Quelle: MEW 27 Briefe Februar 1842 bis Dezember 1851


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       #82# 19 - Marx an Engels - 15. Mai 1847
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       19
       
       Marx an Engels
       in Paris
       
       [Brüssel] 15. Mai [1847]
       Lieber Engels!
       Du weißt, daß Vogler seit Anfang Mai in Aachen arretiert ist. Das
       hat für  einstweilen den  Druck der  von Dir  hergeschickten Bro-
       schüre 1*)  unmöglich gemacht.  Das erste  1/3 derselben  hat mir
       sehr gut  gefallen. An  den 2 andern muß jedenfalls geändert wer-
       den. Mehr speziell das nächstemal über diesen Punkt.
       Einlege ich  den Abdruck Deiner Karikatur. [81] Ich hatte sie der
       "Brüßler-Zeitung" [82] zugeschickt.
       Was den  wirklich ekelhaften  Artikel des  Grün oder Konsorten in
       der "Trier'sehen  Zeitung" angeht,  so ist es zwar jetzt zu spät;
       ursprünglich aber hättest Du gut getan, in 2 Zeilen eine Gegener-
       klärung in demselben Schundblatt zu erlassen.
       Nach London  kann ich  nicht. [83]  Die Geldmittel  gestatten  es
       nicht. Wolff 2*) werden wir aber hoffentlich hinbringen. Und dann
       wird's genügen, daß ihr beide da seid.
       V o c e  3*)  G e l d:
       Du erinnerst  Dich, daß  H e ß  mir und meinem Schwager Edgar 4*)
       Geld vom "Gesellschaftsspiegel" her schuldet. Ich ziehe daher auf
       ihn einen  W e c h s e l  von hier, 30 Tage auf  S i c h t.
       Der   Bernays schuldet  mir ebenso vom Mai vorigen Jahres 150 fr.
       Er erhält also ebenfalls einen Wechsel präsentiert.
       Ich ersuche Dich also zu folgendem:
       1. Schreib mir erstens die Adresse der beiden;
       2. Teile beiden das Faktum mit und sage den Eseln
       3. daß, wenn  sie nicht glauben, bis zum 15. Juni die respektiven
       Gelder zahlen  zu können,  sie dennoch  den Wechsel    a k z e p-
       t i e r e n   sollen. Ich werde dann für  D e c k u n g  in Paris
       sorgen. Natürlich eröffnest Du den Eseln  l e t z t r e s  n u r,
       wenn's durchaus nicht anders geht.
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       1*) "Der Status quo in Deutschland" - 2*) Wilhelm Wolff - 3*) Zum
       Wort (Frage) - 4*) Edgar von Westphalen
       
       #83# 19 - Marx an Engels - 15. Mai 1847
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       Ich bin  in solchem Geldpech momentan, daß ich zu diesem Wechsel-
       ziehn Zuflucht  nehmen mußte,  und am Ende, den beiden Eseln soll
       nichts geschenkt  werden. Falls  die Esel  bloß zum   S c h e i n
       die Wechsel akzeptieren wollen, muß ich das natürlich gleich wis-
       sen.
       Da die  Sache sehr   p r e s s i e r t,  erwarte ich von Dir, daß
       Du keinen  Tag versäumst, um alles in Ordnung zu bringen und mich
       zu  b e n a c h r i c h t i g e n.
       Hier in Brüssel ist ein Escompteur 5*) aufgetrieben.
       Ich kann Dir nicht mehr schreiben. Vor ungefähr 12 Tagen ließ mir
       der Breyer  zu Ader, aber statt an dem linken, am rechten Arm. Da
       ich fortarbeitete, als sei nichts vorgefallen, eiterte die Wunde,
       statt zu vernarben. Die Sache hätte gefährlich werden und mir den
       Arm kosten  können. Jetzt  ist's so gut wie geheilt. Aber der Arm
       noch schwach. Darf nicht angestrengt werden.
       Dein Marx
       
       [Nachschrift von Philippe Gigot]
       Mein liebes Fritzchen,
       Ich bin  eben im  Begriff, Deine  Broschüre zu  durchlesen -  bis
       jetzt habe  ich daran  viel Spaß  gehabt -  und fühle  mich  ganz
       glücklich, kein  Deutscher nicht zu sein. Gott oder Vernunft oder
       Gattung bewahre uns vor der Kleinbürgerei!
       Avec laquelle j'ai l'honneur d'être
       Yours most truly 6*)
       Philippe
       P.S. Schreibe mir doch mal un demi mot 7*).
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       5*) Wechselaufkäufer -  6*) Womit ich  die Ehre habe zu sein Dein
       aufrichtiger - 7*) ein Wörtchen

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