Quelle: MEW 31 Briefe Oktober 1864 bis Dezember 1867


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       #9# Marx an Engels - 4. November 1864
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       Marx an Engels
       in Manchester
       
       [London] 4. Nov. 1864
       Lieber Frederick,
       Es war mir sehr lieb, wieder von Dir zu hören.
       Hier alles  wohl. So  war ich seit der Zeit, wo Du hier abgereist
       [1] - bis vorgestern, wo wieder neuer Karbunkel unter der rechten
       Brust erschien. Ich will diesmal, wenn die Sache nicht rasch vor-
       übergeht und nicht isoliert bleibt, Gumperts Arsenikkur brauchen.
       Deine  Runen  rüm  hart  etc.  1*)  würde  ich  vom  holländisch-
       friesischen Standpunkt  übersetzen, weit  Herz, klarer  Horizont.
       Aber ich fürchte, daß etwas ganz andres dahintersteckt, gebe also
       das Rätsel auf.
       Die einliegenden  Papiere mußt Du mir alle zurückschicken, sobald
       sie durchgelesen.  Ich brauche  sie noch.  Damit ich  nichts ver-
       gesse, was ich mitteilen wollte, numeriere ich.
       1. Lassalle und Gräfin Hatzfeldt.
       Das weitläufige  Aktenstück ist  Kopie eines  Zirkulars, den Her-
       weghs Frau  (honny soit qui mal y pense [4]) Emma gleich nach der
       Katastrophe [5]  nach Berlin schrieb, damit extracts davon in die
       Zeitungen gebracht  würden. Du  wirst daraus  sehn, wie geschickt
       Emma sich  und ihren  schlapphängenden Georg in Anfang, Mitte und
       Ende des Berichts zu placieren weiß; wie die Erzählung zwei wich-
       tige Punkte  umgeht, erstens  eine Zusammenkunft  von Rüstow  mit
       Dönniges und  Tochter, worin letztere dem Lassalle abgesagt haben
       muß, bevor  die von Emma erzählte Szene vorfiel. Zweitens: Wie es
       zum Duell  kam. Lassalle  schrieb den  insultierenden Brief. Aber
       darauf erfolgte  etwas, was nicht erzählt ist und was unmittelbar
       zum Duell führte.
       Die Unterschlagung von zwei so wichtigen Wendepunkten erregt kri-
       tisches Bedenken gegen die Treue der Erzählung.
       Brief der Hatzfeldt. Ich hatte ihr durch Liebknecht bei ihrer An-
       kunft in Berlin ein kurzes Kondolenzschreiben 2*) meinerseits zu-
       stellen lassen. Liebknecht
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       1*) Siehe vorl.  Band, S.  8 - 2*) siehe Band 30 unserer Ausgabe,
       S. 673
       
