Quelle: MEW 31 Briefe Oktober 1864 bis Dezember 1867
zurück
#581#
-----
Beilagen
#582#
-----
#583#
-----
1
Jenny Marx an Friedrich Engels
in Manchester
[London, um den 29.November 1864]
Mein lieber Herr Engels,
Der arme Mohr hat wieder einen großen, sehr schmerzhaften Karbun-
kel. Er muß dabei liegen, und das Schreiben fällt ihm sehr
schwer. Ich hoffe, daß wir in ein paar Tagen Herr über diesen er-
sten Ausbruch werden. Wie schrecklich, daß das jetzt wieder
kommt. Sie glauben nicht, wie herrlich er im Zuge mit dem wirkli-
chen Abschreiben des Buchs 1*) war. Es liegt schon ein ganzer
schwerer Haufen zum Druck parat. Das zu anhaltende Sitzen und
Schreiben bis tief, tief in die Nacht hinein und die damit ver-
bundene Aufregung sind sicher schuld an dem neuen Ausbruch der
Krankheit. Karl hofft, daß die Unterbrechung nicht lange dauern
wird. Er will selbst versuchen, heute etwas zu schreiben. Er
schickt Ihnen hierbei einen Brief von Wilhelmchen [574] ebenso
einen an Weydemeyer, dessen Adresse wir nicht wissen und den ich
Sie bitte, besorgen zu wollen. 2*) Die Karten für die
"International Society" 3*) kosten 1 sh. 1 d. Der Mohr meint
aber, daß niemand Gentlemen hindern würde, 5-10 sh. zu geben.
Sein Sie, lieber Herr Engels, tausendmal von uns allen gegrüßt.
Ihre Jenny Marx
Apropos. Endlich kamen ein paar Zeilen von unserm alten "Öhmchen"
Edgar 4*) an. Die Berliner scheinen sich anständig gegen ihn zu
benehmen. Das Baby schreibt, man habe ihm Röcke, Hosen, Westen,
Handschuhe, Zigarren und ein "Gesangbuch" zu Weihnachten
"beschert". Der Doktor, den sie konsultiert haben, erklärte seine
Krankheit für eine Herzkrankheit. Wenn die Ärzte nicht wissen,
was sagen, muß immer die "allgemeine" Herzkrankheit herhalten.
Ich glaube, sein Leiden liegt vielmehr in Lunge und Hirn.
-----
1*) des ersten Bandes des "Kapitals" - 2*) siehe vorl. Band, S.
428/429 - 3*) Die Mitgliedskarten für die Internationale Arbei-
terassoziation - 4*) Edgar von Westphalen
zurück