Quelle: MEW 31 Briefe Oktober 1864 bis Dezember 1867


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       #281# 146 - Marx an Engels - 2. April 1867
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       146
       
       Marx an Engels
       in Manchester
       
       [London] 2. April 1*) 1867
       Lieber Engels,
       Ich hatte  mir vorgenommen,  Dir nicht  zu schreiben, bis ich Dir
       das Fertigsein des Buches 2*) anzeigen könnte, was jetzt der Fall
       ist. Ich  wollte Dich  auch nicht ennuyieren 3*) mit den Ursachen
       des abermaligen  Aufschubs, nämlich  Karbunkeln am Hintern und in
       der Nähe des penis, deren letzte Reste jetzt verblühn und die mir
       nur unter  großen Schmerzen  sitzende Position (also schreibende)
       erlaubten.   A r s e n i k  nehm ich  n i c h t,  weil es mich zu
       dumm macht und ich wenigstens für die Zeit, wo das Schreiben mög-
       lich war, den Kopf beisammen haben mußte.
       Ich muß nächste Woche selbst mit dem Manuskript nach Hamburg. Der
       Ton des  letzten Briefs  des Herrn Meißner gefiel mir nicht. Dazu
       erhielt ich  gestern einliegenden  Wisch von  Borkheim. [323] Ich
       habe alle  Ursache zu glauben, daß der "kontinentale Freund" Herr
       Geheimrat Bucher ist. Borkheim hatte ihm nämlich einen Brief, den
       er mir  vorlas, geschrieben,  von wegen  seiner Reiseverhältnisse
       nach Schlesien, wo er in Familienangelegenheiten hin will. Bucher
       hat ihm  unmittelbar geantwortet.  Ich wittere also hinter diesen
       canards 4*)  eine Intrige  und muß dem Meißner das Messer persön-
       lich auf  die Brust setzen. Sonst wäre der Kerl imstand, mein Ma-
       nuskript (ungefähr  25 starke Druckbogen, wie ich rechne) zurück-
       zuhalten und  zugleich  n i c h t  d r u c k e n  zu lassen unter
       dem Vorwand, den zweiten Band "abwarten" zu wollen. [173]
       Ich muß  nun d'abord  5*) meine  Kleidungsstücke und  Uhr, die im
       Pfandhaus wohnen,  herausnehmen. Ich kann auch kaum meine Familie
       im jetzigen  Zustand verlassen, wo sie sans sou und die Gläubiger
       täglich unverschämter  werden. Endlich,  damit ich das nicht ver-
       gesse, alles  Geld, was  ich für  Lauras  Champagnerkur  ausgeben
       konnte, habe  ich den  Weg alles Fleisches gesandt. Sie muß jetzt
       Rotwein haben,  und besseren  als ich kommandieren kann. Voilà la
       Situation. 6*)
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       1*) In der  Handschrift: 27.  März -  2*) des ersten  Bandes  des
       "Kapitals" -  3*) langweilen -  4*) Märchen  -  5*) vor  allem  -
       6*) So stehen die Dinge.
       
       #282# 146 - Marx an Engels - 2. April 1867
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       Unsere "International"  hat einen  großen Sieg gefeiert. Wir ver-
       schafften den auf Strike befindlichen Pariser Bronzeworkern [324]
       Geldunterstützung von den London Trade-Unions. Sobald die Meister
       das sahen, gaben sie nach. Die Sache hat viel Lärm in den franzö-
       sischen Blättern  gemacht, und  wir sind jetzt in Frankreich eine
       etablierte Macht.
       Die Luxemburger  Affäre 7*) scheint mir zwischen Bismarck und Bo-
       naparte abgekartet.  Möglich, aber  nicht wahrscheinlich, daß der
       erstre sein  Wort nicht  halten kann  oder will.  Die  r u s s i-
       s c h e   Einmischung in  die deutschen  Verhältnisse ist sonnen-
       klar:
       1. daraus, daß  der  W ü r t t e m b e r g i s c h e  Vertrag mit
       Preußen schon am 13. August vor allen andern geschlossen war;
       2. aus Bismarcks Auftreten mit Bezug auf die Polen. [325]
       Die Russen  sind tätiger als je. Zwischen Frankreich und Deutsch-
       land brocken  sie die Suppe ein. Östreich ist an sich hinreichend
       gelähmt. Den  Herrn Engländern  wird in  den United States aufge-
       spielt werden.
       Salut.
       Dein K. M.
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       7*) Siehe Band 21 unserer Ausgabe, S. 436-438

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