Quelle: MEW 31 Briefe Oktober 1864 bis Dezember 1867


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       #390# 203 - Marx an Engels - 27. November 1867
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       203
       
       Marx an Engels
       in Manchester
       
       [London] 27. Nov. 1867
       Lieber Engels,
       Was die  Privatangelegenheiten angeht (ich wollte Dir schon Sams-
       tag 1*) darüber schreiben, wurde aber an diesem und den folgenden
       Tagen verhindert,  weil man mich von allen Ecken wegen der Fenian
       Affairs [422]  konsultierte usw., kurz, meine Zeit konfiszierte),
       so hat  Herr Borkheim  - ich glaube sicher trotz besten Willens -
       mich diesen ganzen Monat zwischen Würgen und Hängen gehalten. Aus
       seinem Letzten von gestern siehst Du, daß es sich wieder um neuen
       unabsehbaren Aufschub  handelt. Das Allerschlimmste an der Sache,
       daß er  mir positiv  versprochen hatte,  am 10. dieses Monats (im
       schlimmsten Fall)  die ganze  Summe auszuzahlen. Darauf hatte ich
       mit den Gläubigern arrangiert. Was er wirklich zahlte seit seiner
       Rückkehr, sind £ 5. Du begreifst daher den trouble 2*), worin ich
       mich befinde.  Mein Gesundheitszustand  hat sich sehr verschlech-
       tert, und  von Arbeiten  konnte kaum die Rede sein. Außerdem seh'
       ich jeden  Tag gerichtlichen Klagen entgegen und wissen wir nicht
       mehr, wie von Tag zu Tag uns helfen.
       Was den  Meißner angeht,  so ist meine Ansicht, ihn in seiner An-
       nonce gewähren  zu lassen,  denn alles  andre bewirkt  neuen Auf-
       schub. Thimm  sagte Borkheim,  Meißner habe alle Buchhändler auf-
       gefordert, die  bis jetzt  unverkauften Exemplare  3*) ihm (resp.
       seinem Kommissionär  in Leipzig)  zurückzuschicken. Auch weiß ich
       von York,  dem Buchhändler  des Arbeitervereins  4*), daß es sehr
       schwer ist,  in diesem Augenblick Exemplare von Meißner zu bekom-
       men. Dies  beweist mir weiter nichts, als 1. daß der stock 5*) in
       Meißners Hand  sehr klein ist, 2. daß er wissen will, wieviel von
       dem nicht  in seiner  Hand befindlichen  stock wirklich  verkauft
       ist, 3.  seine Geschäftsfreunde"  forcieren will,  möglichst viel
       auf eigne  Rechnung zu  halten. Ich  werde dem Meißner schreiben,
       daß im Fall er für bestimmte Zeitungen oder
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       1*) 23. November  - 2*) die  Unruhe -  3*) des ersten  Bandes des
       "Kapitals" -  4*) des Deutschen  Bildungsvereins für  Arbeiter in
       London - 5*) Vorrat
       
       #391# 203 - Marx an Engels - 27. November 1867
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       Zeitschriften (die  er aber  mir  n e n n e n  muß) Anzeigen oder
       Kritiken brauche,  könne er  sie von Freunden wie Dir etc. erhal-
       ten. Solle mir das schreiben.
       Der Dr.  Contzen, Privatdozent  der politischen Ökonomie in Leip-
       zig, Roschers  partisan und  Schüler und  Liebknechts Freund, hat
       durch letzteren  bei mir  Exemplar für  Versprechen ausführlicher
       Revue 6*) verlangt. Du siehst, daß dies durch Meißner bereits be-
       sorgt ist. Dieser Anfang mit Contzen ist gut.
       Liebknecht hat  mir 50 seiner Pamphlets [440] (wovon ich Dir heut
       eins schicke)  zum hiesigen Verkauf gesandt, 3 d. pro Stück. Leß-
       ner sieht, was damit im Arbeiterverein zu tun.
       Der Auszug,  den derselbe  Liebk[necht] aus  seinem speech 7*) im
       Berliner Arbeiterverein  über den  Aufschub der  "sozialen Frage"
       beidruckt, gibt  allerdings Anlaß  zu Kugelmanns  Rüge. [441]  Da
       Liebknecht Dich  u.a. zur  Mitarbeit an  seinem zu  erscheinenden
       Blättchen [442]  auffordert, kannst  Du ihm privatim einige Winke
       darüber geben,  wie die  politische Opposition  mit der  sozialen
       Agitation zu verbinden.
       Einliegend Brief von Liebknecht und Kugelmann.
       Salut.
       Dein K. M.
       Wie steht  es mit des Herrn Schorlemmer Chemie [418], die ich er-
       halten sollte?
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       6*) Übersicht - 7*) seiner Rede

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