       #10# Marx an Engels - 4. November 1864
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       schrieb mir  3*), daß  sie klage, "ich habe den Lassalle im Stich
       gelassen", als  ob ich dem Mann einen bessern Dienst hätte erwei-
       sen können,  als das  Maul zu  halten und ihn gewähren zu lassen,
       (in seiner  letzten Rede vor den Düsseldorfer Assisen [6] spielte
       er den  Marquis Posa mit dem schönen Wilhelm 4*) als Philipp II.,
       den er  zur Aufhebung  der jetzigen  Verfassung, Proklamation des
       allgemeinen direkten  Wahlrechts und  Allianz mit dem Proletariat
       führen wollte.)  Du siehst, was hinter ihrem Brief steckt und was
       sie von  mir will.  Ich habe  ihr sehr  freundlich, aber  dennoch
       diplomatisch abwehrend  geantwortet. 5*) Der moderne Erlöser! Die
       Person und die Sykophanten, die sie umgeben, sind toll.
       Apropos. Durch  Zufall fielen  mir ein paar numbers von E. Jones'
       "Notes to  the People"  (1851, 1852) wieder in die Hand, die, so-
       weit die  ökonomischen Artikel  gehn, in  den Hauptpunkten direkt
       unter meiner Leitung und zum Teil auch mit meiner direkten Mitar-
       beit geschrieben  wurden. Well!  Was finde ich darin? Daß wir da-
       mals gegen  die Kooperativbewegung,  soweit sie in ihrer jetzigen
       bornierten form  als ein  Letztes gelten wollte, dieselbe Polemik
       führten -  nur besser  -, die  Lassalle gegen Sch[ulze]-Delitzsch
       10-12 Jahre später in Deutschland führte.
       Lassalle hat  testamentarisch den  Bernhard Becker - den unglück-
       lichen Kerl,  der eine Zeitlang Juchs Redakteur des "Hermann" war
       -  "testamentarisch"   (wie  ein  regierender  Fürst)  zu  seinem
       Nachfolger in  der  Präsidentenwürde  des  Allgemeinen  Deutschen
       Arbeitervereins [7]  "eingesetzt". Der  Kongreß des Vereins kommt
       diesen Monat  in Düsseldorf  zusammen und  soll große  Opposition
       gegen diese testamentarische "Verfügung" bevorstehn. [8]
       Einliegend auch Brief von einem Arbeiter in Solingen, Klings [9],
       dem geheimen Leiter, in der Tat, der rheinischen Arbeiter (früher
       Mitglied des  Bundes). 6*)  Diesen Brief schick nicht zurück, heb
       aber auf in den Akten.
       2. Workingmen's International Association. 7*)
       Vor einiger  Zeit hatten  Londoner Arbeiter  an Pariser  Arbeiter
       Adresse wegen Polen geschickt und sie zum gemeinschaftlichen Han-
       deln in dieser Sache aufgefordert. [10]
       Die Pariser  schickten ihrerseits  Deputation her,  an der Spitze
       ein Arbeiter  namens Tolain, der eigentliche Arbeiterkandidat bei
       der letzten  Wahl in Paris [11] ein sehr netter Kerl. (Auch seine
       compagnons waren ganz nette Burschen.) Für 28. Sept. 64 wurde Pu-
       blic Meeting in St. Martin's Hall
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       3*) Liebknecht an Marx, 30. September 1864 - 4*) Wilhelm I. - 5*)
       siehe vorl.  Band, S.  419 -  6*) siehe  vorl. Band  S. 417/418 -
       7*) Internationale Arbeiterassoziation.
       
       #11#
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       Dritte Seite des Briefes von Marx an Engels vom 4. November 1864
       
