropäischen Demokratie  "Le comité  central démocratique européen,
       aux Allemands",  das in  dem Organ dieses Ausschusses "La Voix du
       Proscrit" Nr.4 vom 17.November 1850 veröffentlicht wurde.
       Der Zentralausschuß  der Europäischen  Demokratie wurde  im  Juni
       1850 in  London auf  Initiative Giuseppe Mazzinis, der schon Ende
       1849 in  der Schweiz  die ersten  Vorbereitungen dafür  getroffen
       hatte, gegründet.  Der Versuch, die bürgerlichen und kleinbürger-
       lichen Emigranten in einer internationalen Organisation zu verei-
       nen, fand  bei Gustav Struve und Arnold Ruge volle Unterstützung.
       Auf Empfehlung  von Struve  trat Ruge als Vertreter der deutschen
       demokratischen Partei  dem Ausschuß  bei. Die  Organisation,  die
       sowohl ihrer  Zusammensetzung als  auch ihrer ideologischen Posi-
       tion nach  äußerst widerspruchsvoll war, bestand nicht lange; in-
       folge des  sich zuspitzenden Verhältnisses zwischen den italieni-
       schen und  den französischen  demokratischen Emigranten  fiel der
       Zentralausschuß der  Europäischen Demokratie  schon im  März 1852
       faktisch auseinander. 150 192 323 547
       160 Es  handelt sich um die Mitglieder der im Oktober 1850 gebil-
       deten Zentralbehörde  des Bundes  der Kommunisten  in Köln (siehe
       Anm. 157). 152 337
       161 moral force (moralische Gewalt) - Anspielung auf die Anhänger
       antirevolutionärer, reformistischer Methoden zur Erreichung demo-
       kratischer und  sozialistischer Ziele.  Im England  der dreißiger
       bis fünfziger  Jahre nannte  man auch  die Vertreter  des rechten
       Flügels der  Chartistenbewegung, die Vereinbarungen mit der Bour-
       geoisie erstrebten, Anhänger der "moralischen Gewalt". 155
       162 Dissenters  (Dissidenten) -  Anhänger religiöser  Sekten  und
       Strömungen, die  in diesem oder jenem Maße von den Dogmen der of-
       fiziellen anglikanischen Kirche abwichen. 155
       163 Die  Statuten des Bundes der Kommunisten waren nach der Spal-
       tung des  Bundes im September 1850 von der Zentralbehörde in Köln
       entsprechend den Hinweisen von Marx und Engels verfaßt worden. Am
       10. Dezember  1850 wurden diese Statuten zusammen mit anderen Do-
       kumenten der  Zentralbehörde an den Londoner Kreis des Bundes ge-
       sandt und  auf dessen Sitzung am 5. Januar 1851, an der auch Marx
       teilnahm, gebilligt. (Siehe den Text der Statuten in Band 7 unse-
       rer Ausgabe, S. 565-567.) 156
       164 Die  deutschen demokratischen  Emigranten Magnus  Groß,  L.A.
       Hine und  Franz Wilhelmi  wandten sich  Ende 1850  von Cincinnati
       (USA) aus  an Marx und Engels mit dem Vorschlag, unentgeltlich an
       der Herausgabe sogenannter "fortschrittlicher Pamphlete" sowie an
       den von  diesen Demokraten  geplanten Presseorganen "Sozial-Demo-
       krat" und  "Republik der  Bauern" mitzuarbeiten.  Marx und Engels
       lehnten diesen  Vorschlag ab,  da sie  darin den  Versuch einiger
       Emigranten sahen,  ihre  schwierige  Lage  auszunutzen,  um  sich
       selbst zu bereichern. 162 171
       165 Offensichtlich  spielt Marx  auf die  Herkunft des Eduard von
       Müller-Tellering aus Koblenz an. 162
       166 Ende  Dezember 1850 kam Engels für einige Tage aus Manchester
       nach London,  wo er gemeinsam mit Karl und Jenny Marx an der Neu-
       jahrsfeier teilnahm,  die von den Fraternal Democrats (siehe Anm.
       67) veranstaltet  wurde. In  seiner Rede an diesem Abend ging En-
       gels eingehend auf die Ursachen der Niederlage der Revolution auf
       dem Kontinent ein. 163
       
       #648# Anhang und Register
       -----
       167 Am  5. Januar  1851 fand  in den Räumen des People's Institut
       (Volksinstituts) in  Manchester eine vom dortigen Rat der Charti-
       sten einberufene  Versammlung statt. In dem Chartisten-Rat hatten
       die reformistischen  Kräfte (James  Leach,  Daniel  Donovan)  die
       Oberhand. Sie  waren Anhänger von Feargus O'Connor, der seit 1848
       den Weg der Vereinbarung mit den bürgerlichen Radikalen beschrit-
       ten hatte.  Die Initiatoren  der Versammlung  waren bestrebt, dem
       Einfluß von Ernest Jones und George Julian Harney, den Vertretern
       des revolutionären Flügels der Chartisten, die im Londoner Exeku-
       tivkomitee der  Nationalen Chartisten-Assoziation  führend  tätig
       waren, entgegenzuwirken. Unterstützt von Marx und Engels, entfal-
       teten Jones  und Harney  zu dieser  Zeit eine große Aktivität, um
       die chartistische  Partei auf  der Grundlage  der Anerkennung der
       selbständigen Klassenposition  des Proletariats  und der  offenen
       Verkündung  der   sozialistischen  Ziele   der  Bewegung  zu  re-
       organisieren. Als  Jones von  der Einberufung der Versammlung er-
       fahren hatte, begab er sich nach Manchester. Harney teilte sodann
       Engels mit,  daß Jones beabsichtige, auf der Versammlung sich mit
       seinen Gegnern (den Anhängern der Vereinbarungstaktik und des Ab-
       gehens vom  revolutionären  Kampf  zugunsten  der  Betätigung  in
       Kooperativgesellschaften) auseinanderzusetzen  und bat Engels, an
       der Versammlung  teilzunehmen und  Jones zu unterstützen. Wie aus
       dem vorliegenden  Brief hervorgeht,  ist Engels dieser Bitte Har-
       neys nachgekommen.
       Die Rede Ernest Jones' auf der Versammlung vom 5. Januar 1851, in
       der er die reformistische Linie des Rates der Chartisten von Man-
       chester scharf  kritisierte, hat in vielem zu der bald darauf er-
       folgten Spaltung  der chartistischen  Organisation in  Manchester
       und zum  offenen Übergang eines bedeutenden Teils ihrer einfachen
       Mitglieder auf  die Seite des revolutionären Flügels des Chartis-
       mus beigetragen.
       Harte Auseinandersetzungen  wurden auf  der Versammlung  über die
       Frage der  Beziehungen zwischen dem Rat der Chartisten in Manche-
       ster und  dem Londoner Exekutivkomitee der Nationalen Chartisten-
       Assoziation geführt. Gestützt auf seinen Einfluß im Rat der Char-
       tisten in  Manchester hatte  O'Connor bereits  im  November  1850
       vorgeschlagen, in Manchester eine Konferenz einzuberufen, um dort
       seine Auffassungen denen des Exekutivkomitees gegenüberzustellen.
       Das Exekutivkomitee  widersetzte sich  der Einberufung einer sol-
       chen separaten Konferenz und führte, um die Meinung der einfachen
       Mitglieder zum  Standpunkt des Exekutivkomitees festzustellen, im
       Dezember 1850  Neuwahlen durch.  Diese Neuwahlen ergaben, daß die
       Mehrheit der  Organisation, mit Ausnahme des Rates der Chartisten
       in Manchester,  Harney und Jones, die erneut in das Exekutivkomi-
       tee gewählt  worden waren, unterstützten. Auf der Versammlung vom
       5. Januar  1851 in Manchester sprach sich, trotz des Widerstandes
       der reformistischen Führer, die Hälfte der Teilnehmer für die An-
       erkennung des neuen Exekutivkomitees aus. 163
       168 Hinweis auf die in der "Schweizerischen National-Zeitung" vom
       7. Januar  1851 veröffentlichte verleumderische Erklärung von Os-
       wald Dietz,  der der  kleinbürgerlichen Fraktion Willich-Schapper
       angehörte. In  dieser Erklärung  beschuldigte Dietz  die Anhänger
       von Marx, Heinrich Bauer und Carl Pfänder, sich Gelder angeeignet
       zu haben, die dem Deutschen Bildungsverein für Arbeiter in London
       gehörten (siehe Anm. 156). 165
       169 Es  handelt sich um den verleumderischen Artikel Arnold Ruges
       in der  "Bremer Tages-Chronik"  vom 17.  Januar 1851. Der Artikel
       enthielt gehässige  Angriffe gegen  die "Neue Rheinische Zeitung"
       und insbesondere  gegen Marx  und Engels  (siehe Bflfld 7 unserer
       Ausgabe, S. 464/465). 165
       
       #649# Anmerkungen
       -----
       170 Gemeint sind die bereits im Dezember 1850 begonnenen Verhand-
       lungen, die  Marx mit  Hermann Becker  über die Herausgabe seiner
       Aufsätze führte.  Ende April 1851 erschien in Köln das erste Heft
       der "Gesammelten Aufsätze von Karl Marx". Es enthielt den Aufsatz
       "Bemerkungen über  die neueste  preußische Zensurinstruktion" und
       einen Teil  des 1842  geschriebenen Artikels "Debatten über Preß-
       freiheit und  Publikation der Landständischen Verhandlungen", der
       den ersten  Artikel innerhalb der Serie "Die Verhandlungen des 6.
       rheinischen Landtags"  darstellt. Wegen  der  Verhaftung  Hermann
       Beckers wurde  die Herausgabe der "Gesammelten Aufsätze" nach Er-
       scheinen des ersten Heftes eingestellt. 165 257
       171 Marx  beabsichtigte, den  Hamburger Verleger Julius Schuberth
       durch eine  gerichtliche Klage zur weiteren Herausgabe der "Neuen
       Rheinischen Zeitung. Politisch-ökonomische Revue" zu zwingen. 165
       172 Aus Goethes Ballade "Der Fischer". 165
       173 Hinweis  auf das Manifest des Zentralausschusses der Europäi-
       schen Demokratie  (siehe Anm.  159) "Aux Peuples! Organisation de
       la démocratie",  das im  August 1850  mit  der  Unterschrift  von
       Giuseppe Mazzini,  Ledru-Rollin, Albert  Darasz und  Arnold  Ruge
       veröffentlicht wurde.  Ruge, der  sich früher  als Atheist hinge-
       stellt hatte, unterschrieb das Manifest ungeachtet dessen, daß in
       ihm religiöse  Losungen enthalten  waren. In  dem Aufsatz "Revue.
       Mai bis  Oktober [1850]"  (siehe Band  7 unserer Ausgabe, S. 459-
       463) geben  Marx und Engels eine ausführliche Kritik dieses Mani-
       fests. 166
       174 Gemeint  ist der  Zentralausschuß der Europäischen Demokratie
       (siehe Anm. 159). 166
       175 Lichtfreande  - eine 1841 entstandene religiöse Strömung, die
       sich gegen  den in  der offiziellen protestantischen Kirche herr-
       schenden Pietismus  und den  ihm eigenen strengen Mystizismus und
       die Frömmelei  richtete.  Diese  religiöse  Opposition  war  eine
       Erscheinungsform der  Unzufriedenheit der Bourgeoisie der vierzi-
       ger Jahre  des 19.  Jahrhunderts mit  der reaktionären Ordnung in
       den verschiedenen  deutschen Staaten. In den Jahren 1846 und 1847
       führte die  Bewegung der Lichtfreunde zur Bildung der sogenannten
       Freien Gemeinden (siehe Anm. 246). 166 279
       176 Worte aus dem in dem Brief erwähnten Artikel von Arnold Ruge,
       der in  der "Bremer Tages-Chronik" vom 17. Januar 1851 veröffent-
       licht worden war und in dem es heißt: "...Conrad Schramm (mit dem
       Berliner Deputierten  Rudolph Schramm  nicht zu  verwechseln)..."
       167
       177 Engels  beabsichtigte, in  dem von George Julian Harney redi-
       gierten Chartisten-Organ  "The Friend  of the  People" eine Arti-
       kelserie gegen  die kleinbürgerlichen  Führer  der  verschiedenen
       Emigrantengruppen, Giuseppe  Mazzini, Ledru-Rollin,  Arnold  Ruge
       und andere,  zu veröffentlichen.  Wegen der  zweideutigen Haltung
       Harneys zu den kleinbürgerlichen Vulgärdemokraten, wie sie anläß-
       lich des  "Banketts der Gleichen" am 24. Februar 1851 (siehe Anm.
       203) zum  Ausdruck kam,  gab Engels  diese Absicht  auf.  Engels'
       Plan, eine gegen die kleinbürgerliche Emigration gerichtete sati-
       rische Arbeit zu schreiben, wurde im wesentlichen in der 1852 von
       ihm gemeinsam  mit Marx  geschriebenen Streitschrift  "Die großen
       Männer des  Exils" verwirklicht  (siehe Band  8 unserer  Ausgabe,
       S.233 -335). 167 178 189
       178 Die  im Brief  erwähnte Antwort  von Marx  und Engels auf den
       verleumderischen Artikel  Arnold Ruges  wurde in  der "Weser-Zei-
       tung" nicht  veröffentlicht (siehe den Text der Erklärung in Band
       7 unserer Ausgabe, S. 464/465). 168
       179 Ironische  Anspielung auf die Worte des kleinbürgerlichen De-
       mokraten Siegfried  Weiß, der in einem Brief an Marx vom 2. April
       1850 seine Mitarbeit an der "Neuen Rheinischen
       
       #650# Anhang und Register
       -----
       Zeitung. Politisch-ökonomische  Revue" anbot  und schrieb: "Meine
       Feder ist spitz und gesalzen." 171
       180 Es  handelt sich  um die  Konferenz der Chartisten in Manche-
       ster, die  von den  Anhängern Feargus  O'Connors trotz des Wider-
       spruchs seitens  des Exekutivkomitees  der Nationalen Chartisten-
       Assoziation (siehe Anm. 167) einberufen worden war. Die Konferenz
       fand vom  26. bis  30. Januar  1851 statt und befaßte sich haupt-
       sächlich mit  Fragen der  Beziehungen der  Chartisten zu  anderen
       Parteien und  mit der  Gründung von Kooperativgesellschaften. Der
       Standpunkt, der  von der  Mehrheit der Konferenz zu diesen Fragen
       eingenommen wurde,  entsprach der reformistischen Linie ihrer Or-
       ganisatoren. Auf Bitten George Julian Harrieys nahm Friedrich En-
       gels an  der Konferenz  teil, um die Vertreter des revolutionären
       Flügels des  Chartismus über  ihren Verlauf und die Ergebnisse zu
       informieren.
       Auf der  Konferenz wurde auch über die Entsendung von Delegierten
       zum Chartisten-Konvent  entschieden, der vom Exekutivkomitee ein-
       berufen worden  war. Die  Mehrheit der reformistischen Führer der
       Konferenz (James  Leach, Philip McGrath, Thomas Clark und andere)
       sprach sich  gegen die  Entsendung von Delegierten aus. Unter dem
       Einfluß von O'Connor, der mit einem Sieg seiner Auffassungen auch
       auf dem  Konvent rechnete,  beschloß die  Konferenz jedoch, Dele-
       gierte zu entsenden.
       Der Konvent, der vom 31. März bis 10. April 1851 in London tagte,
       verlief hingegen  nicht so,  wie es  sich O'Connor erhofft hatte.
       Die Anhänger Harneys und Jones', die die revolutionäre proletari-
       sche Linie  vertraten, bestimmten  den Verlauf  der  Tagung.  Das
       wichtigste Ergebnis  des Konvents  war die  Annahme des Programms
       der Nationalen  Chartisten-Assoziation. Trotz  gewisser Schwächen
       und unklarer  Formulierungen brachte  das Programm  den ideologi-
       schen Fortschritt  des Chartismus  unter dem  Einfluß des wissen-
       schaftlichen Kommunismus zum Ausdruck. In dem Programm wurden of-
       fen die  sozialistischen Ziele  der Chartistenbewegung verkündet.
       171
       181 financial  reformers (Finanzreformer)  - gemeint sind die An-
       hänger der  Nationalen Assoziation  für Parlaments- und Finanzre-
       form, die  1849 von  bürgerlichen Radikalen  geschaffen wurde, um
       eine Wahlreform  (die sog.  Kleine Charte)  und eine Steuerreform
       durchzusetzen. Die  bürgerlichen Radikalen,  die den  Forderungen
       der Chartisten  ihr eigenes Programm entgegensetzten, hofften da-
       mit -  da die  politische Aktivität  der Arbeiterklasse  nach der
       mißglückten Demonstration der Chartisten vom 10. April 1848 nach-
       gelassen hatte - die Chartistenbewegung zu spalten und die Arbei-
       termassen unter  ihren Einfluß zu bringen. Die Agitation der bür-
       gerlichen Radikalen, die von Richard Cobden, John Bright und auch
       von den  reformistischen Elementen  der  Chartisten  mit  Feargus
       O'Connor an der Spitze unterstützt wurde, hatte jedoch keinen Er-
       folg. Die  Mehrzahl der  Chartisten blieb  auch in  den fünfziger
       Jahren der  Volks-Charte treu.  1855 zerfiel  die Assoziation für
       Parlaments- und Finanzreform. 172 178 516
       182 Gemeint  ist Louis  Blancs Werk  "Histoire de  dix ans. 1830-
       1840". Die  erste Ausgabe  in fünf Bänden erschien in Paris 1841-
       1844. 178
       183 "Päpstliche  Aggression" nannte  man in England das Bestreben
       des Papstes  Pius IX., sich aktiv in die Angelegenheiten der eng-
       lischen Katholiken einzumischen. Am 30. September 1850 erließ der
       Papst eine  Bulle über  die Errichtung einer römisch-katholischen
       Hierarchie in  England und  ernannte den  englischen katholischen
       Geistlichen Wiseman zum Erzbischof von Westminster und zum Kardi-
       nal. Der  Premierminister des  Whig-Kabinetts, John  Russell, der
       sich demagogisch  als der  Beschützer der  nationalen  Interessen
       Englands vor den Eingriffen des Papstes aufspielte, setzte im Au-
       gust 1851 den Erlaß eines Gesetzes
       
