Quelle: MEW 31 Briefe Oktober 1864 bis Dezember 1867
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#511# 51 - Engels an Hermann Engels - 6. April 1866
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Engels an Hermann Engels
in Barmen
Manchester, 6. April 1866
Lieber Hermann,
Besten Dank für Deinen Kontokorrent vom 27. März, der sich im
allgemeinen richtig zu verhalten scheint. Nur ist es schwer, die
Zinsen nachzusehn, wenn sie nicht wie in andern Kontokorrents de-
tailliert sind, sondern man dem "Zinsen-Konto" aufs Wort glauben
muß. Dann aber machst Du am 31. Dezember 1865 einen Übertrag zu
meinen Gunsten von E[ngels] & E[rmen], B[armen], betragend Taler
2112.21.8, während nach E. & E., B[armen]s Kontokorrent derselbe
Übertrag £ 316.18.2 und à 6/20 Taler 2169.1.8 macht. Dies kann
ich nicht reimen.
Es macht sich etwas unangenehm, daß Ihr am 31. Dezember und wir
am 30. Juni abschließen. Ich werde Euch also nur einmal, am 31.
Dezember Kontokorrent schicken, der auf diese Weise nie genau
stimmen wird, doch das macht am Ende nichts aus.
Um unsre Buchungen klarzuhalten, bitte ich, alle Geschäftssachen
von E. & E. bei E. & E., B., alle P r i v a t s a c h e n bei
F. E[ngels] & Co. buchen zu wollen.
Die Auskunft wegen dem Agenten Brown habe ich Fr. Boelling direkt
gegeben, Karth schrieben in einer andren Sache an uns.
Ich rate Dir nicht, Eure Sewings 1*) in der Regel durch uns zu
beziehen. G. E[rmen] wird stets versuchen, Euch sein Garn von
Pendlebury zuzuschustern, und das wäre sicher nicht immer in Eu-
rem Interesse. Dabei würde er sofort beantragen, daß Ihr 2% Pro-
vision vergüten solltet, sowie die Sache sich ausdehnt. Wenn ihr
aber sein Garn gebrauchen könnt (und warum nicht, da wir es ver-
wenden können), so wendet Ihr Euch am besten an uns. Ich schicke
heute per Post eine Probe Nr. 16, wovon er 120 Bales 2*) [à] 10
Pfund, 7 leas 3*) auf Lager hat und 2 [sh.] 1/2 d. pr. Nr. 16
nehmen würde, vielleicht auch weniger. Dasselbe Garn könnt Ihr
auch vom Makler
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1*) Nähgarne - 2*) Ballen - 3*) 1 Lea - 109,727 m
#512# 51 - Engels an Hermann Engels - 6. April 1866
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F.A. Schmits beziehen. Feine Nr. und Cops 4*) dagegen, wo G.
E[rmen] kein Interesse hat, können wir Euch stets liefern.
Was kostet der Hochheimer? Das ist die Hauptsache. Und wieviel
ist davon da? Statt 3 Flaschen hättest Du gleich 3 Dutzend schic-
ken sollen.
Wegen Ponies will ich mich umhören. Gute starke Cobs 5*) sind
jetzt aber hier sehr gesucht und teuer, und Gelegenheitskäufe -
gleich ein gutes Paar zusammen - dürften lange auf sich warten
lassen.
Ihr glaubt dort auch wohl nicht an Krieg? Es wäre eine heillose
Geschichte, wenn es dazu käme, und kein Ende abzusehn. Neulich,
als der Kram losging, träumte mir, irgendwo an der Mosel sei ich
unter eine kolossal große Armee geraten. Es waren eine Art Frei-
schärler, allerhand Kerls, die sich wichtig durcheinanderbeweg-
ten, und von Zeit zu Zeit schrie einer: Feinde ringsum!, wobei
dann alles durchbrannte. Endlich geriet ich ins Hauptquartier und
fand da Peter und Gottfried Ermen als Generals en chef und Anton
6*) als Chef des Generalstabs. Ich frug diesen nun über dieses
und jenes, erhielt aber so sonderbare Antworten, daß ich ihn
endlich frug, er habe doch Karten von der Gegend, wo er sich
befinde? Worauf er mich ganz überlegen ansah und sagte: Karten?
Das machen wir hier alles viel besser ohne Karten. Als ich ihm
nun auseinandersetzen wollte, daß er doch ohne Karten nicht
fertig werden, nicht einmal seine Leute einquartieren könne usw.,
antwortete er: Wenn es absolut sein muß, so haben wir auch
Karten, und zog eine Karte von einer ganz andren Gegend, jenseits
Aachen und Maastricht, mit triumphierendem Blick aus der Tasche.
Dies ist nicht etwa ein schlechter Witz von mir, sondern ist
buchstäblich so vorgekommen.
Herzliche Grüße an die Mutter, der ich dieser Tage auch schreibe,
und an alle Geschwister.
Dein Friedrich
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4*) Garnwickel - 5*) Pferde - 6*) Anton Ermen
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