       #12#
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       #13# Marx an Engels - 4. November 1864
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       ausgeschrieben von  Odger (Schuster, Präsident des hiesigen Coun-
       cil of  all London Trades' Unions [12] und speziell auch der Tra-
       des' Unions  Suffrage Agitation  Society [13],  die mit Bright in
       Verbindung ist)  und Cremer,  Mason 8*)  und Sekretär der Mason's
       Union. (Diese  zwei Leute hatten das große Meeting der Trade-Uni-
       ons unter  Bright für  North America  in St. James' Hall zustande
       gebracht, ditto  die Garibaldi Manifestations [14].) Ein gewisser
       Le Lubez  wurde zu  mir geschickt, ob ich pour les ouvriers alle-
       mands 9*)  Anteil nehme,  speziell einen  deutschen Arbeiter  als
       Sprecher für  das Meeting  etc. liefern  wollte. Ich lieferte den
       Eccarius, der sich famos herausbiß, und ich assistierte ditto als
       stumme Figur auf der platform 10*). Ich wußte, daß sowohl von der
       Londoner als  Pariser Seite  diesmal wirkliche "Mächte" figurier-
       ten, und  beschloß deswegen, von meiner sonst stehenden Regel, to
       decline any such invitations 11*), abzustehn.
       (Le Lubez  ist ein  junger Franzos,  d.h. in den 30er Jahren, der
       aber in  Jersey und  London aufgewachsen,  famos Englisch spricht
       und sehr  guter Vermittler  zwischen den französischen und engli-
       schen Arbeitern.) (Musiklehrer und Leçons of French 12*).)
       Auf dem  Meeting, das  dicht bis  zum Ersticken besetzt war (denn
       there is  now evidently  a revival  of the working classes taking
       place 13*))  repräsentierte Major  Wolff (Thurn-Taxis, Garibaldis
       Adjutant) the  London Italian Workingmen's Society [15]. Es wurde
       beschlossen die  Stiftung einer  "Workingmen's International  As-
       sociation", deren  General Council  14*) in London sitzen und die
       Arbeiter-societies in  Deutschland, Italien,  Frankreich und Eng-
       land "vermitteln"  solle. Ditto  sollte 1865 Allgemeiner Working-
       men's Congress nach Belgien berufen werden. Auf dem Meeting wurde
       Provisional Committee ernannt, Odger, Cremer und viele andre, zum
       Teil alte  Chartisten, alte  Oweniten  usw.  für  England,  Major
       Wolff, Fontana und andre Italiener für Italien, Le Lubez etc. für
       Frankreich, Eccarius und ich für Deutschland. Das Committee wurde
       befugt, beliebig viel Leute zuzuziehn.
       So far  so good.  15*) Der ersten Sitzung des Komitees wohnte ich
       bei. Es wurde Subkomitee [16] (wobei ich auch) ernannt, um Décla-
       ration des  Principes und provisorische Statuten aufzusetzen. Un-
       wohlsein verhinderte  mich, der  Sitzung des  Subkomitees und der
       darauffolgenden Sitzung des Gesamtkomitees beizuwohnen.
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       8*) Maurer -  9*) für die deutschen Arbeiter - 10*) am Vorstands-
       tisch -  11*) alle derartigen Einladungen abzulehnen - 12*) Fran-
       zösisch-Stunden -  13*) es geht  hier jetzt  offenbar ein Wieder-
       aufleben der Arbeiterklassen vor sich - 14*) Generalrat -15*) So-
       weit in Ordnung.
       
       #14# Marx an Engels - 4. November 1864
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       Es hatte  sich in diesen zwei Sitzungen - des Subkomitees und der
       darauffolgenden des Gesamtkomitees -, von denen ich abwesend war,
       folgendes ereignet:
       Major Wolff  hatte das Reglement (Statuten) der italienischen Ar-
       beitervereine (die eine zentrale Organisation besitzen, aber, wie
       sich später  herausstellte, wesentlich assoziierte Benefit socie-
       ties 16*)  sind) eingereicht  zur Benutzung für die neue Assozia-
       tion. Ich sah das Zeug später. Es war evidently 17*) ein Machwerk
       von Mazzini,  und Du  weißt daher im voraus, in welchem Geist und
       in welcher  Phraseologie die  wirkliche Frage, die Arbeiterfrage,
       behandelt war.  Auch wie  die Nationalities  eingeschoben wurden.
       [17]
       Außerdem hatte  ein alter Owenite, Weston - jetzt selbst manufac-
       turer 18*),  ein sehr  liebenswürdiger und braver Mann - ein Pro-
       gramm aufgesetzt,  voll der  äußersten Konfusion und von unsägli-
       cher Breite.
       Die folgende  allgemeine Komiteesitzung  beauftragte das Subkomi-
       tee, das Westonsche Programm umzumodeln, ditto die Wolffschen Ré-
       gulations 19*).  Wolff selbst reiste ab, um dem Congress der Ita-
       lian Workingmen's  Associations in Neapel beizuwohnen und sie zum
       Anschluß an die Londoner Zentralassoziation zu bestimmen.
       Abermalige Sitzung  des Subkomitees,  der ich  wieder nicht  bei-
       wohnte, da  ich von  ihrem Rendezvous  zu spät unterrichtet ward.
       Dort wurde  "une déclaration  des principes"  und Umarbeitung der
       Wolffschen Statuten von Le Lubez vorgelegt und vom Subkomitee für
       Vorlage an das Gesamtkomitee angenommen. Dies Gesamtkomitee tagte
       am 18.  Oktober. Da  Eccarius mir  geschrieben, daß  periculum in
       mora 20*), erschien ich und war wahrhaft erschrocken, als ich den
       guten Le  Lubez ein  schauderhaft  phraseologisches,  schlechtge-
       schriebnes und ganz und gar unreifes Préamble, pretending to be a
       déclaration of  principles 21*),  verlesen hörte,  wo der Mazzini
       überall durchguckte, überkrustet mit den vagsten Fetzen von fran-
       zösischem Sozialismus. Außerdem war das italienische Reglement im
       großen und  ganzen aufgenommen, das, von allen andern Fehlern ab-
       gesehn, in  der Tat  etwas ganz  Unmögliches bezweckte,  eine Art
       Zentralregierung (natürlich mit Mazzini im Hintergrund) der euro-
       päischen Arbeiterklassen. Ich machte gelinde Opposition, und nach
       langem Hin-  und Herreden schlug Eccarius vor, daß das Subkomitee
       von neuem  die Sache  seiner "Redaktion"  unterwerfen sollte. Die
       "Sentiments" 22*),  enthalten in Lubez' déclaration, wurden dage-
       gen votiert.
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       16*) Gesellschaften der gegenseitigen Hilfe - 17*) offensichtlich
       - 18*) Fabrikant  - 19*) Statuten  -  20*)  Gefahr  im  Verzug  -
       21*) Präambel, die  Anspruch darauf  erhob, eine Prinzipienerklä-
       rung zu sein - 22*) Erwägungsgründe"
       