       #651# Anmerkungen
       -----
       durch, das  die Ernennung  von Bischöfen und Erzbischöfen in Eng-
       land durch  den Papst  für ungültig erklärte. Dieses Gesetz stand
       jedoch nur auf dem Papier. 179
       184 Londoner  Industrieausstellung -  erste internationale  Indu-
       strieausstellung, die von Mai bis Oktober 1851 stattfand. 179 211
       241 249 264 277 357 551
       185 Burggrafen  - Spottname  für die  17 Anführer der Orleanisten
       und Legitimisten,  die 1849  dem Ausschuß der gesetzgebenden Ver-
       sammlung zur Abfassung eines neuen Wahlgesetzentwurfes angehörten
       und so  genannt  wurden  wegen  ihrer  ungerechtfertigten  Macht-
       ansprüche und  ihrer reaktionären  Bestrebungen. Dieser Spottname
       ist dem  gleichnamigen Drama  entlehnt, das  Victor Hugo über das
       Leben des  mittelalterlichen Deutschlands  geschrieben  hat.  Ur-
       sprünglich wurden  in Deutschland die vom Kaiser ernannten Regen-
       ten der Städte und Kreise Burggrafen genannt. 179
       186 Abgewandeltes Zitat aus der Bibel, Psalm 139, Vers 9. 180
       187 In  der Church  Street in  London befand sich die Brüderliche
       Gesellschaft der französischen sozialistischen Demokraten, in der
       sich die verschiedensten Elemente der französischen Emigration in
       London, darunter  Ledru-Rollin und  Louis Blanc,  vereinten.  Die
       Gesellschaft wurde  im Herbst  1850 gegründet und setzte sich zum
       Ziel, den französischen politischen Flüchtlingen materielle Hilfe
       zu leisten (siehe auch vorl. Band, S. 546).
       Der 24.  Februar ist  der Jahrestag der Februarrevolution 1848 in
       Frankreich. 182 192 212 214 546
       188 Am  Vorabend der Revolution von 1848 trat August Willich, ein
       preußischer Offizier, aus dem Militärdienst aus und arbeitete als
       Zimmermann in Köln. 183 544 545
       189 [Ecce]  iterum Crispinus  - so  beginnt die vierte Satire des
       Juvenal, in  deren erstem  Teil Crispinus,  ein Höfling des römi-
       schen Kaisers Domitian, gegeißelt wird. Im übertragenen Sinne be-
       deuten diese  Worte: "wieder  dieselbe Person"  oder "wieder das-
       selbe". 184
       190 Im  Februar 1851  lehnte die  Partei der  Ordnung (siehe Anm.
       238) zusammen mit den Montagnards (siehe Anm. 141) in der gesetz-
       gebenden Versammlung  mit einer  Mehrheit von 102 Stimmen die Be-
       willigung einer  Dotation in  Höhe von  1 800 000 Franken für den
       Präsidenten Louis-Napoleon ab. 185
       191 Die  Heilige Allianz  war ein  Bund der  konterrevolutionären
       Mächte gegen  alle fortschrittlichen  Bewegungen in  Europa.  Sie
       wurde am 26. September 1815 auf Initiative des Zaren Alexander I.
       von den Besiegern Napoleons geschaffen. Ihr schlössen sich, neben
       Österreich und  Preußen, fast  alle europäischen  Staaten an. Die
       Monarchen verpflichteten sich zur gegenseitigen Unterstützung bei
       der Unterdrückung von Revolutionen, wo immer sie ausbrechen soll-
       ten. 187 232 260
       192 Engels  spielt darauf  an, daß  der Vertreter  der Partei der
       Ordnung Montalembert  in der  gesetzgebenden Versammlung  für die
       Bewilligung einer  Dotation in Höhe von 1 800 000 Franken für den
       Präsidenten Louis-Napoleon aufgetreten war (siehe auch Anm. 190).
       187
       193 Aut  Caesar out  Clichy: Entweder Cäsar oder Clichy (Clichy -
       Pariser Schuldgefängnis  für bankrotte,  zahlungsunfähige Schuld-
       ner); von  Engels abgewandelte  Devise Cesare  Borgias Aut Caesar
       aut nihil: Entweder Cäsar oder nichts. 187
       194 Luxembourg-Kommission  - Regierungskommission  für die Arbei-
       terfrage, die  unter dem Vorsitz von Louis Blanc im Palais Luxem-
       bourg in  Paris tagte.  Sie wurde  am 28.  Februar 1848 unter dem
       Druck der  Arbeiter gegründet, die die Schaffung eines Arbeitsmi-
       nisteriums
       
       #652# Anhang und Register
       -----
       forderten. Die  praktische Tätigkeit  del  Luxembourg-Kommission,
       die aus  Vertretern der  Arbeiter und  Unternehmer  bestand,  be-
       schränkte sich auf die Beilegung von Arbeitskonflikten; durch die
       kompromißbereite Haltung  Louis Blancs fiel die Entscheidung häu-
       fig zugunsten  der Unternehmer aus. Nach der Aktion der Volksmas-
       sen am  15. Mai  1848 löste  die Regierung  am 16. Mai die Luxem-
       bourg-Kommission auf.
       Das Vorparlament,  das vom  3I.März bis 4.April 1848 in Frankfurt
       a.M. zusammentrat,  vereinigte Vertreter  der deutschen  Staaten,
       die im  Gegensatz zum Bundestag entweder Mitglieder der bestehen-
       den Ständeversammlung  oder  Delegierte  einer  Vereinigung  bzw.
       Volksversammlung waren.  Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer
       des Vorparlaments  gehörte  der  konstitutionell-monarchistischen
       Richtung an.  Das Vorparlament faßte den Beschluß über die Einbe-
       rufung einer  gesamtdeutschen Nationalversammlung  und  arbeitete
       einen Entwurf über die "Grundrechte und Forderungen des deutschen
       Volkes" aus.  Dieses Dokument  verkündete zwar einige bürgerliche
       Freiheiten, griff jedoch die Grundlagen der halbfeudalen, absolu-
       tistischen Staatsordnung des damaligen Deutschlands nicht an.
       Nach den Erfolgen der Märztage kam es darauf an, das Vorparlament
       als souverän  zu proklamieren und die Macht des reaktionären Bun-
       destages zu  brechen. Statt  dessen lehnte  das Vorparlament  den
       Vorschlag der  republikanisch-demokratischen  Minderheit  ab,  in
       Deutschland eine  föderative republikanische Ordnung zu errichten
       und das  Vorparlament in  ein permanentes  Organ umzuwandeln, und
       wählte im  April 1848  aus seiner  Mitte einen Fünfzigerausschuß,
       der sich  vor allem  mit der Vorbereitung der Nationalversammlung
       beschäftigen sollte.  Der Fünfzigerausschuß war bis zum Zusammen-
       tritt der  Nationalversammlung tätig  und bestand in seiner Mehr-
       heit aus bürgerlichen Liberalen. 194
       195 Marx verweist auf die Regierungskrise von 1851 in England. Im
       Februar 1851 reichte der Premierminister des Whig-Kabinetts, John
       Russell, seinen Abschied ein. Die Ursache dafür war das Scheitern
       seiner Versuche,  dem Vorschlag  des  Parlamentsmitgliedes  Locke
       King entgegenzutreten,  das Wahlrecht in den Grafschaften auf die
       Besitzer von  Grundstücken mit  Jahreseinkünften von  mehr als 10
       (bisher 50) Pfund Sterling auszudehnen. Da der Führer der Tories,
       Stanley, kein Kabinett zustande brachte, übernahm Russell im März
       wiederum den Posten des Premierministers. 196
       196 Engels  verweist hier  auf Adolphe  Thiers Werk  "Histoire du
       Consulat et  de l'Empire"  (die  Herausgabe  dieses  vielbändigen
       Werks, dessen  erster Band  1845 in  Paris erschien,  wurde  1862
       beendet) sowie auf Robert Southeys Schrift "History of the Penin-
       sular war", 3 Bände, London 1823-1832. 204 241
       197 Mitte  April 1850  trafen Marx und Engels im Namen des Bundes
       der Kommunisten mit den in London lebenden französischen blanqui-
       stischen Emigranten und mit Vertretern des revolutionären Flügels
       der Chartisten  eine Vereinbarung über die Gründung einer Weltge-
       sellschaft der  revolutionären Kommunisten.  Es wurde  ein Grund-
       satzvertrag verfaßt (von August Willich geschrieben und von Marx,
       Engels, George  Julian Harney,  Willich, Jules Vidil und Adam un-
       terzeichnet), der  aus sechs Artikeln besteht (siehe Band 7 unse-
       rer Ausgabe,  S. 553/554).  Nach der  Spaltung der Zentralbehörde
       des Bundes  der Kommunisten stellten sich die französischen Blan-
       quisten auf  die Seite  der sektiererischen  Minderheit unter der
       Leitung von  Willich und  Schapper und gingen gemeinsam mit ihnen
       ein enges  Bündnis mit der kleinbürgerlich-demokratischen Emigra-
       tion ein. Unter diesen Bedingungen hielten es Marx und Engels zu-
       sammen mit Harney für angebracht, Anfang
       
       #653# Anmerkungen
       -----
       Oktober 1850 den Vertrag mit den Blanquisten zu lösen (siehe Band
       7 unserer Ausgabe, S. 415). 207
       198 Engels erhielt von Ferdinand Wolff einen vom 25. Februar 1851
       datierten Brief  aus London,  in dem dieser seinen offensichtlich
       irrealen Plan  mitteilte, um  des Erwerbs willen für die Besucher
       der Londoner  Industrieausstellung (siehe  Anm. 184) einen Führer
       in russischer  Sprache herauszugeben.  Wolff erbat  dazu  Engels'
       Rat. 208
       199 Die  Fremdenbill (Alien  Bill) wurde vom englischen Parlament
       zuerst 1793,  dann 1802, 1803, 1816 und 1818 sowie 1848 im Zusam-
       menhang mit  den revolutionären  Ereignissen auf dem europäischen
       Kontinent und  der Chartistendemonstration vom 10. April 1848 an-
       genommen. Die  Regierung wurde durch die Fremdenbill von 1848 er-
       mächtigt, Ausländer  jederzeit  aus  Großbritannien  auszuweisen.
       Diese Bill war bis 1850 in Kraft. 211 260
       200 Anfang März 1851 kam Engels für einige Tage zu Marx nach Lon-
       don, um  mit ihm über Maßnahmen zur Entlarvung der kleinbürgerli-
       chen Demokraten,  der Organisatoren  des Banketts vom 24. Februar
       (siehe vorl. Band, S. 204 sowie Anm. 203) zu beraten. 213
       201 Marx  meint die von Engels am 5. März 1851 an die "Times" ge-
       sandte Erklärung  wegen des  verleumderischen  Briefs  von  Louis
       Blanc über den Toast Louis-Auguste Blanquis, den die "Times" ver-
       öffentlicht hatte.  Engels' Erklärung  (siehe Band 7 unserer Aus-
       gabe, S. 466/467) wurde nicht veröffentlicht. 214
       202 Im  "Friend of  the People"  vom 15. März 1851 brachte George
       Julian Harney  die Erklärung Conrad Schramms, in der dieser gegen
       die Beleidigungen protestiert, die ihm und Pieper auf dem Bankett
       vom 24.  Februar (siehe  Anm. 203)  zugefügt worden  waren (siehe
       vorl. Band, S. 198/199). 214
       203 Toast Blanquis - Es handelt sich hier um den Trinkspruch, den
       Louis-Auguste Blanqui  von der  Gefängnisinsel Belle-+le  an  das
       "Bankett der  Gleichen" richtete  - ein  internationales Meeting,
       das in  London am  24. Februar 1851 anläßlich des Jahrestages der
       Februarrevolution 1848 stattfand. In seinem Toast prangerte Blan-
       qui die  Mitglieder der  Provisorischen Regierung Frankreichs von
       1848 -  Ledru-Rollin, Louis  Blanc, Lamartine - als Volksverräter
       an. Der  Text des Toasts Blanquis, den die Organisatoren des Ban-
       ketts den  Teilnehmern vorsätzlich  verheimlicht hatten, wurde in
       mehreren französischen  Zeitungen veröffentlicht. Marx und Engels
       übersetzten den Trinkspruch ins Deutsche und Englische und versa-
       hen ihn  mit einer Vorbemerkung (siehe Band 7 unserer Ausgabe, S.
       568-570). 214 222 244 562
       204 Engels  weist hier  auf das in den Jahren 1828-1840 in London
       erschienene sechsbändige  Werk "History  of the war in the Penin-
       sula and  in the  south of France, from the year 1807 to the year
       1814" von William Francis Patrick Napier hin. 217 236
       206 Berliner  oder Frankfurter Deputierte - Abgeordnete der preu-
       ßischen und Frankfurter Nationalversammlung 1848/49. 219
       207 Jules Vidil war einer der sechs Mitglieder des Organisations-
       komitees des  Banketts vom  24. Februar (siehe Anm. 203), die für
       die Verlesung des Toasts von Blanqui stimmten. Die übrigen sieben
       Komiteemitglieder stimmten gegen die Verlesung. 220
       207 Saragossa (Zaragoza) wurde berühmt wegen der Standhaftigkeit,
       mit der  seine Verteidiger im Befreiungskrieg des spanischen Vol-
       kes gegen  die Herrschaft  Napoleons kämpften.  Die  Stadt  wurde
       zweimal von den Franzosen belagert (Juni bis August und ab Dezem-
       ber 1808); erst im Februar 1809 kapitulierten die Verteidiger vor
       der überlegenen militärischen Stärke der Franzosen. 223
       
       #654# Anhang und Register
       -----
       208 Den  Anfang dieses Briefes schrieb Marx auf der letzten Seite
       eines Briefes Wilhelm Piepers an Engels vom 22. März 1851. In dem
       Brief brachte Pieper im Auftrag von Marx den vollen Text des Auf-
       rufs "An  die Deutschen",  den Arnold  Ruge, Gustav Struve, Ernst
       Haug, Johannes  Ronge und  Gottfried Kinkel im März 1851 im Namen
       des von  ihnen zu dieser Zeit gegründeten sogenannten Ausschusses
       für die  deutschen Angelegenheiten veröffentlicht hatten. Den ge-
       kürzten Text  des Aufrufs  haben Marx und Engels in ihrer Streit-
       schrift "Die  großen Männer des Exils" (siehe Band 8 unserer Aus-
       gabe, S. 305/306) wiedergegeben. 224 257
       206 Gemeint  ist der  Ausschuß für  die deutschen Angelegenheiten
       (siehe Anm. 208). 224
       210 Hinweis  auf Gustav Struves Werk "Grundzüge der Staatswissen-
       schaft", Bd.  1-4. Die  ersten zwei  Bände des  Buches erschienen
       1847 in Mannheim, die beiden letzten Bände 1848 in Frankfurt a.M.
       Außerdem war  Marx  bekannt,  daß  Struve  eine  "Weltgeschichte"
       schrieb, die  er später  unter dem  Titel "Weltgeschichte in neun
       Büchern" in New York herausgab. 224
       211 Hinweis auf die Bücher von Carl von Rotteck und Carl Welcker:
       "Das Staats-Lexikon.  Encyklopädie der  sämmtlichen Staatswissen-
       schaften für  alle Stände",  Bd. 1-12, Altona 1845-1848, und Carl
       von Rotteck:  "Allgemeine Weltgeschichte für alle Stände, von den
       frühesten Zeiten  bis zum  Jahre 1831 ", Bd. 1-4, Stuttgart 1832-
       1833. 224
       212 Marx  verspottet hier  Proudhons These,  daß "die Zeit selbst
       Wert ist". Eine Kritik dieser These Proudhons gibt Marx in seinem
       Buch "Das  Elend der  Philosophie" (siehe Band 4 unserer Ausgabe,
       S. 116-119). 228
       213 Marx  war ungefähr  vom 17. April 1851 an einige Tage bei En-
       gels in Manchester. 228 239 550
       214 Blue Books (Blaubücher) - allgemeine Bezeichnung der Publika-
       tionen von Materialien des englischen Parlaments und von diploma-
       tischen Dokumenten  des Außenministeriums. Die Blaubücher, so be-
       nannt nach  ihren blauen  Umschlägen, werden  in England seit dem
       17. Jahrhundert  herausgegeben und sind die wichtigste offizielle
       Quelle zur  Geschichte der  Wirtschaft und Diplomatie dieses Lan-
       des.
       Im  vorliegenden   Brief  bezieht  sich  Marx  auf  das  Blaubuch
       "Correspondence relative  to the  affairs of  Hungary. 1847-1849.
       Presented to both Houses of Parliament by Command of Her Majesty,
       August 15, 1850", London. 228
       215 Hinweis  auf Roland Daniels' Manuskript "Mikrokosmos. Entwurf
       einer physiologischen Anthropologie". Daniels, der in Köln lebte,
       hatte das Manuskript Marx zur Beurteilung übersandt. 229 233
       216 Gemeint  ist die  französische Übersetzung  des  Buches  "Der
       kleine Krieg,  im Geiste  der neueren Kriegführung. Oder: Abhand-
       lung über  die Verwendung  und den  Gebrauch aller drei Waffen im
       kleinen Kriege"  von Carl von Decker (Berlin und Posen 1822), das
       1827 in  drei Bänden  in Paris unter dem Titel "La petite guerre,
       ou traité des opérations secondaires de la guerre..." herausgege-
       ben worden war. 234 569
       217 In  der Schlacht  bei Waterloo  (Belle-Alliance) am  18. Juni
       1815 wurde  die Armee  Napoleons von  den  englisch-holländischen
       Truppen unter  Wellington und der preußischen Armee unter Blücher
       geschlagen. 235
       218 Engels  bezieht sich auf die politische Taktik einiger Führer
       der Tories,  die als  Interessenvertreter  der  Großgrundbesitzer
       nach anfänglichem hartnäckigem Widerstand der Bourgeoisie
       
       #655# Anmerkungen
       -----
       ein Zugeständnis  nach dem andern machte. Diese politische Taktik
       vergleicht Engels  mit der  Kriegstaktik Wellingtons  während des
       Krieges 1808-1814 auf der Pyrenäenhalbinsel, wo die englische Ar-
       mee unter  Wellingtons Kommando  sich auf  die befestigten Linien
       von Torres  Vedras (Stadt  nordwestlich von  Lissabon) zurückzog.
       236
       219 Hinweis  auf eine  im Februar 1851 in Wilhelm Weitlings Organ
       "Republik der  Arbeiter" veröffentlichte  Notiz, die  schmutzige,
       verleumderische Angriffe auf Marx und Engels enthielt. 237
       220 Parliamentary trains (Parlamentszüge) nannte man im 19. Jahr-
       hundert in  England ironisch  besondere Züge  dritter Klasse, die
       1844 durch ein Gesetz eingeführt worden waren; nach diesem Gesetz
       mußte jede Eisenbahngesellschaft täglich auf allen ihren Strecken
       einen solchen  Zug mit  einer Höchstgeschwindigkeit von 12 Meilen
       in der  Stunde verkehren  lassen und  durfte für  die Fahrt nicht
       mehr als  1 Penny pro Meile verlangen. Engels nennt diese Züge in
       seiner Arbeit  "Schutzzoll und  Freihandel" (vgl. Band 21 unserer
       Ausgabe, S. 365): "gesetzlich vorgeschriebene Bummelzüge". 239
       221 Gemeint  sind die  1828 in  acht Bänden in Paris erschienenen
       "Mémoires du  duc de  Rovigo, pour servir à l'histoire de l'empe-
       reur Napoléon".  Duc de Rovigo ist der Titel, den Savary 1807 er-
       halten hatte. 240
       222 Bei Austerlitz fand am 2. Dezember 1805 die Schlacht zwischen
       den russischen  und österreichischen  Truppen einerseits  und den
       französischen Truppen andererseits statt. Sie endete mit dem Sieg
       Napoleons I. 240 379
       223 Der  stellvertretende Kölner  Bürgermeister Schenk  dankte am
       25. April  1851 dem  auf der Durchreise in Köln weilenden Prinzen
       Wilhelm von  Preußen im  Namen der  Mitglieder des Stadtrates für
       die Unterdrückung  der Revolution.  Der Prinz  von Preußen  erwi-
       derte, daß jeder revolutionäre Aufstand von der Armee unterdrückt
       werde. Er forderte, "die Kölnische Presse muß sich bessern", d.h.
       voll und  ganz auf  reaktionäre Positionen  übergehen.  Die  Rede
       Schenks rief  bei vielen  Mitgliedern des  Stadtrates große Unzu-
       friedenheit hervor. 241
       224 Kölner  - Mitglieder der Kölner Zentralbehörde des Bundes der
       Kommunisten (vgl. Anm. 157). 242 243 262
       225 Gemeint ist das erste Heft der "Gesammelten Aufsätze von Karl
       Marx" (siehe Anm. 170). 243
       226 Vermutlich ist der sog. Ausschuß für die deutschen Angelegen-
       heiten gemeint. (Vgl. Anm. 208.) 243 253
       227  Marx   bringt  in  diesem  Brief  Auszüge  aus  dem  Artikel
       "Electricity and  agriculture", der  am 26. April und 3. Mai 1845
       im "Economist" veröffentlicht worden war. 245
       228 Hinweis  auf die  Wochenzeitung "Notes  to the  People",  die
       1851/1852 unter  der Redaktion  von Ernest  Jones in  London  er-
       schien. Nach  dem Übergang George Julian Harneys in das Lager der
       kleinbürgerlichen Demokratie  gewann die Herausgabe dieses Organs
       - des  Wortführers des  revolutionären proletarischen Flügels des
       Chartismus -  besondere Bedeutung.  Marx und Engels unterstützten
       die Zeitschrift,  nahmen an  ihrer Redaktion  und Herausgabe teil
       und veröffentlichten  von Juni 1851 bis April 1852 in ihr mehrere
       Artikel. 247
       
