Quelle: MEW 31 Briefe Oktober 1864 bis Dezember 1867
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#312# 158 - Marx an Engels - 27. Juni 1867
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158
Marx an Engels
in Manchester
[London] 27. Juni 1*) 1867
Lieber Fred,
Die 2 halben 5-£-Noten mit bestem Dank erhalten. Was die Adresse
2*) angeht, so Borkheim. Er kennt meine Lage, natürlich mit so
viel Halbdunkel, als ich ihm gegenüber für nötig halte. Es ist
mir sogar lieb, wenn er weiß, daß Du mir Geld pumpst. Nur mußt Du
mir schreiben, wann das Geld an ihn geschickt wird. Ich sehe
nicht ein, warum ich noch einen 3. Philister hineinziehn sollte.
Du erhältst heute "Fenians" zugeschickt. [342]
Deine Zeilen von gestern haben mir große Freude gemacht, und ich
habe nicht nötig, Dir das weiter zu explizieren.
Es ist mir zu Hand gekommen zuletzt Bogen 20 3*). Das Ganze wird
wohl 40 bis 42 Bogen. R e i n a b z ü g e nach den Dir ge-
schickten k e i n e bis heut erhalten. Die in Deiner Hand be-
findlichen schicke mir bei Deiner Abreise zurück.
Was das von Dir erwähnte, unausbleibliche Bedenken des Spießers
und Vulgärökonomen angeht (die natürlich vergessen, daß, wenn sie
die b e z a h l t e A r b e i t unter dem Namen
A r b e i t s l o h n, sie die u n b e z a h l t e unter dem
Namen Profit etc. berechnen), so kömmt es, wissenschaftlich aus-
gedrückt, auf die Frage hinaus:
W i e v e r w a n d e l t sich der Wert der Ware in ihren Pro-
duktionspreis, worin
1. die g a n z e A r b e i t a l s b e z a h l t erscheint
unter der Form des Arbeitslohns;
2. die Mehrarbeit aber, oder der Mehrwert, die Form eines
P r e i s a u f s c h l a g s annimmt unter dem Namen Zins, Pro-
fit etc., ü b e r d e n K o s t e n p r e i s (= Preis des
konstanten Kapitalteils + Arbeitslohn).
Die Beantwortung dieser Frage setzt voraus:
I. Daß die Verwandlung von z.B. T a g e s w e r t d e r
A r b e i t s k r a f t i n L o h n o d e r P r e i s d e r
T a g e s a r b e i t dargestellt ist. Dies geschieht Kapitel V
dieses Bandes. [351]
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1*) In der Handschrift: Juli - 2*) siehe vorl. Band, S. 310 -
3*) des ersten Bandes des "Kapitals"
#313# 158 - Marx an Engels - 27. Juni 1867
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II. Daß die V e r w a n d l u n g d e s M e h r w e r t s i n
P r o f i t, d e s P r o f i l s i n D u r c h-
s c h n i t t s p r o f i t usw. dargestellt ist. Dies unter-
stellt vorherige Darstellung des Z i r k u l a t i o n s p r o-
z e s s e s d e s K a p i t a l s, da der Umschlag des Kapi-
tals usw. Rolle dabei spielt. Diese Sache kann daher erst im 3.
Buch dargestellt werden (Band II enthält 2. und 3. Buch). Hier
wird sich zeigen, woher die V o r s t e l l u n g s w e i s e
von Spießer und Vulgärökonom stammt, nämlich daher, daß in ihrem
Hirn sich immer nur die unmittelbare E r s c h e i n u n g s-
f o r m der Verhältnisse reflektiert, nicht deren i n n e r e r
Z u s a m m e n h a n g. Wäre letztres übrigens der Fall, wozu
wäre dann überhaupt eine W i s s e n s c h a f t nötig?
Wollte ich nun alle derartigen Bedenken v o r w e g a b-
s c h n e i d e n, so würde ich die ganze dialektische Ent-
wicklungsmethode verderben. Umgekehrt. Diese Methode hat das
Gute, daß sie den Kerls beständig F a l l e n stellt, die sie
zur unzeitigen Manifestation ihrer Eselei provozieren.
Übrigens folgt unmittelbar auf den, Dir zuletzt in Hand befindli-
chen § 3: "Die Rate des Mehrwerts" der §: "Arbeitstag" (Kampf um
die Länge der Arbeitszeit), dessen Behandlung ad oculos 4*) de-
monstriert, wie sehr der Herr Bourgeois praktisch über die Quelle
und Substanz seines Profits im klaren ist. Auch zeigt sich dies
in dem case 5*) Senior, wo der Bourgeois versichert, sein ganzer
Profit und Zins rühre von der l e t z t e n u n b e z a h l-
t e n A r b e i t s s t u n d e her. 6*)
Besten Gruß an Mrs. Lizzy.
Dein K. M.
Auf Deiner Rückreise mußt Du ein paar Tage hierbleiben.
Apropos. Ich habe es in keiner Weise für zweckmäßig erachtet,
Herrn Meißner in meine Privatverhältnisse einzuweihn.
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4*) anschaulich - 5*) Fall - 6*) siehe Band 23 unserer Ausgabe,
S. 237-243 und 245-249
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