Quelle: MEW 31 Briefe Oktober 1864 bis Dezember 1867
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#184# 89 - Engels an Marx - 22. Februar 1866
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89
Engels an Marx
in London
Manchester, 22. Febr. 66
Lieber Mohr,
Dank für "Klein Zaches" [236] etc., welche ich als Beweis ansehe,
daß Du die £ 10 erhalten hast.
Ich komme eben von Gumpert, den ich wegen meiner Grippe und mehr-
maligen Verfehlens erst heute abend traf. Er hält dafür, daß Du
g l e i c h m i t d e m A r s e n i k a n f a n g e n
s o l l s t. Schaden könne es Dir unter keinen Umständen, nur
nützen. Was Allen sage, es passe für Dich nicht, sei Blödsinn.
Dann hält er die Behandlungsweise mit Umschlägen auch für Unsinn;
sie befördre nur die H a u t e n t z ü n d u n g, die grade zu
unterdrücken sei, während sie die Eiterung nicht befördere. Ei-
sumschläge seien viel besser, aber solange Du in Allens Händen,
könnten diese natürlich nur angewandt werden, wenn er sie ver-
schriebe. Aber vor allem Seeluft, damit Du wieder zu Kräften
kommst. Ein Ort an der Südküste sei zwar vorzuziehn, da bei die-
ser Jahreszeit dort mehr schönes Wetter als hier oben, wenn Du
aber lieber in G[umpert]s Nähe sein willst, so seien ja Orte ge-
nug hier an der Küste within an hour's ride from Manchester 1*).
Du siehst, es ist mir gelungen, G[umpert] so herumzustimmen, daß
er jetzt darauf dringt, Du sollst den Arsenik gleich nehmen,
selbst während Allen Dich noch äußerlich behandelt, während er
früher davon nichts wissen wollte, aus Etiketterücksichten. Aber
nun tu mir den Gefallen und iß den Arsenik, und komm her, sobald
Dein Zustand es irgend erlaubt, damit Du doch endlich einmal bes-
ser wirst. Mit diesem ewigen Zaudern und Zögern ruinierst Du Dich
nur selbst, kein Mensch kann diese chronische Karbunkelgeschichte
auf die Dauer aushalten, abgesehen davon, daß endlich einmal ei-
ner auftreten kann, der eine solche Gestalt annimmt, daß Du daran
zum Teufel gehst. Und wo ist dann Dein Buch 2*) und Deine Fami-
lie?
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1*) mit einer Stunde Fahrt von Manchester aus - 2*) "Das Kapital"
#185# 89 - Engels an Marx - 22. Februar 1866
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Du weißt, daß ich bereit bin, das Mögliche zu tun, und in diesem
extremen Fall selbst mehr, als ich unter andern Umständen riskie-
ren dürfte. Aber sei doch auch vernünftig und tu mir und Deiner
Familie den einzigen Gefallen, Dich k u r i e r e n z u
l a s s e n. Was soll aus der ganzen Bewegung werden, wenn Dir
etwas passierte, und so wie Du operierst, m u ß es dazu kommen.
Wahrhaftig, ich hab' Tag und Nacht keine Ruhe, bis ich Dich über
diese Geschichte hinaus habe, und jeden Tag, wo ich nichts von
Dir höre, bin ich unruhig und denke, Du bist wieder schlimmer.
Notabene. Du sollst es ja nicht wieder dahin kommen lassen, daß
ein Karbunkel nicht geschnitten wird, der eigentlich hätte ge-
schnitten werden sollen. Das sei höchst gefährlich.
Viele Grüße an die ladies.
Dein F. E.
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