       #656# Anhang und Register
       -----
       229 Engels  spielt darauf  an, daß  Wellington, ein prinzipieller
       Gegner der  Abschaffung der Korngesetze, als Minister ohne Porte-
       feuille in  der Regierung Robert Peels sich gezwungen sah, an ih-
       rer Aufhebung  im Jahre 1846 mitzuwirken. Engels vergleicht diese
       Niederlage Wellingtons  ironisch mit der Niederlage der Römer bei
       den Kaudinischen  Pässen in  der Nähe der Stadt Caudium (im alten
       Rom); hier  brachten die  Samniter 321 v.u.Z. während des zweiten
       Samniterkrieges den  römischen Legionen  eine Niederlage  bei und
       zwangen sie, durch das "Joch" gekreuzter Speere zu gehen, was für
       eine besiegte Armee als höchster Schimpf galt. Daher der Ausdruck
       "durch das Kaudinische Joch gehen", d.h. die schlimmste Erniedri-
       gung erleiden. 249
       230 Engels  weist hier auf die Entlarvung des englischen Innenmi-
       nisters James  Graham durch  Giuseppe Mazzini  hin. Graham beauf-
       tragte 1844  die Postbehörden  mit der  Öffnung der Briefschaften
       italienischer revolutionärer Emigranten, darunter auch der Briefe
       Mazzinis, der  seit 1837 als Emigrant in London lebte, und infor-
       mierte die  neapolitanische und österreichische Regierung von de-
       ren Inhalt. Die Maßnahmen Grahams hatten die Aufdeckung der Pläne
       der Anhänger  Mazzinis in Italien, der Brüder Bandiera, und deren
       Hinrichtung zur Folge. 250
       231 Die  beabsichtigte  Herausgabe  einer  solchen  Monatsschrift
       konnte nicht verwirklicht werden. 253
       232 Der hier erwähnte Brief ist nicht erhalten geblieben. 257
       233 Anspielung  auf Ferdinand  Freiligraths Ballade  "Der Mohren-
       fürst", in  der in  der letzten Zeile gesagt wird: "Schlug er das
       Fell, daß es rasselnd zersprang." 257
       234 Im  Oktober 1850 fand in Warschau eine Zusammenkunft Nikolaus
       I. mit  dem preußischen  Thronfolger Wilhelm  und dem  Kaiser von
       Österreich Franz  Joseph I.  sowie mit deren Ministern statt. Bei
       dieser Zusammenkunft  trat Nikolaus  I. als  Vermittler  zwischen
       Preußen und  Österreich auf,  deren Kampf  um  die  Hegemonie  in
       Deutschland sich  nach der Revolution 1848/49 und besonders durch
       den Konflikt  wegen Kurhessen  und Schleswig-Holstein  verschärft
       hatte. Trotz des im Juli 1850 in Berlin unterzeichneten Friedens-
       vertrages zwischen  Preußen und  Dänemark, der  in Schleswig-Hol-
       stein den Zustand wiederherstellen sollte, wie er vor der Revolu-
       tion bestanden hatte, fuhr Preußen fort, die Herzogtümer in ihrem
       Kampf gegen  Dänemark zu  unterstützen. Der  Forderung des öster-
       reichischen  Ministerpräsidenten  Schwarzenberg,  österreichische
       Truppen in  Schleswig-Holstein zwecks Unterwerfung dieser Herzog-
       tümer einmarschieren  zu lassen,  widersetzte sich Preußen. Niko-
       laus I.,  der gegen die Stärkung Preußens und für die Aufrechter-
       haltung der feudalen Zersplitterung Deutschlands war, gab in War-
       schau zu  verstehen, daß  Österreich mit seiner entschiedenen Un-
       terstützung rechnen könne. 258
       235 Im  April 1851  brach in Portugal ein Aufstand aus, der gegen
       das reaktionäre  diktatorische Regime der Regierung Costa Cabrai,
       die die  extrem monarchistischen Kreise der Bourgeoisie und Guts-
       besitzer vertrat,  gerichtet war.  Der Aufstand  endete Mitte Mai
       1851 mit  der Flucht  Costa Cabrais  und mit dem Machtantritt des
       Marschalls Saldanna,  des Interessenvertreters  der  konstitutio-
       nell-liberalen Kreise der Großbourgeoisie. 258 260
       236  Im   Jahre  1851   forderten  die  bonapartistischen  Kreise
       Frankreichs verstärkt  die Revision der am 4. November 1848 ange-
       nommenen Verfassung  der Französischen Republik, insbesondere je-
       ner Artikel,  wonach der  Präsident für  vier Jahre gewählt wurde
       und erst vier Jahre nach Ablauf seiner Amtsperiode wieder wählbar
       war. Mit der Revision dieser
       
       #657# Anmerkungen
       -----
       Artikel der Verfassung wollten die Bonapartisten das weitere Ver-
       bleiben Louis-Napoleons an der Macht und die Wiedererrichtung des
       Kaiserreichs sichern.  Eine Analyse  der französischen Verfassung
       gibt Marx  in seinem  Artikel "Die Konstitution der Französischen
       Republik, angenommen  am 4.  November 1848" (siehe Band 7 unserer
       Ausgabe, S.  494 bis  506) und  in seiner Schrift "Der achtzehnte
       Brumaire des  Louis Bonaparte"  (siehe Band 8 unserer Ausgabe, S.
       126-130). 260 270
       237 Manchesterschool  (Manchesterschule) -  ökonomische  Lehrmei-
       nung, die  besonders von den englischen bürgerlichen Ideologen in
       der ersten  Hälfte des 19. Jahrhunderts vertreten wurde. Die Ver-
       treter des  Freihandels, Anhänger  dieser Richtung,  bildeten die
       Manchesterpartei, die Partei der englischen Industriebourgeoisie.
       Sie verteidigten  die Freiheit  des Handels, die Nichteinmischung
       des Staates  in das  wirtschaftliche Leben des Landes und die un-
       eingeschränkte Ausbeutung der Arbeiterklasse. Manchester war Zen-
       trum der Agitation. 261
       238 parti  de l'ordre  (Partei der  Ordnung) - Koalition der zwei
       monarchistischen Fraktionen Frankreichs: der Legitimisten (Anhän-
       ger der  "legitimen" Bourbonendynastie)  und der Orleanisten (An-
       hänger der  Dynastie Orléans). Diese 1848 als Koalition gegen das
       Proletariat gebildete  Partei der  konservativen  Großbourgeoisie
       spielte ab  1849 bis  zum Staatsstreich  vom 2. Dezember 1851 die
       führende Rolle  in der  gesetzgebenden  Versammlung  der  Zweiten
       Republik. Der  Bankrott ihrer  volksfeindlichen Politik wurde von
       der Clique Louis Bonapartes für ihre Zwecke ausgenutzt (vgl. Anm.
       147). 263 365
       239 In  diesem Brief  analysiert Engels  die Politik Deutschlands
       gegenüber Polen  im Falle der Entwicklung einer siegreichen revo-
       lutionären demokratischen  Bewegung in Deutschland. Diese Politik
       mußte weitgehend  von der  Entwicklung in Rußland, die Engels be-
       reits damals aufmerksam verfolgte, abhängen und nach einer Volks-
       revolution gegen  den  Zarismus  sich  wesentlich  ändern.  Lenin
       schrieb in  dem Aufsatz  "Über das Selbstbestimmungsrecht der Na-
       tionen" über  den vorliegenden  Brief von  Engels, daß "sich Marx
       und Engels  zur nationalen  Frage allgemein  streng kritisch ver-
       hielten, sie als historisch bedingt einzuschätzen wußten" (siehe:
       W.I. Lenin, Werke, Band 20, Berlin 1961, S. 440).
       Aus dem Brief geht weiter hervor, daß die hier von Engels empfoh-
       lene politische  Linie für die künftigen revolutionären Regierun-
       gen Deutschlands  und Rußlands  nur in  einem Polen  verwirklicht
       werden konnte,  in dem die nationale Bewegung sich nicht im engen
       Rahmen der  Forderungen der  adligen Schiachtschitzen  bewegt und
       die nicht,  wie das  in der  Vergangenheit nicht  selten der Fall
       war, die  Befreiung der polnischen Bauernschaft von feudalen Joch
       ignoriert. Lenin  hob hervor:  "Engels glaubt nicht an den Erfolg
       polnischer Adelsinsurrektionen.  - Aber  alle diese  Gedanken, in
       denen so  viel genialer  Weitblick steckt,  haben Engels und Marx
       nicht im  geringsten gehindert,  zwölf Jahre  später, als Rußland
       immer noch  schlief, Polen  aber brodelte,  den tiefsten und glü-
       hendsten Anteil  an der  polnischen Bewegung  zu nehmen"  (siehe:
       W.I. Lenin, Werke, Band 20, Berlin 1961, S. 440-441). 265
       240 herrliches  Kriegsheer - eine Phrase aus der Neujahrsgratula-
       tion Friedrich  Wilhelms IV. vom 1. Januar 1849 an das preußische
       Heer. Eine Kritik dieses Gratulationsschreibens gibt Marx in sei-
       nem Artikel "Eine Neujahrsgratulation" (siehe Band 6 unserer Aus-
       gabe, S. 160-164). 266
       241 Marx  spielt darauf  an, daß  im Mai 1849, während der Wahlen
       für die  französische Nationalversammlung, der Innenminister Léon
       Faucher an  die Präfekten  eine unwahre telegraphische Mitteilung
       schickte, in der er versuchte, die Wähler mit einer Wiederholung
       
       #658# Anhang und Register
       -----
       der Junitage  (siehe hierüber  Band 7  unserer Ausgabe, S. 12-34)
       einzuschüchtern, um so auf diese einen Druck auszuüben und sie zu
       veranlassen, den rechten Kandidaten ihre Stimme zu geben.
       Am 3I.Mai  1850 nahm  die  Nationalversammlung  ein  reaktionäres
       Wahlgesetz an, das das allgemeine Wahlrecht beseitigte. Nach die-
       sem Gesetz  hatten u.a.  nur noch  solche Personen das Wahlrecht,
       die mindestens  drei Jahre  an einem  Orte ansässig waren und di-
       rekte Steuern  entrichteten, wodurch  etwa drei Millionen Stimmen
       von den Wahllisten gestrichen wurden. 270
       242 In  Marx' und  Engels' Streitschrift  "Die großen  Männer des
       Exils", in  der dieser Artikel aus der Wochenschrift "Der Kosmos"
       ebenfalls zitiert  ist, wird als Verfasser des Artikels Gottfried
       Kinkels Frau  Johanna, geb. Mockel, angeführt (siehe Band 8 unse-
       rer Ausgabe, S. 266). 271
       243 Wie  aus dem Brief von Engels an Weydemeyer vom 19. Juni 1851
       zu ersehen  ist (siehe vorl. Band, S. 553), befand sich Engels in
       der ersten Hälfte des Juni 1851 in London. 272
       244 Gemeint  ist die  Ansprache der  Kölner Zentralbehörde an den
       Bund vom  1. Dezember 1850 (siehe Band 7 unserer Ausgabe, S. 561-
       565), die  vor allem  von Heinrich  Bürgers ausgearbeitet  worden
       war. Indem die Verfasser der "Ansprache" die Spaltertätigkeit der
       Fraktion Willich-Schapper  verurteilten  und  die  Bedeutung  der
       Theorie für  die Entwicklung der kommunistischen Bewegung hervor-
       hoben, erklärten  sie sich  im großen und ganzen mit Marx und En-
       gels solidarisch. Dieses Dokument enthält den Beschluß der Londo-
       ner Zentralbehörde  vom 15. September 1850 über die Bildung einer
       neuen Zentralbehörde  in Köln und verkündet, gestützt auf den An-
       trag des  Londoner Kreises des Bundes der Kommunisten an die Köl-
       ner Zentralbehörde,  den Ausschluß  sämtlicher Mitglieder des von
       Willich und Schapper gebildeten Sonderbundes.
       Jedoch deckt  dieses Rundschreiben  nicht die wahren Ursachen der
       Spaltung des  Bundes der  Kommunisten auf,  da es  teilweise auch
       Marx und  Engels die  Schuld an der Spaltung zuschreibt. Einzelne
       Thesen der Ansprache sind unklar und verschwommen. Und gerade das
       hatte Engels  im Auge,  wenn er, im Hinblick auf Bürgers, von dem
       "claire-obscur des  Räsonnements" spricht.  Dieses Dokument  fiel
       bei den Verhaftungen der Mitglieder des Bundes der Kommunisten in
       die Hände  der Polizei  und wurde  im Juni  1851 in dem "Dresdner
       Journal und  Anzeiger" und in der "Kölnischen Zeitung" veröffent-
       licht. 274 278 285
       245 Es handelt sich um die neuen Statuten des Bundes der Kommuni-
       sten, die  von der  Kölner Zentralbehörde  des Bundes im Dezember
       1850 verfaßt wurden (siehe Anm. 163). 274
       246 "Freie  Gemeinden" -  Gemeinden, die sich 1846 und 1847 unter
       dem Einfluß  der Bewegung  der Lichtfreunde  (siehe Anm. 175) von
       der offiziellen  protestantischen Kirche gelöst hatten und am 30.
       März 1847  das Recht der freien Religionsausübung erhielten. 1859
       vereinigten sich  die Freien  Gemeinden endgültig  mit denen  der
       Deutschkatholiken. 274
       247 Gemeint  ist die Reaktion bürgerlicher Kreise auf die Verhaf-
       tungen der  Mitglieder des  Bundes der  Kommunisten in Köln. Marx
       nannte die  Vertreter dieser Kreise ironisch "Heuler" in Analogie
       zu der  Bezeichnung, die  die republikanischen  Demokraten in der
       Revolution 1848/49  in Deutschland  den bürgerlichen Konstitutio-
       nellen gegeben hatten. 278 519
       248 Engels  bezieht sich auf die Korrespondenz aus Leipzig vom 6.
       Juli, die  in Nr.  189 der "Allgemeinen Zeitung" vom 8. Juli 1851
       erschienen war. 284
       
       #659# Anmerkungen
       -----
       249 Engels  vergleicht ironisch  den Aufruf  Giuseppe Mazzinis an
       den Ausschuß  für deutsche  Angelegenheiten (siehe  Anm. 208) mit
       dem "Brief des Paulus an die Römer" im Neuen Testament. 286
       250 Max  Stirner, "Der Einzige und sein Eigenthum", Leipzig 1845,
       S. 126. 288
       251 Siehe Karl Marx und Friedrich Engels, "Revue. Mai bis Oktober
       [1850]" (Band 7 unserer Ausgabe, S. 435-437). 290
       252 Anspielung auf Max Stirners Buch "Der Einzige und sein Eigen-
       thum", Leipzig 1845. 292
       253 Pierre-Joseph  Proudhon, "Idée  générale de  la révolution au
       XIXe siècle", Paris 1851. 293 306 308,312 316 317 328 338 342 359
       254 Engels  spielt auf  die Aufsätze und Reden Wilhelm Wolffs an,
       in denen  er die Feinde der Revolution 1848/49 in Deutschland be-
       kämpfte, sowie  auf Wolffs  Artikelserie "Die  Schlesische Milli-
       arde", in  der er  die äußerst schwere Lage der schlesischen Bau-
       ernschaft untersuchte  und die  Ausraubung der  Bauern durch  die
       schlesischen Junker entlarvte. 295
       255 Die  geplante lithographische  Korrespondenz  kam  nicht  zu-
       stande. 295
       256 Etwa  am 8.  August 1851 erhielt Marx von Charles Dana, einem
       Redakteur der  fortschrittlichen bürgerlichen  Tageszeitung "New-
       York Daily  Tribune", die  Aufforderung zur  Mitarbeit. Marx nahm
       den Vorschlag  Danas an. Marx' Mitarbeit an der Zeitung begann im
       August 1851  und währte  bis März 1862; eine große Anzahl Artikel
       für die  "New-York Daily  Tribune" wurde auf Marx' Bitten von En-
       gels geschrieben.  Die Artikel  von Marx  und Engels in der "New-
       York Daily  Tribune" behandeln  wichtige Fragen der Arbeiterbewe-
       gung, der  Innen- und  Außenpolitik und der ökonomischen Entwick-
       lung in den europäischen Ländern, Fragen der kolonialen Expansion
       und der  nationalen Befreiungsbewegung  in den  unterdrückten und
       abhängigen Ländern und anderes mehr. In der Periode der in Europa
       wieder aufkommenden  Reaktion benutzten  Marx  und  Engels  diese
       weitverbreitete fortschrittliche  amerikanische  Zeitung,  um  an
       Hand von  Tatsachen die  Gebrechen der  kapitalistischen  Gesell-
       schaft anzuprangern, die dieser Gesellschaft innewohnenden unver-
       söhnlichen Widersprüche  aufzudecken sowie  auf die  Grenzen  der
       bürgerlichen Demokratie hinzuweisen.
       Die Redaktion  der "New-York Daily Tribune" nahm in vielen Fällen
       willkürlich Änderungen an den Artikeln vor. Viele wurden ohne Un-
       terschrift des  Verfassers als  redaktionelle Leitartikel  veröf-
       fentlicht, viele überhaupt nicht gedruckt. Diese Übergriffe gaben
       Marx wiederholt  Anlaß zu  Protesten. Ab Herbst 1857 war Marx in-
       folge der  Wirtschaftskrise in den USA, die sich auch auf die Fi-
       nanzlage der  Zeitung auswirkte, gezwungen, die Anzahl seiner Ar-
       tikel für  die "New-York Daily Tribune" einzuschränken. Endgültig
       aufgehört hat  seine Mitarbeit  im März  1862 während des Bürger-
       krieges in  den USA.  Entscheidenden Einfluß  auf den Abbruch der
       Beziehungen zwischen  Marx und der "New-York Daily Tribune" hatte
       die Tatsache,  daß immer  mehr Leute in die Redaktion eindrangen,
       die für  einen Kompromiß  mit den Sklavenhalterstaaten eintraten,
       und daß die Zeitung ihre fortschrittlichen Positionen aufgab. 296
       257 Der  Sage nach  überredete der  römische  Patrizier  Menenius
       Agrippa die  Plebejer, die sich 494 v.u.Z. erhoben hatten und zum
       Zeichen des Protestes gegen die Unterdrückung durch die Patrizier
       auf den  Heiligen Berg  gezogen waren, sich zu unterwerfen, wobei
       er ihnen  die Fabel  von den  Teilen des menschlichen Körpers er-
       zählte, die sich gegen den Magen empörten. Menenius Agrippa verg-
       lich die Gesellschaft seiner Zeit mit dem lebenden
       
       #660# Anhang und Register
       -----
       Organismus, dessen Hände die Plebejer waren, die den Magen dieses
       Organismus -  die Patrizier  - ernährten.  Da aber die Abtrennung
       der Hände vom Magen den unvermeidlichen Tod des lebenden Organis-
       mus zur  Folge hätte,  so folgerte er analog, würde die Weigerung
       der Plebejer,  ihre Verpflichtungen  zu erfüllen, gleichbedeutend
       sein mit dem Untergang des Römischen Reiches. 305
       258 Hinweis  auf die  gegen die  Vertreter des wissenschaftlichen
       Kommunismus gerichteten Angriffe Karl Heinzens in der "Deutschen-
       Brüsseler-Zeitung" Nr.  77 vom 26. September 1847, die Engels mit
       seinen Artikeln  "Die Kommunisten  und Karl Heinzen" beantwortete
       (siehe Band 4 unserer Ausgabe, S. 309-324). 306
       259 Anspielung  auf Heinrich  Heines Dichtung "Atta Troll" (Kaput
       XXIV, Schlußvers),  wo es  heißt: "Kein  Talent, doch ein Charak-
       ter." 306
       260 Auf  Bitten von Marx verfaßte Engels für ihn einen kritischen
       Kommentar zu der Schrift Pierre-Joseph Proudhons, den er Ende Ok-
       tober 1851 an Marx schickte. 312 361 367 371 375
       261 Siehe  die 1772  in London  erschienenen Bücher  von  Richard
       Price: "An  appeal to  the public, on the subject of the national
       debt" und  "Observations on reversionary payments; on schemes for
       providing annuities  for widows,  and for  persons in old age; on
       the method  of calculating  the values  of assecurances on lives;
       and on the national debt". 313
       262 Auf  Ersuchen von  Marx schrieb Engels in der Zeit von August
       1851 bis  September 1852 die Artikelserie "Revolution und Konter-
       revolution in  Deutschland" (siehe  Band 8 unserer Ausgabe, S. 3-
       108). Die  "New-York Daily  Tribune" veröffentlichte  sie in  der
       Zeit vom  25. Oktober  1851 bis  23. Oktober  1852, und  zwar mit
       Marx' Unterschrift.  Erst 1913 wurde im Zusammenhang mit der Her-
       ausgabe des  Briefwechsels zwischen  Marx und  Engels (siehe  das
       Vorwort, S.  VIII/IX, zum  vorl. Band)  bekannt, daß Engels diese
       Artikelserie geschrieben hatte. 314
       263 Dureau  de la  Malle [Adolphe-Jules-César-Auguste], "Économie
       politique des Romains", T. 1-2, Paris 1840. 316
       264 historische  [Rechts]schule - reaktionäre Richtung in der Ge-
       schichts- und Rechtswissenschaft, die in Deutschland Ende des 18.
       Jahrhunderts aufkam. 318
       265 Wilhelm  Wolff war  Abgeordneter der Frankfurter Nationalver-
       sammlung 1848/49. 318
       266 Vereinbarer  nannten Marx  und Engels  die  Abgeordneten  der
       preußischen Nationalversammlung, die im Mai 1848 zur Ausarbeitung
       der Verfassung  "durch Vereinbarung  mit  der  Krone"  einberufen
       wurde. 320 331 572
       267 Hinweis  auf die beiden miteinander rivalisierenden kleinbür-
       gerlichen Emigrantenorganisationen:  den Agitationsverein  Arnold
       Ruges und den Emigrationsklub Gottfried Kinkels. 334
       268 Ende  August 1851  erschienen in  den Zeitungen  Mitteilungen
       über die  Ausweisung des Redakteurs der "Kölnischen Zeitung" Karl
       Heinrich Brüggemann  aus Köln. Die Gerüchte erwiesen sich als un-
       wahr. 335
       269 Im September 1851 wurden in Paris Mitglieder der dortigen Ge-
       meinde des  Bundes der  Kommunisten verhaftet.  Sie gehörten  der
       Fraktion Willich-Schapper an, die sich im September 1850 vom Bund
       der Kommunisten  abgespalten und  als  selbständige  Organisation
       formiert hatte.  Wegen der Analogie mit der separaten Vereinigung
       reaktionärer
       