       #15# Marx an Engels - 4. November 1864
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       Zwei Tage  später, am 20. Okt., versammelten sich Cremer für Eng-
       länder, Fontana  (Italien) und  Le Lubez in meinem Hause. (Weston
       war verhindert.)  Ich hatte die Papiere (Wolffs und des Le Lubez)
       bisher nicht  in der Hand gehabt, konnte also nichts vorbereiten;
       war aber  fest entschlossen,  daß womöglich  not one  single line
       23*) von  dem Zeug  stehn bleiben  sollte. Um  Zeit zu  gewinnen,
       schlug ich vor: bevor wir das Préamble "redigierten", sollten wir
       die rules  24*) "diskutieren".  Das geschah. Es war 1 Uhr Mitter-
       nacht, bis  die erste  von 40  rules angenommen war. Cremer sagte
       (und das  bezweckte ich):  wir haben dem Komitee, das am 25. Okt.
       tagen soll,  nichts vorzulegen. Wir müssen es vertagen bis 1. No-
       vember. Dagegen  kann das  Subkomitee zusammenkommen  am 27. Okt.
       und suchen, ein definitives Resultat zu erreichen. Dies wurde an-
       genommen und die "Papiere" mir zur Ansicht "hinterlassen".
       Ich sah,  daß es  unmöglich war, etwas aus dem Zeug zu machen. Um
       die höchst  sonderbare Art, worin ich die bereits "votierten Sen-
       timents" zu  redigieren bezweckte,  zu rechtfertigen, schrieb ich
       An Address  to the Working Classes 25*) (was nicht im ursprüngli-
       chen Plan;  a sort  of review  of the  adventures of  the Working
       Classes since 1845  26*)); unter dem Vorwand, daß alles Faktische
       in dieser "Adresse" enthalten, und daß wir dieselben Sachen nicht
       dreimal sagen  dürften, veränderte ich das ganze Préamble, schmiß
       die déclaration  des principes  heraus und  endlich setzte an die
       Stelle der 40 rules 10. Soweit in der "Adresse" International Po-
       litics vorkommt, spreche ich von countries 27*), nicht von natio-
       nallties 28*)  und denunziere  Rußland, nicht die minores gentium
       29*). Meine  Vorschläge alle  angenommen vom subcomité. Nur wurde
       ich verpflichtet,  in das  Préamble der Statuten 30*) zwei "duty"
       und "right"  Phrasen 31*),  ditto "truth,  morality and  justice"
       32*) aufzunehmen,  was aber so placiert ist, daß es einen Schaden
       nicht tun kann.
       In der Sitzung des Generalkomitees wurde meine "Address" etc. mit
       großem Enthusiasmus  angenommen (unanimously  33*)). Die  Debatte
       über die  Druckweise etc. findet nächsten Dienstag 34*) statt. Le
       Lubez hat  eine Kopie der "Adresse" zur Übersetzung ins Französi-
       sche und Fontana eine zur Übersetzung ins Italienische. (Zunächst
       ist ein Wochenblatt, called 35*) "Bee-
       -----
       23*) nicht eine  einzige Zeile - 24*) Artikel - 25*) Eine Adresse
       an die Arbeiterklassen ("Inauguraladresse der Internationalen Ar-
       beiter-Assoziation") -  26*) eine Art  Rückblick über die Schick-
       sale der  Arbeiterklassen seit  1845 - 27*) Ländern - 28*) Natio-
       nalitäten -  29*) kleineren Völker - 30*) "Provisorische Statuten
       der internationalen  Arbeiter-Assoziation" -  31*) "Pflicht"- und
       "Recht"-Phrasen - 32*) "Wahrheit, Sittlichkeit und Gerechtigkeit"
       (vgl. Band 16 unserer Ausgabe, S. 15) - 33*) einstimmig - 34*) 8.
       November - 35*) genannt
       
