Quelle: MEW 31 Briefe Oktober 1864 bis Dezember 1867


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       #93# 41 - Marx an Engels - 7. März 1865
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       41
       
       Marx an Engels
       in Manchester
       
       [London] 7. März 1*) 1865
       Dear Fred,
       Mein Schwager  2*) reist  heute nach  dem Kap zurück. Ich muß ihn
       aufs Schiff  begleiten. Daher  keine Zeit  und in aller Kürze nur
       folgendes:
       1. Ad vocem  3*) Bruhn.  Ein Arbeiter von Paris erhielt von einem
       Arbeiter in  Hamburg Brief, Bruhn verleumde uns in jeder Art. Er-
       stens sei ich ihm 60 Taler schuldig, die ich nicht zurückgezahlt.
       Zweitens hättest  Du und  ich ein Manuskript über die Flüchtlinge
       an die  preußische Regierung, resp. den "Polizeirat Stieber" ver-
       kauft. [123]  Der Pariser  sandte den  Brief an Leßner, Leßner an
       mich. Ich antwortete Leßner umgehend, zur Mitteilung an den Pari-
       ser: Ich  hätte nie (was ich damals glaubte) eine Geldtransaktion
       mit B[ruhn]  gehabt, halte  es überhaupt  für Münchhausiade,  daß
       B[ruhn] je 60 Taler besessen. Ferner: Aufklärung über die Bangya-
       Affäre mit dem Manuskript, worüber unsre Erklärung vom April 1853
       4*) in  der "New-Yorker Criminal-Zeitung" 5*) und bezug darauf in
       "Herr Vogt"  pag. so  und soviel 6*) nachzusehn sei. Well! Darauf
       kam B[ruhn]s Brief. Ich habe nun meinen Hirnkasten durchwühlt und
       glaube mich  folgendes zu  erinnern: Frühling  1849 kam  ich nach
       Hamburg, um  dort Geld für die "N[eue] Rh[einische] Z[eitung]" zu
       holen. Ich  hatte grade  genug im  pocket 7*), um nach Hamburg zu
       gehn. Logierte  aber 14  Tage in einem firstrate 8*) Hotel. Baron
       Frisch, der  uns später  Subsidien schicken wollte, erklärte ich,
       ich brauche Geld, um die Hotelrechnung zu zahlen und zurückzurei-
       sen. Nun  schwebelt mir  so etwas vor, daß, da ich das Geld nicht
       als "present"  von ihm  annehmen und  er seinerseits es nicht zu-
       rückhaben wollte,  abgemacht wurde, Bruhn, damals wie jetzt Lump,
       solle es erhalten. Ich hatte diese ganze Scheiße vergessen; Bruhn
       aber schrieb  ich jetzt: Ich erinnere mich keiner Geldtransaktion
       mit ihm. Da bei meiner Rückkehr von Hamburg nach Köln die "N. Rh.
       Z." unterdrückt, ich selbst aus
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       1*) In der Handschrift: Mai - 2*) Johan Carel Juta - 3*) In bezug
       auf -  4*) in der  Handschrift:  Januar  1852  -  5*) Karl  Marx:
       "Hirschs Selbstbekenntnisse"  - 6*) Karl Marx: "Herr Vogt" (siehe
       Band 14  unserer Ausgabe,  S. 574-576)  -  7*) in  der  Tasche  -
       8*) erstklassigen
       
       #94# 41 - Marx an Engels - 7. März 1865
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       Preußen verjagt worden, könnte ich möglicherweise vergessen haben
       im Wirbel  der damaligen  Ereignisse. Auffallend bleibe dann, daß
       er von 1849 bis 1865 gewartet, um mich zu erinnern. Indes sei die
       Sache einfach.  Er solle  schreiben, was er gutzuhaben glaube und
       mir Grübels  Adresse schicken.  Ich würde dann selbst an G[rübel]
       schreiben. Wenn  dieser seine Aussage bestätige, solle seine For-
       drung befriedigt werden. Dieser Weg durchaus nötig, da ich bis zu
       diesem Augenblick,  noch nicht  der Sache sicher bin und in einer
       wahrhaft unerhörten  Weise durch Forderungen der Art ausgebeutelt
       worden bin.
       2. Aus der  Einlage von  Schily siehst  Du, was in Paris vorging,
       wohin wir  Le Lubez  geschickt hatten,  um die dort ausgebrochnen
       Streitigkeiten zu schlichten. (Schily hatte ditto, da wir L[e Lu-
       bez]'s Parteilichkeit für Lefort kannten [58], full power 9*) als
       Unterhändler von  uns erhalten.  10*) Hier  nebenbei zu bemerken,
       daß Béluze,  der Präsident  der Volksbank [124], welcher die paar
       Pariser Associations  lenkt, und deren Organ "L'Association", mit
       Lefort ist.)  Das Weitere,  was erst heut abend, soweit unsre Ak-
       tion in Betracht, zum Abschluß kommt, im nächsten Brief.
       3. Die Sachen von Siebel zurück. Ich finde es sehr unpassend, daß
       er die  in die  "Düsseldorfer Zeitung"  geschickte Notiz 11*) von
       London datiert; also mich als mutmaßlichen Verfasser bloßstellt.
       4. Einliegend Brief von Liebknecht.
       5. Einliegend eine  Kopie vom Zirkular der Genfer Branch-Associa-
       tion. [125]
       6. Einliegend der Brief von Meißner.
       7. Lange: Ihm nicht direkt vor den Kopf stoßen. 12*) Schreib ihm,
       er könne die Sache am besten per Post an Dich schicken, 2 Copies,
       wovon Du  mir eine  jedesmal zuschicken  würdest. Wie  er  selbst
       richtig einsehe,  müßten wir einstweilen, nach der letzten Erfah-
       rung, uns  der Mitarbeit  an jedem  deutschen Blatt enthalten. Er
       habe natürlich dasselbe Recht, wie jeder andre editor einer Zeit-
       schrift, beliebige Auszüge aus Deinem Pamphlet 13*) zu geben.
       Salut.
       Dem K. M.
       Die erste  Nummer (2 Bogen) des Blindschen "Eidgenossen" erschie-
       nen mit  Beiträgen nur  von Blind,  Struve, Rasch. Trivialitäten.
       Auf der  Vignette Hand  mit Dolch,  um den  "Tyrannen" zu  töten.
       [126]
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       9*) Vollmacht -  10*) siehe vorl. Band, S. 84/85 - 11*) Friedrich
       Engels: "Notiz über 'Die preußische Militärfrage und die deutsche
       Arbeiterpartei'" - 12*) siehe vorl. Band, S. 91 - 13*) "Die preu-
       ßische Militärfrage und die deutsche Arbeiterpartei"

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