       #661# Anmerkungen
       -----
       katholischer Kantone  der Schweiz in den vierziger Jahren des 19.
       Jahrhunderts nannten  Marx und Engels diese Organisation ironisch
       Sonderbund. Die von dieser Fraktion eingeschlagene kleinbürgerli-
       che Verschwörertaktik,  die die reale Lage ignorierte und auf un-
       verzügliche Vorbereitung eines Aufstandes abzielte, gab der fran-
       zösischen und  preußischen Polizei die Möglichkeit, mit Hilfe des
       Provokateurs Julien  Cherval (eigtl. Joseph Crämer), der eine der
       Pariser Gemeinden leitete, das sog. deutsch-französische Komplott
       zu inszenieren.  Im Februar  1852 wurden  die  Verhafteten  wegen
       "Vorbereitung eines  Staatsstreichs" verurteilt.  Der Provokateur
       Cherval entkam  mit Hilfe der Polizei aus dem Gefängnis. Die Ver-
       suche der  preußischen Polizei, dem von Marx und Engels geführten
       Bund der Kommunisten eine Beteiligung an dem sog. deutsch-franzö-
       sischen  Komplott   nachzuweisen,  scheiterten   völlig.   Conrad
       Schramm, ein  Mitglied des  Bundes der Kommunisten, der ebenfalls
       im September  1851 in Paris verhaftet worden war, wurde bald dar-
       auf wegen  Mangels an  Beweisen wieder freigelassen. Siehe hierzu
       die Arbeiten  von Karl  Marx "Enthüllungen  über den Kommunisten-
       Prozeß zu  Köln" (Band  8 unserer  Ausgabe, S. 405-470) und "Herr
       Vogt" (Band 14 unserer Ausgabe, S. 415 -428). 337
       270 Nach dem Sturz der Römischen Republik im Juli 1849 emigrierte
       eine bedeutende  Zahl der  Abgeordneten der konstituierenden Ver-
       sammlung nach England, wo sie aus ihren Reihen ein provisorisches
       Italienisches Nationalkomitee  bildeten; zu ihm gehörten Giuseppe
       Mazzini und  seine Anhänger.  Das Komitee  war von seinen Wählern
       bevollmächtigt, im  Interesse der nationalen Angelegenheiten Dar-
       lehen aufzunehmen  und sich mit allen Fragen zu beschäftigen, die
       italienische Bürger betrafen. 339 580
       271 Marx  weist hier  auf die Politik der österreichischen Regie-
       rung hin,  die zwecks Unterdrückung der polnischen nationalen Be-
       freiungsbewegung auf die Ausnutzung der Klassengegensätze und der
       nationalen Gegensätze  zwischen der ukrainischen Bauernschaft und
       dem polnischen  Adel gerichtet  war. Als im Februar und März 1846
       in einigen  polnischen Gebieten  der Versuch  unternommen  wurde,
       einen Aufstand  zur nationalen Befreiung Polens zu entfachen, und
       gleichzeitig in  Galizien ein  Aufstand ausbrach,  gelang es  den
       Österreichern in  einigen Fällen,  die aufständischen  Bauern zum
       Kampf gegen  die polnischen Aufständischen anzustacheln. Nach der
       Niederwerfung des  Aufstandes in  Krakau wurde  auch die Bewegung
       der galizischen  Bauern grausam  unterdrückt. Die österreichische
       Regierung, die  in der  Periode der revolutionären Ereignisse von
       1848 sich  wieder die  Unterstützung der galizischen Bauernschaft
       im Kampf  gegen die polnische nationale Befreiungsbewegung zu si-
       chern suchte,  verkündete im  Frühjahr 1848  die Abschaffung  der
       Frondienste und  die Aufhebung  einiger anderer  Feudallasten der
       galizischen Bauern.  Das war jedoch eine völlig unzureichende Re-
       form, da  der Grundbesitz  der Gutsherren  unangetastet blieb und
       die Bauern mit einer sehr hohen Loskaufsumme belastet wurden, de-
       ren Tilgung sich auf viele Jahre erstreckte. 340 580
       272 Es  handelt sich  um einen im August 1851 von Ernst Dronke in
       Genf an  Marx gerichteten  Brief. In  demselben berichtete Dronke
       insbesondere über  sein Duell mit dem russischen Emigranten Niko-
       lai Iwanowitsch  Sasonow, über  seinen Plan,  im Zusammenhang mit
       seiner zu erwartenden Ausweisung aus der Schweiz, sich in Piémont
       niederzulassen sowie über seine Absicht, mit Hilfe Georg Weerths,
       der damals in Hamburg weilte, dort von Schuldnern Geld einzutrei-
       ben. 340 342
       273 Dokument  Willich -  Auf dem  im Sommer  1851 stattgefundenen
       Kongreß des  von der  Fraktion Willich-Schapper nach der Spaltung
       des Bundes  der Kommunisten geschaffenen "Sonderbundes" wurde das
       Zirkular "Maßregeln vor, während und nach der Revolution"
       
       #662# Anhang und Register
       -----
       angenommen. Das Dokument widerspiegelt die sektiererischen, aben-
       teuerlichen Pläne  der Führer des "Sonderbundes", künstlich Revo-
       lutionen zu  entfachen,  ohne  den  objektiven  Gesetzmäßigkeiten
       Rechnung zu  tragen. Im  September 1851 fiel das Zirkular bei der
       Verhaftung von  Mitgliedern der  Pariser  Gemeinde  des  "Sonder-
       bundes" der  französischen Polizei  in die Hände. Es wurde in der
       französischen Presse  und Auszüge  daraus auch in der "Kölnischen
       Zeitung" Nr.  225 vom  19. September 1851 veröffentlicht. 341 343
       347 352
       274 Siehe  die Arbeit von Marx und Engels "Revue. [Januar/Februar
       1850]" (Band 7 unserer Ausgabe, S. 213-225). 344
       275 Hinweis  auf Australien,  das Verbannungsort  für  Verbrecher
       war. 344
       276 Anspielung  auf die  Aufstände in der bayrischen Pfalz und in
       Baden von  Mai bis  Juli 1849 zur Verteidigung der von der Frank-
       furter Nationalversammlung angenommenen Reichsverfassung. 353
       277 Am 29. März 1848 kam es bei dem belgischen Dörfchen Risquons-
       Tout, unweit  der französischen Grenze, zu einem Zusammenstoß der
       belgischen republikanischen  Legion, die  sich auf  dem Wege  von
       Frankreich in  die Heimat  befand, mit einer Abteilung belgischer
       Soldaten, wobei letztere siegreich war. Die belgischen Republika-
       ner hatten  den Versuch unternommen, durch den Einfall in Belgien
       dort eine  republikanische Staatsumwälzung zu erreichen. Der Ver-
       such mißglückte  in erster  Linie wegen  der  fehlerhaften  aben-
       teuerlich-sektiererischen Taktik,  die dem  Unternehmen  zugrunde
       lag (siehe  ausführlicher hierüber  den Aufsatz  von Engels  "Die
       Antwerpner Todesurteile", Band 5 unserer Ausgabe, S.378-38I). 355
       278 Es  handelt sich  um Marx' Erklärung vom 4. Oktober 1851, die
       in der  "Kölnischen Zeitung"  Nr. 242  vom 9. Oktober 1851 veröf-
       fentlicht worden  war (siehe  Band 8 unserer Ausgabe, S. 109). In
       dieser Erklärung  widerlegt Marx den "perfid-albernen, geschmack-
       loslügenhaften Klatsch"  der reaktionären Augsburger "Allgemeinen
       Zeitung", die  behauptet hatte, daß er der Baronin von Beck poli-
       tische Geheimnisse  über die Tätigkeit des Bundes der Kommunisten
       anvertraut habe, die den Regierungen zugekommen wären und die als
       Grund für die Verhaftung von Mitgliedern des Bundes dienten. 356
       279 In  der Sitzung der Zentralbehörde des Bundes der Kommunisten
       Ende August  1850, während  einer scharfen  Kontroverse  zwischen
       Marx und  Engels einerseits  und August Willich andrerseits, for-
       derte Conrad Schramm Willich zum Duell. Das Duell fand im Septem-
       ber in  der Nähe  von Ostende statt und endete mit einer leichten
       Verwundung Schramms. 356
       280 Aus  Schillers Epigramm  "Die Sonntagskinder"  oder "Der  Ge-
       schwindschreiber" (aus den "Xenien"). 358
       281 Hinweis auf die Veröffentlichung der Artikelreihe "Revolution
       und Konterrevolution  in Deutschland" von Friedrich Engels in der
       "New-York Daily Tribune" (siehe Anm. 262). 359
       282 Gemeint  ist Hermann  Ewerbecks Schrift  "L'Allemagne et  les
       Allemands". 361
       283 Engels  verweist auf  den Besuch der Königin Victoria in Man-
       chester Mitte Oktober 1851. 361
       284 Fortschrittsesel  vom 13.  Juni -  so nennt Marx ironisch die
       kleinbürgerlichen Demokraten Frankreichs, die in der Nationalver-
       sammlung der Fraktion der Montagne (Bergpartei)
       
       #663# Anmerkungen
       -----
       (siehe Anm.  141) angehörten. Marx spielt dabei auf den mißglück-
       ten Versuch  der Führer  der Bergpartei  an, in Paris am 11. Juni
       1849 eine  Massendemonstration durchzuführen.  Die  Demonstration
       wurde von  Regierungstruppen auseinandergejagt.  Während der  Er-
       eignisse des  13. Juni  bewiesen die  Führer der  Bergpartei ihre
       völlige Unfähigkeit,  die revolutionäre  Bewegung der Volksmassen
       zu leiten. 362
       285 Es  ist hier von dem Wochenblatt der Chartisten "Notes to the
       People" die Rede. 362
       286 Marx  meint die Versuche Gottfried Kinkels und anderer Führer
       der kleinbürgerlichen  Emigration, 1851/1852  eine sog.  deutsch-
       amerikanische Revolutionsanleihe  unter den  deutschen Emigranten
       und den  Amerikanern auszuschreiben.  Diese Anleihe  sollte  dazu
       dienen, unverzüglich  die Revolution  in Deutschland herbeizufüh-
       ren.  Das   Anleiheunternehmen  scheiterte  jedoch.  In  mehreren
       Schriften haben  Marx und  Engels diesen  abenteuerlichen Einfall
       Kinkels verspottet  und in  ihm einen schädlichen und fruchtlosen
       Versuch gesehen, in einer Zeit des Niedergangs der revolutionären
       Bewegung die Revolution künstlich herbeizuführen. 363 587
       287 Die  Vereinigung der  Lichtfreunde (Freie  Gemeinden) mit den
       Deutschkatholiken erfolgte  1850; endgültig  1859 (siehe Anm. 175
       und 246). 363
       288 Reichsversammler  - gemeint  sind die Abgeordneten der Frank-
       furter Nationalversammlung. 366
       289 Es  handelt sich  hier um  die geplante  Veröffentlichung der
       Schrift "Misere  de la  philosophie" in deutscher Sprache, die zu
       dieser Zeit nicht verwirklicht wurde. 370
       290 Die preußische Regierung wandte alle Mittel an, um die Unter-
       suchungshaft der  im Mai  1851 verhafteten  Mitglieder des Bundes
       der Kommunisten in die Länge zu ziehen. Marx und Engels waren da-
       her im  Interesse der  Verhafteten ständig bemüht, einen baldigen
       Prozeßbeginn zu erzwingen. 370
       291 Etwa  vom 5.  bis !5.November 1851 hielt sich Marx bei Engels
       in Manchester auf. 370
       292 Aus  den Briefen  von Marx  an Engels  vom 1. und 9. Dezember
       1851 und  von Engels  an Marx  vom 16. Dezember 1851 ist ersicht-
       lich, daß  Engels damals ein satirisches Pamphlet schrieb, in dem
       er den Lebenswandel der kleinbürgerlichen deutschen Emigranten in
       London anprangerte.  Einer der  Helden dieses  Pamphlets muß Karl
       Schapper gewesen  sein, der zu jener Zeit zu den Führern der sek-
       tiererischen Willich-Schapper-Gruppe  und zu  den Initiatoren der
       Spaltung des Bundes der Kommunisten im September 1850 (siehe Anm.
       157) gehörte.  Marx und  Engels beabsichtigten,  dieses  Pamphlet
       anonym in  der Wochenschrift "Die Revolution" zu veröffentlichen,
       deren Herausgabe  von Joseph  Weydemeyer in  New York vorbereitet
       wurde. Aus  einer Reihe  von Gründen  wurde diese  Absicht jedoch
       nicht verwirklicht,  vor allem deshalb nicht, weil während dieser
       Zeit Marx  und Engels an ihren größeren Schriften "Der achtzehnte
       Brumaire des  Louis Bonaparte"  und "Revolution und Konterrevolu-
       tion in Deutschland" arbeiteten. Außerdem kam es im Frühjahr 1852
       zwischen Willich  und Schapper  zu Differenzen  und zu  Versuchen
       Schappers, sich  mit Marx  auszusöhnen. In  der vom  Mai bis Juni
       1852 verfaßten  Schrift "Die großen Männer des Exils" (siehe Band
       8 unserer Ausgabe, S. 233-335) tritt Schapper schon nicht mehr in
       Erscheinung; die  sarkastischen Pfeile  sind  hier  gegen  Arnold
       Ruge, Gottfried Kinkel, August Willich u.a. gerichtet. 372 391
       293 In  seinem Brief an Marx vom 17. November 1851 führte Wilhelm
       Pieper Gedichte von Heinrich Heine an. 373
       
       #664# Anhang und Register
       -----
       294 Marx  bemühte sich, eine Protestbewegung gegen die Verhaftung
       der angesehensten  Mitglieder des  Bundes der Kommunisten und den
       gegen sie von der preußischen Justiz in Köln vorbereiteten Prozeß
       und seine  Verschleppung zu organisieren. Er beabsichtigte außer-
       dem, das Schweigen der Emigrantenpresse über die Sache der Kölner
       Verhafteten zu  brechen. Marx schrieb daher eine Reihe von Erklä-
       rungen, in  denen er  die provokatorischen  Maßnahmen der preußi-
       schen Behörden  und das  schändliche Verhalten  gegenüber den  in
       Haft Gehaltenen entlarvte, und schickte sie nach Paris zur Veröf-
       fentlichung in der französischen Presse. Gleichzeitig bat er Wil-
       helm Wolff und Engels, ähnliche Briefe zu schreiben, und zwar er-
       steren für  Amerika und  die Schweiz, letzteren für England. Eine
       breite Protestkampagne  in der  Presse zu organisieren gelang je-
       doch nicht,  da die  kleinbürgerlichen und bürgerlichen Zeitungen
       es ablehnten, die Erklärungen zur Verteidigung der Kölner Verhaf-
       teten zu drucken. 376
       295 Die  von Marx  und Engels an die Redaktion der "Times" und an
       andere englische  Zeitungen gesandten  Erklärungen, in  denen die
       Willkür der  preußischen Regierung gegenüber den Kölner Angeklag-
       ten entlarvt wurde, haben die Zeitungen nicht veröffentlicht. Den
       Entwurf der  Erklärung von  Marx und Engels für die "Times" siehe
       Band 8 unserer Ausgabe, S. 219/220. 377
       296 Anläßlich  der Ankunft  Lajos Kossuths  in England im Oktober
       1851 bereiteten  die Chartisten  zu seinen  Ehren ein feierliches
       Meeting im Copenhagen House, Copenhagen Fields in London vor. Der
       Vorsitzende des  Chartisten-Komitees zur  Organisierung des  Emp-
       fangs von  Kossuth, der  Reformist Thornton  Hunt, versuchte, von
       diesem Meeting Feargus O'Connor auszuschließen, indem er sich auf
       Anzeichen von  Wahnsinn bei  ihm berief.  Dieses  Vorgehen  Hunts
       führte zu  starken Protesten seitens der Chartisten, die sich dem
       ehemaligen Chartistenführer gegenüber voller Mitgefühl und Sympa-
       thie verhielten.  O'Connor wurde zu dem Meeting zu Ehren Kossuths
       zugelassen, das  am 3.  November 1851  stattfand. Um sich vor den
       Chartisten zu rechtfertigen, schrieb Hunt am 29. November 1851 im
       "Northern Star"  eine demagogische  Erklärung, in der er sich als
       ein eifriger Verteidiger der Interessen des Volkes hinstellte und
       sich einen  Kommunisten nannte.  Hunt wurde  jedoch nicht  in das
       neue Exekutivkomitee  der Nationalen  Chartisten-Assoziation  ge-
       wählt. 377
       297 Siehe "Notes to the People", 1851, Vol. 2, p. 606. 377
       298 Der  folgende Teil des Briefes befindet sich auf der 3. Seite
       eines Briefes  von Wilhelm  Pieper (aus  Brüssel) an Marx vom 27.
       November 1851  und folgt  unmittelbar dem Text von Piepers Brief.
       377
       299 Den vorliegenden Brief schrieb Engels anläßlich des konterre-
       volutionären  Staatsstreichs   vom  2.   Dezember  1851,  der  in
       Frankreich zur  Beseitigung der  Zweiten Republik und zur Errich-
       tung des  Zweiten Kaiserreichs  mit Napoleon  III. an  der Spitze
       führte. Einige Gedanken dieses Briefes entwickelte Marx in seiner
       Arbeit "Der  achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte" (siehe Band
       8 unserer  Ausgabe, S. 111-207), insbesondere den ironischen Ver-
       gleich zwischen  dem Staatsstreich  vom 2.  Dezember 1851 und dem
       Staatsstreich vom 9. November 1799 (dem 18. Brumaire nach dem re-
       publikanischen Kalender),  durch den  Napoleon Bonaparte sich als
       Erster Konsul zum Diktator machte. 379
       300 Zitat  aus der Rede Changarniers vor der französischen Natio-
       nalversammlung vom  3. Juni  1851. Sie  war eine  Antwort auf die
       Rede Louis  Bonapartes in  Dijon vom 1. Juni 1851, in der verbor-
       gene Drohungen  an die  Adresse der Nationalversammlung gerichtet
       waren. 379
       