       #16# Marx an Engels - 4. November 1864
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       Hive" [18]  (redigiert von  dem Trades-Union-Potter),  Art "Moni-
       teur" 36*).) Ich selbst soll das Zeug ins Deutsche übersetzen.
       Es war  sehr schwierig, die Sache so zu halten, daß unsre Ansicht
       in einer  Form erschien,  die sie dem jetzigen Standpunkt der Ar-
       beiterbewegung acceptable  machte. Dieselben  Leute werden in ein
       paar Wochen Meetings mit Bright und Cobden für Stimmrecht halten.
       Es bedarf Zeit, bis die wiedererwachte Bewegung die alte Kühnheit
       der Sprache erlaubt. Nötig fortiter in re, suaviter in modo 37*).
       Sobald das Zeug gedruckt, erhältst Du es.
       3. Bakunin  läßt Dich  grüßen. Er  ist heute  nach Italien, wo er
       wohnt (Florenz),  abgereist. Ich  sah ihn  gestern wieder zum er-
       stenmal nach  16 Jahren.  Ich muß sagen, daß er mir sehr gefallen
       hat und  besser als  früher. Er  sagt mit Bezug auf die polnische
       Bewegung: die russische Regierung habe die Bewegung gebraucht, um
       Rußland selbst ruhig zu halten, aber keineswegs auf 18monatlichen
       Kampf gerechnet.  Sie habe  daher die  Geschichte in Polen provo-
       ziert. [19]  Polen sei gescheitert an zwei Dingen, am Einfluß von
       Bonaparte und zweitens am Zögern der polnischen Aristokratie, von
       Anfang an  Bauernsozialismus offen und unzweideutig zu proklamie-
       ren. Er  (B[akunin]) werde  sich jetzt  - nach  dem Fall der pol-
       nischen Geschichte  - nur noch an sozialistischer Bewegung betei-
       ligen.
       Im ganzen  ist er einer der wenigen Leute, die ich nach 16 Jahren
       nicht zurück-,  sondern weiterentwickelt finde. Ich besprach auch
       mit ihm  die Urquh[artischen]  denunciations. [20]  (Apropos: Die
       Internationale Assoziation  wird mich wohl mit diesen Freunden in
       Bruch bringen!)  Er erkundigte  sich sehr nach Dir und Lupus. Als
       ich ihm  den Tod des letztern mitteilte, sagte er sofort, die Be-
       wegung habe einen unersetzlichen Mann verloren.
       4. Krise.  Auf dem  Kontinent noch  lang nicht ausgebrannt (spez.
       France). Übrigens ersetzen die Krisen jetzt durch Häufigkeit, was
       ihnen an Intensivität fehlt.
       Salut.
       Dein K. M.
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       35*) offizielles Organ - 37*) stark in der Sache, gemäßigt in der
       Form

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