Quelle: MEW 31 Briefe Oktober 1864 bis Dezember 1867


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       #262# 133 - Marx an Engels - 8. November 1866
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       133
       
       Marx an Engels
       in Manchester
       
       [London] 8. Nov. 1866
       Lieber Engels,
       Mein Schweigen  wird Dir  aufgefallen sein. Ich glaubte, der Emp-
       fang der  £ 5  sei Dir  angezeigt, da  Laura es übernommen hatte,
       aber, wie  sich später  herausstellte, zu  tun vergaß. Im übrigen
       waren es verzweifelte Umstände, die mich vom Schreiben abhielten.
       Du weißt, daß die 10 £, die Du mir vor Deiner Abreise schicktest,
       nur für  Steuerzahlungen waren,  die späteren 50 £ für Hausrente.
       Ich befinde  mich also seit Monaten blank. Die sog. Erbschaft 1*)
       fand sich  wenigstens unter 20 Leute verteilt, und so kam mir für
       meinen Teil Anfang Sommer - 80 Taler! zu. Meine Versuche, Geld in
       Deutschland oder Holland aufzutreiben, sind alle gescheitert. Das
       Pfandhaus (und  meine Frau  hat so  sehr alles  versetzt, daß sie
       selbst kaum  ausgehn kann)  erinnert an  sich nur  noch durch die
       Zinsen,  die   es  verlangt.   Ich  hatte   daher,  wie   in  der
       schlechtesten Flüchtlingszeit,  kleine Summen rechts und links in
       London zu pumpen - und dies in einem beschränkten und selbst mit-
       tellosen Kreis  -, um  auch nur die allernötigsten baren Ausgaben
       zu machen.  Andrerseits sind die Hauslieferanten drohend, und ein
       Teil hat  den Kredit  aufgekündigt und mit Gericht gedroht. Diese
       Zustände um so fataler, als Lafargue (bis vor seiner Abreise nach
       Bordeaux vor  einigen Tagen)  fortwährend im  Haus und  der  real
       State of things 2*) ihm ängstlich verborgen werden mußte. Ich bin
       durch alles das nicht nur sehr in der Arbeit unterbrochen worden,
       sondern habe  mir auch,  da ich  die bei  Tag verlorene  Zeit bei
       Nacht wieder aufmachen wollte, einen schönen Karbunkel nicht weit
       vom penis  wieder zugezogen. Ich weiß nun, daß Du alles in Deinen
       Kräften und  mehr getan hast. Aber es muß Rat irgendeiner Art ge-
       schaffen werden.  Ist nicht  die Aufnahme eines loan 3*) oder ir-
       gendeiner derartigen Transaktion möglich?
       Salut.
       Dein K. M.
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       1*) Siehe vorl.  Band, S. 151/152 - 2*) wirkliche Stand der Dinge
       - 3*) Darlehns

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