       #665# Anmerkungen
       -----
       301 Vom 15. bis 21. Mai, 1800 passierten 40 000 französische Sol-
       daten mit 150 Geschützen den Alpenpaß Großer-Sankt-Bernhard.
       Am 14.  Juni 1800  siegte die  Armee Napoleon  Bonapartes in  der
       Schlacht bei  Marengo  (Oberitalien)  über  die  österreichischen
       Truppen. Der  Sieg bei  Marengo sowie  die erfolgreichen Aktionen
       eines anderen  Teils der  französischen Armee gegen die Österrei-
       cher in  Südwestdeutschland führten  mit zum  Zerfall der zweiten
       Koalition europäischer Mächte (England, Österreich, Rußland, Spa-
       nien, Neapel,  Türkei) gegen  Frankreich. Dieser erste große Sieg
       Bonapartes nach  seinem Staatsstreich  vom 18.Brumaire des Jahres
       VIII (9.  November 1799)  festigte seine  Macht als Erster Konsul
       Frankreichs. 380
       302 "Stellen wir uns auf den welthistorischen Standpunkt" - Worte
       aus einer  Rede Wilhelm Jordans, eines Abgeordneten der Linken in
       der Frankfurter  Nationalversammlung, während der Polendebatte im
       Juli 1848 (siehe Band 5 unserer Ausgabe, S. 341-346). 380
       303 Krapülinski - Held aus dem Gedicht "Zwei Ritter" von Heinrich
       Heine, ein  sein Geld  vergeudender polnischer  Adliger; der Name
       Krapülinski wurde  aus dem  französischen Wort  crapule gebildet,
       das sowohl Völlerei, besonders im Trinken, als auch lasterhaftes,
       faules Gesindel bedeutet.
       Mit dem  Namen Krapülinski  bezeichnet Marx hier Louis Bonaparte.
       384 390 391
       304 napoleonische  Ideen -  Anspielung auf  Louis Bonapartes Buch
       "Des idées napoléoniennes", das 1839 in Paris erschien. 386
       305 Es  handelt sich  um die von Pierre-Joseph Proudhon geschrie-
       bene Einleitung  "A la  Bourgeoisie" zu seiner Arbeit "Idee géné-
       rale de la révolution au XIXe siècle". 387
       306 Gemeint  sind die Aufstände der Arbeiter in Paris am 1. April
       (12. Germinal  nach dem  republikanischen Kalender) 1795 und 20.-
       23. Mai  (1.-4. Prairial)  desselben Jahres gegen das am 27. Juli
       1794 (9.  Thermidor) errichtete  reaktionäre Regime der Thermido-
       rianer sowie die Arbeiteraufstände in Lyon 1831 und 1834 nach der
       Julirevolution von 1830 in Frankreich. 388
       307 Joseph Weydemeyer beabsichtigte, in New York eine kommunisti-
       sche Wochenschrift  "Die Revolution"  herauszugeben, und bat Marx
       und Engels,  regelmäßig mitzuarbeiten.  Weydemeyer konnte  jedoch
       wegen finanzieller  Schwierigkeiten nur 2 Nummern der Zeitschrift
       im Januar  1852 herausgeben,  die dann  ihr Erscheinen einstellen
       mußte. Im  Mai und  im Juni  1852 gelang es Weydemeyer mit Unter-
       stützung von  Adolf Cluß,  noch zwei Nummern der Zeitschrift her-
       auszubringen, jetzt  unter dem  Titel "Die Revolution. Eine Zeit-
       schrift in  zwanglosen Heften".  Das  erste  Heft  enthält  Marx'
       Schrift "Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte", das zweite
       Heft die  von Ferdinand  Freiligrath im Januar 1852 geschriebenen
       "Zwei poetischen Epistel" gegen Gottfried Kinkel. 391
       308 Engels  spielt auf einen Schreibfehler Joseph Weydemeyers an,
       der statt "Abolitionisten" "Abolutionisten" schrieb. 391
       309 Im  Juli 1841  übersiedelte Marx, nachdem er das Diplom eines
       Doktors der  Philosophie erworben  hatte, nach  Bonn, da  er  ur-
       sprünglich beabsichtigte, als Dozent an der Bonner Universität zu
       wirken. Infolge  der reaktionären  Politik der preußischen Regie-
       rung, die  einer Reihe fortschrittlicher Gelehrter das Lehramt an
       den Universitäten  entzog, mußte  Marx den  Gedanken, einen Lehr-
       stuhl an  der Universität zu übernehmen, aufgeben. Er wandte sich
       der publizistischen  Tätigkeit zu  und setzte sich die Propaganda
       revolutionär-demokratischer Anschauungen in der Presse zum Ziel.
       
       #666# Anhang und Register
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       Von Januar bis März 1842 hielt sich Marx in Trier bei der Familie
       seiner Braut Jenny von Westphalen auf.
       Marx' Briefwechsel  mit Arnold  Ruge im  Jahre 1842 stand eng mit
       seiner Absicht  im Zusammenhang,  an den oppositionellen Publika-
       tionen jener  Zeit ("Deutsche Jahrbücher", "Anekdota zur neuesten
       deutschen Philosophie  und Publicistik"  und  später  "Rheinische
       Zeitung") mitzuarbeiten. 395
       310 Gemeint  ist Ludwig  Feuerbachs Besprechung  von Karl  Bayers
       Schrift "Betrachtungen  über den  Begriff des  sittlichen Geistes
       und über  das Wesen  der Tugend"  in den "Hallischen Jahrbüchern"
       (1840). 395
       311 "Anecdota  philosophica" bzw.  "Anekdota" - abgekürzter Titel
       für die  "Anekdota zur neuesten deutschenPhilosophie und Publici-
       stik", einen zweiteiligen Sammelband, der 1843 in Zürich und Win-
       terthur (Schweiz)  von Arnold Ruge herausgegeben wurde. In diesem
       Sammelband befinden  sich von Marx die Aufsätze "Bemerkungen über
       die  neueste   preußische  Zensurinstruktion"   und  "Luther  als
       Schiedsrichter zwischen Strauß und Feuerbach" (siehe Band 1 unse-
       rer Ausgabe,  S. 3-25  und 26-27) sowie Aufsätze von Bruno Bauer,
       Ludwig Feuerbach, Karl Friedrich Koppen, Arnold Ruge u.a. 397
       312 Unter  "Posaune" ist  das 1841  in Leipzig  von  Bruno  Bauer
       anonym herausgegebene  Buch "Die  Posaune des  jüngsten  Gerichts
       über Hegel den Atheisten und Antichristen. Ein Ultimatum" zu ver-
       stehen. 397
       313 Bruno  Bauer wurde im März 1842 von der preußischen Regierung
       wegen seiner atheistischen Ansichten und seiner liberalen opposi-
       tionellen Reden  von der  Bonner Universität abberufen, wo er als
       Dozent der Theologie Vorlesungen gehalten hatte. Der von Marx er-
       wähnte Brief Bruno Bauers ist nicht erhalten geblieben. 398
       314 Gemeint ist die "Verordnung wegen Abänderung der Vorschriften
       der Kabinetsorders  vom 6.  März 1821 und 2. August 1834 über die
       Untersuchung und Bestrafung der Verbrechen und Vergehen gegen den
       Staat und  der Beamten,  im Bezirk des Appellationshofes zu Köln"
       vom 18.Februar  1842 (siehe  "Gesetz-Sammlung für die Königlichen
       Preußischen Staaten.  1842", Berlin  S. 86-88).  Diese Verordnung
       wurde unter  dem Druck  der Bourgeoisie der Rheinprovinz erlassen
       und stellte  eine Revision der genannten Kabinettsorders dar, die
       verkündet worden waren, um das in der Rheinprovinz vorher gültige
       französische Strafgesetzbuch (Code pénal, siehe Anm. 385) und die
       bestehenden Geschworenengerichte  durch das  preußische Recht und
       durch geheime  Gerichtsverfahren zu  ersetzen. Jedoch  blieben in
       der Verordnung  vom 18.  Februar 1842  eine Reihe  Vorbehalte und
       Einschränkungen bestehen,  die  die  faktische  Beibehaltung  der
       preußischen Strafprozeßordnung  in  verschiedenen  Fragen  (betr.
       Staatsverrat, Beamtenvergehen usw.) bedeuteten. 399
       315 Marx meint damit die offiziellen Zeitungen. 400
       316 Hier  ist die  Rede von  dem 1842 in Berlin erschienenen Buch
       "Preußen, seine  Verfassung, seine Verwaltung, sein Verhältniß zu
       Deutschland" von Ernst Gottfried Georg von Bülow-Cummerow. 400
       317 Nach dem 119. Psalm, Vers 105 und 98, sowie dem Buch des Pro-
       pheten Arnos, Kapitel 1, Vers 2. 400
       318 Marx  gab seinen  Plan, nach Köln zu ziehen, auf (siehe vorl.
       Band, S.  405). Im  April 1842  kehrte er nach Bonn zurück, wo er
       sich mit  Unterbrechungen bis Mitte Oktober desselben Jahres auf-
       hielt. 401
       
       #667# Anmerkungen
       -----
       319 Von  den hier  von Marx  aufgezählten Aufsätzen wurde nur die
       Arbeit "Das  philosophische  Manifest  der  historischen  Rechts-
       schule" veröffentlicht.  Sie erschien außer dem "Kapitel über die
       Ehe" in  der "Rheinischen  Zeitung" Nr.  221 vom  9. August  1842
       (siehe Band  1 unserer  Ausgabe,  S.  78-85).  Der  Aufsatz  "Die
       positiven Philosophen"  stellte offenbar  eine Analyse und Kritik
       der sog. "positiven Philosophie" dar.
       Die positive  Philosophie war eine religiös-mystische Richtung in
       der deutschen  Philosophie Ende  der dreißiger  bzw.  Anfang  der
       vierziger Jahre  des 19.  Jahrhunderts, die  mit einer Kritik der
       Philosophie Hegels  von rechts  auftrat (Christian Hermann Weiße,
       Immanuel Hermann  von Fichte, Anton Günther, Franz Xaver von Baa-
       der, später auch Schelling). Die "positiven Philosophen" versuch-
       ten, die  Philosophie der Religion zu unterwerfen; sie traten ge-
       gen die  rationelle Erkenntnis  auf und  sahen in  der göttlichen
       Offenbarung die einzige Quelle "positiven" Wissens. Jegliche Phi-
       losophie, die  als ihre  Quelle die  rationelle Erkenntnis  aner-
       kannte, bezeichneten sie als "negativ". 402
       320 Der  erste Teil des Buches "Anselm von Canterbury" von Fried-
       rich Rudolf Hasse erschien 1843. der zweite 1852. 403
       321 Von September 1841 bis Oktober 1842 hielt sich Engels in Ber-
       lin auf,  wo er  seiner Militärdienstpflicht  als Artillerist ge-
       nügte. In  der dienstfreien  Zeit besuchte  Engels als  Gasthörer
       Vorlesungen an  der Berliner Universität. Aus dieser Zeit datiert
       seine Bekanntschaft mit den Linkshegelianern.
       Im Oktober  1842 kehrte  Engels aus Berlin nach Barmen zurück und
       ging im November von dort nach England, wo er bis zum August 1844
       blieb. 404 408 554
       322 Der erwähnte Artikel von Marx ist nicht erhalten geblieben.
       Unter der  Bezeichnung kirchliche  Wirren  oder  "Kölner  Wirren"
       wurde in Deutschland der Konflikt bekannt, der zwischen der preu-
       ßischen Regierung  und der  katholischen Kirche  in der Frage des
       Glaubensbekenntnisses  der   Kinder  bei   sog.  gemischten  Ehen
       (zwischen Katholiken  und Protestanten) ausbrach. Dieser Konflikt
       begann 1837 im Zusammenhang mit der Festnahme des Erzbischofs von
       Köln, des  Freiherrn Clemens  August von  Droste-Vischering,  der
       sich geweigert  hatte, die  Forderungen des Königs Friedrich Wil-
       helms III.  von Preußen  zu erfüllen, und infolgedessen des Hoch-
       verrats angeklagt und auf die Festung Minden gebracht worden war.
       Unter Friedrich Wilhelm IV. endete der Konflikt mit der Kapitula-
       tion der preußischen Regierung. 405
       323 Marx  meint die  in der  "Königl. Preuß.  Staats-Kriegs-  und
       Friedens-Zeitung" Nr.  138  vom  17.  Juni  1842  veröffentlichte
       "Berliner Korrespondenz"  vom 12.  Juni 1842,  die über die Ziele
       und Aufgaben der "Freien" berichtete (siehe Anm. 15). Diese Notiz
       wurde in  der "Rheinischen Zeitung" Nr. 176 vom 25. Juni 1842 un-
       ter der Überschrift "Aus Berlin" nachgedruckt. 406
       324 Siehe  das Buch von Philipp Konrad Marheinehe, "Einleitung in
       die öffentlichen  Vorlesungen über  die Bedeutung  der Hegelschen
       Philosophie in der christlichen Theologie", Berlin 1842. 407
       325 Bis zu dieser Zeit unterschrieb Engels seine Arbeiten mit dem
       Pseudonym "Oswald" (vgl. vorl. Band, S. 404). 408
       326 Engels bezieht sich auf die im "Königsberger Literatur-Blatt"
       Nr. 42  vom 20. Juli 1842 gedruckte Antwort Alexander Jungs ("Ein
       Bonbon für  den kleinen  Oswald, meinen  Gegner in  den deutschen
       Jahrbüchern") auf Friedrich Engels' Aufsatz "Alexander Jung, Vor-
       lesungen über  die moderne Literatur der Deutschen" (siehe Band 1
       unserer Ausgabe, S. 433-445). 408
       
       #668# Anhang und Register
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       327 Der  Artikel  von  Arnold  Ruge  wurde  in  der  Beilage  der
       "Rheinischen Zeitung"  Nr. 268  vom 25.  September 1842 unter der
       Überschrift "Sächsische Zustände" veröffentlicht. 409
       328 Gemeint  ist der in der Beilage der "Rheinischen Zeitung" Nr.
       226 vom  14. August 1842 anonym erschienene Artikel "Ein Wort als
       Einleitung zur  Frage: entspricht  die  Rheinische  Kommunal-Ver-
       fassung den Anforderungen der Gegenwart?".
       Die Aufsätze von Carl Heinrich Hermes gegen das Judentum erschie-
       nen in  der "Kölnischen Zeitung" (Nr. 187, 211 und in der Beilage
       zu Nr. 235) vom 6., 30. Juli und 23. August 1842. 409
       329 Offensichtlich handelt es sich um den Aufsatz "Aus dem Hanno-
       verschen", der  in der  "Rheinischen Zeitung"  Nr.  241  vom  29.
       August 1842 anonym erschienen war. 409
       330  Der  Artikel  "Das  Juste-Milieu"  erschien  anonym  in  den
       Beiblättern der "Rheinischen Zeitung" (Nr. 156, 228, 230, 233 und
       235) vom  5. Juni, 16., 18., 21. und 23. August 1842. Ihr Verfas-
       ser war  der Junghegelianer Edgar Bauer. Mit dem damals gebräuch-
       lichen politischen  Schlagwort "juste-milieu",  worunter man  die
       Scheu vor  entschiedener Stellungnahme  verstand, kritisierte  E.
       Bauer als  ein Wortführer  der Berliner  "Freien" (siehe Anm. 15)
       die Stellung  der führenden  Liberalen in  ihrer Opposition gegen
       den Feudalabsolutismus.  Auch Marx  war ein Gegner der schwanken-
       den,  widerspruchsvollen  Politik  des  Liberalismus  und  seines
       Ziels, der konstitutionellen Monarchie, mißbilligte aber die rein
       negative, extrem  ablehnende Haltung  der "Freien"  gegenüber der
       liberalen Bourgeoisie,  da man  im Jahre  1842 die Reaktion nicht
       wirkungsvoll bekämpfen konnte, wenn man die damals stärkste anti-
       absolutistische Kraft  von der Warte einer rein abstrakten, welt-
       fremden Theorie  bekämpfte und damit zudem sinnlos das Verbot der
       "Rheinischen Zeitung" provozierte. Marx, der sich in seiner welt-
       anschaulichen Entwicklung  damals von  der abstrakten  Behandlung
       politischer Fragen  abgewandt hatte,  brach einige Monate später,
       während seiner  Tätigkeit als Chefredakteur der "Rheinischen Zei-
       tung", endgültig mit den "Freien". 409
       331 Marx übersiedelte in der ersten Hälfte Oktober 1842 nach Köln
       und übernahm  am 15.0ktober  die Redaktion  der "Rheinischen Zei-
       tung". Unter seiner Leitung nahm die Zeitung eine immer entschie-
       denere revolutionär-demokratische Haltung an. 411
       332 Abgewandelte  Verse aus  Heinrich Heines Gedicht "Frieden" in
       "Die Nordsee", 1. Zyklus. 412
       333 In  der "Rheinischen  Zeitung" Nr.  333 vom 29. November 1842
       wurde eine  Notiz veröffentlicht,  in der  es u.a. hieß: "Herwegh
       und Ruge fanden, daß die 'Freien' durch ihre politische Romantik,
       Geniesucht und  Renommage die  Sache und  die Partei der Freiheit
       kompromittieren..." 412
       334 Mitte  November 1842  entstand ein scharfer Konflikt zwischen
       der preußischen Regierung und der Redaktion der "Rheinischen Zei-
       tung". Marx  als Chefredakteur der Zeitung bemühte sich sehr, das
       drohende Verbot  der Zeitung  abzuwenden. Am  12. November wurden
       dem verantwortlichen  Redakteur der Zeitung Joseph Engelbert Ren-
       ard im Namen der preußischen Behörden eine Reihe Verfügungen vor-
       gelegt. Insbesondere wurde verlangt, daß die Zeitung eine der Re-
       gierung gefällige  Tendenz annehme.  Am 17. November schrieb Marx
       im Namen Renards einen Brief an den Oberpräsidenten der Rheinpro-
       vinz von  Schaper, in  dem er gegen die neuen Zensurschikanen und
       die Absicht, die Zeitung zu verbieten, protestierte. Marx vertei-
       digte die  oppositionelle Richtung  der "Rheinischen Zeitung" und
       schrieb, daß  diese Zeitung "nicht bloß ein gesinnungsloses Amal-
       gam von  trockenen Referaten und niedrigen Lobhudeleien ist, son-
       dern mit einer eines edlen Zwecks
       
       #669# Anmerkungen
       -----
       bewußten Kritik  die staatlichen  Verhältnisse und  Einrichtungen
       des Vaterlandes  beleuchtet" und  daß sie ein Blatt ist, "welches
       charaktervoll und  furchtlos die  Sprache freier  Männer  führe".
       "Die beispiellos  schnelle Verbreitung  dieses Blattes  beweist",
       bemerkte Marx,  "wie sehr es die Volkswünsche verstanden hat." Am
       19. Januar  1843 beschloß  die preußische Regierung, die "Rheini-
       sche Zeitung"  mit Wirkung vom I.April zu verbieten; für die ver-
       bleibende Zeit  wurde sie  einer besonders strengen Zensur unter-
       worfen (siehe  vorl. Band,  S.414). 413  386 1842 wurde unter der
       Leitung von  Friedrich Karl  von Savigny ein neues Ehescheidungs-
       gesetz ausgearbeitet.  Die  Vorbereitung  desselben  sowie  seine
       Erörterung in den Regierungskreisen wurden streng geheimgehalten.
       Dessenungeachtet veröffentlichte die "Rheinische Zeitung" Nr. 293
       vom 20.  Oktober 1842  im Beiblatt  den Gesetzentwurf  und  löste
       damit eine  breite öffentliche  Diskussion  in  der  "Rheinischen
       Zeitung", der  "Leipziger Allgemeinen  Zeitung"  und  in  anderen
       Presseorganen  aus.  Marx  kritisierte  diesen  Gesetzentwurf  in
       seinem Aufsatz  "Der Ehescheidungsgesetzentwurf"  (siehe  Band  1
       unserer Ausgabe, S. 148-151). 414
       336 Es  handelt sich  hier um die von Georg Herwegh 1842 geplante
       Herausgabe einer  radikalen Monatsschrift  "Der Deutsche Bote aus
       der Schweiz"  in Zürich,  an der mitzuarbeiten er Marx eingeladen
       hatte. Diese Absicht Herweghs wurde jedoch durch seine Ausweisung
       aus Zürich durchkreuzt. Die für die geplante Zeitschrift bestimm-
       ten Artikel verschiedener Autoren gab Herwegh im Sommer 1843 - da
       Bücher über  zwanzig Druckbogen  nicht der Zensur unterlagen - in
       Gestalt des  Sammelbandes "Einundzwanzig  Bogen aus  der Schweiz.
       Erster Teil" heraus. 415
       337 Es handelt sich um die bereits zu jener Zeit vorgesehene Her-
       ausgabe der "Deutsch-Französischen Jahrbücher". 416
       338 Robert  Prutz' Aufsatz  "Die Jahrbücher der Gegenwart und die
       deutschen Jahrbücher" wurde in dem Beiblatt der "Rheinischen Zei-
       tung" Nr.  43 vom  12. Februar 1843 veröffentlicht. Prutz wies in
       ihm nach, daß die angekündigte Zeitschrift "Jahrbücher der Gegen-
       wart" ihrem  Geist und  ihrer Richtung  nach keineswegs  als  die
       Fortsetzung der  Zeitschrift "Deutsche Jahrbücher" angesehen wer-
       den könnte. 417
       339 Marx  meint die  von Arnold  Ruge und Otto Wigand publizierte
       Broschüre "An  die Hohe  Zweite Kammer der Sächsischen Ständever-
       sammlung. Beschwerde über die durch ein Hohes Ministerium des In-
       nern angeordnete  und am 3. Januar 1843 ausgeführte Unterdrückung
       der  Zeitschrift   'Deutsche  Jahrbücher   für  Wissenschaft  und
       Kunst'", Braunschweig 1843. Die Beschwerde war an den sächsischen
       Landtag gerichtet.  Auf der Broschüre stand außer dem Namen Ruges
       noch der Name Otto Wigands, des Leipziger Buchhändlers, der Werke
       radikaler Schriftsteller herausgab.
       Pfützners Besprechung der Broschüre Ruges und Wigands erschien in
       den Beiblättern  71 und  72/73 der  "Rheinischen Zeitung" vom 12.
       und 14.  März unter  dem Titel  "Ueber die  Broschüre an die hohe
       zweite Kammer der sächsischen Ständeversammlung". 417
       340 Marx spricht hier von den Eingaben und Korrespondenzen Arnold
       Ruges sowie  von den  Bescheiden der  Behörden auf dieselben, die
       unter dem Titel "Aktenmäßige Darlegung der Censurverhältnisse der
       Hallischen und  Deutschen Jahrbücher  in den  Jahren 1839,  1841,
       1842" im  ersten Band der "Anekdota" veröffentlicht worden waren.
       417
       341 Gemeint  ist die  im zweiten  Band der  "Anekdota" veröffent-
       lichte Besprechung  Bruno Bauers über Christoph Friedrich von Am-
       mons Buch  "Die Geschichte  des Lebens  Jesu mit steter Rücksicht
       auf die  vorhandenen Quellen dargestellt", I. Band, Leipzig 1842.
       417
       
