Quelle: MEW 31 Briefe Oktober 1864 bis Dezember 1867
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#149# 68 - Engels an Marx - 4. Oktober 1865
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Engels an Marx
in London
[Manchester] 4. Okt. 1865
Lieber Mohr,
Mit meinen Londoner Plänen habe ich immer Pech. Ich traf meine
Mutter erst 3 Tage vor meiner Rückkehr [184] nach hier, und zwar
in Ostende, und konnte da natürlich nichts abknickern. Früher
hätte ich sie auch gar nicht treffen können, da weder sie noch
ich wußte, wo sie 2-3 Tage früher sein würde. Am 15. Sept. aber
war ich due 1*) hier, da an dem Tage Charles 2*) abreisen mußte,
was auch geschah. Seitdem ist, wie immer, wenn ich von der Reise
zurückkomme, der Teufel in den Baumwollmarkt gefahren, ich habe
Charles' und meine Arbeiten zu besorgen gehabt, und das ist keine
Kleinigkeit, wenn Baumwolle in 14 Tagen von 18 auf 24 1/2 d. per
Pfund, Garne aber 8-9 d. per Pfund steigen und es Telegramme al-
ler Art regnet. Ich hoffe, es wird jetzt vorüber sein und auch
Charles Anfang nächster Woche wiederkommen, daß ich endlich wie-
der zu mir selbst komme. Diese greuliche Hetzerei hat es mir po-
sitiv unmöglich gemacht. Dir auch nur 2 Zeilen zu schreiben, ich
habe überhaupt, seit ich hier bin, keine Zeile privatim schreiben
können. Sobald ich irgend kann, schreib' ich ausführlicher, laß
mich inzwischen wissen, wie's bei Euch geht und was das "Buch"
3*) macht. Ich denke, es wird sich machen lassen, daß ich mal auf
3 x 24 Stunden herüberkomme, sobald wir hier erst in Ordnung
sind. Aber unser Kontor sieht aus wie ein Schweinstall, der Gott-
fried 4*) hat mir da 3 Kerle engagiert, die nichts wert sind, und
hält mich laut Kontrakt daran, daß ich sie zu was machen soll. Da
siehst Du, wie's hier hergeht. Ich werde ein paar schassen müs-
sen.
Dein F. E.
Beste Grüße allerseits.
Bin auch "allbereits" bei den Schwaben gewesen, sie machen aber
keine Dichterschule mehr, sondern spinnen Baumwolle oder wandern
aus.
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1*) fällig - 2*) Charles Roesgen - 3*) "Das Kapital" - 4*) Gott-
fried Ermen
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