       #670# Anhang und Register
       -----
       342 Bruno  Bauers Aufsatz  "Leiden und  Freuden des theologischen
       Bewußtseins" wurde im zweiten Band der "Anekdota" veröffentlicht.
       Im Zusammenhang  damit verweist Marx auf Hegels "Phänomologie des
       Geistes". 417
       343 Es  handelt sich  hier um  Arnold Ruges  im zweiten  Band der
       "Anekdota" veröffentlichten  kritischen Aufsatz "Das 'christlich-
       germanische' Justemilieu.  Die Berliner  'litterarische Zeitung'.
       1842, Januar und Februar". 417
       344 Mit  Bauers Selbstverteidigung  meint Marx  Bruno Bauers Buch
       "Die gute  Sache der  Freiheit und  meine  eigene  Angelegenheit"
       (erschien 1842 in Zürich und Winterthur). 418
       345 Im  Sommer 1843  fuhr Marx von Köln nach Kreuznach, wo am 19.
       Juni seine  Hochzeit mit Jenny von Westphalen stattfand. Vom März
       bis September 1843 führte Marx Verhandlungen mit Arnold Ruge über
       die Herausgabe der "Deutsch-Französischen Jahrbücher" (siehe Anm.
       3). Der  vorliegende Brief  an Ludwig Feuerbach ist mit Marx' Ab-
       sicht verbunden,  namhafte Vertreter  der deutschen und französi-
       schen Intelligenz zur Mitarbeit an der Zeitschrift heranzuziehen.
       Ende Oktober  1843 übersiedelte  Marx nach  Paris, wo  die  Zeit-
       schrift herausgegeben werden sollte. 419
       346 Marx  verweist auf  das Vorwort  zu Ludwig Feuerbachs Schrift
       "Das Wesen des Christenthums", zweite, vermehrte Auflage, Leipzig
       1843, S.  XXIII. Feuerbach  hatte jedoch, wie aus seinem Antwort-
       schreiben an  Marx vom  25. Oktober  1843 hervorgeht,  als er das
       baldige Erscheinen  einer Kritik  Schellings erwähnte, nicht eine
       eigene Arbeit  gemeint, sondern die seines Freundes und Anhängers
       Christian Kapp: "Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling", Leipzig
       1843. 419
       347 Es handelt sich um den Streit, der durch die Veröffentlichung
       des Buches "Die endlich offenbar gewordene Philosophie der Offen-
       barung oder  Entstehungsgeschichte, wörtlicher  Text, Beurteilung
       und Berichtigung der v. Schellingschen Entdeckungen über Philoso-
       phie überhaupt, Mythologie und Offenbarung des dogmatischen Chri-
       stentums im  Berliner Wintercursus  von 1841/42.  Der allgemeinen
       Prüfung  vorgelegt   von  Dr.  H.E.G.  Paulus",  Darmstadt  1843,
       entstanden war.  Schelling strengte  mehrere Prozesse  an, um das
       Honorar für  das Buch  zu erhalten.  Diese Prozesse wurden in der
       Öffentlichkeit stark diskutiert; Heinrich Heine schrieb dazu 1844
       das Spottgedicht "Kirchenrat Prometheus". 420
       348 In seinem Antwortschreiben vom 25.Oktober 1843 lehnte es Lud-
       wig Feuerbach  ab,  für  die  "Deutsch-Französischen  Jahrbücher"
       (siehe Anm.  3) einen Aufsatz über Schelling zu schreiben, obwohl
       er mit der von Marx gegebenen politischen Einschätzung der philo-
       sophischen Anschauungen  Schellings voll und ganz übereinstimmte.
       Der Grund  für seine Ablehnung seien andere, ernstere Vorhaben in
       seiner wissenschaftlichen Tätigkeit. 421
       349 Der  Druck der "Deutsch-Französischen Jahrbücher" (siehe Anm.
       3) erfolgte in Zürich durch das von Julius Fröbel 1842 gegründete
       "literarische Comptoir" (siehe vorl. Band, S. 422/423). Neben der
       im vorliegenden  Brief genannten  Ursache waren die prinzipiellen
       Meinungsverschiedenheiten zwischen  Marx und  Arnold Ruge  (siehe
       Anm.  8)   die  Hauptursache   dafür,  daß  die  Zeitschrift  ihr
       Erscheinen einstellte. 424
       350 Es  handelt sich  um Ludwig Feuerbachs Bücher "Grundsätze der
       Philosophie der  Zukunft" (Zürich  und Winterthur  1843) und "Das
       Wesen des  Glaubens im Sinne Luther's. Ein Beitrag zum 'Wesen des
       Christenthums'" (Leipzig 1844). 425
       351 Die englische Übersetzung wurde offenbar nicht herausgegeben.
       Die französische Übersetzung erschien in dem 1850 in Paris veröf-
       fentlichten Buch  - Qu'est-ce que la religion d'après la nouvelle
       philosophie allemande" von August Hermann Ewerbeck. 425
       
       #671# Anmerkungen
       -----
       352 Die Zitate sind der 1840 in Paris in 2. Auflage herausgegebe-
       nen Schrift  "Exposition de la science sociale, constituée par C.
       Fourier" von É. de Pompery, p. 13 u. 29, entnommen. 426
       353 Marx  führt zwei dem Inhalt nach zitierten Stellen aus Korre-
       spondenzen an,  die 1844  in den Heften V und VI der "Allgemeinen
       Literatur-Zeitung" veröffentlicht wurden. 427
       354 Marx  bezieht sich auf eine Aufzeichnung, die unter der Über-
       schrift "Aus  dem Briefe  einer deutschen Dame" ohne Unterschrift
       im "Vorwärts!"  Nr. 64  vom 10. August 1844 veröffentlicht wurde.
       Diese Aufzeichnung  ist ein Ausschnitt aus einem Briefe von Jenny
       Marx an Karl Marx. 428
       355 Über das Original des vorliegenden Briefes verfügt das Insti-
       tut für Marxismus-Leninismus nicht, er wird daher aus dem von Al-
       fred Frommhold  herausgegebenen Buch "Hundertundzehn Jahre Verlag
       Rütten &  Loening, Berlin.  1844 bis 1954", (Berlin 1954), S. 28,
       nachgedruckt. 429
       356 Es  handelt sich  um Auszüge  aus Ludwig Feuerbachs Buch "Das
       Wesen des Glaubens im Sinne Luther's", die August-Oktober 1844 im
       "Vorwärts!" abgedruckt wurden. 431
       357 Marx  meint hier Heinrich Heines Gedicht "Unsere Marine. Nau-
       tisches Gedicht". 435
       358 Schmähschrift... hinterlassene Briefe Börnes - wahrscheinlich
       handelt es  sich hier  um die 1840 in Frankfurt a. M. erschienene
       Schrift "Ludwig  Börne's Urtheil über H. Heine. Ungedruckte Stel-
       len aus  den Pariser Briefen. Als Anhang: Stimmen über H. Heine's
       letztes Buch, aus Zeitblättern". 441
       359 Heines Buch über Börne - gemeint ist das Buch "Heinrich Heine
       über Ludwig Börne", Hamburg 1840.
       Ein Artikel  von Marx über Heines Börnebuch ist bisher nicht auf-
       gefunden worden. 441
       360 In  seinem Antwortschreiben  an Marx  vom 17. Mai 1846 lehnte
       Pierre-Joseph Proudhon  den 'Vorschlag  ab, als Korrespondent für
       das kommunistische  Korrespondenz-Komitee in  Brüssel mitzuarbei-
       ten, wobei  er erklärte,  er sei ein Gegner revolutionärer Kampf-
       methoden und  des Kommunismus.  (Siehe  "Correspondance  de  P.J.
       Proudhon", T. 2, Paris 1875, p. 198-202.) 443
       361 Es  handelt sich  um das  von Moses  Heß in der ersten Hälfte
       1846 für  die "Deutsche  Ideologie" geschriebene Kapitel über Ar-
       nold Ruge  mit dem Titel "Dottore Graziano, der Bajazzo der deut-
       schen Philosophie".  Wegen der  Schwierigkeiten, auf die die Her-
       ausgabe der  "Deutschen Ideologie"  1846 stieß, unterbreitete Heß
       in einem Brief vom 28. Juli 1846 Marx den Vorschlag, dieses Kapi-
       tel als Einzelbroschüre herauszugeben, und bat Marx um Zustimmung
       und Rücksendung  des Manuskripts.  Der vorliegende Brief von Marx
       ist die  Antwort  auf  diese  Bitte.  Die  Arbeit  wurde  in  der
       "Deutschen-Brüsseler-Zeitung" Nr.  62 und 63 vom 5. und 7. August
       1847 unter dem Titel "Dottore Graziano's Werke. Zwei Jahre in Pa-
       ris, Studien und Erinnerungen von A. Ruge" veröffentlicht. 445
       362 Gemeint ist der von Karl Heinzen 1846 in Mannheim herausgege-
       bene Sammelband "Die Opposition". 446
       363 Es  handelt sich  um Arnold  Ruges Buch "Zwei Jahre in Paris.
       Studien und Erinnerungen", erster und zweiter Teil, Leipzig 1846.
       446
       364 Marx  bezieht sich  auf den  Brief des Verlegers Carl Wilhelm
       Leske an  Marx vom 31. März 1846 über die Herausgabe der von Marx
       geplanten Arbeit "Kritik der Politik und Nationalökonomie" (siehe
       Anm. 6).  Der vorliegende  Brief ist die Antwort auf Leskes Brief
       vom 29. Juli 1846. 447
       
       #672# Anhang und Register
       -----
       365 Es  ist von  folgendem Vertrag  zwischen Marx  und Leske  die
       Rede:
       "Zwischen Herrn  Dr. Marx  dermalen in  Paris einerseits  und der
       C.W. Leskeschen  Buchhandlung in Darmstadt andererseits ist unter
       dem heutigen Datum folgender Vertrag abgeschlossen worden.
       § 1. Herr Dr. Marx übergibt der C. W. Leskeschen Buchhandlung zum
       alleinigen Verlag  sein Werk betitelt .Kritik der Politik und Na-
       tionalökonomie', welches  zwei Bände, jeder über zwanzig Druckbo-
       gen, im 8° format, stark wird.
       § 2. Der  Autor, Dr.  Marx verpflichtet  sich, kein Werk, das mit
       diesem konkurrieren  könnte, in  einer anderen  Buchhandlung  er-
       scheinen zu lassen.
       § 3. Dagegen  hat die Leskesche Verlagshandlung an Herrn Dr. Marx
       die Summe  von Francs 3000, schreibe dreitausend Franken, für das
       ganze Werk  als Honorar  zu entrichten und zwar in der Weise, daß
       sie die  erste Hälfte dieser Summe bei Einhändigung des vollstän-
       digen Manuskriptes,  die zweite  Hälfte bei Beendigung des Drucks
       bezahlt. Außerdem  verpflichtet sie  sich, zwölf Freiexemplare an
       den Herrn Verfasser zu liefern.
       § 4. Die  Verlagshandlung beginnt  den Druck  des Werkes zugleich
       bei der  Übergebung des  Manuskriptes und  trägt Sorge dafür, daß
       dasselbe in anständigem Gewände erscheine.
       § 5. Die  Auflage der  .Kritik der  Politik und Nationalökonomie'
       wird auf 2000 Exemplare festgesetzt.
       § 6. Dieser  Kontrakt ist  jedoch nur  für die  erste Auflage des
       Werkes gültig.  Sollte eine  zweite Auflage nötig werden, so wird
       ein neuer  Vertrag abgeschlossen. Von selbst versteht es sich je-
       doch, daß die Leskesche Verlagshandlung bei einer zweiten Auflage
       im Vorzuge bleibt.
       Dieser Vertrag ist doppelt angefertigt und wird von beiden Teilen
       unterschrieben. Paris, den 1ten Februar 1845
       Dr. Karl Marx
       C. Leske" 447
       366 Marx bezieht sich auf die Verhandlungen mit den westfälischen
       Unternehmern Rudolph  Rempel und Julius Meyer über die Herausgabe
       der "Deutschen Ideologie" und auf den Plan, einen kommunistischen
       Verlag auf  der Basis einer Aktiengesellschaft zu schaffen (siehe
       hierüber Anm. 31 und 55). 448
       367 Während  seiner Reise  mit Engels nach England im Juli/August
       1845 studierte  Marx in  der öffentlichen  Bibliothek Manchesters
       Werke englischer Nationalökonomen. 450
       368 In  dem Antwortschreiben  vom 19. September 1846 teilte Leske
       Marx mit,  daß er angesichts der strengen Zensur und der polizei-
       lichen Verfolgungen  seitens der  preußischen Regierung  von  der
       Herausgabe der Marxschen Arbeit Abstand nimmt. 450
       369 Pawel  Wassiljewitsch Annenkow schrieb an Marx am 1. November
       1846 über  Pierre-Joseph Proudhons Buch "Systeme des contradicti-
       ons économiques, ou Philosophie de la misère": "Je vous avoue que
       le plan  même de  l'ouvrage me paraît plutôt un jeu d'esprit, au-
       quel on  a montré  un coin  de la  philosophie allemande,  qu'une
       chose produite  naturellement par  le sujet  et les nécessités de
       son développement logique." [Ich gestehe Ihnen, daß der eigentli-
       che Plan des Werkes mir eher als ein Gedankenspiel erscheint, mit
       dem man ein Stück von der deutschen Philosophie als eine natürli-
       cherweise vom  Subjekt und den Bedürfnissen seiner logischen Ent-
       wicklung hervorgebrachten Sache gezeigt hat.] 451
       370 Zu  diesem Brief gibt es eine Nachschrift von Jenny Marx, die
       an Georg Herweghs Frau gerichtet ist. 466
       
       #673# Anmerkungen
       -----
       371 Ende  November 1847 kam Marx mit Engels nach London zur Teil-
       nahme am  zweiten Kongreß  des Bundes der Kommunisten (siehe Anm.
       104). 472
       372 Am  29. November 1847 sprachen Marx und Engels auf dem inter-
       nationalen Meeting in London, das von den Fraternal Democrats or-
       ganisiert worden war (siehe Anm. 103). 472
       373 Es  handelt sich um den abenteuerlichen Plan der republikani-
       schen Legion deutscher Emigranten, von Frankreich her in Deutsch-
       land einzufallen (siehe Anm. 116). 475
       374 Die  Verfasser der  am 1.  April überbrachten Note - Adalbert
       von Bornstedt,  Wilhelm von  Löwenfels, Karl  Börnstein, Volk und
       Mayer -  forderten Marx  auf, den  Namen des  Autors des Artikels
       über die  Deutsche demokratische Gesellschaft (siehe Anm. 116) in
       der "Trier'schen Zeitung" mitzuteilen. 479
       375 Die  Karikatur ist  nach dem  Ministerialerlaß vom 21. Januar
       1843, durch  welchen  die  "Rheinische  Zeitung"  verboten  wurde
       (siehe Anm.  22), in  Aachen erschienen.  Die drei Totengräber im
       Vordergrund stellen  die drei  preußischen Minister  dar, die für
       die Zensurangelegenheiten  zuständig  waren:  der  Kultusminister
       Eichhorn, als  Eichhörnchen in  der Mönchskutte  dargestellt, der
       Justizminister Mühler  mit den  Attributen der  Rechtsprechung  -
       Waage, Schwert  und Binde  über den  Augen -  und der  mit  einem
       Wolfskopf gezeichnete Minister des Innern von Arnim. Die im Sarge
       liegende "Rheinische Zeitung" ist umgeben von allegorischen Figu-
       ren, die  Maulkörbe und  Ketten  tragen  und  die  oppositionelle
       Presse symbolisieren sollen. Gegenüber S. 401
       376 Die  Chartisten hatten  zum 10. April 1848 in London zu einer
       Massenkundgebung aufgerufen,  von der  aus eine Petition über die
       Annahme der  Volks-Charte dem Parlament überreicht werden sollte.
       Die Demonstranten,  die sich auf dem Kennington Common versammelt
       hatten, sollten  sich von dort zum Parlamentsgebäude begeben. Die
       Regierung verbot  die Demonstration,  Truppen und  Polizei wurden
       zusammengezogen, um  sie zu verhindern. Die Chartistenführer, von
       denen viele  eine schwankende Haltung einnahmen, beschlossen, auf
       die Demonstration  zu verzichten,  und bewogen  die Demonstranten
       auseinanderzugehen. Das Mißlingen der Demonstration wurde von der
       Reaktion zu Aktionen gegen die Arbeiter und zu Repressalien gegen
       die Chartisten ausgenutzt. 481
       377 Die  "Neue Rheinische  Zeitung" wurde zuerst in der Druckerei
       W. Clouth,  Köln, St.  Agatha 12, und von Nr. 88, 89 (Ende August
       1848) an in der Druckerei J.W. Dietz, Unter Hutmacher Nr. 17, ge-
       druckt. 484
       378 Engels  mußte wegen drohender Verhaftung Deutschland vorüber-
       gehend verlassen.  Während dieser Zeit hielt er sich u.a. in ver-
       schiedenen Städten  der Schweiz,  besonders in Lausanne und Bern,
       auf und  knüpfte enge Beziehungen zu den örtlichen demokratischen
       und Arbeitervereinen.  Im Dezember  1848 nahm  er an  dem in Bern
       stattgefundenen ersten  Kongreß der  Arbeitervereine und der Sek-
       tionen des  Deutschen demokratischen  Nationalvereins der Schweiz
       als Delegierter  des Lausanner  Arbeitervereins teil  (siehe Anm.
       381). 486
       379 Es  ist von  dem ersten  Kongreß der  Arbeitervereine und der
       Sektionen  des   Deutschen  demokratischen   Nationalvereins  der
       Schweiz die Rede, der vom 9. bis 11. Dezember 1848 in Bern statt-
       fand. Auf  diesem Kongreß  waren die demokratischen und Arbeiter-
       vereine aus verschiedenen Städten der Schweiz vertreten. Der Kon-
       greß nahm das Statut der Vereinigung der deutschen Vereine in der
       Schweiz an,  nach dem  an der Spitze der Vereinigung ein Zentral-
       verein stehen  sollte. Diese Funktion wurde dem Arbeiterverein in
       Bern übertragen. Die ständige Leitung aber hatte eine Zentralkom-
       mission aus fünf Männern. Zu
       
       #674# Anhang und Register
       -----
       dieser am  14. Dezember  1848 gewählten Zentralkommission gehörte
       auch Friedrich Engels als Schriftführer.
       In seinem  Brief vom  7. Dezember  1848 sprach sich der Verein in
       Vivis (Vevey) gegen eine Reihe von Anträgen aus, die der Deutsche
       Nationalverein in  Zürich eingebracht hatte, und schlug u.a. vor,
       daß die  neue Vereinigung  von dem.  Deutschen Wehrbund  in  Biel
       (siehe Anm. 382) geleitet werden sollte. Der Brief des Vereins in
       Vivis an  den Kongreß  wurde auf  dessen Sitzung vom 10. Dezember
       1848 diskutiert.  Die Zentralkommission  wurde beauftragt, diesen
       Brief zu beantworten und den Verein in Vivis davon zu überzeugen,
       daß er  von seinen  Forderungen abgehe und in der neugeschaffenen
       Vereinigung mitwirke. 486
       380 Gemeint  ist der  Deutsche Nationalverein  in Zürich,  der im
       April 1848  gebildet worden  war und demokratisch-republikanische
       Ziele verfolgte. Ihm gehörten Vertreter der bürgerlichen Intelli-
       genz, aber  auch in der Schweiz lebende deutsche Arbeiter an. Der
       Verein  stand  unter  dem  Einfluß  kleinbürgerlicher  Demokraten
       (Julius Fröbel,  Arnold Ruge). Im Sommer 1848 schloß sich der Na-
       tionalverein der Organisation der demokratischen Vereine Deutsch-
       lands an,  die auf  Beschluß des ersten demokratischen Kongresses
       in Frankfurt  a.M. geschaffen worden war. Im August 1848 rief der
       Nationalverein alle  deutschen Vereine  in der  Schweiz auf, eine
       einheitliche Organisation  zu schaffen und einen Kongreß einzube-
       rufen, 486
       381 Engels befand sich seit November 1848 in Bern. Am 8. Dezember
       1848 schickte  der Lausanner Arbeiterverein Engels ein Mandat als
       Abgeordneter zum  Kongreß in Bern sowie Instruktionen (siehe Band
       6 unserer Ausgabe, S. 574/575). Die Führer des Lausanner Vereins,
       G. Schneeberger,  Chr. Haaf  und Bangert,  schrieben  aus  diesem
       Anlaß an  den Berner  Arbeiterverein am  8,Dezember 1848:  "Einen
       Abgeordneten zu  senden ist  uns durch die Teilnahmslosigkeit des
       Vereins in  Vivis (welche nur den Verein in Biel als Zentralpunkt
       anerkennen  wollen)  unmöglich  geworden.  Demzufolge  haben  wir
       beschlossen,  Freund   Engels   mit   unsern   Instruktionen   zu
       bevollmächtigen. Sollte  derselbe jedoch  nicht anwesend sein, so
       wird dieselbe Fr. Frost übernehmen," 487
       382 Der  Wehrbund ("Hilf Dir") wurde im Herbst 1848 von dem ange-
       sehenen Vorkämpfer der demokratischen und Arbeiterbewegung Johann
       Philipp Becker  gegründet. Der  Zentralausschuß des Bundes befand
       sich in  Biel (Kanton  Bern); ihm  schlössen sich die Vereine an,
       die in verschiedenen Städten der Schweiz entstanden waren und die
       sich hauptsächlich aus Handwerkern zusammensetzten. Der Wehrbund,
       der eine  kleinbürgerlichdemokratische Richtung  vertrat, strebte
       die  Einigung  aller  deutschen  Freiwilligenabteilungen  in  der
       Schweiz an,  um in Deutschland die Republik zu errichten. Die Or-
       ganisation stand  unter dem  Einfluß von  Geheimgesellschaften in
       Frankreich und Italien und hatte, worauf schon ihr Name hinweist,
       geheimbündlerisch-verschwörerischen Charakter.  Die Schweizer Be-
       hörden verfolgten  auf Druck  des deutschen Bundestags Becker und
       andere Organisatoren des Wehrbunds gerichtlich. Becker wurde ver-
       urteilt und auf ein Jahr aus dem Kanton Bern ausgewiesen. 487
       383  Hinweis   auf  den   vom  zweiten  Demokraten-Kongreß  (26.-
       30.Oktober 1848) in Berlin gewählten Zentralausschuß der Demokra-
       ten Deutschlands.
       Weiterhin ist  das Zentralkomitee der deutschen Arbeiter gemeint,
       das als  Leitung der  neugegründeten Arbeiterverbrüderung auf dem
       in Berlin vom 23. August bis 3. September 1848 tagenden Arbeiter-
       kongreß gewählt  wurde und  unter der  Leitung von  Stephan  Born
       stand. Das  Zentralkomitee der  Arbeiterverbrüderung hatte seinen
       Sitz in Leipzig. Die
       
       #675# Anmerkungen
       -----
       Arbeiterverbrüderung war  der erste größere, aber noch uneinheit-
       liche und  lose Zusammenschluß  deutscher Arbeitervereine.  Ihrem
       Programm und  ihrer Zielstellung nach war sie eine vorwiegend ge-
       werkschaftlich-genossenschaftliche Organisation. Statt die Arbei-
       ter auf  den Weg  des politischen  Kampfes zu führen, orientierte
       sie Born  auf nutzlose kleinbürgerlich-soziale Experimente. Trotz
       dieser ökonomischen  und klassenversöhnlerischen Konzeption hatte
       die Arbeiterverbrüderung  eine gewisse  positive Bedeutung  durch
       die erstmalige  überlokale Verbindung zahlreicher Arbeitervereine
       und die  Überwindung einer  Reihe  rückständiger,  zünftlerischer
       Vorstellungen in diesen Arbeitervereinen. 487
       384 Der  Anwalt Wilhelm Stieber hatte sich in einem Brief vom 26.
       Dezember 1848  an die  Redaktion der  "Neuen Rheinischen Zeitung"
       gegen eine in der Nr. 177 vom 24. Dezember veröffentlichte Korre-
       spondenz aus  Frankfurt a.M.  gewandt.  In  dieser  Korrespondenz
       wurde mitgeteilt, daß Stieber als königlich-preußischer Spion be-
       kannt sei  und daß  er zur  Untersuchung der  Septemberereignisse
       nach Frankfurt  kommen werde.  In der Beilage zur Nr. 182 vom 30.
       Dezember 1848  brachte die  Redaktion eine  Berichtigung, in  der
       darauf hingewiesen  wurde, daß  Stieber sich  "in einer  ganz un-
       schuldigen Privatangelegenheit"  in  Frankfurt  a.M.  aufgehalten
       habe.
       Stieber, "einer  der größten  Polizeilumpen des 19. Jahrhunderts"
       (Marx), hatte  sich zur  Verfolgung fortschrittlicher Kräfte nach
       dem Weberaufstand von 1844 in Schlesien als Polizeispitzel aufge-
       halten und  1845 die  Verhaftung und  Verurteilung mehrerer Demo-
       kraten und Handwerker veranlaßt. - 1851 wurde er auf nachdrückli-
       ches Verlangen  des preußischen  Königs zum Polizeirat und Leiter
       der Berliner  Kriminalpolizei ernannt.  Über sein  Vorgehen gegen
       den Bund  der Kommunisten siehe Marx' Schrift: "Enthüllungen über
       den Kommunisten-Prozeß  zu Köln" (Band 8 unserer Ausgabe, S. 405-
       470). 489
       385 Code pénal - Strafgesetzbuch, das in Frankreich 1810 angenom-
       men und  in den  unter Napoleon  I. eroberten  Gebieten West- und
       Südwestdeutschlands eingeführt wurde; in der Rheinprovinz galt es
       ebenso wie der Code civil auch nach ihrer Angliederung an Preußen
       im Jahre  1815. Die  preußische Regierung war bestrebt, in dieser
       Provinz wieder  das preußische  Landrecht einzuführen. Eine ganze
       Reihe von  Gesetzen, Erlassen  und  Vorschriften  sollte  in  der
       Rheinprovinz die  feudalen Privilegien  des Adels  (die Majorate)
       und die  preußische Strafgesetzordnung, Ehegesetzgebung usw. wie-
       derherstellen. Diese  Maßnahmen, die eine entschiedene Opposition
       in der  Rheinprovinz hervorriefen, wurden nach der Märzrevolution
       durch die Verordnungen vom 15. April 1848 aufgehoben. 489
       386 Die vorliegende Adresse an den Märzverein verfaßte Engels als
       Mitglied der  Zentralkommission im Auftrage des Berner Kongresses
       der deutschen  Vereine in  der Schweiz  (siehe Anm. 379). Auf der
       Sitzung des  Kongresses am  10. Dezember  1848 kam es zu heftigen
       Diskussionen, als  die Frage  der Herstellung einer Verbindung zu
       dem kleinbürgerlichen Märzverein (siehe Anm. 135) erörtert wurde.
       Obwohl der Delegierte des Arbeitervereins in Bern gegen eine Kor-
       respondenz mit  dem Märzverein auftrat, weil dieser nicht auf re-
       publikanischem Boden  stand, wurde  beschlossen, eine  Adresse an
       den Märzverein  abzufassen. Der  Text dieses  Dokuments wurde auf
       der Sitzung am 11. Dezember 1848 bestätigt. Bei der Abfassung der
       Adresse war  Engels an  den Beschluß  des Kongresses gebunden. Er
       erreichte jedoch,  daß in  diesem offiziellen Schreiben die Stel-
       lung der  proletarischen Revolutionäre und der "Neuen Rheinischen
       Zeitung" gegenüber  dem Märzverein  zum Ausdruck  kam. So  unter-
       strich er,  daß das  republikanische Programm der neugeschaffenen
       Vereinigung deutscher  Vereine in  der Schweiz  eine enge  Zusam-
       menarbeit dieser Organisation mit dem Märzverein unmöglich mache.
       490
       
       #676# Anhang und Register
       -----
       387 Der Berner Verein (Arbeiterverein in Bern) war 1848 einer der
       größten und  einflußreichsten deutschen  Arbeitervereine  in  der
       Schweiz und  spielte für  eine Reihe kleinerer Arbeitervereine im
       Kanton Bern  eine führende Rolle. Er hatte ein republikanisch-de-
       mokratisches Programm, stand jedoch in bedeutendem Maße unter dem
       Einfluß von  Wilhelm Weitling  und Stephan Born. Im Frühjahr 1849
       löste sich der Arbeiterverein auf. 490
       388 Laut  Artikel 1  des auf dem Berner Kongreß angenommenen Sta-
       tuts der  Vereinigung der  deutschen Vereine  der Schweiz  war es
       "der Zweck der Vereinigung, die Mitglieder untereinander zu sozi-
       aldemokratischen Republikanern  zu  bilden,  wie  auch  auf  jede
       rechtliche Weise  den sozialdemokratisch-republikanischen  Grund-
       sätzen und  Einrichtungen unter den Deutschen Anerkennung zu ver-
       schaffen und auf deren Verwirklichung hinzuarbeiten". 490
       389 Unter  deutsche Reichsgewalt ist hier die von der Frankfurter
       Nationalversammlung am  28. Juni  1848 geschaffene  provisorische
       Zentralgewalt zu  verstehen,  die  aus  dem  Reichsverweser  (dem
       österreichischen Erzherzog  Johann) und dem Reichsministerium be-
       stand. Die provisorische Zentralgewalt verfügte über kein eigenes
       Budget und  keine eigene  Armee und  war damit  jeglicher  realer
       Macht beraubt;  sie unterstützte  jedoch die  konterrevolutionäre
       Politik der deutschen Fürsten. Über die gegen die Schweiz gerich-
       teten Anmaßungen der Zentralgewalt im Zusammenhang mit der Tätig-
       keit der  deutschen republikanischen  Emigranten in  der  Schweiz
       siehe Engels Artikel "Die deutsche Zentralgewalt und die Schweiz"
       (Band 6 unserer Ausgabe, S. 46-54). 490
       390 sogenannte  Nationalversammlung - Engels kennzeichnet hiermit
       die am 18. Mai in Frankfurt a.M. einberufene und bis zum 18. Juni
       1849 tagende Frankfurter Nationalversammlung. Bei dem zahlenmäßi-
       gen Übergewicht  der durch  ihr Schwanken  und ihre Feigheit sich
       auszeichnenden Vertreter  des liberalen Bürgertums und der Unent-
       schlossenheit und  Inkonsequenz des kleinbürgerlichen linken Flü-
       gels vermochte  die Frankfurter Nationalversammlung die Grundauf-
       gaben der  Revolution von  1848/49 (vor allem die Schaffung eines
       Nationalstaates und die Beseitigung des Feudalismus) nicht zu lö-
       sen und  die Volkskräfte zur Abwehr der aggressiven Konterrevolu-
       tion und zur Verteidigung der von ihr selbst angenommenen Reichs-
       verfassung zu  mobilisieren. Im Mai 1849 begann sie zu zerfallen;
       das nach  Stuttgart übersiedelte Rumpfparlament wurde am 18. Juni
       1849 von württembergischen Truppen auseinandergejagt. 490
       391 Engels  hatte Köln  Ende September 1848 verlassen (siehe Anm.
       123) und war Mitte Januar 1849 dorthin zurückgekehrt. 493
       392 Siehe  die "Mitteilung betreffs Bestellung der 'Neuen Rheini-
       schen Zeitung'  für das I. Quartal 1849" (Band 6 unserer Ausgabe,
       S. 576).
       Marx verweist auf die Korrespondenz "Allianz der europäischen Po-
       lizei" über  die Ausweisung  des Frankfurter Emigranten Wiedecker
       aus London,  die mit  dem Vermerk "Köln, 8.Jan." unter dem Korre-
       spondentenzeichen Dronkes  in der "Neuen Rheinischen Zeitung" Nr.
       192 vom 11.Januar 1849 veröffentlicht worden war. 494
       393 Anfang  Oktober 1848  trafen Engels  und Dronke, die nach den
       Septemberereignissen (siehe Anm. 123 und 133) aus Köln geflüchtet
       waren, in Brüssel ein. Am 4. Oktober wurden beide von der Brüsse-
       ler Polizei  verhaftet, ins  Gefängnis geworfen  und dann zwangs-
       weise an die französische Grenze abgeschoben, von wo aus sie sich
       nach Paris begaben. 495
       394 Die  Beilage zu  Nr. 233  der "Neuen Rheinischen Zeitung" vom
       28. Februar  1849 bringt  eine Notiz ohne Unterschrift, nach wel-
       cher der Hauptmann der 8. Komp. des 16. Infanterieregiments,
       
       #677# Anmerkungen
       -----
       von Uttenhoven,  der wegen  seiner reaktionären Ansichten bekannt
       war,  der   Verschiebung  staatlichen  Heizmaterials  beschuldigt
       wurde. 496
       395 Diesen  Brief schrieb Marx in Bingen, von wo aus er sich etwa
       am 3. Juni 1849 nach Paris begab (siehe Anm. 139 und 142). 499
       396 Die  letzte Nummer  der "Neuen  Rheinischen Zeitung" (Nr. 301
       vom 19. Mai 1849) erschien in rotem Druck. 500 535
       397 Engels  meint die  deutsche Reichsverfassungskampagne  (siehe
       Anm. 140). 501 569
       398 Bei Rastatt fand am 29. und 30. Juni 1849 die letzte Schlacht
       der badischen  Revolutionsarmee gegen  preußische Truppen  statt.
       Die Reste  der badischen  Armee, die in der Festung Rastatt bela-
       gert wurden, kapitulierten am 23. Juli. 501 509
       399 Nach  der Niederlage  des badisch-pfälzischen Aufstands über-
       schritt die  Abteilung, in  der Engels  kämpfte, am 12. Juli 1849
       die Schweizer Grenze. 501
       400 Ideologen  nannten Marx und Engels jene Philosophen, Soziolo-
       gen und Historiker, denen die idealistische Vorstellung von einer
       selbständigen Rolle der Idee, das Unverständnis für die Abhängig-
       keit des  Denkens und  des Bewußtseins  von der materiellen Wirk-
       lichkeit eigen  waren. Marx  und Engels haben insbesondere in der
       "Deutschen Ideologie" kritisch zu den Ideologen (in diesem Sinne)
       Stellung genommen (vgl. Band 3 unserer Ausgabe). 502
       401 Es  handelt sich um die Suche nach einem Verleger für die von
       Marx geplante  Veröffentlichung einer Reihe von Broschüren (siehe
       vorl. Band, S. 506). 508
       402 Über  Marx' und  Engels' Verhaftung auf der Reise nach Bingen
       siehe Anm. 139.
       Anfang Juni  1849 wurde  Engels auf Veranlassung eines Mitgliedes
       der provisorischen  Regierung der  Pfalz in Kirchheimbolanden der
       Propaganda gegen die Regierung beschuldigt und verhaftet. Am fol-
       genden Tage wurde er auf Drängen des Mitglieds der provisorischen
       Regierung Karl d'Ester jedoch wieder freigelassen. 511
       403 Der von Engels erwähnte Artikel Wilhelm Wolffs wurde nicht in
       dem ersten  Heft der "Neuen Rheinischen Zeitung. Politisch-ökono-
       mische Revue" veröffentlicht. In einer Redaktionsnotiz wurde mit-
       geteilt, daß  Wilhelm Wolffs  Artikel "Die letzten Tage des deut-
       schen Parlaments"  in dem zweiten Heft der Zeitschrift veröffent-
       licht werden würde. Jedoch erst im vierten Heft erschien ein Auf-
       satz Wilhelm Wolffs - "Nachträgliches 'aus dem Reich'" -, der dem
       Stuttgarter  "Rumpfparlament"  der  Nationalversammlung  und  der
       Reichsregentschaft gewidmet war.
       Die von  Marx  und  Engels  geschriebene  "Revue  [Januar/Februar
       1850]" wurde in der zweiten Nummer der Zeitschrift veröffentlicht
       (siehe Band 7 unserer Ausgabe, S. 213 bis 225).
       Die Vorlesungen  über politische  Ökonomie, die Marx im Deutschen
       Bildungsverein für  Arbeiter in London hielt, wurden nicht in der
       "Neuen Rheinischen  Zeitung. Politisch-ökonomische  Revue" veröf-
       fentlicht. 519
       404 Marx  bezieht sich  hier auf den Deutschen Bildungsverein für
       Arbeiter in  London (siehe Anm. 58) und auf den kleinbürgerlichen
       Demokratischen Verein  in London,  an dessen Spitze Karl Heinzen,
       Gustav Struve,  F.H.K. Bobzin  und  Louis  Bauer  standen.  Diese
       kleinbürgerlichen Demokraten versuchten einer selbständigen Orga-
       nisation des Proletariats
       
       #678# Anhang und Register
       -----
       entgegenzutreten und  intrigierten gegen  den Deutschen Bildungs-
       verein für Arbeiter in London. 519
       405 Dauls "Tagebuch eines pp.", die Becher-Esselensche Schmiere -
       es handelt sich um das von A. Daul 1849 in St. Gallen herausgege-
       bene "Tagebuch  eines politischen  Flüchtlings während  des Frei-
       heitskampfes in  der Rheinpfalz  und Baden"  sowie um die 1849 in
       Genf erschienene  "Geschichte der süddeutschen Mai-Revolution des
       Jahres 1849" von Johann Philipp Becker und Christian Esselen. 519
       406 Der vorliegende Brief ist die Antwort auf eine von Louis Bam-
       berger, Eduard  von Müller-Teilering  und Rudolph  Schramm unter-
       zeichnete Einladung  vom 30. Dezember 1849 zur Teilnahme an einer
       Zusammenkunft deutscher politischer Flüchtlinge. 520
       407 Eduard  von Müller-Tellering  hatte am 5. Februar 1850 Engels
       schriftlich gebeten,  ihm Eintrittskarten zu einem Ball des Deut-
       schen Bildungsvereins  für Arbeiter in London zu besorgen. Engels
       Ablehnung dieser Bitte diente zum Anlaß für die Intrigen, die von
       Müller-Tellering gegen  Marx und  Engels und  gegen den von ihnen
       unterstützten Deutschen Bildungsverein für Arbeiter in London an-
       zettelte (siehe auch vorl. Band, S. 526 bis 527). 523
       408 Dem  vorliegenden Brief waren Kopien folgender Dokumente bei-
       gefügt:
       "Ich bestätige hiermit, daß Herr Karl Kilinsky im Monat Juli 1849
       mit den aus Sardinien kommenden ungarischen Husaren nach Konstan-
       tinopel gesandt  worden ist und von dort, da er keine Gelegenheit
       mehr hatte,  seine Dienste  der Armee anzutragen, im Februar 1850
       nach London zurückgekommen sei.
       London, 22. Februar 1850.
       Franz Pulszky"
       "Ich bestätige  hiermit, daß  Herr Martin  Ryschka im  Monat Juli
       1849 mit  den ungarischen  Husaren, die aus Sardinien kamen, nach
       Konstantinopel gesandt wurde und die Absicht hatte, in ungarische
       Dienste zu  treten. Da  er davon durch das Ende des Kriegs gehin-
       dert wurde, kehrte er im Februar 1850 nach London zurück.
       London, 22. Februar 1850.
       Franz Pulszky" 524
       409 Dieser  Brief wurde  im Zusammenhang  mit  den  Intrigen  des
       kleinbürgerlichen Demokraten  Eduard von  Müller-Tellering  gegen
       Marx und Engels geschrieben (siehe Anm. 407).
       Am 3.  März schloß  das Ehrengericht von Müller-Tellering aus dem
       Arbeiterverein aus, wogegen er in einem neuen Brief voller Belei-
       digungen und  verleumderischer Angriffe  auf Engels protestierte.
       Der vorliegende  Brief ist  eine Antwort auf alle diese Intrigen.
       526
       410 Gemeint ist Eduard von Müller-Tellerings Broschüre "Westdeut-
       scher Zeitungsjammer", Düsseldorf 1850. 526
       411 Offensichtlich  meint Engels  hier folgende  Dokumente:  Karl
       Marx/Friedrich Engels,  "Erklärung", Karl  Marx/Friedrich Engels,
       "Ansprache der  Zentralbehörde an  den Bund  vom März  1850"  und
       "Rechnungsablage des Sozial-demokratischen Flüchtlingskomitees in
       London" (siehe  Band 7  unserer Ausgabe  S. 302-304,  244-254 und
       554-556). 531
       412 Es handelt sich hier um die Organisation der in London leben-
       den französischen  blanquistischen Emigranten.  Mit ihnen und mit
       Vertretern des revolutionären Flügels der
       
       #679# Anmerkungen
       -----
       Chartisten trafen  Marx und Engels im Namen des Bundes der Kommu-
       nisten eine Vereinbarung über die Gründung einer Weltgesellschaft
       der revolutionären Kommunisten (siehe Anm. 197).
       Unter der  Gesellschaft in der Greek Street ist der Demokratische
       Verein zu verstehen (siehe Anm. 404). 533
       413 Otto Lüning brachte in der "Neuen Deutschen Zeitung" Nr. 148-
       151 vom  22., 23., 25. und 26. Juni 1850 eine Besprechung der bis
       dahin erschienenen vier Hefte der "Neuen Rheinischen Zeitung. Po-
       litisch-ökonomische Revue".  Besondere Aufmerksamkeit  widmete er
       hierbei den  Arbeiten "Die  Klassenkämpfe in  Frankreich 1848 bis
       1850" von  Karl Marx und "Die deutsche Reichsverfassungskampagne"
       von Friedrich  Engels, wobei  er die  Auffassungen von  Karl Marx
       über die  Diktatur des Proletariats und die Abschaffung der Klas-
       senunterschiede entstellt wiedergab. Marx beantwortete diese Kri-
       tik mit der "Erklärung an den Redakteur der 'Neuen Deutschen Zei-
       tung'" (siehe Band 7 unserer Ausgabe, S. 323). 536
       414 Gemeint ist der Aufstand des Pariser Proletariats vom 23. bis
       26. Juni  1848, der  nach Lenin  der erste große Bürgerkrieg zwi-
       schen dem Proletariat und der Bourgeoisie war. 537
       415 Marx  bezieht sich  auf den  geplanten Kongreß des Bundes der
       Kommunisten (siehe  Band 7 unserer Ausgabe, S. 310/311). Die Ein-
       berufung des Kongresses konnte wegen der im September 1850 einge-
       tretenen Spaltung des Bundes der Kommunisten und danach wegen der
       desorganisierenden Tätigkeit  der sektiererischen Gruppe Willich-
       Schapper (siehe Anm. 157) nicht erfolgen. 538
       416 Jenny  Marx berichtet  hierüber in  ihren 1865  geschriebenen
       "Umrissen eines bewegten Lebens": Nach der Herausgabe der letzten
       Nummer der "Neuen Rheinischen Zeitung" am 19. Mai 1849 "entschloß
       sich Karl,  einstweilen von  neuem nach  Paris zu  gehen, da  der
       deutsche Boden  ihm unmöglich geworden war... Ich selbst ging mit
       den 3 Kleinen über Bingen, wo wir... 8 Tage verweilten, nach mei-
       ner alten  teuren Heimat  in die  Arme der  geliebten Mutter. Von
       Bingen aus  hatte ich  einen kleinen  Abstecher gemacht,  um mein
       eben aus  dem Brüsseler  Pfandhaus  erlöstes  Silbergeschirr  von
       neuem in  flüssiges Silber  umzusetzen. Weydemeyer und seine Frau
       nahmen mich  aufs herzlichste  auf und  waren mir  bei der Pfand-
       haustransaktion sehr  behilflich. Ich  hatte uns so von neuem die
       Reisemittel verschafft." 540 606
       417 In  dem der  Anklageschrift gegen P.G. Roeser,... entnommenen
       Brief von  Marx an  Hermann Becker steht an dieser Stelle: Freun-
       den. Karl  Hackenberg zitiert  in seinem  Buch "Der rote Becker",
       Leipzig 1922,  Seite 122  einen Brief  von Becker  aus den Jahren
       1854 und  1855. Hier  erklärt Becker unzweideutig und wahrschein-
       lich auch  glaubwürdig, daß  Marx' Brief  insofern gefälscht sei,
       als es ursprünglich "Fremden" geheißen habe. Dies sei aus politi-
       schen Gründen geschehen, um durch den Ausdruck "Freunde" den Ein-
       druck zu  erwecken, als  ob ein  sehr enger Zusammenhang zwischen
       Willich, Marx und Becker bestanden habe. - Auch vom Sinnzusammen-
       hang her scheint "Fremde" passender. 545
       418 Über  die hier ausgelassene Stelle wird in der Anklageschrift
       gesagt: "In  dem Folgenden  wird beschrieben, wie L. Blanc seinen
       Freund Harney  mit der  fortgeschrittenen Fraktion der Chartisten
       für sein Bankett gewonnen habe." 547
       419 Über  die hier  ausgelassene Stelle ist in der Anklageschrift
       gesagt: "Nachdem  darauf die Mißhandlungen, welche bei dieser Ge-
       legenheit diesen ihren Freunden, welche beide nach dem obigen dem
       Bunde angehörten,  zugefügt worden, umständlich beschrieben sind,
       schließt das Ganze also:". 548
       
       #680# Anhang und Register
       -----
       420 Anspielung auf die Zugehörigkeit Arnold Ruges zum Zentralaus-
       schuß der Europäischen Demokratie (siehe Anm. 159). 559
       421 Hinweis auf A. Christs Schrift "Ueber den gegenwärtigen Stand
       der Frage der Schutzzölle", Frankfurt a.M. 1851, und Isaac Pintos
       - Traité de la circulation et du crédit", Amsterdam 1771. 559
       422 Mit  den Londoner Geschichten ist die Spaltung des Bundes der
       Kommunisten und  der Austritt von Marx und Engels sowie ihrer An-
       hänger aus  dem Deutschen  Bildungsverein für  Arbeiter in London
       gemeint (siehe Anm. 157). 561
       423 Gemeint  ist der  Zentralausschuß der Europäischen Demokratie
       (siehe Anm. 159). 561 572
       424 Nach  der Niederlage  der Revolution  1848/49 entbrannte zwi-
       schen Preußen  und Österreich  der  Kampf  um  die  Hegemonie  in
       Deutschland. Österreich  strebte nach  der Wiederherstellung  des
       Deutschen Bundes, der in der Periode der Revolution faktisch zer-
       fallen war; Preußen hoffte, seine Hegemonie durch die Bildung ei-
       nes Bundes  deutscher Staaten  unter seiner  Ägide zu sichern. Im
       Herbst 1850  spitzte sich der Kampf zwischen Österreich und Preu-
       ßen wegen  Kurhessen zu. Die revolutionären Ereignisse in Kurhes-
       sen gaben  Österreich und Preußen Anlaß zur Einmischung in dessen
       innere Angelegenheiten. Preußen erklärte im November 1850 die Mo-
       bilmachung und  schickte als  Erwiderung auf den Einmarsch öster-
       reichischer Truppen in Kurhessen ebenfalls Truppen dorthin. Unter
       dem Druck  des Zaren Nikolaus I. gab Preußen Österreich gegenüber
       nach, ohne Widerstand geleistet zu haben. 562
       425 Joseph Weydemeyer kam um diese Zeit in Zürich mit dem schwei-
       zerischen Offizier  Gustav von  Hoffstetter zusammen, der 1851 in
       Zürich-Stuttgart die  militärische Schrift  "Tagebuch aus Italien
       1849" veröffentlicht hatte. 569
       426 vaterländischer  Reichsmob -  ironische Bezeichnung  der Mit-
       glieder der  Frankfurter Nationalversammlung,  die sich  mit  der
       Ausarbeitung der Reichsverfassung befaßten. 570
       427 Der  vorliegende Brief  von Marx  an den Journalisten Hermann
       Ebner in Frankfurt a.M. sowie der in dem vorliegenden Band veröf-
       fentlichte Brief von Marx an Ebner vom 2. Dezember 1851 (siehe S.
       587-591) wurden  zum erstenmal  1956  in  den  "Mitteilungen  des
       österreichischen Staatsarchivs", 9. Band, veröffentlicht.
       Wie aus  weiteren in  diesen "Mitteilungen" abgedruckten Materia-
       lien hervorgeht,  übergab Ebner  diese Briefe sofort nach Empfang
       der österreichischen  Polizei, deren  Geheimagent er,  wie später
       festgestellt wurde,  zu jener  Zeit war.  Marx und Engels konnten
       nichts von den Beziehungen Ebners zur Polizei wissen. Die von Eb-
       ner der österreichischen Polizei ausgehändigten Schriftstücke ge-
       rieten dann in das Ministerium des Innern und später in das Mini-
       sterium des  Äußern von  Österreich, von  wo sie dem österreichi-
       schen Staatsarchiv  zugestellt wurden. Der erste Brief, von unbe-
       kannter Hand  angefertigt, wurde im österreichischen Staatsarchiv
       als Kopie  aufbewahrt; der  zweite Brief  ist von Marx selbst ge-
       schrieben. Beim  ersten Brief  fehlen sowohl  der Anfang als auch
       das Ende. Beim zweiten Brief ist der Anfang nicht erhalten. Diese
       Stellen sind offensichtlich von Ebner vor der Aushändigung an die
       Polizei entfernt worden.
       Die vorliegenden Briefe entlarven die Intrigen der kleinbürgerli-
       chen Emigration  in London. Marx schrieb sie an Ebner, damit die-
       ser ihren  Inhalt in  irgendeinem Presseorgan  veröffentliche, da
       Ebner mit vielen Zeitungen und Zeitschriften in Verbindung stand.
       Marx war  stets bemüht,  auch öffentlich die verleumderischen Er-
       findungen zu dementieren, die von verschiedenen kleinbürgerlichen
       Emigrantençliquen über die proletarischen
       
       #681# Anmerkungen
       -----
       Revolutionäre verbreitet  wurden. Die  Materialien dieser  Briefe
       benutzten Marx  und Engels  weitgehend in  der von ihnen 1852 ge-
       schriebenen Streitschrift  "Die großen  Männer des  Exils" (siehe
       Band 8 unserer Ausgabe, S. 233-335). 572
       428 sog.  deutsches Zentralkomitee - gemeint ist der Ausschuß für
       die deutschen Angelegenheiten (siehe Anm. 208). 573
       429 Es  ist von dem Aufruf "An die Deutschen" die Rede (siehe den
       gekürzten Text  in Band  8 unserer  Ausgabe, S. 305/306), der von
       dem sog. Ausschuß für die deutschen Angelegenheiten herausgegeben
       wurde (siehe Anm. 208). 573
       430 Kristallpalast  - für  die erste internationale Industrieaus-
       stellung 1851  in London (siehe Anm. 184) errichtetes Gebäude aus
       Metall und  Glas, das den industriellen Fortschritt symbolisieren
       sollte. 576
       431 Wahrscheinlich  handelt es  sich hier um die von Marx und En-
       gels verfaßte  "Ansprache der Zentralbehörde an den Bund vom März
       1850" (siehe Band 7 unserer Ausgabe, S. 244 bis 254). 578
       432 Der  vorliegende Brief von Marx ist eine Nachschrift zu einem
       Brief seiner  Frau Jenny  an Amalie Daniels. Der Schluß des Brie-
       fes, worin Marx die für ihn notwendigen Bücher aufzählt, fehlt in
       der "Kölnischen  Zeitung", nach  deren Text  der  Brief  gedruckt
       wird. 581
       433 Die  bekanntesten statistischen  Arbeiten von  MacGregor sind
       "The resources and statistics of nations" (London 1834) und "Com-
       mercial statistics: a digest of the productive resources, commer-
       cial legislation,  customs tariffs  ... of all nations." (5 vls.,
       London 1844 bis 1850). 582
       434 Offenbar handelt es sich um die unter der Leitung von Alexan-
       dre Moreau  de Jonnès  1837 bis  1852 vom Ministerium des Handels
       herausgegebene offizielle  Veröffentlichung "Statistique générale
       de la  France" (in zwölf Bänden). Moreau de Jonnès selbst ist der
       Verfasser einer  ganzen Reihe  von Arbeiten  zu Fragen der Stati-
       stik, jedoch  war bis 1851 das 1848 in Paris veröffentlichte Buch
       "Statistique de  l'agriculture de  la France" die einzige größere
       Schrift Moreau  de Jonnès',  die er  bis dahin über die Statistik
       Frankreichs veröffentlicht hatte. 582
       435 Die  Vorbemerkung George Julian Harneys wurde der ersten eng-
       lischen Übersetzung  des "Manifests  der Kommunistischen  Partei"
       vorangeschickt, die  in den  Nummern 21-24 der Chartisten-Zeitung
       "The Red  Republican" am  9., 16.,  23. und 30.November 1850 ver-
       öffentlicht wurde. 582
       436 Marx  weist auf  folgende von Engels für die "Neue Rheinische
       Zeitung" geschriebenen  Artikel über Ungarn hin: "Der magyarische
       Kampf", "Preußischer  Steckbrief gegen  Kossuth", "Die .Kölnische
       Zeitung' über  den magyarischen Kampf" und "Ungarn" (siehe Band 6
       unserer Ausgabe, S. 165-176, 197/198, 303-307 und 507-515). 584
       437 Zu dieser Stelle schrieb Adolf Cluß in seinem Brief an Joseph
       Weydemeyer folgende  Anmerkung: "Kinkelianisches Anleihen, in das
       ich mich verwickeln ließ aus Mangel an hinreichender Kenntnis der
       Sachlage, und  nach M[arx]' Ansicht meine Stellung dort vorläufig
       behaupten soll."
       Über die  Anleihe Gottfried  Kinkels (die sog. deutsch-amerikani-
       sche Revolutionaanleihe) siehe Anm. 286, 586
       
       #682# Anhang und Register
       -----
       438 Reichsrumpfparlament  von Stuttgart  nennt Marx  ironisch die
       Frankfurter Nationalversammlung  (siehe Anm. 390) nach ihrer Ver-
       legung nach  Stuttgart Anfang Juni 1849. Die Versammlung übersie-
       delte nach  Stuttgart, da sie, nachdem die konservativen Abgeord-
       neten und  eine beträchtliche  Anzahl der  liberalen Abgeordneten
       die  Versammlung  verlassen  hatten,  ihre  Sprengung  befürchten
       mußte. Am  18. Juni  wurde das "Rumpfparlament" von württembergi-
       schen Truppen auseinandergejagt. 588
       439 Es  ist von  Marx' und Engels' Absicht die Rede, an der Zeit-
       schrift "Die Revolution" mitzuarbeiten (siehe Anm. 307). 594
       440 Im  Mai 1852  sollte die Präsidentschaft Louis Bonapartes en-
       den. Nach  der französischen  Verfassung von  1848 hatte die Wahl
       des neuen  Präsidenten alle vier Jahre am 2. Sonntag im Monat Mai
       zu erfolgen. 595
       441 Die  Zeitschrift "Die  Revolution" brachte  eine Anzeige über
       die geplante  Veröffentlichung einer Arbeit von Marx über Pierre-
       Joseph Proudhon.  Jedoch blieb  diese durch  das Eingehen  dieser
       Zeitschrift und  durch das  Fehlen  anderer  Möglichkeiten  einer
       Veröffentlichung ungeschrieben. 595
       442 Mit  dieser Anrede  spielt Marx  auf die gleichnamige Ballade
       von Ferdinand Freiligrath an. 597
       443 Es  handelt sich  um die Verlegung des Versammlungslokals des
       Londoner Kreises  des Bundes  der Kommunisten.  Anfang 1852 wurde
       das Versammlungslokal  abermals verlegt  und zwar  nach der Crown
       Street (siehe Band 8 unserer Ausgabe, S. 437). 598
       444 Am  2. Dezember 1851 führte Louis-Napoleon in Frankreich sei-
       nen Staatsstreich  durch. Kurz danach hatte Palmerston, damaliger
       Außenminister Großbritanniens, in einer Unterredung mit dem fran-
       zösischen Botschafter  in London den Staatsstreich Louis Bonapar-
       tes gebilligt.  Diesen Schritt  hatte Palmerston  ohne  vorherige
       Vereinbarung mit anderen Mitgliedern des Whig-Kabinetts unternom-
       men, was  dann auch  im Dezember 1851 zu seinem Rücktritt führte,
       obwohl die  englische Regierung im Prinzip den Standpunkt Palmer-
       stons teilte und die erste Regierung in Europa war, die das bona-
       partistische Regime in Frankreich anerkannte. 598
       445 Auf  dieses Ersuchen  von Marx erfolgte keine Antwort. Am 22.
       März 1845  war Marx gezwungen, eine Verpflichtung zu unterschrei-
       ben, daß er in Belgien nichts über Tagespolitik publizieren werde
       (siehe vorl. Band, S. 435). 601
       446 1838  wurde Marx  wegen Brustschwäche  und periodischen Blut-
       speiens als  zur Zeit  nicht einstellungsfähig  vom Militärdienst
       befreit und am 4. Mai 1841 wegen Reizbarkeit der Lungen für mili-
       tärdienstuntauglich erklärt. 602
       447 Der Deutsche Arbeiterklub (Klub der deutschen Arbeiter) wurde
       in Paris am 8. und 9. März 1848 von Führern des Bundes der Kommu-
       nisten gegründet. Seine Statuten waren von Marx verfaßt. Die Zen-
       tralbehörde des  Bundes der Kommunisten strebte danach, die deut-
       schen Arbeiteremigranten  in Paris  mit Hilfe dieses Klubs zusam-
       menzufassen und  ihnen die Taktik des Proletariats in der bürger-
       lich-demokratischen Revolution zu erläutern. Der Klub widersetzte
       sich den Versuchen der kleinbürgerlichen Demokraten, die Arbeiter
       in den abenteuerlichen Plan hineinzuziehen, mit bewaffneten Frei-
       willigen-Legionen  in   Deutschland  einzubrechen,   um   es   zu
       "revolutionieren" (vgl.  Anm. 116).  Die Zentralbehörde  riet den
       Arbeitern, der  deutschen Legion  Georg Herweghs und Adalbert von
       Bornstedts fernzubleiben,  einzeln nach der Heimat zurückzukehren
       und dort für die
       
       #683# Anmerkungen
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       Bewegung zu wirken. Der Klub leistete eine große organisatorische
       Arbeit  und  "beförderte  drei-  bis  vierhundert  Arbeiter  nach
       Deutschland zurück,  darunter die  große Mehrheit  der Bundesmit-
       glieder" (Engels). 604
       448 Diese  beiden Zeilen  sind der  2. Strophe  des von Ferdinand
       Freiligrath für die Revolutionsfeier auf dem Gürzenich zu Köln am
       19. März 1849 geschriebenen Gedichtes "Reveille" entnommen. 610
       449 Kölner  Bannbulle - gemeint ist die Ansprache der Kölner Zen-
       tralbehörde an den Bund vom 1. Dezember 1850 (siehe Anm. 244), in
       der die  Spaltertätigkeit der  Willich-Schapper-Gruppe verurteilt
       wird. Die  Ansprache und  die Statuten des Kommunistischen Bundes
       sind in Band 7 unserer Ausgabe, S. 561-567, veröffentlicht. 613

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